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11. Juni.

Donnerstag

Seite 3;

Signal Achtung geblasen. Leider ging bei der enormen Siaub-i intwickeluttg viel von dem schönen militärischen Schauspiel ver­loren. Nach Beendigung des Exerzierens bestieg Se. Mas. mit dem Regimentskommandeur den Wagen und fuhr unter Eskorte der 3. Schwadron zum Ostbahnhof, woselbst er sich von seinen Begleitern auf das Herzlichste verabschiedete. Am Bahnhof wurde dem König noch eine freudige Ueberraschung bereitet, indem ihm eine dänische Dame ein prachtvolles Bukett ' überreichte. Gegen ViÖ Uhr verließ der Zug den Bahnhof.

Dem Vernehmen nach hat Se. Majestät der dänisch, König aus Anlaß seines Besuchs Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften zahlreiche Orden, Geschenke und Andenken an seinen Besuch verliehen. Es haben u. a. außer dem Regimentskommandeur noch der Führer der Eskorte-Wchwadron Rittmeister Koch, der Ordonnanzoffizier Oberleutnant v o n Papen, der Regimentsadjutant Leutnant v. Brochwitz- Donimirski Ordensauszeichnungen erhalten.

Bus J^ab und fern.

r- Marburg, 10. Juni. Hier tobten heute abend . äußerst heftige Gewitter mit starkem Regen und Hagelschlag. In der Stadt platzte an einer steilen Straße ein Kanalrohr. Nach dem Gewitter fand man in einem Garten eine vom Blitz betäubte Frau. Sie wurde in ihre Wohnung getragen.

r- Marburg, io. Juni. Mit dem Frankfurter Schnell­züge traf heute abend um Vali Uhr der Großherzog von , Mecklenburg hier ein. Er wurde vom Herrn Geheimrat Pro­fessor Dr. Küster abgeholt.

Eschwege, 9. Juni. Herr Superintendent Wolff gedenkt am 1. November in den Ruhestand zu treten und nach Cassel überzusiedeln.

L Frankfurt a. M., 10. Juni. Se. Mas. König Christian von Dänemark ist heute vormittag mit Gefolge in Frankfurt eingetroffcn und hat imFrankfurter Hof" Woh­nung genommen. Der König begab sich kurz nach 1 Uhr nach Hanau zur Besichtigung des Ulanen-Regiments, dessen Chef er ist und wo er mit dem Osfizierkorps im Offizier- kasino das Frühstück einnahm. Gegen 5 Uhr kehrte seine Majestät von Hanau zurück und dinierte imFrankfurter Hof".

Hus aller Sielt.

Dis deutschen Lebens-Versicherungs-Gcsettschastèn im Jahre 1902. Nach dem National-Oekonom, der die erste Zusammen­stellung bringt, betrug der gesamte Lebens-Versicherungs-Bestand aller deutschen Gesellschaften 8684 Millionen, der Reinzuwachs 359 Millionen Mark. Von dem Reinzuwachs entfallen aus die Volksversicherung 70,6 Millionen, das sind 19,7 pCt., im Vorjahr 17,4 p®., ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung dieses jüngsten Zweiges der Lebens-Ver­sicherung. Es hatten an gesamtem Lebens-Versicherungs-Bestand Victoria 995,6 Millionen Mark (inzwischen ist die Milliarde überschritten), Gotha 821,5, Germania 956,6, Stuttgart 653,5, Leipzig 649, Karlsruhe 495,7, Zwischen 300 und 400 Millionen hatten 1 Gesellschaft, zwischen 200 und 300 6, und zwischen 100 und 200 12 Gesellschaften. ' 31 Gesellschaften, die zusammen noch nicht den Bestand der Victoria er­reichten, blieben unter 100 Millionen. Der Zuwachs betrug bei der Victoria 75 Millionen Mark, bei 3 Gesellschaften rund je 25 und bei vieren je zwischen 10 und 20 Millionen. Volks- und Sièrbekässen-Vèr- sicherung betreiben einige 30 Gesellschaften. Hierin betrug der Reinzu­wachs 70,6 Millionen Mark, davon kommen auf die Victoria allein 39,9 Millionen, weit mehr als die Hälfte. Wie schon in allen Jahren seit 1896, war also auch im Jahre 1902 der Zuwachs in der Volksversicherung VrvX irKAs KHB3E9MMnaUBnVMMMMMMMMM.|..

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Drahtnachrichten.

Tod des Königs Alexander und der Königin Draga von Serbien.

Belgrad, 11. Juni. Nachts um 1 Uhr drangen nach derFrkf. Ztg." Verschwörer in den Kiosk um den König Alexander abzusetzen und Karageorgiewitsch zum König zu proklamiren. Der König und die Königin wurden tot im Bette gefunden. Wie verlautet, hat der König erst die Königin und dann sich selbst erschaffen. Drei Minister und der Bruder der Königin find ermordet. Es ist eine provisorische Regierung gebildet.

Englisches Unterhaus.

London, 10. Juni. Im weiteren Verlaufe der Debatte unterstützen Ministerielle das Amendement, andere Ministerielle sprachen sich, während sie gegen das Amendement opponieren, günstig über die Anstellung einer Untersuchung über das jetzige Finanz - System aus. Ein anderer Teil der Ministeriellen schließlich opponiert gegen das Amendement und befürwortet die Grundsätze des Freihandels-Systems.

London, 11. Juni. Das Unterhaus lehnte mit 124 gegen 28 Stimmen den Abänderungsaulrag Cbaplin betreffend Aufhebung des Kornzolles ab. Die zweite Lesung der Fi­nanzbill wurde auf nächsten Freitag anberaumt. Hierauf ver­tagte sich das Haus.

Ehamberlais Vorschläge.

London, 1@. Juni. Die Regierung von Neu-Süd- wales richtete ein Telegramm an Chamberlain, in dem sie Chamberlains Vorschläge lebhaft unterstützt. In dem Tele­gramm wird der Vorstellung Raum gegeben, daß das, womit Kanada heute zu schaffen habe, morgen Australien zustoßen könne. Die Regierung von Neu-Südwales spricht schließlich die große Genugtuung über die Erklärung der britischen Re­gierung aus, daß jeder Kolonie mit der Selbstverwaltung die freie Ausübung ihres Rechtes gesichert werden sollte, in engere Handelsbeziehungen zum Mmterlande zu treten.

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Berlin, 11. Juni. DasB. T." meldet: In Steglitz ist der Gärtner Sewohl beim Baumbeschneiden Herabgestürzt und wurde auf dem eisernen Vorgartengilter buchstäblich auf« gespießt. Er ist feinen schweren Wunden erlegen.

Berlin, 11. Juni. DerLok.-Anz." meldet aus Stock­holm: In gut unterrichteten Kreisen wich.im Verlaufe des Juli eine Begegnung des deutschen Kaisers mit dem Könige Oskar erwartet.

Berlin, 11. Juni. Das Befinden der anläßlich des Pestfalles in den Baracken der Charitee isolierten Personen ist unverändert.

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Kiel, 11. Mai. Professor Haenel wurde anläßlich seines 70. Geburtstages zum Chrendokior der Universität Tübingen ernannt.

Hamburg, 11. Juni. Ein bei Schulau badendes 17jähriges Kindermädchen wurde von der Elbströmuug fortge­rissen und ertrank vor den Augen der Mitbadenden.

Iserlohn, 11. Mai. Die große Arbesteraussperrung ist infolge Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgehoben.

Bunzlau, 11. Juni. Die Kanalisationsarbeiter sind ausständig. Infolgedessen wurde den Zimmerern gekündigt.

, München, 11. Juni. Der ehemalige Bankier Erich von Kriegsheim ist im Gefängnis in München gestorben.

(sannstadt, 11. Juni. Bei dem Brande der Daimler- scheu Motoren-Gesellschaft in Cannstadt sind 30 fertige und 60 im Bau begriffene Motoren verbrannt. Der Schaden wird auf iVs Millionen geschätzt. Von 850 Arbeitern sind 450 längere Zeit arbeitslos.

Bern, 11. Juni. Bei der Besteigung des Balmhornes ist der Berner Student Egon v. Steiger abgestürzt.

JRom, 11. Juni.Avanti" will aus guter Quelle wissen, daß der Empfang des Präsidenten Loubet durch den Papst beschlossene Sache sei.

Budapest, 10. Juni. Gegen den Besttzer des haupt­städtischen Orpheums, Waldmann, ist der Konkurs eröffnet worden. Hauptgläubiger ist eine Berliner Firma. Die Passiven von 600 000 Kronen sind durch die Aktiven zu einem geringen Teil gedeckt.

Madrid, 10. Juni. Der Senat nahm die Antwort aus die Thronrede mit 145 gegen 63 Stimmen an.

Athen, 10. Juni. In Pyrgos herrschte heute verhält­nismäßige Ruhe, dennoch ließ die Filiale der Nationalbank die Kasse nach Athen bringen. Zahlreiche Landleute kamen in die Stadt und veranstalteten Kundgebungen zu Gunsten des Korinthen-Monopols. Ein ernster Zwischenfall ereignete sich nicht. In der Kammer entspann sich eine lebhafte Debatte über diese Bewegung. Einige Deputierte beschuldigten die Athener Presse, die Bewegung zu begünstigen.

Newyork, 10. Juni. Ein Telegramm aus Curacao besagt, Matos und andere Führer der venezolanischen Auf­ständischen seien nach viertägiger Fahrt in einem offenen Boot vollkommen entblößt dort angekommen. Der größte Teil von Matos' Heere sei gefangen genommen. Die venezolanische Revolution sei beendet.

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