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Amtliches Organ fit Stadt- und Landkreis Kam«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
LiurLckuugssebnhr
Für Stadt» uud Landkreis Hauau 10 Pfg. bu |üup gejpaltmePetitzeil« »der deren Raum, für Auswärts tö Pfg., im RektameniheU die geile 23 Pfg^
für Auswärts 33
B«<wtW»rtl. RäÄtn^r 6. Schrockor in Hau«,
Kr. 286 •g®B*™»«?
Fernsprechanübluß Nr. 605
Mi>twncl> den 7. Dezember
Fernskrechanschluß Nr 605
1904
Amtliches
I andhrde Banau.
^uiUllmachrlNE des Stimmt LandrMm'-l^.
Nach Mitteilung des Königlichen Lanbratsamtes in @-I" hausen ist in der Gemeinde L e i s e n w a l d die Rotlauf
^ettche ausgebro^en.
Die RoHaufseuchen in Aufenau, Haitz und mittlern, Landkreis Gelnhausen, sind erloschen.
Hanau den 6. Dezember 1904.
Nieder^
V 8888
Der Königliche Landrat.
I. A.: C o n r a d, KreiSsekretär.
Aufgebot.
Der Taglöhner Johannes Nagel von Ostheim hat beantragt, den Bruder seiner Mutter, der kürzlich verstorbenen Witwe des Tagelöhners Heinrich Nagel, Margarethe geb. 8ipp, nämlich: den verschollenen Johannes L i p p, unehelichen Sohn der Anna Marie Lipp, geboren am 14. Dezember 1841 in Ostheim, zuletzt wohnhaft in Ostheim, 1870 ausge- nsanbert, für tot zu erklären.
Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf
der» 11. Juli 1905, mittags 12 Uhr, M dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine I melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird.
An alle, welche.Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotsrermine dem Gericht Anzeige zu machen.
Win decken den 3. Dezember 1904.
Königliches Amtsgericht.
22825
Bekanntmachung.
Die Aumelditngen derjenigen Kinder,die vom 1. April 1905 ab die EberSardschule (Mittelschule) besuchen sollen, werden in der Zeit vom 5. bis 10. Dezember, vormittags Don 11—12 Uhr, im Schulqrbäude entgegengenommen. Knaben sind bei Herrn Rektor Bartmuß, Mädchen bei Herrn Rektor Jckler anzumelden. Hierbei sind die Geburtsurkunden ober Familienstammbücher und die Impfscheine vorzulegen.
SchulpKichtig werden zu Ostern 1905 olle Kinder, die bis zum 1. Oktober 1905 das 6. Lebensjahr zurücklegen.
Kinder, deren Anmeldung an den angegebenen Tagen versäumt wird, können mit 1. April in der Eberhardschule nur dann Aufnahme finden, wenn in den vorhandenen Schulklassen
Noch Plätze frei sind.
Hanau den 29. November 1904.
Der Stadtichulinspektor.
Lorenz.
22397
Hue Danau Stadt und Cand.
Sanau den 7. Dezember.
Historische Gedenktage.
7. Tezhp. 1352. Gründung des Chorherrenstiftes zu Rotenburg an der Fulda.
7. Dezbr. 1665. Boll-ndung des Gebäudes der hohen LanseSschule zu Hanau, das bis jetzt das Lokal des aus dieser hervoroegangenen Gymnasiums ist.
7. Dezbr. 1742. Kaiser Karl VII. erteilt dem Hause Heffm-Caffel unbeschränkte AppellationSfreiheit. — Erlaß der Untergerick tsordnung für Hessen - Cassel, der 1745 die Ordnung für die höheren Gerichte folgte.
7. Dezbr. 1800 starb der Generalleutnant von Ktlyphausen, welcher nach dem General von Heister das hefstsche Armeekorps in Nordamerika kommandiert hatte, 84 Jahre alt.
7. Dezbr. 1807. Publikation der Konstitution des Königreichs Westfalen durch den französischen Prinzen Hierony- mus Napoleon, welcher mit dieser von Wilhelmshöhe (seit diesem Tage sechs Jahre lang Napoleonshöhe genannt) ausgegangenen Publikation die Regierung seines neuen Königreichs als Hieronymus Napoleon, von Gottes Gnaden und durch die Konstitutionen König von West- falen, framifiidjer Prinz rc., antrat.
'♦ Dezbr. 1830. Tumult in Cassel, mit welchem die Unruhen von 1830 bis 1831 ein Ende nahmen.
* Verkauf domänensiskalifcher Parzellen. Es durfte von Interesse sein, zu erfahren, daß in nächster Zett zur Domäne Baiersröderhof gehörigen Parzellen K 275, ^6, 277 und 391/278 (Gemarkung Marköbel, zum x>or=
werk Hirzbach gehörend), einen Flächeninhalt von 1,7301 ha umfassend, mit Scheune und einem Arbeiterwohnhaus demnächst öffentlich meistbietend zum Verkauf kommen. Der Termin wird nächstens im Inseratenteile bekannt gegeben.
* Stadttheater. Heute gelangt Felix Philippis Schou- spiel; „A s r a" zur nachmaligen und letzten Aufführung, worauf wir besonders Hinweisen.
* Kinderfest des Deutschen Schulvereins. Einen ebenso glücklichen Verlauf wie der „Deutsche Abend" nahm das gestern in der „Centralhalle" abgehaltene „Kinderfest" des Deutschen Schulvereins. Der Saal war wiederum dicht gefüllt und dir Freude erreichte wohl ihren Höhepunkt, als Knecht Rupprecht erschien und seine reichlich Bemessenen Gaben einer frohbewegten Schar ausschüttete. Die Einleitung zum Feste bildete eine Wiederbolung des prächtigen, stimmungsvollen Singspiels „Singvözelchen", das, noch mit Lokalscherzen reichlich gewürzt und van talentvoll-n Darstellern wiedergegeben, sich reichsten Beifalls erfreute. Ebenso fand die „Marktszene" aus „Martha" eine Wiederholung, der die Eröffnung einer Kouditorei folgte, welche reichlich Gelegenheit bot, von des „Lebens Süßigkeiten" zu kosten. An eine weihevolle Stimmung versetzte das lebende Bild „Die Krippe", wozu eine Dame das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht" sang. Dann streute Knecht Nupprecht seine Gaben aus und die folgende Verlosung b"7chte, wie das bei Verlosungen leider zu sein pflegt, manchem einen Treffer und vielen eine Niete. Ein ge- müilicbes Tänzchen hielt die allezeit tanffrohe Jugend noch bis Mitternacht beisammen. Am Schlüsse sei noch bemerkt, daß diejenigen Losbesitzer, welche einen Treffer haben, hiervon Nachricht durch diejenigen Damen erhalten, von denen sie die Lose gekauft haben.
* Der Zweiavetek»» des Evang. Bunves für Hanan und Umgebung hielt am Sonntag, den 4. d. Mts., von abends 8 Uhr ab, seinen 2. Bundesabend im hiesigen evang. Vere-nshaus. Zunächst hielt Herr Pfarrer L a m b e r t eine Ansprache, in her er darauf hinwies, wie nötig es gerade in der Gegenwart fei, b*i uns im Lande der Reformation evang. Bewußtsein zu stärken. Herr Oberlehrer Kling el- h ö f fe r gab darauf einen Ueberblick über die Entwicklung des Bundes im allgemeinen und des Hanauer Zweigvereins im besonderen. Erfreulich war es zu hören, daß dem hiesigen Zweigverein fortgesetzt neue Mitglieder Beitreten. Hierauf hielt Herr Pfarrer H o r n aus Oberliederbach einen Vortrag über das Thema: Warum wurde das beutfäeSoltbaS Volk der Reformation. Reformatorische Bewegungen, so etwa führte der Vortragende aus, haben sich ja auch in anderen Ländern gezeigt, davon legen Namen wie die des Johann Huß, Petrus Waldus, Wycliffe und Savonarola Zeugnis ab. Und doch sollte das eigentliche Land der Reformation Deutschland werden. Das kam nicht von ungefähr» Wie nun gerade die Eigenart des deutschen Voikes, seine Gemütstiefe, seine Fähigkeit, die Religion in ihrer Tiefe zu erfassen, wie ferner der Gang der Weltgeschichte im Mittelalter das deutsche Volk zum Volke der Reformation zubereitete, das wurde in gerasezn meister- hofier Weise dargelegt. Es war ein gewaltiges GeichichtSge- mälde, das in großen Zügen den Zuhörern vor Augen geführt wurde und waren sicherlich alle Anwesenden von dem Verlaufe des Abends befriedigt. Nicht unerwähnt möge auch bleiben, daß der Posaunenchor am Abend sein Können in den Dienst der,Sache gestellt hatte. Es erfolgten 13 Renan- meldungen.
y Statistisches. Im Monat November 1904 wurden in Hanau lebend geboren 52 Kinder, 25 Knaben und 27 Mädchen. — Gestorben find, urt Ausschluß von 2 Totgeborenen, 42 Personen, 22 männlichen und 20 weiblichen Geschlechts, darunter 7 Ortsfremde. Für unsere Stadt selbst blei>
nen starben 2 Personen an chronischer nicht tuberkulöser und eine an akuter Entzündung der Athmungsorgane und 4 an Lungenschwindsucht. Bei je 3 Personen war die Todesursache Krebsleiden und Merw».ka"-«ng, bei 2 Schlaganfall und bei je 1 Person Bauchfellentzündung, Nierenleiden, Knochentuberkulose, Bruchleiden, Herzerkrankung und Krämpfe während der Geburt. — Richt durch Krankheit war der Tod in 7 Fällen bedingt: 2 Leute starben an Altersschwäche, 3 kleine Kinder an Lebensschwäche und 2 Personen beendeten ihr Leben durch
Selbstmord.
Dr. Zeh.
* Eine Kulj anS dem Stalle gestohlen. Der Handelsmann S. aus Wa^enbuchen hatte auf dem Viehmarkte eine Kuh für 355 Mark erworben und in den Stall eines hiesigen Gatzhgfes eingestellt. Als man die Kuh ge- molken und die Milch HGansgetragen hatte, war die Zwischenzeit von einem Unberufenen benutzt worden, die Kuh hinaus» und fortzusühren, also regelrecht zu stehlen.
* ♦
D g^djpnlfciMt, 5. Dezbr. (Unterhaltungs- a b e n b.) Gestern abend veranstaltete die hiesige gewerbliche Fortbildungsschule den 2. Unterhaltungsabend seit ihrem Le- steh-n, der außer van den Schülern und dem Lehrerkollegium der Anstalt auch von den Eltern und Lehrmeistern recht zahlreich besucht war. Außerdem waren als Ehrengäste erschienen Herr Landrat v. Lecke rath, Herr Regierungs-Assessor v. S ch l i e b e n aus Hanau und He^r Bürgermeister F i scher von hier. In seiner Eröffnungsansprache wies der Leiter der Schule, Herr Rektor Schilling, auf den Zweck der, Veranstaltung, liegend in der Verknüpfung zwischen Schüler und Meister bezw. Elternhaus, hin, woraus Herr Lehrer Keßler einen Vertrag über „Gewinnung und Verwertung des Eisens" hielt. Wesentlich wurde das Verständnis der interessanten und belehrenden Ausführungen gefördert durch die vorgezeigien technologischen Bilder von Eschoner, die jene illustrierten. An den belehrenden Teil reihte sich ein unterhaltender, in welchem außer den gegenwärtigen Schülern der Anstalt auch frühere durch deklamatorische und musikalische Vorträge reichlich für Unterhaltung und Erheiterung der zahlreichen Zuhörerschaft sorgten. Gewiß werden die Bemühungen des verdienstvollen Leiters unserer Fortbildungsschule und des Lehrer-Kollegiums derselben, die Bande zwischen Schule und Meister bezw. Elternhaus immer enger und fester zu verknüpfen, durch solche Veranstaltung den gewünschten Erfolg haben.
ben 35 und es kommen auf 1000 Jahr berechnet 13,8 Todesfälle.
Gestorben sind:
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Kinder, einS aus der Metzgerstraße
und ein auswärtiges, je 2 Kinder starben an Keuchhnstcn, Darmkatarrh und an Stampfen und je 1 Kind an Lauch- drüsentuberkulofe, Kinderzehrung, Hirnhautentzündung, Lmigen- eutzündung, Rhachitis und Nierenentzündung. Von Erwachse-
Aus dem Gerichtssaa!.
Sitzung des Schöffengerichts vom 6. Dezember.
Zwei Bettler werden mit den üblichen Haststrafen bedacht, ein dritter wird freigesprochen, weil er nach dem Gutachten' des Herrn Kreisphystkus an Blödsinn leibet. — Der^ sTag- löhner V. geriet mit einem Kollegen auf der Arbeitsstätte in einen Wortwechsel, der zunächst mit einigen Dro'-n'sn und Beleidigungen wie „Schädel spalten" rc. endete. Dann warf er seinem Gegner noch ein Stück an den Kopf, ba -ufer eine Verletzung davontrug. Das Urteil gegen D. lautet auf 6 M. Geldstrafe und 14 Tage Gefängnis. — Die etwas schwerhörige Obsthändlerin Sch. war mit ihren früheren^ Haus- genoffen, einer Familie G., verfeindet, woraus zunächst einige saftige Rededuelle entstanden. Am 19. September kam dir S. aus der Richtung vom Westbahnhof und traf am Kanaltor drei Mitglieder der erwähnten Familie in einer Reihe stehend an. „Na, die Herrsch alten machen ja Front", sagte die S. und alsbald platzten die feindlichen Geister wieder auf einander los. Die S. zog eine Hundspeitsche, die sie immer bei sich führt, hervor, und setzte sich in Positur, was die Bedrohten zur schleunigen Flucht veranlaßte. Am 4. Oktober gab es wieder ein niedliches Intermezzo auf der Straße, wobei die S. sich eiliger Kosenamen bediente, die für die Ange- rebeten gerade keine Schmeichelei bedeutetm. Der feindliche Zusammenstoß vom 19. September ist durch ein gegen die S. erlassenes Strafmandat von 10 Mk. gesühnt. Dieses und las Gehörleiden der S., daS dieselbe mißtrauisch und reizbar macht, berücksichtigend, erkennt das Gericht heute 'auf 15 Mk. Geldstrafe gegen die Aazeklagte S. Den Beleidigten wird die Publckationsbesugnis zugesprochen. — Gegen den Metzger- meister St. von Wachenbuchen wurde im September vor dem hiesigen Schöffengericht eine Anktagesache verhandelt, w« er den Gendarmen von Kilianstädten gelegenste Lj, ^ lichen Besuchs in Mitielbuchen beleidigt hatte. Die! ww™ lang endete damals mit ber V-rnrtc-kuug des zu Geldstrafe. Als das Gericht sich am',^L°^ hatte, tat ber AngeNagte «mg° ^ ^6 je^ abermals eilte Anktaac'wegen"Beleidigung eingetragen h^-n. Es n rh ^ ,f 20 Mark Geldstrafe erkannt, den Belerdrgteu wild ” -Allk-iim-i-f«g»i- wfpraM - «ui ein«