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wurde die Veranstaltung durch die Ulanenkapelle mit dem Tietke'schen Marsch „Fürstengruß". Hierauf begrüßte der zweite Vorsitzende Herr August L i ß m a n n alle Anwesenden mit einer kernigen Ansprache. Die zum Vortrag gebrachten Chöre wurden in ansprechender Weise zu Gehör gebracht, besonders hervorgehoben zu werden verdient der Chor „DaS Dörfchen" von F. Schubert und der Chor „Mutterliebe mein Trost und Stern" von J. Werth. Wohlverdienter reicher Beifall wurde den einzelnen Vorträgen gespendet. Der rührige Dirigent Herr Jean B r o d t - Hanau hatte sein musikalisches Talent in "hohem Maße zu Gunsten des Vereins verwendet, w leitete seine Sänger sicher und gewandt und gebührt ihm für seine Mühewaltung ganz besondere Anerkennung. Als Solist des Abends trat Herr Wilhelm Wörner auf. Die Leistungen dieses gediegenen Baritonisten sind zur Genüge bekannt, insbesondere war der Vortrag „Die drei Liebchen" von W. Speier von klangvoller Wirkung. Auch in humoristischer Beziehung hatte das Programm recht nette Sachen aufzuweisen. Der Vereinskomiker Herr Dönges setzte durch seine originellen Vorträge die Lachmuskeln der Anwesenden in lebhafte Bewegung. Reicher Beifall wurde auch ihm für seine Darbietungen gespendet und Herr Dönges erwies sich durch mehrere Zugaben dankbar. Den musikalischen Teil führte die bewährte Ulanenkapelle mit Geschick und Fleiß in gewohnter Weise aus, insbesondere wurden die Vorträge des Lylophonisten stark applaudiert. Alles in allem genommen kann der Herrenabend der „Sängerlust" als eine durchaus gelungene Veranstaltung bezeichnet werden. Auch der Stoff des Herrn Dück- hardt war prima, kein Wunder, daß noch eine größere Anzahl Teilnehmer bis zur frühen Morgenstunde aushielten.
Aus dem Gerichtsfaal.
Sitzung der Strafkammer i vom 27. April.
Diebstahl.
Auf dem Wilhelmsbaderhof gab im November v. I. ein Kuhschweizer an, bestohlen worden zu sein. Es sollte ein größerer Geldbetrag, ein Koffer und drei Revolver gewesen sein. Als Dieb kam der Dienstknecht K. von Pankow in Betracht, der am 29. Oktober den Dienst auf dem Wilhelmsbader Hof verlasserUhatie und einige Tage nachher noch in Hanau sich herumtreibend gesehen wurde. Seine Verhaftung erfolgte im Dezember und heute hat er sich vor der Strafkammer zu verantworten, aber es gelingt nicht, ihn zu überführen. Die beiden Hauptzeugen, der Bestohlene und ein Mitknecht, sind nicht zur Verhandlung erschienen und gegen den die Tat entschieden in Abrede stellenden Angeklagten ist nur erwiesen, daß er einmal eine verdächtige Aeußerung getan hat und daß von andern Leuten bei ihm Revolver gesehen wurden. Andererseits wird der angeblich Bestohlene als Renommist geschildert, dem man nichts glauben könne. Der Angeklagte wird daher aus Mangel an genügenden Beweisen freigesprochen.
Bedrohung.
An einem Abend im November v. I. feierten in einer Wirtschaft in Niederdorfelden zwei Gäste unter Teilnahme von Freunden eine Verlobung und einen Abschied. Das Doppelfest wurde gehörig mit Gerstensaft begossen und in der hierbei erzeugten Stimmung geriet der Weißbinder K. über ein ihm vor längerer Zeit zugefügtes Uebel in großen Zorn. Er hatte nämlich bei einem früheren Streit von seinem Kameraden Kraus einen Messerstich in den Arm erhalten, wodurch er einen steifen Arm davongetragen hat. In der Bierstimmung erinnerte er sich seines Mißgeschicks und ließ gegen den früheren Messerstecher, der übrigens an dem Abend nicht anwesend war, folgende Drohung vom Stapel: „Ich bin ein Krüppel, aber wehe dem, der mich dazu gemacht hat. Zu Hause habe ich einen Revolver, die Kugel bekommt der Kraus und wenn mir der Kopf abgemacht wird." Das Schöffengericht hatte den Weißbinder von der Anklage der Bedrohung freigesprochen. Derjenige, auf den die Drohung gemünzt war, sitzt nämlich im Gefängnis und konnte von der Drohung nicht getroffen holde Elfe jedoch, um sie vor einer verhaßten Ehe zu bewahren, gerade, als ihr Räuber sie durch einen schattigen Wald trug, in die liebliche weiße Maienblume. Seitdem aber — so spricht der Volksmund — schützt das Maiglöckchen die jungen Mädchen, welche von tyrannischen Eltern oder Vormündern gezwungen werden, einen ungeliebten Mann zu wählen, vor dem ihnen bestimmten Schicksal. Wenn sie in Vollmondnächten allein in den Wald gehen, die Blume brechen und auf ihrem Herzen aufbewahren, so hat der Wille der Eltern keine Macht über sie. Einer andern Sage nach soll das Maiglöckchen zu läuten anfangen, wenn ein junger Bursch oder ein Mädchen vorbeigeht, dem sein Schatz die Treue gebrochen hat. In einem Walde in Ostpreußen, einige Meilen von Königsberg entfernt, befindet sich eine hügelartige Erhöhung, die zur Frühlingszeit dicht mit Maiglöckchen bedeckt ist. Die Leute aus der Umgegend sagen, daß darunter ein Mädchen aus einem der nahegelegenen Güter begraben liegt, die sich aus Verzweiflung über die Treulosigkeit ihres Bräutigams den Tod gegeben hat. Unter einer mächtigen Tanne, welche den Hügel beschattet, pflegte sie allabendlich den Liebsten zu treffen, als sie aber das letzte Mal dort hin ging, fand sie ihn nicht. Dagegen vernahm sie ein feines silbernes Geläut, welches von den Maiglöckchen, die schon dazumal unter dem alten Baum wuchsen, herrührte. Jetzt wußte sie, daß ihr Schatz sie verlassen hatte. Noch heutigen Tages blühen an jener Stelle die verräterischen weißen Blumen.
Viele gekrönte Häupter haben unsere duftende weiße Frühlingsblume zu ihrem Liebling erkoren. Kaiser Friedrich hatte keine andere so gern, auch seine jetzt ebenfalls verewigte Gemahlin schätzte sie hoch. Weiterhin soll die Mutter Ludwigs II. von Bayern einen förmlichen Kultus damit getrieben haben. DaS Volk nannte diese Fürstin, als sie dereinst König Max in sein Land führte „Engel Gottes" und nach ihr die Maiblume „Engel Gottesblume".
Dienstag
werden. Die Strafkammer bestätigt das freisprechende Erkenntnis des Schöffengerichts.
Eine dritte Strafsache wurde vertagt.
Telegraphischer Wetterbericht Der deutschen Teewarte.
Telegramm aus .Hamburg vom 28. April.
9 Uhr 38 Min.
Ein Maximum über 764 mm lagert über Lappland, ein Minimum unter 745 mm westlich Irlands. In Deutschland wehen schwache, meist südöstliche Winde. Das Wetter ist wärmer, trübe, vielfach ist Regen gefallen.
Prognose für den 29. April: Ruhiges, ziemlich mildes, teilweise heiteres Wetter wahrscheinlich.
Barometerstand
Hanauer Vereins- u. Uerguirgungsnachrichterr
für Dienstag den 28, April,
Evang. Männer- und JânglingSverein: JünglingSverein: Bibel- b^sprechung; Jungfrauenverein- Fl'ckabend (Ev. Vereinshaus). Kath. Kaüns „Eintracht" (Vereins!.: BrauftSb'l'^: Vereinsabend. Turngesellschaft: Abends von 8—10 Uhr: Turnstunde.
Gesangverein „Sumser": Singstunde in der „Stadl Bremen". Gesangverein „Germania": Singstunde im „Löwengärtchen". Gesangverein „Melomania": Singstunde in der „Karthanne". Kegel-Klub der Spessart-Touristen: Gasthaus „zur guten Quelle". Sanitätskolonnedes Kriegervereins: Uebungsstimde L d. „Centralhalle". Verein der Bayern: Veremsabend im Gasthaus „zur Sonne". Zitherverein Hanau: Probe in der Restauration „Allewania". Süddeutscher Klub: Klubabend in der Restauration „Allemania". Deutschnationaler Handlungsgehilfen - Verband, Ortsgruppe Hanau: Vereinsabend im „Karlsberg".
Athletenklub „Germania": Riegenstemmen und Musterriegenarbeiten. (Restauration Wagenbach, Paradeplatz),
Stemm« und Ring-Klub „Eiche": Abends von 9—10 Uhr: Dauer- stemmen und Sieinstoßen; von 10—11 Uhr: Musterriegenarbeiten (Restauration zur „Wiener Spitze").
NerSekgernngs- etc. Kalender für Mittwoch den 29. April.
Nachmittags von 2 Uhr ab sollen im Sch'oßstraße Nr. 5 verschiedene Mobiliar- und andere Gegenstände durch r-en beeiv Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer gegen gleich bare Zahlung versteigert werden.
Angebote betr. Uebernahme zur Herstellung der Pflasterorbeiken vor bem, neuen Rathause in Fechenheim und für die Hofbefestigung daselbst nebst Materiallieferung sind bis nachmittags 4 Uhr auf dem Bürgermeisteramt in Fechenheim einzureichen (s. Nr. 92 „Han. Anz.").
Hus p<ab und fern«
Fulda, 27. April. Gestern vormittag ist der frühere Prorektor des hiesigen Königlichen Gymnasiums Herr Professor Dr. Joseph Körber nach längerer Krankheit im Alter von 68 Jahren gestorben.
* Friedlos/ 27. April. Der Fabrikarbeiter R e i N - möller aus Sorga ist gestern abend, wie die „Hersf. Ztg." meldet, in der Fulda ertrunken. Er war mit zwei Be-
Kunft und Leben.
Frühauf ! Das Frühaufstehen hat mit Recht bei allen Naturvölkern stets in großem Ansehen gestanden. Erstens verlängert es wirklich den Tag und somit die Arbeitszeit. Wer einmal ins Schlafen kommt, der wird nie fertig. Die Langschäfer sind den ganzen Tag mißmutig, träumerisch, und so geht die Arbeit nicht vom Fleck. Der Vormitternachtsschlaf ist der beste. Das ist darum besonders wahr, weil diese Redensart aus der Erfahrug heraus entstanden ist. Der Schlafmangel einer Vormitternachtsstunde verlangt mindestens zwei Stunden Schlaf am Morgen, wenn dieselbe Stärkung erfolgen soll. Noch nachteiliger wirkt der Schlafmangel der Nachmiiternachtsstunden. Denn der Sonnenstand hat unbedingt Einfluß auf den Organismus des Körpers, das steht man an den Tieren, namentlich an den Vögeln, die mit Sonnen-Untergang schlafen gehen. Die Wirkung der auf- gehenden Sonne ist eine andere, wie die der niedergehenden. Die Morgenfrische hat besondern, gesundheitlichen Wert. Bei allen Frühjahrskucen und in den Bädern spielt das Frühaufstehen eine anerkannte Rolle. Im Frühjahr, zur Zeit des Sprossens und Blühens, ist das Frühaufstehen sehr empfehlenswert! Zu keiner Zeit duftet Garten, Wiese und Wald so angenehm, frisch und erquickend, wie des Morgens. Jeden Morgen feiert die Natur ihr Auferstehungsfest aufs "neue. Während des Tages mattet sich die Vegetation immer mehr ab. Der Naturfreund begreift nicht, wie während der schönsten Herrlichkeit in der Natur so viele Menschen schlafen können. Sie lernen die wahre Schönheit der Natur nicht kennen. So bringt das Frâhaufstehen nicht nur Wohlstand, Gesundheit und Weisheit ins Haus, sondern es verschafft auch einen wahren, reinen Lebensgenuß. Also: Frühauf!
Die Sonne. Im Volke herrscht schon von alters her der Brauch, Kleider und Betten, besonders von Kranken und Verstorbenen, zu sonnen. Freilich geschieht dies wohl nur in dem Gedanken, dadurch das Lüften zu befördern und schlechte
_____28. Avril j kannten in Reilos und hier gewesen. Bei der Heimkehr, gegen 10 Uhr, benutzten sie den provisorischen Steg, der bei dem Neubau der Brücke für den Transport. der Materialien benutzt wird. In der Dunkelheit ist R. jedenfalls fehl getreten und in die Fulda gestürzt, seine beiden Begleiter vermochten ihn nicht zu retten, so das er ertrank. Auch seine Leiche ist noch nicht gesunden. Der Ertrunkene war etwa 35 Jahre alt, er hinterläßt außer seiner Frau vier Kinder.
Lindenfels, 23. April. Mühlenbesitzer und Oekonom Adam Schmidt in Schlierbach stürzte mit seinem Rad und war sofort eine Leiche.
Frankfurt a. M., 26. April. Zum Gesangswettstreit wird berichtet: Für den Abend des 3. Juni, nach dem Begrüßungskonzert, ist eine Illumination in Aussicht genommen. Der Kaiser fährt nach dem Konzert den Schaumainkai hinauf, über Untermainbrücke, Neue Mainzerstraße am Schauspielhaus vorbei und über äußere Kaiserstraße nach dem Bahnhof. Auf dem Main nehmen Rudergesellschasten Aufstellung; die Ufer, Brücken, die Kuppel des Schauspielhauses, die Türme des Rathauses und der Dom werden bengalisch beleuchtet.
Offenbach, 27. April. Ein schweres Unglück hat sich gestern, laut „Off. Z.", bei einer Feuerwehrübung zugetragen, welche von der Mühlheimer Feuerwehr im Beisein des Regie- rungsassessors Emmerling und des Kreisfeuerwehr-Jnspektors Müller am Gebäude der Kreiserziehungsanstalt abgehalten wurde. Die freistehende große Leiter, auf der sich eben drei Mann befanden, wurde durch einen plötzlich auftretenden Wirbelwind umgeworfen. Dem untersten der drei Feuerwehrleute gelang es noch rechtzeitig abzuspringen, der zweite kam mit einigen Hautabschürfungen davon, während der zu oberst stehende, der Maurer Emanuel Peter Haus, mit voller Wucht zu Boden geschleudert wurde und schwere Verletzungen, besonders am Kopfe, erlitt; u. a. wurde ihm der Unterkiefer zerschmettert.. Der Bedauernswerte wurde im Wagen des Herrn Regierungsassessors nach seiner Wohnung verbracht, wo er noch immer besinnungslos darniederliegt.
Babenhausen, 26. April. Dem desertierten Kanonier Faller von der hiesigen Garnison, der sich acht Tage in einem Strohhaufen versteckt hatte, mußten dieser Tage im Garnisonslazareit zu Darmstadt die beiden erfrorenen Beine amputiert werden.
Aschaffenburg, 27. April. Heute nachmittag vor 2 Uhr ist das vierjährige Knäbchen des Herrn Gastwirts Hohe im Main ertrunken. Der Kleine befand sich in der Gesellschaft anderer Kinder, welche an der Mainbrücke die Wendeltreppe auf die Ländezunge am Hafen hinabstiegen. Dabei glitt das Kind aus und stürzte in die Fluten, welche es mit sich fortrissen.
Sport.
Der zweite Renntag am Forsthaus zu Frankfurt gab vorgestern dem Frühjahrsmeeting einen herrlichen Abschluß, dank zuvörderst der wider alles Erwarten reichen Gunst der Witterung ; denn Frau Sonne ließ es sich nicht nehmen, die schöne Bahn im Sladtwald mit ihrem lachenden Schein zu beleben und kein Tropfen unwillkommenen Nasses, kein lästiger Windhauch, wie auch nicht ein Schatten eines Zwischenfalles trübte den frohen Genuß dieses selten schönen Sportfesttages. Kein Wunder daher, daß Tausende von Sportfreunden Kopf an Kopf die Tribünen und die Promenaden vor denselben füllten. Erfreulicherweise hat also der Rennklub schon gleich bei der ersten sich bietenden Gelegenheit die Mühe und Kosten, die er auf die weitere Ausgestaltung und Verschönerung seiner Bahn verwandt, mit einem ebenso reichen, wie wohlverdienten Erfolge belohnt gesehen. Nachstehend die Ergebnisse der einzelnen Rennen:
I. Sandhof-Flachrennen. Staatspreis 2000 Mk. Herren- Reiten Dislanze 140® Meter. 1. Hrn. Fr. Roths „Mortara" (2t v. Tautphoeus), 2. Gestüt Mariahalls „Student" (Hr. M. Lücke), 3. Hm, E. Leibbrands „Najada" (Graf Seherr). Ferner liefen: „Trara",, „Flottenvorlage", „Vasco de Gama" und „Kiekemahl". Nach einigem Aufenthalt am Start gelingt der Ablauf, „Vasco de Gama" wird alsbald aus der Bahn gedrängt. „Mortara", die als eine der letzten abgekommen, macht fortwährend Boden gut und führt
Gerüche schneller zu entfernen. Das wird auch unzweifelhaft erreicht. Daß das Sonnenlicht auch ein wirksames Desinfektionsmittel darstellt, das ist von Professor v. Esmarch in Kiel durch zahlreiche Untersuchungen bewiesen worden. Er infizierte Kleider, Betten, Felle, Möbel, Wäsche u. dergl. mit den verschiedensten Krankheits-Erregern, setzte sie den Sonnenstrahlen aus und untersuchte dann alle Stunden, ob und wie viel Bakterien noch vorhanden waren. Die Resultate erwiesen sich als überaus günstig. Namentlich die Cholerabazillen wurden nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in den tiefern Schichten der Betten u. f. w. schnell durch die Sonne getötet. Ebenfalls vernichtend, wenn auch erst nach längerer Zeit, wirkte die Bestrahlung auf die Bakterien des Typhus, Milzbrand, der Lungenentzündung, Schwindsucht und anderer Infektions-Krankheiten. Demnach haben wir in der Besonnung das beste und billigste, weil kostenlose Desinfektionsmittel. Für die Praxis des täglichen Lebens ist dies natürlich von großer Bedeutung. Denn da sich fast stets und überall Krank- heits- Erreger finden, so muß man alle Gegenstände, welche mit unserm Körper in nähere Berührung kommen, wie Betten, Kleider und Wäsche, öfter mehrere Stunden hindurch den Sonnenstrahlen aussetzen. Dadurch werden die wenigen anhaftenden Bakterien jedesmal getötet, sie können sich also nicht so leicht zu solchem Uebermaße vermehren, daß der Mensch ihneu erliegen muß. Die Schlafzimmer sind stets einer möglichst ausgiebigen Besonnung auszusetzen und nicht etwa durch dicke Vorhänge in dunkle Grabgewölbe zu verwandeln. Auch wird man gut tun, Kamm, Bürste, Zahnbürste, Handtuch, Waschlappen oder Schwamm nach jedem Gebrauche an sonnenbeschienene Plätze zu legen, weil dadurch nicht nur der feuchte, muffige Geruch alsbald entfernt, sondern auch den Bakterien ein günstiger Anstedlungs« und Nährboden entzogen wird. Wenn man eine mehrstündige Besonnung als Desinfektionsmittel häufiger anwendet, dann wird es nicht mehr so oft als bisher vorkommen, daß in der Familie eine ansteckende Krankheit ganz plötzlich, auf schier unerklärliche Weise auftritt.