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16. Mai^

^us aller Welt.

Gtn deutsches Schiff auf hoher See verbrannt. Aus Krxhaven wirb gemelbet: Der große deutsche Hochsee- fischereiknttcr „P. C. 23", Kapitän Bardenhagen, beheimatet in Cranz a. d. Elbe, welcher versuchsweise durch behördliche Beihilfe mit einem Motor ausgerüstet worden ist, lag zwischen den ostfriesifchm Inseln Langeoog und Juist dem Fischfänge ob und hatte bereits eine halbe Ladung gelangen, als plötzlich der Motor explodierte und das Schiff Feuer sing. Der in der Nähe suchende Hochsekfischereikutter „P. C. 27", sowie ein englischer Fischdampfer eilten sofort zur Hilfe herbei, und während der Fischdawpfer seine Feuerspritze in Tätigkeit setzte, versuchte man den brennenden Kutter nach Juist hinüberzu- schleppeu, um ihn dort auf Grund zu setzen. Hiervon mußte man jedoch bald Abstand nehmen, da das Feuer rasch weiter um sich griff und das Schiff bereits wegzusinken begann. Man brachte deshalb die Mannschaft an Bord des Kutters „P. C. 27" in Sicherheit und überließ das brennende Fahrzeug seinem Schicksal. Der Hochseefischereikutter „P. C. 27" nahm darauf seinen Kurs nach der Elbmündung und traf auf der Reede vor Kuxhaven ein, um dann in den Fischerhafen einzulaufen, wo er die gerettete Mannschaft wohlbehalten landete.

Ein deutscher Offizier in China übersatten mrd verwundet. Aus Schanhaikwan in China ist jetzt-die Nach­richt in Oschersleben eingelroffen, daß auf den eoin 'des dortigen Pastors Heine, den seit Oktober 1900 in Ostafien befindlichen Dolmetscher-Offizier Paul Heine, früher im Jn- fanterie-Neaimeut Nr. 74, ein seiger Mordanfall verübt wor­den ist. Ein Chinese hat den jungen Offizier durch einen Schuß verwundet. Die Kugel ist am linken Ohr eingedrungen und durch den Nacken auf der „rechten Seite hinausgegangen. Eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit des so heim­tückisch Ueberlallenen scheint der Saale-Ztg. zufolge mit der Verletzung erfreulicherweise nicht verbunden zu sein, da die Wunde gutartig heilt.

Das Opfer eines raffinierten Spitzbuben ist in Augsburg ein junger Buchhalter geworden. Samstag mit­tag kam in seine Wohnung ein angeblicher Gerichtsvollzieher, holte den Hausherrn herbei und ließ das Zimmer des Ab­wesenden durch einen herbeigerufenen Schlosser aussperren. Dann nahm er ein Sparkassenbuch über 100 Mark, eine schwere goldene Kette, zwei goldene Ringe und 5 Mark bar an sich, entlohnte den Schlosser und ging. Erst als der Buchhalter abends heimkam, stellte es sich heraus, daß ein frecher Gauner den Hausherrn düpiert hatte. Vom Täter hat man keine Spur.

Das rätselhafte Verschwinden eines Gym­nasiallehrers erregt in Elbing großes Aufsehen. Es handelt sich um den Oberlehrer Dr. Zimmermann vom Königlichen Gymnasium zu Elbing, der seit Sonntag vermißt wird. Herr Zimmermann lebte in den besten Verhältnissen, und cs sehlt f-^-r Anhalt zur Aufklärung des Vorfalls.

Eine mutige, edle Tat vollbrachte, wie man aus Papenburg schreibt, der evangelische Pastor Bräuer. A rf dem Wege zu einer Beerdigung begriffen, erblickte er ein Mädchen auf dem Wasser des Kanals treiben. Rasch entschlossen sprang der Pastor, nachdem er sich seines Talares entledigt hatte, in den Kanal und rettete glücklich das arme Kind, das rettungs­los verloren schien. Nachdem der Pastor in einem Nachbar­hause trockene Kleider angelegt hatte, nahm er trotz der rauhen Witterung ohne jegliche Zögerung die Beerdigung vor.

Pilzvergiftung. In Noskowo, Kreis Schroda, er­krankte eine Arbeiterfamilie infolge von Pilzvergiftung. Die Frau und drei Kinder starben, der Mann und zwei andere Kinder sind schwer krank.

Verlosungen.

3proz. österreichische Bodenkredit - Lose von 1880» (Erste Emission.) Ziehung vom 15. Mai. Haupt- Lachen, während ihre Augensterne ihm ungewollt die Re­gungen ihrer Seele verrieten.

Aus den sonnendurchfluteten Blättern, aus den Krystall­tropfen im Kelch der Margueritten, aus allem, was schön und köstlich war, was seine Seele emportrug, über die kleinlichen Nichtigkeiten des Alltagslebens, schaute ihm das Antlitz der Geliebten entgegen.

So auch jetzt. Konnte er denn noch immer nicht auf­hören, seine Gedanken dem Vergangenen zuzuwenden, vermochte er dann das ungestüme Seknen nach der Verschollenen nicht endlich mit aller Vernunft aus dem Herzen zu reißen ? Sein Forschen nach ihr war noch ohne jeden Erfolg gewesen, 2 Jahre suchte er sie bereits vergeblich. Dennoch wollte die Vernunft den Sieg über das warme Herz nicht erringen. Nein, und tausendmal nein, er gehörte zu den wenigen Menschen, das fühlte er, die ihr eigenes Selbst nur einmal in eines an- deren Sein versenken und begraben.

Energisch raffte er sich auf und wanderte schneller vor­wärts. Er mochte wohl eine halbe Stunde gegangen sein, da hemmte er unwillkürlich den Schritt. Welch reizende- Bild bot sich ihm!

Auf einem Vorsprung der mit MooS und Epheu über­wucherten Felsenkette, welche sich hart am Waldesrand hin­zog, saß eine liebliche Mädchengestalt. Mit leicht vorgeneigtem Hanpie blickte sie träumerisch in die weite Ferne. Das Haar war von einer, sich zwischen braun und rötlich bewegenden Farbe und war unbedeckt. Der leichte Wind machte sich dies zu Nutze, mutwillig spielte er mit den Locken, die tief in das Gesicht fielen. Ein Ausdruck von Jugendlust,unb Melan­cholie zugleich lag in den tiefblauen Augen. Blüienweiß und frisch waren ihre Farben, die leichten Schatten unter den Augen verliehen dem Antlitz nur noch mehr der Reize und gaben ihm etwas unendlich rühren­des und anziehendes. Ein ätherblaueS Sommerkleid schmiegte sich in weichen Falten um die schlanken, dabei doch vollen Körperformen. .

Merkwürdig! Wie lebhaft die Phantasie des Schauenden sich regte. Es war chm, als hätten seine Gedanken Fleisch

mfliHiMUHM MMOMMMM wwnwwMm^ti^jarj^jMpyfl^iaj^wftBnjpa^.^^MnwntrKwaniWM«^ Tarr»« preise : Serie 2227 Nr. 12 zu 90 000 Kr. Serie 1443 Nr. 16 zu 4000 Kr. Serie 207 Nr. 17, Serie 2824 Nr. 7 je 2000 Kr. In der folgenden Tilgungsziebung wurden die vachstebendkn Serien gezogen: 248 425 508 742 1011 1330 2056 2215 2283 2291 2292 2430 2495 2672 2843 3040 8199, welche je die Nummern 1 bis 100 enthalten und mit dem Nominalbeträge von je 200 Kr. eingelöst werden.

3proz. österreichische Bodenkredit - Lose von 1889. (Zweite Emilsion.) Ziehung vom 5. Mai. Haupt - preise: Serie 2087 Nr. 49 zu 100 000 Kr. Serie 4747 Nr. 12 zu 4000 Kr. Serie 5364 Nr. 39, Serie 8663 Nr. 10 je 2000 Kr. Serie 1556 Nr. 33, Serie 2318 Nr. 27, Serie 2418 Nr. 2, Serie 2556 Nr. 18, Serie 2731 Nr. 28, Serie 2759 Nr. 12, Serie 4420 Nr. 11, Serie 7750 Nr. 43, Serie 7883 Nr. 7, Serie 7901 Nr. 34 je 400 Kr. Gezogene Serien: 1085 2146 3549 4038 4385 4484 5232 5842 6251 7908.

Ungarische Prämien 100 Ares. -Lose. Ziehung vom 15. Mai. Auszahlung am 15. November. Haupipreise: Serie 2113 Nr. 22 zu 200 000 Kr. Serie 2588 Nr. 15 zu 20 000 Kr. Serie 5279 Nr. 29 zu 10 000 Kr. Serie 1162 Nr. 42, Serie 2044 Nr. 20, Serie 3051 Nr. 4, Serie 4101 Nr. 49 je 2000 Kr. — Gezogene Serien; 60 320 464 662 709 908 1018 1026 1029 1162 1248 1511 1566 1718 1898 2004 2044 2113 2255 2340 2344 2588 2866 3011. 3051 3112 3125 3129 3388 3438 3702 3746 3959 4010 4246 4251 4587 4625 4676 4726 4758 4818 5024 5120 5151 5244 5260 5279 5430 5538 5974.

Anleihe der Stadt Brüssel vom Jahre 1886. Ziehung vom 15. Mai. Haupipreise: Serie 12927 Nr. 18 zu 10 000 Fr. Serie 75471 Nr. 10 zu 1000 Fr. Serie 20152 Nr. 14 zu 500 Frcs. Serie 14232 Nr. 12, Serie 19388 Nr. 8 je 250 Fr. Serie 2843 Nr. 21, Serie 4676 Nr. 23, Serie 7548 Nr. 22, Serie 11234 Nr. 3, 7, Serie 12783 Nr. 1, Serie 14586 Nr. 2, Serie 25135 Nr. 4, Serie 37663 Nr. 3, Serie 37798 Nr. 4, Serie 61750 Nr. 22, Serie 67403 Nr. 23, Serie 74347 Nr. 24, Serie 85896 Nr. 9, Serie 86226 Nr. 4, Serie 91215 Nr. 10, Serie 96629 Nr. 20, Serie 98559 Nr. 21, Serie 105307 Nr.

16, 24 je 150 Frcs. (Ohne Gew.)

Patent-Erteilungen.

Nr. 142 507. Verfahren zur Darstellung von Phenyl- g'ycin-o-carbonsäure; Zusi z. Pat. 125 456. — Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst a. M., vom 4. September 1902 ab. Kl. 12q.

Nr. 142 860. Selbsttätige Eurtrolle für Rollläden und Jalousien. — Gebr. Kimmich, Frankfurter Roll­läden, Jalousien- & Wellblechfabrik in Frankfurt a. M., vom 24. Januar 1901 ab. Kl. 34e.

Nr. 142 927. Verfahren zur Herstellung eines halibar bromierten lichtempfindlichen Gelatinepapiers. — Fabrik Technischer Papiere Arndt & Troost in Frankfurt a. M., vom 10. März 1901 ab. Kl. 576.

Nr. 142 884. Vorrichtung zur Herstellung von Schmirgel- scheiben von gleicher Stärke. — Erste Offenbacher Specialfabrik für Schmirgeln arenfabrikation Mayer & Schmidt in Offenbach o. M., vom 29. April 1902 ab. Kl. 67a.

Tchiffsberichte.

Der Hamburger Doppelschrauben-Schnelldampfer „Auguste Mroria" ist am 15. Mai wohlbehalten in New-Aork ein- getroffen.

Der Hamburger Dampfer „Belgravia" ist am 16. Mai wohlbehalten in New-Pork eingetroffen.

Hamburg, 18. Mai. Der Dampfer „Canadia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in St. Thomas und der Dampfer „Constantia" vorgestern in Colon eingetroffen.

Bremen, 18. Mai. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Cbemnitz" ist gestern in New-Pork eingelroffen.

und Blut gewonnen. Aber nein, es war ja ganz undenkbar, er befand sich eben in Traumesstimmung.

Und doch! Kein Trugbild seiner Phantasie, sondern Wirk­lichkeit war es, was er schaute! Ein Leuchten ging über das ernste Männerantlitz und den Lippen entfuhr es kaum bewußt:

„Felicitas!"

Wie innig es klang! Eine ganze Welt von Liebe lag in dem Tone der Stimme.

Das Mädchen zuckte sichtlich zusammen, während tiefe Blässe ihr Gesicht überzog.

Zwei Flammen gleich schlugen ihre Blicke ineinander und schienen das Wunder nicht fassen zu können, so unvermutet einander wieder zu begegnen.

Tief atmete Dr. Rudberg auf, indem er näher zu der Ge­liebten herantrat.

Diese erhob sich mit stürmisch klopfendem Herzen, aber leuchtenden AugeS, und nun standen die beiden, welche sich so weit getrennt glaubten, einander gegenüber — wortlos, in tiefster Bewegung.

Die Blicke des Mannes tranken förmlich die Gestalt vor ihm, sodaß daS Mädchen dunkel erglühend die seidenweichen Wimpern befangen senkte.

Heinz Rudberger ergriff ungestüm ihre schlaff herabhängenden Hände.

„Felicitas!" Endlich finde ich Dich wieder I Wie habe ich mich in Sehnsucht nach Dir verzehrt. Kannst Du es ahnen, mitempfinden, was es heißt, zwei lange Jahre nach einem Liebesblick, einem Liebeswort zu dürsten? Hast Du jemals in der feierlichen Stille der Nacht jene Verlassenheit der Seele gefühlt, die nur ein Mensch empfinden kann, der wahrhaft leidet und — liebt?

Eine tiefe Erschütterung hatte sich seiner bemächtigt, mit' angstvoll forschendem Blick, «18 wolle er die Tiefen ihrer Seele ergründen, schaute er ihr ins Angesicht.

Der Sonne Strahlen zitterten durch das Laubwerk der : Bâume. Glühend berührten sie die beiden Menschenkinder, die * sich nach schmerzvoller Trennung in überströmender Freude

Seite

Der ^ofibampfer „Finlavd" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 18. Mai wohlbehalten in New-Dork angekommen.

Hiiiimelflihrt.

. Col. 3, 2. Trachtet nach beut, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist.

’-ikt / ^ geheimnisvollstes ist daS Himmelfabrisfest. Wie der Herr seine Erbenfahrt hatte, da er zu uns kam — für uns ein Wunder — so muß er auch wunderbar seine Himmelfahrt gehabt haben. Die Menschheit, die er lebte, hat Christus am Himmelfahrtstag mit sich und mit ihr uns in den Himmel genommen. Die Brücke zwischen Timmel und Erde ist da­mit geschlagen, die einst das Ahnen unsirerheidnischenAltvorderen schon in dem Regenbogen als der Götter Brücke von der Erde zum Himmel geschlagen sah; aber nicht bloß den Göttern, sondern allem, was göttlich in uns ist, ist sie geschlagen durch Christi Himmelfahrt.

Himmelfahrt will uns aus dem irdischen Treiben, dem fleischlichen Schlaf auferwecken. Das Fest' zeigt uns den offenen Himmel, in den Christus vorangeqangen ist, alS das Ziel unserer eigenen Pilgerfahrt. Mit göttlicher Gewalt zieht es uns aus Sünde und Not hinauf in ewiges Licht und Leben. In unserer Zeit ist die Welt und ihre Macht so überstark, die Erde und ihre Freude so verlockend, die Zeit und ihr^ Geist so reich, daß man sich leicht darin verlieren kann. Selbst aufrichtige Christen haben Mühe, den Erden­staub, der sie beschwert, immer von sich abzuschütteln. Das Himmelfahrtsfest will uns darin helfen, doch endlich einmal loszu^ommen von unterm alten Wesen und all den falschen Hoffnungen. Wir sollen klar erkennen, daß unsere Heimat im H'mmel ist, und schon hier den rechten Weg einschlagen. Tausende sind es zwar in unserer Zeit, die keinen Himmel und keine Ewigkeit mehr haben wollen. Aber doch droben ist allein, was unserer Lust und Liebe wert ist, droben sind die wahren Güter, droben ist unsere wahre Heimat, droben kom­men wir erst wahrhaft nach Haule.

Das sollen wir uns tief im Herzen als Hoffnung unseres Lebens bewahren, dazu mahnt uns das HimmelfahrtSfest. Und ob jemand ein rechter Christ ist, kann man in Wahrheit da­ran erkennen, ob sein Herz im Himmel oder auf Erden heimisch ist, ob seine Hoffnung hier unten oder da oben liegt, ob er das Vergängliche oder das Unvergängliche sucht. Ueber- hören wir darum heut die Mahnung des Apostels nicht: Trachtet nach dem, was droben ist, und nicht nach dem, das auf Erden ist.

llutiëMiiiümiMD verzollt ins Hans geliefert. Preisliste mit Abmeldungen um­gehend. G53G

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Jubiläums-Lotterie ist die 25. Marienburger Pferde- Lotterie benannt, deren Ziehung bereits den 18. Juni statt­findet. Diese altbewährte Verlosung bat sich im Laufe der Jahre sehr viele Freunde und ständige Losabnehmer erworben; bietet sie doch stets, für den geringen Lospreis von nur 1 Mk., so vorzügliche Gewinne, daß solche immer leicht zu Bargeld gemacht werden können. Die Jubiläumslotterie enthält für 88000 Mark Gewinne und bietet als Hauptgewinne 7 Equi­pagen mit 89 Rnt- und Waienpferden, ferner 3300 Silber­gewinne und 5 Fahrräder. Bei der außerordentlichen Beliebt­heit und den überaus günstigen Gewinnaussichten werden die Marienburger Losi L 1 Mk. (11 Lose 10 Mk.) wieder rasch abgehen, weshalb baldiger Kauf, bei einer hiesigen Ver­kaufsstelle, oder bei dem General-Debit Lud. Müller & Co. in Berlin, Breitestraße 5 und in Hamburg, große Johannis- straße 21, zu empfehlen ist. wiedergefunden. Leise regten sich die Wipfel der Bäume im Wald und die Stille, welche geherrscht, wandelte sich in leises, geheimnisvolles Rauschen, jenes Regen der Natur, dem die Menschen so gerne träumerisch lauschen.

Felicitas verharrte regungslos. Ihr Ohr vernahm mit Entzücken die leidenschaftlichen Worte, doch der Blick haftete am Boden. In ihr stürmte und jauchzte es.

„Fee! Ein Wort, nur ein einziges genügt, mich zum Glück­lichsten aller Sterblichen zu machen, oder — hier wurde seine Stimme fast unhörbar — mein Leben von neuem in Dunkel und Nacht zu hauchen, ihm allen Inhalt zu nehmen, den Du allein ihm bist. Fee, willst Du mein Weib werden, hast Du mich lieb?"

Jetzt kam Bewegung in die reglose Gestalt. Willig ließ sie eS geschehen, daß er sanft ihr stöpschcn hob. Und da traf ihn ein Strahl so grenzenloser Hingebung, daß er sie stürmisch an seine Brust zog.

Doch sie entwand sich ihm leise und ihren Blick fest auf das teuere Antlitz vor ihr heftend, sagte sie in seliger Be­wegung, durch die es wie ein Jubel klang:

„Heinz! ich bin Dein!"

Und zwei wehrlose Arme legten sich um seinen Nacken und liebedurstige Lippen boten sich ihm zum Kuß.

Da war es auch mit seiner Zurückhaltung vorbei. Leiden­schaftlich drückte er die Geliebte an sich und preßte seine Lippen auf ihren Mund — im heißen langen Brautkuß.

Weltvergessen standen die beiden inmitten der Frühlings­pracht. Ueber ihnen blaute der wolkenlose Himmel, hoch in den Lüften schwebte eine Lerche und trillerte jauchzend ein Lied von Frühlingsluft und Liebeâwonne.

Albumblätter»

Sahst du ein Glück vorübergehn,

Das nie sich wiederfindet, Ist'S gut, in einen Strom zu sehn, Wo alles wogt und schwindet. Lenau.