Erstes Blatt.
Hmmuer V Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
«l-rSckuugSgerLH,
Für Stadt« uud Landkreis Harmu tOPfg. die sv- gtjMÜeüt Pttiizeile ober deren Ramu. für Auswärts 1H Pfg.
an Kettarneucheü die Zeile 26 Pfg, |üi UllArsärtA 35 ^
Derantwortt. Redakteurr S. Schrecker tu Hau«.
Nr. 270
Feryf-rechanlcklvß Nr. 605»
Freitaa den 18. November
Ferustzrechanschluß Nr. 605,
1904
Amtliches.
Bekanntmachung.
Der nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Be- sähiguna zum Betriebe des Hukbe chlaggewerbes wird bierielbst am Mittwoch den 21. Dezember d. J. abgehalien werden.
Meldungen zu dieser Prüfung sind unter porto- und be- siellgeldfreier ©mierbuna einer Prüfungsgebühr von 10 Mk. bis spätestens den 12. Dezember d. J. an den Unterzeichneten zu richten.
Mit der Meldung zugleich sind einzureichen: 1) der Geburtsschein, 2) etwa vorhandene Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung (Gesellen-, Meisterbrief u. dergl., 3) eine schriftliche Erklärung darüber, ob der Meldende sich schon einmal der Prüfung erfolglos unterzogen hat.
Es werden nur solche Schmiede zugelaffen, welche das 19. Lebens fahr vollendet haben und den amtlichen Nachweis erbringen, daß ste die drei letzten Monate vor der Meldung zur Prüfung im Regierungsbezirk Casiel sich aufgehalten haben.
Schmiede, welche die Prüfung nicht bestanden haben, können erst nach Ablauf von sechs Monaten zu einer neuen Prüiung zugelassen werden.
Casiel am 16. September 1904.
Der Vorsitzende der Huf'chmiede-Prüiungskommrssion des Regierungsbezirk Casiel.
Tietze, Königlicher Departementstierazt, Parkstr. 9.
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Bus Danau Stadt und Cand.
Kana« den 17. November.
Historische Gedenktage.
18. Novbr. 1577 starb zu Augsburg der bekannte Feldherr Sebastian Schertlin von Burtenbach, welcher vom Jahre 1535 bis 1545 in Diensten des Landgrafen Philipp des Großmütigen stand.
18. Novbr. 1611« Wieders-rmählung der Lan'sgräfin Marie, geborene Gräfin von Mansfeld, Witwe des Landgrafen Ludwig VI. zu Marburg, mit dem Grafen Philipp z« Mansfeld.
18. Novbr. 1621; Eroberung von Amöneburg durch Herzog Christian von Braunschweig Mittelst nächtlichen Ueberlalls.
18. Novbr. 1646 wurde das Schloß Blankenstein bei GladenbaÄ für immer z erhört.
18. Novbr. 1745 starb August Gottfried von Wallerrstein, Geheimer Regierungsrat zu Marburg, der Letzte seines ausgezeichneten und merkwürdigen Geschlechts.
18. Novbr. 1813 starb Johann Ludwig Christ, bekannt als Dienenvaicr, Pomolog und Erfinder des nach ihm benannten sehr verbreiteten Heilpflasters, seit 1.764 Pfarrer zu Bergen bei Hanau, dann zu Rüdigheim und später zu Rodheim vor der Höhe.
BeaMtenpersonal-Nackrichte«.
Ernannt: der außerordentliche Prosissor an der Universität Tübingen Dr. Küt^ner zum außerordentlichen Professor in bet medizinischen Fakultät der Universität Marburg, der Pfarrer extr. Georg Blendin zu Altenhaßlau zum Pfarrer in Oberkalbach, Klaffe SchwarzenfelS, der bisherige Forstassesior Demme zum Oberförster der Oberförstern Großenlüder vom 1. November d. J. ab, die Rechtskandidaten Höhmann, Tönn darf und Fritz Schäfer zu Referendaren. der bis- faige Fsrstauf'eher Rund zu Witzenhausen, Oberförsterei Witzeubauien, zum HilfSförster.
Erstellt: der Pfarrer extr. Otto Blendin zum Ge- MM des Pfarrers Cinn in Kirchbauna, der Pfarrer extr. Willis an Stelle des Pfarrers extr. Elermont zum Gehilfen des Pfarrers Bippart in Wanfried.
Abgeschieden aus dem Justizdienste: der Gerichtsassiffor ^luck har o t infolge Utbenra,unq einer etatsmäßigen Stelle Eezwksamtmann und Bezirksrichier bei dem Kaiserlichen «»noernemenl von Deutsch-Neuguinea.
m Entlafien: der Gerichtsdiener Reichenbecher auf seinen Erag aus dem Justizdienste.
. Verliehen: dem pensionierten Pfarrer Liese zu Eschwege ^ Roie Adlerorden 4. Klasse.
E^M der Gerichtsdiener Steinfeld in Witzen-
Veffentttche Sisiuna der Stadtverordnete»' verfaMMlung
vom 17. November 1904.
Anwesend die Herren: Küstner, Vorsteher - Stellvertreter; Aukamm, Brüning, Bonn, Eberhard, Förster, Dr. Heraeus. Hoch, Hock, Holm, Kehl, Koburger, Kreuter, Müll-r, Peteler, Reis, Schroeter, Stein'euer, Spatz, Schwabe, Treuich, Vo'tz, Dr. Warner und Woifi; vom Magistrat die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebeickus, Erster Beigeordneter Bode, Aiberti und Stadtbaurat Schmidt.
Zuerst erstattet Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus den Bericht des Magistrats über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde - Angelegenheiten für das Jabr 1903. Auf diesen Bericht werden wir noch ausführlich zurückkommen. Es folgen darauf Rechnungsfeststellungen.
Ueber die Organisation der Bureau- und Kasjen- verwaltung der städtischen Gas-, Wasser- und ElektrizitäiS- werke und der Badeanstalt, der Verwaltung des Armenamts und des Sekretariats der Stadtverordnetenversammlung referiert Stadtverordneter Dr. Heraeus in ausführlicher Weise. Der Erläuterungsbericht lautet: Nach dem Ableben des Kassierers der Gaswerks- und BadeanstaUskasie, Fliedner, ist in einer Sitzuna, an welcher teilgenommen haben die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebesbus, Beigeordnete Bode und Dr. Eisenach, Stadtverordneikn-Borsteber Canthal, Schriftführer Dr. Heraeus und Stellvertreter Schroeter, die früher wiederholt aufgeworfene Frage der Sereminung der Kasten der gewerblichen Betriebe mit ber Stadthaupikasie besprochen worden, nachdem der von dem Stadtsekretär und dem Stadtkämmerer erstattete Bericht über die Möglichkeit einer solchen Vereinigung verlesen worden war. Uebereinstimmend kamen die anwesenden Herren zu der U berzeugung, daß von einer Vereinigung der Kassen abzusehen sei, weil einerseits der im Rathaust verfügbare Raum zur Unteibeingung aller in Betracht kommenden Beamten nicht ausreichen würde, und anderers ils ein so enger Zu ammenhang zwischeir der techni'chen Verwaltung und den Veranlagungs- und Kassknaeichäflen besteht, daß eine Trennung den Betrieb erheblich stören würde. Dagegen wurde anerkannt, daß nach Vornahme verschiedener Verein'achungen in der Buch- und Kaffenführung es möglich sei, ohne Anstellung eines neuen Beamten die Bureau- und Kusiengelchäfte zu erledigen. Es sollte für die sämtlichen Kassen der Gas-, Wasser- und Elekiri- zitätswerke und der Badeanstalt nur ein Kassierer bestellt werden, ein Zeam'er würde mit der Gegenbuchführung beauftragt, und die übrigen Geschäfte werden unter die noch uor= handmen Bsam'nt verteilt. Die Berechnung des Reingewinnes der Werke nach kaufmännischen Grundsätzen soll beibehalten werden. Bei der Armenverwaltung haben sich in den letzten Fahren die Geschäfte so gehaust, daß auch nach der am 1. April 1904 erbten Anstellung eines neuen Kanzlisten die ordnungsmäßige Erledigung der Geschäfte nicht zu erreichen ist. Jusbesondere sind die dem Führer des Tagebuchs und der Registratur zugewiesenen Arbeiten 'o umfangreich, daß er entlastet werden muß. Das Bedürfnis zur Anst-llung eines weiteren Beamten und zwar in der V. GehallEasie wurde anet sannt. Die neue Stile soll durch den Sekretär Kleiß versehen werden, der nach der im laufenden Jahre vorge- nommenen Vereinfachung der Protokollführung der Stadiver- ordneten-Verfamm'ung verfügbar geworden ist. Die Vrmokoll- führung der Sladtoerordneten Verkammlung und die Erledigung der damit zusammenhängenden Arbeiten soll dem S kectariats- Assistenten Gerling übertragen werden; zur Be'orgung der mechanischen Schreibarbeiten für die Stadtverordneten-Ver- fammlung wird eine Kanzlistin mit einer Jahresvergülung von 900 Mk. angenellt. In dem Bu-eau der Stadtverordneten- Versammlung erhält der Exv'dient Müller 'einen Arbeilsplatz, um die Einsichtnahme von Akten und dergleichen zu ermöglichen. Durch die Neueinricktung werden folgende Kosten entstehen: Die am 1. Juli 1904 aus dem städtischen Dienste ausgetreteue Kanzlistin A'weroih erhielt eine Besoldung von 1200 Mk., die zur Ausbildung anatftcHte Hilfskanzlnun SSmidt erhielt aus II A 16 eine Vergütung von monatlich 30 Mk., jährlich 360 Mk. == 1560 Mk. Nunmehr soll die HilfSkanzlistin Schmidt eine Be o dung erhalten von 900 Mk. und die neu anzufsellende Kanzlistin eben'alls e ne solche von 900 Mk. = 1800 Mk. Gegen die b sher-ge Ausgabe entsteht daher ein Mehr von 24o Mk. Dagegen kommt die im Haushaltungsplan für- 1904 bei JI A. 53 vorge'ebene Kanzststenstelle in Wegfall. Bei der Verwaltung des Gaswerks soll zur Vereinfachung eine schon lange bestehende Einrichtung beseitigt werden, nämlich die Ausschreibung der bei der Aufnahme des Gasmesserstandes den Abnehmern be- händigten Zettel. Diese Z-tlet werden von einem Beamlen des Gaswerks geschrieben und dem Gasaufnebmer mitgegebm, her nach Aufnahme des Gasmesierstandes den Verbrauch auf
dem Zettel niederschreibt. Jährlich müssen 105 000 solcher Zettel geschrieben werden. Auf diese Zettel wird rur von einem verschwindend Geringen Teil der Abnehmer Wert gelegt; sie können beseitigt werden, weil die Erhebung des Gasgeldes bald nach der Feststellung des Verbrauchs erfolgt und einstige Beanstandungen dann nob erledigt werden können, Stadlv. Dr. Wagner begrüßt das Vorhaben des Maq'strats, eine Zentraiiiatisn der Kassengeschäfte eintrxten zu lassen und bedauert, daß die Raumverkältnisie einer solchen entgegen sieben, da durch die Centralisation auch Beamte gespart w-rden könnten. Er tritt dafür ein, daß die Vorlage zur nochmaligen Prüfung an den Magistrat zurückgeben möge. Oberbürgermeister Dr. Gebelchus erw dert, daß der Magistrat auch nach Annahme der Vorlage die Angelegenheit der Zen- traii'at on weiter im Auge bebalten werde, eine Reu- befr^ung der Stelle des verstorbenen Kassierers FI i e d n e r nicht erfolge und dadurch schon in dem Sinne der Anregung des Dr. Wagner gehandelt werde. Stabto, Dr. Wagner zieht nach diesen befriedigenden Erklärungen seinen Antrag zurück. Die Vorlage des Magistrais wird angenommen.
Ueber einen Vertrag der Stadt mit der Dunlop Pneumatik Tyre Comp., G. m. b. H., wegen des Erwerbs des Lehrboles referiert Stabto. Eberhard. Der Vertrag gelangt zur Verlesung und Erläuterung. Die Debatte dreht sich vor allem um den Punkt, ob die Stadt ein event. Bahngeleife vom Güterbahnhof nach dem Gelände bei dem Lehrbof legen oder ob man dies der Dunlop-Company überlassen ’otle. Das Gelände ist vom Fiskus noch zu erwerben. Angeregt wurde diese wichtige Frage vom Stabto. Brüning. Ein Antrag Hoch verlangt, daß die Stadt auf alle Fälle das Geleise selbst baut, tun daS Gelände daselbst wertvoll zu gestalten und Fa- ' briken anzustedeiu, während der Magistrat nur die Berechtigung | hierfür vorgesehen bezm. das Rückkaufsrecht an den von her Dunlop Company zu bauenden Getei^e vorgesehen haben will. Der Entwurf wird schließlich unter Ablebnung des Antrags Hoch nach den Vorschlägen des Magistrats angenommen.
Ortsstatut betr. das Kaufmannsgericht in Hanau.
Das Referat hat Herr Vorst.-Stellv. Ä üstner. — In den beigegebenen Erläuterungen zu dem gedruckt vorliegenden Entwurf des Orisstatuts betr. das Kaufmannsaerrcht, dessen Errichtung bekanntlich für Städte von mehr als 20 000 Einwohnern gesetzlich vorgeschrieben ist, wird gesagt, daß zur Beratung des StairtS die K-ufleute sowohl wie Handlungsgehilfen der gesetzlichen Borichuft mtiprechend gehört wurden. Demgemäß wurde die Handelskammer, der Detaillisten-Verein, der kaufmännische Verein und die Ortsgruppe des deutfch- nationalen Handlungsgebitfen-Verbandrs zur Entsendung von je 6 Vertretern auf-k'ordert und mit diesen der Entwurf in seinen größeren Gesiblspunkten erörtert. Hierbei wurde auch die Frage erörtert, ob es wünschenswert ersch-ine, daß die Gemeinden deS Landkreises sich in der einen ober der suderen Form an das hier zu errichtende Kaufmannsgericht anschlösien. Die Handelskammer und die beiden Gehilfenverbände hatten b.reits diesbezügliche Gemche an den Magistrat gerichtet und dieser seine Bereitwilligkeit hierzu erklärt, die Initiative soll jedoch den Landgemeinden überlassen bleiben. Bezüglich der Vorschlagsliste war man einstimmig der Ansicht, daß das Prinzip der Listenwahl streng zur Durckfübrung zu bringen fei, sodaß ein jedes Abweichen des Wahlzettels von der Voricklagklifte eine Ungültigkeit des WahlzettelS zur Folge Hai. Ebenso war die vorberatende Kommission der AnstRt, daß die Wahl der Beisitzer und Er- satzbeisitzer für jede Wahlgruppe auf einer, statt auf zwei Listen vorzunehmen ist. Für die Wahlhandlung wurde einstimmig die Zeit von 12—3 und von 5—8 Uhr als die angemessenste erachtet. Eine Vergütung für die Zeitversäumnis soll nach Ansicht der Kommission, wenn sie nachgewieien ist, nach Maßgabe der Gebühren-Ordnung für Zeugen und Sachverständige erfolgen, wie auch eine gleiche Vergütung die Vertrauensmänner und Anskunftspersonen erhalten solle«. Eine Entschädigung für die Beisitzer, die M'tg'ieder des Wahlausichuffes, die Vertrauensmänner und Anskanftspersonen für Zeit Versäumnis wurde mit Rücksicht darauf, daß die betreffenden Aemter Ehrenämter seien, einstimmig abgelehnt.
Stabto Keh l ist geaen die Analiederung der Landgemeinden an das hiesige Kaufmannsgericht und beantragt eine auSdrücklrche Mißbilligungserk'äruna, daß der Magistrat seine Bereitw,ll,gren inerzu ausgeprochen hat. — Stabto. $0* ^e^^r den entgegengesetzten Standpunkt und i&i,8 f wünscht, daß die Angliederung der >^ ” m * W -J';T'S?Ä?Ä .« kr
Ser ganze 1 uiwuN ^^ ^jx Wahl der Beisitzer auf 3 ^re'Kft ausö Jahre'erfolgt und daß der Zusammentritt deS