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Mittwoch

Seite 3,

3. Juni.

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Gewerbe- und Handwerker-Verein! Vereinsabend in derMUemäntc* Thaler-Klub i Znsanlmenkunst in den .3 Hasen".

MeianavereinTonblüthe" : Singstunde in der ..Stadt Bremen/ GesellschaftDen beim Alten": Veremsabenv (Brauerei Orschler). Kegel-Klub: Gasthaus .zur guten Quelle".

VereinGeselligkeit": Monats^ersammlung in der .großen Krone". Hanauer Radsport 1895: Vereinsabend in derStadt Bremen". ArendS'scher StenographenvereinApollobund" (Gasthausz. Grasen P filipp Ludwigb : Vereinsabend.

National-Stenographenverein: Uebungsstunde für die Praktiker-Ab­teilung (Lokal:Zur großen Krone").

Ziiumerstnhenaesellschastz Mainlust'-KesseistadH Zimmerstutzenschießen. Hanauer Schüßenverein Vereinsabend imRestaurant Mohr " Hanauer FußballklubWacker": Vercinsavend (Restaur. Carlsberg.) Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp, imgoldnen Herz"- Steiger-Korps in derBrauerei Beck".

Rauch- und Vergnügungs-GesellschaftSechs Bund" zum feuchten Eck: Zusammenkunft am ruuden Tisch in dergoldnen Feder".

Rersteigeruttgs- ele. Kalender

für Donnerstag den 4. Juni.

Angebote betr. Uebernahme der Kohlenlieferung für die Kohlenkasse zum goldnen Hab ' sind bis abends 8 Uhr im Kassenlokal genannter Kasse abzugeben (s. Nr. 123Han. Anz.").

Kus ^ak und fern,

Cassel, 30. Mai. Durch zwei Jagdhunde vsm Tode errettet wurde in Hannov.-Münden ein Herr aus Cassel. Er wollte über die Fulda in einem Fährboot setzen. Das Fahr­zeug schlug jedoch um und der Insasse versank im Wasser. In diesem Augenblicke sprangen die zwei Jagdhunde eines vorüber­gehenden Jägers in die Flut und zogen den Ertrinkenden schwimmend ans Land, indem ihn die klugen, mutigen Tiere am Rockkragen kunstgerecht festhielten. Die am Ufer alsbald angestellten Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg be­gleitet.

Gelnhausen, 2. Juni. Gestern mittag ging ein Ge­witter mit wolkenbruchartigem Regen über unsere Stadt nieder. Das Wasser, das Sand und Steine in Menge mitführte, überzog damit die Holz-, Krämer und Kuhgasse sowie den Obermarkt und Platz rc. Da auch teilweise Hagelkörner fielen, wurden auch die Obstbäume beschädigt.

2 Schlüchtern, 1. Juni. Zu der diesjährigen zweiten Lehrerprüfung waren 43 Lehrer zugelassen worden, vier Herren waren nicht erschienen, während des Examens traten 2 Herren zurück. Das Thema der schriftlichen Prüfung lautete:Es ist darzustellen, welche Gedichte der Sänger der Befreiungskriege in der Volksschule zu behandeln sind, wann und wie die Be­handlung zu geschehen hat." Vorsitzender war Herr Provinzial­schulrat Dr. Otto, Kommissar der Kgl. Regierung in Cassel Regierungsschulrat Martin. Nur 26 Herren bestanden das Examen.

Schlüchtern, 2. Mai. Der Arbeiter Urbach von hier wurde am Samstag als Leiche aus der Kinzig gezogen. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, konnte nicht festge­stellt werden. Urbach hinterläßt eine Frau mit zwei unmündigen Kindern.

r.- Marburg, 3. Juni. ImFronhof" tagte heute eine Versammlung, welche sich mit dem Projekt der Erbauung einer Eisenbahn in der Richtung Marburg-Alsfeld, gewisser* maßen als Fortsetzung der im Bau begriffenen Eisenbahn Macburg-Dreihausen befaßte. Es waren etwa 80 Herren aus den Kreisen Marburg, Kirchhain und Alsfeld anwesend. Zum Schluß wurde ein Gesamtkomitee gewählt, welches die Ange­legenheit weiter verfolgen soll.

r.- Marburg, 13, Juni. Als mutmaßlicher Mörder des Försters Keller in Bromskirchen wurde ein schon vielfach vorbestrafter junger Bursche Namens Carl Strieder von dort verhaftet.

Frankfurt a. M., 31. Mai. Wucher wird z. Zt. stark mit den Eintrittskarten des Sängerfestes getrieben. Wie man hört, werden von Spekulanten die Karten bis zu 70, 80, ja 100 und 120 Mark verkauft. Diesem Unfug müßte mit aller Entschiedenheit begegnet werden von feiten der maß­gebenden Faktoren.

Offenbach, 2. Juni. Durch eine bösartige Messer­stecherei ist der Frieden des Pfingstfestes arg gestört worden. In der Nacht zum Pfingstsonntag gegen 12*/s Uhr entstand in der Wirtschaft von Sch. in der äußeren Waldstraße ein Streit. Ein Frauenzimmer, das dort in Gesellschaft einiger junger Leute saß, ließ sich tätowieren. Als ein auf Ur­laub hier anwesender Soldat dabei zusehen wollte, begann der

Krakehl. D«r Wirt redete dem Soldaten zu, um allen Un­annehmlichkeiten zu entgehen, das Lokal zu verlassen, was dieser auch bereitwillig tat. Dann forderte der Wirt auch die an­deren auf, nach Hause zu gehen, da er sein Lokal schließen wolle. Als die Gesellschaft nun auf die Straße hinaustrat, entstand eine wüste Stecherei. Die Raufbolde sielen jeden Menschen an, der des Weges kam; ein hiesiger Taglöhner erhielt dabei 4 Stiche. Der Wirt Joh. Hock vom gegenüber­liegendenLindenhof" eilte auf die Straße, um den Streit zu schlichten, wurde aber durch Messerstiche in den Unterleib und den linken Oberschenkel arg zugerichtet. Ebenso erging es dem hier auf Urlaub befindlichen Infanteristen Ferd. Fröhlich vom Jnf.-Regt. Nr. 117 in Mainz, der ebenfalls aus demLinden­hof" herausgekommen war. Die Messerhelden stürzten sich wie wilde Tiere auf ihn, entrissen ihm das Seitengewehr und ver­wundeten ihn durch 6 Messerstiche am Rücken und Hals sehr schwer. Der hinzukommende Schutzmann Möller wollte zur Verhaftung der Raufbolde schreiten, erhielt aber, während er einen derselben festhielt, von einem anderen einen furchtbaren Stich in den Oberschenkel, der in der Länge von etwa 30 Zentimeter aufgeschlitzt wurde. Heilgehilfe Fritz vernähte die Wunde in der Wirtschaft von Zöll, wohin sich Möller ge­schleppt hatte. Dieser wurde dann mittelst Krankenwagen in seine Wohnung verbracht; die beiden anderen Schwerverletzten, Hock und Fröhlich, wurden nach Anlegung von Notverbänden ins Krankenhaus transportiert. Auch der Heilgehilfe Hoh­mann half beim Verbinden. Heute nachmittag 2 Uhr erfolgte die Ueberführung Fröhlichs ins Lazarett nach Bockenheim. Die Zahl der erheblich Verletzten beträgt sechs. Den Anstrengungen der Polizei gelang es bald, die Haupttäter Wolf, Weber, Götz, Kreis und Ruhl zu verhaften; es sind arbeitsscheue Bürschchen im Anfang der zwanziger Jahre.

Bad Nanheim, 29 Mai. Sein 50jähriges Berufs­jubiläum als Buchdrucker feierte am gestrigen Tage der Buch­druckereibesitzer L. Wagner, Verleger der amtlichen Bad Nau­heimer Kurliste und des Wetterauer Anzeigers.

X Klein- Steinheim, 2. Juni. Der Gesangverein Germania" dahier feierte gestern bei prächtiger Witterung und unter zahlreicher Beteiligung der Bruderoereine aus nah und fern das Fest seiner Fahnenweihe, verbunden mit einem Sängerfeste. Die Festlichkeiten, welche sich meist auf den herr­lich gelegenen Grundstücken der Restauration Kuschke abwickelten, hatten eine Menge Neugieriger aus der weiteren Umgebung angelockt. Der heutige Tag gilt der Nachfeier.

Drahtnachrichten.

Die Balkan-Wirren.

Konstantinopel, 2. Juni. (Korr.-Bur.) Nach An­gaben der Pforte wurden in Saloniki bisher ungefähr 400 verhaftete Bulgaren entlassen und 26, deren Schuld erwiesen ist, befinden sich noch in Haft. An der Grenze bei Raptschoz wurden neben bulgarischen Truppen mit Gewehren bewaffnete Bulgaren gesehen. Aus Papieren, welche bei dem in Rondo, Sandschak Serres, verhafteten Komiteechef Pascal Jorghi gefunden wurden, geht hervor, daß zu einem B l u t b a d e unter den nichtchristlichen Bauern aufgereizt werden sollte. Infolge Aufsindens von zehn Kilogramm Dynamit in Köprülü sowie durch vorgefundene Papiere und durch Ver­haftungen ist erwiesen, daß Köprülü der Mittelpunkt der letz­ten Ereignisse war.

Konstantinopel, 2. Juni. (Meldung desWiener K. K. Telegr.-Korresp.-Bureaus".) Die Pforte hat dem öster­reichisch-ungarischen und dem russischen Botschafter schriftlich auf Grund der Berichte des Generalinspekteurs die Namen von bulgarischen Lehrern mitgeteilt, welche erwiesenermaßen Komitatschi sind. Die Mitteilung besagt, daß zahlreiche bul­garische Lehrer und Priester am Treiben der Komitees t e i l n a h m e n und daß deshalb die Pforte durch den Kultusminister das Exarchat aufgefordert hat, solche Elemente nicht anzustellen.

Venezuela und die Mächte.

Newhork, 1. Juni. Einer Meldung desNewyork Herald" aus Port of Spam zufolge hat das britische Aus­wärtige Amt seinen Gesandten in Caracas telegraphisch ange­wiesen, gegen die von der venezolanischen Negierung beabsich­tigte Schließung der Zollhäuser am Golf von Paria und in Ciudad Bolivar Einspruch zu erheben.

Festlicher Empfang der chilenischen Flotte.

Montevideo, 2. Juni. Die von Buenos Aires kommende ch i l e n i s ch e F l o t t e ist hier eingetroffen. Die chilenischen Abgeordneten wurden von der Regierung festlich empfangen. Abends fand ein Ball im Klub Uruguay statt.

Neue Unruhen in Sicht.

Beniunif, 2. Juni. Nachrichten aus Zenaga be- sagen, daß eine große Schar von Berabern und anderen Stämmen zum heiligen Kriege gegen die Franzosen rüsten.

Das Unifikationsprojekt.

Paris, 3. Juni. DieAgence Havas" meldet aus Kon­stantinopel, das Unifikationsprojekt ist durch ein kaiserliches Jrade endgiltig sanklioniert worden.

Die Zukunft der Prinzessin Luise.

Berlin, 3. Juni. Die Morgenpost meldet aus Wien, die monatelangen Unterhandlungen zwischen den Höfen in Wien, Dresden und Salzburg haben nunmehr über die Zu­kunft der Prinzessin Luise von Sachsen endgiltig entschieden. Am 12. Juni findet eine Zusammenkunft des Großherzogs von Toskana mit seiner Tochter statt.

tteberschwemmungeu.

NeW-Uork, 2. Juni. Nach einer Depesche aus Kansas City wird der durch Ueberschwemmungen in dem dortigen Ge­biete angerichtete Schaden auf 15 bis 25 Millionen Dollars geschätzt. Aus Keskuck (Iowa) wird gemeldet, südlich von Keskuck stehe ein Gelände von etwa 600 Quadratmeilen unter Wasser. Die Lage ist schrecklich, da vielen in Bedrängnis Ge­ratenen Hilfe nicht gebracht werden kann.

An Influenza erkrankt.

Berlin, 3. Mai. DieNationalzeitung" berichtet, der frühere Abgeordnete Hammacher, der Vorsitzende des Zentral­vorstandes der nationalliberalen Partei ist an I n f l u e n z a erkrankt.

*

Berlin, 3. Juni. DerLokalanzeiger" meldet, der Kaiser habe von dèm Lager in Doberitz in den letzten Tagen an Adolf Menzel telegraphiert: Ew. Exellenz sendet die um ihren König versammelte zweite Gardeinfanterie-Brigade aus dem Lager von Däberitz einen fröhlichen frischen Soldaten­gruß und herzlicheil Dank für das Programm auf dem der große König uns zum Siege führt: Pre gloria et patria! Wilhelm R . . . Das Blatt fügt hinzu, die Schlußworte bezogen sich auf ein von Menzel gezeichnetes Konzertprogramm zur Döberitzer Festtafel. DerLokalanzeiger meldet ferner, der Kaiser habe aus Pröckelwitz an Menzel anläßlich des jüngst gefeierten Jubiläums folgendes Schreiben gerichtet: 3» dem heutigen Tage, an welchem Sie der Akademie der Künste 50 Jahre angehören, kann ich mir nicht versagen, Ihnen zu diesem seltenen Jubiläum meine wärmsten Glück­wünsche auszusprechen. Was Sie in dieser langen Zeit durch seltenes Talent und unermüdlichen Fleiß geschaffen, wird für Deutschlands Kunst und ihre Jünger stets vorbildlich bleiben. Durch unvergleichliche Meisterwerke haben Sie verstanden, den großen König und seine Heldentaten der Mit- und Nach­welt vor Augen zu führen und die Erinnerung an jene für die jetzige Größe des Vaterlandes grundlegende Zeit im Herzen des deutschen Volkes zu befestigen. Dafür gebührt Ihnen der unauslösliche Dank, wie meines Hauses, so der Nation und der Armee. Mögen Sie noch lange im Rückblick auf Ihr arbeitsreiches, von den Jdialen der Kunst getragenes und verschöntes Leben in geistiger und körperlicher Frische sich Ihrer Schöpfungen erfreuen und der vaterländischen Kunst als Altmeister erhalten bleiben. Meiner freudigen Anteilnahme au Ihrem Wohlergehen können Sie allezeit ge­wiß sein. Ihr wohlgeneigter und in Dankbarkeit wohl- affektionierter König Wilhelm.

Berlin, 3. Juni. Im Reichstagsgebäude fand unter Beteiligung von gegen 2000 Festgâsten der Begrüßungsabend des fünften internationalen Kongresses für angewandte Chemie statt. Im Sitzungssaale begrüßte Geheimrat Witt die Gäste in einer längeren französischen, englischen und deutschen Be­grüßungsansprache. Zahlreiche Begrüßungstelegramme gingen ein, darunter vom Roscoe-Manchester, Berthelot-Paris, sowie von dem Ehrenpräsidenten Winkler in Freiberg i. S.

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