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Samstag

30. Mai

Meier. Nach den Dispositionen der Ställe zu schließen, werden in den verschiedenen Rennen die Farben von Frankfurter Be­sitzern stark vertreten sein.

Hue aller Melt,

Lotterteschwindel in großem Stil. Die Ber­liner Kriminalpolizei hat in der Person des Lotteriekollekteurs Carl Heinze, Unter den Linden 47, einen Schwindler ver­haftet, der in hunderten von Fällen seine Kundschaft damit hineinlegte, daß er ihnen Lose von Lotterien verkaufte, deren Ziehung bereits vorüber war. Das Los hat natürlich keinen höheren Wert als den eines gewöhnlichen Stücks Papier. Bei der Ausführung seiner unreellen Geschäfte kam ihm sein Name außerordentlich zu statten. Die Mehrzahl der Hinein­gefallenen hat seine Firma mit der des bekannten Lotteriege­schäfts von Carl Heintze, die ja ebenfalls unter den Linden ihr Bureau hat, verwechselt; wenigstens sind dort bereits mehrere hundert Anfragen und Reklamationen eingegangen, die natürlich nach Lage der Sache abgewiesen werden mußten.

Der Beruf der Grauen. Einen artigen Scherz haben sich einige Bürger in BaumickuEnweg geleistet. Für die Ort­schaften Treptow und Baumtm'.lenweg war eine öffentliche Frauenversammlung einberufen worden, in der eine sozial­demokratische Agitatorin üb das Frauenstimmrecht und die Pflichten der Frauen im bcvorstehenoen Reichstagswahlkampfe referierte. Der Besuch ließ sehr zu wünschen übrig. Wie festgestellt wurde, war seitens de Männer eine lebhafte Gegen« agilation entfaltet worden, um bi? Frauen von dieser Art Ver­sammlungen fernzuhalten. Die Einberuserin teilt dazu mit, daß ihr ein Schreiben mehrerer Ehemänner aus Baumschulen- weg zugegangen sei, in dem ihr empfohlen wurde, auf die Tagesordnung als weiteren Punkt zu setzen: Wie stellen sich die Genossinnen zur Kochkunst? Darüber war die Einberuserin sehr entrüstet, aber die Absender jenes Schreibens haben die Lacher auf ihrer S sie.

Finsterer Aberglaube. Unter dieser Spitzmarke teilt das „Hoyaer Wchbl." folgende Zuschrift ans Asendorf, 16. Mai, mit: „Mit dem ersten Tage des Wonnemonats ist leider noch mancher Aberglaube verbunden, der dem denkenden itllen- schen nur ein Lächeln abzwingt. Wenn aber die Unvernunft hilflose Geschöpfe, Kinder, die ihnen Gott gegeben hat, in ihrer Stumpfsinnigkeit Qualen und Gefahren aussetzt, so muß das auch den Fernstehenden betrüben, ja empören. Seit Jahren sah man am Morgen des 1. Mai Menschen mit ihren Kin­dern von einem Dorfe im Westen des Kreises Hoya kommen. Man hörte, alle diese Kinder seien an Rachitis (sogenannte englische Krankheit) erkrankt und würden in der Mainacht von einem klugen (!) Manne — natürlich schweigend und nur vor Sonnenaufgang — behandelt. (!) Die armen Kleinen wurden nackend auf den kalten Erdboden im freien Felde gelegt und unter Anrufung des göttlichen Namens mit Leinsamen über­säet. Dieser kluge Mann ist neulich gestorben, und man glaubte, nun endlich würde das Jammergeschrei der Un­schuldigen nicht mehr den schönen Monat Mai begrüßen. Aber man hatte sich geirrt. Nicht fern von jenem Orte haben Jäger, die auf den Anstand gingen, in der letzten Mainacht das Wimmern und Schreien der frierenden Kindlein gehört, und am Morgen sah man eine Anzahl Wagen nach allen Richtungen der fernen Heimat zueilen. Hinter ihnen stand sicher wieder lachend ein anderer kluger Mann, dem der Lein­samen wahrscheinlich gut bezahlt worden war. Sollte denn gegen solche gesühlslose Eltern nichts getan werden können?

Ein Opfer des Wettsports ist der 53 Jahre alte Cigarrenhändler Richard K. in Berlin geworden, der seit l1/» Jahren in der Karlstraße sein Geschäft hatte. K. nahm früher Aufträge für Buchmacher an und kam allmählich dahin, „gute Sachen" auch auf eigenes Risiko zu machen. In diesem Jahre übernahm er fast alle Wetten selbständig. Aber die „guten Sachen" schlugen nur zu oft in das Gegenteil um. K. mußte viel auszahlen und setzte, wie erzählt wird, schon an die 16,000 Mk. zu. In den letzten Tagen verlor er wieder 3000 Mk., anscheinend mehr, als er noch vertragen konnte. Gestern morgen öffnete er noch zur rechten Zeit seinen Laden, rollte die Jalousie auf, verschloß' dann aber die Tür wieder und setzte sich in einen kleinen Raum hinter der Ladenein­richtung, um sich mit Leuchtgas zu vergiften. Bald kamen Kunden und auch Leute, die sich den Wettgewinn abholen wollten. Als nicht geöffnet wurde, ließ der Geschâftsdiener, der auch dazu kam, durch einen Schlosser aufschliesten. K. Hattie das Bewußtsein bereits verloren. Er wurde nach der Charitö gebracht, wo er noch schwer krank danieder liegt. Es wird vermutet, daß er der „Petroleumgesellschaft" ins Garn ge­gangen ist, einer französischen Bande, die seit zwei Jahren dortige Buchmacher prellt, indem sie durch den Fernsprecher auf Rennen in Frankreich noch wettet, wenn der Sieg schon ent­schieden ist. Nachdem die Buchmacher hinter diesen Trick kamen, schloffen sie sich großenteils zu einem Ring zusammen, der für Frankreich überhaupt keine Wetten mehr annimmt. Aber An­fänger, die dem Ringe nicht angehören, fallen immer noch auf die telephonischen Anträge hinein.

Zu der Dampferkatastrophe au der belgischen Küste, bei der 22 Passagiere des englischen Dampfers „Huddersfield" ertranken, werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Der norwegische Dampfer „Uto" schnitt bei dem Zusammenstoß tief in den Bug der „Huddersfield" ein, wo die Paffagiere zweiter Klasse schliefen. Viele von ihnen wurden in ihren Betten zerdrückt. Als der Zusammenstoß statifand, war der Kapitän im Kartenraum. Er stürzte sofort an Deck und fand das Wasser dort bereits knietief. Die „Hudders­field" konnte unmöglich gerettet werden, und es gelang nur mit größter Mühe, vor ihrem völligen Sinken die Rettungs­boote zu Wasser zu bringen. Es wurde alles Menschenmög­liche getan, um die Passagiere und Mannschaften zu retten, auch die „Uto" beteitigte sich energisch an dem Rettungswerk. Die Passagiere 1. Klasse, die im hinteren Teile des Schiffes schliefen, und die Mannschaften, die zur Zeit des Zusammen- sammenstoßes fast alle an Deck gewesen waren, konnten auch gerettet werden. An Bord des sinkenden Dampfers spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Ein Mann verlor

vor den Augen seiner Frau sein Leben bei dem Versuche, sein Kind zu retten. Ein anderer war glücklicher, denn es gelang ihm, feine vier Kinder auS dem Jaffer zu ziehen. Nach den letzten Nachrichten befinden sich unter den ertrunkenen Passa­gieren keine Italiener. Die umgekommenen Leute waren Polen und Galizier, die nach Kanada reisen wollten. Die Schuld an dem Unglück wird einem Baggerer zugeschrieben, dessen mächtiges Licht die Lotsen blendete und ihnen unmöglich machte, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen. An Bord der „Hudders­field befand sich ein belgischer, an Bord der „Uto" ein hollän­discher Lotse. Einige Platten der „Uto" waren eingedrückt, das Schiff konnte aber trotzdem seine Reise nach Antwerpen fortsetzen. Die gesunkene „Huddersfield" war ein 3mastiger eiserner Schraubendampfer von 1032 Tons. Sie wurde von der Great Central Railway Company für den Verkehr mit dem Kontinent verwendet. Die „Uto" ist ein Stahlschrauben­dampfer von 1422 Tons.

Ein erschütterndes ^amitknbrama hat sich Dienstag im Haag abgespielt. In der van Swilenstraße wohnte seit einigen Jahren ein pensionierter Major des indischen Heeres mit seiner Frau und einem Töchterchen, dessen geistige Entwickelung sehr zurückgeblieben war, sodaß es dem gewöhn­lichen Schulunterricht nicht folgen konnte und vom Vater selbst unterrichtet wurde. Dieser scheint sich, wie der „Voss. Ztg." gemeldet wird, um die Zukunft seines Kindes schwere Sorgen gemacht zu haben, sodaß er in Trübsinn verfiel. Am Diens­tag erschoß er das Kind und dann sich selbst. Seine im unteren Stock befindliche Frau fand, als sie nach oben geeilt war, ihren Mann tot am Boden liegen, baâ. Kind lebte noch, hatte aber eine klaffende Wunde am Hals, an der es noch am selben Tage starb.

Neue Dkamantenfnnde in Südafrika. Aus Kapstadt wird berichtet: Ein Schürfsyndikat entdeckte im Herbert- Distrikt Diamauten. Die gefundenen Steine sind von vor­züglicher Qualität; einer von ihnen wiegt 29 Karat.

Neue „Liebigbilder" (Empfehlungskärtchen der Lie- big's Fleisch-Extrakt-Kompagnie) find erschienen und zwar eine Serie ohne besonderen Gesamt-Titel; sie veranschaulicht die Anwendung des „echten Liebig's" in Zinntuben, dieser so außerordentlich praktischen, handlich - raumersparenden Ver­packung, besonders geeignet für Sportfreunde, Militär, Tou­risten rc. Die von Künstlerhand ansgeführten, in Zeichnung und in Farbe sehr ansprechend wirkenden Kärtchen führen die Bezeichnungen: „Segelyacht", „In der Sennhütte", „Picknick", „Im Manöver", „Auf der Radtour", „Beim Spazierritt"; den vielen Sammlern der „Liebigbilder" wird die neue hübsche Serie willkommen sein.

Himmkls-Erscheinungen im Juni.

Der Monat Juni ist für die Beobachtung des gestirnten Himmels am ungünstigsten. Die Nächte sind nur kurz und noch von dem Licht der nur wenig unterhalb des Horizontes stehenden Sonne erfüllt. So erscheint uns der Hintergrund des Himmels zu hell, um die schwâchern Sterne wahrzu­nehmen, und das Firmament scheint uns daher ärmer an Sternen zu sein, als im Winter. Dazu kommt noch, daß gerade die glänzendsten und sternreichsten Himmelsbilder in den Juninâchten nicht über unserm Horizonte stehen. Weder der Orion ist sichtbar, noch strahlen Sirius und Procyon, und die Zwillinge mit Kastor und Pollux neigen sich früh dem I Untergange zu. Es bleiben aber doch noch helle Sterne genug, um den Himmelsteppich wie mit funkelnden Edelsteinen za -schmücken.

Unser Zentralgestirn, die Sonne, die unsere Zeit regelt, von der alles Leben abhângt, erreicht am 22. Juni ihren nörd­lichsten Stand. 231/» Grad nördlich vom Aequator steht sie dann, und die Bewohner des Wendekreises des Krebses haben sie dann gerade über ihren Häuptern im Zenith. Es gibt deren freilich nicht sehr viele, denn dieser Wendekreis geht zum weitaus größten Teile durch Wüste und Meer. Bei uns erhebt sich die Sonne am Mittage des 22. Juni zu ihrer größten Höhe von 61 Grad, während sie am 1. Juni noch l1 /s Grad tiefer steht und am 30. Juni bereits wieder um */» Grad gesunken ist. Dieser großen Höhe entsprechend ver­weilt das Tagesgestirn auch lange bei uns. Es geht am 1. Juni kurz vor 4 Uhr auf und gegen 8'/» Uhr unter, der Tag dauert mithin 16’/* Stunden. Am 30. Juni erfolgt der Sonnen-Aufgang kurz nach 38/* Uhr, der Sonnen-Untergang erst um 8Vi Uhr, der Tag dauert dann 168/* Stunden. Gleichzeitig mit ihrem nördlichsten Stande am 22. Juni tritt die Sonne in das Zeichen des Krebses; es wird dadurch sinnbildlich ausgedrückt, daß sie sich nun von Norden wieder rückwärts nach Süden wendet. Mit diesem Momente beginnt der astronomische Sommer, der sein Ende findet, wenn die Sonne am Herbst-Aequinoltium den Aequator wieder erreicht.

Der Mond ist bei Beginn des Monats zunehmend und steht am 2. Juni im ersten Viertel. Am 10. Juni zeigt er uns dann sein volles Antlitz und schwindet nun wieder. Am 18. Juni sehen wir nur seine linke Hälfte erleuchtet, er steht im letzten Viertel, und am 25. ist er als Neumond unfern Blicken entzogen, er befindet sich zwischen Sonne und Erde und kehrt uns daher seine unbeleuchtete Seite zu.

Von den Planeten finden wir den der Sonne räumlich am nächsten stehenden Merkur Lei Beginn des Monats rückläufig im Bilde des Stiers. Er gelangt am 3. Juni in untere Konjunktion zur Sonne, wird in der Milte des Monats wieder rechtlâufig und steht am 28. in größter westlicher Elongation zum Tagesgestirn. Er geht am Ende des Monats gegen 21/« Uhr auf, bleibt aber in der hellen Dämmerung schwer sichtbar. — Venus durchläuft das Bild des Krebses und bleibt eine Zierde des Abendhimmels. Sie geht zuerst gegen ll1/* Uhr, zuletzt eine Stunde früher unter. — Mars in der Jungfrau steht ebenfalls am Abendhimmel und sinkt zuerst nach 1 Uhr morgens, zuletzt gegen Mitternacht unter den Horizont. — Jupiter im Wassermann ist am Morgen­himmel zu finden, er geht etwa zu derselben Zeit auf, zu der Mars untergeht. Saturn steht im Steinbock und geht dem Jupiter etwa l1/» Stunden vorauf, so daß er am Ende des

Monats schon in den späten Abendstunden sichtbar ist. — Uranus im Skorpion kommt am 15. Juni in Opposition zur Sonne und kulminiert denn um Mitternacht. Neptun in den Zwillingen ist brr Sonne nahe, um gesehen werden zu können. Er gelangt am 26. in Konjunktion zum Tagesgestirn.

Von den Fixsternen finden wir im Süden das Bild der Jungfrau mit der Spika, die Wage und den Skorpion mit Antares. Gegen Westen steht der große Bär, tiefer am Him­mel der große Löwe mit dem Regulus. Im Nordwesten haben wir den Krebs und die Zwillinge mit Kastor und Pollux, be­reits im Untergehen begriffen. Weiter nach Norden zu funkelt Kapella im Bilde des Fuhrmanns; hier stehen ferner unter­halb des kleinen Bären die Bilder Andromeda, Perseus und Kassiopeja. Gegen Nordostcn erblicken wir den Schwan mit Deneb, im Osten die Leyer mit Wega und den Adler mit Atair. Im Südosten dehnt sich der Ophiuchus aus, und höher am Himmel steht der Herkules. Zwischen dem letzterer und dem weiter nach Süden zu stehenden Bilde des Bootes mit dem hellen Arktur schimmert das kleine Sternbild der nördlichen Krone.

Patent-Erteilungen.

Nr. 142 899. Verfahren zur Herstellung wasserunlös­licher Monoazofarbstoffe aus /S-Naphtol und Halogenamido- phenol- (bezw. Kresol-) benzyläthern; Zus. z. Pat. 141 516. — Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst a. M.. vom 16. August 1902 ab. Kl. 22a.

Nr. 142 841. Explosionspulsometer. — Otto Malms in Frankfurt a. M., Goethestraße 26, vom 23. Januar 1902 ab. Kl. 59c.

Nr. 143 055. Müllverbrennungsverfahren. — J. Eduard Goldschmid in Frankfurt a. M., Friedensstraße 7, vom 29. August 1901 ab. Kl. 24b.

Nr. 143 208. Verfahren zum Nähen von Schuhsohlen u. dgl. mittels Pechdrahts. — Maschinenfabrik Moenus Akt.-Ges. in Frankfurt a. M., vom 12. Februar 1902 ab. Kl. 52a.

Nr. 143 219. Verfahren, den Rhodangehalt des Gas- pbosphats zu vermindern. — Dr. August Hebebrand in Marburg i. H., vom 19. März 1902. Kl. 16. .

Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Negierung zu Cassel.

Wächtersbach. Auf Antrag des Verwalters in dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Wil­helm Reifschneider zu Wächtersbach sollen die in der Ge­markung von Wächterbach belegenen, im Grundbuche von Wächtersbach zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsver­merkes auf den Namen des Kaufmanns Wilhelm Reif­schneider zu Wächtersbach eingetragenen Grundstücke am 7. Juli 1903, vormittags 9 Uhr, durch das Königliche Amts­gericht zu Wächtersbach — Zimmer Nr. 1 — versteigert werden.

Gebrauchs-Mu st er.

Nr. 197 870. Aus mehreren, aneinandergelenkten Teilen bestehende, zusammenlegbare Wand, welche sich zu einer den Zwecken der geheimen Wahl o. dgl. dienenden Räumlichkeit aufstellen läßt. Georg Schaller & Co. in Frankfurt a. M., vom 28. März 1903 ab. — Sch. 15 043. Kl. 341.

Nr. 198 244. Aus einem Hebelsystem bestehende, durch einen zeitweise mit einem Excenter in Eingriff gebrachten Hebel betätigte Aus- und Einrückvorrichtung für den Druckzylinder an lithographischen Schnellpressen. Faber & Schleicher Akt.-Ges. in Offenbach a. M., vom 3. April 1903 ab. — F. 9764. Kl. 15b.

Neuer Luftkurort. Ein für Sommerfrischler eingerichteter Ort ist Fels-Eck in Treis a. d. Lumda (Kreis Gießen). Die neuerbaute, in diesem Frühjahr erweiterte Villa ist mit allen Bequemlichkeiten für Sommerfrischler hergenchtet. Am südlichen Abhanae von dem Pracht­voll mit Laub- und Nadelholz bewaldeten Todenberg ist in einer Ent­fernung von 5 bis 6 Minuten die genannte Villa, sozusagen in einen Felsen hineingebaut. Die Anlage ist terrassenförmig, das ganze Be­sitztum, einschließlich einer sehr schönen, mit Spaziergängen und ver­schiedenen Ruheplätzchen »ersessenen Gartenanlage, bie et auch denjenigen, welche nicht gerne Berge steigen und denen der Wald zu weit ist, Er­holung und Bewegung in frischer reiner Luft. Balkons und Terrassen bieten eine wunderschöne Aussicht. Durch bedeckte Kegelbahn, sogen. Gebirgsbahn, mit senkrecht aufgehängter Kegelkugel, ein neues Pianino, verschiedene Unterhaltungsspiele, Lesebücher u. bergt m. ist Sorge ge­tragen, daß auch die ungünstigste Witterung bei reiner Bergluft kaum fühlbar toird. Treis a. d. L. ist Eisenbahnstation an der Lahn von Lollar—Londorf-Grünberg, mit einer Fabrzeit von Gießen 33 Min. und Grunberg 1 Stunde. Die Reise ist also nicht unbequem und di* Verhältnisse können mit Leichtigkeit erkundigt und festgestellt werden, ob dieselben zu der gewünschten Erholung passen oder nickt. Der Schreiber dieses hält Rels-Eck als ^rholimgsplatz, namentlich für Damen mit bescheidenen Ansprüchen, für sehr geeignet, indem im Ge­nusse von Milch, Eiern u. bergt besondere Wünsche möglichst erfüllt werden. Noch ist zu bemerken, daß die Räume nur für 12 bis 15 Personen hergerichict sind. Wer also beabsichtigt, einen ruhigen Platz zu seiner bezw. seiner Angehörigen Erholung und Erfrischuug zu juchen, dem ist zu empfehlen, sich mit dem Besitzer der Villa möglichst bald ins Benehmen zu setzen und die Zeit der beabsichtigten Erholung festzustellen.

Inhabern von Parsinetböven und Linolenm- Belag dürfte es gewiß angenehm sein, zu erfahren, daß die „Cirine-Wachs-Polituren-Fabrik in Chemnitz" eine Parguet- und Linoleum-Politur in den Handel bringt, welche alle bisher existierenden Präparate, wie Pasten und dergl., in verblüffender Weise übertrifft. Diese Politur, „Cirine" genannt, hat die Eigenschaft, flüssig zu sein, kann daher leicht mittels Lappen oder Pinsel verteilt werden und ist auf diese Weise bedeutend ausgiebiger als Pasten, sodaß man imstande ist, mit einem Kilo 30—40 qm. zu bestreichen. „Cirine" trocknet schnell, gibt nach dem Bürsten einen schönen harten Hochglanz, klebt nicht, ist abwaschbar, ohne den Glanz zu verlieren, macht das Parquet nicht dunkler und gibt dem abgetretenen, mißfarbig gewordenen Linoleum ein lebhaftes, frisches Aussehen. Im übrigen verweisen wir auf die Annonce in heutiger Nummer.