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Mittwoch

29. April

Wachenbuchen und Windecken in 7 Fällen festgestellt, die Maul- und Klauenseuche trat in' 38 Gehöften unter 264 Rindern, 24 Ziegen und 304 Schweinen bösartig auf, am Bläschenausschlag erkrankten 10 Stück Rindvieh, von der Rotlaufseuche wurden in 11 Gehösren 13 Schweine und von der Schweineseuche 25 Tiere befallen, der Ge- flüge lcholer a erlagen 1 Hahn, 55 Hühner und der Hühner­pest 40 Hühner. An diesen Seuchen sind überhaupt zu Grunde gegangen 1 Bulle, 1 Stier, 13 Kühe, 7 Rinder, 7 Kälber, 1 Hiege, 12 Schweine, 1 Hahn und 95 Hühner.

" Flètschschmugg-l. Wie aus der gestrigen Ver­handlung vor dem hiesigen Schöffengericht zu entnehmen war, versuchte am 2. März der Metzger Mampel von Alzenau hier ein in einen Sack eingeschmuggeltes Geraupe von sehr dunkler Herkunft (es stammte, nach Vorgefundenen Merkmalen zu schließen, von einem vermutlich notgeschlachteten oder verendeten Tier) bei verschiedenen Metzgern zu veräußern, hatte damit aber kein Glück. Ein Metzgermeister, dem er das unappetit­liche Fleisch vergeblich angeboten, machte ihn der siädt. Accis- kontrolle namhaft, worauf ihm dasselbe abgenommen und im städtischen Schlachthofe vernichtet wurde. M. hatte noch einen Helfer, den Metzger und Makler H. von Alzenau bei sich, der das Geraupe getragen und bei verschiedenen Metzgern angeboten hatte. Beide erhielten Strafmandate von je 50 Mk. Der M. hat sich dabei beruhigt, H. erhob Einspruch mit der Be­gründung, daß er über die Herkunft des Gerauves nicht unter­richtet gewesen und erst unterwegs von dem M. als Träger engagiert worden wäre. Da die Zeugen dies bestätigen, er­folgt seine Freisprechung.

♦ Gesellenprüfung im Friseur- und Barbier­gewerbe. Bei der gestrigen Prüfung haben Heinr. Brück­ner bei H. Schulz-Hanau und Heinr. Henning bei Fr. Desch- Gelnhausen sowohl die praktische wie theoretische Prüfung bestanden.

* Turn- und Fechtklub. Vergangenen Sonntag nachmittag hatten wir Gelegenheit in der neuerbauten Turn­halle, das vor einigen Tagen angekündigte Schauturnen der Damen-Abteilung des Turn- und Fechtklubs zu bewundern. Nach den Klängen eines schneidigen Turnermarsches erfolgte ein in allen seinen Figuren tadellos durchgeführler Aufmarsch der graziösen Turnerinnen, deren strahlenden Blicken man es deutlich ansehen konnte, wie sehr sie sich des bedeutsamen Momentes bewußt waren, zum ersten Male, vor geladenem Publikum, den Beweis zu liefern, welch anmutig turnerisches Bild eine exakt geschulte Damenriege zu bieten imstande ist. Herr Jean Bauer begrüßte hierauf namens des Turn- und Fechtklubs das zahlreich aus allen Kreisen erschienene Publikum und wiesnn kurzen Worten auf den Wert der körper- und geiststärkenden Turnerei hin, welche gerade für die heutige Jugend von überaus großer Bedeutung sei. Jetzt begann das eigentliche Turnen der Damenriege, welche sich unter der vortreff­lichen Leitung des Herrn Lehrer W i 11 a m o w i tz vollste Aner­kennung erwarb. Die mit aufmerksamstem Interesse den einzelnen Vorführungen folgenden Zuschauer mürben durch die präzis und gewandt durchgefführten Stabübungen, sowie das Keulenschwingen, nach Befehl und Musikbegleitung, auf das angenehmste überrascht. Ein sich hieran anschließendes Geräteturnen übertraf jedoch die weitgehendsten Erwartungen und ernteten die drei Damenriegen mit ihren vorzüglichen Leistungen an den Barren und Pferden wohlverdienten Bei­fall. Möge dieser schöne Erfolg den jungen Damen ein reger Ansporn sein, auch weiterhin mit Lust und Liebe festzuhalten an der erwählten Devise: „Frisch, sromm, fröhlich, frei!" Wir wollen nicht unerwähnt sein lassen, daß sich dem Schau­turnen ein gemütliches Zusammensein der Mitglieder und Freunde des Klubs bei MusikundTanz anschloß, welches während der Mitternachtsregionen in noch überaus turnerischer Blüte zu stehen schien. Der Turn- u. Fecht-Klub kann auf seine sich in jeder Beziehung bewährte Damenriege mit vollem Recht stolz sein. Wir wünschen dem Turn- u. Fecht-Klub, welcher sich das gewiß nicht kleine Verdienst erworben hat, mit zäher Energie und anerkennenswerter Umsicht das Damenturnen in unserer Vaterstadt gegründet und gepflegt zu haben, einen recht stattlichen Zuwachs von jungen Turnerinnen. Der Damen-Riege jedoch rufen wir ein herzhaftes „Gut Heil!" zu, auf daß sie auch weiterhin „wachse, blühe und gedeihe!"

* Kesselstadt, 28. April. (Die alte Kirche.) Nach­dem die langwierigen und meist schwierigen Vorarbeiten für den hiesigen Kirchenneubau nunmehr abgeschloffen sind, wird heute mit der Niederlegung des alten Kirchleins begonnen werden. Bereits in den letzten Tagen waren alle beweglichen Gegenstände im Innern der Kirche, Kanzel, Altar, Altarbild und Orgel abgenommen und in Sicherheit gebracht worden, um später in dem Neubau wieder verwendet zu werden. Heute wird das Orgelgehäuse, das nebenbei bemerkt eine treffliche Ar­beit aus der Renaissancezeit darstellt, niedergelegt werden, um auch der neuen Orgel als erneutes Gewand später zu dienen. Morgen wird mit Abtragung des Turmhelmes und des Kirchen­daches die Niederlegung beginnen. Um der Gemeinde diesen Tag um so ernster ans Herz zu legen, hat die Kirchbau­kommission beschloffen, heute abend von 7—8 Uhr die Glocken zum letzten Male läuten zu lassen. Sie werden dem Kirchlein, das sie durch die Jahrhunderte getragen, den Schwanengesang singen und der Gemeinde, die sie seit den Tagen der Re­formation so oft mit eindringlichen Tönen, in guten wie in bösen Tagen, zur Andacht gerufen, den letzten Abschiedsgruß darbringen. Manch einem alteingesessenen Kesselstädter wird dieser Abschiedsgruß wehmütig ans Herz greifen. Sinkt doch damit sozusagen Alt-Kesselstadt hinab in die Vergangenheit der Ge­schichte, von der das uralte Kirchlein allein noch durch seinen Bestand uns Kunde gab. Eine neue Zeit ist «»gebrochen für die hiesige Gemeinde und sie wird vorwärts schreiten, ob mit oder wider Willen. Ein neues Gotteshaus wirb an Stelle des alten erstehen. Möge es eine gute Vorbedeutung für unserer Gemeinde Zukunft sein, daß mit der neuen Kirche auch neues inneres Leben beginnt. Der Neubau ist entworfen von Herrn Professor H. I a s s o y in Stuttgart, die Bauausführung ist dem Herrn Bauunternehmer Fr. Kellermann dahier und die Bauleitung dem Architekten Herrn E. Faust in Frankfurt

a. M. übertragen. Die neue Orgel wird von den Gebrüdern Ratzmann in Gelnhausen gebaut werden.

O Fechenheim, 28. April. (Ertrunke n). Von einem am diesseitigen Mainufer anliegenden Schiffe vergnügten sich der Mairose Karl Weber ans Erbach i. B. und der Schiffsjunge Rudolf Schwarz aus Haßmersheim, da es ihnen auf dem Schiffe zu langweilig war, mit einer Kahnpartie auf dem Main, von der sie erst spät wieder zu ihrem Schiffe zurückkehrten. Während der Matrose auf das Schiff zurück­kehrte, fuhr der Schiffsjunge ans Land und stieß dann den leeren Kahn nach dem Schiffe zurück, damit auch der Matrose Weber, wie er beabsichtigte, an Land ginge. Als sich nun nach einiger Zeit der Schiffsjunge nach dem Matrosen, der ihm zu lange blieb, umsah, bemerkte er, daß das Boot leer stromabwärts und auf dem Waffer die Mütze des Weber trieb. In der richtigen Vermutung, daß sein Kamerad des Schwimmens unkundig, wahrscheinlich beim Heranziehen des Bootes offenbar ins Waffer gefallen und sofort unter das Schiff geraten sei, weshalb er keinen Hilferuf vernahm, sprang Schwarz sofort in den Kahn, um die nötigen Nachforschungen nach dem Verbleib des Weber anzustellen. Auch im Verein mit zwei Matrosen eines naheliegenden anderen Schiffes ge­lang es nicht, den Ertrunkenen an'zufinden. Noch jetzt ist die Leiche nicht geborgen.

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seemane.

Telegramm aus Hamburg vom 29. April.

9 Uhr 40 Min.

Ein Maximum über 765 mm lagert über Nordrußland, ein Minimum unter 742 mm westlich Irlands. In Deutsch­land ist die Witterung ruhig, ziemlich warm, im Norden meist heiter, im Süden trübe, vielfach ist Regen gefallen.

Prognose für den 30. April: Meist trübes Wetter mit Regenfällen wahrscheinlich.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 28./4.

Sehr trotten

Beständig

Schön Tan- H

Veränderlich — Regen (Wind?50— El

Viel Regen <40„^^| | .Sturm —El I

TSO— ----- j ■

710 W=R I

Bus Nab und fern,

X. Cassel, 28. April. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, ist gegen den früheren Prokuristen der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung, Bollmann, der kurz vor dem Zusammenbruch zum Di­rektor ernannt worden war, auf diese Würde aber am Tage vor der Anmeldung des Konkurses verzichtete, seilens der Königlichen Staatsanwaltschaft Anklage wegen Betruges, begangen in seiner Tätigkeit bei der genannten Gesellschaft, erhoben worden. Obwohl sonst bekanntlich Betruzsanklagen zur Zuständigkeit der Strafkammer gehören, wird Bollmann doch voraussichtlich vom Schwurgericht abgeurteilt werden, da die ihm zur Last gelegten Straftaten so eng mit den seinem früheren Chef, dem Direktor Adolf Schmidt, von der Anklage­behörde vorgeworfenen zufammendângen, daß eine Trennung beider Sachen unmöglich ist und die beiden Leiter der ver­krachten Gesellschaft daher gemeinsam abgeurteilt werden müssen.

-r. Marburg, 28. April. Bis heute ist es noch nicht gelungen, die Persönlichkeit des angeblichen Studenten, der vorige Woche zur Nachtzeit seine Kleider und sein Geld in die Lahn warf, festzustellen. Der Betreffende liegt schwer krank in der Klinik und macht über seine Person die wider­sprechendsten Angaben. Alle Nachforschungen sind bis jetzt ohne Erfolg gewesen.

Eschwege, 27. April. Der Bezirksverein b ei- derHefsen undNassau im deutschen Fleischer- verbände hielt gestern und heute seinen diesjährigen Be­zirkstag in unserer Stadt ab. Gestern nachmittag um V«4 Uhr eröffnete im Stadtpark der Obermeister der hiesigen Fleischerinnung Herr C. Heinemann die geschäftliche Sitzung mit einer Begrüßung der Erschienenen. An den Verhand­lungen beteiligten sich etwa 20© Delegierte und Gäste, darunter auch die Herren Bürgermeister Vocke, der den Bezirkstag be­grüßte, sowie Kanzleirat Hartdegen, Stadtsekretâr Wichmann und Rektor Schanze als Vertreter der Eschweger Behörden. Bei Erstattung des Jahresberichts ging Herr Vorsitzender Lautz auf den Verlauf deS vorjährigen Bezirkstags, welcher in Cassel statt­fand, näher ein. Des weitern erwähnte Redner, daß er im Juli v. I. der Fahnenweihe des Hanauer Metzgergesellenoereins beigewohnt und dort wahrgenommen habe, daß ein bewunderungs­wert inniges Verhältnis zwischen Meistern und Gesellen bestehe. Aus dem Ergebnis der Sitzung sei folgendes erwähnt: Der Bezirksverein umfaßte Ende 1902 32 Innungen mit 1847 Mitgliedern und 14 Einzelmeistern an 12 Plätzen; das bare Vereinsvermögen belief sich auf 1460 Mk. Als erster Refe­rent befürwortete Herr Verbandsvorsitzender Lautz - Darmstadt den Ausbau der Sprechmeisterämier und die Errichtung von Zentral-Arbeitsnachweisstellen. Punkt 2 betraf das neue Ge- werbe - Unfallversicherungsgesetz und die Pflichten gegen die Fleischerei-Berufsgenoffenschafi", über welchen Herr J. Falk- Mainz referierte. Redner tadelte die ungenügende Vertretung des Fleischbeschaugesetzes im Reichstage, welch letztere Verhand­

lungen nicht zu aller Befriedigung abgewickelt worden seien. Obermeister Marx Frankfurt und Schwarz-Fulda kommen auf die Au-fübrunaku des Herrn Falk-Mainz zurück und kritisieren die minimale Vertretung der Metzgerinteressen im Reichstage. Punkt 3 betrifft „die Umbildung der allgemeinen Fortbildungs­schulen in sachliche Fortbildungsschulen und die Unterstützung von Fachschulen für das Fleiichergewerbe." Referent Schwarz- Fuldä tritt besonders warm für die Bildung einer Fachschule ein und zur Unterstützung von solchen. Der Lehrling müsse heutzutage nicht nur praktisch gebildet sein, sondern zu seiner Ausbildung gehöre besonders auch die in theoretischer Hinsicht; nur das könne ihn zur Tüchtigkeit in seinem Fach mit heran­bilden helfen. Auch Marx-Frankfurt wendet sich für diesen Antrag und ebenso Obermeister Schnell-Cassel. Punkt 5 be­trifft „die Wirkung des Gesetzes, betreffend die Beschäftigung von Kindern für das Fleischergewerbe, worüber Herr Ober­meister Falk-Mainz referiert. Die nachfolgenden Punkte fanden nun schnelle Erledigung. Nachdem noch Herr Obermeister Mai x Frankfurt über „die Zuständigkeit des Marklortes für Klagen" gesprochen, referierte noch Obermeister Schwarz-Fulda über „die Abänderung des Schlachthausgesetzes." Die Härten, welche in dem jetzigen Gesetz enthalten seien, müßten bei einer etwaigen Abänderung dieses Gesetzes in erster Linie wegfallen. — Als Ort für den nächsten Bezirkstag wählte man ein­stimmig Lauterbach.

St. Frankfurt a. M., 29. April. Mit dem 30. ds. gehl die Variètö Saison des Orpheums zu Ende und beginnt am 1. Mai ein Gastspiel des Berliner Bunten Theaters, welches recht interessant zu werden verspricht und sicherlich vielen Anklang finden wird.

. Frankfurt, 28. . April. Gestern abend erschien im „König von England" ein junger Mensch mit einer Dame und schrieb ins Fremdenbuch „Rudolf Fleckenstein, Zeichner aus Höchst, und Frau" ein. Nach dem Nachtessen, das beide gemeinschafilich in den unteren Restaurationsräumen einnahmen, ließen sie sich ein Zimmer anweisen und übernachteten hier. Heute morgen um halb zwölf Uhr vernahm der Oberkellner Schüsse. Fleckenstein, der 25 Jahre alt ist, lag mitten durchs Herz getroffen tot am Boden, während die Frau — eine Frau Heinemann aus der Textorstraße — noch röchelte. Sie hatte einen Schuß in die Lunge erbalten und wurde von der Ret- tungsgesellschaft ins Heiliggeisthospital verbracht, wo sie heute nachmittag noch lebte. Außer Lebensgefahr ist sie jedoch nicht. Frau Heinemann ist 26 Jahre alt. Fleckenstein stand früher in geschäftlicher Verbindung mit ihrem Gatten, woher seine Bekanntschaft mit der Frau datiert. Am Freitag gab Fl. an, nach Berlin zu reisen, um dort eine neue Stelle anzutreten. Er fuhr jedoch nicht ab, sondern blieb in Frankfurt und kam mit der Frau zusammen. Diese gesellte sich schon am Freitag zu Fleckenstein und war seitdem nicht mehr in ihrer Wohnung gewesen. Am Freitag abend waren beide ebenfalls in den „König von England" gekommen. Gestern erschienen sie wieder, und heute kam es zur Katastrophe. Die Waffe, mit der die Tat ausgeführt wurde,''war ein kleiner sechsläufiger Revolver, der mit sechs Kugeln geladen war. Zwei Kugeln waren abgeschossen. Die Leiche des Fleckenstein wurde nach dem Friedhöfe verbracht.

0 Groß-Steinheim, 28. April. Innerhalb des Ge­markungsgebietes unserer Nachbargemeinde Hainstadt wurde gestern die Leiche eines unbekannten, anscheinend dem Arbeiter­stande angehörenden Mannes mittleren Alters auf freiem Felde von Passanten aufgefunden. Die von der Seligenstädter Amtsgerichtsbehörde vollzogene Leichenschau ergab keinerlei Anhaltspunkte für die Annahme eines Selbstmordes oder gar eines Verbrechens; auf der Suche nach Arbeit dürfte vielmehr der Unbekannte von einem Herzschlage betroffen worden sein, der den jähen Tod zur Folge hatte. Eine in den Kleidern der Leiche entdeckte amtliche Urkunde lautet auf den Namen Ludwig Müller aus Dietesheim bei Mühlheim.

Q Klein-Krotzenburg, 28. April. Die unter ge­richtsbehördlicher Aufsicht in der Vorwoche vorgenommene Umgrabung eines Hausgartens, welche die Nachforschung nach Leichenteilen bezweckte, führte in der Umgegend zu den ab­sonderlichsten Gerüchten und zu vollständig unrichtigen Dar­stellungen des Sachverhaltes in einem Teile der Tagespresse. Eine total freie Erfindung ist die Behauptung, man sei dabei auf ein menschliches Skelett gestoßen, von dem nur der Kopf und einige Armknochen fehlten. Tatsächlich sind lediglich einige Schweinekuochen aufgedeckt worden. Damit fallen alle müßigen Kombinationen in sich zusammen. Insbesondere mangelt für die Annahme eines angeblich vor 20 Jahren verübten Verbre chens jede Unterlage. Die schon vor mehreren Jahren mit großer Umsicht nach dieser Richtung ge­führte gerichtliche Untersuchung ergab keinerlei belastendes Material gegen den Vater des vermißten jungen Mannes; ebensowenig bot die neuerliche Untersuchung einen Anhalts- punktüber den Verbleibdes Verschwundenenundnichtdenmindesten Grund, das Andenken an den jüngst verstorbenen Vater zu bemäkeln. Die wohl nur in der Phantasie eines übereifrigen Berichterstatters lodernde „Spannung auf die weiteren Enthüllungen über das so spät ans Tageslicht gelangte Verbrechen" entbehrt also jeder Berechtigung. In Klein- Krotzenburg wird die Unterstellung eines Verbrechens energisch zurückgewiesen.

Bus aller Mell.

Eifersuchtstragödie. In Mettmann schnitt der Ar­beiter Reene aus Eifersucht seiner Frau den Hals ab, erschoß darauf sein zweijähriges Kind und dann sich selbst.

„Die Mahlzeit in der Pillenschachtel"; unter diesem Stichwort ging vor kurzem eine amerikanische Notiz durch die Zeitungen. Es wurde beschrieben, wie, dank ben Fortschritten der Chemie, bald jeder Mensch seine Tagesmahl­zeiten in Form von wenigen Pillen mit sich führen würde. Diese Nachricht erscheint uns zwar etwas unwahrscheinlich; doch daß es heutzutage schon gelungen ist, größte Nährstoff- mengen in kleinste Form zu pressen, dafür bieten den besten Beweis die bewährten Knorr'schen Suppentafeln und Erbswürste.