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der, sondern der Leib selbst, dessen Kraft und Schönheit die neue Frau sieghaft verkünden wird.
Hiermit steht die Verbesserung und Vertiefung der Körperpflege bei der Frau im engsten Zusammenhänge. Es ist kein Zweifel mehr möglich: das alte gute deutsche Hauèfrauruideal ist im Absterben. Die Frau ist Radlerin geworden, sie spielt Tennis, sie macht Hochgebirgstourett. Allerdings ist dir weibliche Körperpflege bei uns erst in den Anfängen. Noch ist ihr Ziel fast allein, der Frau Kraft und Gesundheit zu sichern. Allein Kraft und Gesundheit decken sich nicht vollkommen mit Schönheit. Wir können uns eine wohlgebildete Frau strotzend von Muskeln und Gesundheit denken, die doch nichts weniger als schön ist. Es gilt, die Körperübungen ausfindig zu machen, die die Gesundheit der Frau fördern, zugleich aber besonders geeignet find, ihre Schönheit zu entwickeln. Dies müssen maßvolle Uebungen, denn die Ueber- entwickelung des Körpers würde zu einem Athletentypus führen, der unseren Idealen keineswegs entspräche; es müssen Uebungen sein, die den Körper gleichmäßig durchbilden und ihn des Reizes der schönen Bewegung wieder fähig machen. Der weibliche Sport muß sich also vom Männersport prinzipiell unterscheiden; er muß mit Bewußtsein und Einsicht nach den Aufgaben, die ihm zufallen, organisiert sein. Eine große Rolle wird dabei dem Tanze zufallen. Die „neue Frau" wirb nicht der Muskelmensch sein, der uns in den Zeiten des ersten Radfanatismus als Ideal geschildert wurde; aber sie wird kraftvoll, beweglich, geschmeidig und Herrin ihres Körpers sein.
Was aber die Schönheit der Frau der Kultur erst von der der Barbarin unterscheidet, sie hoch darüber erhebt, das ist das Geistige. Durch vernunftgemäße Kleidung und Pflege ihres Körpers ersetzt die Frau, was sie durch Verlaffen des Naturzustandes einhüßt; durch die Vergeistigung ihrer Schönheit überwindet sie den Naturzustand, übertrifft sie ihn, schafft sie etwas Neues, Höheres. Ein Todfeind der Frauenschönheit sind jene Emanzipationsbestrebungen, die die Frau an Akten
fesseln, in den Präpariersaal führen, im Kontor heimisch machen will. Allein ihr wertvollster Bundesgenosse sind die Bemühungen, die auf die geistige Hebung und Vertiefung der Fran gerichtet sind, die darauf abzielen, sie geistig frei, selbstständig und kraftvoll zu machen. Jene herrlichen Frauen der Renaissance waren im Besitze der feinsten Bildung und der vollkommensten geistigen Selbständigkeit. Ist die Frau geistig mehr oder weniger leer, so richtet sich ihr ganzes Augenmerk darauf, wird der ganze Inhalt ihres Seins und Denkens dar, den Mann durch ihre körperlichen Reize zu fesseln. Darin liegt der Hauptgrund der heutigen Entartung der europäischen Frauenkleidung. Die Frau aber, die ihren Geist und ihren Körper gleicherweise liebt, pflegt und entwickelt, bietet unendlich mehr als körperlichen Reiz. Aus ihrem Blicke strahlt ein reiches Leben, aus ihrer Bewegung spricht Selbstbewußtsein, Sicherheit, Würde, Vornehmheit, ihre Sprache hat den tieferen und feineren Klang des Edelmetalls, ihr Lächeln ist beseelter, ihre Liebe wahrer, reicher, dauerhafter. Nicht die „Kameradin" des Mannes ist unseres Erachtens das Zukunftsideal, sondern seine Freundin; nicht die mannâhnliche Frau, sondern die, die alles Weibliche zur höchsten, freiesten und schönsten Form entwickelt. Das ist das Ideal, das das 20. Jahrhundert der Frauenschönheit stellt, die Perspektive, die sie für ihre Zukunft eröffnet.
Albumblätter.
Durch die Pässe der Seele
Still und behutsam
Schleichen sich die Gedanken
Heimlich wie Schmuggler.
Denn die Wachen der Seele
Sind stets mit süßen Dingen
Leicht zu bestechen. (Spanisches Lied.) * * *
Das Glück erkennen die meisten Menschen nur von hinten. .
................. .. . ,11 Hlllinmwi mag. -J-CTlIMHUi. dwatwwi
Frauenphantasie ist wunderbar:
Sie malt in jeden leidlich hübschen Rahmen
Die schönsten Bilder, — ihr versteht, nicht wahr?
Wenn sie einmal entzückt sind, sind die Damen So große Meisterinnen im „Verklären", Als ob sie lauter Raffaele wären. Byron.
* *
*
In deinen fröhlichen Tagen Fürchte des Unglücks tückische Nähe!
Nicht an die Güter hänge dein Herz, Die das Leben vergänglich zieren!
Wer besitzt, der lerne verlieren;
Wer im Glück ist, der lerne den Schmerz. Schiller.
mittags 12 Uhr am 26./5.
Sehr trocken
Beständig 2=
Schön
Veränderlich ———
Regen ($Bmb)75O-g§
Viel Regen 740_|||
Sturm _
730—==
720—1^
Barometerstand
27./5.
•^-■■—770
=—760
740
• 79»
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