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mirale, die Präsidien der parlamentarischen Körperschaften, sowie die Ritter des Schwarzen Ndlerordens. DenNeichskniz'er . Grafen von Bülow erblickte man in längerem Gespräche mit dem sächsischen Gesandten, dann mit den Herren von Kröchet und Frhr. v. Manteuffel, sowie dem Grafen Watder- see. Um 10 Uhr hielt der Hof unter Dortritt der höchsten Hofchargen seinen Einzug in die Kapelle. Der Kaiser führte die Kaiserin, der Kronprinz diè Herzogin von Albany, Prinz , Arnulf von Boyern die Prinzessin Friedrich Leopold. Nach < Schluß des Gottesdienstes schritten die Majestäten und Fürst- ' lichkeiten in feierlichem Auge zum Weißen Saal zur Abhaltung der großen Gratulationskour. Das Kaiserpasr nahm vordem Thron Platz, die Prinzessinnen links, die Prinzen rechts. Dem zuerst vorüberschreitenden Reichskanzler reichte der Kaiser die Hand und richtete freundliche Worte an ihn, ebenso die Kaiserin. Durch Händedruck und Ansprachen zeichnete der Kaiser auch den Grafen Ballestrem, den Grafen Udo zn Stolberg, den Fürsten zu Wied, den Freiherrn von Manteuffel, sowie die Herren v. Kröcher und KrauP aus. Nachdem der Kaiser die Glückwünsche der Botschafter, kommandierenden Generale und Minister entgegengenommen hatte, begab er, sich in Begleitung des Kronprinzen, der Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert, sowie der Herren des Hauptquartiers nach dem Zeugßause, von der auf den Straßen angesammelten Menge mit lauten Hochrufen begrüßt. Im Lichthofe des Zeughauses, wo die kommandierenden Generale und die Offiziere der Garnison versammelt waren, fand Paroleausgabe statt. Die Parole lautete, wie immer am N-ujahrstage, „ Königsberg-Berlin". Nachdem der Kaiser die Rapporte der Leibregimmter und milb tarische Meldungen entgegengenommen hatte, kehrte er ins Schloß zurück, wo FrühstÜckslafel statifand, an der die Prinzen- Söhne, die Prinzessin-Tochter, Prinz Arnulf von Bayern, Prinz Heinrich, sowie die Damen und Herren der Umgebung und vom Dienst teilnahmkn.
Hue Stadt und Cand,
Hanau, 2. Januar.
Neamienperfonal-Nachrtchten.
Ernannt: der Regierunasrat Rötger zu Cassel zum stellvertretenden Vorsitzenden der Schiedsgerichte für Arbeiter- versicherung an Stelle des von diesem Amte entbundenen Regierungsrats v. Eschwege, der Referendar Wiegand zum Gerichtsaffessor, der Rechtskandidat Dr. Paczcowski zum Referendar, der Referendar Moll zum Regietungs-Ref rendar.
Bestellt: der Pfarrer extr. Haas aus Elfershausen zum Gehilfen des Pfarrers Brehm zu Eberlckütz, der Pfarrer extr. Schick zum Gehilfen deS Metropolitans Klein zu Rauschenberg im Pfarramte.
Beauftragt: der Katssterkontrolleur Suabedißèn mit der Verwaltung des Katasieramtes in Ziegenhain vom 1, Januar 1903 ab, der Königliche Babein'pektor Breßler vom 1. Januar 1903 ab mit der selbständigen interimistischen Verwaltung des Domänen-Rentamtes Caffel II.
Versetzt: der Polizeibureaudiâtar Herbst von der Kömg- lichen Polizeiverwaltung zu Cassel als Polizeisekretär nach Koblenz, die Gerichtsvollzieher Meyer in Abterode an das Amtsgericht in Birstein, Lenz in Birstein an das Amtsgericht in Abterode, Klermund in Vöhl an das Amtsgericht in Grebenstein, Gerhardt in Friedewald an das Amtsgericht in Vöhl.
Verliehen: a. den nachstehenden, in den einstweiligen Ruhestand versetzten Beamten beim gänzlichen Uebertritt in den Ruhestand: dem Landgerichtspräsidenten Geh. Oberjustizrat Dr. v. Stockhausen aus Cassel, jetzt in Blankenburg a/Harz, der Rothe Adler-Orden 2. Klaffe mit Eichenlaub, dem Land- gerichtsdirektor Geh. Justizrat Müller in Cassel der Königliche Kronen-Orden 2. Klaffe, dem Landgerichtsrat Weiß aus Hanau, jetzt in Freiburg i/Lr., dem Landgerichtsrat Gleim in Marburg a/8., dem Amtsgerichtsrat Sanner aus Hanau jetzt in Wiesbaden, dem AmtsgerichtSrat Popp el baum in Marburg der Rote Adler-Orden 3. Klaffe mit der Schleife, b. dem Gerichtsschreiber, Kanzleirat Wiegandt in Bieber beim Uebertritt in den Ruhestand der Rote Aaler-Orden 4. Klasse, dem Oberbergrat Pöpptnghaus zu Clausthal der Rote Adler-Orden 4. Klasse.
Regenstation Hanau des Königl. Preußischen Meteorologischen Instituts zu Berlin.
Im Monat Dezember wurden 15 Tage mit mehr als 0,2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge iN 24 Stunden war am 17. Dezember (gemessen am 18. Dezember, morgens 7 Uhr), sie erreichte eine Höhe von 29,0 mm, was gleichbedeutend ist mit 29,0 Liter auf 1 Quadratmeter.
Die Monats-MeNge der Niederschläge im Dezember betrug 83,4 mm oder 83,4 Liter pro Quadratmeter.
Jahresbericht. Im Jahre 1902 wüthen 123 Tage mit mehr als 0 2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge war im Monat August, sie erreichte eine Höhe von 71,0 mm, was gleichbedeutend ist mit 71,0 Liter auf 1 Quadratmeter. Die kleinste Niederschlagsmenge war im Monat November, sie erreichte eine Höhe von 10,3 mm, was gleichbedeutend ist mit 16,3 Liter auf 1 Quadratmeter.
Die Jahresmengè der Niederschläge betrug 585,4 mm ober 585,4 Liter pro Quadratmeter.
® e w 111 e t ft n t f ö tt. Im Jahre 1902 wurden 14 Gewitter beobachtet. Sämmtliche Niederschläge waren unbedeutend, außer am 12. September mit 45 mm Niederschlagshöhe.
Der Beob achter:
Jean Jobst.
* Die neue Rechtschreibung wird im „Hanauer Anzeiger" in Uebereinstimmung mit den meisten großen Zeitungen Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz von heute ab angewandt werden.
* Erledigte Pfarrstelle. Geeignete Bewerber um die infolge Ablebens ihres seitherigen Inhabers zur Erledigung gekommene lutherischePsarrstelle zu Großenwieden, Klasse
Freitag
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Rinteln, haben ihre Meldungsgesnche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an Königliches Konsistorium in Cassel ein ritt eichen.
* Perseht: Ob-rroßarzt Krause vom Ulanen-Regt. Nr. 6 zum Feld-Art illètie-Reqimmt Nr. 72 (Danzig).
* Konferenz. Am 30. Dezember v. I. hielt die „Vereinigung evangelischer Lebrer und Schulfreunde für Hanau und Umgkgmd" im Hotel „zur Pos!" ihre ktzte vorjährige Konferenz ab. Zu derselben waren 15 Herren erschienen, Nachdem der Herr Vorsitzende die Anwesenden begrüßt hatte, wurde die Konferenz, wie üblich, mit Gebet eröffnet. Hierauf ergriff Herr Lebrer Paul-Oberissigheim das Wort an seiner Ansprache : „Lebensbild deS Apostels Paulus für die ObSkslUfè der Volksschule". Der Vortrag war klar, sachgemöß und dem Verständnis der Schüler angemessen. — Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete der Vortrag des Herrn Nealickul- lchrer Panistich über das Thema: „Unsere Wintervögel". Der Vortrag war, wie es sich nickt anders erwarten ließ, vorzüglich). Es wurde den Zuhörern so reckt zum Bewußtsein gebrockt, wie viel ein durch die Liebe zur Natur geschärftes Auge selbst in der Zeit sieht, wo alles Leben in der Natur erstorben zu sein scheint. Lebhafter Beifall lohnte diese gediegene Arbeit. =— Den letzten Punkt der Tagesordnung bildete die Neuwahl des Vorstandes. Der bisherige Vorsitzende, Herr Lehrer Sch nma nn-Druchköbes, wurde MèdergeKähli t zum stellokltrctknden Vorsitzenden wirk Herr Lehrer Eichender g- Hanan, zum Kassierer Herr Lehrer Rabe -Hanau und zUkN Gchkislführer Herr Lehrer Goebel-Hochstadt gewählt.
* Preisrätsel. Für die besten Lösungen unseres Preisrätsels haben wir nachstehende Preise ausgesetzt :
1. Preis : „Goethe's Werke».
2. „ : Gustav Frentzen: ^ie drei Getreuen".
3. „ : „Onyx Handleuchter".
4. „ : Dicken?: „David Copperfield" in 2 Bd.
5. „ : „Japanischer Kasten".
6. „ : „Krystallschale".
7. „ : „Zuckerdose".
8. „ : „Porzellan-Körbchen", gemalt.
9. „ : „Briefbeschwerer in Onyx".
10. „ : Segnet: „FrlibjMage".
11. „ : „1 Fl. echt Kölnisch Wasser".
12. „ : „100 Stück Visitenkarten".
* Die Sylvesternacht verlief ohne erhebliche Ausschreitungen, die harmlose FtèhliLkkit überred, doch sind einige Unfälle zu verzeichnen. Der Sohn des Oekönomen B. zog sich beim Abbrennen von Feustwerkâkörpern erhebliche Verletzungen im Gesicht zu, sodaß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. — In einem Holranm der Hirsch- straße geriet durch Feuerwerkskörpet die aus Stroh bestehende Umhüllung eines mit Tuffsteinen beladenen Wagens in Brand. Hausbewohner beseitigten sofort die Gefabr.
* Stasttheater« Wie schon gemeldet, geht beute Fyitag's bewährtes Lustspiel „Die Journalisten", mit Herrn Arthur Bauer vom Frankfurter Schauspielhaus als («aft in der Rolle des „Bo'z", in Szene. Die Partie deS „Bolz" gekört zu den Glanzleistungen des bekannten und Beliebten Künstlers; die Rolle des Piepenbrink spielt Direktor Oppmar und die der Adelheid Frl. Toran. Bei der außer Frage siebenden Wirksamkeit und besonderen Beliebtheit des vorzüglichen Lustspieles ist sicherlich ein hockint--rkss"nter Theater-Abend zu gewärtigen.
* Benefiz. Wie wir hören, findet Freitag, 9. Januar die erste Benesizvorstellung in dieser Saison statt und ist es unser ausgezeichneter Bonvivant und Liebhaber, Herr Hans Schwarz, der alS erster auf dem Platt erscheint. Der verdienstvolle Darsteller und Règiffenr hat zU seinem Ehrenabend eines der interessantesten Stücke von?l!kxander Dumas und Armand d'ArtoiS gewählt, „Der Fall Cltzmenceau", Schauspiel in 5 Auszügen, welches hier zum ersten Male zur Aufführung gelangt. Dèr große und berecktiate Erfolg, den diètes vorzügliche Stück bei seinen vielen Aufführungen in Frankfurt ü. M. erzielte, wird auch hier bei uns nicht ausbleiben und können ttrv dem Belieben Benefizianten, der nach Ablauf dieser Spielzeit, nach vierjähriger Tätigkeit, aus dem Verbände unseres Theaters bethet, schon heute ein volles Haus garantieren, da es sich die zahlreichen Verehrer seiner Kunst gewiß nickt entgehen lassen werden, dem letzten Ehrenr abend ihres L ebtings beizuwoünèn.
* * Damenfttzunst der Karnevalgefellfchaft» Mit der lieblichen Aussicht auf eine lange Kette stattlicher geMr Rüben,! die sich an den Wänden entlang reihten, prächtige Papiergewindè und sonstige Dekorationen Und den all robersten Zipfel des VühnenvorhangeS waren wir gestern nach tanzen FZHrlichkeiten endlich ganz hitttttt auf der Gallerte des Saales im „Deutschen Hous" gelandet. Im Saale selbst war es so gedrängt voll, daß nicht einmal die bekannte F ndiokeit der Post imstande gewesen wäre, noch ein freies Piâtzchètt zu erspähen, geschweige denn einem ZèsiuttgSmenschen, abgesehen von einem bescheidenen Eckchèn hinter "dem Ofen im Vorsaal, von wo aus sich ab-r mit dem besten Willen nichts überblicken ließ, sintemalen auch die Oefen im „Deutsckett HaUS" nicht durchsichtig sind. Es verdiente Klw der Be- ohachtungspösten aus der Vögelperspsktive immer noch den Vorzug. In leicht entschuldbarer Vergeßlichkeit hatte man den Leuten von der Pnsse, im Gegensatz zu früheren Jabrett, ein Plätzchen zu reservieren unterlassen, und es bedarf sicher nur dieses kleinen Anstoßes, die früher geübte Rücksicht auch für diests Jâhr fsrlbestehen zu lassen. Immerhin haben wir getreulich registriert, waS sich hier oben Noch erschauen ließ, wenn matt auf einen Stuhl kletterle, gèbörig die Ohren spitzte und sich bemühte, zwischen den Lücken der Dekoration hindurch den Blick auf die Bühne zu senden. Nach dem üblichen EtöffnUngSmarsch von U. R. Bach und einer Eröffnungsszenk, sowie einem schwungvollen Prolog von Narr Haas hielt Prinz Carneval mit seinem gesamten Hofstaat und dem Ministerium unter Pauken- und Trompetenschall seinen pomphaften Einzug, übrigens zum zehnten Male, wie hier gleich bemerkt werden soll, denn die Carnevalgesellschaft feierte gestern das Jubiläum ihres ersten Dezenniums, was Anlaß zu mancherlei Auszeichnungen gab. Die Begrüßungsrede des Prâsidenien Bein, der mit bekannter Routine »eines Amtes
2. Januar.
waltete, wat denn auch diesmal von be onderer Begeisterung getragen. Der närrische Protokoller Söhnlein hatte' ein sehr dickleibiges Sündenregister ausgezeichnet, das sich nebenbei auch auf die Gründer bezog, mit den nöthigen Schlagern gèwÜrzt war und einen großen Lacherfolg errang. Eine 'sehr liebliche und fesche Bäckerswitwe war die „Madame Sammelteig" (Fran HaaS), welche wiederum eine Zierde des Programms bildete. Das läßt sich auch von ihrem späteren Duett mit Narr Jost „Der Sepp und sein Rosi" sagen. Der Rtcse in der Krämer- sEaße hatte sich gestern Abend auf der Bühne eingestellt und erzählte einem Passanten seine Beobachtungen von her Krämer» straße, unter denen natürlich viel Spaßhaftes zu finden war (Narren Rohde und Lichtenstem). Eine sehr liebliche Nummer bildeten die „modernen Slraßenstuiger" (Narr Kresse- buch nebst kleinem TöKlerchen und einem Mitglied der KapellH. Die Kleine führt sckon ganz hübsch den Bogen, sang mit liebst Bern Ausdruck ein Sieb und ward mit einer prächtigen Puppe belohnt. Narr Wittmann erzielte wieder großen Beifall mit seinem Bültvortrag „Ein verklyintes Genie" und hatte würdige Nachfolger in den Narren Neidig und Söhnlein jr. als „Zwei Hanauer Fortbildungsfchüler", Söhnlein sen als „Leutnant Versè- wVS Kressebuch als „Hausbesitzer und Spez°reihândler" und Elle r. Narr Goldbach glänzte in zwei prächtigen Liedervortragen, Narr Rohde hatte einen großen Erfolg mit seinem „heiteren Mtlödram", zu welchem der närrische Kapellmeister die zutreffenden Melodien intonierte. Narr Stur m präsentierte sich als „Kleiner Kohn", Tanzlehrer Söhnlein und sein „Assistent^ Sachs führten ein schneidiges Tanzduett aus, das in mehrfachen Variationen wiederholt werden mußte. Wie schon gesagt, war es das zehnjährige Jubiläum des Bestehens der Carncvalqeiellschaft. Narr Söhnlein schwang eine große Rede zum Lob des „Prinzen Heinrich I." und des Präsidenten Bein, welchen zur Erinnerung zwei Tafeln mit den Porträts der Narrenkollegen überreicht wurden. Leider mußte „Prinz Heinrich" bei der Heerschau über seine Getreuen die Entdeckung machen, daß drei derselben schon der unerbittliche Sensenmann von seiner Seite gerissen hat. Vorher hatte auch Frau Haas Beiden ihre Porträts gespendet. Auch der närrische Kapellmeister wurde aus Anlaß des JilbilâumS dekoriert, ebenso der hochverdiente Maler Narr Schul z, der wiederum den Löwenanteil an der neugeschaffenen, diesmal ganz besonders wirkungs- und geschmackvollen Dekoration hat, welche allein schon eine Sehenswürdigkeit bildet. Selbstverständlich bildete den Schluß der Damensitzung ein Ball, der dos Volk der Narrhallesen noch lange vereinigte.
* Stiftungsfest. Der gestrige Neujahrsball des Bäckervereins „Frühauf" war recht gut besucht und verlief wohl für alle Teilnehmer in der besten Weise. An Unterhaltung war kein Mangel und der heiteren Momente gab es übergenug, die Stimmung war sehr animirt und der Beifall überaus reichlich. Das gut zu^ammengesiRte Programm enthielt außer den hübsârn Musilpiecen Duette, sâuplets âd, ein vorzügliches einaktiges Liederspiel, in gesangPcher BMMff Bariton- und Baßsoli, sowie eine Anzahl Darbietungen des bestens bekannten Hanauer Sängerquartetis, das auch hierbei seinen guten Ruf bewährte. Ueber die Durchführung der einzelnen Programmnummern können wir uns nur anerkennend äußern, ein Jeder gab sein Bestes und suchte sein Möglichstes zum Gelingen des Ganzen beizutragen, und daß dieses Endziel erreicht wurde, darf man mit gutem Gewiss-n behaupten. Doch wäre her Gesammteindruck ein noch besserer gewesen, wenn die Abwickelung des Programms in etwas schnellerem Tempo erfolgt wäre, denn gerade in dieser Beziehung haben sich die früheren Feste dieses Vereins vorteilhaft ausg-zeichnet. Den jungen Leuten ist es ja in der Hauptsache doch nur Um? Tanzen zu tun. Na schließlich hat das nicht viel gemacht, diese sind doch auf ihre Rechnung gekommen und haben daS anfangs Versäumte durch eminente Ausdauer wieder reichlich eingebolt, w, doch die Reihen der Tanzenden noch am frühen Morgen sehr wenig gelichtet.
* Mk. 789,000 Aktien der „Schlotzbrauerei" Kiel. Wie aus der in Unserer heutigen Nummer veröffentlichten Bekanntmachnng ersichtlich ist, gelangt am 8. Januar d. Js. der noch in Höhe von Mk. 789 000 zur Verfügung stehende Restbetrag deS sich auf Mk. 1,500.000 belaufenden Aktienkapitals zum Kurse von 130 Proz. durch die Bank für Handel und Industrie in Berlin und das Bankhaus Gebr. Arnhold in Dresden u. zw. außer bei ebengenanntm Emijsionsfirmen noch bei einer Anzahl anderer Firmen zur Auf- . läge. Anmeldungen auf obige Aktien werden bereits jetzt am hiesigen Platze von dem Bankhaus Gebrüder Stern entgegengenommen. Aus dem Prospekt erwähnen wir, daß die Gesellschaft in den letzten drei Geschäftsjahren bei einem Absatz von 78,941 bezw. 83,838 und 82,610 Hektoliter zweimal 8 Proz. Dividende auf Mk. 1,300,000 Aktienkapital -1 und zuletzt 9 Proz. auf Mk. 1,500,000 Aktienkapital zahlte. Für die Chancen der Brauerei dürfte auch der Umstand mit fJ ins Gewicht fallen, daß Kiel und zwar in erster Reihe zu " denjenigen Städten Deutschlands gehört, welche in kürzester Zeit die größte Bevölkerungszunahme oufztiweisen basen.
* Akademie für Sozial- und Handelswiffett- fchaften zu Frankfurt a. M. Die Frankfurter Akademie hat für ihr drittes S s m e st e r abermals einen verhältnismäßig bedeutenden Zuwachs ihrer Besucher (Studierenden) zu verzeichnen, indem deren Zahl von 45 auf 94 gestiegen ist. Dem Berufe nach sind darunter 40 Kaufleute, 12 Industrielle und Techniker/ 15 Juristen und höhere Verwaltungsbeamte, 4 mittlere Verwaltungsbeamte, 9 Lehrer, 1 Lehrerin ünd 13 Angehörige sonstiger Berufe und Beruflose. Von den Besuchern haben 30 bereits eine anderweitige akademische Bildung abgeschloffen. Aützer von den „Besuchern" im engeren Sinne (Studierenden) wird die Akademie im laufendett Semester von 312 Hospitanten und 131 Hörern besucht, sodaß die Gesamt- sregilenz 537 Betrieb 109 mehr als im voraufgehenden Sommersemestek. Der Zuwachs ist in erster Linie den „Besuchern" zugute gekommen, also denjenigen Kategorien, die sür das Gedeihen der Hochschule in erster Linie von Bedeutung ist. Die Hospitanten «nb Hörer setzen sich ihrem Berufe nach solgkndetmaßtn zusammen: Kaufleute 168, Industrielle und