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General-Anzeiger

Kür Stobt* 2<mbftti $m«u 10 Wg. fäaf» MMWLPetitjM eb« bronRai», für S«»wL«1S W.

WastachauM in Hamm,

Amtliches Organ fit Stadt- und Landkreis Kasan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Ssantawfl. RLÄtmer «. «<»<»< Ü (OM

Xf. 275 Fernsprechanscklnß Nr. 605»

Amtliches.

Im Kaiserlichen Gesundheitsamt ist ein Pilzmerkblatt be- nSeitet worden. ES enthält eine Beschreibung der wichtigsten esbaren Pilze, sowie derjenigen giftigen, welche am leichtesten mit solchen verwechselt werden können, und gibt außerdem einen Ueberblick über die Bedeutung der Pilze als Nahrungs­mittel, sonne über die Erkennung und die erste Hilfe bei Pilz- rergistuneen.

Das Merkblatt, auf daS ich hiermit empfehlend aufmerksam mache, ist im Verlag von Julius Springer in Berlin N. er­schienen. Der Preis beträgt für 1 Exemplar 10 Pfg., (tin'chl. Po to und Verpackung) 15 Pfg., für 50 Exemplare 4 Mark, für 100 Exemplare 7 Mark, für 1000 Exemplare

60 Mark. (J. A. III Nr. 10900)

Cafs den 8. November 1904.

Der R-gierungSprastdent.

J. SB.: ßamete.

Stadt- und Landkreis Hanau.

Auf Grund ministerieller Ermächtigung ist der Gewerbe- öetrieb in offenen Verkaufsstellen für die letzten 3 Sonntage vor Weihnachten wie folat ausgedehnt werden:

Für den 4. Dezember d Js. bis 7 Uht abends und für den 1L und 18. Dezember d. I. bis 8 Uhr abends auf die Dauer von 10 Stunden.

Selbstverständlich ist auch an diesen Sonntagen eine Be­schäftigung während den Stunden des Hauptgottesdienstes Nicht zugelaffen.

An dem ersten Weihnachtsfeiertage ist weiter gestattet:

a) der Handel mit Back- und Konditorwaren, mit Fleisch und Wurst, Vorkostartikeln und mit Milch von 5 Uhr morgens bis 12 Ubr mittags, jedoch mit Ausschluß der für den Hauptgottesdienst festgesetzten Unterbrechung.

b) der Handel mit Kolonialwaren, mit Blumen, Tabak und Zigarren, sowie mit Bier und Wein während zweier Stunden vor Beginn der Paule für den Hauptgottes- dienst und nicht über 12 Ubr mittags hinaus, die Zeitungsspedition aber wie an den sonstigen Sonn- und F'stmgen.

Hanau den 17. Nooember1904.

Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.

P 9188 J. V.: v. S ch lieben, Rea.-Asseffor.

Bekanntmachung.

D» nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorqeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Be-

Feuilleton.

Garem Momm.

Zwischen die beiden südamerikaniscken Republiken Kolumbien und Peru schiebt sich wie ein mächtiger Keil der Freistaat Ekuador, an Schönheit und Reichtum der Natur wohl das interessanteste Land Südamerikas. Von Süd nach Nord ist <8 von einem doppelten GebiraSmg, den Ost- und Westkor- dillieren, durchzogen, die das 2800 Meter hohe Hochland von Quito umschließen. Auf diesem Gebiete reihen sich in einer Ausdehnung von etwa 150 Kilometer nicht weniger als 36 bis zur Grenze des ewigen SchneeS emporsteigende maie- siitischr Vulkane aneinander, von denen noch heute der Coiopasi, Tunguragua Sanyay und Pickincha in Tätigkeit sind. Auf verbältuismäßig kleinem Raum sinken sich hier die Änderbarsten Gegensätze der Natur. Auf den biS 6000 Mieter hohen Bergesgipfeln ewiger Schnee und am Fuße unter «m Einfluß der Aequaiorialsonne und der Paffatwinde eine iropische Ve?.etat'»n von fabelhafter Mannigfaltigkeit. Im Tiefland tropische Hitze nnd bis zu den Gip'eln ber Berge ®ße tltmatvdjen Wärmestufen, die über die Breitegrade Wischen Aeguator und Nordpol verteilt sind. Aus der großen Hochebene, die am besten besiedelt ist, herrscht dagegen daS äW Jahr eine gleichmäßige Temperatur, die nie über 27° C. ANausgeht. Hier ist so recht das Land des ewigen Frühlings.

Nur schade, daß es daS hier wohnende Völkcheu nicht ver- fy diese herrlichen Gaben der Naiur auSzunützen. Zur Zeit 8 Inkas, denen auch Ekuador unterworfen war, verhält- ^Emäßig hoch entwickelt, muß diese« Land auch im Anfang

spanischen Herrschaft noch geblüht haben, wie die monu- ^Malen Bauten Quiios beweisen, die, aus jener stammend, trotz der Erdbeben und der mehr als ^mMigen Vernackl-ssiauna »och beut« die Bewundmma

Donnerbtaa den 24. November

fähigung zum Betriebe des Hnibeichlaggewerbes wird bierielbst am Mittwoch den 21. Dezember d. Z. abgehalten werden.

Meldungen zu dieser Prüfung sind unter porto- und bc- stellgeldfreier Einsendung einer Prüfungsgebühr von 10 Mk. b}§ spätestens ben 12. Dezember d. J. an den Unterzeichneten zu kickten.

Mit der Meldung zugleich sind einzureicken r 1) der Ge­burtsschein, 2) etwa vorhandene Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung (Gesellen-, Meisterbrief u. bergl.. 3) eine schriftliche Erklärung darüber, ob der Meldende sich schon einmal der Prüfung erfolglos unterzogen bat.

Es werden nur solche Schmiede zugelassen, welche das 19. Lebensjahr vollendet haben und den amtlichen Nachweis er­bringen, daß Sie die drei letzten Monate vor der Meldung zur Prüfung im Regierungsbezirk Caffel sich ankgehalten haben.

Schmiede, welche die Prüfung nicht bestanden haben, können erst nach Ablauf von sechs Monaten zn einer neuen Prüfung zugelaffen werden.

Cassel am 16. September 1901.

Der Vorsitzende der Hufichmiede-Prülungskommission des Regierungsbezirk Caffel.

Tietze, Königlicher Departemrntstierazi, Parkstr. 9.

Hue Banau Stadt und £and,

Ha»a« den 24. November.

Historische Gedenktage.

24. Aovbr. 1577. Schluß des Convenies zu Trep'a, bet ersten der drei Generalsynoden, welche über die Streitig­keiten innerhalb der lutherischen Kirche in Reffen ab* gr-alten wurden.

24. Novbr. 1642. Vergleich zwischen Heffen - Darmstadt und dem gräflichen Hause Isenburg, durch welchen das längst verkaufte, aber hinsichtlich des Besitztitels von Jken- burg bestrittene Amt Kelsterbach definitiv, sowie der Titel eines Grafen von Jsenburg an Heffen - Darmstadt ge­langte.

24. Novbr. 1811 brannte das Residenzschloß zu Cassel ab, welches seitdem nicht wieder aufgebaut worden ist. An seiner Stätte stand die Ruine der Katienburg, aus wel­cher der heutige Justizpalast an der nämlichen Stelle er­baut worden ist.

24. Novbr. 1813. Aufruf zur Bildung des kurhessischen Korps -freiwilliger Zager.

des Besuchers erregen. Aber die Spanier, groß als Eroberer, verstanden es nicht, das Land zu kolonisieren. So kam der Verfall. Auch die anfangs des vorigen Jahrhunderts errungene Freiheit hat dem Land den erhofften Segen nicht gebracht. ES begann jetzt erst recht ein heilloses Durcheinander, ein wahrer politischer Wirrwarr. Eine Revolution sagte die andere (»ou 1845 bis 1849 wurden deren mindestens 19 gezählt). Mit seltenen Ausnahmen baiftcit der Präsiden! und die Beamten weniger daran, dem Wohle des StaateS zu dienen, als ihre Stellung für sich und ihre Familie auSzunützell. Die Staats­einkünfte wurden leichtsinnig verschleudert, die Schulden wuchsen von Jahr zu Jahr. Der Wohlstand des Landes sank mehr und mehr, die Sitten verdarben, Unw'ffenbeit, leidenschaflliche Parteiung und Verwilderung ergriff alle Klassen der Be­völkerung. Auch ber Welt- und Ordensklerus wurde in deu allgemeinen Verfall hineingezoaen. Die herrliche» Indianer- Missionen in den ewig grünen Wäldern zwischen den Cordillieren und dem Amazonas wurden nach und nach aufgeg-ben. Die von den früheren Milsionaren erbaute t Dörfer waren bis in die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts teil verichwunden, teils nur noch als wild überwackfenr Ruinen vorhanden, oder zu wenigen elenden Niederlassungeu herabgesunken. Die Indianer waren durch bett Verkehr mit gewissenlosen, geld­gierigen Händlern verkommener wie ehedem, als sie von der europäischen Kultur »och nichiS gehört und gesehnt hatten.

So war das Land, ein tolkranker Organismus, der aus tausend von den eigenen Bürgern ihm geschlagenen Wunden blutete, dem nur schmähligeS Siechtum noch vorbehalten zu sein schien, als ein Mann in den Lauf seiner Geschicke eingriff, der, ein stahlharter Charakier, mit ber Verwegenheit eines Hanmbal die eiserne Strenge eine« T. ManliuL, mit der selbstlosen Vaterlandsliebe eines AristideS und feinen Bildung eines Perikles den staaismännischen Blick eines Cäsar-verband. Es ist Gmcia Moreno.

Fernsprechanichlnß Nr. 605« 1904

Beamtenpersonal-Nachrichten.

©rttattnt: der HilfSpfarrer Ritter zu Langenselbold zmr Pfarrer in Wallroth, Klaffe Schlächtern, der Königliche Ober förster Demme in Großenlüder zum ForstamtSanwalt, dv Forstassiffor Brunn zum Oberförster unter Verleihung bei Oberförsterstelle Margoninsdorf im Regierungsbezirk Dromberg. der Referendar Dr. W o l f f zum Kerichtsaffeffor, der Recht?- kandidat Otto Ahlemann zum Referendar.

Uebertrageu: vom 1. Januar 1905 ab dem Forstmeister Voigt zu Haddamar die Ob-rförsterstelle Fulda.

Versetzt: der Gefangenaufseher Ritmann bei beut Ge- richisgefängniS in Caffel als Gerichtsdiener an das Amts geriet in Carlshafen.

* SUdtfiytdfe. Im Monat Oktober 1904 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 16.82, Roggen Mk. 13.30, ©erste Mk. 16.62, H-f« Mk. 14.28, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19.33, Speise Dohnen (weiße) Mk. 29.39, Linsen Mk. 38.-, Eßkartoffeln Mk. 6.54, Richtstroh Mk. 3.80, Krummstroh Mk. 3., Heu Mk. 7.14, Rindfleisch im Großhandel M. 125.-; Rindfleisch im Kleinhandel für 1 kg von der Keule Mk. 1.50, vom Bauche Mk. 1.30, Schweinefleisch Mk. 1.50, Kalbfleisch Mk. 1.40, Hammelfleisch Mk. 1.30, Speck (geräuchen) Mk. 1.90, Eßbutter Mk. 2.39, Eier 1 Schock = 60 Stück 4.2» Mk.

Ladenpreise. Im Monat Oktober 1904 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 k» Mehl zur Speise- bereimng Weizen 34 Pfg., Roggen 24 Pfg., Gersten-Graupe 44 Pfg., -Grütze 38 Pfg., Buchweizengrütze Pfg., Hafer- grütze 43 Pfg., Hirse 35 Pfg., Keil Java (mittlerer) 48 Pfg., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 40 Pfg., gelber (m ge­brannten Bohnen) 3 Mk. Pfg., Speisesalz 20 Pfg., Schweineschmalz 1 Mk. 35 Pfg.

^ Eine köstliche Snbmifstonsblute ist aus dem Städtchen Lobr zu berichten. Für das dortige Gymnasium sind nämlich 6 Ofenschirme zu beschaffen. Der Kostenanschlag beträgt 118 Mark. Ein Submittent ist aber erbörig, die Lieferung für 78 Mark zu übernehmen und ein anderer glaubt sogar, bei einem Angebot von nur 28 Mark ein Geschäft machen zu können.

* Der hiesige Sprechverkehr ist auf Satteb aus­gedehnt worden.

* Stadttheater.Großstadtluft", Blumenthal und Kavelburgs luftiger Schwank geht morgen letztmalig in Szene. Das erfolgreiche Stück hat sich stets der besonderes! Gunst des Publikums zu erfreuen gehabt und verbürgt durch seinen köstlichen Humor und durch die hübsche Handlung einen äußerst amüsanten Abend.

Kunst und Leben.

Beileivskttndgebungeu zum Tode Hans von Hopfens. Aus Anlaß des Ablebens HanS v. Hopfens er­hielt deffeu Sohn, Rittmeister Hopftn, auS Brieg folgendes BeileidStelegram«:Seine Majestät der Kaiser nehmen an dem Hinscheiden Ihres verehrten Herrn DaterS aufrichtigen Anteil und lassen Ihnen und alle« Hinterbliebenen allerhöchst sein Beileid ausdrücken. Cl. Eulenburg." AuS München traf folgendes Telegramm ein:Seine Königliche Hoheit der Prin,rezent haben die betrübende Nachricht von dem plötzlichen Hinscheiden Ihre« Herrn vaterS, bei Schriftstellers Dr. HanS Ritter von Hopfen, mit lebhaftem Bedauern entgegen genommen und lassen Euer Hochwohlgeboren sowie der Familie aller, höchstihre aufrichtige Teilnahme an dem so schmerzlichen Ver­luste zum Ausdruck bringen. Freiherr o, Wiedenmarm, Gene- rallentnsat, Generaladjutant."

HamorrSifche*.

Schreckliche Verwünschung. Förster (im Streut mit einem Sonntagsjäger):Alles, mal Sie auf der Jagd schießen, sollen Sie auch aufeffe« müffm!"

Der hätzliche Onkel.Onkel, nicht wahr, wenn Du wolltest, so könntest Du auch als dressierter Affe auftretenf*

Wink. Hochstapler:Mir passen weder diese englisch«,, noch diese französischen und belgischen Gardinen, babm Str nickt« Solideres?" Kaufmann: »Nein, fchwedifche führen wir nicht."

Der eitle Freier. Fräul«».- '^'° ört£^ jetzt rufen, der im Vsrderzimmer mariet- ^'^A-A?

(vertraulich):Haben Sie noch emige D^nmen «^Id, Fräulein .... er hat rasch normal dre L-chnurrbarrbindi angelegt."