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immer in Fetz belagert werde. Der spanische Gesandte in Tanger, Cologan, berichtet, daß die Gerüchte über den wieder in Freiheit gesetzten Bruder des Sultans, Mulgi Mohamed, und dessen Beziehungen zu den Aufständischen so widersprechend lauteten, daß er darauf verzichtete, sie zu telegraphieren.
Chamberlain ist um Mitternacht in Pretoria eingetroffen. Auf dem Bahnhöfe hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden, die den Minister mit lebhaften Kundgebungen begrüßte.
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Hue Stadt und £and.
Hanan, 5. Januar.
* Stadtverorbneten-Crsahwahl- Für das durch den Tod ausgeschiedene Mitglied der Stadtverordneten-Ver- sammlung, Herrn Rentner Heinrich Seitz I., ist in der 3. Wahlabteilung eine Ersatzwahl vorzunehmen, die morgen Dienstag den 6. und übermorgen Mittwoch den 7 d. M., von vormittags 10—1 Uhr und nachmittags von 4—8 Uhr staitfindet. Bürgerlicher Kandidat ist, wie schon berichtet, Herr Juwelier Aug. R o t e r m u n d t. Eine allseitige Wahlbeteiligung darf von bürgerlicher Seite sicher erwartet werden, da ja bekanntermaßen die Sozialdemokraten in eifriger Weise für ihren Kandidaten agitieren. Ehrensache ist es nun, dem nach Anhörung der weitesten Kreise unserer Bürgerschaft aufgestellten Kandidaten, Herrn Rotermundt, nun auch z»m Siege zu verhelfen!
* Stadttheater. Wochenspielplan. Mittwoch: „Im bunten Rock"; Freitag: Benefiz für Herrn Regisseur Hans Schwarz. Zum ersten Male: ,f©er Fall Clemence an", Schauspiel in 5 Akten von Alex. Dumas und D'Artois; Sonntag: Neu einstudicrt: „F a u st" (1. Teil), Tragödie von Wolfgang von Goethe.
* Knnstindustrie-B ereilt. Die am nächsten Dienstag den 6. Januar im Kunsiindustrie-Verein stattfindende Rezitation des Hofrezitators Neander aus Hannover verspricht von hober künstlerischer Bedeutung zu werden. Schreiben doch über eine von Neander in Hannover veranstaltete Rezitation des „wilden Jägers" die „Hannoverschen Neuesten Nachrichten" folgendes: Herr Hof-Rezitator W. Neander, welcher sich durch seine Rezitationen hier einen namhaften Nrf und große Beliebtheit erworben hat, trug am vergangenen Sam? tag im Saale des Prooinzialmuseums den „Wilden Jäger" von J. Wolff frei aus dem Gedächnis vor. Wie früher, so mußte man auch jetzt wieder das reiche, trefflich gebildete, weiche und modulations- fâhige Organ des Herrn Neander bewundern. Noch staunenswerter ist die vorzügliche Technik, mit welcher der Rezitator dasselbe zu beherrschen, zu verwenden und seinen künstlerischen Absichten dienstbar zu machen versteht. So konnte es nicht fehlen, daß auch, gleich früheren Vorträgen, die Rezitation des „Wilden Jäter" eine äußerst anziehende und anerkennenswerte Leistung war, die das zahlreiche Publikum von Anfang bis zum Schluß mit stets zunehmender Spannung fesselte. Empfindungen muß man selber erleben, und io W eè fick auch schwer beschreiben, wie wundersam einem zu Mute wurde, als man unter den Worten des Herrn Neander dir unheimliche Gestalt des Grafen Hackelbernd tatsächlich wie mit Augen schaute und nicht minder den alten Kohler Vollrad und die holde Waltraute. Klar durchdacht und scharf gezeichnet hob sich jede einzelne der verschiedenen Personen der Dichtung in dem Vortrage ab, und mit Bewunderung war es zu bemerken, wie selbst im schnellsten Wechselgespräch derselbe» Herr Neander sofort wieder für jede den entsprechenden Ton und Charakter zu treffen wußte. Die Durchbohrung des Kruzifixes und die Sterbeszene wirkten geradezu erschütternd; als eine edle Har- monie trat demgegenüber mit geradezu vollendeter Plastik bis in die kleinsten Züge seines Wesens die erhabene Gestalt des Walkenrieder Abts Paulus hervor. Insbesondere gelangen auch die Naturmalereien, die Darstellung von Szenen, wie z. B. des Schlachtgetümmels, die Charakterisierungen von Stim- nrungen und Umständen der dichterischen Staffage u. dgl. Nach allen Seiten hin gehörte der Vortrag mit zu dem besten, ?^?^*gg^aS^^a»äSa8*MWP'M»^^88?««»»«^»K^ ^M>»^s7»Is^«MIIM zählt nach Jahrhunderten, die von Delhi nach Jahrtausenden. Eines der berühmtesten ihrer Monumente ist der Kutab-Minar, der höchste und imponierendste aller mohammedanischen Minarette, ein kegelförmiger, nach oben stark verjüngter Turmbau mit fünf (ursprünglich sechs) Stockwerken von 83 Metern Höhe. Von seiner obersten Galerie genießt man einen überwältigenden Rundblick über das ungeheuere Ruinenfeld. In seiner näheren Umgebung stehen reizende Moscheen, Säulenhallen Grabtempel: das ist die Stätte von Lolkot, das Hindu-Delhi, dessen mächtige Ringmauern zum Teil noch heute aufragen. Sie vermochten den Stolz der Hindus doch nicht zu schützen; Lalkot fiel 1191 vor dem Anstürme der Afghanen und die siegreichen Moslim errichteten den Kutab-Minar als das Denkmal ihres Triumphes. Die Dynastien lösten einander ab; ein Sklave, namens Tuglak, ermordete seinen Kaiser, bestieg selbst den Thron und begründete eine neue Residenz, Tuglaka- bad, die er mit wahrhaft zyklopischen Mauern umgab. Ey war ein finsterer Wüterich und sein Grab ist eine düstere Moschee, von einer starken Zitadelle und Sümpfen ringsum behütet. Seine gewaltige Stadt stürmte der furchtbare Tamerlan, fünf Tage lang ließ er in ihr schlachten und plündern und wilde Tiere sind seitdem ihre Bewohner. Neue Residenzen entstanden auf diesem städtezeugenden Boden. Der zweite der Großmogul», Humayan, gründete seine Hauptstadt, Jndrapat, auf dem'Boden des alten arischen Jndrapastha; noch heute stehen die Moscheen, die Bastionen, die Tore dieser Stadt zum Teile wohlerhalten, und noch heut steht das Grabmal ihres Gründers, das Hesse-Wartegg das schönste von ganz Asien, mit alleiniger Ausnahme der Tadsch-Mahal von Agra, nennt, Er sagt: „Denke man sich den größten Kuppelbau Berlins aus rothem und blendend weißem Marmor mitten in einem großen schattigen Park, denke man sich den Hauptbau umgeben von Flügeln, auf deren flachen Dächern eine Reihe zierlicher kleiner Säulenpavillons, von Kuppeln gekrönt, stehen, dann hat man ein ungefähres Bild der Grabmoschee Humayans. Sie würde jeder Großstadt Europas zur schönsten Zierde
Montag
wgs wir gehört haben, und der reiche und wiederholte Beifall, den das Publikum dem Künstler spendete, sei ihm auch unsererseits von ganzem Herz n dargebracht. Möge er allerorten die dankbare Anerkennung finden, die er verd'ent!
* Städtische Badeanstalt. Im Monat Dezember 1902 wurden an Bädern abgegeben: Kl. I : 70, Kl. II.: 125, Kl. III.: 528, Douchebäder: 28, Römisch-Irische Bäder: 37. Zusammen: 786 Bäder. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 118 am 24. Dezember; die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug 5 am 8. Dezember.
* Das GeworkschaftskarteA beschloß, auch in diesem Jahre eine; Arbeitslosenzählugg vorzunehmen, die sich auf die Zeit vom 1. Oktober v. J. bis zum 31. Januar d. J. erstrecke» soll.
* Dev Main ist außerordentlich hoch und stellenweise über seine Ufer getreten. Die fortgesetzten Regengüsse lassen Hochwassergefahr befürchten.
O Karnevalistische Wohltätigkeitssitznng. In den Dienst der Wühltätigkeit stellen sich die I. Hanauer Karnev a lgesellschaft, die Kapelle des Thür. Ulanenregime nts unb Herr Restaurateur Albach, indem die Genannten in dem so prächtig dekoxirten Saale des „D eut- schen Hauses" morgen abend eine „Karnevalistischen Sitzung" veranstalten, deren Reinertrag wohltätigen hiesigen Anstalten zu Gute kommen soll. Sollte die Dekoration des Saales allein ausschlaggebend zur Lösung einer Eintrittskarte für diese Veranstaltung sein, so tritt als weiteres Moment der gute Zweck und das gang hervorragend schön gewählte Programm hinzu. Der sich schon so oft im schönsten Lichte gezeigte Wohl- tütiokeitssin» unserer Einwohner wird auch morgen wieder sich betätigen und die Räume des „Deutschen Hauses"bis auf den letzten Platz füllen.
8. Rosenfest. Während draußen die Natur noch im tiefen Winterschlaf ruht, hatte Künstlerhand die Säle der „Centralhalle" durch eine vorzüglich wirkende Dekoration in einen Rahmen verwandelt, der uns in die Zeit des reichstens Blühens und Werdens versetzte. Die Rose, die Königin im Reiche Floras, begrüßte am Samstag abend die Gäste der „Hanauer Rudergesellschaft 1879" von allen Seiten. Dazu kam ein mit größter Sorgfalt gewähltes und wohlvorbereitetes Programm, in dem die besten Kräfte unserer Stadt tätig waren. Die Feier wurde in stimmungsvollster Weise eröffnet durch einen von 16 Damen in Empirekostüm getanzten Reigen. Die präzise und künstlerische Aufführung desselben war ein reiches Lob für Herrn Kisselstein, der die Einstudierung geleitet hatte. Eine vorzügliche Leistung bot in gewohnter Weise ein Doppelguartett des Weins'schen Gesangvereins durch den Vortrag eineiger schöner Lieder. Der Humor kam zum Wort durch die Darstellungen des bunten Theaters Ueberbrettl. Die schönsten Nummern waren ausgewählt und kamen in wahrhaft künstlerischer Durchführung zur Aufführung. Die Leistungen hoben sich weit über den Rahmen des Durchschnitts empor und boten reichen Genuß. Eine treffliche Ergänzung fand das Ueberbrettl noch in der in altdeutscher Tracht vorgeführten Ueberbrettlquabriue, wiederum ein beredtes Zeugnis zn Gunsten des Tanzmeisters Kesselstein. Zwischen den einzelnen Programmnummern kam die tanzfrohe" Jugend zu ihrem Rechte. Der Geist echter Fidelitas führte das Szepter und herrschte uneingeschränkt bis zur späten Morgenstunde. Möge die Erinnerung an das wohlgelungerie Fest das Interesse an dem schönen Rndcrsporte wecken und vertiefen.
** Konzert. Das Konzert, das Herr Mustkdirigent Urbach im Saale „Zum Deutschen Haus" mit der Manenkapelle gab, hatte eine große Anziehungskraft ausgeübt. Die Räume waren gedrängt voll und es kehrte mancher wieder um, der keinen Platz zu finden vermochte. Dem inieresfanien, geschmackvollen Programm wurde reicher Beifall zuteil.
* Der Radfahterverein „Vorwärts" hatte gestern Abend im Sälchen des Gasthauses „Zur Sonne" eine Christbaumverlösung arrangiert, die sich äußerst zahlreichen Besuches erfreute. Die Verlosung brachte vielen eine Niete, manchem einen Gewinn, für Unterhaltung war reichlich ge- dienen, so herrlich ist sie in ihren Formen, so kostbar ist das Material, so zart und kunstvoll die Ausschmückung. Das Innere ist vollständig kahl unb enthält neben dem Grabstein des Großmoguls noch zwei andere ohne Inschriften. In den Seitenhallen liegen noch fünf andere Großmoguln begraben, dazu elf Groiweflere, Generale und Staatsmänner, die von ihren Fürsten würdig befunden wurden, in diesem herrlichen Bau den ewigen Schlaf zu schlafen."
Und immer wieder neue Ruinen, immer wieder neue alte Städte, Moscheen, Säulen, Gräber, Sternwarten, heilige Wasserbecken. Das Riesenhafte ist ein Charaklerzug dieses unermeßlich üppigen Landes, daS Riesenhafte überwältigt auch hier. Es kommt uns beim Anblicke dieser in das tiefe Dunkel der Jahrtausende zurückreichenden Geschichtsdenkmale vor, als ob wir selbst gar keine Vergangenheit hätten. Hier ist ein wohlerhaltenes Mausoleum; der Wester, der darin ruht, ist vor fast 150 Jahren gestorben, und noch heut werben täglich Blumen auf sein Grab geschüttet! Solche Züge verleihen Delhi eine unvergleichliche Ehrwürdigkeit nnd machen es zu einer Krönungsstätte, die ihres Gleichen kaum auf der Erde hat. Aber sie predigen auch beredt die Vergänglichkeit aller menschlichen Macht und Größe.....
Stadttheatcr iu Hanau.
* Hanan, 5. Januar.
Nachdem am gestrigen Nachmittag das beliebte Lustspiel „Im weißen Röß't" abermals seine Zugkraft bewiesen hatte, gelangte am Abend als Novität das Vers-Lustsviel Oskar Blumenthals „Die Fee Caprice" zur Aufführung, das in den Vornotizen als eine der bedeutendsten Lustspielnovitâlen der letzten Spielzeit bezeichnet wurde. Wir sind in der angenehmen Lage, uns diesem Urteil nach der hiesigen Prem'öre voll und ganz anzuschließen. Blumenthals „Fee Caprice" ist das Gegenstück zu Fuldas „Zwillingsschwester". Bei Fulda nimmt die schöne Gräfin Giuditla ihren flatterhaften, ihrer schon über«
5 . Januar.
sorgt. Die Tecknehmer schieden mit dem Bewußtsein, im Kreise der Radler einen frohen Abend verbracht zu haben, an dem auch der Wirt durch die guten Leistungen von Küche und Keller seinen Anteil batte.
(X) Kutscherperei»» „Gepmauiu", Die hont vorgenannte» Verein am Samstag Abend im Saale bet „Schwedischen Krone" ab- aehaltene Christbanmverloosnng hatte sich nicht nur eines sehr guten Besuches m erfreuen, sondern zeigte auch, daß der Verein cs wohl berstest, Feste zu feiern unb seinen Mitglieder» und Gästen einige frohe Stunde» zu bereiten. Konnte man schon bei der Dom Verein veranstalteten Verlosung welches jedes Mitglied mit! einem praktischen Geschenk bedachte, freundliche Gesichter sehen, so waR diews ganz besonders der Fall bei der von der Frau des Vorsitzenden Schräder heran statteten Gratisverlosung für die anwesenden KindetHwodurch sich dieselbe nicht nur den Dank der Kleinen, sondern auch deren Eltern verdiente. Daß das unvermeidliche Tänzchen nicht fehlt? und die Theilnchmer bis in die frühe Morgenstunde zusammenhiclr,. bedarf wohl keiner Erwähnung nnd kann der Verein mit dieser Veranstaltung in jeder Weise zufrieden sein.
* Eine kleine Unterschlagung. Der in einer hiev,-- gen Bttchdruckerei beschäftigte 14 Jahre alte Taglöhner Lorenz Funk erhielt am Samstag von feinem Arbeitgeber einen - Hundertmarkschein mit dem Auftrage, denselben in Silbergelb umzuwechseln. Der F. begab sich auch in einen Metzgerladen, wechselte daselbst den Schein, dampfte dann aber mit dem Kleingeld, wie festgestellt werden konnte, nach Frankfurt a. M. ab. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den jugendlichen Ausreißer, der sich übrigens schon in der Zwangserziehungs- anstalt befand und gegen den die weitere Zwangserziehung eingeleitet war, festzunehmen.
* Chestandstragödie. Die in der Schloßstraße wohnende Ehefrau des Taglöhners Wilhelm Diehl erschien am Samstag auf der Polizeiwache und bat um polizeilichen Schutzs da ihr Mann sie mit Totschlägen bedrohe. Der Mann^ ' m: Gelegenheitsarbeiter, hatte, wie sich ergab, mit einer Axt in der Wohnung die Möbel zertrümmert und schließlich seiner Frau ben Tod angedroht, sodâß der geängstigten Frau nichts übrig blieb, als polizeilichen'Schutz nachzusuchen. Die dorthin beorderten Schutzleute vermochten trotz gütlichen Zuredens den in großer Aufregung befindlichen D. nicht zu beruhigen und sahen sich gezwungen, denselben, um weitere Excesse zu verhüten, in Polizeigewahrsam zu verbringen, wobei er sich ebenfalls sehr rabiat benahm.
* Schwindel. Eine liebebedürftige 26jâhrige Schöne aus der Umgegend hatte sich aus dem elterlichen Hause wegen weitgehendster Meinungsverschiedenheiten über einen Ehekandidaten, den sie nicht heirathen sollte, ausquartirt und bei einer Frau K. hier Wohnung genommen. Letztere wußte bald die Schmerzen ihrer neuen Mieterin zu ergründen und belebte sie mit neuer Hoffnung dadurch, daß sie ihr einen Bräutigam in Aussicht stellte, der Reisender sei und sich gegenwärtigem Paris aufhalte. Er sollte der Sohn eines Lehrers in Schöllkrippen sein. Die vorgezeigtePhotographie imponierte der Schönen derart, daß sie darob alles Vergangene vergaß und voller Inbrunst die Briefe des neuen Bräutigams erwartete, welche in ziemlich großer Anzahl eintrafen, leider aber jedesmal W dix Adresse der Frau K., die jedoch gefMfg"genug war, sie fifr sofort vorznleqen, sobald sie dieselben — geöffnet hatte. Natürlich war die umständliche Briefschreiberei auch mit Unkosten verknüpft und zwar waren diese gar nickt so gering, nach ein paar Briefen betrugen sie schon über 26 M., die selbstredend an die gefällige Frau K. gezahlt werden mußten. Schließlich wollte die vor Ungeduld brennende Schöne doch auch persönlich sich überzeugen, was es mit dem Bräutigam für eine Bewandtnis hatte, ging nach Schöllkrippen und erfuhr dort, daß die Geschichte Schwindel war, erfunden von Frau K. behufs Schröpfung ihrer neuen Mieterin. „Gewisse Leute werden nicht alle!"
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0 Rückingen, 4. Jan. (Lehrerkonferenz.) Am Mittwoch den 7. d. Mts. findet bei Herrn Gastwirt Dietz zu Rückingen die Januarkonferenz des Bücherthaler Lehrervereins statt. Referenten sind: Herr Rektor Maldfeld-Langenselbold und Herr Schuh-Niederrodenbach.
X. Langendiebach, 4. Januar. Durch den fortgesetzten - ungünstigen Temperaturwechsel treten hier und in den Nachbarorten Influenza und Halskrankheiten drüffigen Gatten in die Kur, während bei Blumenthal das Umgekehrte der Fall ist. Hier wird die Gräfin Marion, die in ihrem Manne nicht das erträumte Ideal findet, sich als „unverstandene Frau" bezeichnet, und deshalb mit einem romantischen Schwindler, einem „Schwermutsdichter", flirtet; von diesem ihrem Manne mit Hilfe seines Freundes des Frhrn. v. Falkenhagen, wieder zur Besinnung gebracht. DaS Versspiel bildet eine gute Uebung für die Schauspieler und kam mit seinen mancherlei fein zugespitzten Pointen und Sentenzen, guten und schlechten Witzen und treffenden Gedankenblitzen im ganzen genommen gut zur Geltung, obwohl zu beachten ist, daß bei diesen feingesponnenen Versspielen der liebenswürdige Ton Vorbedingung ist. Die Besetzung der Rollen war eine angemessene. Frl. Toran gab die verstimmte, launenhafte Gräfin Marion, die mit dem angeblich verbannten Rolf Eberhard flirtet, in prächttaer Weise. Den von der Damenwelt angeschwärmten Hochstabler Rolf Eberhard spielte Herr Feist mit Takt und Erfolg. Seiftest Nebenbuhler Wendelin v. Frick gab Herr Schwarz lnit vollendeter Liebenswürdigkeit unb Eleganz, den lachenden Philosophen Frhrn. v. Falkenhagen ebenso gewandt als humorvoll Herr R e tz b a ch. Alle übrigen Rollen sind mehr oder minder episodenhaft behandelt, selbst der geplagte Ehemann Cornel v. Lund (Herr Jungk) taucht nach einem kurzen Vorspiel erst zum Schluffe des Stückes wieder auf. Die Novität wurde aufs Beste ausgenommen.
Die städttsche Bibliothek Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Bcrtüvochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien BenutzMg für das Publikum geöffnet.
Gesammtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der BMiothek zu haben.