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Hanauer M Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 3 0 2 Fernfvrtchan'chluß Nr. 605. ^pngftp dkN 2 7, De^Nl^er
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Für Stadt, mit Landkreis Hanau lüPfg, die fünf* Lch-attenePsÜtM oder deren Raum. für LuSwLür lü M, im AtlUlmelltbeil die Zelle 26 Pfg,
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AernsprechauMvß Nr 605
1904
Amtliches.
Candhrdo Batiau«
Bekanntmachungen des Königl. SandraLsamtes
Nach Mitteilung des Königlichen Landratsamtes in Gelu- hansen ist in Breitenborn a. W. die Schweine- rstla«fseuche erloschen.
Die Sperrmaßregeln sind aüfqebob-n worden.
Hanau den 23. Dezember 1904.
Der Königliche Landrat.
V 9000 I. A.: Conrad, KreiSsekretär.
Nach Mitteilung des Königlichen Landratsamtes in Geln- hausen ist in Wirtheim die Schwei«ese«che fckgestelit worden.
Die Sperrmaßregeln sind angeordnet worden.
Hanau den 24. Dezember 1904.
Der Königliche Landrat.
V 9050 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Grundstücksverkauf.
Die domänenfiskalischen Parzellen Kartenblatt K Nr. 275, 277 und 391/278 der Gemarkung Marköbel von zusammen 0,842 ha Größe mit den auf der letztgenannten Parzelle stehenden Hirzbacher VorwerkSgebäuden, nämlich ein Arbeiter- tvohnhauS sowie ein Stall- und Scheunengebäude, sollen am Donnerstag den 29. d. Mts, vormittags von 9*/s Uhr ab, in der Wirtschaft von Wilhelm Stroh in Hirzback öffentlich meisthielend unter den im Termsts He- kannt gemacht werdenden Bedingungm verkauft werden.
Hanau den 20. Dezember 1904.
Reinhardt,
Domänen - Rentmeister. 28761
Gefundene und verlorene Gegenstände ic,
Gefunden: 1 Schlüffelbund (5 Stück), 1 desgl. (2 Stück), 1 Portemonnaie mit 4,50 Mark, 1 desgl. mit 15 Pig. und 2 Ringen, 1 weiße Kinderkapuze, 1 Paket enthaltend Kleiderstoff, weißes Futter und 1 schwarzer Pelz-Boa, 1 desgl. entbaltend 8 Kravatien für Umlegekragen und 1 weißes seidenes Tuch, 1 Düte mit 9 Apfelsinen.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 6,85 Mark, 1 Pom- padour mit einem Portemonnaie, 1 Portemonnaie mit 30 Mk.
Zugelaufen: 1 schwarz und weißer Hund m. Geschl.
Entlaufen: 1 brauner langhaariger Jagdhund mit Halsband, 1 kurzhaariger grau und braungeiprenkelte Jagd-
Feuilleton.
Stadttheater in Hanau.
— Sana«, 27. Dezember.
Nachdem sich Meyer-Förster's Schauspiel „Alt-Heidelberg" gewissermaßen als Attraklionswerk in dem deutschen Bühnen- Repertoir erwiesen hat, ist es wohl nicht als Kuriosität zu bezeichnen, wenn in unserer Dichterwelt die Idee wachgerufen wurde, das für unsere Bühne neu geschaffene Milieu, mit anderen Motiven verflochten, ähnlich zu verwerten, wie sich denn auch Erich .Hartleben in seinem neuen Werk „Im grünen Baum zur Nachtigall" und Paul Grabein in dem gestern zum ersten Male zur Aufführung gelangten Studentenschauspiel „Frei ist der Bursch" versuchten. Ob der ursprünglich für das Lehramt sich entschlossene und späterhin zur journalistischen Tätigkeit übergegangene Autor als Dramatiker in seinen Jdeengängen zu interessieren versteht, kann aus seinem gestrigen Werk schwer konstatiert werden, da uns die äußeren Vorgänge der Handlung zu sehr an verwandte, allzu verwandte Szenen erinnern, und der eigentliche Kern des Inhalts etwas dürftig und vor allem unmotiviert erscheint. Man höre: Die Studenlen-Verbindung „Vandalia unternimmt einen Ausflug mit Damen auf die „Gottlicbs- höhe." Man zecht, man johlt, man skanbaliert, man ernennt eine Teilnehmerin „Milli Hühner" zum „Fuchsnwzor und wird nun mit einem gewissen Kandidaten der Rechte „Wolff Eckbrecht" vertraut gemacht, der seine verwaiste Verwandte Gertraud Fildner, ' die im Hause seiner Eltern in Weimar lebt, ebenfalls am Ausflug teilnehmen ließ, und mit der er, wie er sich ausdrückt, in Liebe „nach idealster Vollendung zu ringen" versucht. — Großer Abschiedsrummel der ganzen Gesellschaft mit brennenden Fackeln und — der ^or- Hang fällt. Sehr hübsch und nett, aber wir wissen nach dem
Hündin ohne Halsband, 1 braune Bulldogge mit weißen Flecken. Hanau den 27. Dezember 1904.
Hue Banau Stadt und Cand.
Kanau den 27. Dezember.
Historische Gedenktage.
27. Dezbr. 1583 starb George Ernst Graf von Henneberg, der Letzte seines Stammes. An demselben Tage nahm Hessen-Casiel von der ibm hiermit zugefallenen Erbickait, die Hälfte von Schmalkalden, Besitz.
27» Dezbr 1605. Einführung der sog. „Verbesferungs« Punkte" des Landgrafen Moritz durch ein landesherrliches Patent. Es sind deren drei: 1) daß die zehn Gebote wörtlich wie sie in der ^ibel stehen (b. h. nicht auszugsweise, wie bisher, unter Zusamm-nziehung des ersten und zweiten Gebotes, gelernt worden waren) gelehrt und gelernt werden feilten; 2) baß die Bilder, deren Abschaffung Landgraf Philipp bereits 1527 befohlen, überall ins Werk gerichtet und 8) das Brotbrcchen bei dem Abendmahl eingeführt werden sollte. Außerdem wird am Schluß des Patents noch auf die Vorschrift der Synodal- abschiede hinaewiesen, „von der Perlon Cbrisit in concreto mit der h. Schrift zu red-n"; deshalb zählt man auch 4 Verb-ssernngspunkle.
27. Dezbr. 1809. Auflösung des von Kurfürst Wilhelm I. in Prag errichteten Korps.
27. Dezbr« 1825 starb Dr. Gärtner zu Hanau, Mit- Legründer d-r Wetierawschen Gesellschaft.
27. Tezbr. 1838 starb Graf Heinrich Ferdinand von Jsen- biirg-Philipv'eich.
27. Dezbr. 1850. Rückkehr des Kurfürsten nach Casskl, nachdem der Sitz der Regierung seit dem 17. September d. J. in Wilhelmsbad bei Hanau gewesen war.
* Se. Kgl. .Hoheit Landgraf Alexander Friedrich von Hessen reiste bereits ein Fr-itag nach Frankfurt a. M. ab/ übernachtete dort und begab sich andern Tages nach Dessau.
^ Postvienstttches. Am 31. Dezember und 1. Januar wird von dem Bedrucken der entgehenden gewöhnlichen Briese und Postkarten mit dem Aukunfisstempel zur Erzielung der erforderlichen Beschleunigung in der Bestellung abgesehm werden.
* Pfarrer Meyenscheitt-Alterrhahlan, der Vertreter des Wahlkreises ^elnhamen-Schlückiern im Abgeordneten- Hau'e, erwähnte in einer VersamMlung des konservativen Vereins zu Bieder bei Erstattung d->s Berichts übe" 'eine Tätigkeit
1. Akt von dem Stücke so gut wie nichts. Im weiteren ; verwirklichen will. Seiner Verbindung gegenüber, muß er
sich als ausgestoßen betrachten; eine Vergeltung seines un- vorschriftsmäßiges Benehmens findet von seiner Seite aus nicht statt, nicht einmal in der konventionellen Form einet _____ ______,________ _______________ _______________ Entschuldigung, dieses Betragen soll nun durch die aber die Affäre zum Ausirag kommen kann, muß er noch- Devise „Frei ist der Bursch" für chu eine Rechtfertigung - r ^ ‘ c - "^ '-^- r-?—- ^— .......- sein. Dieser Ansicht stehen wir doch etwas skeptisch gegen
über und glauben kaum, daß dies Dichlerwort hierfür in erlösender Absicht geschaffen wurde, denn eine gewisse Freiheit berechtigt noch lange nicht zu dem zügellosen, unbegrenzten „Freisein" derartiger studentischer Vergehen.
Das Stück, welches von Herrn Ober-Regisseur Zeitz
Verlauf stellt sich nun heraus, daß „Wolff" in sehr animierter Weise während des Nachhausegehens einen Offizier anrempelte und derart kompromittierte, daß ihn letzterer zu einem Pistolen-
duell auffordert, das er als Couleurstudent annimmt. Ehe
mals nach Weimar, dem Wohnsitze seiner Eltenk, reifen, um
dort seinen 25. Geburtstag in fröhlicher Runde und besonders in Gegenwart „seiner lieben Traube" zn feiern. Anläßlich dieses Umstandes hält man nun Reden, wünscht dem jungen Studenten, der das Licht und die Sonne des Eliem- hauses verkörperte, viel Glück zu seinem baldigen Examen und läßt ihn — vom Dichter aus — seiner Traude sogar einen Traum erzählen, in welchem er die Gefühle seines bevorstehenden Zweikampfes etwas durchschimmern läßt und der auf die ganze Sümmung des Hauses als ein eigentümliches Omen wirken soll, indem ihm die Mutter in auffallender Weise eine Lektion kindlicher Ermahnung erteil-. Nmr folgt die sogenannte Klärung — der letzte Akt. Wolff ist entschlossen, seine begangene Schuld in verabredeter Art sühnend auszugleichen, als plötzlich der Vater, der von seinem Vorhaben unterrichtet wurde, in seiner Behausung in Jena erscheint, um ihn hierüber zur Rechenschaft zu ziehen und ihn von dem Duell ferne zu halten, da doch die Beleidigung dem Offizier gegenüber in unzurechnungsfähigem Zustande geschehen sei, und die Angelegenheit vielleicht mit einer Abbitte wett zu machen wäre. Hierauf kaim sich aber Wolff zur Einwilligung nicht entschließen, indem durch Nichterfüllung der Bedingung feine Karriere, seine ganze studentische Ehre auf dem Spiele stehe, es entspinnt sich eine Szene n la Sudermanns „Fritzchen", nur daß hier der Vater auf devote Art eine vorteilhafte Lösung herbei- zuführen sucht. Endlich siegt doch das Vaterherz und Wolff schlägt sich aus nochmals eindringliches Zureden nicht, ein Plan, der noch durch das Erscheinen seiner Geliebien befestigt I wird, mit der. er in Zukunft frisch gestärkt neue ideale Projekte !
bie von ihm erstrebte Abschaffung der Unierhaltungsbeiträge für das ehemalige Konsistorialgebäude in Hanau, welche durch Uebernahme desselben seitens M Staates schon lange hinfällig waren, aber immer noch erhoben wurden.
* Kinzigsteg. Im 2. Blatt wird eine Polizeiverordnung veröffentlicht, die d-u Verkehr über den Kinzigsteg regelt.
* Stadttheater. „Refe Berndt", Sudermann's wirkungsvolles Schauspiel, gelangt morgen zum letzten Male zur Darstellung. — Die gegenwärtig an allen Bühnen mit größlem Erfolg gegebene Schwank-Novität: „Der Kilo- met er frei s er" von Kurt Kraatz, dem Verfasser von „Der Hochtourist", wird am kommenden Sonntag zum ersten Male bei aufgehobenem Abonnement in Szene gehen.
* Weihnachtsfeier im Gefängnis. Am 24. d. M^, abends von 5 Uhr ab, fand im hiesigen JustizgefängniS eine Weihnachtsfeier statt, welcher der Herr Erste Staalsanwal: L'hmann, Herr Assessor Dr. Mosler, sowie sämtliche Gefängnisbeamte beiwohnten. Alle Gefangenen, UnterluckungS- wie Strafgefangene, waren vorher stationsweise in den Betsaal ge« führt worden, in welchem die Feier vor sich ging. Herr Prarrer Lambert hielt beim brennenden Christbaum den Gottesdienst ab. Seiner zu Herzen geh-nden Ansprache hatte er die Worte der hl. Schrift, welche von der Geburt unseres Heilandes erzählen, zu Grunde gelegt. Alle Anwesenden folgten tief ergriffen den packenden, zu Herzen gehenden Ausführungen. Den Gefangenen, welche längere Zeit inhaftiert und gute Führung und Fleiß an den Tag gelegt hatten, war genehmigt worden, sich von ihrer Arbeiislöhnung Brot, Wurst oder Butter beschaffen zu können, was am 1. Feiertag im Laufe des Vormittags verabreicht wurde.
• * Weihnachten in den Beveinen. Die Weih- Nachtsglocke» smo serkiuuge», seraaualick wie..alles ^f^ii^^g. bat das poesievolle Fest dem nüchternen Alliagsleben Platz gemacht. Die Festtage lockien nicht sonderlich ins Freie, denn die Witterung war so trübe, wie nur irgend möglich, kaum einige Stunden konnte man bie Lampe entbehren. ' Am ersten Feiertage hatte noch der Rauhreif draußen die Natur in einen weißen Dunstschleicr eingehüllt, Bäume und Sträucher über- znckert und so dem ganzen einen einigermaßen weibnachtlichen Anstrich verliehen, am zweiten Feier-ag aber herrsckten mildere Lüfte, die Nebel verdichteten sich fast zu einem feinen Sprüh- reoen und so war amb er nicht tonderlich geeignet, zu einer größeren Exkursion ins Freie zu locken. Diejenigen, welche am meisten darüber fchuiunzelten, waren die heimischen Wirte, deren Lokale start frequentiert waren und die Vorstände der Vereine, bei denen der Andrang zu ihren Festlichkeiten geradezu riesige Dimensionen annahm. — Die Turngemeinde, welche wie üblich am zweiten F-iertaae in der Turnhalle ihre ^eirmen unter dem Weih
aufs beste einstudiert war, fand durch die darin enthaltenen ulkigen Studentenszenen heiterste Aufnahme, vor vollständig ausverkauftem Hanse. Herr H o f f m a u n verstand den jungen Studentez: „Wolff Eckbrecht" aufs beste barjufteKen, indem er die verschiedenen Stimmungsmomente überzeugend zu Gehör zu bringen wußte. Eine sehr sympathische Leistung bot uns Frl. Helliot als „Gertraud Fildner". Ueber zeugend in Maske und Spiel stellte Herr Fink den biederen „Justizrat Eckbrecht" auf die Bühne, dem sich die gelungene Figur des „Steffen" durch Herm Nauendorf in äußerf- guter Weise cmichloß. Zur Vervollkommnung des Schauspiels war noch das ganze Errsemble benötigt, und stanc jeder einzelne gewissenhaft an seinem Platz. In unbe raw. dessen, daß der Orchesterraum zu Sitzplätzen hergericy e. werden mußte, fiel die Zwischenaktmusik gestem aus.
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Gärtnerstraße 67 (alte ^irbenafa^ ^^&E wachs und Samstag« von 11 AI W ^Ä% Benutzung für das Wfum geöffnet. - «es am trat« loge sind in der Bibliothek zu haben.