Erstes Blatt.
SiertÄsLhrNch 1,80 M^ mon-rlich 60 W, für cito, sättigt toouneateu mit dem bttrefiesde« PoKauflchta-.
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OtmL «6 »erlegt m derDuchdruckerä deS eestis. «. Wmsenhcmj« m Hasau.
General-Anzeiger
Amiliches ®rgai für Statt« imi FMKreis §nu
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Ameiger
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BeraMw-rL iWaktear: G. geredet in Haus».
Nr. 276
Ferof-rechaufchluß Nr. 605»
Freitag den 25. November
Fernsprechanschluß Nr. 605»
1904
Gefnndene und verlorene Nkgenstündc 2t.
Gefunden: 1 Doub!ö-Dam-nuhrkette, 1 Farbenkasten, 1 roter Kinderhandschuh (rechter).
Ve rloren: 1 graues Damen-Portemonnaie mit 3,50 Mark, 1 grüner Tafftgürtel.
Zugelaufen: 1 großer schwarzsockiger Hund mit gel-en Beinen und gelber Schnauze m. Geschl.
Entlaufen: 1 braun und weiß gesprenkelter Jagdhund ». Geschl.
Hanau den 25. November 1904.
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Bus Danau Stadt und Cand,
Hanau den 25. Nooember.
* Zur WeihuaKtseinkaufszeit. In der jetzigen lebhaften Geschäftszeit werden wir von den Vertretern der Geschäftswelt gebeten, darauf hinzuweisen, daß in der Zeit von 12—3 Uhr mittags die Ladeninhaber ihrem Personal die ge» schlich vsrgefchriebene Mittagspause wechselweise gewähren, wodurch die Geschäfte während dieser 3 Stunden jeweils nur mit dem halben Personal arbeiten. Es ergeht nun an das kaufende Publikum die Bitte, dies bei seinen Einkäufen freund» lichst berücksichtigen zu wollen, sowohl im Interesse der Käufer selbst, welche naturgemäß während dieser Zeit nicht so auf» »erstem bedient werden können, wie auch im Interesse des Ladenperionals, das während der Ruhepause der Kollegen die doppelte Arbeit zu verrichten hat. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um diejenigen unserer geehrten Damen, welche mit ihrer Zeit nicht allzu haushälterisch umtugehen brauchen, zu veranlassen, daß sie auf diese besonderen Derhätt- mffe Rücksicht nehmen und ihren Besuch möglichst auf eine der übrigen Stunden des Tages verlegen. — Noch auf eine weitere Verlegenheit, in welche die Geschäftsleute während der lebhaften Geschäftszeit durch eine Unbedachlsamkeit oft gebracht werden, werden wir estucht, hinzuweisen. Es werden nämlich allzu oft die in das Haus geholten Auswahlsendungen sehr lange, manchmal tagelang, dort behalten, wodurch natürlich, wenn viele derartige Fälle z«!ammentreffen, den Geschäftsleuten llnannehmlichkeiten und eine Beschränkung ihrer Auswahl erwachsen. Auch dieses möge das kaufende Publikum, dem von den GeschSilsieuten ja bereitwilligst die weitgehendsten Bcquem- lichkritkn geboten werden, berücksichtigen.
* Bezirkseifenbahnrat. Unter Vorsitz bes'Eifenbahit- direktionsprasibenten Tdomö fand am Mittwoch im Haupl- bahnbof die 57. Sitzung des Bezirksei'enbabnrats statt, der auch Vertreter der hessischen und basischen Regierungen Sei» wohnten. Einstimmig angenommen wurden Anträge aus Er- mäßiaunq der Brennmaterialfrachten für das Lahn-, Dill- und Lieggkbiet, auf Vermehrung gedeckter Güterwagen und auf
Feuilleton.
Garcia Morcao.
(Fortsetzung.)
Garcia Moreno wurde geboren zu Guayaquil am Vor- «bmd des WeihnaStrfestes im Jahre 1821. Schon in der Wiege umdröbnte ihn der Donner ber, Geschütze und das Waffengeklirr während der blutigen Kämvfe, die sich im Befreiungskrieg in und um Guoyagml abivielten. Es war, als »B er nicht frühzeitig genug in das stürmische, politische Ge- Woge eingeweiht werden könnte, das ihn fast das ganze Leben hindurch umgab. Die Lebensweise seiner ersten Jugend war reich an En.behrung und frühzeitig wurde er an jenes be- iiebene prunkloie Auftreten gewö mt, das er zeitlebens bei» behielt, wurde bewahrt vor der entnervenden Verweichlichung, wodurch der feste Grund gelegt wurde zu jener stoischen Kalt- blüligkeit und unbezwinglicken Verwegenheit, durch die er in späieren Jabren seine Umgebung so oft in Staunen und Schrecken versetzte. « ,
Den ersten Unterricht erhielt das reichbegabte Kmo von her Mutter. Bereits mit 7 Jahren konnte er vollkommen lesen und schreiben. Die weitere Ausbildung leitete der Pater Jole Betankourt, der voll Verwunderung ist über seines Schülers unglaubliches Gedächtnis und die leidenschaftliche Lebe zur Arbeit, wie man sie in diesem Alter nur selten findet. Mit 16 Jabren begab sich Garcia Moreno nach Quito auf die Universität, wo er in kurzer Zeit durch seine ernste Haltung, feste Sprache, den feurigen Blick seiner Augen seine fta» Graden beherrschte, schon damals kundaab jenen gebietenden M, der keinen Einwand, keine Auflehnung duldet. Mit intern gleiße widmete er sich den philosophtichen Studien, sonders der Mathematik, in der ihm der franzöisiche Ingenieur Dr. Wisse ein ausgezeichneter Lehrer ward. Erholung Mte er im Erlernen fremder Sprachen.
Beschleunigung der Schnell;» soerbindunge« auf der Strecke Berlin-Cassel-Gießen-Koblenr-Trier-Metz. Ein Antrag, für etwa neu rinzulegende Schnellzüge Frankfurt a. M.-Berlin den Weg über Gießen-Cassel zu wählen und ihnen eine solche Lage zu »eben, daß sie gleichzeitig dem Verkehr Berlin-Gießen- Coblenz-Metz möglichst mit Anschlüssen nach Paris über Luxemburg dienen, wurde zurückgezogen. Endlich wurde ein Anirag auf Weiter führung deS Zuges 583 von Eich nberg bis LAnefeide und Einlegung eines GegenzugeS Leineselde-Eichen- berg mit Mehrheit angenommen, sbwobl seitens der StaatS- ersenbabn-Vertreter darauf hingewiesen wurde, daß der Antrag wegen der geringen Benutzung der Zu ^verbindringen und der daraus entteringenben erhebliche» Heften keim Aussicht auf Verwirklichung habe.
* Bahnbau. Dir Arbeiten an der Strecke Stockheim--- Vilbel werden sehr eifrig betrieben. In Büdesheim wohnen zirka 500 italienische Arbeiter, die an der Herstellung des Tunnels nahe dem Dorfe beschädigt sind. Zwischen Siockheim und Höchst hat das Legen des SchieKenstranges schon begonnen.
* LandesauSschust. Der LaudesauZichuß bat sich für den Umbau und die Erweiterung des Lindkrankenhsuses in Fulda ausgesprochen; auch soll dort eine chirurgische Klinik errichtet werden.
• Mr den BaufondS des Dkakontfsenhauses sind im Auilrage einer Familie in einem M. unterzeichneten Briefe gestern abend 100 Mark als WeihnachtZgabe bei Herrn Pfarrer Ne ß l er abgegeben worden. Den unbekannten Gebern herzlichen Dank.
* Mitteilung der Handelskammer. Der Entwurf des neuen norwegi'chen Zolltarifs nebst ZolltarifMetz pom 12. Oktober 1904 liegt in deutscher Ueber» setzung für Interessenten zur Einsichtnahme im Sekretariat der hiesigen Handelskammer (Siadischloß) während der Dienst- stunden aus.
* Lokalpatriotismns. Steuern sind im all» gemei n e n m ögli ch si unbeliebt und darum soll laut erklingen das hohe Lied vom Lokslpatrioli?mus, der Bürger der Residenzstadt Cassel zu dem Entschluß begeisterte, ihre Steuern sogar doppelt zu bezahlen. Es hat damit folgende Bewandtnis. Der Magistrat kalle für ein neues Rathaus mit Turm 1200 000 Mk. gefordert. Die Sladtoerordneten-Bersamnilung glaubte aber mit Rücksicht auf die Steuerzahler Ji$ eine derartige 600 000 Mark kostende Zierde für das Rathaus nicht leisten zu dürfen; deshalb nahm sie mit 32 gegen 8 Stimmen den Antrag an, ein RaihauS ohne Turm zu erbauen, eventuell später dnr Turm aufzu- sübren. Aus den Kreisen der Bürgerschast wird aber nun bieier Beschluß der Stadtverordneten in zahllosen „Ginget
1 840, am Ende seines philosophische!'. Kursus, stand er nun vor seiner Berufswahl; re fliche UeBerleaung führte ihn zur Rechtsiriss-nlchaft, denn er war entschlossen sein Leben und seine Kraft für Wadrkeit und Recht, für die materielle, politische und religiöse Hebung seiues Vaterlandes einzusitzen. Mit klarem Blick erkannte er d e Schwierigkeiten dieses Berufes; aber er nahm sie auf mit jener eisernen Willenskraft, die feine besondere Charaktereigenschaft war. Welche Anforderungen er an diese Willenskraft stellte, erhellt aus folgender Episode.
Eines Tages gewahrte er sich auf einem Spaziergang unerwartet einem riesigen Felsen gegenüber, der eine natürliche Grotte bildete. $ro\ sich hier in der heißen Mittagssonne etwas ausruhen zu können, ließ er sich am führn Orte nieder, sah aber, ehe er das mitgebrachte Buch aufschlug, daß der Felsblock über feinem Haupte nahezu frei hing und ihn bei der geringsten Els^ütterung im Herabstürzm zerschmetiern sonnte. Vom Schrecken wie emporgeschnellt, sprang' er auf und entfernte sich, aber ebenso schnell schämte er sich der momentanen Furcht, kehrte zurück und verbrachte t'ne Stunde unter dem schwankenden Felsen. Mehrere Tage wiederholte er das Experiment, lediglich um den Instinkt dem Willen zu unterwerfen. Wie vollkommen er biekS Ziel erreichte, lehren viele Ereignisse seines späteren Lebens. Die Gklnül-stim- mnngen von Angst und Schrecken schienen i6m ganz unnahbar geworden. Gefahren forberten eher feine Tatenlust heraus und steigerten die Spannkraft seiner geistigen wie körperlichen Kräfte. ©icem Drang folgend machte er auch mit seinem Lehrer Dr. Wssse Ausflüge zu den Vulkanen Pichincha und dem stets tobenden Sangay. Bei dem gefährlichen, fast un= uwalicken Ab'lieg in den 700 Meter ti-fen Krater deS Pinckincha hätte er beinahe ir demselben sein Grab gefunden.
Kein Wunder, wenn dieser außergewöhnliche, redegewandte, stets schlagfertige srenge Mann die Aüfnierktamkeii weiter Steife auf sich lenkte. Ruch fein Aeui-eres, ferne hohe, schlanke Ge- stalt, die regelmäßigen, ansdrncksvollen Züge seines Antlitzes,
sandtS" in den Kasseler Tageszeitungen auf das erregteste bekämpft. Schließlich haben sich Stammtischgesellschaften und einige reiche Bürger sogar entschlossen, ihr« Steuern im Jahre 1905 zu Gunsten des Rathausturmes doppelt zu zahlen. 05 angesichts dieser idealen Bürgergesti nung die Stadtverordneten ihren Beschluß ändern werden, bleibt abzuwarten.
• Verstorben. Gestern morgen starb in seinem 77. Lebensjahre der pensionierte Sebrer Konrad Fischer zu Offen» bach. Er war geboren zu Mittelsinn, besuchte daS Seminar zu Schlücktern und war dann Lehrer in den Orten MsSbor«, Bieber, Lohrhaupten und Rumpenheim. 1866 wurde er barm» städtisch, war also der letzte kurhessische Lehrer Rumpenheims. Mit seinen kurhessischen Kollegen verband ihn aber auch nach 1868 immer noch daS Band der Kollegialität und Freundschaft bis zu seinem Tode. 1874 wurde er in Offenbach an der Mädchen-Mittelschule angestellt, woselbst er bis zu seiner vor 6 Jahren erfolgten Pensionierung wirkte. Er ruhe in Frieden!
• Zum Raubmord in Kewenberqen. Aus Cren- berg wird gemeldet: Grrichtschemiker Dr. Popp aus Frankfurt a. M. bat gestern früh die Effekten deS vorgestern wer» hafteten Tsglöhuers Müller untersucht. Er hat festgestellt, daß die Blutspuren an Hemd und Kragenichoner von Nasenbluten des Verhafteten herrühren können. Die Messungen der Hand- und Fußabdrücke haben ergeben, daß sie nicht mit den Spuren in Heldenbergen übereinstimmen. Außerdem hat sein Schlaf- genosse unter Eid ausgesagt, daß der Verhaftete in der fragliche» Nacht bei ihm im Bett geschlafen hat. — Nach einem Ausschreiben der Gießener Staatsanwaltschaft wird auch nach dem von der Staatsvnwalischasi Kaiserslautern wegen Gin* brnchsdiebstahls steckbrieflich verfolgten, in Mainz d. J. aus dem Zuchihause zu Sieaburg enlwichene« Dirnstknecht Friedrich Dich aus Kriegsfeld (Bez.-Amt Kirchheimbolanden) gefahndet. Dich wird von Personen, die ihn in letzter Zeit gesehen haben, fo'geudermaßen beschrieben: Alter etwa 3Ö Jahre, ungefähr 1.70 m groß, gutgenährtes Aussehen, volles rundeL Gesicht, starker rötlickblonder Schnurrbart, dunkle Kopfhaare. Er trug zuletzt schwarze» weichen Filzhut mit breiter Krempe, etwas abgetragene schwarze dunkle Joppe, dunkle Hosen, Sckuhe ohne Nägel. — Aus Mittel gründ au schreibt unser P.-Korre- spondent: Die Gendarmerie hielt dieser Tage hier Haussuchung bei einem Arbeiter namens Meininger. Dieter soll der gesuchte Unbekannte fein, der sich in der Heldrnbergzx Mord- offäre dadurch verdächtig machte, daß er seine Stiefel und Hände in einem Graben abwulch. ES fanden sich auch ein Paar Stiefel vor, denen man deutlich an sah, daß sie kürzlich abgewasSen worden waren. Der jetzige Aufenthalt des Mei- ninger ist nicht bekannt. Festgestellt ist, daß er am 11. b. M. in Heldknberaen war um Arbeit ur suchen.
in dem sich der Adel seines Geistes wieberipiegelte, machte ihn zu einem gern gesehenen Gast in den SalonS der vornehmsten Familien. Welcher junge Sinn wäre unempfindlich gegen die Reize des feinen, geselligen Verkehrs? Ruck Garcia Moreno fand an den ihm neuen Unterbaltuugen großen Reiz und fing an, seine ernsten Studien zu versäumen. Aber kaum hatte er mit Schrecken das letztere bemerkt, so griff er auch alsbald zu einem radikalen Mittel, um sich diesen umstrickenden Reizen zu entziehen. Er ließ sich auf der Stelle sein ganzes Haupthaar kahl rasieren, womit jeder Verkehr mit der geselligen Welt für ihn auf einige Z it unmöglich gemacht, er selbst aber den ernsten Studien zurückgegeben war. Das war die Frucht jenes starken Willens, der zu großen Entschlüssen sich rasch entschied, um sie unbeugsam auSzuführen.
Kö ist natürlich, daß dieser gegen sich selbst so strenge junge Mann auch an andere lobe Anforderungen stellte. Traf er dabei auf unerwarteten Widerspruch oder betaut er eS mit gemeiner Gesinnung zu thun, so gewann leicht feine einzige große Leideü'chaft, fein gewaltiger Jähzorn, die Oberhand in ihm. Das führte ibn noch in den Studentenjabren zu einem Duell mit einem Offizier. Da dieser, sich auf die kirchlichen und staatlichen Verboie berutend, zur festgesetzten Stunde nicht erichien, suchte ihn der junge Student, wütend vor Zorn, auf und gab ihm eine wuchsiae Ohrfeige.
Mit einer glänz-nden Doklorpromotion schloß Garcia Moreno 1844 feine ReckiSstudien ab, um nun inS öffentliche Lebe», von dem er sich bisher ferngehatten, einzutreten. Mit welchen Entschlüssen der junge Feuerkopf sich trat, daS beweist eine Aeußerung gegenüber dem Peruaner Dr. Korntta- « * er auf die Aufforderung, eine Gespickte teines Lanoeszu sq M KÄ «®äs ss? ä*ä?t £ä~