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tum kein Eigentum sei, das sich zu verteidigen lohnt. Aber gerade derjenige, der wenig bat, Halle fein Eigentum höher als derjenige, der viel hat. Wo die Möglichkeit des Eigen- tums besteht, da besteht die Sparsamkeit, wer aber H ie aus der Welt schafft, der verschließe damit die Quelle jedes wirt­schaftlichen Fortkommens, jedes wirtschaftlichen Fortschritts. Als Beweis, welch unsinnige und verwirrte AnsLauungen in sozialistischen Köpfen manchmal herrschen, führt R'dner einen Artikel derVolksstimme" an, in dem es heißt, daß von rechtswegen 80 Prozent aller Ehemänner und 50 Prozent aller Ehefrauen wegen Ehebruchs ins Gefängnis gehören. Nunmehr kommt Redner aus den sozialistischen Zukunsis- staat zu sprechen, worüber er vom sozialdemokratischen Kandi­daten Aufklärung verlangt. Bebel sei in dieser Beziehung ja immer recht offenherzig, aber wenn er unseren seitherigen Reichstagsabgeordneten richtig verstanden habe, so lehne dieser die Verantwortung ab für das, was Bebel gesagt. Allerdings hätten hervorragende Führer, wie z. B. Bernsiein, diese Zu- kunftsutopie uwzumodeln gesucht, doch solange Bebel und Singer das Parteiregiment führen und nicht Bernstein und dessen Ge­sinnungsgenossen, müssen wir das von Bebel Gesagte als maßgebend betrachten. Nach Zitierung einiger weiterer sozial­demokratischer Preßstimmen kam Redner dann auf die Sozial­gesetzgebung und bi? Mitwirkung der Sozialdemokratie dabei zu sprechen, die sehr gering sei, obgleich diese Partei es immer so hinstellen möchte, als ob sie die Sozialgesetzgebung allein gemacht hätte. Den bekannten Behauptungen der Sozial­demokraten gegenüber, sie hätten deshalb meistens dagegen ge­stimmt, weil sie die vorgeschlagenen forgeeinrichtungen nicht für genügend erachteten, führt Redner einen Artikel in den Sozialistischen Monatsheften an, worin die Segnungen der Arbeiterkrankenversicherung voll anerkannt werden. Ebenlo uchtig wie der Schutz des Arbeiterstandes sei die Erhaltung des Mittelstandes, dieses Glied dürften wir in unserem Staate auf keinen Fall einbüßen. Der Handwerkerstand sei noch nicht dem Untergang geweiht, wie die Sozialdemokratie behauptet. Er habe wohl sehr zu kämpfen, aber durch sta tlichen Schutz, Abschaffung der Zuckihausarbeit, Regelung des Submissionswesens u. s. w., könne das Handwerk auch in Zukunft seinen Mann noch ernähren. Die ^Haupt­sache sei, daß das Handwerk etwas leisten könne, daß die Heranwachsende Generation zu tüchtigen Kräften aus­gebildet werde. Und dies sei der Punkt, an welchem der Hebel an erster Linie angesetzt werden müsse.

Die Sozialdemokratie bezeichne sich mit Vorliebe als Ar­beiterpartei, dies erscheine aber etwas zu viel gesagt, wenn man bedenkt, daß von den 67 Millionen deutscher Arbeiter tut etwa 2 Millionen sozialdemokratisch gewählt haben. Red­ner bekämpft die Sozialdemokratie, weil er fest überzeugt ist, daß diese den Arbeitern nicht helfen kann, nicht helfen will, sondern daß sie unser Vaterland dem Verderben entgegen führt. Auch seine Partei wolle, daß der Arbeuer durch seine Arbeits­bedingungen in den Stand gesetzt wird, als Mensch, als Gatte und Vater ein immer besseres Dasein zu sichren, daß er nicht nur materiell besser gestellt, sondern auch geistig edler wird. Seine Partei huldige nicht dem Satz, den Caprivi ausgestellt, daß man bei jeder Maßnahme darauf sehen solle, wie sie auf die Sozialdemokratie wirkt, sie trieben Sozialpolitik nicht des Dankes wegen, sondern weil ihr Gewissen es ihnen befiehlt.

Die Sozialdemokratie sei der gemeinsame Feind, sie sei die Partei der Revolution, und für jeden, der es kennt, war es nicht nötig, daß Singer im Reichstage erst bei der Beratung des Zolltarifs wieder ausrief:Geben Sie sich keinen Hoff­nungen hin auf Mauserung der Sozialdemokratie, wir bleiben, was wir sind." Doch wir wollen sie nicht bekämpfen mit Polizeigesetzen und durch Beschränkung ihrer politischen Rechte, sondern wir wollen sie bekämpfen mit Waffen, die das Wahl­gesetz uns in die Hand gibt, mit Ausübung unseres Wahl­rechtes. Stellen wir zurück unsere kleinen Meinungsver­schiedenheiten, denken wir daran, was uns einigt, nicht daran, was uns i: e int, jetzt gilt es die Betätigung dessen, was uns allebe­seelt, die Liebe zum Vaterland, die Liebe zu Kaiser und Reich, jetzt gilt es die Erhaltung unserer nationalen Wehrkraft zu Wasser und zu Land, die Freiheit des Gewissens, jetzt gilt es das Vaterland, nicht die Partei. Stürmischer Beifall folgte dem Vortrag.

Die anwesenden Sozialdemokraten hatten sich während dieser Ausführungen mit Ausnahme einiger Schreier verhältnismäßig ruhig verhalten, was Herr Dr. Heraeus anerkennend her­vorhob. Zn der nachfolgenden Debatte erhält vorerst, da Herr H o ch sich damit einverstanden erklärt, Herr Dr. Geiger- Frankfurt das Wort, der als Vertreter der Freisinnigen Volks­partei sich zum Teil gegen die Ausführungen des Vorredners wendet bezw. Aufklärung über die Stellung des Kandidaten zur gesetzlichen Festlegung der zweijährigen Dienstzeit und zum direkten geheimen Wahlrecht verlangt.

Hierauf ergriff Herr G.Hoch, der Kandidat der Sozialdemo­kraten, das Wort, der sich gleich zu Anfang seiner Rede ge­nötigt sah, seine Genossen zu ruhigem Verhalten zu ermahnen, um die vorher von dem Vorsitzenden gespendete Anerkennung nicht sofort in das Gegenteil Umschlägen zn lassen. Das Bureau hatte als Dauer der Redezeit für die folgende Dis­kussion 20 Minuten bestimmt. Nachdem Herr Hoch etwa 35 Minuten gesprochen halte und mehr und mehr in eine sozial­demokratische Programmrede verfiel, erhob sich der Vorsitzende und machte ihn darauf aufmerksam, daß er schon 15 Minuten über die Zeit, welche das Bureau festgesetzt habe, gesprochen habe, er möge nun zum Schluffe kommen. Sofort erklärte Herr Hoch in erregter Weise, es falle ihm gar nicht ein, auf­zuhören Herr Dr. Lucas habe eine Stunde gegen die Sozial­demokratie gesprochen, Herr Dr. Heraeus etwa eine halbe Stunde (beide Angaben waren indes unrichtig, denn Herr Dr. Lucas hatte im ganzen eine Stunde gesprochen und sich dabei höchstens eine halbe Stunde mit der Sozialdemokratie beschäftigt, während Herr Dr. Heraeus im ganzen nur 15 Minuten gesprochen hatte), er (Hoch) müsse deshalb mindestens dieselbe Zeit haben, um alles das gegen ihn und die Sozial­demokratie Gesagte zu widerlegen. Hierauf erklärte der Vor­sitzende, das Bureau habe selbstverständlich allein darüber zu

Mittwom

entscheiden, wie viel Zeit es jedem einzelnen Redner zubillige, er erteile das Wort nunmehr Herrn Dr. Lucas zn einer kurzen Erwiderung. Auf diese Aeußerung hin erhob sich sofort ein kolossaler Tumult, einige der Genossen geberdeien sich buch- stäblicb wie wild, brülltenVergewaltigung" u. s. w., wäh­rend Herr Hoch mit erhobener Stimme weiterzureden sich an» schickte, ohne daß man natürlich info'ae des Tumultes ein Wort verstehen konnte. Vergeblich bemüüe fti der Vorsitzende He r Dr. Vertun? mit der Glocke die Ruhe herzustellen und Herrn Hoch klarzumachen, daß er doch unmöglich ein Recht bean­spruchen könne, in der weitläufigen Weise wie bisher weiler­zureden, denn unter diesen Umständen werde er (Hoch) viel­leicht in zwei Stunden noch nicht fertig sein und es seien doch bereits noch fünf weitere Redner angemeldet. Die Antwort des Herrn Hoch war: Herr Dr. Heraeus möge seine Arbeiter komniandiereu, sie, die Sozialdemokratie, ließe sich nicht wie Schuljungen kommandieren. Als der von den Sozialdemo­kraten inszenierte Tumult immer größer fivurde und von allen Seilen der Ruf ertönte:Hinaus",hinaus!" machte der Vor­sitzende noch den Versuch, Herrn Hoch auf Grund der Hausordnung aus dem Saale zu verweisen. Als a er auch dieses Vorhaben absolut keinen Eindruck machte, schloß er die Versammlung, worauf sich der Saal alsbald entleerte. Drastischer konnte Herr Hoch den Beweis gar nicht erbringen, daß er auf das viele, was ihm von dem Vorredner vorgehalten wurde, so gut wie nichts zu antworten wußte. Während der Zeit von 35 Minuten, die er zu seiner Rede benutzte, streifte er nur fast diese Vorwürfe, um dann in ausführlicher Breite einen historischen Rückblick auf die Entwicklung der nalionolliberalen Partei zu werfen und nam ntlich viel von anderen Dingen zu sprechen, die kaum dahin gehörten. Er halte es offenbar darauf abge­sehen, die Zeit mit ödem G. schwätz zu vertrödeln, bis ihm das Wort entzogen würde, um dann den Glauben zu er­wecken, daß ihm eine Widerlegung der gegen die Sozialdemo- fratie erhobenen Angriffe unmöglich gemacht worden sei. Kläglicher, wie gesagt, hatte die Sozialdemokratie in dieser Ver­sammlung nicht abschließen können, wir behalten uns vor, nach Feststellung des stenographischen Berichts nochmals ausführlich auf die Angelegenheit zurückzukommen,

* Redaktionell. * Des Himmelfahrtsfestes wegen erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Freitag den 22. Mai zur gewohnten Stunde.

* Fernsprechverkehr. Der hiesige Spreckverkehr ist auf das Oris'ernsprecknetz in Middelburg ausgedehnt worden.

* Parolemufik. Die Jnfanteriekapelle spielt morgen im Schloßgarlen nachstehende Stücke: 1)Die 5. Kompagnie des t b. Jnf.-Regts. Nr. 11", Marsch von N. Grohmann;

2) Ouvertüre z.Orpheus in der Unterwelt" von C. Binder;

3)Verschmähte Liebe", Walzer von P. Lincke; 4)The Scnegambian Patrol", Charakterstück von G. Rosep; 5) Fan­tasie a. d. Op.Di: Hugenotten" von G. Meyerbeer.

O Der Verein der Wäschereien von Frank­furt a. M. und Umhegend hielt Sonntag den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr, in dem Restaurant HofbrauhausAle­mannia" in Frankfurt a. M. eine außerordentliche General- Versammlung ab. Nach den Berichten der Referenten der beiden Statuten-Kommissionen wurden die Satzungen ange­nommen. Es wurde beschlossen, in den Ortschaften um Frank­furt a. M. Untervereine zu gründen mit dem Zwecke, die Wäschereien mit Hand- und Maschinenbetrieb, welche sich zu Hunderten in der Umgegend von Frankfurt a. M. in Djen- burg, Niederrad, Oberrad, Ginnheim, Eschersheim, Vilbel be­finden, zu organisieren und zur Hebung ihrer wirtschaftlichen Lage für Standesfragen zu interessieren. Es wurde ferner beschlossen, daß der Hauptverein von Frankfurt, welcher bereits die bedeutendsten Großwäschereien der Rhein- und Maingegend zu seinen Mitgliedern zählt und dessen Vorstand die Vertrauens­männer der Untervereine mit beratender Stimme angehören sollen, eine Auskunft st el le fein soll sür sämtliche wirt­schaftliche Fragen der Untervereine und Fragen von allge­meinem Interesse der einzelnen Mitglieder. Insbesondere soll der Vorstand bei 'der Regierung, der unteren Verwaltungs­behörde und der Gewerbeaufsicht Wünsche und Beschwerden zum Ausdruck bringen und hierdurch zu einer Hebung des Standes beitragen. Von sämtlichen Rednern wnrde eine er­folgreiche Tätigkeit deâ Vereins herbeigesehnt, um mit der Zeit die bestehenden Auswüchse und Mängel zu beseitigen, welche das Wäscherei-Gewerbe in Frankfurt a. M. und Umgegend zu einem der unlohnendsten und schwierigsten gemacht haben, und ferner Stellung zu nehmen gegenüber der Gesetzgebung, welche einer Ausübung des geordneten Wäscherei-Gewerbebetriebes große Schwierigkeiten bereitet durch Auslegungen, die nicht vom Gesetzgeber beabfichligt oder in ihrer Tragweite nicht überdacht sind. Es konstituierte sich alsdann ein Unterverein für Asenburg, Vertrauensmann Herr Wäschereibesitzer Schmetzer, ferner ein Unterverein für die Spezialwäschereien für Herren- Stärkwäsche in Frankfurt a. M., Vertrauensmann Herr Lullu Schönthal. Weitere Untervereine sind in der Gründung be­griffen. Sämtlicher: Untervereinen wurde für die nächstjährige General-Versammlung im Februar 1904 die gemeinsame Auf­gabe gestellt, eine allgemeine gleiche Preisliste auszuarbeiten.

* Gabelsberger Stenographen - Verein. Der Gabelsberger Stenographen-Verein hielt am Montag abend feine diesjährige Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende Herr Lehrer Schien erstattete den Jahresbericht, aus welchem zu ersehen ist, daß der Verein sowohl als auch die Gabels- berger'sche Schule wieder erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Es wurden 2 Uebungskurse im Verein und je einer in der Oberrealschule und der Handelsschule abgehalten. Die Uebungs­abende selbst waren durchweg gut besucht. Herr Kassierer Bernges, am Erscheinen verhindert, hatte ein Vereinsmitglied mit der Kassenablage beauftragt und wurde diese nach Prü­fung durch 2 Mitglieder für richtig befunden und dem Kas­sierer Decharge erteilt, der Kassenbestand betrug 244.29 Mk., wozu noch die in Wertpapieren angelegten 600 Mk. treten, mithin ist ein Vereinsvermögen von 844.29 Mk. vorhanden. Den weiteren Punkt bildete die Wahl des Vorstandes. Der 1.

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Vorsitzende, Herr Lehrer Casimir Schien erklärte, seines vor- gki ückien Alters wegen eine eventuelle Wiederwahl ablehnen zu müssen und auch Herr Kassierer Otto Bernges ließ mitteilen, daß er eine Wiederwahl nicht annehmen könne. Nach längerer Debatte wurden folgende Herren in den Vor­stand neu- resp, wiedergewählt: 1. Vorsitzender Herr Peter Gondrum, 2. Vorsitzender und Schriftführer Herr Carl-Hetz, Kassierer Herr Ph. Zeh, 1. Bibliothekar Herr Louis Zwicker,

2. Bibliothekar Herr W. Sommer, 1. Beisitzer Herr Oppen­heimer, 2. Beisitzer Herr Stadtsckretär Fischer. Der nun­mehrige 1. Vorsitzende pries die Verdienste, welche sich Herr C. Schien in diesem Verein erworben hat und ernannte ihn unter allseitiger Zustimmung der Anwesenden zum Ehrenmitgliede. Herr Schien gehörte dem Verein seit 1863 an und führte seit 1868 den Vorsitz in demselben. Der Verein selbst wurde am 1. Mai 1860 gegründet und befindet sich von seinen Gründern nur noch Herr Rudolf Küstner in Hanau. Für den im Jun: stattfindcnden Verbandstag in Erbach wurden die beiden Vorsitzenden zu Delegierten be- stimmt. Für den alljährlich stattfindenden Ansflng mit Damen wurde ein besonderer Ausschuß ernannt. Aus der Versammlung wurde noch der Antrag auf Schaffung eines weiteren Kursus für Debattenschrift (für solche Mitglieder, welche dem jetzt bestehenden Uebungsabend für Debattenschrift gewissermaßen entwachsen sind) eingebracht, welcher znr Dis­kussion auf die Vcreinsversammlungcn znrückgestellt wurde.

* Stenographisches. Ein Mitglied des National- Stenographen-Verems (Lokal:Zur großen Krone") erhielt bei dem letzten deutschen Bundespretsschreiben den 1. Preis, was dem kaum ein Jahr bestehenden Verein gewiß zur Ehre gereicht.

* Kunst-Stickerei. Wie aus dem heutigen Inseraten­teil ersichtlich, findet von Freitag den 22. d. Mts. an in Hanau ein auf 14 Tage berechneter unentgeltlicher Unterrichts- kursuS in Kunststickerei auf gewöhnlichen Singerhaushaltungs- nähmaschinen statt, worauf wir Interessenten hiermit aufmerk­sam machen.

* Himmelfahrtssest am Forsthaus. Wie alljähr­lich, so findet auch morgen am Himmelfahrtsfest, nachmittags von 3x/a Uhr ab, großes Militär-Konzert, ausgeführt von der gesamten Kapelle unseres Ulanen-Regiments unter Leitung des Königl. Musikdirigenten Herrn Urbach, mit entsprechend vorgesehenem Programm statt. Die neuerbauten Hallen bieten bei eintretendem Unwetter für viele Besucher genügenden Schutz. Küche und Keller des Herrn Mangold sind, wie bekannt, in vorzüglicher Verfassung, auch ist für hinreichende Bedienung bestens gesorgt. Da nach allem guten Brauch am Himmel- sahrtsfeste ein Spaziergang durch den frischen, grünen Wald nach dem Forsthaus gern unternommen wird, so wünschen wir auch am morgenden Festtag dem rührigen Wirt ein vollbesetztes Haus. Für angenehme Unterhaltung sorgt die Ulanenkapelle, welche abends von 8 Uhr ab imDeutschen HauS" konzertiert. Näheres besagen die diesbezüglichen Annoncen.

* Ausflüge. Sonntag den 24. Mai veranstaltet der hiesige Lokomotivführer-Verein einen Familien - Ausflug nach dem von hier auS vielbesuchten Wachenbucken in die Wirtschaft des Herrn W. Pflugzur schönen Aussicht", wozu alle Freunde und Gönner des genannten Vereins höflichst ein­geladen werden. Für Unterhaltung ist bestens gesorgt. Der gemeinsame Abmarsch findet nachmittags 3 Uhr 40 Min. von Bahnhof Wilhelmsbad aus statt. Die Hanauer Fußball­gesellschaft 1899 unternimmt am Himmelfahrtstage einen Aus­flug, verbunden mit Unterhaltung und Tanz, nach Wachen­buchen in das Gasthauszur schönen Aussicht", zu der alle Freunde Hoff, eingeladen sind. Der gemeinschaftliche Abmarsch erfolgt um 20, Uhr von der Kinzigbrücke.

* Rheintour. Heute nachmittag fahren die Mitglieder des KlubAmiciua" in die Rheingegend bis nach Rüdesheim um morgen stromabwärts sich die Schönheiten des Rhein­gebietes anzusehen.

* Ausflug. Am vergangenen Sonntag machte der hie­sigeReiterklub" eine Partie in das Freigericht, der zwar ein wesentliches Erfordernis, die schöne Witterung fehlte, die aber nichtsdestoweniger ihre Teilnehmer voll befriedigte, weil diese sich mit gutem Humor mit der einmal gegebenen Tat­sache abfanden und Regen Regen sein ließen. Die Fahrt ging mit 12 Fuhrwerken zunächst nach Hof Trages, wo ein kleiner Imbiß eingenommen wurde, dann nach Hüttengesäß und Forsthaus Englert, woselbst der braune Mokka zur Er­wähnung des inneren Menschen eingenommen wurde. In Wasserlos, das die Endstation bildete, entwickelte sich dann bei. Wirt Reusing ein fröhliches Treiben, das durch die ver­gnügten Weisen eines Teils der 166 er Kapelle, die eigens zu dem Zweck engagiert war, natürlich wesentlich gefördert wurde. Von dort wurde die Rückfahrt angetreten.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen vormittag! von 7 Uhr ab und nachmittags von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad Konzert der Infanterie- Kapelle Nr. 166 statt.

* Kriegsgerichtliches Urteil. Der Artillerist Rös­ner von der 4. Batterie des Feldartillerie-Regiments Nr. 47 hatte am Charfreitag abends in der Löherstraße zu Fulda mehrere Zivilpersonen und einen Ulanen-Unteroffizier aus Hanau mit der Waffe angegriffen. Das Casseler Kriegs­gericht erkannte wegen dieser Straftat auf 30, Monate Ge­fängnis und Ersatz des dem Ulanen-Unteroffizier zerschnittenen Mantels. Der Vertreter der Anklagebehörde beantragte ein Jahr Gefängnis.

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4« Bergen, 20. Mai. (Pfarrverweser.) Herr Pfarrer Junker, seither Pfarrgehilfe in Altenhaßlau, wird vom 21. d. M. ab als selbständiger Pfarrverweser die ver­waiste Pfarrei Bergen-Enkheim verwalten.

^ Bergen, 19. Mai. (Hoher Besuch.) Morgen vormittag wird Herr Generalsuperintendent Pfeiffer aus Cassel unseren Ort durch seinen Besuch beehren. Er wird zu­nächst mit Herrn Bürgermeister Klemann auf dem Rachause verhandeln und dann im Pfarrhause eine Sitzung mit dem Presbyterium «bhalten.