Erstes Blatt.
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Für Stadt« wü> Landkreis Hasan 10 Pfz. die Mf> tzkipaltene Petitzeile oder beten Raum, für AuSroLrttlö Pfg., im «ekramemdeil die Zeile 2b Pfg, für LuSmärtS 86 Hg.
CeraiurjotH Sckaktrurr 6. Schreck«, in H«um<
Ur 297 Ferrisvrechan'chluß Nr. 605.
^ipnstll^ hpn 90. De^^m^^r
FernsprechanMnß Nr 605
1904
Amtliches.
Stadtkreis Dana u.
Bekanntmachung
Die WeihnachWbescherttng der städtischen Kstin- kinberichule findet am Freitag den 23. d. Mts., nach- mittaflS 5 Uhr, im Gebäude der Kleinkinderschule, Nuß- allee, statt.
Einlaßkarten können bei der Kleinkinderschule bis zum Freitag morgen in Empfang genommen werden.
Etwaige Naben werden ebenfalls dort entgegengenommen. Hanau den 20, Dezember 1904.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 23596
Aus Danau Stadt und Cand,
Sanatt den 20. Dezember.
Historische Gedenktage.
30» Dezbr. 1560 starb der seiner Zeit mit Recht hoch- berühmte Professor der Medizin zu Marburg, Jobannes Dryander, eigentlich Eichmann, gebürtig auS Wetter.
20. Dezbr. 1621 wurde Prinz Christian von Braunschweig im BBecker Tal von dem Grafen von Anhalt geschlagen.
30* Dezbr. 1760 brannte die Spitze deS biS dahin höchsten Kirchturms in Hessen, des Stadtkirchturms zu Hrrsftld, durch einen Blitz entzündet, ab.
40* Dezbr. 1775 wurden den Straßen in CaM durch landek- herlilche Verordnung neue Namen beigelegt, welche dieselben auf dem Papier und in den Inschriften an den Ecken biS jetzt, im wirklichen Leben aber niemals ge^üb-' haben. Alle Apostel und ganze Scharen von Heiligen, Sankt Paulus und Sankt Petrus, St. Johannes und St. Vlncentius, Si. Thomas und St. Disnysius, St. Sagaruß, St. Leopold und St. Antonius, die heilige Elisab-th, die heilige Dorothea, die heilige Apollonia und die Heilige Theresia wurden aufgeboten, aber sie haben allesamt von ihren Straßen nichts missen wollen, selbst der heilige Martinus nicht, der doch der nächste dazu war. St. Paulus hat seine Gaffe den Pferden und Schweinen, St. Peter den Enten, St. Jakob und St. Christoph den Ziegen wieder überlassen, denen sie früheren gehörten, St. Andreas den Fliegen, St. Augustus den Füchsen, die Straße der heiligen Dorothea ist nach wie vor die Judengaffe geblieben.
J-st. Vom Wetter. Während in diesem Monat trübes Wetter und Nrederschlöge vorherrschend waren, dürfte jetzt — bei eingetretenem Nordostwind und bei sehr hohem Barometerstand — bessere Witterung, heiterer Himmel und auch Kältegrade zu erwarten sein, was für die Weihnachtsverkäufer verschiedener Geickäftszwe'ge von Nutzen sein dürfte.
* Ernannt. Zum kommissarischen Kreis - Tierarzt für bie Kreislierarznelle in Naugard wurde ernannt Dr. No ack, Tierarzt in Stettin.
* Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Arnstein, Crainseld, Grebenhain und Niedermoos ausgedehnt worden.
* Stadttheater. „Das Glück im Winkel", Sudermann'S prächtiges Werk wird morgen nochmals zur Aufführung gelangen und dürfte wieder die gewohnte Zug- kraji bewähren. — Am Sonntag (1. Weihnachtsfeiertag) geht Erabein's Studentenschauspiel: „Frei ist der Bursch" zum ersten Male in Szene. Die glänzende Ausnahme, welche „Alt- Heidelberg" hier fand, dürfte auch auf einen besonderen Erfolg dieser Novität schließen lassen.
* Krrnstinvustrie-Äer ein. Bei dem warmen An- °enken, in welchem der am 4. Oktober so plötz'ich aus dem Leben geschiedene Schriftsteller K.wl Tanera stebt, der vom Vorstand des Kunstindunrie-Vereins zu einem Vortrag über »Rußland und Sibirien bis Mandschurin, Kaukasien und Armenien während des jetzigen Krieges" gewonnen worden war, wird es allgemein interessieren zu hören, daß dieser Vortag, ober vielmehr die diesem zu Grunde gelegenen Briese Taneras in Buchform erschienen sind. Der Titel des Werkes lautet; vaur Kriegszeit auf der sibirischen ^ahn und durch Nun land. Mit 1 Karte und 69 Abbildungen nach eigenen Aufnahmen," Preis geh. o, Mk., Me geb. 4,— Mk. Das Buch eignet sich der Ausstattung n8^ als hübsches Festgeschenk. Ueber den Inhalt wird dahin »eurteilt, daß es „alle Vorzüge der besonnten Tauera'schen Art vereinigt: vor allem flotte temperamentvolle, nirgends 'angweitige Schilderung, Treue und Glaubwürdigkeit in der -o-nchlerstaltung." Und Tanera besaß auch ein Erzählung-
talent von besonderer Frische. In dielen hinterlassenen Reise- briefen kann man sich über seine kraftvolle Kunst und das freudige Beobachten noch ein Mal in vollem Maße freuen. Man durchlebt mit dem Verfasser die interessante Fahrt durch die Länder des Ostens. Schilderungen, wie die wilbe Fahrt über das Eis des Baikalsees — damals der Weg für den ge* ’amten russischen Heerestransport — oder über die Grusinische Heerstraße erheben sich geradem zu dramatischer Höhe. Die ungezwungenen Vergleiche mit Zuständen oder Kulturmerken anderer Länder sind Schlagl'ckstr, die nur ein so weit Gereifter wie Karl Tanera zu geben vermag. Auch seine photg- graphnchm Aufnahmen, mit denen das Buch reich und geschmackvoll geschmückt ist, waren, soweit die Sibirische Bahn in Betracht kommt, nur unter dem Schutz der mitreisenden russischen Ortete möglich.
* Preisausschreiben. Noch vor Schluß des Jahres erläßt der rührige Verleger der „Deutschen Goldschmiede- zeitung", Herr Wilhelm Diebener, 2 Preisausschreiben, eines für Goldschmiede und das andere für Gras eure. Die Selb» schmicbezeitnng möchte dem selbständigen Goldschmiebemeister, dem Äieinsolbfämteb, mit Vorlagen an die Hand neben, die geeignet sind, ibm beim eigenen Schaffen zn unterstützen, die es ihm ermöglichen, diejenigen Neuanfertigungen vorzunehmen, die in seinem Geschäft» betrieb an ihn herantreten, und die vor allem der Pflege einer gediegenen, kunstgewerblichen Handarbeit zugute kommen. Sir eröffnet deshalb einen Wettbewerb zur Erlangung von Schmuckmustern für den Klein« goldichmied. Verlangt werben SSmntfenimürfe beliebiger Art, welche sich, sowohl maß Geschmacksrichtung als Ausführbarkeit anbelangt, zur Herstellung als Handarbeit im Kleinbetrieb eignen, M Misur mindestens 10 EntwW.M' »best Teilnehmer einiescurdt werden, je nach Wabl auf einem Blatt zu« sammeng-zeichnet, oder in einzelnen Blättern. Es werden 4 Preist auSveworfen im Betrage von 60, 50 und 40 Mk. und ein Exemplar des Werkes „Monogramme und Doksralisnen". Die prämiierten Entwürfe geben in den Besitz des Verlages über und werden zugleich mit dem Ergebnis des Aus'chreibens mit Namensnennung der Einsender in der „Deutschen Goldschmiedezeitung" veröffentlicht. Besonders sind viele Ankäufe vorgesthm und deshalb an* die Preise niedrig gehaltet:. Die Arbeiten müssen am 30. März 1905 im Besitz der Zeitung sein.. Ein weiteres Aus schreiben ergebt an die Graveure und sind hierfür 60, 50 und 40 Mark vorgesehen. Verlangt werden mustergültige Gravierarbeitm in Jla4stich. Auch hier ist der spateste Einlieferungstermin der 3$. März. .
* MMsrpriifttnft. Bei der gestern im Hotel zur Post stattgefundenen Meisterprüfung nahmen außer den Beisitzern Herr K. Müller und Herr Regierungsrat Listemann aus Casiel als Vertreter des Herrn Regierungspräsidenten teil. Für das Bäckerhandwer! bestanden die Prüfung die Herren: Ernst Neumnin und Georg Heeg aus Gvoüanbeim; Leopold Kretzler und Konr. BruchloS aus Hanau; für das Wagnerwerk: Adolf Kaufmann aus Hanau; für das Sckreinerhsnd- werk: Karl Wagner und Berges aus Hanau; für das Spen-flerhandwerk: Georg Merk aus Hanou; für das Schlosserhanlwerk: H inrich Rätsel aus Romstbal (Kreis Schlüchlerns, Ferdinand Kappes aus Fechenheim; für das Pllaffererhandwerk: Wilh. Grähling aus Hanau. Einige bestanden dst Prüfung mit „sehr gut", während die übrigen mit „gut" bestanden.
* Attf der Spur Huddes. Wie man von der Gießener Staatsanwaltschaft erfährt, steht es fest, daß Hudde mit einem Genoss-n in der Nacht auf ‘ben. 15. b. Mrs. im katholischen Pfarrhaus zu Norath einen Ei.nbmcdsdiebstabl verübt hat,,w»bei den beiden 200—300 Mk. Bargeld in die Hände gefallen ist. Der bis jetzt noch unbekannte Genosse HuddeS wird folgendermaßen belckrieben: Etwa 25 Jahre alt, 1 Meter 75 Zentimeter groß, schmale Statur, hageres, spitzes Gesicht, dunkles Haar ohne Bart. Trug dunklen Joppen- anzug, grangrünlicke Jägermütze und rötlich gestreifte Halsbinde. WavrsiLeinlich haben die beiden Einbrecher aber ihre Kleidung öfters oenie*felt.
* Hausbeststerverein. Dem Vernehmen nach hat sich hier ein Hansbei tzerverein gebildet.
♦ O
Fechenheim, 19. Dezbr. (Verschiedenes.) Am Samstag nachts machten Einbrecher, wohl dieselben wie vor einigen Tagen, wiederholt den Versuch, bei Franz Weisenleel auf der Mainkur einzubrechen. Sie erreichten jedoch ihren Zweck nicht. Der Teilnahme an den Eindrücken als bringend verdäckliq wurde der Metzgerbursche Wcißenseel's verhaftet und nach Bergen fiberfübrL — Aus Kummer darüber, daß sein Mädchen das Verhältnis mit ihm nicht fortsetzen wollte, versuchte am Sonntag früh um 2 Uhr ein junger Mann sich an einem Torpfosten eines Haukes auf dem Linden- platz zu erhängen. Das Mädchen, nichts Gutes ahnend,
beobachtete ihn jedoch und machte, nachdem sie sein Vorhaben erkannt, Lärm, worauf der herbei eilende Polizeisergeant Oestreich den Lebensmüden noch rechtzeitig ablchnciden sonnte.
6 Eichen, 19. Dezbr. (R e z i t a t i o n.) Einen recht genußreichen, unterhaltenden Abend veranstaltete am gestrigen Sonntag der bieüqe Kriegerverein in seinem Vereinslokal,
wozu auch NIchimitqlieder mit ihren Familien einaelaben waren. Rezitator Emil L o tz aus Hanau, welcher eigens zu diesem Zwecke für den Abend gewonnen worden war, trug frei, in schwungvoller Rebe das patriotische Heldengedicht von Ernst v. Wildenbmch „Sedan", Teil I: die Schlacht, und Teil II; die Nacht von Douchery, unter großem Beifall vor. Mehreren alten Kriegem sah man die Tränen über die Wangen rollen bei der ergreifenden Schilderung der verschiedenen Schlachtszenen. Der Vorsitzende der Bereins Herr W. Merz leitete den Vortrag ein, indem er die Gäste und Kameraden mit dem
Wunscke willkommen dieß, baß der Abend die alten Veteranen zurückfübren möge in die Jahre 1870/71, da sie auf Frankreichs G-silben gestanden, den jüngeren Mitgliedern wöge « aber eine Mahnung werde«, allezeit treu zu Kaiser und Reich, zu Fürst und Vaterland gleich ihren Vätern zu stehen und schloß seine Worte mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser.
ii Hochstadt, 18. Dez. (tzeflügelauSstellung.) Die diesjährige 5. SokalanSstellung, welche der hiesige Gc- flügelzüchter-Derein im Saale deS Herrn Rauch dahier ver- anstaltet, gibt den erfeulichen Beweis, daß deffen eifrige Bemühungen um die Hebung der Gestügelzuckt in unserer Gemeinde bereits die schönsten Erfolge zeigen. Dieselbe hat Dank der stetig wachstnden Mitglieberzahl des DereinS in ihrer diesmaligen 160 Nummern eine b'S dahin noch nicht mögliche Anzahl erreicht und tonst im Vergleich zu früheren Ausstellungen eilt weit reicheres Sortiment mitunter recht seltener Geflügel- arten auf, i>>e auch durch stattliche C^-mplarr vertreten sind. Allein die Abteilung I : Hühner zabtt, einschließlich der Ab- tftlung Ia: Hühner öfterer Jahrgänge, 92 Nummern, darunter als Seltenheiten Ertzoe-Cour, Orpington, Dominikaner und Andalusier, um deren Zücktung fick besonders der Leiter unseres Vereins, Herr Lkhrer Geb, v'rdient macht, und verschiedenc Kreuzungen hervorzuheben sind, während von bekannteren Hühnerarten die reicke Kollekiion Wyandotter des Herrn Wilh. Rauch besonders auffällt. Die mit ihren 63 Nummern nächstem reichste Abteilung III: Tauben läßt sofort erkennen, daß die Taubenzucht in unserer Gemeinde in einer Weise betrieben und gefördert wird, wie eS wohl auf den umliegenden Ortschaften kaum der Fall sein dürfte, wenigstens nicht hinsichtlich der Reichhaltigkeit seltener Arten, von denen wir nur außer einigen in ihrer Färbung seltenen Drieftaubenarten, die reiche Ausstellung der Herren Mankel (Lahore), Wilh. Rauch (Kröpfer), Peter Lind II (Show) und Lehrer Geb (Ko- bürg er -Serien) erwähnen. Kaum erwähnenswert ist indes die Abteilung II: Wassergeflügel, deren Zücktung bei dem Mangel fl eßcnden Wasiers eine äußerst beschränkte, daher auch für die Gemeinde keine lohnende ist. Um so mehr fällt die Ausstellung
japanischer Höckergänse, die wohl ringsum eine Seltenheit sind. Mit der Ausstellung ist zugleich eine Prämierung verbunden, zu welcher eine größere Anzahl wertvoller Gegenstände oder Ehrenpreise gestiftet sind, während der Verein einen bestimmten Betrag für die 1. 2. und 3. Preise aus seiner Kafle angewiesen hat. Danach erhielten:
Abteilung I H ü h n e r.
Ehrenpreise: die Herren Ph. Schäfer (Langshon schw.), Wilh..Rauch (WyandotteS, rebhfarb.), Wilb. Mantel (Eräve^ Coeur, weiße), Lehrer Geb (5*otten, schw.h, Wilh. Fischer (Jtaiftner, sckw.), Andr.Brosch (Italiener, gelb). — I. Preise' die Herren Pfarrer Ganß und Wilh. Rauch (WyandotteS), Lehrer Gcb (Cröoe-Coeur, weiß), Lehrer Klauer (Faverrolle), Peter Lind II und Hr. Herget (Italiener), P. Eibelshäuie: und M. Stein (Hamburger). — II. Preise: Herr Rauch (WyandotteS). J. Koch II (Holländer Weißhauben), J. Seng (Andaluster) Ph. Wagner, P. Mankel, Hr. Herget und Lehrer Geb (Italiener), Lehrer Geb (Hamburger schw.), Ä. Bös (Lackenfelder). — III. Preist: die Herren J. Koch I (Brahma), Plr. Gans; (PlomouthMocks gespr.), P. Lind II und Wilh. Rauch (Wyandoiles), W. Weber (Dominikaner), LebrerNe» (C'öoe Coeur schw.), Ph. Sckäfer (Minorka, ichm )/ Jobs. Eöcrt, P. Lind II und W. Rauch (Italiener), Geb (Hamburger, schw.), W. Böff (Ztrvpohühmr).
Abteilung II Wassergeflage!.
» K6ÄS ^'
dst'"Serren A.^ C2u*8tauben), W. Mankel (M6SL