Seite 6. _____ einerseits hat unser Vertreter in Peking auch infolge von Nachrichten über Unruhen eine an ihn ergangene Anfrage soeben erst beantwortet, daß die Fremden in Petschili so lange nicht behelligt würden, als die Okkupationstruppen in der fernen Stärke im Lande seien, andererseits sprachen sich militärische Autoritäten auch gegen eine vorzeitige Räumung aus. Die Regierung ist bei diesen Ansichten berufener Ratgeber nicht in der Lage, diesem hohen Hause gegenüber die Verantwortung dafür übernehmen zu können, daß unter allen Umständen schon während des Etatsjahres 1903 die Aufhebung der Okkupation sich herbeiführen lasse, und dies umsoweniger, als die Okkupation Petschilis durch eine internationale Abmachung geregelt ist. Die kaufmännischen Kreise sind sogar zweifelhaft, ob von den Mächten nicht mit der Evakuation zu schnell vorgegangen ist. Bei dieser Lage der Dinge kann ich Ihnen seitens her Regierung nur dringend empfehlen, den von der Kommission vorgeschlagenen Abstrich nickt eintreten zu lassen. Sollte das Haus aber den Abstrich beschließen, so würden wir die Verpflichtung dafür nicht übernehmen können, hier Etatsuber- schreitungen unbedingt zu vermeiden. — Abg. Spahn (Ztr.) bittet, dem Kommiisionsbeschluß beizutreten. — Dieser wird mit großer Majorität hierauf genehmigt. Bei den Einnahmen bemerkt Abg. Arendt (Reichspt.), China sei zur Zahlung der Kriegsentschädigung in Gold verpflichtet, weigere sich aber und zahle in Silber. Man müsse sich damit abfinden, wenigstens sollte aber die Zahlung der Zölle seitens der Industrie ebenfalls in Silber erfolgen. — Der Rest des Etats wird darauf genehmigt. Morgen 1 Uhr: Auswärtiges Amt, Kolanial-Etat. Schluß 3'/. Uhr
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 18. März.)
Kultus etat.
Das Haus beriet das Extraordinarium des Kultus bei Titel Medizinalwesen weiter. Abg. Rügenberg (Zentr.) tritt für Besserung der Lage der Hebammen durch Auswahl besseren Materials, bessere Ausbildung, Besserstellung und Altersversorgung ein, desgleichen für Einführung des Befähigungsnachweises in der Krankenpflege. — Abg. Langerhans (frs. Volksp.) wendet sich gegen die Ausnahmestellung der beamteten Aerzte im Gesetz über die Ehrengerichte und die Beiträge zur Aerztekammer. Die jetzigen Ehrengerichtshöfe seien eigentlich nur Disziplinargerichte. — Abg. Eckert (freikons.) wünscht Abänderung des Gesches für die Aerzte, welche ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben, aber dach Beiträge zu Aerzte- kammer zahlen müßten. — Der Kultusminister äußert sich bezüglich der Hebammen entgegenkommend. Er laste durch Umfrage Ermittelungen über ihre Bildung und Einkommens-Verhältnisse einziehen, leitete auch bereits Verbindung mit dem Reichskanzler wegen Ausnahme der Hebammen unter die Versicherungspflichtigen ein. Bezüglich der ärztlichen Ehrengerichte werde er bei dem demnächst zu beratenden Antrag Langerhaus Erklärungen abgeben. — Abg. Graf Douglas (freikons.) verbreitet sich über die Bekämpfung des Alkoholmißbrauches. — Der Kultusminister entgegnet, daß gemäß dem vorjährigen Antrag des Vorredners schon auf administrativem Wege viel im Kultusrestort geschehen sei. Weiteres müsse aber der Gesetzgebung vorbehalten bleiben. Er würde sich freuen, wenn ein solches Vorgehen schon in der nächsten Session zu stände komme. Das wäre ein Denkmal aere perennius. Er koste, alle edlen und wohlwollenden Absichten, die dem Anträge Douglas zu gründe lagen, möchten sich zum Segen des Vaterlandes verwirklichen. — Abg. Schul z-Berlin (freis. Vp.) vertritt demgegenüber die Interessen der Gastwirte, die nicht minder nach einer Entschädigung zu schreien berechtigt seien, wie seinerzeit die Brenner, als es sich um Beschränkung ihres Gewerbes handelte. Mit der Tendenz des Antrages Douglas sympathisieren auch wir, nicht aber mit der Art der Durchführung, welche zahlreiche Existenzen untergräbt. — Abg. Frhr. v. Zedlitz
Lily saß aus dem Bettrand und schlenkerte mit den Beinen in die Zukunft hinein.
„Grog! liebe, liebe Lily!"
Großvater strich sich um den Mund mit seiner mageren, runzeligen Hand, an der die Adern so dick hervortraten, als ob sie platzen sollten.
Dm nächsten Tage, während Lily in der Schule war, hatte der Großvater es so eilig, wie er es seit Zahren nicht gehabt hatte.
„Das gute Kind! — Wie sie ihrem Vater glich! — Etwas gelb dazwischen — so — so — o! — Mit wirklicher Kunst hat es ja nichts gemein — nein. — Ach ja — Kunst!"
„Wie sie tüchtig ist — und wie schlau! — Ich wäre nie auf die Idee gekommen. — Aber meinen Namen setze ich nicht darauf — nein! — obgleich? — nein, doch nicht. Allerdings — etwas Kunst ist doch dabei. — Es ist viel zu gut für so einen Trödler!"
Als Lily die Treppe hinauf gestürmt kam — er konnte ihren Schritt schon ganz vom Parterre herauf erkennen —, eilte er ihr schon an der Thür entgegen.
Dann präsentierte er ihr eine kleine Landschaft, fix und fertig. Sie war in einen alten Rahmen gesetzt, d:r von der Wand herunter genommen und seines früheren Inhaltes beraubt worden war. Kuh und Gras und Strohdach und Rauch und Himmelblau — alles war da.
Lily betrachtete es kritisch.
„Es ist viel zu gut für so ein Ramschgeschäft!" sagte sie, und legte ihren Arm kameradschaftlich um seine Schultern. Sie war größer als er.
„Findest Du?"
Die Augen des alten Christensen strahlten vor Glück, während seine eingefallenen Lippen sich bewegten und er ein ganzes Unwetter aus seiner Pfeife blies.
Dann wurde Großvater in einen Nadmantel gehüllt, der ebenso wie er selbst junge flotte Tage gekannt hatte. Das Gemälde, das kaum trocken war, würd- versicktig 'n eiMe alte
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(freikons.) bestreitet, daß Existenzen untergraben werden sollten. Durch die Einschränkungen weiterer Konzessionierungen würden doch gerade die bestehenden Wirtschaften gefördert. — Abg. Schall (kons.) führt aus, er babe, obwohl doch Sckulz viel mit Spiritus umgehe, jedenfalls nichts von einem Spiritus sanctus aus seiner Rede herausgehört. Wenn das, was Schulz gesagt, wirklich dessen Anschauung sei, könne er nur sagen, daß ihm diese Art geistig-sittlicher Destillation nickt imponiere. — Auf Anregungen des Abg. S ch m i tz-Düssel- dorf und Eckels (natU) gegen die Kurpfuscher gesetzgeberisch vorzugehen, entgegnet Ministerialdirektor Förster, daß der Minister bereits mit dem Reichskanzler in Verbindung getreten sei, um zu bewirken, daß $ 35 der Gewerbeordnung auch auf die Kurpfuscher ausgedehnt werde. — Abg. Schulz (frs. Vp.) bemerkt, die Gastwirte seien gegen den Antrag Douglas, weil, wenn einer gezwungen werde, sein Lokal zu wechseln, er schon die Konzession verliere. Die Witze Schalls seien zu schal gewesen, als daß man es mit seiner Kirche versuchen könnte. — Der Präsident rügt den Ausdruck „schale Witze". -— Abg. Schulz bezeichnet Schalls Ausführungen als unwürdig. — Der Präsident rügt auch das. — Nach weiterer unwesentlicher Debatte vertagt das Haus die Weiierbcratung auf morgen 12 Uhr.
Deutscher Handelstag.
W. Berlin, 18. März. Heute vormittag trat unter dem Vorsitze des Geh. Kommerzienrats Frentzel der deutsche Handelstag zu seiner 29. Vollversammlung zusammen. Von der Regierung waren erschienen Staatssekretär Graf Posadowsky, Handelsminister Möller und andere. Nach dem von der Versammlung ausgebrachten Hoch auf den Kaiser hielt Staatssekretär Graf Posadowsky eine Begrüßungsansprache, in der er zunächst darauf hinwies, daß der Handelstag diesmal zu einem Zeitpunkte zusammeutrete, wo sich nach den schwierigen Verhältnissen für Industrie und Handel wieder günstigere Aussichten zeigen. Redner stellt dann fest, daß die deutsche Industrie während der Schwüle der letzten Jahre sich in hohem Maße widerstandsfähig gezeigt habe. Wir dürfen, fuhr Graf Posadowsky alsdann fort, unserer industriellen Zukunft mit Vertrauen entgegensehen. Mit der Steigerung des Lebensstandes der gebildeten Völker steigt naturgemäß auch der Bedarf an verfeinerten Waren und Spezialitäten und gerade auf diesem Gebiete dürfte die deutsche Industrie ihre Aufgabe suchen, für die wir vorzugsweise gerüstet sind durch unsere technischen Schulen, Gewerbemuseen und da sich der Arbeiter- stand dank des Schulwesens und der sozialpolitischen Fürsorge ganz wesentlich gehoben hat. Redner berührt dann die Frage der Erneuerung der Handelsverträge und führt aus, in diesem Kampfe der Interessen werde jeder zu gunsten des anderen erhebliche Selbstbeschränkung üben müssen. Alle Erwerbsstände sollten aber die Ueberzeugung teilen, daß die heimische Regierung die Interessen unseres Erwerbslebens mit derselben Sachkenntnis und demselben Nachdruck vertreten wird, wie dies von den fremden Regierungen zum Besten ihres Landes vorausgesetzt wird. Nüchterne, sachverständige Beurteilung der tatsächlichen Verhältnisse kann uns allein ohne wirtschaftliche Erschütterungen in den neuen Abschnitt unterer handelspolitischen Beziehungen hinüberführen. Redner sprach schließlich den Wunsch aus, daß der Handelstag auch in Zukunft beitragen werde, das große Vertragswerk wirksam zu fördern. Nach bem Referat des Generalsekretärs Soetbeer' nahm der Handelstag einstimmig eine Erklärung betreffend die Handelsverträge an, welche an der Forderung festhält, daß die auswärtigen Staaten für eine längere Reihe von Jahren Ermäßigung und Bindung der Zölle auf die hauptsächlich von Deutschland dort eingeführten Waren und allgemeine Meistbegünstigung gewähren. Die Erklärung'stellt sodann eine Reihe von bei den Verträgen zu berücksichtigenden Einzelforderungen auf und spricht schließlich die Erwartung aus, daß dir Reich-verwaltung, durchdrungen von der hohen Bedeutung guter Handelsverträge, für das Gedechen des
Zeitung gewickelt; und dann begaben sich Großvater und Lily auf ihren täglichen Abendspaziergang. Die Mutter wußte nichts von dem, was vor sich ging. Niemand im ganzen Hause ahnte etwas.
Als sie in die Straße kamen, wo der Glasermeister wohnte, bekam Großvater plötzlich Bedenken. Er blickte verstohlen zu Lily auf und zupfte sie am Aermel.
„Hör' mal, Lily!" sagte er und faßte sie am Arm, als ob er sie zurückhalten wollte, „mein Herzenskind, man kann nie wissen — der Mann ist vielleicht ein Bandit. Man muß sehr vorsichtig sein — die Menschen sind so schlecht heutzutage, liebe Lily!"
„Glaubst Du, daß er mit mir durchgeht?" lachte Lily mit ihrer überlegenen Weltkenninis.
„Nein, das nicht gerade — aber solche junge Mädchen — solche hübsche, junge Mädchen — man kann nie wissen — vielleicht ist er ein Bandit."
„Ach, Schnickschnack!"
Da verstand Großvater, daß an der Sache nichts mehr zu ändern war. Er ließ sich geduldig an der Straßenecke postieren, um zu warten. Lily wollte ihn nicht mit in den Laden haben.
„Aha, also das hat Ihr Großvater gemalt?" sagte der Glasermeister und betrachtete Lily prüfend über die Brillengläser hinweg. „Weshalb kommt er nicht selber?"
„Er kann nicht gehen, er ist lahm."
„Ach du lieber Himmel!"
Der Glasermeister war ein wohlmeinender Mann. Er betrachtete die Kuh und den Rauch und dann sagte er: •
„Es ist garnicht übel; aber die Farben taugen nichts. Ich habe gerade ein ähnliches Bild im Fenster stehen — sehen Sie, das nenne ich Kunst. Das ist so reingeleckt, daß man seine Freude daran hat."
Lily sonnte nickt an sich halten:
„Haben Sie vielleicht in Wirklichkeit schon mal so eine
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immer mehr in den Weltverkehr hineinwach'enden und dadurch zu steigender Wohlfahrt und Macht gelon^enden deutschen Reiches nickts versäume um auf der im Jahre 1891 betretenen Balin der Handelspolitik weitere Ei folge und Fortschritte zu erzielen. Der Punkt bezüglich der Abgrenzung des Handwerks wurde, da das erlangte Material nicht genügt, von der Tagesordnung abgesetzt. Der Handelstag nahm sodann eine Resolution an, die die internationale Regelung des Seefrachtrechts verlangt und wonach vertragsmäßige Beschränkungen der Haftung des Rheders für ordnungsmäßige Fürsorge für Seetüchtigkeit, Ausrüstung, Bemannung unb Verproviantierung der Schiffe und ordnungsmäßige Empfangnahme, Behandlung und Ablieferung der Güter für nichtig erklärt werden und der Rheder von der Haftung für Verschulden hinsichtlich Führuna und Betriebs des Sck'ffes befreit wird. Der Handelstag beschloß, an die Reichsregierung die Bitte zu richten, daß die Entwürfe der Reichsgesetze alsbald nach ihrer Fertigstellung in den Reichsämtern öffentlich zur Kritik gestellt werden, daß die Veröffentlichung von die Interessen von Handel und Industrie berührenden Entwürfen so zeitig erfolge, daß die gesetzlichen Vertretungen und Körperschaften des Handels und der Zndustrie hinreichend Zeit haben, sich gutachtlich dazu zu äußern. Sodann wurde eine Resolution angenommen, nach der der Handelstag dem Gesetzentwurf betreffend Abänderung des Krankenversicherung^geietzes zustimmt, mit einem Zusatzantrag Schloßmacher-Offenbach, betreffend Inanspruchnahme des Arbeitgebers bei Nichtanmeldung einer Lohnerhöhung Versickerungspflichtiger.
»US aller Welt.
Doch von Zigeunern geraubt. Wir meldeten kürzlich, daß die seit 1'/» Jahren vermißte Elie Kassel ans Hannover bei einer Korbflechterfamilie wieder aufgefunden worden ist. Die näheren Umstände ergaben aber auch, daß das Kind von Zigeunern geraubt worden war. Ueber die Leidensgeschichte des Mädchens, das nach 1*/, jähriger Gefangenschaft endlich wieder in das Elternhaus zurückgekehrt ist, wird der „Weser- Ztg." berichtet: Am Sonntag mittag wurde das Kind vom Kriminalinspektor Homrighausen in Gegenwart des Vaters, des Kutschers Kassel, einem inständigen Verhör unterzogen, das insofern recht ergebnisreich war, als das aufgeweckte Kind sich immer mehr des Jammerlebens entsinnt, das es bei den verschiedenen Zigeunertrupps zu führen gezwungm war. Sie wurde in erster Linie auf das Betteln abgerichtet, und wehe ihr, wenn die Zigeuner mit dem klingenden Lobn nicht zufrieden waren! Die nötigste Nahrung wurde ihr entzogen, Schläge gab es und dazu noch barbarische Gefangenschaft. Sie wurde in Ketten gelegt, mußte im Hundewagen oder im Stall kampieren, den schlimmsten Entbehrungen und Wind und Wetter ausgesetzt. Einmal ist das Kind auch längere Zeit krank gewesen ; es hat dann hilflos im Hundewagen gelegen, nur mit der notdürftigsten Kleidung bedeckt. Es ist geradezu ein Wunder, daß das Kind an Körper und Geist verhältnismäßig gesund in die Arme der Eltern zurückgekel.rt ist. In tiefer Nacht wurde das Kind, mit langen Ketten oder Stricken behaftet, in den Wald geführt, um Holz zu sammeln. Auch hier war der Lohn Prügel und Mißhandlung, wenn man mit dem Ertrag nicht zufrieden war. Bei den Revisionen der Wagen wurde das arme Kind in einen Sack gesteckt. Verschiedene Fluchtversuche des Kindes wurden derartig roh geahndet, daß ihm die Neigung zu weiteren Versuchen verging. Das Knid ist nm-Ml derholt Verkaufsobjekt gewesen; zuletzt hat es in Arpke der Korbflechter Visiorech von einem Zigeuner gekauft.
Ein Kind verhungert. Einen grausigen Absckluß hat eine Famitientragödie, die sich bei Alandudno in Wales abgespielt hat, gefunden. Dort hatte in der vorigen Woche eine Mutter ihre drei Kinder von einer 150 Fuß hohen, steil aus dem Meere aufsteigenden Klippe hinabgeschleudert und war dann selbst nachqesprungm. Ein zehnjähriger Sohn war fortgelaufen und so dem auch ihm zugedachten Schickiale entgangen. Man hatte angenommen, daß alle vier Personen ihren Tod in den Meeresflmen gefunden hätten. Um aber
frisierte Kuh gesehen oder so einen weißlackierten Schornstein?"
Der Glasermeister betrachtete sie verblüfft und dachte nach. Dann sagte er feierlich:
„Die Kunst ist eines und die Wirklichkeit ist etwas ganz anderes, mein liebes Kind. Aber das verstehen Sie natürlich nicht."
Dann wurde er plötzlich Geschäftsmann.
„Der Rahmen taugt nichts — aber für das Bild will ich 4 Mark geben und keinen Pfennig mehr."
Lilli machte eine großmütige Handbewegung.
„Meinetwegen."
Als sie das Geld bekommen hatte und schon halb aus der Tür war, sagte der Glasermeister:
„Wenn Ihr Großvater noch mehr von der Sorte hat, können Sie es mir ja mal gelegentlich zeigen."
„Das kommt darauf an, ob Sie ordentlich bezahlen. Großvaters Bilder sind sehr begehrt."
„Sieh mal einer an — hm — aber sagen Sie ihm/ er möchte mit etwas kräftigeren Farben malen — und noch eins — er soll seinen Namen darauf setzen — d. h., er soll ein paar Buchstaben und eine Jahreszahl unten in eine Ecke setzen, auf einen Stein — ober wie er es am besten kann. Dann bekommt die Kunst gleich etwas mehr Wert, will ich Ihnen nämlich sagen."
„Ich will sehen, was sich machen läßt", sagte Lily; und dann ging sie und schlug die Tür rasch hinter sich zu.
Großvater malte und Lily verkaufte. Kühe und Häuser, blaues Wasser und grüne Bäume — und zur Abwechslung auch mal einen Hirsch, der in Gedanken versunken zwischen den Stämmen stand.
Und Großvater hatte sich längst überwunden. Zn eine Ecke malte er zwei Buchstaben so künstvoll verschlungen und so unähnlich seinem eigenen Namenszeichen wie nur irgend möglich.
Lily war im siebenten Himmel. Mutter wußte jetzt auch