Serie 2.
welche den Unterricht im Lateinischen abWert haben. die Prüfung für das Universitäisstudium bei der Anstalt selbst ablegen könnten, sodaß sie eine spätere Prüfung nicht mehr abzulegen brauchten. Das Provinzial-Schulkollegium habe sich demgegenüber zwar ablehnend verhalten, eS sei aber Aussicht vorhanden, die Genehmigung vom Minister zu bekommen. — Stadtv. Dr. Wagner führt aus, der Plan, die sog. klassischen Sprachen aus den Lehrplänen der höheren Schulen auszu- schalten, werde immer mehr durchlöchert. Er sei im Nebligen der Meinung, daß die Oberrealickule dem Bedürfnisse nicht mehr genügt und daß nur zwei Dinge möglich seien, entweder sie auf den früheren Stand einer besseren Bürgerschule zurück- znbringen oder sie zu einem Realgymnasium auszubauen, da sie so nur etwas halbes darstclle. Er sei aber dafür, daß wir lieber aufs Ganze gehen und ein Realgymnasium daraus machen. Nachdem ein großer Teil der Schüler den lateinischen Unterricht wünscht, werde man ihn wohl einführen müssen. Redner ersucht schließlich den Magistrat, sich mit, der Frage des Ausbaues der Oberrealschule zum Realgymnasium zu befassen und im nächsten Jahre den event. Kostenüberschlag der Stadtverordneten - Versammlung vorzulegen. — Oberbürgermeister Dr. Gebesch us erwidert, nach seiner Meinung würden die Kosten ungefähr die gleichen sein wie bei der Oberrealschule, es bleibe aber fraglich, welche von beiden Schularten hier am meisten Bedürfnis sei bezm. vorgezogen werde. Dom Fabrikantenstand werde zweifellos der Form der Oberrealschule der Vorzug gegeben, denjenigen Eltern, welche weiter gehen wollten, sei ja Gelegenheit geboten, ihre Kinder auf das Gymnasium'zu schicken, wo sie alle Berechtigungen erwerben könnten. Weil wir es lieben, unsere deutsche Sprache zu ver- ballhornisieren und sehr viel Fremdworte gebrauchen, die aus dem Lateinischen entstanden sind, und um die landläufigen Ausdrücke, die im tagtäglichen öffentlichen Leben vorkommen, zu verstehen, sei es nötig, daß die Schüler den Unterricht im Lateinischen bekommen. — Stadtv. Dr. Wagner erklärt sich nochmals für die Form des Realgymnasiums, umsomehr, baser gehört habe, daß keine höheren Kosten daraus erwachsen. — Stadtv. Schwabe meint, es wäre im gegebenen Falle von Vorteil, die Oberrealschule nach Art der Reformschulen umzuwandeln. Vielleicht werde sich ein Weg finden lassen, der dies ohne allzu hohe Kosten ermögliche. — Oberbürgermeister Dr. Gebeschus gibt nochmals längere Darlegungen, in denen er hervorhebt, daß es jetzt unmöglich sei, das Berechtigungs-Examen an der Schule selbst abzulegen, wir könnten erst nach 4 Jahren, nachdem die Schüler den ganzen lateinischen Unterricht absolviert, eine solche ablegen lassen. Er wiederhole, daß er für den hiesigen Platz die Form der Oberrealschule für die richtige Halte. Die Reformschule, die Herr Schwabe anrege, werde ganz erheblich höhere Kosten verursachen, wovor er nachdrücklichst warne. Momentan wisse niemand, welche von den beiden Schulen von den Eltern bevorzugt werde. Herr Dr. Wagner z. B. schwärme für das Realgymnasium, er für die Oberrealschule, zum mindesten müsse man abwarten, wie die Beteiligung der Schüler an dem fakultativen lateinischen Unterricht ausfalle, dann könne man erst entscheiden, welche von beiden Schularten die richtigere sei. Was durch den lateinischen Unterricht belastet werde, solle durch andere Fächer eine Entlastung erfahren.
Von Interesse dürfte hierbei auch noch sein, was der Direktor der Oberrealschule, Herr Dr. Schmidt über die Frage der Oberrealschule und des Realgymnasiums in der Kom- misstonssitzung ausführte. Herr Direktor Dr. Schmidt erwiderte auf eine diesbezügliche Anregung, daß diese Frage im Kuratorium bereits erörtert worden sei, doch sei man zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Oberreal'chule dem hiesigen Bedürfnis vollkommen Rechnung trage. Das Nebeneinandergehen beider Lehrgebäude, das heißt einer lateinlosen Oberrealschule und eines Realgymnasiums mit Unterricht im Latein liege wohl im Bereiche der Möglichkeit, doch werde man ans Schwierigkeiten bei Einteilung der neben einander aufsteigenden Klassen stoßen, weil dann der Andrang nach der einen Richtung jedenfalls ein dem Gesamtverhältnis nicht entsprechender, zu großer würde. Auch sei die Frage der Umwandlung in ein Reiorm-Real-Gymnasium, wie solche iu Frankfurt a. M. und Altona eingerichtet seien, erörtert worden. Diese eröffneten den fremdsprachlichen Unterricht nicht mit Latein, sondern auch mit Französisch wie bei der Oberrealschule. Seines Erachtens bliebe sich dieses auch schließlich gleich, jedenfalls sei er dafür, daß der Unterricht im Latein soweit hinausgeschoben werde, daß denjenigen, welche lediglich das Zeugnis zum Einjährig- Freiwilligen erreichen wollten, noch Gelegenheit gegeben werde, sich während eines Jahres hierin ein ge Kenntnisse zu erwerben. Es sei beabsichtigt, dahin vorstellig zu werden, daß diejenigen Abiturienten, welche den Unterricht im Latein absolviert hätten, bei der Anstalt selbst die Prüfung hierin für das Universitätsstudium ablegen dürften, sodaß sie sich einer späteren Prüfung nicht mehr zu unterziehen brauchten. Würde der Minister die Genehmigung hierfür versagen, dann scheine es angezeigt, die Frage der Errichtung eines Reform-Realgymnasiums in nochmalige Erwägung zu ziehen. Auf die Frage des Herrn Vorstehers, warum man den Unterricht im Latein nicht obligatorisch einzuführen beabsichtige, führte Herr Dr. Schmidt weiter aus, daß bei dieser Frage theoretische Erwägungen mitspielten. Es würde dazu eine neue Schulform notwendig sein, welche jedenfalls auf Schwierigkeiten beim Provinzialschulrat stoßen würde mit Hinblick auf die von dieser Stelle dem heutigen anerkannt zweckmäßigen Lehrplan der Oberrealschule entgeoengebrachte Anerkennung. — Di? Stadtv. Hoch und O t t erörterten noch allgemeine Gesichtspunkte im Etat, die sich hauptsächlich um die „Spar- büchsencheorie" drehen, an welcher Debatte sich auch der Oberbürgermeister beteiligt. — Vorsteher C a n t h a l bittet schließlich, nicht nur an Gelb, sondern auch etwas an Zeit zu sparen, da wir sonst mit dem Etat überhaupt nicht fertig würden.
Der Etat der Oberrealschule, der in Einnahme mit 68 850 Mk., in Ausgabe mit 185 450 Mk. abschließt, wird laut Feststellung mit allen gegen eine Stimme genehmigt. Stadtv. Eberhard erklärt sich gegen die Bewilligung der 1320 Mk. für die Einführung des lateinischen Unterrichts.
Dien Stag
Etat der höheren Mädchenschn le.
Der Etat schließt ab in Einnahme mit 30 500, in Ausgabe mit 58 950 Mark. Referent Küstner berichtet über Einzelheiten und beantragt Feststellung des Etats laut Vorlage. — Stadtv. Schwabe fragt an, wie es komme, daß der Magistrat eine Klage anhängig gemacht habe, ohne die Genehmigung der Stadtv.-Vers. einzuholen. Neber diese Angelegenheit entspinnt sich eine längere Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Mitgliedern und dem Magistratsvertreter, die sich hauptsächlich um die Prinzipienfrage dreht. Die Angelegenheit wird schließlich behufs Klärung der Frage in der Kommission zurückgestellt. Der Etat wird laut Vorlage genehmigt.
Mittelschulen.
Stadtv. Jung berichtet über den Etat der Knabenmittelschule, der in Einnahme mit 16 400, in Ausgabe mit 67 600 Mk. abschließt. — Stadtv. Eberhard findet den eingestellten Betrag von 4500 Mk. für Heizung außerordentlich hoch. Es wird ihm erwidert, daß über die Gründe für das Schwanken der Ausgaben für Heizung in den städt. Schulen zur Zeit Erhebungen statifinden, die noch nicht abgeschlossen sind. Nach längerer Debatte, die sich hauptsächlich um innere Fragen dreht, wird der Etat laut Feststellung genehmigt.
Der Etat der Mädchenmitielschule schließt ab in Einnahme mit 14,500, in Ausgabe mit 5 5,800 Mark. Der Etat wird laut Vorlage genehmigt.
Der Neubau der Mittelschule am Grünen Weg wird voraussichtlich im Sommer d. J. in Benutzung genommen werden.
Volksschulen.
Der Etat der Knabenvolksschrsie schließt ab in Einnahme mit 25,020, in Ausgabe mit 89,330 Mark, der Etat der Mädchenvolksschule in Einnahme mit 28,800, in Ausgabe mit 95,200 Mark. — Durch die notwendig werdende Teilung von Klassen infolge Ueberschreitung der Frequenzfiffer ist die Schaffung von neuen Lehrerstellen im Etat in Aussicht genommen. Die Besoldungstitel weisen daher hier wie bei den anderen Schulen eine erhebliche Steigerung auf. Die Etats der beiden Volksschulen werden nach Vorbringen verschiedener Wünsche genehmigt.
Die Beratung wirb dann abgebrochen und die noch übrigen Punkte der Tagesordnung für die nächste Sitzung zurückgestellt.
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•* Kaisers Geburtstag. Die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers nimmt hier den üblichen Verlauf. Der Himmel begünstigt den Festtag auch insofern, als er diesmal seine Schleusen hübsch geschlossen hält und den Feiernden gestattet, trockenen Fußes die verschiedenen Veranstaltungen zu erreichen. Das machte sich auch bei dem gestern Abend stattgehabten Zapfenstreich bemerkbar, der eine Masse Leute auf die Straße gelockt hatte. Das Gedränge war in manchen Straßen geradezu beängstigend. Die Straßen zeigen heute das bekannte Bild, FlaggeniLmuck, sonntäglich geputzte Schulkinder, sonstige Feiernde und gegen Mittag ein lebhaftes Treiben, das sich nach dem Paradeplatz zu konzentriert, wo die Parade der beiden Regimenter stattfindet. Am Vormittag war Festfeier in den Schulen, für das Militär Kirchgang, dem sich die Parade anschließt. Letztere fand in der herkömmlichen Weise statt; nach einer Ansprache des Garnisonsältesten ein Hoch auf den Kaiser und danach Vorbeimarsch der Truppen. Heute abend haben die einzelnen Kompagnien bezw. Schwadronen in den einzelnen Lokalen Feierlichkeiten zu Ehren des Tages.
* Zur Vorfeier von Kaisers Geburtstag hatte gestern abend der Kriegerverein Hanau im Saalbau zum Deutschen Haus einen Festkommers veranstaltet, der in gewohnter Weise den erhebendsten Derlanf nahm. Zur Teilnahme waren auch die Sp'tzen der Zivil- und Militärbehörden, das Osfizierkorps rc. erschienen. "Der Festsaal prankte in prächtigem Schnucke. Nach den einleitenden, einen patriotischen Charakter tragenden Musikstücken der Ulanen« kapelle brachte der Kriegervereinsoorsitzende Herr Hauptmann a. D. v. Buttlar den Kiiierioast aus, worauf im Anschluß an die Kaiserhymne ein äußerst stimmungsvolles Tableau gezeigt wurde. Nun brachte der Gesangverein „Eintracht" unter Leitung seines Dirigenten Herrn Hamburger den Mozart'schen Chor „O Schutzg-ist" (mit Orchesterbegleitung) zum Vortrag, solcherart die Fsstteilnehmer alsbald in eine festliche Stimmung versetzend. Auch die folgende Kaisersgeburtstagsposse: „Ein Kaiser-Geburtstag-Morgen" war durch gute Darstellung recht geeignet, stimmungsvoll zu wirken. Soli und Duette der Herren Engelhardt, Weisen st ein und Goldbach (Mitglieder des Gesangvereins Eintracht), ein humoristisches Duett der Herren Rohde und Oberländer, weitere Chöre des Gesangvereins Eintracht, eine Deklamation des Herrn Söhnlein „Der Fahnenträger bei Hanau (1813)" sowie die Musikpiecen der Ulanenkapelle waren die Bestandteile des sich weiterhin abwickelnden Programms. So schloß sich auch diese Kaisersaeburtstagsseier würdig denjenigen früherer Jahre an.
* Allstavt-Jnbelfeier. Zum 600jährigen Jubiläum der Erhebung Ali-Hanaus zur Stadt hat der Hanauer Geschichtsverein eine Festschrift erscheinen lassen, die nach einer Einleitung des Herrn Pfarrer Neßler Beiträge der Herren Professor Dr. Suchier und Stadtbaurat Thyriot enthält. Diese Beiträge sind mit zahlreichen Abbildungen versehen, * gleich am Anfang befindet sich der Stadtbrief, d. h. eine möglichst genaue Wiedergabe der Original-Urkunde. Der Geschichtsverein hat sich durch diese Gabe, die bleibenden Wert besitzt, sicherlich den Dank unserer Einwohnerschaft erworben.
* Der Gefangswettstreit in Frankfurt a. M. Nicht nur die Zahl der für Frankfurt angemeldeten Vereine zum Gesangswettstreit deutscher Männergesangvereine, sondern auch die Sängerzahl der einzelnen Männerchöre ist eine weit höhere, als dies beim Casseler Wettstreit der Fall war. Beim großen Wettsingen in Wiesbaden im Jahre 1881 war es noch eine Seltenheit, daß ein Verein 100 Sänger zählte, in Cassel hatten schon zwei Vereine mehr als 200 Sänger angemeldet. Diesmal sind es 9 Vereine, die die Zahl ihrer singenden Mitglieder auf mehr als 200 Sänger angegeben haben. Die 18 in Cassel er«
27. Januar.
schienenen Vereine zählten 2680 Sänger, in Frankfurt werden 34 Männerchöre mit 6200 Sängern anwesend sein. Die neun größten Vereine sind: Bremer Männeraelangverein (253 Sänger), Kölner Männergesangverein (236), Oberbarmer Sângerheim (283), M.-Gladbacher Liedertafel (236). Leipzigs Mannerchor (227), Berliner Lehrergesangverein (226), Dortmunder Lehrergângverein (220), Hannoverscher Männergesangverein (215) und Elberfelder Quartettverein (210). — Die geringste Zahl von Sängern haben angemeldet: Magdeburger Männerchor (123), Würzburger Liedertafel (127) und Bremer Lehrergesangverein (141). Zum engeren Wettstreit werden voraussichtlich 11 Vereine zugelassen. Außer dem kaiserlichen Wanderpreis waren in Cassel noch sechs Ehrenpreise gestiftet worden. In Frankfurt müßten es der Zahl der gemeldeten Vereine entsprechend einige mehr sein. Die Stadt Frankfurt wird den ersten Ehrenpreis stiften, ein reicher Amerikaner hat einen sehr wertvollen Silberpreis in Aussicht gestellt. Die Vertretung der Frankfurter Sängerbünde hat ebenfalls beschlossen, einen wertvollen Preis zu schaffen. Der Wetistreit wird am 4., 5. und 6. Juni zum Austrag kommen.
* Stadttheater. Hofichauspieler Konrad Dreher, der so sehr beliebte Gast, wirb in allernächster Zeit als „Leininger" in der von Rauchenegger und ihm verfaßten Posse: „Anno 48" ein einmaliges Gastspiel absolvieren. Das Auftreten des hier gern gesehenen Komikers dürfte gewiß das größte Interesse erwecken.
* Jtts Landkrankeuhâtts mußte in verflossener Nacht ein Dienstmann gebracht werden, der in der Schirnstraße in berauschtem Zustande gefallen war und sich eine nicht unbeträchtliche Wnnde an der rechten Schläfegegend zugezogen hatte.
* Geklärt. Im hiesigen Landkrankenhause befindet sich, wie wir gestern mitteilten, ein Mann namens Jakob Herzberger, der sich am Freitag auf den Bahndamm der Gelnhausen-Gießener Strecke gelegt hatte, um sich überfahren zu lassen. Derselbe stammt aus Dauernheim, Kreis Büdingen, war früher Forstwart und gilt als geistesschwach. Angehörige von ihm waren gestern hier und bestätigten diese Angaben.
* Vieh markt. Morgen früh findet dahier Zucht- un5 Fettvieh-Markt statt.
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[:] Rückingen, 27. Januar. (Kaisersgeburts- t a g s f e i e r.) Der Militärverein „Kaisertreu" feierte gestern abend in seinem Vereinslokale den Geburtstag unseres Landesherrn in hergebrachter Weise durch eih gemütliches Beisammensein, wobei der Vorsitzende Herr Karl Viel in einer in daS Kaiserhoch ausklingenden markigen Ansprache der Bedeutung des Tages gedachte und die treue Anhänglichkeit der Mitglieder zu Kaiser und Reich aufs neue betonte.
Hu© JMab und fern
42 Mainflingen bei Seligenstadt, 26. Januar. Der Landwirt Dominikus Stadtmüller im bena^barken Gebir^- dörfchen Johannesberg wurde beim Holzfällen im dortigen Gemeindewalde von einer umstümenben Tanne am Kopfe getroffen und lebensgefährlich verletzt.
^ Seligenstadt, 26. Januar. Die seit einigen Jahren in unserem Städtchen geübte Sitte der gemeinschaftlichen Be- --phung von Geburtstagsfeiern en gros hat auf unsere Jugend a scheinend vorbildlich gewirkt. Während sich nämlich bisher Derartige Veranstaltungen nur auf hie Sechzig- oder Fünf- zigjâhrigen beschränkte, treten jetzt auch schon unstre Fünf- undzwanzigjâbrigen in den Reigen ein. Der „Jahrgang 1878" hielt bereits gestern eine Versammlung ab behufs Besprechung einer „feierlichen Begehung des 25jährigen Wiegenfestes". Das vorgerückte Alter dürfte also demnächst von der unternehmungslustigen Fugend voraussichtlich überflügelt werden.
Verhaftung eines Schwindlers. Die Polizei verhaftete in Kopenhagen einen deutschen Betrüger Namens Körner, der aus Hamburg geflüchtet war. Man fand bei ihm 250 000 Mark. Seine Verhärtung erfolgte auf Grund des hinter ihm von der Hamburger Polizei erlassenen Steckbriefes.
Drahtnachrichten.
Berlin, 27. Januar. Die „Voss. Ztg." meldet aus Hamburg: Die beiden Schooner „Föhn" und „Smaragd" mit je fünf Mann Besatzung sind während eines Sturmes in der Nordsee untergegangen.
Rio de Janeiro, 26. Januar. „Iornal Commerz'o" meldet: Brasilien bot, um die Besetzung des Akreterritoriums durch bas englisch-amerikanische Syndikat zu verhindern, Bolivien an, das von Tausenden von Brasilianern bewohnte Territorium anzukaufen oder gegen einen anderen Landstrich umzutauschen. Eine Depesche aus Lapaz meldet, derPrändmt von Bolivien habe die Expedition nach dem Akreterritorium verschoben. Man erwarte eine günstige Lö'ung der Frage.
Manila, 26. Januar. Eine aus Freiwilligen bestehende Streitmacht soll bei dem Versuche, die Räuber aus der Provinz Z ambales zu vertreiben, geschlagen worden sein, wobei drei Amerikaner getötet wurden.
Budapest, 26. Januar. Aus Anlaß des GeburtH- tages des deutschen Kaisers veranstaltete der „Ve r= ein der Reichsdeutschen" heute Abend einen Fest- kommers. Der Vertreter des Generalkonsuls, Legationsmt Graf Mirbach-Harff, brachte ein Hoch auf den Kaiser und König Franz Joseph, den bewährten Bundesgenossen unL Freund des Kaisers aus, während der Vorsitzende des Vereins auf Kaiser Wilhelm toastete. Beide TrinAprüche wurden mist Begeisterung ausgenommen. An den deutschen Kaiser Wurde ein .fSnlbigunaSMearamm aboelandt.
Wien, 26. Januar. Zur Feier des Geburtsfestes des deutschen SaiferS veranstaltete die deutsche Kolonie heute unter dem Vorsitz de» deutschen Bmsch fters Graf Wedel ein Festessen, an dem teilnahmen der deutsche Mltiärattachè Maior von Bülow und Oe übrigen Mitglieder der deutschen Botschaft, der .sächsische Gesandte Graf Rex, der bayerische Gesandte Freiherr Tücher von Simmelsdorf, der deutsche Generalkonsul, der Konsul, die Mitglieder der Reichsdeutschen Vercivre in Wien und der Vorstand des Vereins deutscher Offiziere des Be-