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Dienstag

17. März.

Seite 2.

M in I T HMMMNKMir in .............- > Aus dem Grricktsiimi.

Sitzung der Strafkammer I vom 16. März.

Diebstähle.

Der mehrfach vorbestrafte Taglöhner H. Hier wurde von Bahnbeamten dabei betroffen, wie er am Westbahnhof aus dem Michel'schen Kohlenlager ein Quantum Kohlen entwendete. AIs er sich entdeckt sah, lief er fort und warf die Kohlen in den Stadtgraben. Der Angeklagte soll dabei ein Messer ge- ' zogen haben und ist deshalb eines Diebstahls mittels Zuhilfe» nähme einer Waffe angeklagt, doch konnte der letztere Umstand nicht bewiesen werden. Der Angeklagte erhält wegen einfachen Diebstahls im wiederholten Rückfall 4 Monate Gefängnis. Der bei einem hiesigen Getreidehändler beschäftigte, mehrfach vorbestrafte Taglöhner A. hatte am Bahnhof einen Waggon ' Salz auszuladen, wobei er einen Sack, der sich angeblich als überzählig erwies, auf die Seite brachte. Den Verkauf des > Salzes übernahm der Geflügelhändler B. in Kesselstadt.

A. erhält 4 Monate, B. 2 Monate Gefängnis.

Sittlichkeitsoerbrechen.

Der Gastwirt Wilhelm R. und der Kaufmann Jean St. von hier, welche am 11. Februar wegen der bekannten Affaire verhaftet wurden, hatten sich heute vor der Strafkammer zu verantworten. Der dritte Beschuldigte, der ebenfalls verhaftet war, wurde, wie s. Zt. schon berichtet, inzwischen aus der Haft entlassen und das Verfahren gegen ihn eingestellt. Die An­klage legt den beiden Beschuldigten zur Last, in der Zeit vom 1. März 1901 bis Juli 1902 sich im Sinn: des § 176,3 St.-G.-B. vergangen zu haben, der Gastwirt R., in dessen Lokal die Geschichten getrieben wurden, ist außerdem noch der gewohnheitsmäßigen Kuppelei angeklagt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Ocffentlichkcit statt. Der Gastwirt R. erhält 2 Jahre, der Kaufmann St. 1 Jahr Gefängnis, von der Anklage der Kuppelei wurde R. freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte gegen ihn 3 Jahre Zuchthaus und gegen St. 2 Jahre Gefängnis beantragt. Als strafmildernd zog das Gericht für die Angeklagten in Betracht, daß das Mäd­chen schon sittlich gänzlich verwahrlost war, als sie mit ihr in Verkehr traten. Beide Angeklagte verzichteten auf Rechtsmittel und traten ihre Strafe sofort an.

Körperverletzung.

Der Dienstknecht B. und der Taglöhner I. von Ostheim waren am 19. November in Windecken, woselbst sie mit 2 dortigen Mädchen in einer Wirtschaft saßen. In drei Burschen, dem Maurer W., Weißbinder S. und Schmiedelehrling K., welche zufällig in dieselbe Wirtschaft kamen, erwachte ob dieses Eingriffes in ihre Rechte eine grimmige Eifersucht und sie be­schlossen, den Fremdlingen das Poussieren in ihrer eigenen Domäne sofort gründlich zu verleiden. Als die zwei Ost­heimer die Wirtschaft verließen, folgten die Windecker hinter­drein und verabfolgten den Ostheimern eine gehörige Tracht Prügel. Sie sollen dabei auch zugeklappte Taschenmesser be­nutzt haben, doch ist ihnen dies nicht nachzuweisen. Der W. erhält 1 Woche, S. 3 Wochen und K. 3 Tage Gefängnis.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 16./3. 17./3.

eine Fülle interessanten und fesselnden Materials bieten wird, so daß sie sich insofern von einer bloßen Fachausstellung wesentlich unterscheidet. Die Ausstellungsgegenstände werden, soweit sie nicht im Freien Aufstellung finden, in dem von der Stadt Dresden mit einem Aufwande von rund 1800 000 Mk. errichteten mass. Ausstellungs­palaste und in verschiedenen großen und kleinen Ausstellungs- iuterimshallen untergebracht. Die gesamten Ausstellungs­räume werden eine Grundfläche von 20 000 qm umfassen. Wenn die Ausstellung auch in erster Linie dem ernsten Studium dienen soll, so werden doch auch verschiedene Veranstaltungen zur Belebung der Ausstellung und zur Erholung der Aus­stellungsbesucher getroffen werden. So werden täglich im Ausstellungsparke oder bei ungünstiger Witterung in der neu­erbauten Konzerthalle Konzerte ftattfinben. Abends werden Illuminationen und Feuerwerke in Aussicht genommen. In einem Sommertheater werden zeitweilig Theateraufführungen ftattfinben und Vorträge wissenschaftlichen und unterhaltenden Inhalts dargeboten werden. Ein Teil des Hauptrestaurants wird als höchst origineller altdeutscher Ratskeller ausgebaut werden. Neben den deutschen Gemeindeverwaltungen und den beteiligten Jndustriefirmen bringen dem Unternehmen auch die­jenigen Vereine, Gesellschaften u. s. w. besonderes Interesse entgegen, deren Bestrebungen und Ziele das Gebiet der städti­schen Verwaltung berühren. Dieses Interesse wird nament­lich auch dadurch bekundet, daß zahlreiche derartige Vereine beabsichtigen, während der Dauer der Ausstellung in Dresden ihre Kongresse und Versammlungen abzuhalten. Aber auch die größeren Städte der benachbarten europäischen Staaten und der Vereinigten Staaten von Nordamerika nehmen, wie aus verschiedenen Anfragen und Zuschriften hervorgeht, leb­haftes Interesse an der Ausstellung, und es darf angenommen werden, daß eine große Anzahl dieser Stadtverwaltungen ihre Vertreter und Beamten zum Studium der Ausstellung nach Dresden abordnen werden. Wird doch auch die Ausstellung besondere Gelegenheit geben, die neuesten Fortschritte auf den verschiedensten Gebieten der Gemeindeverwaltungen zu studieren

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

Telegramm ans Hamburg vom 17. März.

9 Uhr 45 Min.

Ein Maximum von 780 mm lagert über Nordwestrußland, von 767 mm über Südfrankreich, ein Minimum unter 735 mm nordwestlich Schottlands mit Anläufern nach dem Biskayasee. In Deutschland ist das Wetter ruhig, meist mild, trübe oder neblig.

Prognose für den 18. März: Mildes Wetter, im Westen stellenweise Regen mit auffrischenden südlichen Winden wahr­scheinlich.

Hananer Vereins- tu Nergnügnngsnnchrichten

für DienStaa den 17. März.

Kunstverein: In der Aula der Köntgl. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden re.

Oratorienverein: Probe in der Oberreolschule.

Abends 8 Uhr: 5. Abonnementskonzert im Saale derCentralhalle". AnSschnk für Volksvorlesungen: Abends 8 Uhr im Stadttheater: Volkskonzert.

Verein für GeMqel- und Singvögelzucht: Generalversammlung im oberen Sälchenzum deutschen Haus".

Evang. Männer- und Jünglings verein: JünglingSverein: Bibel- besprechung; Jungfrauenverrin: Fl'ckabend (Ev. BereinShauSl.

Kach. Kasino »Eintracht" (Vereins!.:z. Braustüb'!"': Vereinsabeud. Turn- n. Zecktklub; Fechten.

Tnrngeskllschaft: Abends von 810 Uhr: Turnstunde.

GesangvereinSumser": Singstunde in der Aad: Bremen".

Gesangverein .Germania": Singstunde imLöwengärtchen". GesangvereinMelomania": Singstunde in derKarthaune". Zitberverein Hanau: Probe in b& RestaurationAllemania". Süddeutscher Klub: Klubabend in der RestaurationAllemania". Deuttcknationaler Handlungsgehilfen - Verband, Ortsgruppe Hanau: Vereinsabend imKarlsberg".

AthletenklubGermania" : Riegenstemmen und Musterriegenarbeiten. (Restauration Wagenbach, Paradeplatz),

Sremm- und Ring-KlubEiche": Abends von 910 Uhr: Dauer- stemmcu und Sreinstoßen; von 1011 Uhr: Musterriegen­arbelten (Restauration zurWiener Spitze").

NerSeigerungs- thu Kalender für Mittwoch den 18. März.

Nachmittags von 2 Uhr ab werden die Restbestände der Maingauer Konlerven-Fobrik, Vor der Kinziobrücke Nr. 12, durch den beeid. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer versteigert.

Hue P<ab und fern,

Fulda, 16t März. Die im Etat vorgesehene 4. Richter» stelle am Königlichen Amtsgericht in Fulda wird Herr Amts­richter Wagner zu Frankenberg erhalten. Ein imposanter Fackelzug bewegte sich am Samstag, abends gegen 8 Uhr, vom Viehmarktplatze nach dem Königlichen Gymnasium hin. Die jetzigen und früheren Schüler des nach Köln versetzten König­lichen Gymnaual-Direktors Professor Dr. G. Wesener hatten sich vereinigt, um unter dem Scheine der Fackeln dem Scheiden­den auszudrücken, wie schmerzlich sie die Notwendigkeit der Trennung bewegt. Auf dem inneren Gymnastalhofe angelangt, ließ zunächst der Männerchor ein Abschiedslied erschallen. Im Namen der jetzigen Schüler versicherte der Unterprimaner Etienne dem Scheidenden den Dank und die Liebe aller. In seiner Erwiderung legte der Gefeierte dar, wie er selbst bei seiner Tätigkeit dem Ideal der Wahrheit als dem Leitstern ge­folgt sei; nur auf dem Wege der Wahrheit sei es möglich, ein rechter Charakter, ein echter deutsch -r Mann zu werden, wie sie unserer Zeit so nötig seien. Nachdem ein weiterer Cbor verklungen war, erwiderte der Gefeierte kurz auf die Abschiedsworte eines frühern Schülers; dann ordnete sich der Zug und marschierte durch die Bahnhofsstraße zum Viehmarkt­platz zurück. Am Sonntag abend fand das von den Lehrern des Königlichen Gymnasiums dem bisherigen Direktor dargebotene Abschiedsmahl im Gasthaus zum Kurfürsten statt.

Fitlda, 16. März. Eine überaus traurige Affaire, die den Tod eines Menschen im Gefolge hatte, ist von hier zu berichten. In der Gastwirtschaft des Herrn Adolf Diegelmann

und die Einrichtungen der einzelnen Städte untereinander zu vergleichen. Der Vorstand der Ausstellung hat deshalb be­schlossen, die Verwaltung der bedeutendsten Städte von Nord­amerika, England, Frankreich, Holland, Belgien, Dänemark, Schweden und Norwegen, Rußland, Oesterreich-Ungarn, Jialien, Spanien und der Schweiz noch besonders zum Besuche der Ausstellung und zur Teilnahme an der Eröffnungsfeierlichkeit einzuladen.

Konzert des Lchrersängerchorcs in der Centralhalle.

Hanan, 17. März.

Die zur Neige gehende Konzertsaison beschert uns noch eine Fülle seltener Genüsse. Gestern abend trat nach längerer Pause der Lehrerlängerchor mit einem Konzert an die Oeffent- lichkeit, das vom schönsten Erfolg gekrönt war. Unter der trefflichen und energischen Leitung des Herrn W. Hamburger stehend, wurde durchweg in klangschöner Weise mit rühmens­werter Präzision und geschmackvoller Nuancierung gesungen. Das Konzert, für das ein interessantes und gediegenes Programm zusammengestellt war, hinterließ einen ausgezeichneten Geiamt­eindruck, sodaß dasselbe den besten seiner Art hier im -Laufe des verflossenen Winters ebenbürtig an die Seite zu stellen ist. Die Einleitung bildete die prächtige Ouvertüre zur OperOberon" von C. M. v. Weber, die von der gesamten Kapelle des Jnf.- Regts. Nr. 166 unter der Leitung des Herrn Kapellmeisters C. Schmidt tadellos ausgeführt wurde. Der Lehrer- Sângerchor selbst brachte zuerst denChor der Gefangenen" ausFidelio" mit Orchesterbegleitung zum Vortrag. Darauf folgten schlichte Kinder des Volkes, altbewährte und stets gern gehörte Volksweisen, an denen sich die Sänger selbst und auch die Zuhörer das Herz erquicken. Zum Vortrag gelangten Die Heimat" und das von F. M. Böhme bearbeitete böhmische VolksliedAde", die ganz vorzüglich wiedergegeben auch dement­sprechend ausgenommen wurden. Später folgten noch das Volkslied

zu Kohlha u 8 statteten schon längere Zeit Diebe heimliche Bestich? ab und nahmen ans dem Keller Wein und Sekt ml. G stern nun sollten die Diebe, vier Handwerkslehrtinge aus Fulda, vom Verhängnis ereilt werd n, nachdem sie einge­standenermaßen 4 mal aus dem Dicgelmann'schen Wirisüller Genußmittel in Flaschen und Krügen entwendet hatten. Die Schwester des Wirts ging gestern abmb in den Keller, um etwas zu holen. Dabei gewahrte sie, daß jemand hinter einem Faß sich versteckte. Erschrocken eilte sie zurück,' ver­riegelte die Kellertür und holte ihren Bruder. Dieser faßte kräftig zu und erwischte die Diebe. Einen davon stetste er in sicheren Gewahrsam, der andere entkam und flob mit den Postenste ern querfeldein gegen Fulda. Aus Rache über den Verrat paßten zwei von den Dieben den Schwestern des Wirts auf, bis sie vom unteren ins obere Wirtshaus heimgingen, und belästigten sie. Dies sah von der hohen Freitreppe aus der 26jährige ledige Hilssheizer Rinn, ein guter Bekannter der Famil'e Dicqelmann, und er sprang den Mädchen in ihrer Not schützend bei. Die Wegelagerer rissen aus und Rinn verfolgte sie. Dem einen Fliehenden (es soll ein 16jähriger, schmächtiger und schwächlicher Tapeziererlehrling gewesen sein) Hart auf den Fersen, kehrte sich der sehr b drängte Bursche blitzschnell um, zog einen Revolver und feuerte in kurzer Distanz auf seinen Verfolger. Er traf leider nur zu gut, denn der zweite Schuß ging, nachdem der erste an der Uhr abgeprallt war, dem Rinn mitten durch die Brust. Dies ge­schah in der Nähe des Bildstockes und 5 Minuten später trug man eine Leiche in das Kohlhaustr Wirtsbaus zurück. Der Täter wurde noch nachts aus dem Bett verhaftet, die drei anderen Beteiligten wurden später festgenommen.

' v Frankenberg, 14. März. In voriger Woche erkrankte der taubstumme ledige Einwohner Marx in Röddenau ganz plötzlich unter eigentümlichen Erscheinungen. In die Klinik nach Marburg gebracht, verstarb der Erkrankte nach drei Tagen. Wie ärztlicherseits konstatiert wurde, erfolgte der Tod infolge Mflzbrandvermftung. Die darauihin veranlaßte Untersuchung ergab, daß M. seine beiden Hunde mit dem Fleische einer im Dorfe gefallenen "Kuh gefüttert hatte und daß einer der beiden Hunde, welcher an der Schnauze ver­wundet, alsbald nach dem Genuß des Fleisches verendet war. Durch Belecken seines Herrn, welcher mit einen offenen Wunde an der Hand behaftet war, hat der Hund diesen ebenfalls in­fiziert und so dessen Tod herbeigeführt. Vorgestern wurde der Kadaver der verendeten Kuh in Gegenwart des Herrn Kreis- tierarzt Kalb ausgegraben und nach erfolgter Untersuchung, die ^untrügliche Zeichen von Milzbrand ergab, verbrannt. Außer dem verstorbenen M. war Fleisch von dem gefallenen Tiere an einen zweiten Hundebesiyer verabfolgt worden, wel­ches ebenfalls beschlagnahmt und verbrannt wurde. Es ist daher bei allen Erkrankungen und Verenden von Vieh die größte Vorsicht zu gebrauchen. Nicht allein, daß durch das einfache Verscharren ohne Untersuchung durch den Kreistierarzt großes Unheil herbeigeführt werden kann, auch in finanzieller Hinsicht kommt der Besitzer solchen Viehes in Schaden, da auch bei Milzbrand 4/s des Wertes des verendeten Tieres durch die Provinzialkaffe in Cassel ersetzt wird.

Wiesbaden, 14. März. Ein Mansardendieb ist hier wieder an der Arbeit. Am Dienstag hat er in der Bertram­straße zwei Mansarden mit Schlüssel geöffnet und alle Be­hälter durchsucht, aber nur Geld mitgenommen. Es wird zur Vorsicht gemahnt. In der verflossenen Nacht ist in einem Kontor im -Bismarckring eingebrochen worden. Der Dieb hat die Schlüssel zum Geldschrank in einem Schubfach gefunden und hatte dann leichtes Spiel. Er fand im Geldschrank 1000 Mark in Banknoten zu 100 Mark, 200 Mark in Gojd und 3 Holländische Hundertguldennoten. Außerdem nahm er die Schlüssel zum Geldschrank mit.

St. Frankfurt a. M., 16. März. Das neue balb- monatliche Programm des Orpheums bringt sieben neue Debüts, welche nicht verfehlen, auf alle VariHtSfreunde anziehend zu wirken. Auf den Jongleur Hera, Althoffs musikalischen Akt auf galoppierendem Pferde und die berühmte Spitzentänzerin Mlle. Der'y sei ganz besonders hingewiesen.

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Elslein", bearbeitet von F. M. Böhme, undVillanella alla Napolitana", Madrigal von Baldassare Do^ili, bear­beitet von C. Widmann. An größeren Werken bot das Konzert in seiner reichen AbwechselungMeerfahrt" (mit vier- händiger Klavierbegleitung) von M. J. Beer und zum Schluß den packenden Chor mit OrchesterbegleitungTbalatta". Das überaus imposant angelegte TonwerkThalatta" schildert den Rückzug der Griechen nach der Schlacht bei Cunaxas in Kleinasien nach dem Meer und den ergreifenden Moment, in welchem -sie das Meer, das sie zur Heimat bringen wird, zum erstenmale wieder nach langer Zeit sehen. Welche Mühsalen liegen hinter ihnen! Als musterhafte Söldner gedungen, hatten sie in der Schlacht bei Cunaxa mit alter griechischer Tapferkeit ge­kämpft, kamen aber nach dem Tode des persischen Kronprä- tendenten, für den sie gekämpft, in die denkbar schlimmste Lage. Ihre Feldherrn, ins Perserlager gelockt, kamen durch Meuchelmord um. Unter un­säglichen Entbehrungen, täglich im Kampf mit feind­lichen Völkern, die sie umringen, aber geleitet von einem ritterlichen Führer, der ihnen in Xenophon erstanden, kamen sie endlich ans Meer Welcher Dank bewegt ihr Herzl Sie sinken aufs Knie und beten zu Poseidon, dem Herrscher der Meeresflut: Nun ist ihnen die Gewißheit, daß sie ihre Heimat, das früher blühende Hellas, wieder sehen werden. Xenophon selbst, der Führer, hat diesen berühmten Rückzug der Griechen durch Kleinasien zum Meer in meisterhafter Weise in seinerAnabasts" beschrieben.

Dem großartigen Text entsprechend hat Podbertsky, der übrigens durch ähnliche Werke unsere Ge^angesliteratur be- reicher hat, die einzelnen Stimmungsbilder der tapferen Helenen" mit großer Meisterschaft gezeichnet: Das todesahnende Gefühl beim Zug durch bte Wüste, der Anblick des Meeres, der heiße Dank und der innige Bitte an Poseidon, den Herr­scher der Meeresflut, sie zur Heimat, zum Heimatglück zu führen, sind vom Komponisten in einer überaus lebenden Dramatik wie­dergegeben. Die Interpretation seitens des Vereins war eine recht