Erstes Blatte
Hanmer U Anzeiger
«eznzSprettr
ViWt-rjLhrRch 1,80 Mk., monaüich 60 Pfg., für ai» wärüge Wonnemeu mit dem betresjenden Postcu^schlag.
Die einzelne Nummer kostet 10 Wg.
Geruckt und verlegt in der Buchdruckerei dÄ «rein. «. WatseuhaujeS in Hauau.
General-Anzeiger
Amtliihts Organ für Stob und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
SineLLulgSgebühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf* gespatteuiPetitzeile ober beten Staunt, für LuswärtLlb Pfg., im SiektamencheU die Zeile 2ö fßfgv
für Auswärts 86 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hauau.
Wt, 241 Ferusprechans^luß Nr. 605.
Freitag den 14. Öftrer
Fernsprechanschlnß Nr. 605.
1904
Amtliches.
Candkreis banau»
Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.
Aus Staatsmitteln können in Gemeinde-Obstpftan- zungen und Musteranlagen Beihilfen gewährt werden. Diese sollen je nach der Leistungsfähigkeit stets nur einen Teil der mit dem Ankauf und der Anlieferung der Bäume verbundenen Kosten ausmachen. Sie werden ferner nur dann bewilligt, wenn die klimatischen und Bodenverhältnisse sich für den Obstbau überhaupt eignen, die pflegliche Unterhaltung und Behandlung durch Uebernahme entsprechender Verpflichtungen, wie Bestellung von Baumwärtern gesichert ist und nur gutes iortenncheres Material aus einheimischen Baumschulen in möglichst wenigen anbauwürdigen Sorten verwendet wird.
Etwaige, nach Vorstehendem gehörig zu begründende Anträge auf Gewährung von Beihilfen im Jahre 1905 sind mir bis zum lZ. November d. Js. tinzureichen. Dem Anträge ist ein Kostenanschlag beizufügen und anzugeben, in welcher Höbe die Beihilfe erbeten wird.
Hanau den 7. Oktober 1904.
Der Königliche Landrat.
V 7070 v. Beckerath.
Stadtkreis banau. BeklumtmMuMn des Oberbürgermeistera uttes.
Bekanntmachung.
Nachdem der Fluchtlinienplan für die verlängerte Ramsay- straße durch Beschluß vom 4. d. Mts. förmlich festgestellt worden ist, liegt derselbe gemäß § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im Ratbause Zimmer Nr. 21 während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen.
Hanau den 10. Oktober 1904.
Der Magistrat.
I. A,t Schmidt.____________19209
Die Brücke über die Hanau—Friedberger-Eisenbahn im Zuge des Lauoweges von Erbstadt nach Kaichen darf vorläufig nur mit Wagen von höchstens 80 Zentnern Gesamtgewicht befahren werden.
Hanau am 12. Oktober 1904.
Wohlfarth,
Baurat. 19236
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 Kinder-Korallenarmband mit goldenem Schlößchen, 1 Visitenkarlentäschchen mit einer Radfahrerkarte für Marlba Hechtle, in Papier eingewickelt 1 graugestreifte Hose, 1 Paar neue graue Socken und 1 brauner Filzhut, 1 Bierzipfel mit egyptischen Abbildungen, 1 Umhang.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 1 Mk. Inhalt, 1 Mette Peitsche, 1 kathol. Bibliiche Geschichte, 3 Mark bar.
Hanau den 14. Oktober 1904.
--»-——»—.....-......... .»—»Ji । . ■. ■ l..l.n1Ll.l..'Lg*.
Mus banau Stadt und Cand,
Hanau den 14. Oktober.
Historische Gedenktage.
14t Oktbr. 1648. Unterzeichnung des westfälischen Friedens, durch welchen die Abtei Hersfeld mit Hessen Cassel serhunbett wurde.
14. Oktbr. 1806. Schlacht bei Jena, infolge deren das Kurfürstentum Hessen von Napoleon durch daS Mortier- sche Korps okkupiert wurde.
14. Oktbr. 1808 starb der ehemalige kurheistsche StaatS- nnmfter Friedrich Sigmund Waitz von Enden, genannt Hilchen, (Enkel des früheren hesien-cassel'ichen, zuletzt preugtschen Slaatsministers Jakob Sigmund Reichssreiherrn Waitz von Eschen).
* Mitteilung der Handelskammer. Laut Mitteilung der Kanertichen Oberpostsirektion ist Hanau zum Sprech- verkehr mit Potw, Fu'da zum Sprechverkehr mit den wichtigsten Orten Luxemburg'S unbeschränkt, mit Bremerbaven, Geestemünde, Lebe und Lübeck während der verkehrsschwachen Tagesstunden zuoelassen worden.
* Biehfenchenabgabe. Der Landesausschuß hat in seiner Sitzung vom 9. v. M. beschlossen, für das Jahr 1905 b'e Erhebung einer einfachen Viehseuchenabgabe für Pferde ul«- — 98 9Sf.. für tebpä Stück — und einer da un ° lten
Abgabe für Rindvieh — 10 Pf. für jedes Stück — anzuord- nen. Zur Erhebung der doppelten Abgabe für Rindvieh ist die nach § 10 dieses Reglements erforderliche Genehmigung des Herrn Oberpräsikenten erteilt worden.
* Stärt. Elektrizitätswerk. Jui Betriebsjahre 1903/04 erzielte das städtische Elektrizitätswerk seit der Eröffnung des Betriebes gum ersten Male einen Ueberschuß, der 5407.88 Mk. beträgt und als erste Abschreibung Verwendung finden wird. Im Jshre 1902/03 war von feiten der Stadt- kasse noch ein Zuschuß von 17 967.99 Mk. erforderlich, lodaß sich die Mehreinnahme gegen das Vorjahr auf 23 375.87 Mk, beläuft.
* Stadttheater, „Rose Bernd". Auf die heute stattfindende Aufführung von Hauptmann's trefflichem Schauspiel: „Rose Bernd" möchten wir nochmals ganz besonders Hinweisen. — Ueber das am Sonntag erstmalig in Szene gehende neue Werk Stobitzers: „Höhenluft" schreibt das „Münchener Tageblatt" unter anderm: „Es ist ein Stück, über das man herzlich lachen kann. Besonders anzuerkennen ist der feine, pointenriiche Dialog. Das gefällige Stück hatte einen hübschen Erfolg, man verließ das Theater mit dem bebag- lichen Gefühl, wieder einmal eim n recht vergnügten Abend verlebt zu haben." Ferner: „Stobitzer hat einen glücklichen Griff getan und mit viel technischem Geschick und gutem, zum Teil sogar originellen Einfällen ein reitendes Lustspiel geschrieben. Der Erfolg des Abends war unbestritten, was im Münchener Schauspielhaus, diesem Forum internationale, etwas heißen will." — Jedenfalls ist ein interessanter und amüsanter Theater- Abend zu erwarten.
* Das erste Abonnementskonzert des Ora- tortenvereins wird, wie schon gemeldet, erst am 6- November staiifinsen: die Hauptprobe am 5. November. Wesen ver- schievener eingetretener Hindernisse konnte der 23. Oktober für die Aufführung der „Jahreszeiten" nicht beibehalten werden.
* Zur Wiener Mordassäre. Der in die Wiener Mordaffäre verwickelte, aus Hanau gebürtige Ziseleur Klein war früher öfters in Hanau zu Besuch. Er hat seiner Dienstpflicht beim 143. Infanterie-Regiment genügt und auch Re- seroeübungen in Deutschland, irren wir nicht, sogar in Hanau, absolviert.
* Jagdunfall. Ein Landwirt aus Lieber (Kreis Geln- hausen) wurde auf der Jagd von einem Hirich derart gegen den Leib gestoßen, daß er ärztlich Behandlung in Anspruch nehmen mußte. An den Folgen der durch den Stoß erlittenen Verletzungen ist er gestorben.
* Frost. In der verflossenen Nacht hatte es stark gereift.
* Gelegentlich der Jagdsaison ist bei verschiedenen Eisenbahndirektionen eine bemerkenswerte Neuerung zur Einführung gelangt. In den Züaen, welche erfahrungsgemäß viel von Jägern zur Fahrt nach dem Revier benutzt werden, sind nämlich sogenannte Jägerabteile eingerichtet und durch ein Schild kenntlich gemacht worden, welche die Jäger mitsamt ihren Hunden gemeinsam besetzen dürfen. Dadurch wird einesteils den Jägern eine angen^me Reiseerleichterung geschafft, und außerdem wird Zusammenstößen mit renitenten Frbrgästen vorgebeugt, welche oft gegenüber den Jägern eine nicht ganz einwandfreie Haltung einnehmen und sich durch das Mit- sühre« kleiner Wildstücke belästigt fühlen.
o Hochstadt, 13. Oktbr. (Ausstellung.) Der hie- sige Obstbauverein hält Sonntag den 16. und Montag den 17. d. M. seine erste Obst-Ausstellung im Saale des Gastwirts Georg Rauch ab. Trotzdem die Ausstellung die erste ist, verspricht sie doch eine sehr reichhaltige zu werden. Die Mitglieder des Verein- werden verschiedene gute Sorten Aepfel, Birnen, Trauben usw. aulzuweisen haben und es dürfte sich für Interessenten lohnen, die Ausstellung zu besichtigen, da viel Ausstellungsgut davon noch abzugeben ist.
Sprechsaal. für die unter dieser Rubrik «ingesandiru Slotiieit übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei ÖerantroOrtung.
Volksbad.
Jetzt, nachdem die herbsttiche Stimmung auch auf dem Main sich ausgebreitet hat, erlauben wir uns, einen Rückblick auf unser Volksbad zu werfen und einen Wunsch zu äußern, der gewiß den Beifall derjenigen finden wird, die in der Bade- saiisn unser Volksbad täglich besuchen. Unser Volksbad war auch in diesem Jahre gut verwaltet und beaufsichtigt. Da ist Herr Kaspir Adam so recht der geeignete Mann dazu, indem er strenge Aussicht ausübt und keine Aus'chreilungen duldet. Eine sehr große Anzahl Volksichüler erhielten Schwimmunterricht, aus demselben sind eine stattliche Anzahl als Freischwimmer hervaroeaannen. Es ist dies ein febr erfreuli&er Eriola der 1
mühevollen Arbeit, die sich der Aufseher nicht verdrießen läßt. Der beste Beweis für die Sicherheit unseres Bades ist wohl der Umstand, daß bis jetzt noch keinerlei Unfälle zu verzeichnen waren. Und dennoch haben wir einen Wunsch, und der betrifft die Aus- und Ankleidebube, die Ausbewahrung der Kleider. ES hat sich in diesem Jahre gezeigt, daß die Halle viel zu klein ist und man teilweise genötigt war, sich im Freien, in den Uferweiden zu entkleiden, was sehr bedenklich für die Sicherheit des Eigentums ist. Eine Uebersicht ist ebenfalls nicht gut möglich. Der Kostenpunkt für eine Vergrößerung der alten, oder eine neue zweite Halle dürste wohl nicht allzre hinderlich sein. Wir boffen, baß unsere Stadtbehörde dieser Anregung ihre Aufmerksamkeit schenkt und unser Wunsch Entgegenkommen findet, denn die Zahl der Badenden im Volksbad wird mit jedem Jahre größer.
Mehrere Besucher des Volksbades.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 14. Oktober. 9 Uhr 36 Minuten.
Ein Maximum über 776 mm lagert über Mittel- schweden, eine Depression unter 762 mm über Südwesteuropa. In Deutschland ist die Witterung ruhig, vielfach heiter, stellenweise ist Nachtfrost eingetreten, im Osten ist Regen gefallen.
Prognose für den 15. Oktober: Meist heileres, trockenes Wetter und vielfach Nachtfrost wahrscheinlich.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 13./10.
Sehr trocken
Beständig
Schon
Beränderlich —=j
Regen (Wind)^O-M
Viel Regen 740—H^
Sturm
72O.JIII
710_^
Dmmmr Vereins- «. Uergnagnngisnachvichtet,
für Freitag den 14. Oktober.
Stadttheater: .Rose Bernd"' Anfang 7 Uhr.
Restaurant „Germania": Kariert des Damen-Orchesters „Gisela'.
Turn-u. Fechtk'nb: Abmds 6—7'/» Uhr: Turnen ocr Damenabteilung, 8'--10 Uhr: Rechten.
Turngrüllschast: Abends "an 7-9 Uhr: Turnen derZugendabteilung. Turnverein: Abends von 7—9 Uhr: Turnen.
s». Männer- n. M-oUngsverein: Untersa'tungLahend (®n. Vereinst;.) Katholischer Gefellen-Verein: VereinSabend im „Brausiüb'l".
Verein'. Homdoparbie u. RaturbeiKun^e • VereinSabend (Stadt Bremen). Erster Hananer Kellnerserein: VereinSabend in der .Harmonie'. Hanauer Kellnerverein (zegr. 1881): VereinSabend bei Ulsamer.
Klub .Amicitta': VereinSabend im GastbauS „zum Elephanten' Sänger-Quartett: BrreinSabmd in der Brauerei Dritter.
Klub der „Harmlosen": Gemätl. Zusammenkunft im „Frmlkfnrter Btm'. Klub „SchlarMa": VereinSabend in der Restauration .Allemania'. Klub „silratenntos": Klubabend in den ,8 Schwanen" (Kirchstrahe). Klub ,^e-tz" sStamwtischl: Restaurant „Carlsbero".
Frarzosischer Klub: 9O2 Uhr Restauration ,5. BernhardSeck". «verkesveder Stenographen - Verem: Eortbil^ungSkursuS „zur Sonne". Boucle-Klub 1896: Klubabend im »Kaiser Friedrich".
Gabclsberoer Stenographen--Verein im Gasthaus ;u her „3 Rindern". Abends dou 9—10 Uhr UebnnoSftundc: Redeschrift.
Gesellschaft „Scharfes Eck': VercmSabend.
Athletenklub .Germania": Riegenstemmen und Ringen der 1« 2. und 8. Masse (.zum großen Kurfürsten').
Stemm- u. Rinq-stlub .Eiche": Abends 9 Uhr: Stemmen, Ringen Stthtüoben (Restauration .zum Sandbof').
Gesellschaft „Lustige Brüder", bei Heinrich Vowinkel.
Hus Nah und fern,
Fulda, 13. Oktbr. Gestern hat die feierliche Eröffnm-!. des „St. A n t 0n iuShei ms", einer Pflege- und Erziehungsanstalt für katholische Idioten der Provinz Hest«v' Nasfau, stattgefunden. Dieses unter Leitung von varmhe^ g 3TÄ«MW s Ä ÄÄ"«^ H-"« soll ebenfalls in dieser Geaend aestanden haben.