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8. Dezember

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auf bleuem Reibe sein Schritt o^ne die sorgfältigste Prüfung und Abwägung der Vorteile und Nachteile geliehen soll. Wenn ich von Aenderungen der Kolonial-Orolmisation spreche, so will ich mich von vornherein gegen den Vorwurf verwahren, als ob ich die Tragweite solcher »um teil formaler Aenderungen überschätze. Eine sch'echte und veraltete Kolonial-Organisation richtet natürlich großen Schaden an, aber auch die beste ist nur wirksam durch den Geist, der in ihr lebendig ist, und in dieser Richtung, daS spreche ich ganz offen aus, haben wir dort noch Fortschritte zu machen. Der Gang der deutschen Geschichte während der letzten Jahrhunderte war der Entwick­lung des Verständnisses für unsere kolonialen und überseeischen Aufgaben nicht günstia, eS fehlte uns noch vielfach die Tradition, die Erfahrung, über die andere ältere Kelon'alvölker

verfügen. Es gibt bei uns noch nicht viel Le 'le^ denen nach Erfahrung und Dorkenntnissen schwierige koloniale Ausgaben mit gutem Gewissen anoertraut werden können. J-b hoffe, daß es wir mit der Unterstützung des .perrn Ebefs der Kolonial« Verwaltung, dessen Treue und selbstlose Verwaltung auf einem der schwierigsten Posten der gesamten Reichsverwaltung ich volle Anerkennung zolle, gelingen wirb, in dieser Beziehung Fort­schritte herbeizusühren. Am letzten Ende wird allerdings uns re koloniale Zukunft und unsere Stellung als Weltmacht davon abbängen, daß das deutsche Volk selbst ein volles Verständnis für diese Aufgaben gewinnt. Manche Änlichen deuten barauf bin, daß die jüngsten Ereignisse in Südwest-Asrika nicht nur für die Regierung und die Kolonialverwaltung, sondern auch für die öffentliche Meinung eine Sekte gewcs'N sind. Wenn

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^m so ist,. bann werden wir auch hoffen können, daß auchi ?üdwest-Afrika aus den Ruinen neues Leben erblühen wirb. Was die Frage der Diäten der Reichstagsmitglieder anbetrifft, so bemerke ich, ein durchschlagender Grund ist dafür noch nicht vorgebracht, daß diese Frage sofort zu lösen ist. Man kann trotz prinzipieller Zustimmung doch der Ansicht sein, daß diese Frage besser einer späteren Zeit Vorbehalten wird. Der Reichskanzler schließt, auf die diesbezüglichen Ausführungen Bebels eingehend: Unsere Aufwendungen für .Reer und Ma­rine sind lange nicht die höchsten. Eine Versicherungsprämie ron etwas über eine Milliarde für die Sicherheit eines Volkes, das drei Milliarden für geistige Zwecke auSgibt, ist nicht zu boch.

Morgen Weiterberaiung. Schluß 6 U5r 30 Min.

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