Seite 2/ ___________________________ ,
ling, Reuterschan, Uugewickel, Schäffer, Schleich, Loeber und Metz zu Sekretären, die Kanzlei - Hilfsarbeiter Lenz, Viereck und Weber zu Kanzlisten der Landes- Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, der Amisanwalt, Hauptmann a. D. Engler in Hanau zum Amtsanwalt auch bei dem Amtsgerichte in Windecken, an Stelle des von Treysa verzogenen Sparkassen - Rendanten Paul Kimmel der Stadt- kämmerer Konrad Ritter zu Treysa zum Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Treysa.
Bestellt: der Pfarramts-Kandidat Krommes zum Gehilfen des Pfarrers Rommel in Wernswig.
Uebertragen: dem Spezialkommissar, Regierungs-Assessor Scherer unter Versetzung von Wolfhagen nach Hersfeld die weitere Verwaltung der Spezialkommission zu Hersfeld, und dem bisher in Hersfeld beschäftigten RegierungS-Aisesior Heß unter Versetzung nach Wolfhagen die einstweilige Verwaltung der Spezialkommission zu Wolfhagen.
Bestätigt: der zum Bürgermeister der Stadt Immenhausen gewählte bisherige Stadtsekreär Hottejan zu Uerdingen.
Verliehen: den prakt. Aerzten Dr. Schwarzkopf, Dr. Pfannkuch, Dr. Evsell, Dr. Menche und Dr. Sebold in Cassel, Dr. med. Koch in Rinteln, Dr. Manns in Schlüchtern und Dr. Wiederhold in Wilhelmshöhe der Charakter als Sanitätsrat, dem Domänenpächter, Oberamtmann Fr eise zu Bingartes der Charakter als Amtsrat, dem Domänenpächter Klostermann zu Johannesberg der Charakter als Oberamtmann, der Charakter als Rechnungsrat: dem Prsvinzial-Steuer-Sekretär Heide, dem Königlichen Rentmeister Uffelmann zu Esâwege und dem Buchhalter Sol- veen zu Obernkirchen, der Charakter als Kanzleirat: den Kreissekretären Baumgart in Fritzlar und K ö h ler in Fulda, dem Hauptsteueramts - Assistenten Diesing in Marburg der Amtstitel Hauptsteueramts-Sekretär, dem Domänenrentmeister Domänenrat So st mann zu Cassel der Rote Aoler- Orden 4. Klaffe, der Kronen-Orden 4. Klaffe dem Bergwerksdirektor Schultze zu Obernkirchen und dem früheren Buchdruckereibesitzer und Redakteur Reucker in Homberg, dem Obersteiger Rüger daselbst das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens und dem Grubenmaurer Ranke daselbst das Allgemeine Ehrenzeichen.
Pensioniert: der Kreissekretär Schneider zu Hanau zum 1. Januar 1903.
* Personalien. Bestätigt: die Wahl der technischen Lehrerin Minna Bickell zu Hanau zur endgiltig angestellten technischen Lehrerin an den städt. Bürgerschulen zu Castel. Verletzt: die Lehrer Blumenstein zu Velmeden, Kreis Witzenhausen, an die ev. Schule zu Rückingen; Wollenberg zu Hailer, Kr. Gelnhausen, an die evang. Schule zu Keffelstadt; Görge zu Großkrotzenburg an die kath. Schule zu Haselstein, Kreis Hünfeld; K nippler zu Momberg, Kr. Kirchhain, an die kach. Schule zu Fechenheim; Klöpfel zu Braunhausen, Kr. Rotenburg, an die evang. Schule zu Hüttengesäß; die Lehrerin Hawryluck zu Großkrotzenburg an die kath. Schule zu Fechenheim. Endgiltig a n g e st e k l t: der bisher einstweilig angestellte Lehrer Schuch zu Niederrodenbach. Einstweilig angestellt: die Schulamtsbewerberinnen Müller zu Großauheim an der kath. Schule daselbst; Katharine Blattner zu Großkrotzenburg an der kath. Schule daselbst. In d en Ruh e- stand versetzt: Lehrer Scheuch zu Hüttengesäß.
* Stadtverordneten - Ersatzwahl. Der Ausgang des zweitägigen Wahlkampfes in der 3. Klasse um das erledigte Stadtverordnetenmandat ist von uns bereits im Interesse unserer Leser durch eine Extraausgabe bekannt gegeben worden. Hiernach hatte der Kandidat der vereinigten bürgerlichen Parteien Herr Juwelier Aug. Rotermundt 1052, der Kandidat der Sozialdemokraten Herr Bäckermeister Reis dagegen 1270 Stimmen auf sich vereinigt. Mit einem Mehr von 200 Stimmen haben somit die Sozialdemokraten gesiegt. Die Wahlbeteiligung war auf beiden Seiten nicht besonders stark, wenn man in Betracht zieht, daß 5122 Wahlberechtigte vorhanden
Manne zu rächen suchte, und erst im Oktober 1857 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor und Direktor des Kieler Hospitals.
Esmarch ist der Stätte seines ersten Wirkens, obwohl es an lockenden Anträgen von anderwärts nie gefehlt hat, bis zum heutigen Tage treu geblieben, wo er auf eine 53jährige Tätigkeit als akademischer Lehrer zurückblickt. Ebenso aber wie Kiel im Verlauf von wenig mehr als 50 Jahren aus einer stillen, verschlafenen Kleinstadt zu dem mächtigsten Waffenplatz der schnellaufstrebenden deutschen Kriegsmarine geworden ist, hat auch das Lebmswerk des nimmer mühen Gelehrten immer weitere Wellenkreise gezogen, die ihm auf alle Zeiten den Titel eines Wohltäters der Menschheit sichern.
Daß KriegSlazarette und Krankenhäuser nicht mehr die Pesthöhlen von ehedem, sondern dasjenige geworden sind, was sie heute sind, ist im wesentlichen sein Verdienst. Die Zeiten der Ferien wurden von ihm fast niemals zu Erholungszwecken, sondern zu Studienreisen verwendet, auf denen er das Krankenhauswesen in allen Kulturländern genau kennen lernte. Was er hier in sich aufnahm, trug seine ersten Früchte, als er im Kriege 1864 die Spitäler von Flensburg, Sundewitt und Kiel in einer für die damalige Zeit mustergiltigen Weise einrichtete. Die Folge davon war, daß sich bei Ausbruch des Krieges von 1866 wiederum die Aufmerksamkeit der maßgebenden Persönlichkeiten auf ihn lenkte, sodaß er im Juli des genannten JahreS nach Berlin berufen ward, um in die Jmme- diatlazarettkommission einzutreten und die Oberleitung^ der chirurgischen Tätigkeit in den dortigen Lazaretten zu übernehmen. Zum Beginn deS deutsch-französischen Krieges konnte er als Rekonvaleszent nach einer schweren Krankheit nicht selber mit in den Krieg eilen. Als Generalarzt und konsultierender Chirurg der Armee wirkte er daher anfänglich in Kiel und Hamburg bei der Organisation der freiwilligen Hilfe innerhalb des schleswig-holsteinischen ProvinzialvereinS und der in gleicher Richtung tätigen hanseatischen Vereine, wurde aber schon Anfang August nach Berlin berufen, um die General- Lazarettdirektion bei der Einrichtung deS großen Baracken- lazarelts auf dem Tempelhofer Felde zu unterstützen, worauf
Donnerstag
sind. Sonach haben noch nicht einmal 50 vCt. der Wähler von ihrem Wahlrechte Gebrauch gemacht. Die Ursachen der schwachen Wahlbeteiligung auf bürgerlicher Seite (etwa 40 pCt.) sind vor allem darin zu suchen, daß Viele den Terrorismus der Sozialisten scheuen und deshalb dem Wahlakte fernbleiben. Um dem allmählichen Verfalle sämtlicher Mandate der dritten Wahlabteilung an die Sozialdemokraten vorzubeugen, dürfte sich die Bildung eines bürgerlichen Wahlvereins für kommunale Wahlen empfehlen, der stets rechtzeitig alle die Wahlen betreffenden Schritte vorzubereiten hätte. — Das gestrige Endresultat der Wahl hat zur Folge, daß der fünfte Sozialdemokrat ins Stadtparlament einzieht. Möge ein Zusammenraffen der bürgerlichen Kreise dazu führen, daß dies der letzte, wenn auch schwache Erfolg der Sozialdemokraten war.
* Stadttheater. (Benefiz.) In der morgen Freitag stattfindenden Erstaufführung von „Der Fall Clemenceau", Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas u. D'Artois, zum Benefiz für Herrn Regisseur Hans Schwarz, ist außer dem Benefizianten, welcher die Titelrolle spielt, fast das ganze Personal beschäftigt und nennen wir nur die Darsteller der großen Rollen wie: Isabella: Fräul. Hohenfels, Gräfin Dombronowska: Fr. Rieger, Fr. Clemenceau: Fr. Hantke, Fr. v. Niederfeld: Fräul. Leoni, Mariette: Frl. Verden, Gergolie: Frl. Wehn, Konstantin: Herr Feist, Sergius: Herr Becker, Thomas Ritz: Herr Jungk u. s. w Das Stück, von Herrn Schwarz in Szene gesetzt, bietet schon im ersten Akte, ein Bildhauer-Atelier, Gelegenheit, farbenprächtige Bilder, unterstützt durch die reichen und vornehmen Toiletten der Damen, auf der Bühne zu sehen. Für die Ausstattung der Bühne sind ganz besondere Vorbereuungen getroffen und ist ein genußreicher Abend bestimmt zu erwarten. Die Vorstellung findet außer Abonnement statt mt Vorrecht der ge- raden Nummern bis Donnerstag von 4—5 Uhr.
* Konzert der Ulanenkapelle. Zu dem großen Streichkonzert, welches die Kapelle unseres Ulanenregiments heute Donnerstag Abend im „Deutschen Haus" gibt, lesen wir auf dem Programm unter andern folgende beliebte Piecen: Ouvertüre zur Oper „Rienzi" von R. Wagner; Große Phantasie a. d. Op. „Bajazzo"; „Berühmte Serenade" von Moskowsky; „Vögleins Lockruf" von Eilenberg; „Bal-Blanc" von Benger; zwei Sätze für Streichinstrumente: „Czardas" von L. Großmann, „Delikatessen", Potpourris von Klein u. s. w. Für eine künstlerische Ausführung bürgt uns der gute Ruf, den unsere Ulanenkapelle genießt. Auf ein besetztes Haus darf man mit Rücksicht auf das Gebotene sicher rechnen.
* * Schaufensterbrand Gestern Abend kam in dem Z.'ichen Schuhwaarengeschäft am Marktplatz, während der Besitzer abwesend war, eine Verkäuferin beim Anzünden der Gaslampen in dcn Schaufenstern mit dem Streichholz der bei der Dekoration verwendeten Watte zu nahe, wodurch dieselbe in Brand geriet. Die Flammen liefen mit großer Schnelligkeit weiter und verbrannten bezw. versengten eine Anzahl Schuhwaaren. Das Feuer konnte alsbald gelöscht werden. Der durch Feuer und Wasser verursachte Schaden beziffert sich auf 1200—1500 Mk. und ist durch zwei Versicherungen gedeckt. Die Ausstellung faßte die feinsten Schuh- fabrikate in sich.
Die ersten Redakttonsmaikäfer, zwei vollständig entwickelte, muntere braune Gesellen, wurden uns gestern durch eine kleine Freundin unseres Blattes übermittelt. Die sicherlich sehr voreiligen Frühlingsboten, welche aus dem Bruchköbeler Walde stammen, haben wahrscheinlich die jetzige milde Witterung für eine dauernde gehalten und deshalb so früh ihre schützende Hülle verlassen. Dazu ist aber — laut Falb — wenig Aussicht vorhanden.
* Die Königliche Prüfungskommission für MittelschnAehrer und Rektoren ist für das Jahr 1903 aus folgenden Personen zusammengesetzt: 1. Provinzialschulrat Dr. Otto in Cassel, Vorsitzender, (evangelische Religion);
2. Regierungs- uno Schulrat Martin in Cassel, (Deutsch);
3. Realgymnasialdirektor Professor Breuer in Wiesbaden,
er nach Beendigung des Krieges im April 1871 seine Lehrtätigkeit in Kiel wieder aufnahm.
Die Hervorhebung dieser biographischen Einzeldaten, die im Lebensbilde eines anderen nackte Zahlen und Zeilen füllender Ballast sein würden, war hier nötig, weil sie im engsten sachlichen Zusammenhang mit den Hauptverdiensten des greisen Chirurgen stehen. Nur wer wie er von hoher Warte mit weitem Blick und dem warmen Herzen des Menschenfreundes den Jammer und das Elend des Krieges in seiner unverhüllten Schrecklichkeit geschaut hatte, war der geborene Führer im Kampfe um ein besseres Lazarettwesen gegen die überall sich breit machenden Mächte der Trägheit, Unwissenheit und Gedankenlosigkeit. Abgesehen von einer Anzaht Schriften von allgemein chirurgischem Inhalt sind diesem Zwecke eine Reihe wertvoller von ihm verfaßter Bücher gewidmet, unter denen diejenigen mit den Titeln „Ueber Resektionen nach Schußwunden" (sein ältestes, bereits 1851 erschienenes Buch), ferner „Verbandsplatz und Feldlazarett", „Ueber den Kampf der Humanität gegen die Schrecken des Krieges"/ „Ueber die Vorbereitung von Reservelazaretten" und „Der erste Verband auf dem Schlachtfeld" weite Verbreitung gefunden haben.
Andere Schriften gehen dagegen von dem durch ihn immer wieder in den Vordergrund gestellten Gedanken aus, daß eine wirksame Bekämpfung von Krankheiten und Verwundungen in Kriegs- und Friedenszeiten nur möglich ist, wenn die Hilfeleistung auf breitest« Grundlage gestellt wird, wenn man nicht ausschließlich auf die Arbeit der oft weit eutfernlen und wenig zahlreichen Fachmänner angewiesen ist, bis zu deren Herbei- holung stets kostbare, uneinbringliche Zeit verloren geht, sondern wenn man auf die Unterstützung verständiger Laien zurückgreifen kann, denen die wichtigsten Grundbegriffe der Hilfeleistung bei eintretenden Notfällen geläufig sind.
Von dieser Idee geht Esmarch in den später erschienenen Schriften „Die erste Hilfe bei Verletzungen", „Die erste Hilse bei plötzlichen Unglücksfällen" und in seinen „Samariterbriefen" aus, die uns zu dem zweiten, großen Schaffensgebiet des Gelehrten, nämlich zur Organisation der Samariterschulen hinüberleiten. Im Winter 1881/82 errichtete Esmarch in Kiel unter
8. Januar.
(Matbematik und Naturwissenschaften); 4. Oberrealschuldirektor Dr. Quiehl in Cassel, (Französisch und Englisch) ; 5. Seminardirektor Schulrat Lotz in Dillenburg, (Pädagogik): 6) Seminar- direktor Dr Frentzel in Homberg (Geschichte und Geographie); 7. Seminar-Oberlehrer Kramer in Fulda (katholische Religion). Am 23. März d. I. soll in Cassel die Prüfung der Schulvorsteherinnen abgehalten werden. Die Meldungs'- gesuche sind bis spätestens zum 15. Januar d. J. einzureichen.
Aus dem Grrichtsfaa!.
Sitzung der Strafkammer H vom 7. Januar.
Berufungen.
Der Gärtner G. zu Soden hatte einem Wirt in Lanzingen den Betrag von 6 M. für Bäumchen unberechtigter Weis zweimal abgenommen. Das Schöffengericht in Soden hatte ihn von der Anklage des Betrugs sreige'prochen, die Strafkammer kommt aber zu einem andern Ergebnis und verurteilt den Angeklagten zu 5 Tagen Gefängnis. •- Der Bürgermeister W. zu Michelsrombach kam eines Abends in die Behausung des Gastwirts W, um eine Revision nach unversteuertem Schnays vorzunehmen. Der 48jährige Sohn geriet über den unliebsamen Besuch in die Wolle und äußerte zu dem Dorfoberhaupt: „Wenn Fhr noch mal kommt, werfe ich Euch „Unierstzuoberst" zum Tempel naus!" Das Schöffengericht hatte den W. jun. wegen dieser Respektlosigkeit zu 6 M. Geldstrafe verurteilt. Dem Amtsanwalt erschien dies zu wenig und die Strafkammer ist derselben Ansicht. Sie erhöht die Strafe auf 30 M. — Längs des Gemeindewegs zu Höchst steht eine Fichtenhecke, die dem Landwirt Chr. S. gehört und sein Grundstück von dem Weg abschlirßt. Diese Fichten beschatteten aber den Weg derart, daß er nie recht trocken wurde, bei feuchtem Wetter die Nässe lanae hielt und so die Veranlassung wurde, daß die Passanten statt über den nassen Weg über daS nebenan liegende Grundstück des Bauern Wilhelm B. gingen, der sich darob nicht wenig ärgerte. Als der Christian S. eines Tages zu seinen Fichten kam, waren diese sämtlich umgehanen, sodaß auch nicht ein Stumpf mehr stand. Als Täler kam nur der Wilhelm B. in B 'tracht, der vom Schöffengericht zu 15 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde. Er bestreitet seine Schuld, die aber als erwiesen gilt, weil er selbst mehrfach geäußert hat, er werde die Fichten noch umhauen. Die Berufung ist daher ohne Erfolg. — Den Lotteriekollekteur S. in Schwerin hatte das Fuldaer Schöffengericht zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil er nicht genehmigte außerpreußische Lose in der dortigen Gegend zum Verkauf anbot. Seine Berufung wird verworfen.
Betrug.
Der Metzger W. aus Wetter verübte in Gelnhausen allerlei Schwindeleien. Er gab sich für einen Militärschlächter aus und erbot sich verschiedenen Geschäftsleuten, ihnen billige Gelänge zu verschaffen. Der Zweck des Schwindels war, ans den Leuten Geld herauszulocken. In zwei Fällen gelang ihm dieses und zwar erhielt er 1 Mk. und 3 Mk. Der Angeklagte erhält wegen Betrugs im wiederholten WWWWWkkV zu einer in Frankfurt gegen ihn erkannten Gefängnisstrafe 8 Monate.
Ein Nachspiel zum Hell st einer Brand- stifterprozeß.
Als im vorigen Jahre die beiden Hellsteiner Brandstifter vom hiesigen Schwurgericht abgeurteilt waren, machte zu Hause der Bruder des einen Brandstifters, Johannes H>, seinem Zorn in allerlei Schmähungen und Drohungen gegen die Person des Bürgermeisters und des Abgebrannten Müller Lohrey Luft. Es waren dies die Hauptbelastungszeugen in dem Prozeß. Die Schwägerin des Johannes H., die von den Angehörigen schlecht behandelt und auch mehrfach von ihnen körperlich gezüchtigt wurde, machte von der Geschichte Anzeige. Johannes H. wurde vom Schöffengericht zu 10 Wochen Gefängnis verurteilt, wogegen er Berufung einlegte. Er führt die Beschuldigungen, die er bestreitet, auf einen Racheakt der Schwägerin zurück. Die Berufung hat den Erfolg, daß daS erste.Urteil WWiW^MHIIII WmKUaaBBSBBHUaStHa^^ IM»»«»»»»««
I reger Beteiligung aus dem Laienpublikum die erste deutsche Samariterschule und veranlaßte den Zusammentritt eines Zentralkomitees, auf deren Anregung sich in allen größeren deutschen Städten Zweigvereine auftaten, die in von Aerzten geleiteten Kursen Unterricht über die Anatomie des menschlichen Körpers, feine wichtigsten Funktionen und die Maßregeln erteilen ließen, die bei plötzlichen Unglücksfällen bis zum Eintreffen des Arztes zu ergreifen sind. Wie sehr diese wohltätige, in Wahrheit vom echten Geiste des barmherzigen Samariters erfüllte Organisation beim Publikum Anklang fand, geht aus der Thatsache hervor, daß schon im Jahre 1895 an mehr als 400 deutschen Orten Samariter-Unterricht erteilt werden konnte.
Zu diesen Verdiensten gesellt sich als eine, die ersteren weit in den Schatten stellende chirurgische Großtat, die von Esmarch angegebene Methode, die allgemein als „Esmarchsche Blutleere" bezeichnet wird und eS ermöglicht, an den Extremitäten eines Lebenden große Amputationen und andere Operationen in unblutiger Weise auszuführen. Das Verfahren besteht darin, daß von den Spitzen der Finger oder Zehen angefangen, durch Umwickelung der Extremität mit straff angezogenen elastischen Binden alles Blut gegen den Rumpf zu aus dem Arm oder Bein herausgedrückt und das Nachfließen von Blut durch Anlegung eines Tourniquets das heißt einer Aderpresse verhindert wird, welche die Arterien, die in daS Glied eintreten, während der Dauer der Operation zusammendrücken.
An äußeren Ehren hat es dem Jubilar nicht gefehlt, der trotz seiner im Jahre 1887 erfolgten Erhebung in den Adelsstand allezeit sein schlichlbürgerliches Wesen bewahrt hat. Bekanntlich steht Friedrich von Esmarch auch in naher verwandtschaftlicher Beziehung zu der derzeit regierenden Linie des hohenzolleruschen Hauses, da er in zweiter Ehe mit einer Vatersschwester ber_ Kaiserin, der Prinzessin Henriette von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg verheiratet ist, während seine erste Gattin eine Tochter deS eingangs erwähnten berühmten Arztes Prof. Stromeyer war.