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Erstes Blatt.

«Ltnasvrelst

Vierteljährlich 1,80 M., vumaüich 60 Pfg., für cuä- wäuigc Abonnenten mit dem betreffenden Postausschlsg.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

AMM

. Gedruckt und-verlegt in der Buchdruckerei deS verein. «. Waisenhauses in Hanau.

Geilerai-Auzeiger

Amtliches Orgm fit Stob und Landkreis Kam«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Sirlrückmigssedühr

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. bie fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 1b Pfg., im Reklameuthell die Zeile 25 Pfg, für AuSwärtS 35 Pfg.

Verantwsrtl. Redakteur: G. Schreckn in Hanau.

Nr. 246

FernsprechanMnß Nr. 605.

Donnerstag den 20. Oktober

Fernsprechanschluß Nr. 605.

1904

Amtliches.

Gemäß § 17 Absatz 1 der Allerhöchsten Verordnung vom 8. August 1887 (Gesetz-Sammlung Seite 441), betreffend die Ausführung des Fischereigesetzes im Regierungsbezirk Cassel, bestimme ich hiermit, daß die von den Gemeinden, Genossen­schaften oder Privatpersonen bestellten Fischereiaufseher als Ab­zeichen ein ovales Messingschild mit preußischem Adler aus Weißmetall und mit der InschriftFischerei-Aufseher" auf der Brust zu tragen haben. (A. III 8569.) \ Cassel am 29. September 1904.

Der Regierungs-Prästbent. Trott zu Solz.

Landkreis hanau.

BekaMmach'-MM des Königl: Landratsamles.

Nach Mitteilung des Königl. Bezirksamtes zu Aschaffen­burg ist in Haibach der Schweinerotlaus festgestellt worden.

Hanau den 18. Oktober 1904.

Der Königliche Landrat.

V 7301 J. A.: Conrad, KreiSsekretär.

Nach Mitteilung des Königl. Landraisamtes zu Geln- hausen ist in Lieblos und L e i s e n w a l d die Rotlauf- seuche erlösche«.

Hanau den 18. Oktober 1904.

Der Königliche Landrat.

A 7307 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

G e f u n d e n: 1 silbernes Armband mit Herz, 1 kleines rotes Portemonnaie mit 30 Pfg. und einer Münze, 1 Damen- Sammet-Hut, 2 Hausschlüssel, 1 Hasen, 1 Zehn-Pfennigstück, 1 blaue Schürze und 1 Photographierahmen mit Kinder- Photographie.

Verloren: 1 Schiebelcre, 1 schwarzer Sammet-Gürtel mit weißer Schnalle.

Eingefangen: 1 Fasansi -Henne.

Hanau den 20. Oktober 1904.

Stadtkreis hanau. BekmmtMttllwMu des Oberdürgermeifteramtes.

Städtische Sparkasse.

Gemäß § 13 der Satzungen veröffentlichen wir nachstehend das Ergebnis der Rechnung der städtischen Sparkasse für 1903:

Feuilleton

Stadtthcater in Hanmi.

Hanau, 20. Oktbr.

Neu einstudiert ging gestern abend Hermann Suder- mann'sJo h a nnis feu e r" über die Bretter der hiesigen Bühne. Der Inhalt des Stückes dürfte bekannt sein, doch mag immerhin hier eine kurze Skizzierung erfolgen. EinNot- standsjahr hat das Töchterchen eines lithauischen diebischen Bettelweibes zu einer mildherzigen Gutsherrschaft geführt, wo biamrre,Heimchen" genannt, fast wie die Haustochter ge-

^' durch eifrigste Arbeit im Dränge nach innerer ssdie Wohltaten abzuverdienen strebt. Diesem Not-

^ht ein anderes gegenüber, der Neffe des Guts- ^.l ^^^8 ". Hartwig, dessen Vater sich im Notstandsjahr ^' nun, wie Marrikke, fast alles dem Hause Durch eigene Tüchtigkeit und seinen ... § .? 8 E^°^ dahin gebrach!, innerlich ein freier Mensch L-^n. Ganz wie von selbst hat es sich gegeben, daß er 2 Ä ^7 ?m*8te^t,v wurde. Da wird es dem Hain- $ ihm klar, daß Georg sie »X Lue' ^^rend sie selbst unter ihrer heimlichen "' ^urz vor der Hochzeit Georgs mit enntnE'Ä n^n»n^ "un mit der gegenseitigen Er- k-nn ms, daß sie sich einst geliebt, bei den Notstandskindern bte W^^r^ Ma»t. Offen dürfen sie sich nicht ange- wZ'n.k % ^ S "'^"sche Zauber der Johannisnacht ^ Elch nachdem Marrikke Rettung vor sich selber J1!-^ c$ mit einem Hilfsprebiger verlobte, i . ^lsfhl lhrer Zusammengehörigkeit will Georg noch in letzter Stunde aus seiner tiefen Neigung zu Marrikke und semem Wahrheits- und Freiheitsdrang heraus von der Vervmdung mit Trude zurücktreten, offen will er vor den Onkel

Mark

Einlagen am Ende des Rechnungsvorjahres . 4170195,60 Zugang während des Rechnungsjahres 1903

a. durch Zuschreibung von Zinsen . . 152 297,80

b. durch Zeiteinlagen ..... . 1966465,74

zusammen 6 288 959,14

Abgang: Zurückgezahlte Einlagen im Rechnungs­

jahre 1673399,58

Einlagenbestand Ende 1903 auf 9809 Bücher 4 615 559,56 Vorschüsse und Lombarddarlehen .... 88500, Betrag des Reservefonds

am Schlüsse des Rechnungsvorjahres . 281495,92 am Schlüsse des Rechnungsjahres . . 298538,54 Betrag der Zinsüberschüsse des Rechnungsjahres 23 682,08

Von den Beständen der Sparkasse im Gesamt­

beträge von . . . 4954534,03 sind zinsbar angelegt:

in Hypotheken oder Grundschulden Mk.

auf städtische Grundstücke 1273 535,

Darunter befanden sich Amorti- sations-Darlehen im Ge­samtbetrags von . . . 131635, in Jnhaberpapieren .... 2 990 749,03

Darunter in Schuldverschrei­bungen des Deutschen Reiches und der deutschen Bundesstaaten (nom.) . 1936000, bei öffentlichen Instituten und Korporationen .... 510250, (Staatsschuldbuch.)

in sonstigen Anlagen .... ISOOou,

Die Sparkasse verzinste die Einlagen im Rechnungsjahre mit SVs Proz.

Hanau den 18. Oktober 1904.

19675 Der Notstand.

Hus hanau Stadt und £and.

Hanau den 20. Oktober.

Historische Gedenktage.

30. Oktbr. 1526» Anfang der Synode zu Homberg.

30. Oktbr. 1721 starb der Obervorsteher Eitel von Lin- singen, der Letzte der in Hessen, zu Jesberg, ansässigen Linie dieses Geschlechts, worauf dann JeSberg an den Prinzen Maximilian gegeben wurde.

20. Oktbr. 1813 wurde auf dem Forst bei Cassel die letzte militärische Hinrichtung von den vielen vollzogen, welche von den westfälischen Kriegsgerichten ausgesprochen wur­

hintreten, sein Geständnis machen, aber da versagt Marrikke. Sie kann wohl ihr Glück stehlen und mit dem Geliebten entfliehen, hat aber nicht den freien Mut, mit ihm vor ihre Wohltäter zum Bekenntnis hinzutreten. Immerhin ist sie edel genug, nach dem Geschehnis der Johannisnacht dem in frischer Urfprünglichkeit schwelgenden Hilfsprebiger zu entsagen. So endet das Stück, indem Georg wie ein Lamm, das zur Schlacht­bank geführt wird, mit seiner Braut zum Standesamt schreitet, während Heimchen in seinem Schmerz weinend zusammenbricht. Dem Dichter gegenüber ist der Geschmack verschieden und so bleibt der Darstellung in diesem Falle die schwierigste Arbeit bei dem Kampfe um den Sieg überlassen. Hier haben auch die Truppen unseres Ensembles gesiegt, denn die Dar­stellung war eine ganz vorzügliche, wie sie besser kaum eine größere Bühne zu bieten vermag. Die Jnszenierungs- kunst des Ober - Regisseurs Herrn Zeitz tat ihr bestes. Im Vordergründe des Jntereffes stehen natürlich die Vertreter der Hanptrolleu, Frl. Helliot und Herr Merk er. Das Bedrückende, Liebesehnende im Wesen des armen Heimchens brächte Frl. Helliot in Sprache, Miene und Bewegung ein­heitlich und ergreifend zur Geltung, sie quälte sich auch nicht mit dem harten unharmonischen Dialekt ab. In gleicher Weise verfuhr das andere Notstandskind Herr Merker als Georg v. Hartwig, der diese Rolle sympathisch mit echter Empfindung gestaltete. Ausgezeichnet war auch Frl. Urban als Braut Georgs. Durch ihre frische Naivetät schimmerte immer ein echtes weibliches Gefühl hindurch. Eine nette Leistung war die deS Herrn S ch n e i b e r als Hülfsprediger Haffke, der auch ganz vorzüglich ostpreußisch zu radebrechen verstand. Der grob­körnige Gutsbesitzer Vogelreuter wurde durch Herrn Fink vorbildlich verkörpert. Wie schon anfangs angedeutet, waren alle Mitwirkenden gut am Platze, sodaß es sich nur noch er­übrigt, zu registrieren, daß die lithauische Landstreicherin, Heimchens Mutter, durch Frau Wehn, Frau Vogelreuter in gewohnt vornehmer Weise durch Frl. I i r s a k,Plötz" durch Herrn R ö m e r wiedergegeben wurden. Die Vorstellung

den. Sie traf den Bataillonschef Kümmel aus Würgessen- an der Weser.

Beamteupersonal-Nachricht eu.

Ernannt: der Postinspektor Göbel inRinteln zum Post, direktor, der Landmesser Liedtke zu Rotenburg a/F. zum Oberlandmefser, der Referendar Rosen stock zum Gerichts- affesssr, der Rechtskandidat Zickendraht zum Referendar, der Ober-Postassistent S ch ug in Caffel zum Ober-Telegraphen- assistenten, der Ober-Telegraphenassistent Stock 2 zum Ober- Postaiststenten.

Bestellt: der Pfarrer extr. Mönch zum Hilfspfarrer an der Freiheiter-Gemeinde zu Cassel.

* Verlieben. Dem bisherigen Provinzialschulrat und Direktor des Provinzialschulkollegiums in Cassel, Ober- und Geheimen Regierungsrat D.Dr. Lah m eyer, wurde der Rote Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub verliehen.

* Pfarrftelle. Bewerber um die durch Versetzung ihres seitherigen Inhabers am 1. November d. I. zur Erledigung kommende Pfarrftelle zu W a l l r o t h, Klaffe Schlüchtern, haben ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an Königl. Konsistorium in Cassel einzu- reichen.

* Vevölkerungsziffern. Nach der bei dem städtischen Einwohnermeldeamt geführten Statistik hatte Hanau am 1. April der Jahre 1903 30 538, 1902 30 576, 190129944, 1900 29 846, 1895 27 655, 1890 25 029 Einwohner ein­schließlich der Garnison.

* Marktpreise. Im Monat September 4904 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 16.78, Roggen Mk. 13.23, Gerste Mk. 16.50, Hafer Mk. 13.95, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19., Speise- Bohnen (weiße) Mk. 29.38, Linsen Mk. 38.88, Eßkartoffeln Mk. 6.50, Richtstroh Mk. 3.80, Krummstroh W. 3., Heu Mk. 6.64, Rindfleisch im Großhandel Mk. 125.: Rindfleisch im Kleinhandel für 1 kg von der Keule Mk. 1.50, vom Bauche Mk. 1.30, Schweinefleisch Mk. 1.50, Kalbfleisch Mk. 1.40, Hammelfleisch Mk. 1.31, Speck (geräuchert) Mk. 1.90, Eßbutter Mk. 2.48, Eier 1 Schock = 60 Stück 4.99 Mk.

* Ladenpreise. Im Monat Septbr. 1904 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 kw Mehl zur Speise- bereitung Weizen 34 Pfg., Roggen 24 Pfg., Gersten-Graupe 44 Pfg., -Grütze 39 Pfg., Buchweizengrütze Pfg., Hafer­grütze 43 Pfg., Hirse 35 Pfg., Reis Java (mittlerer) 48 Pfg., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 40 Pfg., gelber (in ge­brannten Bohnen) 3 Mk. Pfg., Speisesalz 20 Pfg., Schweineschmalz 1 Mk. 35 Pfg.

* Durchschnittspreise. Der Durchschnitt der höchsten

schloß sich den bisher gegebenen bezüglich eines flotten Zu- sammeuspiels würdig an, sodaß wir unserer Freude und Genug­tuung, bisher nur fast tadellos zu nennenden Aufführungen beigewohnt zu haben, Ausdruck geben können.

Frünkfurter Theater.

Oppptthatts: Freitag den 21. Oktober 1904, abends 7 Uhr :Die lustigen Weiber von Windsor"' Komische Oper in 3 Akten von O. Ricolai. Samstag den 22. Oktober 1904, abends ^7 Uhr:Der Ring des Nibelungen", ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend von Richard Wagner. Zweiter Tag: Siegfried". (In drei Abteilungen.) Große Preise.

Schattspielhtrus: Freitag den 21. Oktober 1904, abends 7 Uhr:TraumuluS", tragische Komödie in 5 Akten von Arno Holz und Oskar Jerschke. Große Preise. Samstag den 22. Oktober:Die Welt, in der man sich langweilt".

Telegraphischer Wetterbericht der deutsche» Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 20. Oktober.

9 Uhr 37 Minuten.

Ein Maximum von 773 mm lagert über S^mesb deutschland, eine Depression unter 758 mm über Aordwes- rußland. In Deutschland ist das Wetter rußig, »vw, , e weise neblig, sonst trocken. . , IfS(S nfg.

Prognose für den 21. liges, sonst trockenes Wetter