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18. Mai

ohne genügende Entschuldigung fehlten. Der Landwirt N. bringt zur Entschuldigung nur vor, er habe keine Zeit gehabt, weil er sein Vieh füttern mußte, deshalb bleibt sein Einspruch ohne Erfolg. Die Zimmerleute H. und G. geben an, sie hätten an dem Tage in Roßdorf gearbeitet und seien zu spät nach Hause gekommen. Bei ihnen wird die Strafe auf je 1 Mk. ermäßigt. Zwei junge Mädchen von Windecken, die Margarete und Ottilie F., haben in hiesiger Stadt gebettelt. Die Margarete F. erhält einen Tag Haft, die Ottilie F. einen Verweis. An der Marienhütte in Großauheim kamen drei junge Schlosser miteinander in Streit. Der Schlosser B. beleidigte seinen Kollegen K. durch allerlei Schimpfworte. Am anderen Tage verabfolgte K. mit seinem Genossen N. dem B. eine Tracht Prügel. B. erhält wegen Beleidigung 10 M. Geldstrafe, K. und N. wegen Körperverletzung 25 bezw. 5 Mk. Geldstrafe. Das Dienstmädchen T. ist angeklagt, seiner früheren Dienst­herrin 1 Paar Handschuhe, 2 Taschentücher und 2 Paar Strümpfe entwendet zu haben. Bezüglich der Handschuhe und der Taschentücher klingt ihre Angabe glaubhaft, daß dieselben zufällig in ihren Besitz gekommen sind, deshalb wird sie von dieser Anklage freigesprochen. Die Strümpfe dagegen waren in ihrem Koffer eingeschlossen. Sie erhält 1 Tag Gefängnis. Der Mchgerbursche G. versuchte mehrmals mit einer Draht­schlinge im Stadtgraben Fische zu fangen. Er erhielt wegen unberechtigten Fischens 2 Strafmandate von 5 und 10 Mk. Lein Einspruch bleibt ohne Erfolg. Der Metzgerbursche L. entwNKie seinem Kolleocn nach und nach aus d-ssen Ho en­tasche om Betrag von 7 Mk. Er wird zu einer Gefängnis­strafe von 5 Tagen verurteilt. Der früher auf dem Kirin- bahnhof beschäftigte Arbeiter H. verschwand von hier, ohne den ihm von seinem Schneider gelieferten Anzug bezahlt zu haben. Er wurde in Sachsen ermittelt und in Haft genommen. Die Strafe lautet auf 2 Wochen Gefängnis, welche als durch dir Untersuchungshaft verbüßt gelten. Ein vielfach vorbestrafter Bettler B. arâ Aachen erhält 4 Wochen Haft.

Telegraphlschec Wetterbericht öcc deutschen Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 13, Mai.

9 Uhr 52 Min.

Ein Max mum über 762 mm lagert vor dem Kanal, ein Minimum unter 747 mm nordwestlich Schottlands. An Deutschland ist die Witterung ziemlich kühl, im Westrn viel­fach heiter, meist ist Regen gefallen. Am Binnenlande waren gestern vielfach Gewitter zu verzeichnen.

Prognose für den 14. Mai: Ruhiges, vielfach heiteres etwas wärmeres Wetter ohne erhebliche Niederschläge wahr­scheinlich.

Hue ]Mab und fern.

X Fulda, 12. Mai. Der Magistrat hat den Beitritt der Stadt Fulda zu der Ruhegehalts-, Witwen-, Waisen- und Waisenkasse für die Kommunalbeamten des Regierungsbezirks Cassel abgelehnt.

)( Roth b. Gelnhausen, 12. Mai. Zn einem in der Nähe unseres Ortes belegenen Steinbruch wurde der Arbeiter Peter G. von einem herabfallenden Stein getroffen und getötet.

r- Marburg, 12. Mai. An der hiesigen Klinik fanden drei Männer aus Neuenhain Aufnahme, die sich vorgestern beim Abhäuten eines an Milzbrand eingegangenen Stück Viehes Blutvergiftung zugezogen haben sollen. Wenn sich die Sache so verhält, wird auch ein gerichtliches Nachspiel nicht ausbleiben, da derartige Kadaver doch durch Feuer vernichtet werden müssen.

St. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die gestrige Sänger­probe für den Wettstreit führte 1600 Teilnehmer in den Saal­bau und verlief überaus befriedigend. Sämtliche Chöre wurden vorzüglich durchgeführt und bewiesen, daß die Einstudierung mit Ernst und Eifer betrieben worden war. Mit der Aus­wahl der Chöre wird sich jede Geschmacksrichtung befriedigt finden. Kommenden Sonntag ist abermals Probe und zwar um 11 Uhr vormittags in der Festhalle selbst.

Wiesbaden, 11. Mai. Nach einem ehelichen Zwist im benachbarten Schimsheim hat der 36jâhrige Landwirt Zimmermann seine 30jährige Ehefrau mit der Jagdflinte er­schossen. Zimmermann legte sich nach der Tat in das Bett und erschoß sich selbst. Die Polizei verhaftete hier ein Hoch­staplerpaar, welches innerhalb weniger Monate mehrere hiesige Geschäftsleute um mehrere tausend Mark geschädigt hat.

<*> Hainftadt a. M., 12. Mai. Der hiesige Krieger­verein beging am verflossenen Sonntag imGrünen Baum" eine erhebende patriotische Feierlichkeit. Herr Kreisrat von Hombergk aus Offenbach überreichte nämlich die dem Vereine vom obersten Kriegsherrn bewilligte Fahnenschlesie nebst Fahnen - nagel. Genannter Kreisverwaltungsbeamte begleitete die feier­liche Ueberreichung der Kaiserschleife mit einer markanten Rede über die Treue der Militärvereine zu Kaiser und Reich. Das Hurra auf den Kaiser sand mächtigen Widerhall. Den herz­lichen Dankesworten des Herrn Bürgermeisters Wenzel folgte die vom Vereinspräsidenten Langohr gehaltene Festrede, worauf Herr Bürgermeister Wenzel ein begeistert auf genommenes Hoch

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Hanau den 12. Ma! 1903.

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Vor der Kinzigbrücke 17.

auf den Landesherr« ausbrachte. Die hübsche Feier wurde durch die freundliche Mitwirkung dir GesangvereineGermania" undHarmonie", sowie die Musikkapelle der freiwilligen Feuerwehr roirbam verherrlicht.

» ' Darmstadt, 12. Mai. AnS Anlaß der hundertjährigen Geburtstagsfeier Liebigs ist die Stadt festlich geschmückt. Vor­mittags lÖ1/* Uhr fand im städtischen Saalbau ein Festakt statt, an dem der Großherzog und fast sämtliche Mitglieder des Ministeriums teilnahmen. Die Festrede hielt Geheimrat Dr. Vollhardt aus Halle.

Mainz, 12. Mast Vor der hiesigen Strafkammer be­gann heute morgen der auf 2 Tage berechnete Prozeß gegen Dr. Schramm in Nierstein. Zu diesem Prozeß sind 189 Eul- unb 31 Belastungszeugen sowie verschiedene Sachverständige geladen worden. Dr. Schramm, einer der größten Weinhändler imb Weingutsbesitzer in Hessen, ist angekiagi, verfälschte Weine aus Weinhafer, Rosinen und ausgepreßten Trauben hergestellt, ferner übermäßig gestreckte Weine, die nicht besonders kenntlich gemacht waren, in den Handel gebracht zu haben. Bedeu­tungsvoll für den Prozeß ist, daß der angeklagte Dr. Schramm fide Schuld bestrebet und beha^pt^. nur das getan zu haben, was alle Weingmsbesitzer und Weinhändler Rhein-Hessens tun. Unter den Zeugen befinden sich sämtliche Niersteiner Weinhändler.

10. Delegirrtcutlisi dc« Mitteldeutsche» Gostwittc-Vcrüandcs.

H-rèsel», 12. Mai.

A n Saale der GesellschaftVerein" haben heute morgen halb 10 Ubr unter dem Vorsitz des Herrn Hotelbesitzers Kröger- Cassel die Verhandlungen des obenerwähnten Ver- bandslages begonnen. Nach der Eröffnung und Begrüßung der Bermmmlung, die namens des Ortsvereins Herr Hoteler Kniese übnmülkiik, wurde in die Verhandlungen eingetreten. Vertreten sind die 31 Vereine des Verbandes durch 83 Delegierte, auch waren viele Gäste anwesend, unter bissen der Reichs- und Laadtagsabgeordnete Wnuer-Cassel. Aus dem vom Verbanss-Sekretar Teicher- Cassel erstatteten Be­richt über die Tätigkeit des Verbandes ist hervor- zuhèben, daß die Geschäfte des Verbands-Vorstandes in 11 Sitzungen erledigt wurden, die stets von sämtlichen Vor­standsmitgliedern besucht waren. Einem auf früheren Ver­bandstagen gefaßten Beschlusse zufolge würben Auszüge der Sitzungsproiokolle des Verbands-Vorstandes regelmäßig in der FachzeitungDer deutsche Gastwirt" veröffentlicht. Neue Vereine wurden gegründet und in den Mitteldeutschen Verband ausgenommen in Schleusingen, Eisenach und Dessau, sodaß sich jetzt der Verband auf folg. Städte erstreckt: Cassel, Allendorf-Sooden, Dessau, Duderstadt. Eisenach, Erfurt, Esch- wege, Frankenberg, Frankenhausen, Fulda, Gelnhausen, Göt­tingen, Hanau, Halle a. S., Heiligenstadt, Hersfeld, Hess. LichtènaN, Großalmerode, Hofgeismar, Kirchham, Marburg, Melsungen, Bad Orb, Rotenburg, Bebra, Schmalkalden, Schleu­singen, Schlüchtern, Worbis und Vöhl-Thalitter. Aus den Verband scheiden mußten infolge der Gründung des Landesver­bandes für Sachsen-Meiningen die Vereine Meiningen, Hild­burghausen und Salzungen. Im weiteren sei aus dem Geschäfts­bericht noch erwähnt, daß es dem Verband gelungen ist, eine Gemeinschaft mit dem Ryein-Main-Verband zu Limburg a. d. Lahn ein eigenes Kohlrniäurewerk zu errichten, wodurch die Mitglieder der beiden Verbände die Kohlensäure wesentlich billiger nls früher beziehen. Die den Verband seit mehrerer Jahren beschäftigende Frage, ob Privatlustâarkeiten bei der Polizei anzumelden sind, oder nicht, ist in das Stadium ge­treten, daß der Verein für zwei dieserhalb mit polizeilichen Geldstrafen belegte Mitglieder freisprechende Erkenntnisse so­wohl bei dem Schöffengericht wie Strafkammer ersuchte. Auf Revision der Anklagebehörde hin, beschäftigt sich zur Zeit das Kammergericht mit dieser Angelegenheit. Eine Entscheidung von da steht noch aus. Den mit vielem Beifall aufgenommenen Geschäftsbericht erstattete Herr Friedrich-Cassel. Der Vermözens- bestand am 10. Mai d. Js betrug insgesamt 5004.15 Mk. Die Rechnung war von den Herren Kreß-Fulda und Jacob- Erfurt geprüft und für richiig befunden. Aus den Berichten der einzelnen Vereinsvorfitzenden war ein erfreu­liches Vorwärtsstreben auf allen Gebieten der Berufstätigkeit ersichtlich. Interessant war der Bericht des Vereins Fulda, wonach die dortige Stadtverordneten-Versammlung die Auf­hebung des Ortsstatutes bezüglich der Bedürfnisfrage bei Erteilung von Gast- und Schankwirtschaftskonzessionen beschlossen hatte, den Bemühungen des Vereins Fulda ist es jedoch gelungen, daß der Magistrat diesem Beschlusse einstimmig seine Zustimmung versagte. Eine Reihe von zur Erledigung gebrachten Anträgen der einzelnen Vereine be­zogen sich auf die Notwendigkeit der Konzessionierungen des Flaschenbierhandels, der obligatorischen Einführung der Haft- pfl-chtversicherung für alle Verbandsmiizlieder, weitere be° treffen die Betriebssteuer, eine einheitliche Diplomierung des Personals im gesamten Verbandsbezirk, die Faßaiche rc.

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In den Zentralvorstand wurden gewählt die Herren Lahn- stein (Vors.), Kröger (Stellvertreter), Friedrich (Rechner) und Teicher (Verbandssekretär), ferner die Herren Hol-haner, Henze, Hildebrandt, Klose, Schröder, Wernick und Kroll als Beisitzer. Zum Bundestage in Mainz werden als Verbandsvertreter delegiert die Herren Lahnstein (Cassel) und Eusinger (Schmal- katden). Als Ort des nächsten Verbandstages wird Franken- hausen gewählt. (Hess. P.)

Nus aller Melt.

Raubmord. In Trier wurde in der Nacht von 9. zum 10. ds. die Rentnerin Wwe. Lurtz ermordet und beraubt. Als Täter kommen zwei junge Leute, welche in einem dortigen Krämerladen Einkäufe vornahmen und den Eindruck besserer Handwerker machten, in Betracht. Die Angehörigen der Er­mordeten haben auf die Ergreifung der Täter 300 Mk. Be­lohnung ausgesetzt. Geraubt wurden eine goldene Damen- Remonloiruhr, eine goldene Herren-Schlüsseluhr, zwei zu­sammengefügte Trauringe mit den BuchstabenA. S/ und 17. S. und dem Datum 30. 4. 70., ein kleiner goldener Damenring mit â jour gefaßtem Diamant, sowie zwei Damen­sch irme.

Drahtnachrichten.

Berlin, 13. Mai. Das Befinden des kürzlich operierten Ministers Budde ist vortrefflich. Es steht baldige unb völlige Genesung in Aussicht.

Heidelberg, 13. Mai. Ein ungenannter Herr stellte der Stadt Heidelberg 100 000 Mark zur Errichtung eines Neubaues für die Kunst- und Altertümèrsammlung zur Ver- fügung.

Rom, 13. Mai. In Nervi wurde eine von Fischen zer­fressene Leiche ohne Kopf und Beine ans Land ge­spült. Es scheint sich um die Neberreste des seit Monatsfrist vermißten preußischen Rittmeisters v. Mackensen, der in Rom lebte, zu handeln.

Budapest, 12. Mai. Das Eisenbahnstationsgebäude in Brod wurde von einer Rotte Bauern angegriffen, die die ungarischen Jnschrifttafeln abreifen wollte. Bei dem Erscheinen des Militärs zerstreute sich die Menge. In Siffek wurden der Advokat Superina und der Buchdrucker Dindak wegen Anstiftung antisemitischer Ausschreitungen verhaftet. In einigen Ortschaften des Belovarer Comitats wurden Verhaftungen wegen Verbreitung aufrührerischer Aufrufe vorgenommen. Die Behörde beschlagnahmte zahlreiche in Basel gedruckte, über Laibach nach Kroatien geschmuggelte Aufrufe anarchistischen Inhalts.

Clarens, 12. Mai. Nach achtmonatigem Aufenthalt in Clarens, wo sich sein Bèsinden bedeutend gebessert hat, ist der ehemalige Präsident des Oranje-Freistaats, Steijn, heute nach­mittag mit Familie nach Reicheuhall (Bayern) abgèkkist, wo er den Sommer verbringen will.

Edinburg, 12. Mai. Der König und die Königin hielten heute feierlichen Einzug. Eine ungeheuere Menschèn- menge stand längs des neun Meilen langen Weges von Dalkeith nach Holywood, wo im historischen Schlosse zum ersten Male seit 80 Jahren Hof gehalten wurde. Edinburg ist festlich geschmückt.

London 12. Mai. Nach einer Meldung derTimes" aus Tokio dementiert der japanische Konsul in Niutschwang alle Gerüchte von einer russischen militärischen Tätigkeit oder der Verstärkung der Garnison daselbst.

London, 12. Mai. Das Unterhaus nahm die zweite Lesung der Vorlage, wodurch die bestehenden Gesetze über die Seeversicherung abgeändert und kodifiziert werden, an.

Konstantinopel, 12. Mai. Infolge mehrerer in Tanta, zwischen Kairo und Alexandrien, vorgekommener P e st f â l l e ordnete der Sanitätsrat für Herkünfte auS Alexandrien eine zweitägige Beobachtung und Desinfektion an.

Konstantinopel, 12. Mai. (Wiener Korr.-Bureau.) Dir Nachricht, daß Graf Goluchowski eine Abordnung des Exportoereins über die Zustande auf der Balkanhalbinsel be­ruhigte und erklärte, daß ernste Verwicklungen nicht zu be­fürchten seien, befriedigte in hiesigen Regierungs- und Handels- kreisen sehr. Die Pforte erklärte die Zeitungsnachrichten, daß die türkische Bevölkerung in Uesküb kriegslustig und christen­feindlich gestimmt sei, für unzutreffend.

New-Uork, 12. Mai. Nach einer Depesche aus Port au Prince wird im dortigen Amtsblatt die Einsetzung eines Regierungsausschusses bekanntgegeben, der eine Untersuchung über die Beschuldigung anstellen soll, es seien unter der Mit­schuld der Nationalbank von Haiti falsche Regierungssicherheiten im Betrage von etwa zwei Millionen ausgegeben worden.

Melbour»»e, 12. Mai. Gestern verkehrten 30 Züge in Vikioria. Man erwartet, daß heute 50 Züge abgelaffen werden können. Sechs Schnellzugslokomotivführer trennten sich von den Ausständigen. Die Negierung nahm ihre Dienste wieder an. In anderen Staaten wurden 50 Lokomotivführer eingestellt.

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