Erstes Blatt.
ß mauer K Anzeiger
^»gSprettt
Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für su». säMe Abonnenten mit dem betresjenden Postausschlitzi. Die eutzelne Nummer kostet 10 Pfg.
General-Anzeiger
Kchruckt und verlegt in der Buchdrucker« des verein, ct.
Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Orgsn für AM- M Landkreis |6Mu
EinrLLmgSgebühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. bi« fünf» gejpalterirPetitzeile ober deren Raum, für Auswärts 15 Pfg..
im Kekiameulheil die Zeile 25 Pjz, für Auswärts 85 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantworll. R^-rtt-ur: G. Schrecke» in Hanau.
M. 264
Fernsprechauschluß Nr. 605
Donnerstag ven 10. November
Fernsprechaalchluh Nr. 605,
1904
Amtliches.
Handelsregister
Firma „Artiopropeller", Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Kesselstadt: Die Dertretungsbefugnis des Liquidators H. Christner in Keffelstadt ist beendigt.
Hanau den 25. Oktober 1904.
Königliches Amtsgericht 5. 21044
Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Sevtember 1904 wie folgt:
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 Bogenpeitsche, 1 Sturmlaterne, 1 Kinder- Mtemonnaie mit 7 Pfg., 1 blaue Schülermühe mit Ueberzug.
Verloren: 1 schwarzer Pelzboa, 1 Portemonnaie 2—3 Mk., 1 Brillant aus einem Ring, 1 Portemonnaie 8 Mk.
Ei»gefangen: 1 Gans.
Zugelaufen: 1 schwarzer Dachshund m. Geschl.
Hanau den 10. November 1904»
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201
265
11
60
51
38
327^49718140
Gesamt - Accis - Einnahme im Monat Oktober 1903
Mithin mehr gegen den Monat Oktober 1903 ....... Accis - Einnahme vom 1. April 1904 bis 31.
Oktober 1904 .....
Accis - Einnahme vom 1. April 1903 bis 31.
Oktober 1903 .....
Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des Vorjahres .
Mk. 6544.04
Mk. 307.44.
Mk. 86 560.26
35 961.09
Mk. 599.17.
Bus banau Stadt und Cand*
Sana« den 10. November.
Historische Gedenktage.
10» Novdr. 1768 starb zu Ludwigsburg der ehemals in hkssen-caffel'iwcn Diensten gestandene Geheimeren Friedrich Karl von Moser, einer der größten Publizisten und Staatsmänner seiner Zeit, indes von der damaligen politischen Welt, und von der höchsten vorzugsweise, fast stets verkannt.
W» Novbr. 1851 starb zu Raitz bei Brünn in Mähren Eleonore Marie Walburg, Ländgräsin von Hessen-Rolen- burg, geborene Prinzessin von Solm-Reiferscheid«Krautheim, Wiiwe des letzten Landgrafen von Hessen - Roten- burg, Viktor Amadeus, 52 Jahre alt, an den Folgen eines Sturzes aus dem Wagen. Sie war die dritte Gemahlin des Landgrafen Viktor, vermählt am 19. November 1831, und kinderlos, wenn sie gleich unmittelbar nach dem Tode des Landgrafen die Erwartung eines Erben, freilich vergeblich, geltend zu machen wußte. In dem hessischen Hof- und Staatshandbuche ist sie nicht auf- geführt, weil die Genehmigung des Chefs des Hauses zum Eingehen dieser Vermählung seitens deS Landgrafen Viktor nicht eingeholt worden war.
Btierirroten
Fnv«l.-Reut.
Vrrukeurevt.
Kus-mmen!
, Don bet Lanbis-Versicheriingsaristalt Hessen-Nassau, deren Bezirk die Reqierilngsbezirke Gaffel und Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt:
8973 Altersrenten im Gesamt-Jahresbelrage von 1,231,726.20 M. 26676 Invalidenrenten „ , ’ , „ 8,806.703.70 „
1553 Krankenrenten , „ „ „ 242 910 40 .
372^4 Renten mit einem Gesamt-Jahresbelrage von 5/281,370.30 M.
Hiervon sind nach Verücküchiigunq der durch Tod :c.
erfolgten Abgänge Ende September 1904 noch zu zahlen:
3069 Altersrenten im Gesamt-Jahresbetrage von 451,188.80 M.
15618 Invalidenrenten „ , „ ' „ 2,270,961.70 .
823 Krankenrenten „ „ „ „ 129 4^210 „
19alO Renten mit einem Gesamt-Jahresbelrage von 2,851 602.60 M.
Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß Beträgt 975,500,— „
Mithin Bleiben Ende Seetcmber 1904 aus Mitteln JÄiSgJg^^ 103 6« M.
* We^bvüttÄsabgabeit. Im Laufe des Monats Oktober 1904 wurden im hiesigen Schlachthäuse geschlachtet: 107 Ochsen, weniger gegen den Monat Oktober 1903 2 33 14 128 5 15
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48 Rinder, mehr
1208 Schweine, 359 Kälber, 238 Hämmel,
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Die Accis-Einnahme hiervon beträgt
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* Laudrs-Berficherungsanstalt Heffeu-Raffan. Für den Kreis Hanau — Land — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von *■"■—■» —,■■■».—— ,_______Jl_.L.___LL!!J!
An eingeführten Fleischwaren tc. wurden versteuert: 32 926 Kilogramm, mehr gegen ben Monat Oktober 1903 : 5647 Kilogramm.
Hiervon die Accis-Einnahme mit . .
Summa
4803.30
Mk.
1048.18
Mk. 5851.48
* Stadttheater. Morgen gelangt Gutzkows historisches Lustspiel: „Zopf und Schwert" nochmals zur Aufführung. Der schöne Erfolg, den das Werk bei der letzten Darstellung hatte, verbürgt auch für morgen einen genußreichen Abend. — Um am Totensonntag d. 20. ds. ein klassisches W-rk zur Darstellung bringen zu können, ist die geplante Ausführung von Schillers: „Wilhelm Teil" um acht Tage verschoben worden. Am nächsten Sonntag geht dafür L'Arrongcs bekanmes Stück: „Hasemanns Töchter" neu einstudiert gut Szene und wird dieses beliebte und stets gern geKhrne Schauspiel auch biennal wieder die beste Ausnahme finden.
• Aritz Reuter-Abend. Der Königl. Hofschauspieler Herr Emil Richard aus Siultgart veranstaltet nächsten Sonntag im „Deutschen Hause" einen Fritz Reuter-Abend. Eine große Zahl uns vorliegender Zeitungsberichte bezeugt, daß der Künstler überall große Erfolge erzielte. Die „Rew- Dorker Staats-Zeitung" schreibt z. B. über einen in New- Dork veranfialteten R-uter°Absnd: Wenn unsere Plattdeutschen für etwas begeistert sind, so vermögen solche Kleinigkeiten wie Sturm und Regen sie nicht zurückzubalieu. Die „Academy of Musik" war gestern abend trotz des jammervollen WetierS bis zum letzten Plätzchen gefällt imb erbebte von dem Jubel der Menge in ihren Gruubvesteu. Emil Richard's Reuter-Abend hieß das Programm! Hat sich der hier so rasch populär gewordene Reut-rdarsteller mit der Vorführung seiner Charaktertöpfe aus Reuters Werken schon die Gunst aller im Sturm erobert, so bürste er sich mit seinem Rezitationsabend ein bleibendes Denkmal im Herzen aller Platt- und Nichtplatt- Deulschen gesetzt haben. Wahre Beifallsstürme durchtosten bei jeder einzelnen Nummer das gefüllt; Hans und Zugabe auf Zugabe mußte erfolgen. Emil Richard sprach 3l/s Stunden lang und zwar bei stets wachsendem Applaus und Enthnfias- mus. Es war der genußreichste Abend der Saison.
* Vortrag. Wir verfehlen nickt, nochmals auf den heute abend SOz Uhr im Stadttheater stattfindeuden hochinteressanten Vertrag des Herrn Dr. med. Schlesinger aus Frankfurt über „Die Kunst, alt zu werden" aufmerksam zu machen.
Feuilleton
Stadtthcater in Hanau.
= Hanart, 10. Nov.
Der gestrige Theater - Abend brächte unS einen Einakter- Mus, der seine Bestimmung darin fand, zwei neue drama- AW Arbeiten in das Repertoir unserer Bühne einzuverleiben, Me in würdigster Weise ihren Platz darin beanspruchen können. Zum Beginn bot man „Märtyrer", Schauspiel in 1 Auf- Mg von Georg Reicke. Der Autor, der jetzige Bürgermeister von Berlin, hat sich schon durch verschiedene lyrische Gedichte und Novellen in dieser Hinsicht einen Weg in die Oeffentlich- keit gebahnt, und können wir sein gestriges Schauspiel als eine äußerst stimmungsvolle, sowie technisch gut gelungene Arbeit ^zeichnen. Ueber dem Werkchen schwebt ein so zu Herzen gehender Hauch von Wehmut, die sich aber durch das Pflichtgefühl mit* einer wohltuenden Befriedigung paart, daß uns die Personen in ihren verschiedenen getrennten Charaktereigen- lchaflen bis zum Schlüsse interessieren und die Handlung eine nachhaltige packende Wirkung auf das Publikum ausübt. Theo, erwachsene Tochter des Pastors König, der durch seine eigenen Anschauungen aus dem Apostolikum geschieden ist, um als Märtyrer feine geplanten Wege zu gehen, liebt Lehr, einen ihr bat ergebenen Ingenieur. Nach harten Willenskämpfen unter« schien beide den Vater von ihrem Vorhaben, der das Glück ?'ner Tochter wohl als den höchsten Preis seines Daseins ^ätzt, aber seine Zustimmung zu einer Heirat nicht geben kann, da Theo ihr? jüngeren Geschwister durch Klavierunter- fW und Stundengeben ernähren muß, und selbst der Vater N dieser Unterstützung nicht entziehen kann. Die Tochter f"is«gt aus Anhänglichkeit an ihren alten Vater und verscherzt W Glück durch die Ziele eines Märtyrers. „Pastor König" »urde von Herrn Zeitz derart wohldurchdacht und fein Masierifiert zur Gestaltung gebracht, daß wir unsere vollste
Anerkennung darüber aus'prechen müssen. Ebenso bot uns Herr Hoffm ann als „Lehr" eine sehr sympathische Figur. Lobend heben wir die Ruhe hervor, deren sich gestern der Künstler befleißigte, indem diese des öfteren bei ähnlichen Aufgaben nicht konstatiert werden konnte. Die schlichte' einfache Dulderin, wie sie der Charakter der „Theo" bietet, stellte Frl. H e lli s t zur größten Zufriedenheit auf die Bühne, während Herr Uster als „Nottebohm" seinem Organ etwas zu sehr die Zügel schießen ließ. Schließlich möchten wir der beiden „Kleinen" des Herrn Zeitz noch lobend gedenken.
Hierauf folgte „Wann wir altern", dramatische Plauderei in einem Akt von Oskar Blumenthal. Gleich einem rieselnden Quell in tiefempfundenen bilderreichen Versen schildert uns, der Verfasser das freundschaftliche Verhältnis eines gealterten Marquis zu einer hübschen lebensfrohen Gräfin, die ihr Herz einem jüngeren Verehrer schenkt. Der Marquis gesteht ihr bei dieser Nachricht selbst seine im Herzen jahrelang bewahrte Liebe zu ihr ein aber es ist zu spät, es ist vorbei „wann wir altern". Um aber den alten Freund nicht ent« behren zu müssen, gestattet der Gemahl täglich ein Plauderstündchen zwischen dem Marquis und der Gräfin, das er denn auch in treuer Anhänglichkeit annimmt. Herr Schneider alS „Gaston von Rieux" wurde seiner Rolle inbezug auf Sprache, Auftreten und Spiel in ausgezeichneter Weise gerecht, er wußte die feinen Pointen dezent und wirk'am zur Geltung zu bringen. Ebenfalls verdient Herr Oscarsen als „Marquis von Fargnenil" unsere vollste Anerkennung. Schon bei seinem seinerzeitigen Auftreten als „Kottwitz" siel uns die geschulte Sprechweise des jungen Künstlers auf, von der wir uns gestern in befriedigendster Weise abermals versichern konnten, umso lobenswerter, als er die Verse natürlich zu Gc- hör brachhe. Die schalkhaft angelegte Figur der „Gräfin Blan- dine durch yraul. Helliot genügte, obschon die Dame noch etwas mehr Werk auf die Modulation ihrer Stimme bei dergleichen Rollen legen muß. Durch den Noccocco-Stil wurde dem Werke ein ganz besonderer lieblicher Reiz verliehen.
Zur Vervollstästdigmrg des Abends ging noch „Militär- f r 8 m m", Genrebild in 1 Akt von Moser und Trotha, in Szene. Das Stück ist gerade kein Neuling mehr auf unserer Bühne; es wurde schon des öfteren belacht. Der Verfasser ist auf dem Gebiete militärischer Lustspiele eine altbewährte kompetente Persönlichkeit, weshalb wir ihn' auch ab und zu gerne hören. Die interessanteste Rolle des Stückes „Editha" wurde von Frl. Ranucci vorzüglich wiedergegeben. Diese Aufgabe zählt wohl zu den besten Stiftungen, die sie uns bis jetzt geboten hat. Mit dem größten Einverständnis heißen wir das Avancement des jungen Kadetten (Liebesmanöver) zum Fähnrich „Fredy v. Donner" gut, denn Frl. Urban wußte als schneidiger „Vergnügurnsdirektor" derart brillant zu wirken, daß es dahin gestellt sei, ob nicht wirklich die Herzen einiger jungen Damen für den liebenswürdigen Kavalier zu puppern anfingen. Den bedauernswerten dienstgeplagten Leutnant „Leo v. Heller" wußte Herr Schneider liebenswürdig und adrett zu charakterifieren, dem sich die Leistung des Herrn Hoffmann als „von Degen" befriedigend anschloß. Herr Oscarsen als „Major v. Linden" genoß in Sprache und Spiel unser Lob, nur war die Maske zu jung gewählt.
Mit der Auffassung des Burschen „Heinrich" durch Herrn U ster , können wir uns nicht zufrieden geben, da die Leistung zu marionettenhaft wirkte. Zum Gelingen trugen noch bestens bei, die Damen Keppler und H eidenfels als „Asta" und „v. Sporenfels", sowie Herr Krug als „Frohnich"und Herr Müller als „Ordonnanz". Herrn Z e i tz, dem die Regie und somit die Verantwortung für alle 3 Stücke obkas.' löste feine Aufgabe, nie gewöhnlich, einwandfrei.
Hum-riSisch-s
... , ., gr . Was macht denn der ^unge
b. S^r“'^ “'"“ " •“ ^'
polfahrer."