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General-Anzeiger

ANtllihts Grzm für Stadt- und FnndKreis Kannu.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Kür Stadt» und Landkreis Hanau lOSfg. die fünf» gespaltene Petitz«!« ober deren Raum, für Auswärts 1d Pfg., M Aektamenlb-i! die Zeile 25 Pfg

für »MSwärtS 35 M.

Verantwort!. RLatteur: S. Schrecker « Honau.

Alt. 278 Fenisprechansciluß Nr. 605«

Montaa den 28. November

Fernsprechanichluh Nr. 605.

1904

M '

Amtliches.

Candkräs hanau.

Bekanntmachungen des Kömal. Landratsamtes.

In der Gemarkung Langenbiebach find die Sa^< steinblattern erloschen.

| Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben.

Hanau den 26. November 1904.

Der Königliche Landrat.

I V 8341 J. A.: Conrad, Kreissekreiär.

I An die Herren Orlsschnlinspektoren des Kreises.

| Der Herr Kultusminister hat gestattet, daß, soweit auf dem Lande Bolksschullehrer zur Mitwirkung bei der Vieh­zählung am 1. Dezember d. Js. herangezogen werden, der | ihnen obliegende Unterricht an diesem Tage ausfallen darf, wenn es nötig ist.

Hanau den 25. November 1904.

h Der Königliche Landrat.

7 8333 I. A.: E o n r a d, KreiSfekretär.

Im Namen des Königs.

In der Strafsache gegen den Musikdirektor Theodor Georg Jaeob, genannt Damhofer, aus Ludwigshasen, geboren daielbst am 24. Mai 1856, evangelisch, vorbestraft, wegen Beleidigung rc. hat das Königliche Schöffengericht in Hanau in der Sitzung vom 12. Juli 1904, an welcher teil« genommen heben: '

Amtsgerichtsrai Bohne als Vorsitzender, Dachdeckermelffer Konrad Eller von Hanau, Privatier Heinrich Lottich von Bruchköbel, als Schöffen,

Amisanwalt Engler, als Beamter der Staatsanwaltschaft, Aktuar Geßler, alS Gerichtsschreiber,

für Recht erkannt:

Der Angeklagte wird wegen öffentlicher Beleidigung rc. zu sünfundvierztg Mark Geidstraie, hilfsweise für je fünf Mark ein Tag Gefängnis, verurteilt, auch fallen ihm die Kosten des Verfahrens zur Last.

Zugleich wird der Königlichen Eisenbahndireklion zu Frank- surt a. M. als Vorgesetzte Betörde des Beleidigten, die Befug­nis zugeiprochen, den verfügenden Teil des Urteils innerhalb zwei Wochen nach Rechiskraft auf Kosten des Angeklagten durch einmalige Eiyrücknng imHanauer Anzeiger" zu ver­öffentlichen.

(gez.) Bohnö. Ausgefertigi unter Bescheinigung der Rechtskraft.

Hanau den 22. November 1904.

(L. S.) Geßler, Akiuar, 22249

als Gerichtsschreiber Königl. Amtsgerichts, Abt. 4.

Gefundene und verlorene Gegenstände rc

G e f u n d e n: Auf dem Wochenmarkt 1 schwarze Handtasche, 1 Portemonnaie mit Inhalt; abzuholen auf der Armenverwaltung, 1 gelbes Portemonnaie mit 2t Pfg., 1 Milchkanne emem '/, Ltr. Maß, 1 neues Notizbuch, 1 brauner wollener Hand­schuh (rechter), 1 grauer Arbeit-beutel, 2 Schlüsselbunde.

Hanau den 28. November 1904.

Hue Banau Stadt und Cand.

Hanau den 28. November.

Historische Gedenktage.

28, Novbr. 1559 starb zu Herleshausen George von Reck- rod, einer der bekanntesten Kriegshelden seiner Zeit, wel­cher, gleich Schertlin von Burlenbach, in den ver^'e- deniten Diensten stand, und diese Dienste fürGeld leistete. Anfänglich in kaiserlichen, dann i» französischen, dann in kurfächnschen Dienste«, ging er nach derjdrtajt bei Mühlberg, als Karl V. auf feinen Kopf einen W von 4000 Gulden gesetzt hatte, wieder ut sranzSsttche Dienste, wurde jedoch nicht lange vor semem Tode von d-m Kaiser wieder zu Gnaden angenommen. Er starb kmderlos, und seine schönen Herrschaften m Frankreich vermachte er seinen Neffen, Söhnen feiner Schwester aus ihren beiden Ehen, denen von Falkenberg und v°n Herd°, w-lche st- jeeoch niemals erhielten. Er ist der Erbauer des schlöffe« zu Herleshausen, welches nach seinem Tode an die von Wersabe und nach deren Abtang 1678 an den -and grasen Philipv von Phil'ppstal gegeben wurde.

28, Novbr. 1760. Vergeblicher Sturm des Generals Luckner auf das Schloß Arnstein.

28. Novbr. 1835 starb zu Lausanne Friederike Katharine Sophie Dorothea, geborene Prinzessin von Würtemberg, ehemalige Königin von Westfalen. Tochter Königs Friedrich von Wäriemherg, geboren 21. Februar 1783, wurde sie mit Hieronymus Napoleon vermählt am 22. August 1807.

* Stsditheater. (Wochenspielplan.) Mittwoch: Neu einstudiert:Der Hypochonder", Lust wie! G. v. Maser; Freitag:Wilhelm Teil"; Sonntag: Zum ersten Male: Die alte Gesch i ch te", ein Alltagsdrama von Ludwig Rohmann.

* Abonnements-Voktrag im envattgelischen Veveinshaitse. Das veröffentlichte Programm der Abonne- ments-Voriräge muß leider eine Aenderung erfahren. Herr Pfarrer K. F l i e d n e r aus Marburg, der den erste« Vor» trag für den 30. November übernommen hatte, ist an einem Augenleiden erkrankt und muß sich von aller Tätigkeit zurück­halten. Er hofft aber nach seiner Genesung den übernom­menen Dortrag nach Weihnachten halten zu können. Dafür hat sich nun Herr Pfarrer Julius Werner von der Pauls­kirche in Frankfurt gütigst bereit erklärt am nächsten Mittwoch den 30. d. MtS. einen Vortrag zu halten überJohann Eberlin von Guuzburg ein deutsch-natio­naler Vorkämpfer im Reformationszeit­alter." Herr Pkarrec Werner, als Prediger und sozial­politischer Schriftsteller im evangelischen Deutschland hinläng­lich bekannt, hat diesem Freunde und Mitarbeiter Luthers seine besonderen Studien gewidmet und in einem lebendig und farbenreich geschriebenen Buche eine vorzügliche Schilderung | dieser reformatorischen Persönlichkeit gegeben. Auf dem qe° | schichtlichen Hintergründe treten sehr wirkungMoll die Be­ziehungen zu den nationalen, Religiösen und sozialen Gei stes» rümpfen der Gegennwart hervor. Für Hanau hat Eberlin noch besonderes Jnt-resse, da er zuletzt in dem be­nachbarten Mainstädtch-n Wert heim segensreich für die Befestiguna der evangelischen Lehre gewirkt hat. Jeder echte deutsche Mann, der das Erbe der Reformation kochhält, wird die Schrist Werners mit Freude lesen und gewiß auch durch den Vortrag reiche Anregung empfangen. Beides sei besonders auch den Freunden des evangelischen Bundes ausdrücklch empfohlen.

* Alt-HeiSslbei'K, du seine, du Stadt an Ehren reich, so kündet der Dichter den Ruhm der alten badischen Universitätsstadt om Neckar, die neuerdings durch das fröhliche Studentenichauspiel gleichen Namens und durch die Verhand­lungen bezüglich der Wiederherstellung der allen berühmten Schloßruine wieder mehr in den Vordergrund des Interesses getreten ist. Wer jemals in Heidelberg war, wird daS herr­liche Pmorama, das er dort von verschiedenen Aussichtspunkten aus genossen, nie vergkff-n. Der Zauber der Landichoft ist großartig und einen wiik amen Eindruck davon erhält man, wenn man in dieser Woche hierselbst das Kaiser-Pano­rama, Römerstraße 47, au'sucht. In unübertreffstcher Plastik kommt die Raturschönheit in den feinsten Farbenabschattierungen zur Geltung. Wir sehen den Oito Heinrichsbau, das w-lt- berühmte Schloß, in den verschiedensten Aufnahmen, blicken tief inS Tal, den Neckar herauf, vün den allgemein bekannten Aussichtspunkten Molkcnkur, der Kanzel, dem Nondel, dem Geisberg, dem KönigSstuhl rc. Innerhalb der alten Musen- stadt lernen wir alle denkwürdigen Siäit-U kennen, nehmen teil an fröhlichem studentischen Treiben und machen Autflüge in die wunderschöne Umgegend, die uns biS nach Neckargemünd und Neckarsteinach führen. Wer das Panorama verläßt, wird bochbefriedigt wie der Dichter von Alt-Heidelberg singen:Am Neckar, wie am Rdeine, keine andere kommt dir gleich."

** Bsrbandstast. Gestern fand im Gasthauszum ffglbene« Stern" in Groß-Auheim der 10. Schützentag des ZimmerschützenverbandesMaingau" statt. Anwesend waren 52 Delegierte; von Hanau waren ver­treten die VereineHanauer Schützenverein" undZimmer- fckützen-Gefell'chaft Patrontasche". Nach dem Bericht des Ver­bandskassierers hatte daS letzte Verbands ichießen ein selten gutes Resultat zu verzeichnen. Das Verbandsvermögen weist einen Bestand von 862.95 Mk. auf. Dem Kassierer wie dem Vor­stand überhaupt wurde der Dank für die vorzügliche Leitung der Ge chäfte ausgesprochen und Decharge erteilt. Der Punkt BorstandSwahl" ergab die vollständige Wiederwahl des alten Vorstandes. Sodann erfolgte die Beratung von Anträgen. Zwei Anträge der Mitgliedschaft GrieSheim, den Delegierten zu betf VerbandSlagen Reiseverqütung zu grwäbren und ferner, daß ein Delegierter für die übrigen Delegierten seine« Ver­bandes stimmberechtigt ist, wurden, da sie allseitigen Wider­spruch erfuhren,^ zurückgezogen. Dom Verbandsvorstand war dem Schützeniag folgender Antrog unterhreUet: I

Das bisher üblich gewesene Becherschießen kommt in Wegfall, statt besten wird eine Rückvergütung der Barein­lagen auf die geschaffenen Punkte zugelasten. Außerdem wird eine Anzahl der best geschaffenen Pläuchen prämiiert." Der Antrag fand eine sehr geteilte Ausnahme, schließlich einigte man sich auf folgender Grundlage: Die Becherscheibe bei dem Festschießen bleibt wie seither b°stehen, daneben wird eine Punktscheibe neu ausgestellt, auf welche eine Rückvergütung der Bareinlagen auf die geschaffenen Punkte zugelasten ist. Eine von diesen beiden Scheiben bleibt Pflichtscheibe, dem Schützen ist die Wahl freigestellt. Als Ort für das nächste Verbandsfestschießen wurde Griesheim, als Ort färben nächsten Schützentag Offenbach bestimmt.

FC. Kriegsgericht der 21, Division. Am 29. Juli d. I. kam der Musketier August E. von der 2. Kompanie des Infanterie-Regiments Hessen-Homburg Nr. 166 von der Festung zurück, wo er 1 Jahr Gefängnis wegen FabrraddiebstahlS ver­büßt hatte. Am 7. August gefiel's ihm fian nicht mehr bei seinem Truppenteil. Er schwindelte einem Kameraden ein Paar Schnürschuhe und einem andern eine Mütze ab und fuhr nach WieSbaden. Von dort ging er nach Diebrich, wo er sich einen Zivilanzug verschaffte. Seine Uniformstücke fand man im Hofe c nes HauleS. Don Biebrich ging er nach Kerkerbach und verdingte sich dort in einer Mühle. Am Sonntag darauf beobachtete er von einer Wirtschaft in Kerkerbach aus, daß der Station-vorsteher sein Haus mit Weib und Kind verließ. In dem Hause aber wußte E. gut Be!ch-id, denn ein Onkel von ihm war früher in Kerkerbach Stationsv0''steher gewesen und hatte in dem Hause gewohnt. Auf dem Wege durchs Keller­loch drang er ins HauS ein, verspeiste einen halben Hahn, der als Hebertest vom Mittagsmahl im Keller auftewahrt wurde, machte sich dann daran, den eisernen Kassrnschran! zu sprengen. DaS gelang ihm nicht, dageg-n fand er in einigen nicht ver­schlossenen Schubladen allerlei MitnehnienSwrrles. ca. 150 Ml. Bargeld, darunter 9 Münzen mit dem Bildnis Kaiser Friedrichs, goldene Ketten. Ringe, Broschen u'w. Diese letzteren Sachen fand die Müllerin am anderen Tage in seinem Schlafzimmer. Als E. sich dann von ihr Geld geben ließ, um nach Limburg zu fahren, fuhr sie nach und ließ ihn in Limburg festnehmen. In der Nacht machte er im dortigen Arresthause einen Aus­bruchsversuch. DaS Kriegsgericht verurteilte ibn, da er als Dieb rückfällig ist, zu 2/t Jahren Zuchthaus, Ent­fernung aus dem Heere, 5 Jahre« Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Der Hilfi-Hoboist Unteroffizier Karl Sch. vom Infanterie-Regiment Heffen- Homburg Nr. 166 hat bei einer Probe die Achtung gegen seinen Kapellmeister verletzt, ind-m er auf die Bemerkung desselben, wenn Sch. daS Waldhorn nicht bester blase, müsse er einen Anderen an seine Stelle setzen, erwidert: Hm, da kann ich mich ja gleich an eine andere Stelle setzen l" Das Standgericht hat <56. zu 5 Tagen Mittelarrest, verurteilt. Das Kriegsgericht erhöhte auf die Berufung deS Gerichtsherrn die Strafe auf 14 Tage Miltelarrest, da die AchiungSverletzung vor versammelter Mannschaft begangen war.

* Hosbrauhaus Hanau vorm. G. Ph. Nieokay

A.»A. Am Samstag nachmulag wurde im Gasthausezu den 3 Rindern" die 8. ordentliche Generalversammlung der

Aktiengesellschaft Hofbrauhaus Hanau norm. G. Ph. Ricolap abgehalten. Vertreten waren 1139 Aktien. al>o nahezu Zwei- drittel des Aktienkapitals. Den Bericht über daS abgelaufene G schäfi?jähr erstattete in ausführlicher Weise der Vorsitzende deS AufstchtsratS, Herr Kommerzienrat F. Canthal. Die gewaltige Konkurrenz im Bereiche der Brauereien, eine Er­höhung der allgemeinen Belr-ebkosten besingend, hat eS mit sich gebracht, daß trotz Erhöhung deS Bierumfatzes um 1509 Hektoliter der Gewinn gegenüber dem Vorjahre etwas zurück­geblieben ist Die eiuichlägigen Z stern sind von uns bereits veröffentlicht worden. Immerhin ist das Ergebnis ein recht zufriedenstellendes zu nennen. Die Bilanz, wie die Gewinn- und Verlustrechnung wurden genehmigt, ebenso der Verwendung deS Reingewinns in der vorgeschlagenen Form zugestimmt, so« daß wie in den Vo:jähren wiederum 6 pCt. zur Verteilung kommen. Aus dem Kreise der Aklionäre heraus wurde zum Schluß der Versammlung der Verwaltung, vor allem der Direkiwn, der Dank für die umsichtige Führung der Geschäfte ausgesprochen, die eS ermöglichte, daß trotz recht schwieriger Verhältniste wiederum ein gutes Resultat erzielt werden konnte. Die Verwaltung bemerkt für daS neue GefLäftSjahr: AWe Gersten-, Malz- und Hopfenpreise, sowie auch die große und Weinernte werden da« neue Gefctätisjahr in soezug ErträzniS und Absatz ungünstig beeinflussen: «J JW« trotzdem wieder ein befriedigend,s ^'«ltat z § Unionit^

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