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Gamstag
21 .März.
* Verein für städtische Angelegenheiten. Dem von: Vorstand erstatteten Jahresbericht für 1902 ist folgendes zu entnehmen: Im Jahre 1902 fanden 11 Dorstands- ' Sitzungen statt, und wollen wir die darin gefaßten Beschlüsse nach Möalichkeit kurz mitteilen. Zuvor berichten wir noch, daß die Generalversammlung am 29. Januar staitgesundcn, die Mitgliederzahl unverändert geblieben ist und unter Kassen- Lestand beim Eintritt in das Geschäftsjahr Mk. 974,22 betrug. In den ersten Sitzungen des neuen Jahres wurde be- i schlossen, eine für unsere Vaterstadt empfehlende Annonce in größeren Blättern erscheinen zu lassen. Diese Annonce er- (schien während der Reisesaison einmal monatlich im Berliner Tageblatt und in der Kölnischen Zeitung. Wir hatten die Ansicht, daß eine solche Empfehlung für unser ganzes Gemeinwesen nur von Vorteil sein könne und waren unS von vorn herein klar, daß direkte Vorteile sich damit nicht zeigen würden. Trotzdem sind die verschiedensten Anfragen in Folge unsers Vorgehens an uns und auch einige an den Magistrat — soviel wir gehört haben — ergangen und sind wir vollkommen darin bestärkt worden, diesen Weg weiter zu verfolgen und mit Nachdruck weiter zu inserieren. Wir hoffen die Mittel hierfür zu erhalten, sei es durch einen kleinen Beitrag aus unserer Stadtkaffe oder durch Zuwendungen aus unserer Bürgerschaft. — Fremdenverkehr: Einer an uns ergangenen Anregung von Frankfurt a. M. „dem Bund der deutschen Vereine zur Förderung des Fremden-VerkehrS" bei« zutreten, sind wir gefolgt und wohnten im Laufe des Jahres Vertreter unseres Vereins sowohl den Sitzungen in Frankfurt a. M. als auch der ersten Generalversammlung des Bundes deutscher Verkehrs-Vereine in Düsseldorf bei. — Wegweiser in der Stadt. Bei den Beratungen wurde in einer unserer Vorstands - Sitzungen darauf hingewiesen, daß es zweckentsprechend sei, daß die Wege nach unseren Bahnhöfen — namentlich vom Ostbahnhofe und Nord- bahnhof nach der Stadt bester gezeichnet sein könnten und wurde beschlosten, den Magistrat auf diese Anregung aufmerksam zu machen und zu ersuchen, diesen Wunsch aufzunehmen. Seiber wurden wir mit nachstehendem Schreiben des Magistrats abschlägiich beschieden: Wir sind nicht in der Lage, dem Anträge des Vorstandes auf Aufstellung von Tafeln und Wegweisern mit Angabe des Weges nach den Bahnhöfen zu entsprechen, weil durchgehende direkte Straßenzüge von den Bahnhöfen nach dem Zentrum der Stadt nicht vorhanden sind, eine größere Menge von Schildern daher notwendig wäre und deren Anbringung Kosten verursachen würden, die mit den zu erwartenden Vorteilen nicht im Verhältnis stehen. — Elektrische Bahn. Schon in einer der ersten Sitzungen oes Jahres wurde beschlossen, in auswärtigen Zeitungen aufmerksam zu machen, daß Hanau noch ohne Bahn in seinem Inneren sei, und sollte namentlich darauf hingewiesen werden, daß eine solche Anlage in Verbindung mit den Vororten empfehlenswert sei. Bei unserem geplanten Vorgehen erfuhren wir, daß von einer Seite bereits Absicht vorhanden sei, einem solchen Unternehmen näher zu treten, und glaubten wir diese Absicht nicht stören zu sollen. Von dieser Seite ist man dem Plan auch näher getreten und hat im Herbst der Magistrat die Erlaubnis zur Vornahme der Vorarbeiten erteilen können. Wir wollen hoffen, daß die Angelegenheit einen gedeihlichen Fortgang nimmt. — Ein Führer durchHanau wurde auf unsere Veranlassung und mit unserer finanziellen Unterstützung herausgegeben. Das Werkchen ist für seinen Zweck s hr geeignet ausgefallen, dient sowohl dem Fremden zur sicheren Orientierung und führt dem Einheimischen unsere schöne Stadt ebenfalls in klarem Bilde vor. Der Absatz durch Fr. Königs Hofbuchhandlung war zufriedenstellend und empfehlen wir den weiteren Ankauf. Wir lassen hieran noch eine Aufstellung unserer E.nnabmen und Ausgaben folgen und haben somit für 1903 einen Bar-Vortrag von Mark 457,44. Bei unserer Mitgliederzahl von ca. 340 haben wir eine Einnahme von Mark 680.— zu ermatten, womit wir unsre Unkosten, namentlich die Ausgaben sür Annoncen, nicht bestreiten können. Wir richten deshalb an die Bürgerschaft das Ersuchen, unserem Vereine beitreten zu wollen, zumal unsre Bestrebungen darauf gerichtet sind, unserer Vaterstadt zu nützen und alles aufzubieten, um unser Gemeinwesen zu heben und zu fördern.
* Liederabend. Wir wollen nicht versäumen, an dieser Stelle nochmals auf den heute abend in den Sälen der „Centralhalle" statifindenden Liederabend des Gesangvereins „Tonblüthe" aufmerksam zu machen. Nach dem Verlauf der gestrigen Generalprobe zu schließen, verspricht derselbe einen sehr genußreichen Verlauf zu nehmen und dürfte wohl alle Ansprüche an eine derartige Veranstaltung befriedigen.
* Klub „Cameratia". Wie bereits mitgeteilt, begeht der Klub „Cameratia" am 29. März d. J. im Saale des Gasthauses „zum Elefanten" sein 2. Stiftungsfest, verbunden mit Abendunterhaltung und Ball. Wir wollen nicht verfehlen, darauf aufmerksam zu machen und verweisen auf die im Inseratenteil befindliche Annonce.
* In der „Centralhalle" gibt die Jnfanteriekapelle morgen abend ein großes Militärkonzerl. Das uns vorliegende Programm bürgt für einen in jeder Beziehung genußreichen Abend.
♦ Süddeutsche Bauern. Die gewiß noch in bestem Andenken stehenden vorzüglichen Sänger und Sängerinnen „Süddeutsche Bauern" sind morgen wieder in der „Wiener Spitze", ein paar wirklich genußreiche Stunden stehen also in sicherer Aussicht.
* In der Brauerei Dörr ist für morgen ein anscheinend recht unterhaltendes Programm aufgestellt, worauf wir unter Hinweis aus den Inseratenteil aufmerksam machen.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen Nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad Konzert der Infanterie-Kapelle Nr. 166 statt.
* Deserteur. Gestern nachmittag wurde hier durch ein Kommando der 168er ein Rekrut des hiesigen Infanterie- Regiments eingelrefert, der im November als unsicherer Heerespflichtiger eingestellt und sich vor einigen Wochen von seinem hiesigen Truppenteil entfernt hatte.
** Gewerbegericht. (Sitzung vom 20. März.) Es klagt der Friseurgehilfe I. gegen den Barbier W. auf Zahlung eines rückständigen Lohnes von 6.81 Mk. Der Beklagte wird zur Zahlung von 11.80 Mk. an den Kläger verurteilt, in welch' letzterer Summe die Versäumnis- und Reisekosten des Klägers einbegriffen sind. — Der Fahrbursche H. hatte die Firma Gebr. N. auf Zahlung eines Betrages von 36 Mk. wegen kündigungsloser Entlastung verklagt. Der Kläger war mit seinem Arbeitgeber in Streit geraten, in besten Verlauf eS zu einer Katzbalgerei zwischen den Beiden und zur Arbeitsniederlegung des Fahrburschen kam. Letzterer behauptet, V. habe gesagt, er (der Fahrbursche) brauche überhaupt nicht mehr zu kommen, während V. behauptete, zu dem Fahrburschen gesagt zu haben, er könne gleich gehen, er könne aber auch seine 14 Tage aushalten. Der Beklagte V. leistete in der gestrigen Sitzung einen dahingehenden Eid, worauf der Kläger, um die Kosten zu sparen, seinen Antrag zurückzog. — In der Klagesache des Fahrburschen W. gegen den Fuhrunternehmer D. auf Zahlung eines Lohnanspruchs von 38 Mk. kommt ein Vergleich dahin zu Stande, daß der Beklagte an den Kläger Mk. 7.50 bezahlt, letzterer auf weitergehende Ansprüche verzichtet. — Der Fahrbursche F. verklagt den Fuhrunternehmer Adolf S. auf Zahlung eines rückständigen Lohnes von Mk. 5.16. Auch "hier kommt ein Vergleich zu Stande, wonach der Beklagte an den Kläger die Hälfte, Mk. 2.58 bezahlt, letzterer auf den Rest verzichtet. — Der Taglöhner H. klagt gegen die Baumaterialien- Handlung K. auf Zahlung eines Lohnanspruchs von 101.40 Mk. Der Kläger war bei dem Beklagten zunächst als Hof- arbeiter tätig, erhielt aber nachher infolge Untauglichkeit des vorigen Fahrburschen den Fahrdienst übertragen und bekam gleichzeitig eine Lohnerhöhung. Er versah den Dienst während mehrerer Monate und trat nach seinen Weggang von der Firma plötzlich mit einer Forderung von 101.40 Mk. für geleistete Überstunden hervor, welche er für die Zeit berechnet, in welcher er mit dem Fuhrwerk später wie nach seiner früheren Feicrabendstunde zurückkam, ebenso auch für Sonntags, Der Umstand, daß bei dem Dienst als Fahrbursche eine so genaue Arbeitszeit überhaupt nicht eingehalten werden kann, der Kläger auch vorher während der ganzen Dienstzeit keine derartige Forderung erhoben hat, führt zur Abweisung der Klage. — Der Schneidergeselle O. verklagt den Schneidermeister G. auf Zahlung eines Lohnes von 24.22 Mk. Kläger hatte von dem Beklagten im Herbst v. I. Stoff für Hose und Weste erhalten, hierfür aber nichts abbezahlt. Die Gehilfen bekamen jetzt mit dem Meister Lohnstreitigkeiten und reichten ihre Kündigung ein. Der Meister behielt dem Kläger daraufhin von seinem Lohn den schuldigen Betrag für den Stoff zurück. Kläger wird mit der erhobenen Forderung abgewiesen. Zur Zahlung einer weiteren Forderung von 1.80 Mk. als Entschädigung für die Zeit, in welcher der Geselle durch Nicht- sunktionieren der Gasleitung am Arbeiten gehindert war, erklärt sich der Beklagte freiwillig bereit.
* Das HahnenkammhauS ist morse»» Sonntag geöffnet.
Sprechfaal.
Für die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.
Schulunterricht.
Wie wir aus dem Sprechiaalartikel der Nr. 66 des „Han. Allzeig." entnehmen, wäre geplant, daß nach den Oster» ferien der Gesamtunterricht an der Höheren Töchter- und Oberreal'chule ausschließlich auf den Vormittag verlegt werden soll. Ich stimme mit dem Herrn Artikelschreiber vollständig darüber ein, daß in dieser Angelegenheit zunächst die Eltern befragt werden müssen. Insbesondere kommen aber die Schüler der Oberrealschule aus den benachbarten Ortschaften in Betracht. Nicht genug, daß man schon das Schulgeld sür diese Kinder von 120 Mark auf 170 Mark erhöht hat, welches man übrigens allgemein als nicht gerechtfertigt bezeichnet, sollen nun noch diese armen Kinder stundenlang auf den Abgang der nächsten Züge warten. Es kommen hauptsächlich in Betracht die Orte von Niederrodenbach bis Wächtersbach, ferner Langendiebach, Ravolzhausen, Hüttengesäß, Rückingen, Langenselbold (Kleinbahn), Hochstadt, Dörnigheim, Bischofsheim, Mainkur, Fechenheim, Bergen rc. Würde der Unterricht um 1 Uhr zu Ende gehen, so müßte eine größere Anzahl Schüler bis zu 31/» Stunden in Hanau bis zum Abgang der nächsten Züge warten, wenn es die Kinder nicht vorziehen, den langen und beschwerlichen Weg zu Fuß zu machen. Letzteres kann aber den Kindern nicht zugemutet werden, denn wenn dieselben von 7—1 Uhr angestrengt in der Schule tätig sein muffen, so ist es doch unmöglich, daß die Kinder mit bepacktem Tornister in der großen Sonnenhitze uoch einen Weg von mindestens 1—2 Stunden zurücklegen, ja, es wäre dieses geradezu gesundheirswidrig. Aus allen diesen Gründen werden sich wohl die meisten Eltern der Schüler aus dm Nachbarorten sür die Verlegung sämtlicher Unterrichtsstunden auf den Vormittag nicht erwärmen können und bei einer etwaigen Ansrage im Interesse ihrer Kinder ablehnend verhallen müssen.
E. (Im Namm einiger Väter auswärtiger Schüler).
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 21. März.
9 Uhr 40 Min.
Ein Maximum von 775 mm lagert über dem Alpengebiet, ein neues Minimum unter 750 mm nordwestlich von Sckolt- land. In Deutschland ist das Wetter meist trocken, im Süden heiter, ruhig, etwas käiter sonst sehr mild, es wehen trübe schwache Südwestwinde.
Prognose für den 22. März: Im Nordwesten Regen, auffrischend, sonst Fortdauer der herrschenden Witterung wahrscheinlich.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 20./3. 21./3.
Sehr trocken
Beständig
Schön
Veränderlich — Hz
Regen (Wind?^-M^
Viel Regen 740„^5=
Sturm
730—=
'20—IU
Kavaurr Urveins- «. Nergnusnngsnachrichlen
für Samstag den 21. März.
Kunstverein: I» der Aula der Königl. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden rc.
Turngesellschaft: Abends von 7—9 Uhr: Vorturnersiunde.
Gesangverein Tonblüibe' - Abends 8 Uhr: Liederabend (Herrenabend) im Saale der „Centra! halle".
Kvanq. Männer- u.JüngckngSverein: Unterhaltung lEv. VereinSüauS). Evangelischer Arbeiterverein: Vereinsabend und Mitgliederaufnahme im VereinSloka!« zur „Brauerei WelSmantel".
BergnügunaS-Verein „Germania": VereinSabend im „schwarz. Bären", Turngemeinde: Kürturnen und Vorturnerstunde.
Gesangverein „Sumser" ; Vereinsabend in der «Stadt Bremen". Gesangverein .Tonblüthe": Singstunde in der „Stadt Bremen". Gesangverein „Ge-man'a": Vereinsabend im „Löwenaärtch n". Gesangverein „Melomama": VereinSabend in der „Karthaune". Klub „Saxonia": Klublokal „Frankfurter Bau'.
Klub „Cameratia": Klubabend in der „gold. Gerste". VcrpnügunaSaesellschaft „Fidelio": VereinSabend „zum Teich". Gesellige Verbindung „Melitia" Vereinsabend ..zur Karthaune". Kaiino „Eintracht" (VereinSlokal „zum Braustüb'.'): VereinSabend. Verein „Einigkeit": VereinSabend in der „großen Krone". Athletenklub „Germania" : VereinSabend (Restauration Magerm ach). „Hanauer Fußballgesellschaft 1899 *: VereinSabend in der „Allemauia". Fußballklub „Viktoria": VereinSabend in der „Brauerei WetSmantel". Hanauer Fußballklub „Hanovia* : VereinSabend i.d. Rest. „z. Eisenbahn". Radfahrer-Verein 189S: VereinSabend auf Beck's Fetsenkell r. Stammtisch «Bürgcrbräu': Jeden SamStag Abend: llebunm Kegel-Klub „D. H. V." „zur guten Quelle"; Anfang 9 Uhr.
für Sonntag den 22. März.
Vormittage- von 11—1 Uhr: Uebunasstnude der Tischgesellschaften im „Nürnberger Hof" und auf Beck's Felsenkeller.
Nachmittags ° Ubr: UedungSsviele auf dem Er-rffervlatz: Fußballklub „Viktoria", „Hanauer Fußballgesellschait 1899*, Hanauer Fußballklub „Wacker" und Hanauer Fußballklub „Hanovia". Erster Hanauer Fußballklub 1893: NackmUtagr n Ubr: Usvungsspu! auf unserem Sportplatz an der „Schönen Aussicht".
Versteigerung-- ele. Kalender für Montan den 23. März.
Holzversteigcruna in der Königs. Oberförst-rei Mar-oß; Termin, vormittags von 10 Ubr in der Hainbuch'schen GastwirtschaftMMKWs (f. Nr. 58 «Han. Anz.").
Vormittags von 8’4 Uhr ab sollen aus der König!. Pulverfabrik bei Hanan verschiedene abganglicbe Materialien re. meistbietend verkauft werden (s, Nr. 56 „Han. Anz").
Die städtische Bibliothek
Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mittwochs und SamStags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.
Gesamtkataloge sind' zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.
Hue JNab und fern.
Witzenhausen, 20. März. Dieser Tage verstarb hier im Alter von 84 Jahren der Papierfabrikant Louis Staffel, der frühere Besitzer der gleichnamigen Papierfabrik. Der Verstorbene hat die Fabrik zu hoher Blüte gebracht, sie beschäftigt z. Zt. 140 Arbeiter und produziert täglich 5—6000 Kilogr. Papier.
ß Klein-Welzheim bei Seligenstadt, 20. März. In unserer Nachbargemeinde Groß-Welzheim erregt die Verhaftung eines 18jährigen Burschen, Soh i achtbarer Bürgersleute, beträchtliches Aufsehen. Der junge Mensch war nämlich vor einigen Wochen in Gemeinschaft seines Bruders mit einem blutsverwandten Brüderpaar in Streitigkeiten geraten, wobei letzteres Paar dem ersten übel milspielte. Die beiden Täter wurden wegen Körperverletzung zu Freiheitsstrafen verurteilt, die auch inzwischen verbüßt wurden. In der betreffenden Gerichtsverhandlung soll nun, wie nachträglich erwiesen wurde, der obenerwähnte 18 Jahre alte Bursche die Eidespflicht schwerverletzt haben. Die neuerliche Untersuchung ergab so gravierendes Belastungsmaterial, daß die Verhaftung wegen Meineid erfolgen mußte.
Hue aller Mett.
Erdstöße. Im Semmeringgebiet im Mürziale erfolgten in der voroerqanqenen Nacht und gestern früh starke Erdstöße.
Attsammenstotz zweier Dampfer. Der Frachtdampfer „City of Taunton" aus Fall River und der Dampfer „Plymouth" aus New-Dork mit 500 Paffagieren stießen in der vorletzten Nacht am Osteingange des Long Island Sundes während Nebels zusammen. Der Bug der „Taunton" drang zehn Fuß tief in die Steuerbordseite der „Plymouth" ein, deren Gesellschaftsräume und zweite Kajüten zertrümmert wurden. Bis jetzt sind sechs Tote unter der Mannschaft der „Plymouth" festgestellt. Man befürchtet, noch mehr Tote in den Trümmern zu finden.
Schiftsberichte.
Hamburg, 17. März. Der Dampfer „Pantos" von der Hamburg-Amerika -Linie ist vorgestern in Montevideo ein« getroffen.