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Donnerstag

30. April

erweisen. Und gerade unser hiesiger Frauenverein hat auf diesem ausgedehnten, schweren und manchmal dabei recht un­dankbarem Gebiete edelster Nächstenliebe im Laufe der Jahre Erstaunliches geleistet, dank der nie erlahmenden Unterstützung seitens der Einwohnerschaft. Dabei seine Volkstümlichkeit aus der einen, seine Erfolge auf der anderen Seite. Um letztere auch für schlechte, schwere Zeiten zu stchern, hat der Vorstand in einer Sitzung Ende März beschlossen, anläßlich der Jubel­feier eine Festlichkeit größeren Stiles zu veranstalten, deren Reinertrag kapitalisiert werden soll, damit der Verein in Zu­kunft immer weniger auf schwankende Einnahmen, wie Konzerte, Bazare u. s. w., angewiesen ist, letztere vielmehr zu außer­ordentlichen Aufwendungen benutzt werden können. Ein vom Vorstand gewähltes Komitee hat inzwischen das Programm in großen Zügen ausgearbeitet und eine Reihe von Damen und Herren zu einem Haupt- Ausschuß vereinigt, dem die Gesamt­leitung obliegen soll. Derselbe gliedert sich in eine Reihe von Unterausschüssen (Vergnügung?-, Verkaufs-, Dekorations-, Preß- u. s. w. Ausschuss ), die ihrerseits bei Beginn ihrer Tätigkeit noch eine größere Anzahl Damen und Herren um gütige Unterstützung und Beitritt bitten werden. Das Fest selbst findet am 8.10. Oki ober in der Turnhalle der Turn­gemeinde statt. Das Programm ist Folgendes: Freitag den 9. Oktober, nachmittags 3 Uhr, Eröffnungsfeier mit Ge­sängen, Prolog und Festrede, 4-6 Uhr Konzert, abends 8 Uhr künstlerische Aufführungen, darauf geselliges Zusammen­sein. Samstag den 10. Oktober, nachmittags wiederum Konzert, abends 8 Uhr Tanz. Sonntag den 1 l. Oktober, von 112 Uhr Musikfrühschoppen, von 49 Uhr bei er­mäßigten Preisen Kinderfest. Das Fest selbst wird in durchaus modernem Stil gehalten. Die verschiedenartigsten Verkaufs­buden werden ausgestellt; das Programm der Aufführungen, welche auch am Samstag und Sonntag eingestreut werden, verspricht ein sehr reichhaltiges zu werden, sodaß es an Ab­wechslung nicht fehlen wird und man hoffen kann, daß auch der klingende Lohn nicht ausbleibt.

* Der Verein zur Bekämpfung der Schwind- suchtsgefahr in der Provinz Hessen-Nassau und dem Fürstentum Waldeck hielt gestern im Saale der Polytechnischen Gesellschaft zu Frankfurt a. M. seine dies­jährige Hauptversammlung ab. Anwesend waren unter anderen Exzellenz Oberpräsident Graf von Zedlitz- Trützschler, Regierungspräsident Dr. Hengstenberg/ Polizei­präsident von Müffling und der Polizeipräsident von Schenck- Wiesbaden. Den Vorsitz führte in Verhinderung des ersten Vorsitzenden, Herrn Charles Hallgarten-Frankfurt, Herr Sani­tätsrat Dr. Obertüschen-Wiksbaden. Nach dem Jahresbericht war, wie dieFrkf. Nackr." berichten, das abgelaufene Jahr für den Verein ein arbeitsreiches, mühevolles aber auch von gewiffen Erfolgen begleitetes. Das Streben des Vereins geht hauptsächlich darauf hinaus, nicht nur durch Heilstättenbehand­lung, sondern ganz besonders durch Kleinarbeit, d. h. durch individuelle Behandlung jedes einzelnen in den Wohnungen durch Wohnungsdesinfektion, durch Beschaffung von Ueber- gangsansi alten für die aus den Heilstätten Entlassenen, ener­gisch der Tuberkulose Schritt für Schritt Boden abzugewinnen. In seiner Werbetätigkeit ist es dem Verein gelungen, die in Cassel verlorene Anzahl Mitglieder wieder einzubringen. Auf dem Gebiet der Krankenfürsorge liefen in Cassel 183 Gesuche ein. 125 um Unterbringung in Heilstätten, 56 konnten be­rücksichtigt werden, 69 wurden abgelehnt, davon 55 wegen zu weit vorgeschrittenen Leidens. In Frankfurt lagen 40 Ge­suche vor; davon 37 um Aufnahme in eine Heilstätte, 6 mußten wegen zu weit vorgeschrittener Krankheit abgelehnt werden, 21 Personen wurden berücksichtigt und ein Teil davon in der Heilstätte untergebracht. Der Zweigverein Wiesbaden arbeitet selbständig und liefert zehn Prozent seiner Einnahmen an den Hauptverein als Beitrag zu den allgemeinen Kosten ab. In Cassel wurde eine Poliklinik für unbemittelte Lungen­kranke eingerichtet, die unter Leitung von zwei Aerzten an einem Abend in der Woche für die Kranken geöffnet ist. Eine weitere Tätigkeit des Vereins besteht in Errichtung von Wald-

Obgleich sie die größte Luft hatte, Ja zu sagen, lehnte sie seine Einladung doch dankend ab.

Sie hatten sich in ihrem Gespräch doch schon zu tief ge­wagt, als daß sie sich vor ihm demaskieren mochte, und außer­dem fürchtete sie, baß er sich zu große Kosten machen würde.

Ganz einfach", sagte er,im großen Speisesaal und nur soweit, als es sich unter dem Schutz der Halbmaske machen läßt."

Nun, ja, wenn es sich nur um einen kleinen Biffen han­delte, so wolle sie nicht Nein sagen. Er dürfe aber keinen Sekt kommen lassen."

Trinken Sie nicht gerne Sekt?"

Ja, sehr gerne, Sie sollen sich meinetwegen aber nicht in Kosten stürzen," rief sie aus,ein Glas Pilsener genügt voll­kommen."

Der Kellner möchte Sie dann aber für meine Schwieger­mutter halten."

Oder für eine verständige Freundin, mit einer kleinen gemeinsamen Kaste," meinte sie.

Ein eigentümliches Mädchen," dachte er in seinem stillen Sinn,wirklich zu prosaisch."

Dann hörte er aber wieder ihre silberreine Stimme, ihr lustiges Lachen und ihr fröhliches Plaudern, daß ihm ganz warm zu Mut war. Als sie sich nach einem kurzen Imbiß erhob und ihm die Hand zum Dank bot, sagte er:

Fräulein, werden wir uns nicht wiedersehen?"

Nein," antwortete sie,Karnevalsbekanntschaften pflegt man nicht fortzusetzen. Ebenso schnell, wie man sich kennen lernt, vergißt man sich wieder."

Während er ihre Hand in der seinen hielt, fiel sein Blick auf einen einfachen Ring mit einem blauen Stein, der die Symbole der Treue, Liebe, Hoffnung enthielt.

Das Konfirmationsgeschenk meiner Großmutter," erklärte sie. Dann entzog sie ihm ihre Hand und verschwand schnell im Tanzsaal.

(Schluß folgt.)

erholungsstätten. Als Tätigkeit des Vereins im nächsten Jahr wird der Ausbau der begonnenen Arbeit in der Bekämpfung der Tuberku'ose überall da, wo man ibr entgegentreten kann, in Aussicht genommen. Die Gesamteinnabmen betragen 22 519 Mark, denen 19 619 Mark an Ausgaben gegenüber- stehen, so daß ein Kassenbestand von 2930 Mark verbleibt. Als Rechnungsprüfer wurden Herr H. Montandon-Wiesbaden un^ Herr Dr. Stein-Frankfurt erwählt. Der Zweigverein Wiesbaden bat einen Antrag auf Errichtung einer Heilstätte für tuberkulöse Kinder aus der Provinz Hessen-Nassau und dem Fürstentum Waldeck gestellt. Das Referat dazu hatte Herr Sanitätsrat Dr. Obertüschen - Wiesbaden übernom­men. Er führte aus: Nachdem man erkannt hatte, daß die Schwindsucht im Anfangsstudium relativ leicht heilbar ist, ergriff weite Kreise Deutichlands die Bewegung, die von Frankfurt aus ihren Ausgangs­punkt nahm, Volksheilstätten zu errichten. Die erste Heil­stätte für Lungenkranke baute der Frankfurter Rekonoa- IkSzentenvcr in. U sterstützt von der fokalen Gesetzgebung wurden dann in den letzten Jahren in allen Teilen Deutsch­lands Volk h-ilstätten errichtet, sodaß jetzt in zirka 70 Anstalten ungefähr 30,000 Leichtkranke jährlich Ausnahme finden können. Auch der Mittelstand, der etwas ins Hintertreffen geraten war, fand zuletzt durch den Bau einiger ^Heilstätten mehr Berück­sichtigung. Nur eins sieht noch aus, das ist die Errichtung von Heilstätten für tuberkulöse Kinder. Es zeigen sich aller­dings schon solche Vereittsbestrebungeu in Berlin, Halle, Ham­burg, Altona und Stettin. Man hat früher ver'ucht, erkrankte Kinder in Heilstätten für Erwachsene unterzubringen, doch haben sich dabei betriebstechnische und erzieherische Mißstände ergeben, so daß man davon Abstand nahm. An der Lösung dieser Kul- turaufgabe, der Bekämpfung der Schwiudsuchtsgefahr, muß sich auch die Schule betätigen und da muß man verlangen, daß jedes tuberkulöse Kind vom Schulunterricht auszuschließen und in eine Kinderheilstätte zu bringen ist. Zur Untersuchung der Schulkinder wäre die Anstellung staatlicher Schulärzte not­wendig. U n ein Beispiel von der weiten Verbreitung der Tuberkulose zu geben, so starben im Regierungsbezirk Wiesbaden im Jahre 1898 2642 Personen an Lungentuberkulose und bei der langen Dauer der Kranlheit kann man annehmen, daß in dem Jahre 18,000 tuberkulös Erkrankte im Regierungs- bczirk W eSbaden waren. Der Staat kann nicht für alle Ge­sellschaftsklassen auf gesetzgeberischem Wege sorgen, und wenn man an die bedeutende Zahl von Lungenkranken denkt und man dabei berücksichtigt, daß der Keim zu diesem Leiden ge­wöhnlich schon in der Jugendzeit in den Körper dringt, so er­gibt es sich, daß die Einrichtung von Kinderheilstätten von bedeutender Wirkung auf die Gesundung kommender Geschlechter sein muß. Vorerst würde für unseren Kreis eine Heilstätte mit zirka 60 Betten genügen. Dann könnten in der Anstalt die Dauer der Kur würde 2 Monate im Durchschnitt be­tragen 360 Kinder jährliche Aufnahme finden. Die Ko­sten würden nach der Ansicht des Vortragenden zirka 300,000 Mark betragen, d. h. pro Bett zirka 5000 Mark, da die Kosten für den Gruârwerb wohl Wegfällen würden und die freiwillige Liebestätigkeit würde die genügenden Geldmittel zum Bau und weiter zur Errichtung durch Stiftung von Freibetlen herbeischaffen. Voraussichtlich würde auch die Landesversicherungs­anstalt diese gemeinnützige Bestrebungen pekuniär unterstützen. Mit einem warmen Appell an die Anwesenden, den Antrag des Zweigvereins Wiesbaden auf Errichtung einer Kinder­heilstätte einstimmig anzunehmen, schloß der Redner seinen Vortrag. In der dann folgenden Diskussion hob Herr Dr. Lachmann hervor, daß der Verein zur Bekämpfung der Schwindsuchtsgefahr vorerst eine viel dringendere Aufgabe zu erfüllen habe, als an den Bau von Kinderheilstätten zu denken. Dies sei der Bau von Sanatorien zur Aufnahme schwer erkrankter Tuberkulöser, die jetzt in den Heilstätten keine Aufnahme finden, da gerade diese schwer erkranken Personen die größte Ansteckungsgefahr für ihre Umgebung bildeten. Herr Dr. Obertüschen erwiderte, daß der Verein zur Be­kämpfung der Schwindsuchtsgefahr den Bau der Kinder- Heilstätte nicht selbst in Angriff nehmen, sondern nur die An­regung dazu in weitere Kreise tragen wolle. Herr Landesrat Schröder betonte, daß die Landesversicherungsanstalt zu dem Zweck wohl Kapitalien zu einem niedrigen Zinsfuß herleihen könne. Eine Schenkung wäre aber ausgeschlossen. Schließlich wurde die Bildung eines selbständigen Komitees beschlossen, dem die weiteren notwendigen vorbereitenden Maßnahmen zur Errichtung einer Kinderheilstätte überlassen bleiben sollen. Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Endemann-Cassel sollte einen Vortrag über Errichtung von Polikliniken in kleinen Städten und auf dem Lande, sowie Pflegschaften für unbemittelte Lungenkranke halten, doch mußte der Vortrag wegen Erkran­kung des Referenten ausfallen.

* Hauptversammlung des evaugel. Arbeiter­vereins. Gestern abend hielt der evangelische Arbeiterverein in seinem Vereinslokale die Jahres-Hauptversammlung ab. Der von dem 1. Vorsitzenden erstattete Jahresbericht zeigte, daß eine rege Vereinslätigkeit entwickelt worden ist. Es wur­den 13 Versammlungen, 10 Vorstandssitzungen, einige Familien­abende u. a. m. abgehalten. Das Stiftungsfest konnte zum ersten Male in größerem Rahmen gefeiert werden. Die Spar- und Kohlenkasse wurde eifrig benutzt. Erfreulicherweise konnte auch eine beträchtliche Erstarkung des Vereins hinsichtlich der Mitgliederzahl konstatiert werden. Aus dem von dem Kassierer vorgetragenen Kassenbericht war zu ersehen, daß die Einnahmen die Ausgaben um eine Kleinigkeit überstiegen haben. Bei den nun folgenden Vorstandswahlen wurde der bisherige 1. Vor­sitzende einstimmig wiedergewählt. Die Ergänzungswahlen erbrachten die Neuwahl der Herrn Wilh. Kohl, M. Hüge, die Wiederwahl der Herren C. Haas und G. Schrecker. Die Tagesordnung umfaßte noch eine Reihe wichtiger An­gelegenheiten interner Natur, die für das weitere Erstarken des Vereins von großer Bedeutung sein werden.

r Hanauer Kriegerverein. Nach Erledigung der für die gestrige Monatsversammlung vorgesehenen Tagesordnung wurde eine Gedächtnisfeier der 100. Wiederkehr des Geburts­tages des Reorganisators unserer Armee, General-Feld­

marschalls v. Noon, abgehalttu. Der Vorsitzende Herr Haupt­mann v. Buttlar entwarf in packenden Zügen ein Lebens­bild des Graten Roon un'er e erooehehnn 1 der Verdienste desselben, Herr L brer Hebebrand gab ebenfalls einen Bei­trag und zum Schluß rezitierte Herr Emil Lotz von hier Ernst v. Wildenbruchs ergreifende DichtunaSedan" in meister­licher Weise. So wurde auch hier des 100 Geburtstags des­jenigen in würdiger Weise gedacht, dem wir die Wiederauf­richtung des deutschen Reiches mitverdanken, der neben Bis­marck und Moltke in dem Dreigestirn steht, das Kaiser Wil­helms weltgeschichtliche Gestalt umgibt, und das leben wird im deutschen Volke, so lange es Deutsche und ein deutsches patriotisches Empfinden gibt.

* Kurhessischer Kriegerbund. In der am Sonn­tag in Cassel abgeh rltencn 48. Abg. -Versammlung des Krieger­verbandes in Hessen wurde u. a. folgender Beschluß gefaßt: Der Vorstand des Keiegerverbandes in Hessen (Reg.-Bez. Cassel) wurde ermächtigt, auf Grund der in einer Versammlung von Vertretern der außer diesem Verbände im Regierungsbe­zirk Cassel noch bestehenden weiteren Kriegerverbände, als: Hessischer Kriegerverband in Fulda (umfassend die Kreise Fulda, Gersfeld, Herèseld und Schlüchtern), Kreis-Kr.-Verband Geln­hausen, Kreis-Kr.-Verb. Hanau, Kreis-Kr.-Verb. Hünfeld, Keeis-Kr.-Verb. Rotenburg, Kriegervwb. der Grafschaft Schaum­burg (Sitz des Vorstandes in Rinteln) und Kreis-Kr.-Verb. Schmalkalden mit diesen vereinbarten Bedingungen die Bildung des Kriegerverbandes des Neg-Bez. Cassel, wie solcher in den Satzungen des preußischen Landes - Kriegerverbandes vorge­schrieben ist, unser dem NamenKurhessischer Kriegerbund" in die Wege zu leiten."

* Mnller-Herfurt-Thealer. Laut Ankündigung im Inseratenteil findet am 1. Mai in derCentralhalle" das einmalige Auftreten des ehemaligen Rechtsanwaltes und be­rühmten Verteidigers Dr. Fritz Friedmann statt. Man weiß, daß sich der geniale Redner eine Spezialität in den dramatischen Borträgen geschaffen hat, deren fesselndsteEine Verteidigung" und gesprochene Memoiren:Das Wahre aus meinem Leben" er hier bringen wird. Gerade mit letzterem hat Dr. Friedmann in Frankfurt a. M. einen geradezu bei­spiellos zu nennenden Erfolg gehabt. In dem Ensemble, welches den berühmten Vortragsmeister begleitet, befindet sich eine entzückende und pikante Diseuse Frl. Henriette Faulcounier, die jugendlich geniale Sängerin Frl. M. Mara und der präch­tige Humorist und Balladensänger Jean Paul. Man möchte wohl sagen: Wer bei diesen Vorträgen nicht lachte, kann über­haupt nicht mehr lachen.

* Die Steuerverhältnisse des Landkreises

Hanau. Das Steuersoll ist seit Einführung des Einkommen- steuer-Gesetzes vom 24. Juni 1891 fortwährend gestiegen, es

betrug z. B.:

int Beranlagungsjaht

die Einkommensteuer

die Ergänzungssteuer

1895/96

Mk.

91732

Mk. 28 243.

1896/97

ff

106 010

ff

29 329.80

1897/98

ff

115138

ff

30 239.60

1898/99

ff

133 573

ff

29 582.40

1899/1900

ff

150 862

ff

31295.80

1900/01

ff

173 606

if

31 591.60

1901/02

ff

186 202

ff

30 706.20

1902/03

ff

197 449

41 407.20

Die Steuerkraft des

Kreises

Hanau beträgt

zuzüglich : 1)

Grundsteuer 105 593.25 Mk., 2) Gebäudesteuer 53 497.50

Mk., 3) Gewerbesteuer 14 233 Mk., 4) fingierte Einkommen­steuer 26 068.93 Mk., 5) Teilbeträge von außerhalb veran­lagten Personen und Betrieben aus a. Einkommensteuer 192146.97 Mk., b. Gewerbesteuer 50 255 Mk., im Rech­nungsjahr 19 0 2/0 3 in Summa 680 650.85 Mk. Es wurden 310 Berufungen eingelegt, davon 160 für begründet erachtet und 150 abgewiesen. Im Jahre 1902 betrugen die auf den Kreis entfallenden Provinzial ab gaben 37 626.22 Mk., welche aus den zur Erhebung gekommenen 116 909.53 Mk. Kreissteuern bestritten wurden. - Ueber die Gemeindesteuern dürfte folgende Zusammenstellung von Interesse sein: Mit Ausnahme von Bergen und Oberrodenbach haben die Gemeinden, welche zur Erhebung von Umlagen schreiten mußten, die Zuschläge auf alle Steuerarten gleichmäßig verteilt, wie folgt: Bergen 170 bezw. 190 pCt., Bischofsheim 150, Bruchköbel 65, Butterstadt 125, Dörnigheim 20, Erb- stadt 80, Fechenheim 70, Gronau 120, Großauheim 80, Groß­krotzenburg 150, Hüttengesäß 140, Kesselstadt 50, Kilian­städten 80, Langendiebach 50, Langenselbold 25, Mittelbuchen 110, Neuwiedermuß 130, Niederdorfelden 50, Niederissigheim 50, Niederrodenbach 20, Oberdorfelden 130, Oberissigheim 100, Oberrodenbach 182 bezw. 214, Ostheim 60, Ravolzhausen 100, Roßdorf 100, Rückingen 100, Rüdigheim 100, Windecken 100. In Eichen, Hochstadt, Marköbel und Wachenbuchen sind Umlagen nicht erhoben worden.

FC. Kriegsgericht der 21. Division. Eine schwere Strafe bringt die Ausreißerei dem Musketier Schuster von der 4. Komp. Jnf.-Regts. Nr. 166 ein. Er ist unzählige Male vorbestraft, beim Militär auch wegen unerlaubter Ent­fernung und zuletzt wegen Fahnenflucht mit 1 Jahr Gefängnis. Kaum hatte er diese Strafe abgemacht, da ging er wieder durch. Bel Wertheim erwischte ihn ein badischer Gendarm beim Betteln. Schuster gab dem Gendarm zuerst einen falschen Namen an. Es wird auf 1 Jahr 3 Monate und 14 Tage Gefängnis erkannt.

* Anthropologisch - ethnologische Ausstellung im Frankfurter Zoologischen Garten. Die Aus­stellung erfreut sich fortgesetzt eines starken Besuchs. Für Sonntag, den 30 Pfg.-Vormittag des Zoologischen Gartens, hat die Anthropologische Gesellschaft, um eine Ueberfüllung der Ausstellungsräume und eine dadurch mögliche Schädigung der teilweise wertvollen Gegenstände zu verhüten, für die Zeit bis 1 Uhr die Erhebung eines besonderen Eintrittsgeldes für den Besuch der Ausstellung von 20 Pfg. pro Person beschlossen.

Wettspiel. Kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, findet auf dem hiesigen Exerzierplatz ein Wettspiel der 1. Mann­schaft des Hanauer FußballklubsWacker" gegen die 1. Mannschaft des Offenbacher FußballklubsViktoria" statt.