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ist auch Nichtmitgliedern der Turngemeinde gerne gestaltet, der Saal bleibt für die am Turnen Beteiligten reserviert.

Stadttheater» Die. Heutige letzte Nachmittags-Vor­stellung vonDornröschen" wird ebenfalls wieder sehr gut besucht werden. Morgen Sonntag nachmittag 3 Uhr wird das effektvolle VolksstückDer Trompeter von S âkkin g en" mit Herrn Schwarz in der Titelrolle wieder­holt. Die stimmungsvollen Chöre sind wiederum durch den Gesangverein, verstärkt und so dürfte das ansprechende volks­tümliche Stück auch diesmal wieder ein dankbares Publikum finden. Vorverkauf heute von x/s3V15 Uhr. Am Sonntag abend wird nach langjähriger Pause Laube'8 effekt­volles SchauspielDie Karlsschüler" auf dem Spielplan erscheinen. Die spannende Handlung, in deren Mittelpunkt der jugendliche Schiller steht, sichern dem bewährten Drama stets den lebhaftesten Erfolg. Der jugendliche Liebhaber Herr Becker findet in der Rolle des Schiller eine Aufgabe, die seiner temperamentvollen Begabung ganz besonders zusagt, ebenso dürfte Frl. Toran für die Franziska von Hohenheim sehr geeignet sein. Schiller's jugendliche Laura wird von Frl. Verden dargestellt und die Herren Feist, R etzbach (Regie) und Gehrmann sind als Herzog, Silberkalb und Bleistift beschäftigt.

* Handwerkskammer zu Caffel. Wir machen hiermit alle Handwerker im Regierungsbezirk Cassel und im Fürstentum Waldeck darauf aufmerksam, daß bei der Hand­werkskammer auch eine gewerbliche Auskunftsstelle er­richtet ist, wo jeder sich unentgeltlich schriftlich oder mündlich Auskunft in allen gewerblichen Angelegenheiten, bei Streitigkeit mit Lehrlingen, Gesellen und Arbeitern, in Sachen der Kranken-, Unfall-, Jnvaliditäts- und Alters-Versicherung, sämtlichen Innungsangelegenheiten, überhaupt in allen die Verhältnisse des Handwerks berührenden Fragen holen kann. Die Sprech­stunden des Sekretärs sind täglich von 91 Uhr vormittags und 36 Uhr nachmittags, Samstag von 9-3 Uhr im Bureau der Handwerkskammer, Caffel, Steinweg 18. An den Handwerkern liegt es nun, sich dieser gewiß nützlichen und zeitgemäßen Einrichtung erforderlichenfalls zu bedienen.

* * Plenarsitzung der Handelskammer. In der gestrigen Plenarsitzung der Handelskammer wurde zunächst per Akklamation das alte Bureau wiedergewählt. Bei'der Fest­stellung des Etats für das Geschäftsjahr 1903/04 wurden die Einnahmen und Ausgaben auf 15 500 Mk. festgesetzt. Der Beitrag ist wie bisher ein zehnprozentiger Zuschlag zur Ge­werbesteuer. Der Bund der deutschen Nabrungsmitiel- sabrikanten beabsichtigt eine Eingabe an die Regierung behufs Beseitigung des fliegenden Gerichtsstandes im Geltungsbereich des NahrungsmiNelgesetzes. Die Handelskammer beschloß, sich der Eingabe anzuschließen, ebenso einer Eingabe der Handels­kammer Mühlhausen betr. das Verfahren im Wechselstempel- steuerprozeß. Bezüglich der zu den Zollverhandlnngen mit dem Ausland von der Regierung geforderten Aeußerung von Wünschen hat die Handelskammer ge­glaubt, von einem öffentlichen Hervortreten absehen zu sollen. Diejenigen Interessenten. welche in dieser Beziehung noch Wünsche äußern wollen, können diese beim Sekretariat der Handelskammer anbringen. Zu der Frage der Ein­führung von Kaufmannsgerichten äußert sich die Handels­kammer dahin, daß dieselben behufs größerer Wirksamkeit mög­lichst den Amtsgerichten anzugliedern seien. Weitere Be­schlüsse der Handelskammer von allgemeinem Interesse finden die Leser unter nachstehenden besonderen Rubriken.

* * Verstärkung des Akademie - Direktoriums. Das Direktorium der Königl. Zeichen-Akademie soll eine Um­gestaltung in der Weise erfahren, daß den Industriellen eine größere Einflußnahme auf die Leitung der Geschäfte gesichert wird. Ein von der Handelskammer in dieser Richtung ge­führter Schriftwechsel hat j ^t dazu geführt, daß der Minister auf Empfehlung des Regierungspräsidenten genehmigte, daß das Direktorium der Akademie durch 2 Industrielle als Mit­glieder verstärkt wird, welche von der Handelskammer zu wählen sind und der Bestätigung des Oberprästdenten unter­liegen. Es waren zunächst 2 Mitglieder aus den Kreisen der Edelmetallindustrie vorgeschlagen, nachdem jedoch mehrfach auf die wachsende Bedeutung der in unserer Stadt sich mehrenden lithographischen Industrie und ihr Interesse an der Gestaltung der Geschäfte der Akademie hingewiesen war, auch mit Rück­sicht darauf, daß bereits 2 Mitglieder der Edrlmetallindustrie dem Direktorium angehören, wurden die Herren Julius Stein­heuer und Heinrich Brüuing (letzterer als Vertreter der lithographischen Industrie) gewählt.

Eisenbahnschmerzett. In der Angelegenheit der S o n n t a g s f a h r k a rt e n nach Frankfurt wurden gestern in der Sitzung der Handelskammer Erörterungen ge­pflogen, die auf eine Wiedereinführung der genannten Fahr­karten hinzielen. Herr Fabrikant Zimmermann teilte mit, kr habe in der Sitzung des Bezirkseisenbahnrats zu Protokoll gegeben, wie außerordentlich befremdlich es sei, daß der Minister in Hanau Sonntagsfahrkarten nach hessischen und bayerischen Orten auflegt, während er sie für Preußen ent­zieht. Die Handelskammer beschloß, in dieser Angelegenheit nochmals beim Eisenbahnminister vorstellig zu werden. Es war vorgekommen, daß Arbeiter, welche Sonntags hier Reparaturen ausgeführt hatten, auf ihre Wochen f ah r- karten nicht mit allen Zügen zur Rückkehr in ihren Hei­matsort zugelassen wurden. Auf eine entsprechende Vorstel­lung der Handelskammer ist zwar keine Antwort erfolgt, je­doch dürfen seitdem die betr. Arbeiter anstandslos alle Züge zur Rückkehr benutzen. Nach neueren Bestimmungen soll zur Erlangung von Arbeiterfahrkarten neben der Bescheinigung des Arbeitgebers auch eine solche der Polizei­behörde des Arbeitsortes gefordert werden, was für die in Betracht kommenden Interessenten in vielen Fällen einen er­heblichen Zeitverlust bedeuten würde. In Betreff der Arbeiter­sahrkarten ist ferner eine Bestimmung ergangen, wonach die­selben nur bis zu einer Entfernung von 50 Kilometern aus­gegeben werden sollen. Dies würde aus verschiedenen Grün­den eine Benachteiligung der hiesigen Industriepreise wie auch der in den östlichen Gegenden (Rhön re.) wohnenden Ar­beiter bedeuten, weshalb die Handelskammer beschloß, behufs

sSamstag

Aenderung bezw. Mildenmg der letztgenannten Bestimmungen vorstellig zu werben. Der zwischen Frankfurt - Ost und Hanau-West verkehrende Zug 455 soll ab 1. Mai auch an der Station B i s ch o fs h e i m - R u m p e u h e i in halten.

* * Postverkehr. Wegen einer von der Handelskammer geführten Beschwerde, daß eine Partie Drucksachen, welche abends zwischen 6 und 7 Uhr aufgeliefert und abzestempelt waren und erst am nächsten Mittag um 11 Uhr zum Aus- tragen gelangten, ist der Bescheid ergangen, daß gegen den betr. Beamten, welchen das Verschulden trifft, das Geeignete verfügt sei. Von Interessentenkreisen sind eine ganze An­zahl Wünsche wegen Einrichtung direkter Fernsprechgelegenheit nach auswärtigen Plätzen an die Handelskammer gelangt. Dieselbe beschloß, die Städte Pforzheim und Bremen wegen der eminenten Bedeutung beider Städte für den hiesigen Ge­schäftsverkehr zu befürworten.

* * Erhebungen über Kartelle und Syndikate. Die regierungsseitlichen Erhebungen sollen sich zunächst auf die Kohlen- und Kokssyndikate erstrecken und wurde die Han­delskammer aufgefordert, geeignete Vertreter auS den Kreisen der Interessenten, welche über die Tätigkeit der Syndikate zu vernehmen sind, zu benennen. Die Handelskammer bringt von hier in Betracht kommende Interessenten die Firmen Heinrich Bracker, Christner, August Michel, Leopold Cassella & Cie. und den Direktor des städt. Gaswerkes Herrn v. Gâßler in Vorschlag.

* * Warenverzeichnis zum Zolltarif. Vom Mi­nister für Handel und Gewerbe ist die Aufforderung ergangen, Wünsche betr. die Rubrizierung von Waren unter bestimmte Kategorien im neuen Zolltarif zu äußern. Dies ist insbeson­dere für die Behandlung der verschiedenen Warengattungen durch die Zollbeamten von Wichtigkeit, da hier vielfach Meinungsverschiedenheiten entstehen, unter welche Gattung einzelne der zu verzollenden Waren entfallen. Die Handels­kammer beschloß, entsprechende Aufforderung ergehen zu lassen.

* Bedeutung der Gesellenprüfung. Da zu Ostern stets eine große Anzahl Lehrlinge frei wird, ist es notwendig, daß die Lehrmeister und die Eltern die Lehrlinge auf die Be­deutung und die Vorteile der Gesellenprüfung hinweisen, wel­cher sich jeder Lehrling bei Beendigung der Lehrzeit unterziehen soll. Nach § 131c der Reichsgewerbeordnung ist jeder Lehr­herr verpflichtet, seine Lehrlinge anzuhalten, sich nach Ablauf der Lehrzeit der Gesellenprüfung zu unterziehen. Der Lehr- Herr, welcher dieser Verpflichtung nicht nachkommt, wird nach § 148 Ziff. 9 R.-G.-O. mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder Haft bis zu 4 Wochen bestraft, im Wiederholungsfälle kann ihm nach § 126 a sogar die Befugnis zum Halten und zur Anleitung von Lehrlingen entzogen werden. Die Vorschrift des § 131c ist in daS Gesetz eingefügt worden, weil die Nichtablegung der Gesellenprüfung für den Lehrling sehr em> pfindUche und schwer zu ersetzende Nachtheile zur Folge bat. Dieselben ergeben sich aus den §§ 100 r, 131a, 129 und 133 R.-G.-O. Nach § 100 r dürfen bei Zwangsinnungen zu Mitgliedern des Ausschusses für das Lehrlingswesen nur solche Innungs-Mitglieder und Gesellen gewählt werden, welche die Gesellenprüfung bestanden haben. Von drn Mitgliedern des Vorstandes und der übrigen Ausschüsse müssen/s die Be­fugnis zur Anleitung von Lehrlingen besitzen, also die Gesellen­prüfung bestanden haben. Nach § 131a dürfen zu Gelellen- Beisitzern der Prüfungsausschüsse nur solche Gesellen bestellt werden, welche die Gesellenprüfung bestanden haben. Die schwerwiegensten Nachteile aber folgen aus den §§ 129 und 133. Nach § 129 steht in Handwerksbetrieben tue Befug­nis zur Anleitung von Lehrlingen nur den­jenigen Personen zu, welche das 24. Lebensjahr vollendet, mindestens eine 3jährige Lehrzeit zurückgelegt und die Ge­sellenprüfung bestanden haben. Ohne diele Befugnis kann aber auch der M e i st e r t i t e l nicht erworben werden. Aus Vorstehendem ist zu ersehen, daß die Ablegung der Gesellenprüfung wirklich notwendig und unerläßlich ist. Die nächsten Gesellenprüfungen finden im April d. I. statt. Anmeldungen nehmen schon jetzt die Vorsitzenden der Prü­fungsausschüsse und die Handwerkskammer entgegen.

* Prämiierung von Handelsschülern. Herr Direktor Pfeiffer hat bei der Handelskammer angeregt, einen Betraa von 80 bis 40 Mk. jährlich zur Verfügung zu stellen behufs Prämiierung des flüssigsten Schülers. Die Handelskammer beschloß demgemäß.

X Freund Klapperstorch, der alte Reiseonkel, der heuer schon am 10. Februar seinen Recognoszierungsflug in das Maintal wagte, aber nach kurzem Auf-ntt alte, von Nah­rungssorgen getrieben, wieder dem sonnigen Süden zu'egelte, ist gestern zurückgekehrt und hat, von jung und alt freudig begrüßt, allenthalben sein altes Sommerstandquartier bezogen. Noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts waren in manchen deutschen Städten die Türmer angewiesen, daS Ericheinen des ersten Storches durch Hornsignale kundzugeben. Dafür wurde ihnen im Ratskeller ein Ehrentrunk kredenzt. Die alten Egypter erweisen dem Stelzengänger hohe Ehren und in Thessalien war die Erlegung eines Bruders Adebar mit Todes­strafe bedroht. Von den Türken heute noch verehrt, hat in Deutschland dem großen Luftsegler gegenüber schon längst eine kühlere Auffaffung Platz gegriffen. Zwar genießt Freund Plapperschnabel immer noch des gesetzlichen Schutzes, aber immer lauter und ungestümer erheben sich die Stimmen seiner Geg» und die stetige Abnahme Langbeins findet seltenere Teilnahme. Er gilt als mordgieriger Geselle, der Unmassen von nützlichen Fröschen, ja auch junge Vözel, Hasen und zahl­reiche Fische vertilgt. Am allerwenigsten bedauert die Land­wirtschaft die Abnahme des Storches.

* Sturm. Seit verflossener Nacht weht ein heftiger Sturm.

* Militär-Konzert. In der RestaurationKaiser­hof" gibt die Ulanenkapelle morgen nachmittag von 7,4 Uhr an ein Konzert, auf das wir auch an dieser Stelle empfehlend hinweisen.

Karnevalistische Unterhaltung. Im Saale zur Stadt Bremen Veranstalter morgen Sonntag abend 6 Uhr der VereinEinigkeit" eine karnevalistische UmerhaINmq mit Tanz. Nach dem Programm zu urteilen, stehen jedem Besucher einige genußreiche Stunden bevor.

28. Februar.

** Bersteigerungsgebühren. Behufs cmSeitHdnt Regelung der von den Versteigerern bei öffentlichen Versteige­rungen zu beanspruchenden Gebühren sind die Handelskammern von der Kgl. Regierung zu Caffel aulgesordert worden, sich über die Höhen der festzusetzenden Gebühren gutachtlich gn äußern. Die Handelskammer beschloß, entsprechend dem hier bestehenden Gebrauch, die Festsetzung einer Gebühr von 5% des Gesamterlöses für bewegliches Inventar und !/ für Immobilien in Vorschlag zu bringen.

* Verein Merkur. Wir verfehlen nicht, die Mit­glieder des Vereins Merkur darauf aufmerksam zu machen, daß heute abend im Vereinslokal Diskussion mit dem Thema Errichtung kaufmännischer Schiedsgerichte" statlfindet, wobei recht zahlreiches Erscheinen erwünscht ist.

* Futzballsport. Dal am verflossenen Sonntag stattgehabte Wettspiel der l. Mannschaft desFrankfurter Fußballklubs Viktoria" contra 1. Mannschaft dest. Hanauer Fußballklub 1893" endete mit einein überlegenen Siege der Hanauer mit b: 1 Goal. Von den vom Hanauer Fußballklub 1898 seit vorigen Herbst über­nommenen 29 Wettspielen wurden 28 siegreich durchgeführt und erlitt 5 anan nur eine Niederlage gegen den Karlsruher Fußballklub. Wir wollen nicht verfehlen, auf das morgen stattfindende Wettipiel zwischen demFrankfurter Fußballklub 1899 Kickers" und dem1. Hanauer Fußballklub 1893" hinzuweisen und können wir den Beiuch des Sportplatzes an derSchönen Aussicht" nur empfehlen. Morgen Sonntag spielt die 1. und 2. Mannschait desHanauer Fußballklubs Viktoria" gegen die 1. und 2. Mannschaft der Offenbacher Mclitia". Anfang 2 Uhr.

Franz Ondricek. Ueber den berühmte» Violin-Virtnosen, welchen wir im 5: Abonnements-Konzert in der Eentrathalle am 17. März kennen lernen werden liegen uns eine Anzahl der günstigsten Kritiken vor. So schreibt u. a. derBadische Beobachter" vom 23. November 1902: Ueber den berühmten Violinisten Ondricek braucht cs keine vielen Worte mehr, er spielte wieder so meisterlich, als man nur wünschen konnte, die voll­kommenste Bescheerung des Stoffes ging mit seiner wunderbaren Technik, mit von edelster Wärme getragener Durchgeistigung Hand in Hand, Tartinis berühmter Teufelstliller war von der Leidenschaft versengender Glut durchströmt und keinem seiner Vorträge fehlte die vollendetste Wieder­gabe ; fast jeder Nummer seines hinreißenden Spiels folgte eine Dreingabe.

* Karnevalistische Damensitzung. Obwohl die offizielle Re- gierungs.eil Prinz Karnevals vorüber, taucht Se. närrische Hoheit mit seinen Trabanten doch hie und da noch einmal auf, um ein kurzes Gast­spiel zu geben. Morgen wird er u. A. imSchützenhofe" absteigen, um bei einer voni Gesangverein Männerchor ihm zu Ehren ver­anstalteten karnevaliilischen Damensitzung zu präsidieren und die Huldi­gung seiner getreuen Narren allergnädigst entgegenjunebmen.

* Brauerei Dörr. Der humoristische Teil beim morgigen Konzert liegt in den Händen der bekannten Frankfurter Charakter- Komiker Gebr. Furk und der Kostümsoubrette Frl. Henrich.

* In der Wiener Spitze gibt morgen das Damenorchesier Rad- fahrernnionWanderlust" erstmalig ein großes Konzert.

* Das L-aynenkammhaud ist morgen Sonn­tag geöffnet.

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5 Kesselstadt, 28. Februar. (A bbruch der Kirche.) Morgen im Vormittagsgottesdienste findet hierselbst die Ab- fchiedSfcier von dem alten Kirchlein statt. In den nächsten Tagen wird dann mit dem Abbruche desselben begonnen wer­den, um einem größeren und schöneren Baue den Platz zu räumen.

t s. Wind ecken, 26. Februar. (Obstbau verein.) Auf Veranlassung des Vorstandes des Hanauer Kreisobstbauvereins bat Herr Obergärtner Karl Huber vom pomolozischen Jn- stuute zu Oberzwehren bei Cassel in diesen Tagen be wunen, in den einzelnen Obfibauvereinen unseres Kreises VonräM über Baumpflanzung und B rumpflege zu halten und gestern abend in dem hiesigen Verein gesprochen. Der etwas über eine Stunde währende Vortrag des Herrn Huber zeichnete sich durch Klarheit und Faßlichleit aus und bot eine reiche Fülle von Belehrung und schätzenswerten guten Ratschlägen, die hoffentlich auch von unseren Vereinsmilgliedern befolgt wer­den. Herr Huber ainq von der Tatsache aus, daß in unserer Gegend feit a ten Zeiten schon Obstbau getrieben wird, daß er aber hierzulande schon längere Zeit stark vernachlässigt worden sei. Wohin man auch immer komme, überall zeigen sich die Spuren davon, daß diesem so bedeutungsvollen Zweig der landwirtschafilichen Tätigkeit bis vor ungefähr 70 bis 80 Jahren weit mehr Äufmerkiamkeil und Verständnis entgegen- gebracht worden sei alS in der darauf folgenden Zeit; erst seit einigen Jahren mache sich wieder eine Besserung auf diesem Gebiete bemerkbar. In dem Vortrag machte Herr Huber da­rauf aufmerksam, daß nur dann der Obstbau erfolgreich sei, wenn eine genügende Entfernung zwischen den einzelnen Obst- bäumen inne gehalten, gutes tadelloses Pflanzmaterial genom­men und mit Verständnis gepflanzt werde. Viel wichtiaer als das Pflanzen sei das Pflegen der Bäume. Bei jungen Säumen sei die Baumscheibe stets locker zu halten, der Stamm rein zu hallen^ und gegen Beschädigung zu sichern. Der Düngung der Bäume sei mehr Sorgfalt zu widmen. Die Krone fei zeitig auszulichten, abgestorbene Aeste zu entfernen, größere Wunden mit Oelfarbe oder Teer zu streichen; der Kampf gegen die Baumschädlinge fei energisch aufzunehmen und durch- zuführen. Die Ausbildung geeigneter und zuverlässiger Baum­wärter sei in allen Gemeinden zu veranlassen. Damit der immer mehr überhandnehmmden Einfuhr fremden Obstes be­gegnet werden könne, müsse der Obstbau bei uns gehoben werden. Am Schluffe des überaus eingehenden und mit großem Beifall aufgenommenen Vortrags und der sich daran an chiießen- den Besprechung einzelner Punkte machte der Vorsitzende die Mitteilung, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die große O b ft- ausstelluug für den Regierungsbezirk Cassel in diesem Herbste in Hanau abgehalten werden würde.

Kprechsaal.

Für die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum aeoenüder keinerlei Verantwortung.

Wie schon durch die Togeèblätter bekannt, beabsichtigt der hiesige Gewerbe- und Handwerkerverein im Mai d. I. eine Ausstellung hauptsächlich in Lehrlingsarbeilen zu veranstalten. Einsender dieses möchte dem vorgenannten Verein folgende Punkte zur Erwägung anheimgeben, welche, wenn sie außer acht bleiben, dieselben Unannehmlichkeiten zeitigen, wie bei der Ausstellung vor zwei Jahren in der Turnhalle der Knaben- Mittel'chule. Vor allen Dingen darf das Preisgericht nicht allein aus Meistern von Hanau bestehen, höchstens ein Mann für je ein Handwerk von hier, die übrigen müßten aus der Um-