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Erstes Blatt.

Danauer W Ameiger

eesgg8»Mi»t

MMahrLch tM M., monatlich 60 Psg., für tu* DÜ8W Lbomratten mit dem brirefienden PoKauffchiag, Die rülzriM Numm« toget 10 Pf«.

fttnidit mch verlegt in der Buchdruckers des veceut» es. WÄsach aujeS in Hamu.

General-Anzeiger

Amtliches GrM fit Stadt- ud ZaMreis Kam«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssmr- und Feiertage, belletristischer Beilage.

«iwkückuusSgebShr

Für Stadt- «ü Landkreis Hauau 10««. die fünf. gespaltMePetitzeile oder deren Raum, für AuSwärtS 1S Pfz., im Sicklamsühs! die Zote 25 Psg, fite Äu^VÄtK 86

Beraatwortl. Rüiakirurr S. Schreck«, m $*hm.

Nr 296

Fernsvrcchau'chluß Nr. 605.

Mo- »aa den 19. Dezember

Ferusprechan^chluß Nr 605

1904

Amtliche«.

Bekanntmachung.

Postanw-isungsverSehr mit Chile.

Doni 1. Januar 1905 ab und Postanweifttuge» nach Chile infolge von Aenderungen des chilenischen Münz- systemS in den neu e i n g e f ü b r i e n P e s o s und Centavos auszmtellen, welche sich im Werte zu den bis­herigen gleichnamigen Münzen wie 18 zu 48 verhalten. Als EinzahlungSkurs gilt bei dem neuen Münzsystem bis auf Weiteres: 1 Peso = 1 Mk. 54 Pf.

Berlin W 66 bett 9. Dezember 1904.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

Z. A.: Sieseke.

Bekanntmachung.

Auf Antrag von mehr als zwei Drittel der beteiligten Gewerbetreibenden ordne ich hierdurch gemäß § 41b der Reichs-Gewerbe-Ordnuug an, daß in Grotzauheim an den Sonn* und ersten Feiertagen im Barbier- und Frilenrgewerbe ein Betrieb nur bis 2 Uhr nach­mittags, darüber hinaus aber nur noch insoweit stattsinden darf, als er Bet der Vorbereitung von öffentlichen Theater­vorstellungen und Schaustellungen erforderlich ist.

Im Anschluß hieran wird auf die Bestimmung im § 146a ist Reichs-Gewerbe-Ordnung hingewiesen, wonach mit Geld­strafe bis zu 600 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechen­der ^O^raftJvird, wer ; vorste^nden^ Anordnu^ zu-

Caffel den 3. Dezember 1904.

Der Rcgierunqs-Präsident.

A. II 16601. J. V.: Kamele.

Stadtkreis hanau.

Die Händler mit Sprengstoffen (Pulver, Pulnermunition, Feuerwerkskörpern und Zündungen) mache ich darauf aufmerk­sam, daß die Abgabe von Sprengstoffen an Personen, von welchen ein Mißbrauch derselben zu befürchten ist, insbesondere an Personen unter 16 Jahren, verboten ist.

_ Zuwiderhandlungen werden nach § 367 Nr. 5 des Straf­gesetzbuches und auf Grund der Bestimmungen der Polizei- Verordnung vom 19. Oktober 1893 bestraft.

Hanau den 14. Dezember 1904.

Königliche Polizei-Direktion.

P10344 I. V.: v. Schlicken, Reg.-Assessor.

Feuilleton.

Stndtlhcater in $mit.

= Hanau, 19. Dezember.

Wenn in diesem Jahre Theaterdirektoren Exkursionen nach Lustspiel-Novitäten unternehmen, so verdient dies ein Ziel hoher Spekulation genannt zu werden, denn Lustspiele werden sich in Hülle und Fülle bieten, aber wirklich wert­volle Produkte, wahrhaft echte Perlen aus dem Zirkel der vielfach nach. Sensationssucht haschenden modernen Schrift­stellerwelt heraus zu sondieren ist eine Aufgabe schwieriger ja sehr schwieriger Bestimmung. Gestern abend bot uns unsere Bühne Gebhard Schätzler-Perasini's Lustspiel-Novität Sein Prinzeßchen". Der Verfasser bewies uns, daß er nicht in die Kategorie derSchriftstellerfabrikanten^ einge­teilt zu werden verdient, in dem Sinne, wie wir sie oben anführten, denn obwohl das Lustspiel verschiedentlich kleinere Schwächen aufweist, wie beispielsweise der etwas lang hin- gezogene Monolog desBaron von Brenken" im ersten Akt, so wirkt doch die humorvolle, kernige Sprache sonnig und wohltuend auf daS Gemüt der Zuhörer. Ueber bem ganzen Werk ist gewissermaßen ein zauberhaft poetischer Schleier ge­hüllt, der uns bald über die lieblich prangende Natur, bald über wehmutsvolle Stimmungen junger Menschenseeleu ein­gehende Betrachtungen anzustelleu aufgibt, die dein Inhalt einen ganz besonderen Reiz verleihen und die von einem tiefen seelischen Empfinden des Autors derart zeugen, daß wir die Arbeit eine wohlgelungene und gesunde zu nennen vermögen. Beschäftigen wir uns mit der Inhaltsangabe. Gutsbesitzer Baron HanS von Brenken, eine grobkörnige, aber edle Naturgcstalt, führt sein junges Weibchen Margarethe m schwelgender Glückseligkeit auf sein Gut Brenkenhof, um dort in aller Zufriedenheit den Hort seines Hausstandes auf-

Landkreis hanau.

Belmnitmachnnsten des Königl. Landratsamtes.

Die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten haben für die Kraftfahrzeuge im Regierungsbezirk Posen die weiteren Erkenmmgsnummern 1 401 bis 500 überwiesen.

Hanau den 16. Dezember 1904.

Der Königliche Landrat.

V 8592 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Nach Mitteilung des Königlichen Landraisamtes in Geln- bausen ist in Breitenborn A. W. die Rotlaufsettche ausgebrochen; in L e i s e n w a l b ist dieselbe erloschen.

Hanau den 17. Dezember 1904.

Der Königliche Landrat.

V 8868 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Handelsregister.

Das zu Hanau unter der Firma C. Mütttzenberger Witt. bestehende Handelsgeschäft ist auf die Marie Reh­feld in Hanau, Tochter der Witwe Philipps«!! Rehfeld über« gegangen.

Hanau den 14. Dezember 1904.

Königliches Amtsgericht 5. 23506

Stadtkreis hanau.

Aufruf.

Wie uns bekannt geworden ist, wird in letzter Zeit die Privatwobltätigkeit namentlich von solchen Personen, die weder bedürftig noch würdig erscheinen, mit Erfolg in Anspruch ge­nommen.

Es wird dadurch die Arbeit der WohItätiqkeitSanstalten und der städtischen Armenverwaltung, die nur wirklich bedürftige Arme unterstützt wissen wollen, durchkreuzt und die Haus­bettelei gefördert.

Wir bitten daher die Einwohner Hanaus höflichst, Unter­stützung an Arme nicht zu gewähren, ohne sich vorher über die Persönlichkeit der Bittsteller erkundigt zu haben.

Auskunft wird von der Armenverwaltung im Rathause, Langstraße 43, Zimmer Nr. 2, zwischen 9 und 12l/s Uhr vormittags auch auf telephonische Anfrage gern erteilt.

Hanau den 2. Dezember 1904.

Der Magistrat, Armenamt. 22787

zusuchen. Hans fühlt sich denn auch hierkannibalisch glücklich", als plötzlich Graf Udo von Rödeni, General­major a. D., ein Onkel von Margarethe, erscheint, um ihm die Mitteilung kund zu tun, daß er (HanS) der beneidens­werte Empfangsberechtigte einer von Freifrau von Hallstädt (einer Verwandten von ihm) ausgesetzten Erbschaft voll 2 Millionen werden würde, sobald er sich entschlösse, Brenken­hof mit seinemPrinzeßchen" zu verlassen, um in der Residenz in dem Schlosse der Freifrau die Gastfreundschaft dauernd zu genießen, da selbige das Glück des jungen Paares auf dem entlegenen Gute gefährdet glaubt. Hans, der nun mit allen Fasern seines Herzens an Brenkenhof sich gebunden fühlt, bem seineHämmel, Schweine und Bullen" über alles gehen, entschließt sich auf immer dringlicheres Zureden seiner Frau zur Abreise, indem er seinen seitherigen Wirtschaftsinspektor zum Verwalter seines Besitztums einsetzt. Im roten Schlosse der Freifrau wird ihm nun zugemutet, denSalonmenschen herauszubeißen", er wird zum Matador von Festlichkeiten und Hausbällen bestimmt, Allüren, die ihm vollständig ferne liegen. Nachdem gelegentlich einer Ein­ladung ein Ueberbrett'l-Literat es versuchst dasPrinzeßchen" für sich zu gewinnen, reißt bei Hans denn doch der Gedulds­faden, er reist wieder nach seinen heimatlichen Penaten unter Zurücklassung seiner Frau, die in seinen Plan nicht willigte. Zu Hause fühlt er sich nun wieder wohl, hier führt er das Regiment nach seinem Willen, hier braucht er nicht im Frack ohneQuetschfalte" Repräsentationsfigur zu spielen und wie er, ohne es zu ahnen, plötzlich sein Prinzeßchen auch wieder vor sich sieht, die in verzehrender Sehnsucht ihm nachreiste, und sogar noch Freifrau von Hallstädt und Graf Udo, die sich übrigens zum Bunde der Ehe entschließen, mitbringt, da ist er wieder der alte herzige Mensch, der nun seinem Ehe­glück ungetrübt cntgegcnznseheu sich berechtigt fühlt. Im losen Zusammenhang mit der eigentlichen Handlung steht noch ein Rittmeister Fred von Ranken, der am Schlüsse der Baronesse Xm von Wallersbronn die Hand ?nm ewigen

ANtis-e AckilMMlmBelle, Langstraße Nr. 41.

Kostenfreie Arbeitsvermitteln«- werktäglich vorm. 81/»-!! Uhr, vachm. 5-6 Uhr.

Daselbst kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetzgebung (Unfall-, Invaliden-, Krankenvers.-, Gewerbe- gerichts- u. s. w. Gesetze) werktäglich 10121/» Uhr. 6481

Hus hanau Stadt und Cand.

Hanau den 19. Dezember.

Historische Gedenktage.

19. Dezbr. 1576. Landtag zu Trema, die Landsteuer und die Steuerbefreiung der ritterschasllichen Güter betreffend.

19. D-zbr. 1783 starb zu Marburg der ehemalige Pro­fessor der Mathematik daselbst, Johann Konrad Spangen- Berg, 63 Jahre alt. Vor der Welt galt er für einen Schwärmer und Sonderling, war auch das letzte in ge­wissem Sinne wirklich, übrigens aber einer der frömmsten Männer seiner Zeit in unserm Lande. Ein frühreifes Kind, welches schon im vierten Jahre fertig lesen konnte, wurde er in der Stadtschule zu Hombrrg ausgezeichnet, empfand aber nie Freude darüber, weil er sich über feine Kameraden nicht erheben wollte. Er war nachher der liebste und bedeutendste Schüler Christians von Wolf, itnb bildete sich zu einem ausgezeichnete« Mathematiker- aus nie aber ging er an feine Studien ohne das ernstlichste Gebet. 1741 wurde er Professor und lehrte die Mathematik in Marburg 24 Jahre lang mit dem ausgezeichnetsten Erfolge. 1765 legte er die Professur nieder, verkaufte sein Haus und fein bewegliches Ver­mögen, gab die Hälfte den Armen und lebte dafür frei­lich in den letzten Jahren seines Lebens selbst von Unter­stützungen, die er bann wieder mit noch Aermeren teilte. Er war ein Tröster aller Angeiochtmen und Klein­gläubigen, lebte übrigens wie ein Einsiedler. Gebürtig war er aus Homberg, der Sohn eines Landbereiters.

19. Dszbr. 18(2 starb der bekannte gründliche heisische Ge­schichtsforscher, Rat Konrad Wilhelm Ledderhose.

* Der goldene Sonntag erbrachte unserer Stadi einen lebhaften Verkehr, die Geschäfte waren gut frequentiert, was wir im Jnteresie unseres Kaufmannsstandes nur begrüßen können. Die Anstrengungen, die unsere Ladeninhaber machen, um allen Ansprüchen genügen zu können, verdienen sicherlich auch die Unterstützung des kauflustigen und kaufkräftigen Publikums aus Stadt und Land.

Buude reicht, ebenso wie der Wirtschasisinspektor in Gertrud eine Lebensgefährtin findet.

Unter der Regie des Herrn Oberregisseurs Zeitz wurde die Novität ohne Mängel zur Schau gebracht. Eine ganz prächtige Leistung bot uns Herr Merk er, alsHans von Brenken", der diesen ursprünglichen, ungenierten Naturmenschen in jeder Beziehung einwandfrei gestaltete, und schloß sich Herr- Fink in der Figur desGrafen Udo", der gleichsam die Regulierung der sich entsponnenen Konflikie der Handlung zu verantroorten hatte, in bestgelungenster Weise au. Tadellos in Maske und Spiel verkörperte Herr Schneider den Ueber- brett'l-Literaten Freiherr» Ernst von Hollebeu. Herr D erz bach verstand den InspektorFritz Kappus" gut zu charakterisieren, nur verfällt der junge Künstler noch des öfteren in einen Polterton, der seinen Aufgaben nicht gum Vorteil gereicht. Bellmann, diesen pedantischen Cerberus, er lebigte Herr Römer nach SchabloneLutz" (Alt-Heidelberg in zufriedenstellendster Weise. Als flotter Rittmeistervon Ranken" betätigte sich Herr H offm aun. Die bontbare Rolle derMargarethe" fiel FrI. Urbau zu, die die Vor­züge dieser Partie bestens erfaßte und zur Gestaltung brächte. Eine vornehmeFreifrau von Hallstädt" stellte Frl. Jirsat auf die Bühne, auch wirkte Frl. Wehu alsGertrud" in possierlichster Weise. Frau Wehn wußte durch Gestaltung desLenchen" eine Figur zu kreieren, die zu herzhaftem Lachen Veranlassung gab. Ferner seien noch genannt:FP (Frl. Ranucci), Jochen (Herr Uster). DaS Stuck rani eine sehr günstige Aufnahme, indem nach den Akiich upen außergewöhnlicher Applaus den Darstellern gezolli im

Kunst und Leben.

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