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Montag

27. April

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Verstorben. Am vergangenen Freitag wurde der Kgl. Hegemeister Herr Louis König vom Forsthaus Lamboy- brücke zu Grabe getragen. Der sich zu Lebzeiten dienstlich und außerdienstlich allseitiger Beliebtheit erfreuende Beamte wirkte nahezu 30 Jahre in seinem hiesigen Amte, vor einigen Jahren wurde er zum Kgl. Hegemeister ernannt, im nächsten Jahre wäre es ihm vergönnt gewesen, sein öOjâbrigeä Dienst - jubiläum zu begehen. In Gottes Ratschluß war es anders bestimmt. Ein ehrendes Andenken wird ihm allerseits bewahrt bleiben.

* Wahlbewegung. In einer am Freitag dahier ab­gehaltenen Zentrums-Wählerversammlung sprach Herr Redak­teur Schönwiese aus Frankfurt a. M. über die Stellung des Zentrums zu den Zollfragen im Gegensatze zu der Stellung der Sozialdemokratie. Wie bei Versammlungen in anderen Orten, kam es auch hier zu Auseinandersetzungen mit an­wesenden Sozialdemokraten. Verschiedentlich wurde auch von Genoffen" der Versuch gemacht, den Referenten niederzu- schreien, naiverweise verlangte am Schluffe ein Genoffe, daß der Vorsitzende ein Hoch auf die Sozialdemokratie ausbringe. Die eifrige Agitation des Zentrums ist der Sozialdemokratie stark auf das Gemüt gefallen.

* Nach Falb. Für die nächste Zeit lautet nach Falb die Prognose: 27, bis 30. April: Die Regen nehmen etwas zu, namentlich in den letzten Tagen. Zu dieser Zeit treten auch Gewitter ein. Die Temperatur erhebt sich wieder zur normalen. 1. bis 10. Mai: Das Wetter ist regnerisch. Es herrscht Gewitterneigung, obgleich die Temperatur unter der normalen steht. Vereinzelt treten Schneefälle ein.

* Elektrische Straßenbahn. Nach einer Blätter­mitteilung soll das zum Bau und Betrieb einer elektrischen Straßenbahn erforderliche Kapital von 650 000 M. durch ein Konsortium aufgebracht worden sein. Nach unseren Infor­mationen ist die Aufbringung jedoch noch nicht gesichert, auch die ganze Angelegenheit noch nicht besonders weiter gerückt. Der Magistrat ist geneigt, seinerseits die Sache zu fördern, indem er sich bereit erklärt hat, zunächst die für das Projekt erfor­derliche Unterlagen (Kostenanschlag, Rentabilitätsberechnung) durch einen Sachverständigen prüfen zu lassen. Erst dann wird es sich darum handeln können, ob die Stadt Hanau, wie beantragt, ihrerseits einen Teil des Anlagekapitals über­nimmt. Neben der Verbindung der Bahnhök Hanaus durch zwei Linien ist auch eine Linie zur Verbindung Steinheims mit Hanau vorgesehen. Selbstredend kann das Zustande­kommen einer solchen Verbindung nur gewünscht werden, jedoch sind auch in dieser Hinsicht immerhin schwierige Verhält- niffe zu lösen.

* Die Golvwaaren-Diebftahlsaffäre. Zu unserer Samstagsnotiz über die Verhaftung eines jungen Kaufmanns wird uns mitgeteilt, daß die nach und nach entwendeten Gold­sachen nach den weiteren Feststellungen einen Wert von etwa 4000 Mk. repräsentieren dürften. Bei der Haussuchung in Keffelstadt fanden sich jedoch nur ein Paar Manschettenknöpfe und ein Uhranhângsel, Sachen, die ihm angeblich gehörten und einen geringen Wert besitzen. Die Firma F. u. F. hatte f. Zt. der dringenden Bitte der Eltern, ihren Sohn wieder zu den früheren Gehaltsbedingungen aufzunehmen, entsprochen, woraus sich die Gehaltsoerhâllnisse erklären laffen.

* * *

L Großauheim, 26. April. (Ehrend.) Der Re­dakteur derEssener Volkszeitung", Herr Dr. jur. Joseph Jörg (ein geborener Großauheimer, Sohn des Herrn Sen­sal Jörg) siedelt am 1. Mai d. Js. von Essen nach Köln über, um einem ehrenvollen Rufe als Generalsekretär der Rheinischen Zentrumspartei und als Mitarbeiter derKöln. Volkszeitung" Folge zu leisten.

0 Langenselbold, 27. April. (Verschiedenes.) Herr Pfarramtskandidat Castendyk ist von Königl. Regie­rung widerruflich mit der Versehung einer Schulstelle an der hiesigen Volksschule beauftragt worden. Daß unser Ort eine stete Bevölkerungszunahme zu verzeichnen hat, beweist auch die diesjährige Aufnahme der ABC-Schützen. So wird die 7. Knabenklasse von 75, die 7. Mädchenklasse von 88 Schülern resp. Schülerinnen besucht.

Sprechfaul.

Für die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.

Zugaben.

Die vor kurzem in Hildesheim mit Hilfe der Handwerks­kammer zwecks Wahrung wirtschaftlicher Interessen ins Leben getretene Vereinigung der Buch- und Papierhändler hat mit der Abschaffung der zu einem Unwesen gewordenen Zugaben ihre Tätigkeit begonnen.^Die Beteiligten haben sich verpflichtet, bei sonstiger Zahlung von 25 Mark für jeden Einzelfall, vom 1. Febr. ab den kaufenden Kindern nichts mehr zuzugeben, außer beim Einkauf von Schreibheften den Umschlag und ein Löschblatt. Zur Deckung etwaiger Strafen wurden Sicht­wechsel gezeichnet und der Handwerkskammer zur Verwahrung übergeben. Diese hat sich mit einem Rundschreiben an die Lehrerschaft gewandt und diese gebeten, die ihnen anvertrauten Kinder auf dm Beschluß der Vereinigung hinzuweisen und zu ermahnen, daß sie beim Einkauf von Schulbüchern rc. Zugaben nicht mehr abfordern. Daß die Lehrerschaft der Bitte der Handwerkskammer nachkommeu wird, dürfte als feststehend er­achtet werden. Erfüllen auch die Eltern und sonstige Vertreter der schulpflichtigen Jugend ihre Pflicht, dann dürste der Nutzen der Abschaffung des Zugabewesens vielseitig sein. Die be­rechtigte Klage der Lehrer und Lehrerinnen, daß der Kinder Aufmerksamkeit oft mehr auf die durch Zugabe erhaltenen Bilder rc., als auf den Unterrichtsgegenstand gerichtet sei, dürften verstummen, und unsere Jugend nicht mehr der Zugaben wegen unnötige Einkäufe machen. Manches Kind wurde bis­her verleitet um der zu erhaltenden Bilder willen, den Eltern die erste Unwahrheit zu sagen, daß 10 Pfg. nötig seien für ein neues Schreibheft, obwohl das vorhandene Buch erst halb vollgeschrieben war. Alle diese Vorkommnisse wurden herauf­beschworen durch die Manipulation einiger Gewerbetreibender, durch Zugabeartikel Kundschaft anzulocken, was schließlich dahin

führte, daß der eine Gewerbetreibende den andern im Zugeben überflügeln wollte und damit dem Ruin entgegen ging. Freuen wir uns daher, daß das Zugabewesen abgeschafft wird zum Wohle der Schule, der Jugend, der Eltern und der Gewerbe­treibenden, und hoffen wir, daß sämtliche Gewerbetreibende das für sie selbst und für das Publikum so lästige Rabatt- markenwesen ebenfalls beseitigen.

(Deutsche Papier- und Schreihwaren-Zeitung.)

Verdient auch Nachahmung in Hanau und wäre es eine dankbare Aufgabe für die hiesige Handelskammer, wenn sie die Vermittelung übernehmen würde.

Ans dem Gerichtsfaal.

Sitzung des Schwurgerichts vom 25, April.

Bankier Lilienfeld.

(Schluß.)

Außer den schon berichteten Fällen hatte der Angeklagte sich noch eines Betrugs schuldig gemacht, indem er einen Restaurateur zur Hergabe eines Wertpapiers veranlaßte. Der vernommene Sachverständige, Bücherrevisor Lorsch aus Frank­furt, bekundete, daß er durch die unzureichende Buchführung sich kein genügend klares Bild von der Vermögenslage des Angeklagten machen konnte. Er war ferner der Meinung, daß der Angeklagte von vornherein mit unzureichenden Mitteln ans gestattet gewesen ist, wie es ein derartiges Geschäft erfordert. Durch den Handel mit den schwindelhaften englischen Minen- papieren (australische, südafrikanische und amerikanische Gold- chars), die einen plötzlichen Kurssturz erlitten, wurde dann der Zusammenbruch herbeigeführt, dessen Eintreten er mit Mitteln hinhielt, die ihn schließlich dem Staatsanwalt in die Hände liefern mußten. Auch der Verlust in dem Federlin'schen Kon­kurs war sogar noch etwas größer, als der Angeklagte anfangs angegeben hatte. Für sich hat der Angeklagte wenig gebraucht und die Strafkammer berücksichtigte auch schon in ihrem frühe­ren Urteil, daß der Angeklagte nicht Unredlichkeiten begangen hatte, um sich ein luxuriöses Leben zu verschaffen oder zu be­reichern, sondern weil er durch Unglücksfälle dazu gedrängt wurde, nachdem er seine eigenen Ersparnisse und den größten Teil des elterlichen Vermögens zugesetzt hatte. Die Geschwore­nen bejahten die Schuldfragen mit Ausnahme der Fälle, in welchen der Verkauf der Frankfurter Bankaktien und das Ge­schäft mit dem St. Josephs-Bauverein in Betracht kommen, weil hier die strafbare Absicht nicht erwiesen war. Mildernde Umstände wurden in allen Fällen zugebilligt mit Ausnahme desjenigen, der den Emailleur betrifft und wodurch dessen saure Ersparnisse verloren gingen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren. Strafmildernd kam in Be­tracht die große Notlage des Angeklagten und daß weder Be- reicherungsabstcht noch Verschwendungssucht bei ihm vorlag, strafschärfend die Gemeingefährlichkeit eines solchen Treibens.

Die Anklage vertrat Herr Staatsanwalt Dr. Ramslow, Verteidiger war Herr Rechtsanwalt Leroi.

Damit haben die Sitzungen der diesmaligen SchwurgerichtS- session ihr Ende erreicht. Der Vorsitzende entließ die Ge­schworenen mit dem Dank des Gerichts für ihre Tätigkeit.

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 27. April.

9 Uhr 35 Min.

Ein Maximum über 763 mm lagert über Lappland, ein Minimum unter 743 mm über Südwestengland. In Deutsch­land herrschen schwache, vorwiegend südöstliche Winde. Das Wetter ist teilweise heiter und etwas wärmer.

Prognose für den 28. April: Meist trübes Wetter mit Regenfällen wahrscheinlich.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 25./4.

Sehr trocken

Beständig

Schön

VeränderlichHH

Regen

Viel Regen 7405557

Sturm I 730== I

710111 I

Hanauer Vereins- «. Nergnügungsnachrichten

für Montagen 27. April.

Turn- u. Fecktklub: Ab-nds 67 Uhr: Turnen der Damenabteilung, von Vig10 Turnen der Jugendabteilung.

Turngemeinde - Abends/iS*A9 Uhr: Turnen der Damenabteilung. Kirchenchor der Johanniskirche: Abends präzis 8 Uhr: Probe im Uebunflssâlchen der Kirche.

Drom.-Ltter. Verein Hanau: Dereinsabend im Vereinslokal »z. Sonne". Evang. Männer- und Jünglingsverein: Gelang (Ev. VeremshauS.)

Babelsberger Stenographen-Verein im Gasthaus zu Jen ,3 Rindern": Uebungsabend für Debattenschrift,

Arends'scher Stenographen-VereinConcordia" (Restaurationzur Allemania'): Abends von 8-9 Uhr: Unterricht für Schüler _ und Auswärtige; von 910 Uhr: Für Damen und Herren. Stenographen-Verein Stolze-Schrey VereinSabenv in derSonne". VereinHessischer Bund": Veriamml. im Vereinslok.z. Hessischen Hof". RadfahrerveremUnion": Vereinsabend imSchützenhof*.

Radfahrer-KlubGermania" : Klubabend im Gasthausz. Elephanten . Freiwillige Feuerwehr: 4. Komp. Zusammenkunft im .Schtttzenhof*.

Uerstetgernngs- etc. Kalender

für Dienstag den 28. Avril.

Nachmittags von 2 Uhr ab sollen im VersteigerungSloka'e Lang­straße Nr. 83 verschiedene Mobiliar- und andere Gegenstände durch den beet*1. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer gegen gleich bare Zahlung versteigert werden.

Hus Rab und fern.

r. Marbnea, 26. April. Vorgestern Nacht warf aus der Bahnhofsbrücke ein schwer bezechter Student seine sümt- lichen Kleider und seine Brieftasche mit 2500 Mk. in die an» geschwollene Lahn. Polizeibeamte, die hinzukamen, zogen dem völlig nackten Manne einen Mantel an und brachten ihn in die Klinik. Die Kleider und das Geld hat man noch nicht wieder.

8t. ^rantfittb 26. April. Mit der gestrigen ersten Aufführung der Ausstattunqs OperetteLysistrata" durch das Berliner Apollo-Ensemble ist wiederum ein Schlager erster Güte in das Hippodrom eingezogen. Darstellung und Ausstattung konnten auch die weitgehendsten Ansprüche befriedigen und war der Beifall ein überreicher. Die Hauptmelodien der flotten Musik mußten wiederholt werden und dürften, wie in Berlin, auch bei uns rasch populär werden.

0 Kleiu-Kcotzeuburg, 26. April. Eine in unserer Gemeinde schon vor zwei Dezennien aufgetauchte mysteriöse Mordaffaire" wurde, nachdem sie längst vergessen war, zum allgemeinen Erstaunen neuerdings wieder aufgerollt. Am 6. Dezember 1883 verschwand nämlich der erwachsene Sohn eines hiesigen Bürgers auf rätselhafte Weise. Alle Nach­forschungen über seinen Verbleib verliefen erfolglos. Einige Jahre später erhob ein Anverwandter des Vermißten den schweren Vorwurf, letzterer sei von seinem eigenen Vater im Streit erschlagen und innerhalb der Hofreite verscharrt worden. Diese Beleidigung wurde nach eingehender Unter­suchung der heiklen Angelegenheit durch Verhängung einer mehrwöchigen Freiheitsstrafe gerichtlich gesühnt. Auf Grund anonymer Briefschaften, in welchen vor etwa 14 Tagen gegen den vor einigen Wochen verstorbenen Vater des Ver­schollenen derselbe Vorwurf erhoben und gleichzeitig der Leichen» erscharrunqs ort genau bezeichnet wurde, sah sich die Gerichtsbehörde zu einer abermaligen Untersuchung veranlaßt. Nach Vernehmung einer größeren Anzahl von Zeugen wurde neuerdings in einem Garten umfassende Nach­grabungen nach etwaigen Leichenresten unter gerichtsbehördlicher Aufsicht vorgenommen, die indessen zu keinerlei positiven Er­gebnissen führten. Die Behauptung, man sei dabei auf ein menschliches Skelett gestoßen, beruht auf einem Irrtum; man fand vielmehr nur einige Schweineknochen. Unter unserer Bevölkerung findet die Annahme eines Verbrechens kräftigen Widerspruch. Es ist fraglich, ob der über der ganzen geheim­nisvollen Affaire liegende Schleier jemals wird gelichtet werden. Obige Tatsachen mögen dazu dienen, der in der Umgegend lebhaft springenden Phantasie die nötigen Zügel anzulegen.

W. Würzburg, 27. April. (Telegramm.) Heute morgen 2 Uhr 20 Min. stieß der Frankfurt-Münchener Schnellzug Nr. 90 bei der Durchfahrt durch die Station Heid in gsfeld auf den dort zu überholenden Güterzug Nr. 1920 nach Treuchtlingen. Der Schlußbremser des Gâter- zuges, Patr »ff aus Würzburg, wurde schwer, die Zug­führer der beiden Züge leicht verletzt. Die Maschine des Schnellzuges und die des Gülerzuges sowie derDienst-« wagen und die drei letzten Wagen des Güterzuges wurden sch w e r beschädigt.

Frankfurter Theater - Spielplan.

Opernhaus. Dienstag, 28. April, abends 6V2 Uhr: Der Ring des Nibelungen". Zweiter Tag der Trilogie: Siegfrieds. Große Preise. Mittwoch, 29., abends 7 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen:Der schwarze Domino". Donnerstag, 30., abends 7 Uhr:Figaros Hochzeit". Gew. Preise. Freitag, 1. Mai, abends 7 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen:Die Fledermaus". Samstag, 2., abends 6 Uhr:Der Ring des Nibelungen". Dritter Tag:Götterdämmerung". Große Preise. Sonn­tag, 3., abends 7 Uhr:Rigoletlo". Hierauf: Zum ersten Male: Der verliebte Waldgott". Große Preise. Montag, 4.: Geschloffen.

Schauspielhaus. Dienstag, 28. April, abends 7 Uhr:Alt-Heidelberg". Gew. Preise. Mittwoch, 29., abends 7 Uhr:Die Journalisten". Gew. Preise. Don­nerstag, 30., abends 7 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: Wilhelm Tell". Freitag, 1. Mai, abends 7 Uhr: Vor­stellung bei kleinen Preisen:Der blinde Paffagier". Samstag, 2., abends 7 Uhr: Zum ersten Male:Die Liebes­schaukel". - Gew. Preise. Sonntag, 3., nachmittags B1^ Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen:Alt-Heidelberg". Abends 7 Uhr:Die Liebesschaukel". Gew. Preise. Montag, 4., abends 7 Uhr:Die Schloßherrin". Gew. Preise.

Drahtnachrichten.

Wesel, 26. April. DerWeseler Zeitung" zufolge brach gestern in der alten Cidadelle (Hauptwache) Feuer aus, durch das das Obergeschoß, in dem die Wohnung des Artillerie- Offiziers vom Platze und des Hauptmanns Scheele sich befand, auèbrannte. Das Feuer war um 1/il2 Uhr gelöscht.

Madrid, 26. April. In der Provinz sind die Wahlen zu den Kortes sehr unruhig verlaufen. In Madrid haben die Republikaner die Mehrheit. In einem Bezirk der Stadt verhinderte eine Gruppe, die in das Wahl­lokal eingedrungen war, die Vornahme der Wahl und zer­trümmerte die Wahlurne. Mehrere Personen wurden im Handgemenge verletzt, darunter auch mehrere Schutzleute. Gendarmerie-Patrouillen ziehen durch die Straßen. In Bar­celona kam es zwischen Republikanern und Katalanisten wiederholt zu Zusammenstößen, bei denen mehrere Personen durch Revolverschüsse verletzt wurden. Die Repu­blikaner griffen die Priester mit Steinwürfen an. Auch in Salamanca kam eS zu Zusammenstößen. Der Vorsitzende deS Wahlbureaus wurde ausgepfiffen. In Va­lencia wurde eine Person durch Revolverschüsse verletzt. In Granada wurden die Wahl Urnen durch Stockschläge zerstört.

Florenz, 26. April. Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich besichtigten gestern den Dom. Am Nachmittag stattete der Kronprinz dem Grafen Harrach in der Villa Ma-