Erstes SK
vrzvgSpreiSt
vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., ^r au«- WKOlA Wvnnentcu mit dem betreffenden PoKauffchlsg.
Die einzelne Nummer kostet 10 Ps».
Eiurückrmgsgebühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf' gespaltenePetitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pig..
im KeklamentheÜ die Zeile 25 Pfg, für Auswärts 35 Pfg
Hchruckt und verlegt in der Buchdruckerei deS »eteim «. Waisenhauses in Hanau.
Generki-AnzeHer
Amtlichks GlM fit Stadt- and Landkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Veraniwortl. Rü-akteur: G. Schrecke» in Hanau,
rir. 256
FernsPrcchanfLIuß Nr. 005»
Dienstag rett 1. November
Fernsprechauschlnsj Nr. 603. 1904
Gefundene und verlorene Gegenstände it.
Gefunden: 1 weißer Fächer mit blauem Bande, 1 silberne Damenuhr, 1 Mülleimer, 1 Dam-nportemonnaie mit 1 Pfa., 1 Trauring ohne Zeichen, 1 Schlüsselbund mit vier Schlüsseln, 1 Schirmmarke Nr. 196 von PS. Heinzinger.
Verloren: 1 Schirmü^erzug, 1 rotes Damenporie- monnaie mit über 14 Mk. Inhalt, 1 goldenes Kettenarmband mit anhängendem Kleeblatt mit Monogramm A. K. H. 8., 1 goldene Damenuhr, 1 angefangene Stickarbeit mit Monogramm G. L.
Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit gelbem Kopf und schwarzen Flecken auf dem Rücken m. Geschl.
Hanau den 1. November 1904.
Kus Danau Stadt und Eand.
Hanau den 1. November.
Historische Gedenktage.
L Novbr. 1558 starb der bekannte würtembergifche Theolog Erhard Schepf, früher mehrere Jahre lang Professor der Theologie in Marburg.
1. Novbr. 1763. Kapitulation der franzönschen Besatzung von Cassel nach der zweiten Belagerung, welche diese Stadt während des siebenjährigen Krieges auszuhalten hatte.
1. Novbr. 1806 wurde Caffel von einem französischen Armeekorps unter dem General Mortier besetzt und der Kurfürst Wilhelm I. vertrieben.
l. Novbr. 1850 rückten die Bundeshülfstruppen unter dem bayerischen General der Kavallerie, Fürsten Karl Throdor von Thurn und Taxis, in Hanau ein.
* Bauernregeln im November. November hell und klar, ist übel fürs nächste Jahr. — November trocken und klar, bringt wenig Segen fürs nächste Jahr. — Schwacher Balg beim Wilde zeigt an des Winters Milde. — Tummeln sich die Haselmäuse, ist's noch weit mit Winters Eise. — Kommen des Nordens Vögel an, so folgt starke Kälte dann; 'iehsr du noch Zippen im Waldgehege, hat's mit der Kälte noch gute Wege. — Find'st du die Birke ohne Saft, kommt bald der Winter mit voller Kraft. — Wenn die Bäume den schnee halten, werden sich im Frühjahr wenig Knospen entfalten. — Wenn's zur Allerheiligen (1.) schneit, mache deinen Pelz bereit! —- Zu Allerheiligen Reif, zu Weihnachten weiß und steif. — Allerheiligen klar und hell, sitzt der Winter auf der Schwell'. Allerheiligen Sommer für alte Weiber, ist des Sommers letzter Vertreiber. — Soll der Winzer glücklich sein, so tritt Allerheiligen Sommer ein. — Wieviel Tage vom ersten Schnee bis zum Neumonde fallen, so oft soll im Winter der Schnee auch ballen (tauen). — Ist der November kalt und klar, ist mild und trüb der Januar. — Wenn im November Donner rollt, wird dem Getreide Lob gezollt. — Wenn im November Bäume blühn, wird sich der Winter lang 'nauS- ziehn. — Ist am Allerheiligen der Buchen- und Birkenjpan trocken, wir im Winter hinter dem Ofen hocken; ist aber der , Span naß und nicht leicht, so wird der Winter statt kalt, lind und flucht. — Fällt der erste Schnee im Dreck, bleibt der ganze Winter ein Geck. — Am Martini (11.) Sonnenschein, tritt kalter Winter ein. —- Jst'S um Martini hell und kalt, dann auch der Winter lang anhalt. — Wenn um Martini Nebel sind, so wird der Winter meist gelind. — Ist zum Allerheiligen die Birke schon trocken, müssen wir im Winter hinter dem Ofen hocken, ist er aber naß, nicht leicht, wird der Winter statt trocken feucht. Wenn die Gänse zu Martini auf dem Eise stehn, müssen sie Weihnachten im Kote gehn. — Martinstag trüb, macht den Winter mild und lieb, ist er aber Hz bringt er bald die Schell'. — St. Elisabeth (19.) sagt an, was der Winter für ein Mann. — Hecken die^ Hühner in den Ecken, kommt bald des Winters Frost und Schrecken. — Zieht die Spinne ins Gemach, sammt, gleich der Winter nach. — Katbarmenwinter (25.), Plackwinter. — Im No- vember viel Naß, auf den Wiesen viel Gras. — Baumblüte Mt im Jahr mir ein gutes Zeichen war. — Sankt Martin setzt sich j$en mit Dank am warmen Ofen auf die Bank. — Der heilige Martin verlangt Feuer in den Kamin. — Wie's "m Katharina (25.), trüb oder rein, so wird auch der nächste Hornung sein. — Haben die Hasen ein sehr dickes Fell, so wird der $9mter ein harter Gesell.
* Oralorieuvereitt. Wir machen die Mitglieder auf heute abend präzis halb 8 Uhr im Stadtschloß staltfindende Drchesterprobe aufmerksam; pünktliches Erscheinen dringend er-
* Das Programm der vom Ulanen-Regiment veransialteten Rennen für die Garnison Hanau, die am nächsten Sonntag auf dem hiesigen Exerzierplatz geritten werden, enthält 4 Rennen und eine Jagd. Eingeleitet wird der Renntag durch das landwirtschaftliche Rennen, für welches Seine Königliche Hoheit der Landgraf von Hessen 2 Ehrenpreise zu stiften die Gnade gehabt hat, einen dritten Preis gibt außerdem das Offizierkorps des Ulanen-Regiments. Das Rennen ist wie im vorigen Jahre für Landwirte aus Stadt- und Landkreis Hanau ausgeschrieben und führt über eine Entfernung von ca. 1000 m. Die Bahn wird den Reitern um 2 Uhr nachmittags, also ^2 Stunde vor Beginn der Rennen, gezeigt. Bewerber, die besondere und berechtigte Wünsche betreffs dieses Rennens haben, können diese möglichst bald beim Regiments-Geschäftszimmer des Ulanen-Regiments äußern, auch wäre eine kurze Mitteilung dorthin seitens der Teilnehmer erwünscht, welche Herren, aus welchen Orten und was für Pferde geritten werden, um dies bereits vorher in die Programme drucken zu können. Vielleicht haben auch die Herren B ü r g e-r meister die Liebenswürdigkeit, dieses in ihren Ortschaften bekannt zu geben und könnten die Namen der Bewerber von den einzelnen Orten gesammelt und an das Regiments-Geschäftszimmer des Ulanen- Regiments gesandt werden. Die drei anderen Rennen sind Hindernisrennen über Entfernungen zwischen 2500 und 3000 m, Zum Schluß wird noch eine Jagd über ca. 3000 m geritten. Besucker der Rennen werden gebeten, Hunde auf den Exerzierplatz nicht mitzubringen.
* Stadttheater. Das bei seiner Premiere mit so großem Beifall aufgenommene Lustspiel: _„Höh.e il^ wird morgen nochmals in Szene gehen. Das wirkungsvolle Stück mit seinen überaus komischen Situationen wird auch morgen seine Hörer finden und auf's Beste unterhalten, zumal die Darstellung der Hauptrollen durch die Damen: Helliot und Heidenfels, sowie durch die Herren: Merker, Schneider, Nauendorf, Römer und Gehrmann die größte Anerkennung fand.
* Silberne Hochzeit feiern morgen Herr Johannes Kauck und Frau, Ballplatz 4 wohnhaft.
* Oeffentliche Ausspielung. Anläßlich einer Ver- einsfestlichkeit verband der Vorstand hiermit eine Verlosung von Gegenständen, an der auch die in der Wirtschaft befindlichen Gäste teilnahmen. Das gilt aber als eine öffentliche Ausspielung, zu der die Einholung einer polizeilichen Genehmigung gehört hätte. Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß bei der Verlosung gar kein Geschäft gemacht wurde, erkannte die StraUammer in ihrer gestrigen Sitzung auf die geringste zulässige Geldstrafe von 3 Mk.
* Zum Konkurs A. Ochs. Infolge der einander widersprechenden Mitteilungen des „Konf." haben wir selbst Informationen eingezogen und können nun mitteilen, daß die Konkurserklärung auf den eigenen Antrag des Gemeiuschuld- nerS erfolgt ist und die gebrachten Zahlen auch nur schätzungsweise anzunehmen sind, da ein Status der Masse bis jetzt noch nicht augeieriigt werden konnte.
* Vereinigte Turnvereine. In der am Samstag abgehaltenen Generalversammlung dcs Turnvereins wurde mit 19 gegen 18 Stimmen die Verschmelzung mit der Turngescll- schaft beschlossen. Die Bezeichnung der mit einander verschmolzenen Vereine wird lauten „Vereinigte Turnvereine." Die Kründungsjahre beider Vereine — Turnverein 1860, Turngesellscbafi 1881 — sollen in der Vereinsbennnng weiter geführt werden.
* * Ein angehender Falschmünzer. Vor der Strafkammer stand gestern der am 23. März 1882 zu Gräfen- tbal, Kreis Saalfeld, geborene Bernhard Nider, der sich Mechaniker nennt, sich aber weniger anf die Ausübung seiner Kunst verlegt, als vielmehr auf die Hochstapelei. Auch wie er gestern in Lacksiiefcichcn dem Gericht vorgeführt wird, sieht er nicht aus, als wenn er dem Arbeiterstande angehörte. Als er nach Verbüßung einer zweijährigen Gefängnisstrafe im Herbst vorigen Jahres kurze Zeit bei einem Schlossermeister in Gelu- Haufen in Stellung war, benutzte er diese Zeit zu Mänipu- lationen, die auf dem Gebiete der zwar sehr einträglichen, dafür auch sehr gefährlichen Falschmünzerei liegen. Hierbei scheint er auch Verbindungen mit dunklen Existenzen in Frankfurt unterhalten zu haben und auf einer Reise zwischen Steinau unb Frankfurt wurde er am Bahnhof in Gelnhausen verhaftet. Dabei fand man allerlei niedliche Gegenstände in seinem Besitz, als: Feilen, Meißel, Dietriche, Laubsägen, Haken und auf kleinen knp'ernen und Bleiplatten Abdrücke von 2- und 10- Mark-Slücken. Bei einer Haussuchung in seinem Absteige- guarlier in Frankfurt wurden weitere Abdrücke von Geld in Kupfer und Blei, 2 Päckchen Antimon, Alaun, Gips, Löffel, Putzwolle und 3 mißlungene falsche 2-Mark-Stücke gefunden. Wegen der versuchten Geldmacherei hatte sich der angehende 1
Falschmünzer gestern zu verantworlen. Die Anklage legt ihm zur Last, Platten und Formen zum Zweck eines Münzvev- brech-ns angefertigt zu haben. Das Befreitet aber der Angeklagte und bebauptet, er habe Experimente angestellt, um ein Verfahren zu erfinden, welches einen Ersatz für die teuren Gravierungen in Stahl bilden sollte und welches er sich patentieren lassen wollte. Er hält über dieses Vorhaben dem Gericht eine lange Auseinandersetzung, wie er von einem Abdruck in grafitiertem Wachs einen galvanischen Ueberzug herstellen wollte, und aus diesem dann durch Hintergießen von Hartmetall einen Stempel herzustellen gedachte. Der offenbar sehr intelligente Angeklagte verbreitet sich dabei über chemische Vorgänge, macht detaillierte Angaben üb-r die Schmelzpunkte der verschiedensten Metalle und zeigt stch auf all diesen Gebieten so gewandt, daß er eingehende Studien hierüber gemacht haben muß. Dies bringt aber auch den vernommenen Sachverständigen, Herrn Ferdinand Widmann von Frankfurt, Besitzer der dortigen Münzprägeansialt, zu der Ansicht, daß der Angeklagte bei seiner sonstigen sehr hohen Begabung sich nicht darüber im Zweifel sein konnte, daß er auf die angegebene Weise niemals einen Ersatz für gravierte Stahlfiempel erfinden konnte und daß er diese Experimente nur zum Zweck der Geld- mecherei anstellte. Dieser Ansicht ist auch das Gericht und verurteilt den Angeklagten wegen Vergehens aus § 151 des Strafgesetzbuches zu 1 Jahr und 3 Dtonaten Gefängnis. 3 Monate der Untersuchungshaft werden ihm augerechnet.
* Eitt Todessturz. Der bei dem Dachdeckermeiner Lang in Arbeit stehende Dachdeckergebilfe Joh. Wunderlich war gestern nachmittag am Hause Hahnenstraße 11 mit Dacharbeiten beschädigt, vor allem hatte er am Schornstein eine Aebfit auszuführen. Dem Anschein nach wurde er hierbei von j einem Schwindelanfall betroffen, stürzte auf das flach zu , nennende Dach und rollte kopfüber berunter, aus einer Höhe ; von etwa T1^ Metern auf den mit Z-menibodcn versehenen Hof stürzend. Die erbaltenen Verletzungen waren schrecklicher Art. Beide Beine waren gebrochen, die rechte Seite der Srbädcldecke gefp-ungen, gebrochene Rippen in die Lunge gedrungen, die beiden Arme verletzt. Per Tragbahre wurde er in das Landkrankenhaus gebracht, verschied aber hier noch bevor die beabsichtigte Operation vorgenommen werden konnte. Er hinterläßt Frau und 4 Kinder. Der Unfall ereignete sich um 5 Uhr.
* Aus der „Walze". Der vielfach vorbestrafte I Bäckergeselle Hugo Schmidt aus Koburg lernte im vorigen Jahre auf der „Walze" in Darinstadt einen jungen Kollegen namens Stirnweis kennen und ivanderte mit ihm hierher. In der Herberge zur Heimat stahl der neue Bekannte dem unerfahrenen Stirsiweis nächtlichenveise das Portemonnaie mit 15 Mk., das dieser unter sein Kopfkissen gelegt hatte, und die in seinen Kleidern befindliche Uhr. Morgens früh rückte der Dieb bei Zeiten aus, mit der Ausrede, er wolle für sich und den Freund bei den Meistern Umschau halten. Natürlich kam er nicht wieder. Jetzt hat _ man ihn im Thüringischen bei einem neuen Diebstahl gefaßt. Die Strafe wegen des hiesigen, im lviederholten Rückfall begangenen Diebstahls, der gestern vor der Strafkammer zur Aburteilung stand, lautete auf 1 Jahr Zuchthaus.
* Städtische Badeanstalt. Im Atonat Oktober 1904 wurden au Bädern abgegeben: Kl. I.: 91, Kl. II.: 153, Kl. III.: 813, Douchebäder: 32, Römisch-Irische Bäder: 30. Zusammen: 1119 Bäder. Die größte Zahl der abgegebener Bäder Betrug 90 am 8. Oktober; die kleinste Zahl bc abgegebenen Bäder Betrug 15 am 6. Oktober.
Aus dem Gerichtslaal.
Sitzung des Schwurgerichts vom 31. Oktober.
Straßenraub.
Am Abend des 28. Mai v. I., einem Samstag, waren in einer Wirtschaft in Fulda mehrere Arbeiter zusammen, darunter der Erdarbeiter Emil Diel, gen. Hartmann, und der Taglöhner Georg Nick. Als die Gesellschaft den Heimweg an- trat, waren dir meisten etwas angetrunken, jedoch nicht ganz betrunken. Der Georg Nick, ein schon etwas älterer Mann in den fünfziger Jahren, ivar einer der ersten, die um 12 Uhr dir Wirtschaft verließen, mit ihm gingen noch ^wci andere von den Tischgenoffen, namens Zahn und Diehl. s»'e gingen durch d^e Königsstraße und als sie auf der Höhe der Nübsam''chcu Fabrik angelangt waren, hörte Nl-k^pwS^ den Ruf hinter sich: „Jetzt ist's. ^'U^1'^nt wollte sich umsehen, erhielt aber n« . ^en mit einem Gummifchlauch einen ^S ®»ben
lag, ^"ul'ic er zu ' ^ bur^ hinzukommende Leute auf- gehoben und^ wieder zu sich gebracht war, lag sein KortewtnMie