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f. November

Dienstag

Eraänzung zum Deutsch-Evang. Kirchenansschust, mit diesem zusammen die Repräsentation der geschichtlich gewordenen Evang. Kirche Deutschlands. Es sei wicktia, daß dem Evang. Volke auf diese Weile die Tatsache einer _ Evang. Kirche Deutschlands zum Bewußtsein komme, denn die Ohnmacht des Protestantismus in der G-genwart ruhe zumeist auf dem Mangel an diesem Bewußtsein. Die deutsche Evang. Kirche habe sich selbst noch nicht entdeckt.

Das Leben der Gemeinde pendelte hin und her zwischen staalSkirchenregimentlicher oder theologischer, pastörlicher Be­vormundung 'und dezentralisierter freier Verein-tätigkeit, auch otomisierender Gemeinschafisbilduna. Das sei für das Leben

bet Gemeinde gerade,» löblich, lasse den Betätigunastrieb, das kirchliche Verantwortlichkeitsgekühl der Gemeinde ersterben. Da müsse durch eine Organisation des synodalen Elements daS Eoang. Gemeindebewußtsein gestärkt werden.

Eine Organisation der Synoden über ganz Deutsch- Icmb fördere vor allem das Synobalwesen selber, über das gegenwärtig viel geklagt werde. Es sei noch 'nicht auf der Höhe, wenngleich die Anklagen gegen die Auiammensetzunq und die Leistungsfähigkeit der Synoden vielfach übertrieben seien. Die Leistungen der großen wie der kleinen Synodalkörper seien allenthalben seit den letzten dreißig -Jahren weit erheblicher, als allgemein die Unkenntnis annehme.

Doch müßten die Synoden ihrem Ideale näher zu kommen 'suchen. Dazu werde eine Vereinigung und gegenseitige Be­rührung aller Synoden dienen. Sowohl auf die kirchlichen und synodalen Qualitäten der in den Synoden zu Wählenden

würde bei höherer Schätzung der Sache mebr Wert gelegt, als auch würde der Aulgabenkreis der Einzellynoden erweitert, verlieft werden. Mehr Initiative, mehr Bew-gungSsreibeit. Eine gewisse Einheitlichkeit synodaler Arbeitsmethode wurde sich heraurbilden ohne falsche Uni'ormwrnng. Die brü erliche Berührung in einer großen synodalen Organisation, der geist­liche Gabenaustoulch der einzelnen Stämme werde besonders günstig auch auf das Verhältnis der kirchlichen und theologi­schen Gruppen und Richtungen in den Einzellynoden und Kirchenbezirken einwirken. Gemeinsames Arbeiten schaffe gegen­seitige brüderliche Duldung, wehre aller Vergewaltigung.

Den Gemeinden, wie den kleinen Kreis- und Dekanats­synoden werde mehr zum Bewußtsein kommen, daß sie Glieder sind an einem großen, lebendigen Leibe und darum lebendige Glieder sein sollen. Im Blicke auf eine große Zentralinstanz evang. Bewußtseins, die zugleich ein kirchliches Zentralnerven­system darstellen müsse, möge jeder evang. Gemeinde jenes eigene evang. Selbstbewußtsein erwachsen, das gleichbedeutend sei mit dem bewußten Erfassen kirchlicher Pflichten und Rechte. Evan­gelisch denken und handeln lernen, aber auch evangelisch fordern lernen, von andern, wie in erster Linie von sich selbst. Die evangelische Christengemeinde müsse bester lernen, mit der Tat zu sprechen:Hier stehe ich1* Das führe auch auf offensive, politische Gebiete üb r, an denen ein deutscher Synodalbund nicht vorüberkönne, wenn er auch kein evangelisch Zentrum bilden wolle. Er werde aber das evangelische Volk dazu er­ziehen helfen, gewisse Ansprüche an die nationale Politik im Großen wie im Kleinen von evangelischem Standpunkte aus

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zu stellen. Er werde das evangelische Volk dazu erziehe» helfen, die Dinge, Menschen, Verhältniste anzusehen auch unds nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkte eines geschärften evan-i geliich-kirchstchen Augenmaßes. Mit den evangelischen Wünschen', und An^prüch-n an Gemeinde-, Volks« und Staatsvertretung-' werde man stch immer auf der Linie wahren deutschen Volks-- woh'es befinden. So werde ein deutscher Synodalbund ins höherem Sinne auch ein politi'ches Salz, mit dem die evang./ Wählerschaft allmählich ihr politisches Pflichtbewußtsein zu mür»; gen stch entschließen werde. Angesichts aller dieser nur flüchtig: und unauSreichend skizzierten Auf aben und Aussichten gebe' es auch für die werdende synodale Organisation heute in Worms nur einhier stehe ich", deshalb von Worms an vorwärts s mit Gott!

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