Erstes Blatt.
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für BuStDotti 3b Ug,
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei dS »«ein. es. WarfeuhaufeS in Harmu.
,Amtliches Organ für Mt- und Landkreis Zanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Seettoettt. RLaktwrr 6. Schreck«« « H«um.
Nr. 282
Ferns-rechansäluß d!r. 605
Freitaa den 2. Dezember
Fernsprechanschluß Nr. 605,
1904
Hue Banau Stadt und Cand,
Hanau den 2. Dezember.
Historische Gedenktage.
& Dezbr. 1570 starb der Landkommentur der Ballei Hessen zu Marburg Jobann von Rehen, ein tätiger und energischer Mann, unter andern auch Erbauer des Deutsch- Ordenshokes Eärz^auien bei Michelbach.
2. Dezbr. 1792» Eroberung von Frankfurt durch die hessischen Truppen. Zum Andenken der Gefallenen errichtete nicht die Stadt Frankfurt, wie man öiiers liest, sondern der König Wilhelm II. von Preußen (testis mirator virtutis) das belanrte Denkmal vor dem Fried- berger Tore. Im Jahre 1892 wurde in Frankfurt eine Eentknnialseier begonaen, an der sich indessen nur patriotische Hessen, vor allem die Kriegerv-reine der Umgegend, in stattlicher Zahl beteiligten, während Frankfurt bei dieser Feier gar nicht nertreten war.
2» Dezbr. 1813. Vertrag zwischen den Großmächten und dem Kurfürst Wilhelm I., durch welchen Hanau wieder an Hefsen-Eaffel kam.
2. Novbr. 1823 starb zu Marburg der Geheimerat und Regierungsdirektor Dr. Franz Benjamin Rieß, von dessen Söhnen drei, die beiden Generalmajore und der Gebeime- rat, als Rieß von Scheuernschloß in den Adelstand erhoben wurden.
In der Adventszeit. Es geht auf Weihnachten! Das neue Mittel ja'T hat seinen Anfang genommen, und die Christenheit freut sich der RMzett vor dem GeburtAfeste des Heilandes; es ist Advent, d. h. man wartet auf die Ankunft des Herrn. Das Kommen J-su Christi bedeutete einst einen Mark^rin im rasilo'kn Auf und Nieder der Weltgeschichte; weder jü ischer noch heidnischer Haß kann das leugnen, und nur dürfen nach wie vor mit dem frommen Gallert sinnen: „Die Vö ker haben dein gcharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dicb, fernen So^n." Tieferg^ffen von dem ewigen Liebes- ratschlnß der göttlichen Vorsehung gedenkt die christliche Gemeinde jährlich jener allgemeinen Wartezeit, an deren Ende der Wel-Heiland erfreuen ist. E ne christliche Vorbereitung auf oas wundersame Fest der Liebe soll in dielen Wochen das Herz oew g-n. Da genügt es nicht, in gefttäffgem H'n und Her allerlei Gaben und Änfmerlsamkeiten für den Weihnachtstisch zurückzulegen oder an glänzenden Schounnistern die anhebenve Wkihnachlsstimmnng zusm'ieren! Es gilt vor allem, die große Hauptsache im Äuge zu behalten: „Mit Einst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt 1 Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum L cht und Leben veriprocken bot zu geben, bei allen kehren ein!" Welch ein kräftiger Trost für jedermann!
Das Christkind kommt doch alle Jahre wieder, und es will auch die Hütten der Armut verklären. Gottessrieten bringt es mit, und wer davon ciwas bat, der kann den Kampf ums Dasein ruh'g TOetorfampfen. Möchte der Advent uns grüßen und trösten: Jesus, dein Nahsein bringt großen Frieden ins Herz hinein!
Jg. Dies sind Das. Bewegte Tage, reich an Zahl, — Sind's, die wir jetzt durchleben, — Und manche ernste Kunde wird — Uns stündlich nun gegeben. Doch wolln ausschließlich wir hiermit — Uns heute nicht besassen, — Vielmehr, was unser Heim angeht, — Revue passieren lassen. — November ist überstanden neu, — Mit seinen trüben Tagen, — Des Weihnachlswondes Stunde wird — Jetzt auf8 neue wieder schlagen. — Und das ist's, worauf Her, und Sinn — Sich richtet allerwegen, — Die Weihnachts-Vorbereilungs- zeit — Ist da mit ihrem Segen. — Wie leicht läßt Bub' und Mägdelein — ^um Beitel sich regieren, — Ein Wort, für sie von hohem Klang, — Man brauchl's nur anzuführen. -f Was sonst dem Rohrstock, wie man weiß, — Oft wollte kaum gelingen, — Das Wort vom Weihnachtsbaum kann's i^t — Allein zu Wege bringen. — Die Fränz'chm, Tonis, Frida's und — der Knaben wil be Horden, — Wie Wachs^e- IMg sind sie jetzt — Und Engeln gleich geworden. — Sie missen, daß der hell'ge Christ — Nun bald wird wiederkommen, Und zwar zu ari'gen Kindern nur, — Zu fleiß'gen und zu frommen. — Und wie die lieben Kleinen all, — So freun sich auch die alten, — Ja freundlich wollen uns sich jetzt — Die Tage nun gestalten, — Geheimnisvoll gehts zu im Haus, — Durchweg in allen Lagen, — Der Sieben Waben Win zum Fest — Man ja zuiammcntragen. — Und die Geschäfte ringsumher — Sich gleichfalls norbereiten. — Schon preisen in Annoncen an — Sie ihre Herrlichkeiten. — So wählt nach Lust euch fleißig aus, — Den Weihnachtstisch zu schmücken, — Denn mit den Lieben kann man so — Auch
and're dann beglücken. — Drei Wochen nob, welch' kurze Zeit, — Und doch so lang erfunden, — Zählt ja die frW liche Kinderwelt — Minuten schon und Stunden. — SchM läßt frohlockend sie und bett — Der Weihnacht Lieb erkünM, Und Hoffnungen und Wünsche ganz — Der Kleinen Herz durchdringen, — Ja in des Hauies Heiligtum — Sebn so nun allerwegen — Schon weihnachtliche Stimmung wir — Auf jung und alt sich legen. — Was v on der sturmbeweglen Zeit — Wir drum auch immer hören, — Es soll das iel'ge Vorgefühl — Der Weihnacht uns nicht stören. — Last rüsten auf der Liebe Fest — Vielm°br uns all bei Zeiten, — Damit es Lieb und Freud und Glück — Trotz ernster Zeit be- gleiten!
* Zitm Helvenherger Raubmord. Aus Geln- Eauien wird berichtet, daß gestern früh auf dem Bahnhofs der Stalionsbeamte Sibaumburg einen jungen Menschen bemerkte, der nach dem Steckbrief der des Raubmords verdächtige Metzger- geselle Hudde zu sein schien. Er machte von seiner W"br- uehmung Anzeige und die Polizei veranstaltete infolgedsssen gestern eine gründliche Suche, jedoch ohne Erfolg. Es ist garnicht so virwahrscheinlich, daß, nachdem die Franlfurter Polizei dem Burschen so auf den Fersen ist, er sich dort dünne gemacht und das flache Land ausgesucht hat. — Aus Nidda schreibt unser M-Korre^pondent: Der des Mordes in Heldenbergen verdächtige Hudde hatte sich, wie festeestellt, am Tage nach dem Mord hier hervmgetriehen und bei verschiedenen Einwohnern um Unierstützung nachgesucht. Den Leuten war sein aufgeregtes und ängstliches Wesen ausgefallen.
* Städtische Badeanstalt. Im Monat Novbr. 1904 wurden an Bädern abgegeben: M. I.: 76. Kl. II.: 150, Kl. III.: 614, Douchebüder: 29, Nüuujch-Jriiche Bäder: 4t. Zusammen: 910 Bäder. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 94 am 5. November; die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug 6 am 9. November.
* Betriebs Unfall. In dir FueKschen Papierfabrik sprang gestern abend wahrscheinlich infolge Ueberheizens des Dampfkessels der Treibriemen. Der hierauf eintretende rasende Lauf der Maschine bewirkte eine Zertrümmetung verschiedener Einrichtungen und es entstand in der elektrischen Beleuchtungsanlage Kurzschluß, wodurch alsbald alles in Dunkel gehüllt war. An ein Abstellen der Maschine war unter bieten Umständen nicht zu denken. Bis es gelang, Licht zu schassen und die Maschine abzustellen, hatte diese armdicke Schraubenschlüssel und andere Gegenstände verbogen oder zertrümmert und war selbst so stark beicküdigt worden, daß eine gründliche Reparatur,
wenn nicht gar Erneuerung nötig ist. beträgt mehrere tausend Mark.
* Das Glück der Siamssiu
See MalermlHaden
Die Prämie der
Preußischen Kl->ssenlottene im Betrage von 300 000 Mk., die, wie wir berichtet haben, auf die Nummer 76 108 fiel, hat eine bei dem Fernsprechamt in Hamburg ab? Beamtin ange- fießte Siamesin gewonnen.
* Stadttheater'. Heute abend Wiederholung von „Wilhelm Sei l". — Eine besonders in.'eressanie Ausführung wird am Sonntag durch die erstmalige Darstellung deS Nohmann'schen Dramas „Die alte Geschichte" be- vorstehen. Die Wiedergabe des Werkes, das einen direkt aus dem Leben gegriffenen Stoff in packendster Weise behandelt, muß von gewaltiger Wirkung sein, denn Rohmann beherrscht, trotzdem er einer unserer schöpfen ch jüngsten Draumtiker ist, die Technik der Bühne vollendet. Die Vorzüge des Stückes liegen in einer ganz vortrOflichen Charakteristik und in einer hervorragenden Milieuzeicknung. Besonders interessieren bürste noch, daß sein Drama, nachdem eS von den meisten größeren Bühnen angenommen wurde, mit Ausnahme der Uraufführung in Erfurt, hier zum überhaupt ersten Male zur Darsiellung kommt. — Ein literarisch und künstlerisch außergewöhnlich bedeutsamer Theaterabend ist somit zu erwarten.
• Deutscher Abend am 3. Dezember. Wir werden gebeten, darauf Hinzuweiskn, daß Euttritlskarlkn auch in den beiden Hofbuchhandlungen der Herren A berti Nachfolger (Cl a ust u. Fedd er s en) und Al tm an nSp er ger zum Verkauf auöbegen. Preis 2 Mk. 50 Pfg.
C. K^ Katholischer Männerverein. Für den am nächsten Sonntag (4. Dezbr.) im Percinslokal stallsindenden Familienabend sind u. a. Rezitationen deutscher Dichter (Ernst und Humor) vorgesehen und werden die verehrt. Mitglieder ersucht, pünktlich um 8 Uhr zu erscheinen. Zu diesem Abend können Freunde des Vereins durch Mitglieder eingeführt werden. Auch fei bemerkt, daß die Vereinsabende an den Donnerstagen nunmehr um '/s8 Uhr beginnen.
* Steckbrieflich verfolgt wird der flüchtig gegangene Stationsgehitte Rudolf Lenz aus Großanheim, der bekanntlich auf dem hiesigen Ostbahnhose sich einer Unterschlagung von etwa 100 Mark schulbig gemacht hat.
Die heutige Rummer umfaßt außer dem Uutethaltuugoblalt 12 Seite».
FC. Oberkriegsgericht. 3» der Strafsache gegen den Feldwebel Wilhelm Senger von der 12. Komp. 118. Regts. in Worms wurde gestern das Urteil gesprochen. Auf die Berufung des Feldwebels wurde die vom Kriegsgericht der 25. Division gegen ihn erkannte Strafe von 6 Monaten und 14 Tagen Gefängnis auf 3 Monate und 14 Tage Gefängnis er« mäßigt.
* Ei» interessantes Wettspiel wird am 11. Dezember zwischen dem Ersten Havarier Fw öallk ub 1893 e. V. und dcm Karlsruher Fußballv.rein zum Austrag gebracht werden. Der Karlsruher Fußballverein, der unter dem Protektorate Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Max von Baden sieht, ist Besitzer der Meisterschaft von Süddemicbltmd bereits seit mehreren Jahren. Der Erste Hanauer Fußballklub 1893 hat sich schon bereits zwstma! in den Enticheiduiicekämpseu mit den Karlsruhern gemessen, aber noch niemals gelang es ihm, und dies ist bis jetzt keinem Verein in Süddeutschland gelungen, denselben eine Niederlage beizubringen. — In der deutschen Sportwelt sieht man diesem bevorstehenden Kampfe mit großem Interesse entgegen und es dürfte ein großer Zuzug von Fremden zu erwarten sein. Der Erste Hanauer Fußballklub 1893 bat schon alle Vorbereitungen zu dem Spiele, das bei jeder Witterung statifindet, getroffen, insbesondere hat er seinen an der „Schönen Aussicht-Kesselstadt" gelegenen Sportplatz mit einem hohen Bretterzaun umgeben lassen. Hierdurch dürfte auch einem großen Uebel, nämlich dem Lärmen der sogen. Zaungäste, die sich gerade in der letzten Zeit nicht in der schönsten Weise bemerkbar machten, abgebolim sein. Wir weisen nochmals darauf hin, doß das Spiel bei jeder Witterung am 11. Dezember d. Js., nachmittags 21, Uhr stattfindet. Eintrittskarten sind im Vorverkäufe bei den Vereinsmitgliederu zu ermäßigten Prei en zu haben. Für Schüler werden besondere Karten zu kleinen Preisen ausgegeben.
<< Bergen, 2. Dezbr. (Kirchenkonzert.) Der biesige Kirchenchor wird am nächsten Sonntag, nachmittags Vs4 Uhr, in der Kirche ein Konzert geben, dessen Reinertrag bei Beschaffung einer neuen Orgel v-rwrndt werden soll. Da der Verein durch gute Leistungen bekannt ist und auch auswärtige Kräfte, eine Geigenspielerin mrd mehrere Sänger aus Frankfurt, Mitwirken, so ist wohl auch eine zahlreiche Bc- teiligung zu erwarten. Hoffentlich wird der edle Zweck erreicht und dem durch den Reinertrag früherer Konzerte gebildeten Ocgelbamonds diesmal eine stattliche Summe zugeführt.
Telegraphischer Wenerbenchl öer dentsche» Zeewarte.
Telegramm aus Hamburg vom S. Dezember.
9 Uhr 37 Minuten.
Ein Maximum über 767 mm lagert über Westrußland, ein Minimum unter 740 mm bei den Lofolen. In Deutschland ist das Wetter trübe, unid, vielfach neblig, stellenweise ist Regen gefallen.
' Prognose für den 8. Dezember: Fortdauer der Herrschende»: Witterung wahrscheinlich.
Hue ]Nab und fern.
Geltthausen, 1. Dezbr. Eine Obst-AuSstellung von frischen Früchten in einem Jahre wie das heurige, ma alle Obstsorten mindestens 14 Tage früher reif waren, am 3., 4. und 5. Dezember er. wie sie der Gartenbanverein von Gelnhausen und Umgegend veranstaltet, gehört mit zu den größten Seltenheiten auf dem Gebiete des Obstbaues. Wenn eine derartige Ausstellung so beschickt wird wie obige, zu der über 200 Ausstellungsnummern angemeldet sind, so ist dies einesteils ein Beweis, daß diese Gegend eine von der Natm begünstigte ist, daß dort herrliche Obstsorten gedeihen müssen, andernteils, daß es dort auch wirkliche Liebhaber und tüchtige Züch-er gibt, die ihre Freude am Obstbau haben, und auch verstehen, ihr Obst zu behandeln, aufzubewabren um dann, wenn ein guter Apfel oder Birne anfängt eine Seltenheit zu werden, mit einer Kollektion der schönsten und herrlichsten Früchte vor das Forum eines großen Publikums treten zu können. Der Besuch der Ausstellung wird ein sehr lohnender sein und zwar erstens für den Obstzüchter, der seine Kenntnisse erweitern und feststellen kann, welche Obsttorten für seine Gegend (Page) am vorteiihaftesten wären und ihn so vor Mißerfolgen bewahrt, zweitens für den Käufer, der im Herbst durch die herrilche Farbe von geringwertigem Obst angelockt, di^eS gerne kamt r n oft zu gut bezahlt, während er die edlen S-rim, b«s Mi b« Ernie kein Hüb cheS Ansehen haben, unbeachtet ließ, dieses zu seinem eignen Schaden. Die Ausstellung soll deshalb den ow £f verfolgen, einem interessierenden Publikum Früchte, die Äle in hiesiger Gegend, zum größten Teil auf Hochstämmen