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26. März.

Donnerstag

Seite 7.

Füßen der Säule nieder, wo er nach kurzer Zeit von einigen Bewohnern des benachbarten Dorfes Cassano Magnago (bei ®alnrr*te) auloefunden wurde.

Ein großes Vermächtnis hat in Crefeld Frau Marianne Rhodius, geb. de Greiff, aemacht. Schon bei Leb­zeiten war sie sie gehörte den Mennoniten an eine Wohltäterin der Armen in der Stadt. Allein die städtische Armenpflege wurde von ibr jährlich mit 20,000 Mk. unter­stützt. ah ihrem letzten Willen aber hat sie der Stadt Crefeld 1,800.000 Mk. für Wohl'ätigkeitszwecke zugewendet. Nur die Hinsen sollen dazu verbraucht werden. Zur Verwaltung des Vermächtnisses ist eine von der Stadtverwaltung zu wäh­lende Pflegschaft bestimmt, die aus dem Oberbürgermeister und sechs Mitgliedern zu bestehen hat, die alle Protestanten sein müssen. Zu erwähnen ist noch, daß die mildtätige Frau ihren zahlreiche»? kleinen Schuldnern, die von ihr Beträge unter 3000 Mk. entliehen hatten, durch testamentarische Verfügung ihre Schulden erlassen hat.

Wie es einem Provinzialen in einem Berliner Friseurgeschäft erging, zeigte eine Verhandlung vor dem Berliner Schöffengericht. DieFreis. Ztg." berichtet darüber: Der Friseur Becker, dessen Ehefrau und der Friseurgehilfe Ka- wecki hatten sich wegen Betrugs zu verantworten. Der Kauf­mann Krause aus Stettin besuchte eines Tages das Geschäft des Becker, um sich die Haare schneiden zu lassen. Als Krause an der Kasse bezahlen wollte, forderte ihm die dort sitzende Frau Becker fünfzig Mark ab. Sie rechnete ihm vor: Haar­schneiden, Kopfwäsche und Pomadisieren, ein Kamm und eine Bürste, eine Flasche französischen Haarspiritus, eine Büchse feinster Pomade und ein Trockentuch, macht alles zusammen 50 Mk. Denn alles dies habe er gebraucht und damit ge­kauft, er könne es ja auch mitnehmen. Krause wollte sich darauf nicht einlassen; man einigte sich auch schließlich auf 10 Mk. und Krause legte ein Zwanzigmarkstück auf den Laden­tisch. In diesem Augenblick trat der Angeklagte Becker, der vom Nebenzimmer aus das Gespräch gehört hatte, hervor und strich kurzerhand das Zwanzigmarkstück ein mit dem Bemerken, das sei schon billig genug, er gäbe nichts heraus. Krause er­stattete Anzeige wegen Betruges. Im Termine beriefen sich die Angeklagten auf das Gutachten des Hoffriseurs Haby. Dieser erklärte aber, daß eS nicht Gebrauch sei, die ganze Flasche Haarwasser und Pomade dem Kunden ohne weiteres anzurechnen, wenn man von dem Inhalte etwas verwendet habe; ebenso sei es mit dm Utensilen. Die Arbeit sei im vor­liegenden Falle mit 3 bis 4 Mk. ausreichend bezahlt. Der Gerichtshof verurteilte den Becker zu 200 Mk., seine Ehefrau und den Gehilfen Kawecki zu je 50 Mk. Geldstrafe.

VomSUiutmenWn" Nagel und seiner Braut. Eine neue Nagel-Aera ist mit der Rückkehr des viel genannten Naturmenschen Gustav Nagel aus Konstantinopel in seine Heimat angebrochen, denn Nagel bildet abermals in weiten Kreisen das Tagesgespräch, da er sich vor einigen Tagen mit dem Zeremoniell, das unter denNaturmenschen" üblich ist, in aller Form mit einer aus Konstantinopel mitgebrachten Türkin" verlobt hat. Die glückliche Braut des nach wie vor fast adamitisch lustwandelnden Naturmenschen heißt Meta Korn­häuser und ist etwa 28 Jahre alt; sie ist in Wien geboren, war aber in einem Konstantinopeler Unterrichtsinstitut ver­schiedene Jahre als Lehrerin tätig; Fez und Kaftan trägt sie auch in Arendsee. Das Paar erregt lebhaftes Interesse und es ist kein Zweifel, das am großen Arendsee überaus idyllisch gelegene Landstädtchen Arendsee wird durch den Naturmenschen berühmt, da sich Polizei und Stadtverwaltung von Armdsee nach langem Schwanken entschlossen haben, Nagel in Arend­see zu lassen, die Stadtverwaltung hat ihm sogar gestern ein 30 Morgen großes Stück Land in den städtischen Anlagen zum Bau einesNagelheimes" unentgeltlich angewiesen, welches nahe der Königlichen Forst zu liegen kommt. Die Hochzeit des Nagel mit seiner Braut, die übrigens seit ihrem sechsten Lebensjahr Vegetarierin ist, wird ohne Frage zu einem Er­eignis ersten Ranges; das Städtchen wird dieHochzeitsgäste" wohl kaum fassen können. Am letzten Sonntag schon war auf das man uns, den Kapitän und mich, niedersetzte, mit dem ausdrücklichen Befehl, uns gegenseitig den Bauch auf« znschlitzen!

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Doch wie groß war meine Bestürzung, als ich wieder zu mir kam, und durch das Schlüsselloch den Kapitän in eigener Gestalt erblickte, der an der Spitze seiner Kompagnie zurück­kehrte, um eine Rekognoszierung vom Keller bis zum Dache vorzunehmen.

W ssen Sie, Schwiegermama, daß unsere Expedition mit denen des Don Quixote große Aehnlichkeit hat?" sagte er. Ich werde auf diesen Feldzug nicht besonders stolz sein!"

Der Dieb wird durch die Dachluke über die Gosse aus­gerückt sein," versetzte meine Tante.

Aber zu solchen Kunststücken sind doch nur die Katzen im Stande!"

Die Katzen? Sie scherzen! Ich habe ganz deutlich das Geräusch von Stüfeln gehört!"

Dann war es ein gestiefelter Kaier! Na, ich werde mich wieder zu Bett legen."

Auf Ehrenwort, ich fragte mich, ob das nicht der Schatten des ermordeten Kapitäns war, der, nur um mich wie ein zweiter Banquo zu ängstigen wieder auf Erden zurück­gekehrt war! Ich rief meinen ganzen Mut zu Hilfe und wagte mich hinaus, um meinem Opfer ins Gesicht zu sehen. Es war wirklich Louisas Bräutigam, der zwei Schritt von mir entfernt stand; er war von Fleisch und Bein und sah in der eleganten weißen Flanellbluse, die er in der Eile über die Schultern ge­worfen hatte, sehr fesch aus. Uebrigens hatte er nicht den geringsten Blutfleck aufzuweisen.

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Da ich nun fühlte, daß meine Gedanken sich verwirrten, so stürzte ich nach dem Vestibüle und holte den schrecklichen, japanischen Säbel von neuem herunter. Als ich ihn mit beiden Händen ergriff, um mir die Mordszme so vorzuswllen, wie sie sich abgespielt, bemerkte ich plötzlich, daß ich mit noch das Heil

das Städtchen Arendsee der Zielpunkt Hunderter von Menschen, die Nagel und seine Braut sehen wollten. S'ürmisch wurde in einem Saale der Stadt das Erscheinen der Brautleute ver­langt, denen schließlich nichts weiter übrig blieb, als HG'U- gehen undvor dem Volke zu sprechen". Für nächsten So 11 wurde dann auch von Fräulein Kornhäuser, die übrigens viel Bildung, Rednertalent und Lebensart verrät, ein großer Vor­trag angekündigt. Die Braut Nagels macht keinen unsym- patbi-chen Eindruck; sie erzählt, daß sie im Kloster Notre dame in Wien erzogen worden sei; gegen die Zumutung, Nonne zu werden, sträubte sie sich ganz entschieden, griff zum Wanderstabe und wanderte nach Indien und Astika mit einem Naturforscher, ihrem Onkel. Fräulein Kornbäuier schwärmt für Nagel, ihren Bräutigam, sie liebt ibn über alle Maßen.

Der neue Landeßverratsprozetz. Die Untersuchung gegen den wegen Landesverrats in Neu - Breisach verhafteten Maler Müller ist nunmehr eingeleitet. Derselbe ist beschuldigt, Zeichnungen und Skizzen von den Forts Straßburg und Metz an das französische Kriegsamt geliefert zu haben. Der Landes­verratsprozeß vor dem Reichsgericht ist noch vor den Ferien zu erwarten.

Einen schrecklichen Tod erlitt in Bartin ein zehn­jähriges Waiienmädchen aus Stettin, das einem Bauernguts- besttzer in Pflege gegeben war. Als der Sohn des Besitzers mit einer Dunggabel arbeitete, lief das Mädchen blindlings hinzu, ohne daß der Sohn es merkte. Dabei stieß er dem Kinde die vierzinkige Gabel tief in die Brust. Nach einem hellen Aufschrei starb das Kind sofort

Kunst und Leben.

Ein chinesisches Monte Carlo. Von der male­rischen alten Stadt Macao schreibt E. A. Reynolds-Ball in der ZeitschriftTravel" :Vom kaufmännischen Standpunkte ist Macao eine in Verfall geratene und absterbende Nieder- laffung. Aber es ist der Sitz einer sehr einträglichen Spiel­industrie; über zwanzig konzessionierte Spielhäuser bezahlen zusammen jährlich 680 000 Mark Steuern an die Regierung. Macao ist auf einer zwanzig Meilen großen Insel an der Mündung des Perlflusses gebaut. Von Hongkong ist es durch eine dreistündige Dampferfahrt erreichbar, und mit dem Fest­land ist es durch einen Damm verbunden, der bei hohem Wafferstand vom Meere bedeckt ist. An den Spieltischen Macaos drängen sich Chinesen und Portugiesen, und von Samstag bis Montag auch Briten aus Hongkong, die lieber Fan Tan spielen, als daß sie in Hongkong dem Gottesdienst beiwohnen. Die Spielhöllen liegen in dem Chinesenviertel und sind innerlich und äußerlich wenig anziehend. Sie sind von den portugiesischen Behörden konzessioniert, da die Steuern der Spielböllen eine der Haupteinnahmequellen der Stadt bilden. Man erhält leicht Zutritt, ohne Eintrittsgeld zu zahlen; alle Fremden, besonders Engländer, sind willkommen. Die Spielhäuser sind gewöhnlich nur ein Stockwerk hoch. Man betritt sie von der Straße, ohne durch eine Halle oder ein Vorzimmer zu kommen; das einzige Möbelstück in dem schlecht beleuchteten und gelüfteten Raum von 50 Fuß Länge und 30 Fuß Breite ist ein 4 Fuß hoher Tisch, der eine Fläche von 6 Quadratfuß hat."

Ein Nlesenwafferwerk in Australien. Englisches Geld und englische Technik haben jüngst in Egypten ein mächtiges Werk vollendet, das große Stauwerk des Nils. Eine zweite kolossale Schöpfung ist das Riesenwafferwerk in Westaustralien, das unlängst fertiggestellt worden ist. Den ganzen Westen des fünften Erdteils, so lesen wir in der T. R.", nimmt der Saat Westaustralien ein, der gegenwärtig an der Spitze aller. golderzeugenden Länder steht. Wo sich vor zehn Jabren noch die trostlose, nur hier und da von Salz­sümpfen unterbrochene Wüste dehnte, sind jetzt große Städte emporgewachsen, die freilich zumeist nur aus Wellblech Häusern bestehen, aber ein äußerst lebhaftes Treiben und ein Völker- gemisch aufweisen, wie vielleicht kein anderer Ort der Erde. Der Mittelpunkt der Goldfelder ist Coolgardie, 600 Kilometer

in der Hand hielt ; die Klinge war vollständig in den langen Griff hineingegangen!

Oh, Zauberei, das war ein's deiner Kunststücke! Ich war verblüfft, doch von schrecklichen Gewiffensbiffen befreit!

Ich verließ das Haus am frühen Morgen, ohne jemandem Lebewohl zu sagen, und seit jener denkwürdigen Nacht hat mich nie mehr die Versuchung angewandelt, meinen Vetter, den Kapitän, zu durchbohren!

Der Fcstzug Beim deutschen Bundcs- schießen.

Die Vorbereitungen für das deutsche Bundesschießen in Hannover sind in vollem Gange. Die Stadtverwaltung und die Hannoverschen Schützengesellschaften, die Bürgerschaft und die Studenten der beiden Hochschulen, die sämtlichen Innungen, die Sportvereine, Turner und viele andere Korporationen haben sich zusammengetan, um das Bundesschießen auch äußer­lich so glänzend wie möglich zu gestalten. Einen neuen Be­weis dafür liefern die von allen Seiten kommenden Anmel­dungen zum großen Festzuge beim Bundesschießen, der vom deutschen Kronprinzen, dem hohen Protektor des Bundesschießens, persönlich angenommen und in seiner abwechslungsreichen, bunt- beweglen (Gestaltung die Festzüge in anderen Städten über­treffen soll. Abgesehen von den tausenden schmucken Schützen aus allen deutschen Landen, die im Zuge marschieren werden, wird auch die Beteiligung der Einwohnerschaft Hannovers eine ganz außerordentliche sein. Es haben schon zwei Sitzungen des Festzngsauöschusses unter Vorsitz des Stadt'yndikus Eyl stattgefunden. Der leitende Arrangeur des Zuges ist Stadt­bauinspektor Rowald, ein ebenso kunstverständigkr wie praktischer Mann. Aus den Besprechungen mit den Vertretern den In­nungen, Stndentknichasi und anderen Korporationen, an denen ( auch der Senator Fini, der Vorsitzende des Hannoverichen ' ^chntzcnkolle'.s, mit seinem bewährt-n Rat teilnahm, ging das folgende Programm hervor: Erste Hauptgiuppe: Wagen mit

von der Hauptstadt Perth entfernt und durch Eisenbahn mit bieder verbunden. Weit und breit aber ist in bett Minenbe- jT^en kein Wasser zu finden; das in zwölf Sammelteichen oufgefaname Regenwafser reicht nur kurze Zeit, und das aus den Salzlümpfen entnommene und gereinigte Grundwaffer ichmeckt abscheulich. Bei langer Dürre oder großer Hitze (Ende Januar 1903 zeigte die Quecksilbersäule in der Sonne 71 Grad Celsius) standen die Stampfwerke oft monatelang still. Da wurde im Februar 1898 der kühne Plan gefaßt, vom Helena-River her, wo sich die riesigen Jarrah-Wälder ausdehnen, eine eiserne Röhrenleitung 530 Kilometer weit bis Cüolgardie zu bauen und reines Tiefbrunnenwaffer dorthin zu führen. Nach fünfjähriger angestrengter Arbeit ist jetzt das Werk vollendet 22 Millionen Liter liefert die Leitung täg­lich ; freilich ist das Wasser warm, aber derWafferiack", der aus dichtem Drell besteht und das köstliche Naß durch Oberflächen- verdunstung rasch abkühlt, hilft dem Uebelstande ab. 50 Millionen Mark kostete der Bau, denn das Quellwaffer mußte erst 750 Meter emporgehoben werden, um den nötigen Druck zu erzeugen. Dann fügte man die eisernen Röhren zusammen und leitete sie, einfach auf die Erde gelegt, über Berg und Tal. Das Riesenwerk dieser Wasserleitung reiht sich würdig dem Bau der Bahn an, die die ungeheure inneraustralische Wüste. in einer Länge von 2500 Kilometern durchschneiden und die großen Handelsstädte des Südens, Sydney und Melbourne, dem Weltverkehr näher bringen soll.

Zwei Kunstkenner. Man erzählt derTgl. Rdsch'" folgende Geschichte, die den Vorzug der Wahrheit hat. Szene: Im Bureau eines Rechtsanwalts. An der Wand hängt eine farbige Copie von Böcklin'sToteninsel". Eine Dame, die den Anwalt konsultiert hat, wirft beim Fortgehen einen langen Blick auf das Gemälde und ruft entzückt aus:Ah, welche schöne Aussicht von Helgoland !" Der Herr Dr. juris ist so starr vor Entsetzen, daß er die Sprache verliert und entläßt die Dame mit einer stummen Verbeugung. Bald darauf be­trat das Zimmer ein behäbiger Börstaner, der mit dem Rechts­anwalt schon länger gut bekannt ist. Der Jurist erzählt ihm lachend sein Erlebnis mit der kunstverständigen Dame. Da wirft sich der Dicke mit Macht in einen Seffel und bricht unter dröhnendem Lachen in die Worte aus:Na, aber so 'ne einfältige Person. Das steht man doch auf den ersten Blick, daß das Bild Capri vorstellt!"

Indische Weisheit. Abderrahman, ein jünger- indischer Fürst, mit Glücksgütern reich gesegnet, in vollem freudigen Lebensgenuß, dabei von teilnehmendem, empfindsamen Charakter, hatte öfters Stunden, in welchen er grübelnd über Leid und Freude des Menschen nachdachte, und es verstimmte ihn, daß der Schmerz im Leben so wehe tat und wieder die Freude oft zu berauschend und aufregend wirkte. Nun hatte er an seinem Hofe einen weisen Mann, der für alles Rat wußte. Diesen ließ er rufen und bat ihn, einen Ring ver­fertigen zu lassen, der aber nur zwei Worte tragen dürfe. Diese müßten einen Trost für die schlimmen Tage sein, um solche leichter überwinden zu können, aber auch zugleich eine Beruhigung bei zu großen Glücksüberraschungen. Der weise Mann ging zum Goldschmied u»d nach wenig Tagen brachte er dem Fürsten einen Ring, der nur die beiden Worte ent­hielt:Alles vergeht!"

P a t e n t - E r t h e i l u n z en.

Nr. 14t 131. Sperrvorrichtung für das Adschlußorgan von Gasbrennern. Adolf Bachner in Frankfurt a. M., Werftstraße 16, vom 24. Juli 1901 ab. Kl. 4c.

Nr. 141507. Verfahren zur Herstellung von Doppel­knöpfen aus Draht. Friedrich Koch in Frankfurt a. M., Feldbergstraße 38, vom 10. Juli 1902 ab. Kl. 7e.

Nr. 141 532. Widerstandsregler mit unmittelbar an den Kontaktstücken befestigten und zwecks ihres sicheren Haltes um isolierende Stützen herumgelegte Spiralen. Voigt & Haeffner, Aktien-Gesellschaft in Frankfurt a. M.- Bockenheim, vom 4. Dezember 1901 ab. Kl. 21c.

Bundesbanner und berittenen althannoverschen Schützen. Zweite Gruppe: Heinrich der Löwe, umgeben von Bogenschützen und Reisigen, die den in Brand geschossenen, von den hannover­schenSpartanern" hartnäckig verteidigten Dörener Turm be­stürmen. Armbrustschützen, die ein Schützenfest aus dem 14. Jahrhundert darstellen und denen in einem blumenbekränzten Rosenmontagswagen holde Schützendamen folgen. Ein Jagd­zug aus der Zeit des 17. Jahrhunderts schließt sich an. Dritte Gruppe: Ein wundervoll kompinierter Wagen der Gartenkunst. Wagen der Haupt- und Residenzstadt, auf dem vor dem großen Stadttor, über dem der rote Löwe seine Pranken hebt, flankiert von kraftstrotzenden Wappenhaltern, die stolze Hanovera thront. Zwei Wagen der technischen und tier­ärztlichen Hochschule, originell mit Szenen aus dem früherm und jetzigen Studentenleben, begleitet von dm Verbindungen in vollem Wichs, zu Fuß und hoch zu Roß. Dem herrlichen Prunkwagen der Kunst und des KunstgewerbeS folgen die Innungen in historischen Trachten mit den Fahnen und allerlei charakteristischen Emblemen. Vierte Gruppe: Wagen der Sänger, sinnreich und vornehm geschmückt, darauf Or­pheus, dem selbst die wilden Tiere gespannt lauschm. Wagen der Turner mit Vater Jahns Koloffalbüste, umgeben von Tur­nern und der wehrhaften Jugend, Lützowschen Jägern. Wagen des Alpenoereins mit veritabier Schutzhütte, tannenumrauscht, im Hintergründe ein blauweißschimmernder Gletscher, im Vorder­grund zitherspielende Sennerinnen, tanzende Buas und Madel, umgeben von Gebirgsschützen, Steigern, Bergkraxlern, Tou- rtften. Die Kolonialgesellschaft arrangiert eine Szene auS dem Jägerleben in den Tropen, vielleicht mit Büffelochsen, Kamelen oder einem gezähmten Raubtier in der Mitte. Ebenso cha­rakteristisch werden die Festwagen der Ruderer und Kegler fein. Die Radler lassen auch ihre Musik auf Tri'cykles faßten. Der Wagen der vereinigten Brauereien bildet den feuchtfröhlichen Schluß. Zwischen' den einzelnen Gruppen marschieren die deutschen Schützen, von denen viele ihre eigenen Musikkorps und ans einigen Städten sogar schöne Bannerwagen mit« bringen.'