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Erstes Blatt.

Hanauer W Anzeiger

LierteriLhrlich 1,80 M^ mouculich 60 M , fite «Ä» WäwM toonnntien mit drw baresirsd« PsKmchHsK. Die emzetne Siumma ksM 10 Wz.

gAvickt UR4 verleg! W der Buchdruckers bU vssM» @, WagerchaujeS in Hamm.

General-Anzeiger

AMch« SrW flr Stadt- and Landkreis Hm».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Kür Etat» «ü ämMrei» H-ua» LVWg. i* fünf« gchatrr»t Paiti«ii« ob« ocmStauo, A-iSwÄU tS M ^

D-raudvsrL «LaSrarr S. Schreck«, in ^tauat.

Nr 299

Fernsurechan Aluß Nr. 605.

^"-nNt-Zt^a den 99« ^e^m^er

FmlsprechanMnß Nr 605

1904

Amtliches.

LAnÄKreis Dauau» BelMNImachnff^m des Köniql. LandroLsamtes,

Unter dem Rindviebbcstand des Landwirts GeorgGeibel i» Kessel st ab t ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.

Ueber das Gehöft des Genannten wurde die Sperre ver­hängt.

Hanau den 22. Dezember 1904.

V 9017

Der Königliche Landrat.

I. A.: E o n r a d, Kreissekretär.

Ersatzwahl zur Handelskammer.

Gemäß § 17 des Gesetzes über die Handelskammern vom 94 TT 4 870

säHr "7^07 ^ll, laut Plenarbeschluß der Handelskammer vom 2. November d. Js., für das am 1. September aus ge­schiedene Mitglied, Herrn Friedrich Roth hier, noch in diesem Jahre eine Ersatzwahl stattfinden.. Ihr wird die bei der letzten ErgänzungSwahl festgestellte Liste der Wahlberech­tigten unverändert zugrunde gelegt werden.

Von der Hänselekammer zum Wahlksmmisiar ernannt, labe ich die wahlberechtigten Firmeninhaber resp. Vertreter des Stadt- und Landkreises Hanau zur Vornahme der Ersatz-

sah! auf

Donnerstag den 29. Dezember 1904# vormittags 11 Uhr, in den Sitzungssaal des hiesigen Rathauses sErdgeschoß) Der Schluß der Wahlhandlung erfolgt um 12 Uhr.

«in,

Hanau den 22. D?z°mb°r 1904.

Der Wahlkommissir.

Cantbal.

23706

Hue Danau Stadt und Cand,

Kau au den 22. Dezember.

Historische Gedenktage.

22. Dezbr. 1550. Mißlungener Versuch eines treuen Dieners des Landgrafen Philipp des Großmütigen, Hans Rommel, seinen Herrn in Mecheln aus der Gefangen­schaft zu befreien.

22. Dezbr. 1654. Landtag vor dem Maderholze auf freiem Felde, auf welchem die hessische Ritterschaft zuerst für das Kriegsaufgebot, welcher an sie erging, Geld anbot und zahlte.

22. Dezbr. 1850. Einrücken der Bundestruppen unter dem Fürsten von Thurn und Taxis in Cassel,

Deamtenpersonal-Nachrichteu.

zum

Ernannt: der Metropolitan Sold an zu Rödbmau _ 1. lutherischen Pfarrer ttt Kirchhain, der Pfarrer Fliegen- schmidt zu Rengershausen zum, 2. lutherischen Pfarrer ba» selbst, der Rektor Fett zu Apelern zum Pfarrer in Mittels- berg, der GerichtSosseffor (Sonnermann zum Amtsrichter in Wolfhagen, der Kaiasterkonirolleur Kleemann in Schmal- kalben zum Steuerinspektor, der Referendar Lappö zum Ge- richtSasseflor, die Rechtskandidaten Paul Pachter und Jo­hann Wübbena zu Referendaren. der Hitfsförster Keßler zu Neustadt in der Oberförsterei Neustadt zum Förster unter Ueberiragung der Försterstelle Günsterore, Oberförsterei Span« genberg.

Beauftragt: der KreiSvbysikus z. D., Geheimer Sanitäts­rat Dr. Führer in Wolfhagen mit der Dersehung der er- ledigtm Kreisarzistelle in Wolfhagen, der Pfarrer extr. Huf­schmidt als Gehilfe deS Pfarrers Schäfer in Densberg, der Pfarrer extr. Meyer an Stelle deS Pfarrers extr. 311er als Hitfüsparrer in Langenselbold.

Jg. Weihnachten! Weißt du wieviel Herzen schlage« Höher jetzt in weiter Rund? Wie viel Hoffnung und Verlangen Sich bei groß und klein gibt kund? Wie viel grüne Tannenbäume Aus dem Wa d man heimgebracht, Daß sie strahlen und erglänzen In der gottgeweihten Racbt? Weißt Du wieviel tausend Hände Bald nach itaffenSfreubiaem Tun Und nach manchen sauren Wochen ^ Zu den Feier:agen ruhn? Wieviel Millionen Ml wohl Reisen nach der Heimat Gaun, Um in ihrer Lieben Kreise, Weihnachlsfreud und Lust zu schaun. Wieviel taler, die geflossen Weit und breit in manche Hand Da man sich zu flottem Kaufe Stellte ein ans Sradt und Land. Weißt du . . . ja, was wär nicht «Hf3 Noch i« fragen dieser Art Antwort werd' ich kaum bekommen

D'rum sei's Fragen mir erspart. Ja, nun ist's Herberge­kommen Auf daS man längst sich hat gefreut. -- Es ist da, das Fest des Segens Auf der Menschheit Pfade streut. So zieh' in Palast und Hütte, Fröhliche Weibnacht', ziehe ein Und rings in der Welt erstr-h'en, Last des deut­schen Christbaums Schein, Frieden bring und Wohlgefallen Reich in aller Menschen Haus Teile deine HimmelS- üaben, Selbst dem ärmsten Bruder aus Und bei froren Wethnachtssänaen, Bei der Kleinen, sel'ger Lust, Trage Freud' und Weihnacktsfrieden, Auch in der Betrübten Brust. D eser Wnn'ch sei unsere Gabe, All den Lesern weit und breit, Zu des Jahres schönsten Stunden Aus deS Herzens Grund geweiht. Einem jeden, wo auch immer Sei's in Nord, Süd, Ost und West, Er mag weilen, sei beschieben

Ein glückselig Weihnacht? fest!

§ Welhnachtsbescherimsten. Weihnachten naht, da? Fest der allgemeinen Liebesbetäiigüng, und reiche Liebe war eS auch, die sich bei der gestrigen Besserung der kleinen Pfleglinge des 8 a n b k r a n k e n h a n s e 8 betätigte und von diesen dankbar empfunden wurde, Liebe, die die Aeuglein der flehten Leidenden freudig leuchten machte und ihnen ihre körperlichen Gebrechen vergessen ließ. Auch alle erwachsenen Massen des Hauses, beriet ibr Zustand die Teilnahme er­laubte, waren anwesend. Die Feier selbst verlief sehr stim­mungsvoll angesichts des strahlenden Lichterbsumes. Gemein­schaftlich gesungene Weihnachtslieder mit Musikbegleitung (diese von einigen Brüdern recht schön ausgefübrtl, wedelten mit Deklamationen verschiedener kleiner und kleinster Pfleolinge. Die schöne Ausdrucksweise und der rührende Ernst d r kleinen Deklamatoren wirkte sehr erbauend und zeugte von liebendem Fleiße der einWendeu Schwestern. Eine sehr hühicoe Dar­bietung war ferner das reizende Zwiegespräch Knecht Rup- prechis im wallenden Barte und eines Engeleins im weißen Glorienschein. Den Glanzpunkt des Abends aber bildete eine längere Ansprache des Herrn Pfarrer Bär. In prächtiger Weise wußte dieser das innerste Wesen des Liebesfestes, die Tröstungen und Verhtißungen, die das Weihnachtsfest auch den torperliifi Leidenden und Bekümmerten brinat, darznleaen. Der gemeinschaftliche Gesang vonStille Nacht, heilige Nachl^ schloß die Feier. Auch der Verein Kinderhort hielt gestern seine WeibnaStsbelcherung ab, und zwar in der Aula der ersten Bez-rkSichule. . Weihnachtslieder wechselten hier gleichfalls mit Kinderdeklamotisnen. Die Ansprache hielt 5^err Pfarrer L a m b e r t. Die Gs'chenke waren in einigen Schul- zimmern ausgelegt, von wo sie nach Schluß der Feier von den Beschenkten entgegengenommen wurden.

* Apothe-Lkkammet'. Gemäß § 6 der Allerhöchsten Verordnung vom 2. Februar 1901, betreffend die Einrichtung einer Standesvertreiung der Apotheker, wird soeben bekannt gemacht, daß für dir Iabre 1905, 1906 und 1907 in die Apothekerkammer für die Provinz Hessen-Nassan gewählt wor. best sind: I. zu Mitgliedern, a. in dem Wahlbezirk des RegiernngSbezirks C a s s e l: 1) Ho^apstheken-Besitzer D. Nagell in Casstl, 2) Apotheken-Besitzer C. Fischer in Homberg, 3) Apotheken-Lesitzrc Th. Sander in Hofgeismar, 4) Apoiheken- Verwalter W. Schneider in Wahlershausen; b. in dem Wahl­bezirk des ReoierunasbezirkS Wiesbaden: 5) Hofapotbeken- Besitzer Dr. A. Rüdiger in Hombnrg v. b. H., 6) Apotheken- Besitzer C. Weinreben in Frankfurt a. M., 7) Apotheken- Besitzer Dr. I. Wolff in Limburg, 8) Apotheker P. Seybold in Frankfurt a. M., 9) Apotheker C. Riebeling in Frankfurt a. M. II. zu Stellvertretern, a. in dem Wahl­bezirk des Regierungsbezirks C a s s e l: 10) Apotheken-Besitzer Jung in Kirchbain, 11) Apotheken - Besitzer Schollmeyer in Marburg, 12) Apotheken - Besitzer Hammann in Cassel, 13) Holapoiheken-Besitzer Dr. Siemens in Fulda; d. in dem Wahl­bezirk des Regierungsbezirks Wiesbaden: 14) Apotheken- Besitzer Dr. I. Neubronner in Cronberg, 15) Apotheken- Besitzer Fr. Dietrichs in Bockenbeim, 16) Apolhek.n«Besitzer C. Lawaczeck in Camberg, 17) Apotheken-Besitzer A. Bode in Frankfurt a. M., 18) Apotheker Fr. Blatz in Frankfurt a. M.

* Marktpreise. Im Monat November 1904 be- trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 16.87, Roggen Mk. 13.60, Gerste Mk. 16.76, Hafer Mk. 14.33, Erbten (gelbe) zum Kochen Mk. 21., Speiie- Bohnen (weiße) Mk. 29.50, Linsen Mk. 38., Eßkanoffeln Mk. 6.11, Nicknstroh Mk. 3.^0, Knunmstroh Mk. 3., Heu Mk. 7.37, Rindfleisch im Großhandel Mk. 125; Rindfleisch im Kleinhandel für 1 k» von der Keule Mk. 1.50, vom Bauche Mk. 1.30, Schweinefleisch Mk. 1.50, Kalbfleisch Mk. 1.38, Hammelfleisch Mk. 1.30, Speck (geräuchert) Mk. 1.90, Eßbuiter Mk. 2.44 Eier 1 Schock ~ 60 stück 4.57 Mk.

* Durchschnittspreise. Der Durch chait! der höchsten

Tagespreise für Fourage beträgt mit einem Ausschlage von 5

®ie heutige Kummer umsatzt außer dem Ltuterhaltuugsvlatt 14 Leite».

vom Hundert für den Monat Dezember 1904 in dem Stadt- und Landkreise Hanau für Hafer 8 Mark. 01 Pfg. für Heu 4 Mk. 01 Pfg., für Stroh 2 Mark. 10 Pfg, pro Zentner.

* Ladenpreise. Im Monat November 4904 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 k? Mebl zur Speise- bereitung Weiten 34 Pfg., Roggen 24 Pfg., Gersten-Graupe 44 Pfg., -Grütze 38 Psg., Buchweizengrütze Pfg., Haier- grütze 43 Pfg., Hirse 35 Pfg., ReiS Java (mittlerer) 48 Pfg., Kaffee, Java-, mittlerer froh) 2 Mk. 40 Pfg., gelber (in ge­brannten Bohnen) 3 Mk. Pfg., Speisesalz 20 Pfg., Schweineschmalz 1 Mk. 35 Pfg.

*Schwere Jungen." Zwei Giftpflanzen, w-e sie nur im Sumpf des GroßstadilebenS gedeihen, besetzten gestern mit zynisch-frechem Lachen im Alter von kaum 18 und 20 Jahren die Anklagebank der Strafkammer. Der eine dieser abgefeimten Verbrecher ist der im Iabre 1884 zu Frankfurt a. M. geboreneFri'eur" Friedrich Philipp Schön und der andere der im Jahre 1886 za Hanau geborene Ausläufer" Heinrich Otto Fey, beide wegen Diebstshls schon mehrfach vorbestraft. DieieS edle Paar hat im Herbst d. I?. von Frankmrt aus, als ihm der Boden dort zu heiß wurde, eine sehr erfolgreiche DiebSreise angetreten, die sich weit nach Norddent'chland erstreckte. Zuvor bab?n sie in Frankfurt einer Frau 3000 Mk. gestohlen, außerdem sind ihnen eine ganze Menge Fahrraddiebstähle nachgewiesen. In Stuttgart ver­standen es die jugendlichen Strolche, einem Studenten beim Spiel 2000 Mk. abzuknöpfen und in Hannover haben sie einem Kellner das Portemonnaie mit 200 Mk. gestohlen, außerd'm werben sie noch von Karlsruhe und andern Städten aus verfolgt. Dos, was dielen Gaunern hier zur Last gelegt

als er öffnete, wären es zwei Rodler, von denen der eine der Sobn seiner in Frankiurt verheirateten Schwester, eben jener Ph-lipp SrfStt, und der andere bessert Fr und, der Fm, war. Beide gaben vor, in einem Frankfurter Automobilge- schält beschäftigt zu sein, sie wollten an dem Tage eine ^Re­paratur in Schlächtern ausgeführt haben. Der Onkel gewährte ihnen bereitwilligst Gastfreundschaft, _bewirtete sie mit Speise und Trank mehrere Tage lang und räumte ihnen ein A mmer in seinem Haule ein. Als der Onkel eines schönen Morgens ll'kfwachte,. war das Rest leer, die beiden Vögel ausgeflogen. In dem Zimmer war eine Kommode mit falschem Schlüssel geöffnet worden und daraus hatten sie einen Geld- betraa von 170 Mk. geraubt, den die auswärts tätigen Kinder des Mannes ihm geschickt satten. Dann war aui der Küche ein Topf mit Schmal, gestohlen warben, zu welchem die Diebe als Einwickelpapier den Brandverstcherungsschein ihres gast­freundlichen Wirtes und den Lolungsschein von desim Sohn benutzten. Wenige Tage später wurden die Strolche, als sie von der Reise von Hannover zurückkamen und in jener Gegend die Köpfe auS dem Zug fleckten, erkannt, und auf telegraphische Weisung aus dem Zug heraus verhastet. Als sie in Wächters- bach eingeliefert würbest, gaben sie falsche Namen an, weshalb ihnen heute außer jenem Diebstahl auch noch intellektuelle Urkundenfälschung zur Last gelegt wird. Mit widerlich freiem Lachen hörte der Schön den Antrag des Staatsanwalts an, der auf 3 Jahre Zuttbaus lautete und er behielt dieses ver­gnügte Grinsen auch bei, als ihm sein Onkel über sein Ver­halten bittere Vorwürfe macht. Von demselben Kaliber ist der Fey. DaS Urteil des Gericht» lautete gegen Schön auf 2 Jahre und eine Woche Zuchthaus und 1 Woche Hast, 3 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, gegen Fey auf 1 Jahr und 2 Wochen Gefängnis und 1 Woche Haft. Dieses sind natürlich nur die Strafen für den Halienhofer Diebstahl, die übrigen werden von anderen Gerichten noch abzmrteili, sodaß daS gefährliche Paar auf lange Zeü unschädlich gemacht werden wird. ;

Zur HuV-everfolgttttff. Der flüchtige Hubde ist, wie die Gießener Staatsanwaltschaft mitteilt, vorgestern in der Richtung von Frankfurt nach Jdflein gefahren. Dort soll er aiisgesiiezen, den Ort nicht berührt haben, und auf Feld- und Waldwegen w-iter geflüchtet sein. Es fehlt von ihm leoe Spu-. Hildde soll ein eroRereS Paket mit sich führen-

* Auszeichnung. Dem Bildhauer SerrrtJPan 1 «8

Hanau wurde von Sr. Durcklaucht dem Dürste" ®enben fünft Schwarzbmg-Sondershmren aus Grrmd l-»-« bero rmge lerischen Arbeit die goldene Medaille .Für «erd/enit Wissenschaft" verliehen. '

" Kew-rb-gerkcht. (SW ^-m 21. Dez-mb«^ Dje Köchin H. klagte gegen den H-.e- r ^ »^^ 9 rückständigen Lohnes von 4 Mk. und «gVI B Hnnbi?3!»05 wirb ab*, da die Klägerin «wdrfach^ Anordnung«/ihres Dienstherr» nicht ausgeführt ha»