Einzelbild herunterladen
 

Seite 2.

* Abonnements Konzert. Wie aus dem Jnseralen- ieile ersichtlick, findet das 3. Abonnements-Konzert in der Centralballe" am 22. Januar statt.

* Leichtsinniges Hantieren mit Waffen. Auf dem Gute Wilhelmsbaderhof hantierte kürzlich ein dort be- fef affigier 16jâhriger junger Mensch mit einem geladenen Re­volver. Plötzlich entlud sich die Waffe und daS Geschoß drang einem dabeistehenden gleichalterigen Kollegen in den Unterleib. Der Getroffene mußte ins kath. Schwesternhaus gebracht werden, woselbst die Kugel Lurch einen operativen Eingriff entfernt wurde.

* *

X. Langendiebach, 12. Jan. (I a g d v e r p a ch t u n g.) Bei der heutigen Neuverpachiung der hiesigen Gemeindejagd erhielt Herr Fabrikant Heinrich Brüning aus Hanau als Meistbietender mit 3450 Mk. den Zuschlag. Auch die Fischerei pachtete Herr Brüning für 140 Mk. Somit ist der frühere langjährige Pächter wieder in den Besitz der Jagd gekommen. Die jetzige Pachlsumme ergibt ein Mehr von etwa 300 Mark.

4* Grotz-Krohenburg, 12. Januar. (Sport.) Der Radfabrerv?reinCito" dahier hielt am Sonntag den 11. d. M. im Gasthofezum Anker" ein sehr zahlreich besuchtes Tanz­kränzchen ab, das einen guten Verlauf nahm. Herr Vollmar, Könial. Lokomotivführer a. D., hielt als Vorstand des Vereins die Festrede. Er hieß die Gäste herzlich willkommen, dankte für deren zahlreiches Erscheinen, wünschte viel Vergnügen und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Seine Majestät den Kaiser. Möge das Interesse, das dem Vereine bis jetzt entgegen gebracht wurde, noch größer werden.

Aus dem Gerichts'««!.

Sitzung der Strafkammer i vom 12. Januar.

K r r ch w e i h f r e u d e n.

Als die zwei Bäckergesellen K. und S. zu Fechenheim am Krrbmontag v. J. um Mitternacht aus der Wirtschaft im Arbeiterheim" nach Hause gingen, stießen sie in der Schäfer- gasse noch auf drei 18jährige Burschen, die auch imArbeit:r- Heim" gewesen und mit Geschenken einer dort stattgehabien Verlosung beladen waren. Diese Bürschchen wurden von den zwei Bäckern angerempelt und als sie sich unterstanden, münd- einen recht zahmen Protest einzulegen, packten die Bäcker zu, warfen den Konrad M. zu Boden und verabfolgten ihm eine gehörige Tracht Prügel, wobei er einen blutenden Kopf davon­trug. Die zwei andern Burschen konnten sich noch rechtzeitig aus dem Staube machen. Den Ueberfallenen erlöste der hinzu­kommende Polizeidiener aus seiner mißlichen Lage. Das Schöffengericht zu Bergen hatte die beiden schlagfertigen Bäcker zu je 14 Tagen Gefängnis verurteilt, wogegen der Staatsanwalt Berufung einlegte, weil ihm die Strafe zu gelind erscheint, der Angeklagte K., weil er ganz unschuldig" ist. Das Gericht findet die vom Schöffengericht ausgesprochene Strafe für die ohne jegliche Veranlassung be­gangene Tat ebenfalls fâr zu niedrig und erhöht die Strafe auf je vier Wochen, die Berufung des K. wird verworfen.

EinFund".

Ani 5. September v. Js. wurde durch einen Kriminal- ) schutzmann bei dem Leihbankiaxator hier eine goldene Damen- uhr als abhanden gekommen angemeldet. Nächsten Tages schon erschien ein 12jähriges Mädchen und brachte die betr. goldene Uhr zu dem Taxator um zu erfragen, was dieselbe wert sei. Der Taxator behielt die Uhr zurück und bestellte das Mädchen auf eine Stunde später, ebenso aber auch den Kriminalschutzmann. Als das Mädchen nach einer Stunde erschien und des Kriminalschutzmanns ansichtig wurde, nahm es schleunigst wieder Reißaus. Sie wurde als die Tochter dec Ehefrau H. ermittelt, die nachher wegen Fundunterschlagung angeklagt wurde. Die Uhr war der Gastwirlsehefrau R. aus ihrer Stube abhanden gekommen, wer sie genommen hat, konnte sie nicht sagen. Die Ehefrau H. gibt an, ihre Tochter hätte die Uhr am Wallweg gefunden und wäre damit zu dem Taxator gelaufen. Sie hätte nur gern wissen wollen, ob es Gold war. Das Schöffengericht hatte die schon vor­bestrafte H. zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Ihre Berufung wird verworfen.

Bettelei.

Der Fabrikarbeiter B. aus Klingenberg kam zu einer Witwe, klagte ihr seine große Not von seinen 10 Kindern, seiner kranken Frau u. s. w. und bekam aus Mitleid 50 Pfg. Nach­her stellte sich heraus, daß die ganze Geschichte auf Schwindel beruhte. B. ist angeklagt wegen Betrugs, das Gericht findet aber nur Bettelei in seinem Vorgehen und erkennt auf 4 Wochen Haft, die durch die Untersuchung verbüßt sind.

Jung verdorben.

Der Bäckerlehrling B. zu Gierberg fand sein Lehrlings­dasein sehr verbesserungsbedürftig, daher er beschloß, demselben gänzlich Valet zu sagen. Er stahl seinem Lehrkollegen 4 M. aus dem Koffer. Bei seiner Tante unternahm er einen unangemelbeteu Besuch durch das Fenster, stahl ihr 42 Mk. und zog froh­gemut nach Friedberg, wo er sich zunächst eine Uhr zulegie und dann ein Billet nach Hamburg nahm. Leider gab die Polizei durch ihr Eingreifen der geplanten Reise eine ganz andere Richtung. Statt nach der schönen Seestadt Hamburg ging es in die Erziehungsanstalt nach Dillenburg, Dort wo der jugend­liche Ausreißer heute vorgeführt wird. Das Gericht verurteilt ihn zu zwei Monaten Gefängnis. Aus derselben Anstalt wird der schon zwei Mal wegen Diebstahls vorbestrafte 15 jährige Maurerlehrling Heinrich I. von Wachenbuchen vor­geführt. Am 15. Juli v. I. kamen die zwei Jungen des Gastwirts auf der kleinen Wirtschaft in Wilhelmsbad zu ihren, Vater gerannt und meldeten ihm, in der nahe gelegenen Steinbruchshütte sei jemand eingestiegen. Der Wirt band seinen Hund los und ging dorthin, als er ankam, stand der Heinrich I. vor der Hütte und sagte, da sei eben jemand drin gewesen. Die Läden waren gewaltsam aufgezwängt. Die Sütte diente den Steinbruchsarbeitern zur Aufbewahrung ihrer erâtschaften und Eßwaren. Auf Letztere war es jedenfalls abgesehen. Der Wirt ließ sich durch die Angabe des Hein­rich I. nicht verblüffen und sagte ihm auf den Kopf, daß er

Dienstag

selbst in der Hütte gewesen sei, was Letzterer auch gar nicht ernstlich bestritt. Der jugendliche Einbrecher wird wegen ver­nichten schweren Diebstahls zu drei Monaten Gefängnis ver­urteilt.

K«n«ner Uereins- «. Uersnügungsnachrichlen

iür Dienstag den 18, Januar.

Stadttheater in Hanau : Gastspiel de? Schlierseer Bauerntheaters-Der Gemeinde'aspar": Anfang 7 Uhr.

Oratorienvercin: Probe i 1 der Obcrrealf&ule

Kaufmännischer Verein Hanau: Abends 8 Uhr: 2. Vortrag in den Enten der .Centralhalle"

Evanx. Männer- und JünglingSverein: JünglingSverein: Mänuerber sammluna; Jungfrauenverein; Flickabend (Ev. BereinkbanS.

Kath. Kastno .Einirackt" (Vereins!.: Braustüb'l">: VereinSaben.-. Turn- u. Zecktktub: Fechten.

Turngescllschaft: Abends von 810 Uhr: Turnstunde.

GesangvereinSnmscr" : Singstunde in herStabi Bremen". GesangvereinGermania": Singstunde imLöwmaärtchen". GesangvereinMelomania": Singstunde in derKarthaune". Kitherverein Hanau: Probe in der RestaurationAllemanta". Süddeutscher Klub: Klubabend in der RestaurationAllemania". DcUtschnationaler Handlungsgehilfen- Verband. Ortsgruppe Hanan: Vereins abend imKarlsberg*. Athletenklub »Germania*: Megenstemme» und Musterriegenarbeiten, (Restauration Wagenbach, Paradeplatz), S:emm- und Ring-KlubEiche": Abends von 9U Uhr: Dauer- stemmen und Steinstoßen: von 1011 Uhr: Musterriegen- arbeiten (Restauration zur -Wiener Spitze").

für Mittwoch den 14 Januar.

Hanauer BrnchMieiengeuossmschaft: Nachmittags 2 Uhr: Hauptder- sammlung in der Brauerei Kaiser.

RerSeigernngs- etc. Kalender für Mittwoch den 14. Januar.

Angebote betr. He hi nähme auf bie zum Neubau des Kreisbauses zu Sanou erforderliche Lieferung uub Herstellung der Fenster, sind bis vormitlaas 10 Uhr an ^en Kön'gl. B mrat Becker, Auzustastraße 25 datier, einzureichen (L Nr. 5 .Han. Anz.").

Telegraphischer Wetterbericht her deutschen Eeewnrte.

Telegramm ans Hamburg vom 18. Januar, 9 Uw 40 Min.

Ein Maximum von 775 mm lagert über der Nordsee, ein Minimum unter 757 mm jenjeitS der Alpen. In Deutschland wehen leichte bis starke nordöstliche Winde bei vielfach heiterem Frostwetter. Meist ist Schnee gefallen.

Progno'e für den 44. Jrnuar: Ruhiges, vielfach heiteres, trockenes Frostwetter wahrscheinlich.

Barometerstand mittags 12 Uhr am 12,/i. 13./1.

Sehr trocken

Beständig

Schön 760-2-2» *

Veränderlich=

R---N CBM,)7M-=

Aus JSab und fern,

42 Cassel, 12. Januar. Von Seiten des Landes- Ausschusses sür den R.'gierungsbezirk Cassel ist die Ein­führung der 3'/sptozenliM Landeskreditkassen- Obligationen, Serie 13, unkündbar bis 1. September 1907, an der Berliner Börse beschlossen. Damit wird mit einer Einrichtung gebrochen werden, die seit Gründung der Anstalt bestand und die sich vielleicht als den veränderten Markt- und Geldverhältnissen nicht mehr entsprechend herauS- stellt. Es soll zwar der Absatz der Obligationen durch die heimischen Bankiers in bisheriger Weise fortgesetzt werden, aber es dürfte mit der Einführung ~ deren Zeitpunkt übriger - noch nicht feststehl dem vorzüglichen Papier ein guter Markt und ein ausgedehntes Absatzgebiet geschaffen werden, wie es andere gleichartige Institute bereits besitzen. Die Stabilität des Kurses wird übrigens durch die Notiz an der Börse voraussichtlich gar nicht berührt werden.

O Cassel, 12. Januar. In der Nacht vom Sonntag auf Montag kam es zwischen Mannschaften des Trainbataillons und Artilleristen in der Mönchebergstraße zu Streitigkeiten, zu denen die Artilleristen angeblich Veranlassung gegeben haben sollen, indem sie einen Trainsoldaten anrempelten. Darob kam es zu beklagenswerten Tätlichkeiten, bei denen beide Par­teien von der Waffe Gebrauch machten. Die Artilleristen wurden bis zur Magazinstraße zurückgeworsen; sie verloren eine Menge Seitengewehre und Mützen, die von den Siegern erbeutet und mit zur Trainkaserne genommen wurden. Sieben Artilleristen wurden verletzt, darunter drei so schwer, daß sie sofort ins Garnijonlazarett gebracht werden mußten, einer von ihnen soll lebensgefährlich verletzt sein. Die Trainsoldalen halten fünf Verwundete, darunter auch zwei Schwerverwundert. Bei sämtlichen Verletzten handelt es sich in der Hauptsache uni Kopfwunden. Die kriegsgerichtliche Untersuchung ist sofort eingeleitet worden.

Schmalkalden, io. Januar. Herr Regierungsrat Rotger aus Cassel weilte heute hierfelbst, um sich in der An­gelegenheit der Umwandlung der Realschule in eine Oberreal­schule zu orientieren.

Gelnhausen, 10. Januar. In Burgbracht wurde dieser Tage die Hofratte des Bürgermeisters Krieg ein Raub der Flammen. Es wird Brandstifiung vermutet, die als eine

18. Januar.

Frucht des bei der letzten Bürgermeifierwahl auflosernven Parteihasses betrachtet wird.

^Seligenstadt, 12. Januar. Der auch in weiteren Kreilen, namentlich unter der hessischen Lehrerschaft, vorteilhaft bekannte und allgemein geachtete Herr Oberlehrer Johann Alois Schad von hier ist während vorletzter Mitternachts- stunde nach kurzem Leiden im Alter von 73 Jahren zu Aschaffen­burg verschieden. Der Verblichene entstammte einer angesehenen Bürgersfamilie zu Radbeim bei Dieburg, wirkte als Jugend" bildner anfänglich im Kreisstädtchen Erbach, später 16 Jahre in unserer Nachbargemeinde Zellhausen und dann 22 Jabre hindurch mit musterhafter Berufstreue in hiesiger Stadt. In den letzten 6 Jahren seiner segensreichen Dienstsührung ver­waltete er das wichtige Amt eines Oberlehrers. Gelegentlich seiner im Jahre 1897 erfolgten Pensionierung wurde er vom Landesherrn durch Verleihung des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ausgeznchnet. Den Aöend seines Lebens verbrachte der Heimgegangene bei seinen zu Aschaffenburg domizilierten Kindern. Unsere dankbare Stadt wird dem Ent­schlafenen ein ehrendes Andenken bewahren. R. i. p.

42 Hausen im Rodgau, 12. Januar. Ein hiesiger Mktzgermei'ter wurde dieser Tage wegen Vergehens gegen das Nahrungsmiltelgesttz vom zuständigen Schöffengerichte zu einer Geldstrafe von 40 Mk. und zur Kostentragung verurteilt. Er hatte seiner zum Verkauf bestimmten Wurst einen weit über das zulässige Maß hinausgehendm Kartoffelmehlzusatz bei­gemengt, wodurch sich auch der Wassergehalt bedeutend ver­mehrte. . Die Einrede, er habe in seinem Laden den Mehl- zusatz seinen Kunden durch ein Plakat bekannt gegeben, konnte die Bestrafung nicht abwenden.

ß Bom Lande, 11. Januar. Die gegenwärtige milde Witterung, die zu der strengen Dezemberkälte einen auffallenden Kontrast bildet, gestattet den Landwirten bereits die Vornahme verschiedenartiger Feldarbeiten. In verschiedenen Gemar­kungen des NodgaueZ und des Mittelmaingebietes waren gestern zahlreiche Bauersleute mit dem Umpflügen ihrer Grundstücke beschäftigt. Daß dabei viele voreilige-Maikäfer ausgeschauselt wurden, darf um so weniger Erstaunen erregen, als schon vor einigen Tagen die obligatenRedaklionsmcikäfer" bei mehreren Zeitungen ihre Visite machten und den berühmten Wetterpropheten Falb Lügen straften. Aber auch viele verendete Mânie wurden aus dem Boden gepflügt, denen die anhaltende Feuchtigkeit zur Freude der Landwirte den Garaus machte.

Atts Unterfranken, 12. Januar. Es ist beabsichtigt, für die Gemeinden Eschau, Sommerau, Rück, Schippach, Elsen­feld, Erlenbach, Großwallstadt und Kleinwallstadt eine gemein­same, große Wasserversorgungsanlage ins Werk zu setzen. Das nötige Wasser soll eine starke Duelle im Anbachtal, zwischen Eschau und W-ldensee liefern. Die Quelle selbst liegt ca. 260 Meter über Meer, 120 Meter höher als die höchst­liegende der in Betracht kommenden Gemeinden. Sie ist durch das k. Bezirksamt bereits angekauft, dem Vernehmen nach um 1300 M. Die Gesamtkosten sind auf 307 000 M. ohne und auf 404 000 M. mit Hausleilungen veranschlagt. Hiervon käme ein Staatsznsâuß von etwa 20 pCt. 60 000 M. in Abzug. Gestern (Sonntag den 11. Jan.) fand auf Einladung des k. Bezirksamtes eine Vorbesprechung der sämtlichen be­teiligten Eemeindeausschüffe über das vorliegende Projekt im Gasthaus zumOchsen" in Qbernburg statt. Herr Bezirks - amtmann Fischer erstattete Bericht über die Vorschläge des kgl. Wasstroersorgungsbnreaus. Herr Landtagsabgeoldneter Schulz stellte seine werktätige Mithilse in Aussicht. Die direkt beteiligten Gemeinden erklärten im Prinzip ihre Zustimmung, und so hat denn die Sache die Hauptschlacht wird in den einzelnen Gemeindeausschüssen und -Versammlungen geschlagen gute Aussicht auf endlichen Erfolg.

Hus aller MeLt.

Von einer eigenariigen Manie befallen kscheint der unbekannte Täter zu sein, der seit einiger Zeit in Berlin im Hause Brandenburgerstraße 47 sein Unwesen treibt. So­bald nämlich auf dem Trockenboden Wäsche aufg-hängt worden ist, macht man am nächsten Tage die Entdeckung^ daß die Bodentür erbrochen, die Wäsche aber nicht gestohlen, sondern nur zerrissen ist. Das Merkwürdigste an der Sache ist aber, daß der Täter sich nur die Damenwäsche aus'ucht.

Um die Verwandten an ärgern. Der ameri­kanische Holzkönig Bradlay, der mit Hinterlassung eines kolossalen Vermögens gestorben ist, hat sich kurz vor seinem Tode mit einer jungen Buchhalterin seines Geschäfts ver­heiratet. Da ein Testament nicht vorhanden ist, erbt die junge Frau das ganze Vermögen. Die Verwandten des Ver­storbenen wollen Klage erheben, werden aber schwerlich etwas erreichen.

Kunst und Leben.

Ein Mittel zur Verhinderung des Schnarchens wird unzweifelhaft von Tausenden mst Freuden begrüßt und erprobt werden. Denn es gibt tatsächlich ein solches Mittel und zwar ein höchst einfaches. Geheimer Rat Küster in Berlin machte unlängst der ärztlichen Welt eine Mitteilung, und es ist nicht mehr als billig, diese dem durch Schnarchen nächtlicherweile gequälten Teile der Menschheit sogleich weiter- zugeben. Geheimer Rat Küster betont, daß das Schnarcken in erster Linie durch Offenhalten des Mundes entsteht. Wird der Schnarcher durch Geräusch etwas munter gemacht, so schließt er sogleich den Mund und hört auf zu schnarcken. Bei geschlossenem Munde ist laut tönendes Scknarchen höchst selten, auch läßt sich leicht feststellen, daß das stärkste Schnarchen eintritt, wenn die Person auf dem Rücken liegt. Beobachtet man den Schnarchenden, so bemerkt man gleich, daß der Unter- ttefer herabgefunken ist und das Schnarchen würde nicht ein­treten, wenn es gelingt, dieses Herabsinken zu verhindern. Auf diesen Gedanken kam ein Bekannter des oben erwähnten Arztes, der durch das Schnarchen seiner Ehehälfte sehr unan­genehm gestört wurde. Er konstruierte eine Binde mit einem vorn gerundeten K.nnstücke, in welchem der vordere Teil des