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Erstes Blatt.

«zugSprel-t

WecteljährLch IM M., moaaüich 60 Ptg., für aus» wäsUflC Abonnenleo mit dem betresjmdev Postauffchtag.

Die cutjüuc Stumm« tostet 10 Uz.

Güruckt uns netegt in der Buchdrucker« bei seteitt. 0.

WaiseuhaujeS in ßetnon.

Gcneral-Anzeigrr

Amtliches GlW für Stadt- md Fmdüreis Kam.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

LiurückuugSgtLüh,

Für Stadt- und Landkreis Hamm »ÜPfg. di« fünf» gSsKüitrue Pelitzeile eher beten Raum, für AuswÄttlÜ Pfg., W Retlamentbeil die Zeit« 26 Pjg

sät LuSwärrs 36 Ug,

SSetanhoorti. RLakteurr G. Schreckar in Hamm.

Nr. 281

Feruf-rechanf^Iuß Nr. 605»

Donner^laa dm L December

Fernsprechanschluß Nr. 605*

1904

weeweaBtÄ.

Amtliches.

Im Namen des Königs.

An der Strafsache gegen den Landwirt Karl Heilma»»»» aus Albstadt, geboren daselbst am 24. Oktober 1851, katholisch, wegen Beleidigung hat das Königliche Schöffen­gericht in Hanau in der Sitzung vom 8. November 1904, an welcher teil genommen haben:

AmtSgerichtsrat Bahn« als Vorsitzender, Kaufmann Wilhelm Rabenau von Hanau, Kaufmann Anton Döring von Hanau, als besitzende Richter, Amisanwalt Engler, als Beamter der Staatsanwaltschaft, Aktuar Geßler, als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:

Der Angeklagte wird wegen öffentlicher Beleidigung zu zwanzig Mark Geldstrafe, hilfsweise für je fünf Mark e'n Tag Haft, verurteilt, auch fallen ihm die Kosten des Ver­fahrens zur Last.

Dem beleidigten Gendarm Holzbrecher in Dörnigheim wird die Befugnis zuaeiprochen, den verfügenden Teil des Urteils innerhalb zwei Wochen nach Rechtskraft auf Ko^en des An­geklagten durch einmalige Einrückung imHanauer Anzeiger" z« veröffentlichen.

(gez.) 'B o h n 6.

Ausgefertigt unter Bescheinigung der Rechtskraft.

Hanau den 22. November 1904.

(L. S.) Geßler, Aktuar, 22450

als Gerichtsschreiber Königl. Amtsgerichts, Abt. 4.

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Damenvortemonnaie mit ca. 3 Mk., 1 Jnterims-Plandfchein Nr. 2? 87 (ausgestellt von dem Leih- Sank-Agenten Grimm), 1 weißes Taschentuch (gez. E. K.), 1 Dolch mit Scheide.

Verloren: 2 kleine silberne Portemonnaies und 2 silberne Anfänger, 1 Portemonnaie mit 4 Mk. und ein'gen Pfennigen und 1 Paar goldene Ohrringe, 1 schwarzer Kmder- pelz, 1 silberne Damenuhr Nr. 243305 (Staubdeckel fehlt.) Entlaufen: 1 gelber Rehpurcher, 1 schwarzer Spitz. Zugelaufen: 1 kleiner rotbrauner Hund, m. Gejchl.

Hanau dm 1. Dezember 1904,

Feuilleton.

Stadtthcatcr in Hanau.

= Hanau, 1. Dezember.

Wenn Herr v. Moser durch eines seiner über 100 Lust- jpirle und Schwanke von der Bühne herab zu uns spricht, so matt er ein viel zu liebenswürdiger Galantbomme und Offizier, »ls daß dabei seine Parole anders alstonjoms fidel" dem Publikum gegenüber lauten konnte; eS existiert nicht eines seiner Siücke,' bei we'chem man seine Devise nach bi"er Seil- hin anzuseinden berechtigt wäre. Mo'-r amüsiert immer, sei t3, daß er uns imKrieg und Frieden" als SLtachten- bummlet die tollen Vorgänge auf der Bübne verfolgen läßt, sei es, daß er uns einenVeilchens«sflr" in der Gestalt eines schneidigen Husorenleutnonis vor Augen sührt, sei es in Ultimo" ober imStifiungsiest", in jedem Stücke zeigen sich gute Ideen, originelle Snualionen, und diese Falioren genügen nnetn Bühnen-Routinier vollkommen als Lebeliselexier eines modernen bescheidenen LustfpiUs, das in literarischer Hinsicht durch bad Etgenschaslswortschmeck" keine Einschrän­kung im Nimbus erleidet, da der Verfasser vie^daraus ein Recht geltend machte. Von diesem bescheidenen Slandpunkle aus fand gestern das an Altersschwäche leidende LustspielDer Hppochouder" an unserer Bühne dankbare Zntörer, obichon c§ immerhin ein Experiment genannt werden muß, gerade eines "r alleräliesten Stücke des'Autors auszukramm, dessen In­halt in bezug auf die Titelrolle, sowie auf bie einzelnen Vor­gänge sehr schwer in unterer modernen Zeit glaubaast er- sch'int. Die Regie des Herrn Fink leistete alles mögliche, dem Lustspiele zu einer beifälligen W'edcraufuahme zu ver- hellen; er spielte denRentier Birkenstock" mit dem nötigen "Hypochondcr-Fümmet" zur größten Zufriedenheit. Einen äebcnKollegen" fand er imOnkel Sauerteig" pardon

Bus Banau Stadt und £and,

^»natt den 1. Dezember.

Beamte»,perso»»al-Nack»richien.

Eruanut: der Direkior des Lessing-Gymnasiums in Frank­furt a. M., Professor Dr. Christian B a i e r, zum Provinzial- scknlrai uwer U-berweisung an das Provinz^alichulkoll-gium in Cassel, der Oberförster Schwarz lose zu Kommusin zum Regierungs- und Forstrat unter Uebertragnng einer Regie- rungb- und Forstratsstelle bei der Königlichen Regierung zu Cossel, der Privatdozent an der Nniversiiit Leivziq Dr. Sträub zum außerordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universitäi Marburg, der nach Machtlos, Ober- sörsterei Wildeck, versetzte Hilfssörster Schlarbaum zu Nenterskiauien zum Förster, der bisherige Forstauiseber Lüders zu @6rnt?robe, Oberförsterei Nenkirchen, zum Hilfssörster.

Bestellt: der Pfarrer extr. Junker zum Verweser der Pfarrstelle zu Hohenzell, Klasse Schlüchtern, der Piarramts- kandidat Kannegießer zum Predigigehilfen des Pfarrers Theyß in Burghaun.

Beauftragt: der Pfarrer extr. Jde an Stelle des Hilfs- pfarrers Angersbach mit Ver'ehung der Hilispfarrstelle in Bebra, der Steuerinspcktor Lex mit der Verwaltung des Katast-ramtes Wächtersbach vom 1. Januar 1905 ob.

Uebertragen: dem Tierärzte Dr. Schmidt zu Elbin« die kommissarische Verwaitung der Kreistierarztsielle des Kreiffs Ziegenhain.

Versetzt: der Regierungs- und Forstrat Brinkmanu an die Regierung in Frankfurt alO.

Verliehen: den Aerzten Dr. Brill in Eichwege, Dr. Jeppe in Hofgeismar, Dr. v. Stefenelli in Burghaun, Dr. Reinhard in Homberg, sowie Dr. Willich und Dr. Weber in Cassel, der Charakter als Sanitätsrat.

* Postdiensilickes. Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 10. bis 25. Dezember im innern deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr wird dem Publikum empfohlen, wäh­rend dieser Zeit in seinem eigenen Interesse zu jedem Paket besondere Begleitpapiere anzu^ertiaen.

* Gedenket unsere» Soldaten in Südweftasrika! Nicht ohne Bitterkeit in vor kurzem behauptet worden, das deutsche Volk wiome ein höheres Interesse den Kämpfen bei M'ksen und der Entscheidung vor dort Arthur, als dem schweren Ringen der eigenen Landeskinder unter der heißen Sonne unsrer Kolonie in Südwestafrika. Viele Tausende tapferer junger Mann.r sind opfcrmntig hinausgezogen in den Kampf wider einen barbartich-n Feind, der in w>>der Zer­störungswut die Früchte langjährigen Fleiß-s vernicklet, zahl­

Sauerbrei" durch Herrn G e h r m a n ir, der in Maske, Spiel und Auftreten des öfteren zu herzlichem Lachen Anlaß gab, wodurch ja bet Zweck dieser Partie hinlänglich aus­gleichend erfüllt war. Die Herren H g f f m a u n und Merk er schufen alsReimann" undBerger" zwei fesche Bouvivants, die am Schlüsse nach Beseitigung aller Miseren ihre beiden HerzensdamenA"a" (Frl. Ranucci) undKlara" «'Frl. Urban), die in Eri-digung ihrer Ausgaben gut am Platze waren, zum Altar führen konnten. Durch die äuß-rit gelungene ChargeHawvet" sickerte sich Herr Stauendorf ein-n starken HeiterketlSerfolg. Die Illustrationsfiiuren der Stadlo-rordn-t-n, durch die Herren Neruda (Ballinger) Derz- bach (Kamerl, Müller (Lehmann), Wer (vleck'chmidt), Römer (Moll), Oscarsin (Pieper), trugen treffend zur Belebung der an manchen Stellen etwas schwachen Handlung bei. D"S mit dem Kehrbesen Regiment führende üsaulippei'weibRosalir" verkörperte Frau Wehn in drastischer Art, ebenso wie Frl. Air'ack alsEmma" ihrer Rolle in keiner Weise etwas schuldig blieb. Eine äußerst wirk>amc Charekter'stik entwickelte Frl. Iaida alsFrau Selber"; ferner waren nock beschäftigt Fr>. Keppler (Lina), Frl. Wehn (Pauline), Frl. Muche (Karoline),

gnniffurtcr Theater.

OpAttstaus. Freilag den 2. Dezember, abends 7 Mr: SorfteDnug bei ermäßigten PrCien:Der Trompeter von Sükkuigen." Oper in 3 Asien nebst einem Vorjpiel von Vikior E. Neßler. Außer Abonnement.

Schaitfpitlhaus. Freitag den 2. Dezember, abends 7 Uhr: Heimal." Schauspiel in 4 Asien von Hermann Suder- manu. Schwartze: Herr Haus Schreiner vom Sladt- theater in Srüm, als Gast. Abonnement D. 4. Vor­stellung. Gewöhnliche Preise.

reichen Kolonisten das Leben geraubt, die Ehre der Frauen nicht geschont hat. Freiwillig sind die wackeren Söhne unseres Volkes eingetreten für die Größe des Vaterlandes, dem in weiter Ferne von den schwarzen Morden schwerer Schimpf an- geton worden war; freiwillig haben sie die Strapazen und Entbehrungen wie die L-'den bei Feldzuges gegen den tücki­schen Feind, gegen die glühende Sonne, gegen die schleichende Seuche aus sich genommen. Soll es wirtlich wahr sein, daß Deutschland solch heldenhafte Opfer gering achtet? Es ist nicht wahr, und schon hat eine rege Liebestät'gkeit Zeugnis davon abgelegt, daß das Vaterland seiner Streiter in der Ferne nicht vergißt, daß es weiß, was es ihrer Hingebung schuldet. Manche Gabe ist zum Weihnachtsfest hinausgesandt worden in den fernen Süd, damit auch unter anderen Ster­nen, unter sommerlichem Himmel die wackeren Krieger ein Liebeszeichen der Heimat empfangen. Aber die weite Ent­fernung bringt es mit sich, daß die heimische Festesstimmung diesen Gaben nosi nicht zugute kommen konnte; anders, reich­licher wären sie geflossen, wenn sie nicht schon Monate vor der Zeit, in der das Nahen der Weihnacht verkündet wird, betten gesammelt und abgesandt werden muffen. Was hilf­reiche Gesinnuno, patriotischen Stolzes voll, gerade unter den Eindrücken der Festzeit zu ip-nden bereit ist, wird den braven Kämpfern nicht minder willkommen und nützlich sein, als wenn es ihnen als Festgabe am Christlage selbst zuteil geworden wäre. Es ist nicht zu spät, noch jetzt, beim Nahen des Festes der Liebe der fernen Tapferen, Heiler wie Verwundeter, Ge­sunder wie Kranker, opferfreudig tu gedenken.

* Bauernregeln für Dezember. Dezember kalt mit Schnee, gibt Korn auf jeder stöb. Aul kalten Dezember mit tüchtigem Schnee, folgt ein fruchtbares Jahr mit reiLlicheur Klee. Kalter Dezember und fruchtbar Jahr, sind vereinigt immerdar. Dezember lind und naß, gibt leere Speicher und Faß. Dezember v-ränderlich und lind, ist der ganze Winter ein Kind. Ast's in der heiligen Nacht hell und klar, so gibt's ein seg-usreickes Jahr. Vom Eise eine Drücke muß, zu Weihnacht haben Bach und Fluß. Wenn es um Weihnacht sckneit, dann der Hopfen gut «edcibt. Weihnacht im Schnee, Ostern im Klee." Grüne Weihnacht, weiße Ostern, weiße Weihnacht, grüne Ostern. Hängt zu Weihnacht EiS an den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneiden. Grünen am Cbristlag Feld und Wiesen, wird sie um Ostern Frost ver- sckließen. Klapvern die Bäume von Eis in den Weihnachts- togen, so werden sie im nächsten Jahr viel Früchte tragen. W-nn's um W«ihnacht ist gelind, sich dann noch viel Kälte einsindt. Donner im Winterquorial, brinat uns Kälte ohne Zahl. Entsteiget Rauch den gefrorenen Flüffen, so ist auf lange Kälte zu schließen. Dezember kalt mit Schnee, niemand sagt, o web! Dezember warm, dast Gott erbarm! Im De-

Historische Gedenktage.

1. atsbr. 1649 starb der Professor der Theologie Tonsor zu Gießen, dann zu Marburg, wo er auch Pädazogiarch war, und zuletzt wieder in Gießen.

1. Dezbr. 1757 starb die Witwe des letzten Landgrafen von Hessen-Wanlried, einer Nebenlinie von Heffen-Rbeinfcls- Rotenburg, Maria Franziska, geborene Gräfin von Hohenlobe - Bardenstein, mit dem Landgrafen Christian, welcher damals erst nach dem Tode seines Bruders Wil­helm Landgraf von Wanfried geworden war, vermählt 1731.

1. Dezbr» 1759. Gefecht bei Fulda zwischen dm Alliiert«, unter dem Erbprinzen von Braun'chweig, Karl Wilhelm Ferdinand, und den ReickStruppen unter dem Herzog von Würtemberg, welches für die ersteren siegreich auSfiel.

1. Dezb». 1780 starb Ferdinand Casimir II., regierender Graf von Itenburg-Büdingen zu Wachtersbach, 28 Jahre alt, kinderlos.

1. Dezbr. 1802. Stiftung der ersten evangelischen Pfarrei zu Fulda.

1. Dezbp. 1807 erlosch das alte Adelsgeschlecht der Diede zum Fürstenstein mit Wilhelm Christoph Diede zusi Fürstenstein, königl. dänischem Konserenzrat unb Gesandten am Reichstage zu Regensburg.

ÄlbumdlSttvr.

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Stellt an euch selbst ^X:;Ä ^k-rlandes entbedren und vergeht keinen Augem » fl(fitet ni^t aßet, Geich ck dereinst in euren Hände" g -^ qufun^ als von «a8 ie|t M. °b« «wartet «^ ^ m in -oieIer Beziehung bei ^ctt, in dt^ wtt , cwArfitib bienen 1 schlecht und darf euch nicht a §8n E Hrdin.