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Gklleral-Anzeiger

Amiliches GM« fit ÄM- »»S KMKmsKmil.

Waisenhauses in Hauan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecken in Hanau.

^T, 261 Ferusprechanschluß Nr. 605,

Moutaa ren 7. November

Fernsprechanschluß Nr. 605» 1904

Mus Danau Stadt und Cand»

Hanau den 7. November.

Historische Gedenktage.

7. Novbr. 1755 starb der Professor der Theologie Franz Ulrich Nies zu Marburg.

7. Novbr. 1776 starb der lange Jahre in hessen-cassel'schen Diensten, zuletzt als Staatsminister gestandene und wenige Jahre vor seinem Tode in preußische Dienste überge­gangene Staatsminister Jakob Sigmund Waitz, Freiherr von Eschen, einer der verdientesten hessischen Staats­männer im 18. Jahrhundert. Sein Name unb sein 1764 ihm verliehener Reichsfreiherrnstand ging auf seinen Enkel und Adoplivsohn Hilchen über.

* Konirolversammlung. Dienstag den 8. November, vormittags 9 Uhr, in Groß anheim (Schulhof): Sämtliche Reservisten, diejenigen Webrleute, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1^92 eingetreten sind und die zur Disposition der Eriatzbebörden entfesselten Mannschaften von Großauheiw, Groxkrotzenburg und Pulverfabrik; nachmittags 3 Uhr in ,sbana it (Paradeplatz): die Reservisten der Jahres- klasstn 1897 und 1898.

* Heff. BrandverstcherungsansLatt. Dein Bericht über den Geschäftsbetrieb der Hess. Brandversicherunqsanstalt vom Jahre 1903 entnehmen wir folgende Angaben: Der Gesamtichaden von dem Berichtsjahre entstandenen 601 Schaden- fällen betrug, wie schon vorgestern berichtet, 1995 228 Mk. 59 Pfg. Der Stadtkreis Hanau erhielt hiervon an Brand- eutschädioung in 8 Schadenfällen 36541.44, der Landkreis in 17 Schadenfällen 19588.76 Mk. An Brandsteuern hatte der Stadtkreis 81411.34, der Landkreis 86 813.80 Mk. ailf- zubringen. Im Stadtkreis Hanau bräunte es in folgenden Straßen (die eingeklammerten Zahlen bedeuten die gewährten B-andentschädigungen): 7.Januar: Markiplatz 17 (63.43 Mk). 23. Januar: Brnchköbelerlandstraße 40 (23 449.20 Mk.). 14. Januar: Herrngasse-Krämerstraße 2/34 (10.95 Mk.). 29.Jan.: Metzaergasse 16 (26.40 Mk.). 2. Februar: Bernhardstraße 11 (46.22 Mk.). 3. Februar: Nordstraße 82 (11 Mk.). 8. März) Große Dechaneistraße 24 (10171.63 Mk.), Marienkirche (506.28 Mk.), Kleine Fabrstraße 1 (20 Mk.). 5. Februar: Kleine Hainstraße 6 (60 Mk.) 8. Mai: Vorstadt 1 (48 Mk.). 22. Jüi: Glockmstraße 23 (11.70 Mk.). 19. Juli: Rohr­straße 43 (1544.65 Mk.). 12. August: Diakonissevstraße 2 (67.71 Mk.). 14. August: Paradeplatz 12a (44.25 Mk.). 14. Septbr.: Marktplatz 2 (45.23 Mk.). 19. Septbr.: Bogenstraße 22 (198 Mk.). 16. Dezbr.: Nußallee 18 (42.60 Mk.). 27. Dezbr.: Sandeldamm 10 (40.64 Mk.).

Feuilleton»

L Abounemuts-KonzerL des Omtomu- Vereins.

h. Hanau, 7. Novbr.

Es ist ein verdienstliches Unternehmen, daß der Oratorien­verein uns die besten und gediegendsten Werke auf dem Gebiet der Oratorien vermittelt.

Wenn der konzerigebende Verein als erste Nummer seiner Absnnemenis-Konzerte das Haydnsche Meisterwerk:Die Jahreszeiten" wählte, so hat er damit einen guten Griff getan; denn in ihm werden nicht nur dem Kunstkenner und Mustkbeflissenen, sondern auch dem Laien Genüsse seltener Art geboten. Haydns Werke legen zum großen Teil Zeugnis davon ab, wie er sein ganzes Leben bemüht war, nur Tüchtiges und Gutes zu schaffen. Sein Studium war daher stets auf das Schönste und Beste gerichtet, wie uns sein Lebensgang er« kennen läßt.

Jedoch erst mit derSchöpfung" und denJahreszeiten" gewann er jenen Stoff, der ihm so ganz entsprach nnd den er zu so großen Meisterwerken gestaltete. Namentlich ist es ihm inden Jahreszeiten" gelungen, die textlich niedergelegten Naturerscheinungen und Naturereignisse, die Poesie in Wald unb Feld,' in ihrer wundervollen Farbenpracht treu und wahr zu schildern. Er hat dem Ausdruck verliehen in der sorg- fälligen Behandlung der Chöre, der charakteristischen Instru­mentalbegleitung, der wundervollen melodischen Entfaltung der Sologesänge, namentlich der Arien.

Wir setzen ein Vertrautsein mit dem Texte und der musi­kalischen Anlage des Werkes bei den Korzertbesuchern voraus und beschränken uns nur auf die Wiedergabe seitens des Dratorienvereins.

Haydn hat den Solisten keineswegs leichte, aber doch dank­

- Im Landkreis Hanau bräunte es in folgenden Orten (die eingeklammerten Essern bez ssern die Brandentschädigung): 29. Januar: Dvrniibeim (7.12 Mk.). 6. Februar: Langen- selbo^d (43.28 Mk.). 15. Februar: Niederi'sighe-m (164.02 Mk.X 28. Februar: Kesselstadt (2007 Mk.). 10. März: Windecken (112.93 Mk.). I. März: Wachenbucheu (6.50 Mk.). 17. Januar: Großkronenburg (35 Mk.). 17. Mai: Lavgenselbold (953 Mk.). 2. Juni: Brnchköbel (35.70 und 74 Mk.). 2. Juni: Rück'ngen (2251.20 und 48.74 Mk.). 2. Juni: Mittel- buchen (65.50 Mk.). 4. Juni: Marköbel (84.19 Alk.). 2. Juni: Kesselstadt (6637.71 Mk.). 20. Juni: F-ch-nheim (53.80 Mk.). 8. August: Großkrotzenburg (32.84 Mk.) 8. August: Laugenielbold 40, 1957.67, 1873.10, 62 und 26 Mk.). 1.Septbr.: Bruchköbel (2698.46, 55.40, 45, 30 und 12 Mk.). 28. Septbr.: Langendiebach (141 und 23 Mk.). 9. Novbr.: Großaubeim (12.60 Mk.).

V Statistisches. Im Monat Oktober 1904 wurden in Hanau lebend geboren 70 Kinder, 35 Knaben und 35 Mädchen. Gestorben sind, mit Ausschluß von 2 Totge­borenen, 38 Personen, 20 männlichen und 18 weiblichen Ge­schlechts, darunter 9 Ortsfremde. Für die Stadt selbst blei­ben 29 und es kommen auf 1000 Einwohner und anfs Jahr berechnet 11,14 Todesfälle.

Gestorben sind:

5

Kinder

im Alter von

01

Jahr

5

M

M

1-5

Zahreu

3

Personen

M

//

2030

5

M

M

V

M

3040

ff

M

4050

U

O

If

50-60

M

If

6070

1

//

//

7080

1 Person

//

M

8090

An Diphtherie starben 2 Kinder, eins aus der Nord- nnb eins aus der Lamboystraße, 2 starben an Kran pfen und ein Kind an tuberkulöser Hirnhautentzündung. 8 Personen starben an Lungenschwindsucht, 3 an akuter und 1 an chronischer nicht tuberku'öser Entzündung der Atmungsorgaue. 5 Personen starben an Schlaganfall, 2 an chronischem Nierenleiden und je 1 Perlon an akuter Miliartuberkulose, Aderperkalkuug, ein­geklemmtem Bruch und an Krebsleiden. Nicht durch Krank­heit war der Tod in 10 Fällen bedingt: 2 Leute starben an Altersschwäche, 2 kleine Kinder an Lebensschwäche, 5 Personen verunglückten und eine Person beendete ihr Leben durch Selbst­mord. Sanitätsrat Dr. Zeh.

* Nörsiorhptt. In Pforzheim verschied im 61. Lebens­jahr dieser Tage der Bijsuteriezeichner Georg Floerke, wel­cher sich in den Kreisen der Bijouteriefabrikauten von Pforz­heim, Hanau und Gmünd großer Beliebtheit erfreute.

bare Aufgaben zugewiesen. Wenn es darum einem Verein gelingt, neben einem guten Chor entsprechende Solisten zu bekommen, so gestaltet sich das Werk:Die Jahreszeiten" mehr und mehr zu einem anziehenden und tfoebbebeufamen. Dieses können wir in Rücksicht auf die getroffene Wahl der Solist?« bei der gelingen Aufführung auch sagen.

Frau Rückbeil-Hiller, Königl.Kammersängerinaus Stuttgart, die Herren Richard Fischer aus Frankfurt a. M. und Franz Waßmuth von hier vertraten die Solopartien.

Frau Rückbeil-Hiller sang dieHanne". Sie bot eine gereifte, künstlerisch vollendete Leistung. Ihr geschmeidiges, wohllautendes und in allen Lagen ausgeglichenes Stimm« Organ brillierte durch unbedingte Reinheit, mühelosen Ansatz bet einzelnen Passagen, sicheres Treffen auch der höchsten Töne (wir erinnern hier au das sichere Erfassen des hohen h,) tadellose Wiedergabe der Verzierungen (Triller, Vorschläge re.). Zudem bekundete ein warmer, seelenvoller Vertrag, daß die ' einzelnen Gesänge (Rezitativs und Arien) völliges geistiges Eigentum der Sängerin waren. Reicher unb anhaltender Beifall be- lobtUe sie, der sich nach dem Vertrag der prächtigen Arie: Welche Labung für die Sinne" wesentlich steigerte.

Ein vorzüglicher Partner war Herr Fischer aus Frankfurt am Main. Er ist in unseren Konzertsälen seine neue Er­scheinung, indem er sich schon wiederholt als gewandter und tüchtiger Sänger eingeführt hat. Der gestrige Abend bot Herrn ; Fischer alsLukas" reiche Gelegenheit, von neuem seine gesang­lichen Vorzüge in ein vorteilhaftes Sicbt treten zu lassen. Die Auffassung und der Vortrag seiner Rolle ließen kaum etwas zu wünichen übrig. Wenn auch die Stimme in manchen tiefen Lagen etwas matt klang, so war sie in der Höhe desto klang­voller unb ansprechender. Die Gesamtleistung des Herrn Fischer wgr eine gediegene und stellte dem Künstlertum des Sängers ein ehrenvolles Zeugnis aus. Auch ihm bezeugte sich das Publi­kum durch reiche Beifallsspenbeu dankbar.

Der Dritte im Bunde war unser einheimischer Ksuzeu fanget Herr Franz Waßmuth. Er vertrat die Rolle des

* Rennsport. Tausende unserer Einwohnerschaft man« derien am gestrigen schönen Sonntag nachmittag nach dem Exerzierplatz, um den vom Thür. Ulanen-Regiment Nr. 6 ver- anstalleten Herbstrennen beizuwohnen. Ein anziehendes sport­liches Leben und Treiben trat gar bald in seine Rechte und mit Interesse wurde den Vorgängen entgegengesetzt, die auf dem weiten Platze in Aussicht standen. Als Gäste des veran- staltenden Ofstzierkorps waren anwesend der frühere Ange­hörige des Regiments Prinz Alfred von Nienburg-Büdingen nebst Familie, Prinzessin Marie von Isenburg-Büdingen aus Gettenbach. Die genannten Herrschaften hatten wie alljährlich auch für diese Rennen Preise gestiftet. Ferner bemerkten wir Ofstziere aus den benachbarten Garnisonen Frankfurt, Babenbauseu und Aschaffeuburg, auch der frühere Kommandeur und jetzige Generalmajor Frhr. v. Fritsch, sowie Major Baaih hatten der Einladung Folge geleistet, desgleichen eine Anzahl dem Offizierkorps nahestehender Herren mit ihren Damen aus Hanau und Schloß Philippsruhe, wie Landrat v. Beckerath, Hofmarschall v. Strahl u. a. Das landwirtschaftliche Rennen übt eine von Jahr zu Jahr sich steigernde Anziehungskraft aus, das Pferdematerial unseres Kreises ist ein vorzügliches zu nennen, sodaß derartige Ver- anstallunsen, die uns dieses Material vor Augen zu führen geeignet sind, nur mit Genugtuung begrüßt werden können. Auch die den Pferdesport liebenden Herren aus der Stadt be­kundeten ihr lebhaftes Interesse an den Veranstaltungen, was schon daraus hervorgsbt, daß Herr Stern für die Jagd der Unteroffiziere einen Ehrenpreis stiftete. Wenn man bedenkt, daß Tausenden von Znsckauern das schöne Sportcreignis un­entgeltlich vor Augen geführt wurde, so drängt sich unwill­kürlich der Gedanke auf, daß ein ganz geringes Eintrittsgeld, für wohltätige Zwecke bestimmt, ein ganz erkleckliches Sümm­chen ergeben hätte. Vielleicht wird. die Anregung für später in Erwägung gezogen.

Der Verlauf der einzelnen Rennen war folgender:

I. Landwirtschaftliches Flachrennen, für Pferde aus Stadt- und Landkreis Hanau, 3 Ehrenpreise, 2 derselben gestiftet von Sr. Kgl. Hoh. dem Landgrafen von Hessen. Entfernung ca. 1000 Meter. Gemeldet hatten Eintchütz-Langenselbold, Kaustnann-Langendiebach, Kühn-Fechen- Heim, Lehr-Roßdorf, Puth-Fechenheim, Schaack-Fechenheim, die sich sämtlich an dem Ritt beteiligten. Erster wurde E i n s ch ü tz- Langenselbold (erster Preis des Landgrafen, großer silberner Pokal), Zweiter Puth-Fechenheim (zweiter Preis des Land­grafen, silberner Becher), Dritter Kaufmann- Langendiebach (Preis des Offizierkorps). Das Rennen war ein hochinter­essantes, Einfckütz-Langenselbold setzte sich sofort an die Spitze und bedielt unbestritten die Führung.

Simon". Seine Leistungen setzten uns trotz des schon vor­geschrittenen Alters des Vortragenden von neuem in Staunen. Mit gewohnter Ruhe und Sicherheit hoffen ihm die Töne vom Wtunde. Sein* Vertrag bewahrte den Eindruck der Wärme und ließ inniges Bertrautsein mit den Koloraturen erkennen. Mit der Arie:Seht auf die breite» Wiesen hin" erntete Herr Waßmuth reichen Applaus.

Aitch mit ben Chorgelängen konnte man recht zufrieden sein. Wenn matt die Chorleistungen im einzelnen einer kri­tischen Beurteilung unterziehen wollte, so wären vielleicht hier und da manche Ausstellungeu zu machen gewesen. Wir be­trachten jedoch die Chöre in ihrer Gesamtleistung und müssen bekennen, daß sie mit Kraft und frischem Schwung zum Vor­trag Farnen unb von Fleiß und zielbewußter Ausdauer beim Emfiubieren Zeugnis ablegten. Das Orchester, das sich aus hiesigen Kunstfreunden und den Mitgliedern unserer Infanterie- kapelle zulammensetzte, tat vollauf seine Schuldigkeit; es be­gleitete dezent und ging auf die Intentionen des Leiters ein. So vereinigten sich alle Faktoren zum besten Gelingen der Auf­führung, die von Herrn chler-Frankfurt a.M. mit freu­diger Hingabe geleitet wurde. Seiner Umsicht, Tatkraft und seinem musikalischen Verständnis ist die prächtige Wiedergabe derJahreszeiten" in erster Linie mit zu verdanken.

AMheater in Hanau.

Hanau, 7. Nov.

Gestern Abelld brächte uns das Repertoir der hiesiges Bühne zuue ersten MaleAsra", Schauspiel m 3 UuE g von Felix 'Philipp!. Bereits im vorigen Jahre hau« Gelegenheit, durch die AufführungDas grope cy ^ nannten Autors mit einer Ha-tdlung u ^a ^ ^. ^ {n die sich im Prinzip an die beS geW ^ dem beide aus den: Künftlerleben g g st ' München hat sich während seiner zehnjährigen Tängk-U in Uiunchm