Erstes Blatt.
nauer
«ezagSPrelsr
vierteljährlich 1,80 Mk., monattich 60 Pfg., für au3* wärtige Wonuemeu mir dem betreffertden Postauffchlag. Die emzelnc Nummer kostet 10 Pfg.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Srgtn für Steil- mi fesikrtis A»»«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Anzeiger
Eirrrückmgsgebühr
Für Stadt- trab Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf- gsspasttttz Petstzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Psg„ für Auswärts 35 Pfg.
Derantworü. Redakteur: G. Schrecke» m Hanau.
Nr. 230
FernsPreÄansKnß Nr. 605.
Sa^staa den L Oktober
Fernsprechanschsnk Nr- 605.
1904
' Amtliches.
Stadtkreis Rian a u Bekanntmachung.
des
Alle Wagen, welche zur Befördernng Publikums nach und von dem^Theater dienen, haben von der Südwefi-Seite, der gelben Mauer aus, anzufahren und nach der Nordoft-Seite, der Bangerisiraße, abzukahren. Ein Anfuhren in entgegengesetzter Richtung ist unterfagt.
Die zum Abholen der Theaterbesucher bestimmten Wagen haben auf dem freien Platze, bezw. der Straße der Südwestseite des Theaters zu warten und in der Reihenfolge ihrer Ankunft
rorzufahren.
Hanau am 29. September 1904»
Königliche Polizei-Direktton.
P 7891
v. Beckerath
Stadtkreis Ban au, DekmmtMchunM des Oberbnrgermeisierümtee.
Bekanntmachung.
Arbettsuchende in der Zeit vom 24,—30. Septbr. 1904 t
1 Spengler,
1 Emaillenr,
1 Packer,
1 ^ahrbnrfche,
5 Tagelöhner.
Hanau den 1. Oktober 1904.
Städtisches ArEsamL
18270
Handelsregister.
Firma Knnfigießerei „Wilhelms" W. Emmerich LCo. in Kesselstadt: Dir Gesellschafter, Schreiner Friedrich Emmerich und Zeichner Wilhelm Kling sind ausgeschieden und damit die offene Handelsgesellschaft aufgelöst. Das Geschäft wird unter der veränderten Firma „KttNftgießerei Wilhelms Konrad Börtzel" in Keffelstadt von dem seitherigen weiteren Gesellschafter Kaufmann Konrad Börtzel als Einzelkaufmann fortgeführt. Derselbe hat dem Kaufmann Heinrich Hein zu
Offenbach a. M. Prokura erteilt.
Hanau den 28. September 1904.
Königliches Amtsgericht 5.
18319
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Teil von einer Acetyleu-Fahrradlaterne, 1 blaue Schülermütze, 8 Stück frisch gewaschene Taschentücher (gez. 8. G.), 1 braune Herren-Jacke mit grünen Streifen, 1 Schrotleiter, 1 Peitsche, 1 Fahrradschloß, 1 Milchkanne.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 4 Mk. und mit 2 Musterlöppchen, 1 Portemonnaie mit 50 Pfg. und einer Schirmmarke von Hein,Finger, 1 gestickter Läufer.
Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzem Kopf ,unb schwarzen Flecken auf dem Rücken, Halsband und einer Hundemarke Nr. 1386 G. H. H.
Hus Danau Stadt und £and.
Hanau den 1. Oktober.
Historische Gedenktage.
1» Oktbr. 1344. Vertrag zwischen Landgraf Heinrich dem Eisernen und dem Grafen Johann von Ziegenhain, den Bau der Burg auf dem Gerstenberge bei Allendorf betreffend. Der Bau dieser Burg wurde in den Jahren 1344 bis 1350 ausgeführt, und die Burg nach ihrer Vollendung die Landsburg genannt. Ihren Namen trügt jetzt an^, nachdem sie selbst schon seit dem 16. Jahrhundert in Trümmern liegt, der Berg, dessen eigentlicher Name über die Burg in Vergessenheit gekommen ist, und nach dessen neuem Namen wird jetzt auch das unter demselben liegende Dorf (jetzt Allendorf statt Altendorf) bezeichnet, während damals der Berg nach dem Dorfe bezeichnet wurde.
Oktbr. 1455 leistete Graf Otto III. von Walbeck und dessen Sohn Otto IV. Verzicht auf Ziegenhain, Nidda und Lißberg, worauf Otto III., als Sohn der Lchivester von Johann bem Starken, Agnes (vermählt an den
Grafen Adolph von Waldeck) Ansprüche hatte.
1. Oktbr. 1539» Anfang des Religisnsgespräches zu Marburg zwischen Luther und Zwingli.
1. Oktbr. 1586» Schriftliche Ermahnung Landgraf Wilhelms IV. an seinen Schwestersohn, Herzog Friedrich von Holstein-Gottorp, einer von den unzähligen Briefen, in denen sich Landgraf Wilhelm als den Weisen zeigt. „Nicht zu Lust oder Wohlleben" heißt es in diesem Brief, „habe Gott den Regenten zeitliche Güter gegeben, sondern zum Schutz seiner Kirche und der ihm anvertrauten Vöcker."
1. Oktbr. 1735 starb der hesstn-csssel'sche Generalleutnant und Staatsminister Jakob Friedrich, Freiherr v. Settler.
1. Oktbr. 1813 zog das Czernitschm'sche Korps in Cassel ein, und General Czernitschen erklärte durch eine Proklamation das Königreich Westfalen für aufgehoben.
2. Oktbr. 1631 wurde Nehrirwen von den Tilly'schen Truppen geplündert und verwüstet. — Gefecht in Ziegen- Hain gegen Tilly, und Abbrennung der Vorstadt Weichhaus.
2. Oktbr. 1726 starb der hessen-cassel'sche Geheimerm und Kanrler zu Cassel, Justus Hermann Vultejus.
2. Oktbr. 1752. Rezeß zwischen Hessen- Darmstadt und der Witwe des verstorbenen Landgrafen von Homburg Friedrich Karl Ludwig Wilhelm, Ulrike Luise, geborene Fürstin von Solms-Braunfels, wonach dieser die anfangs von Darmstadt augefochtene vormundschaftiiche Regierung überlassen wurde.
* Der Kirchengesangvereirr der Johanniskirche unternimmt morgen nachmittag einen Ausflug nach WilhelmsJad. Das vorgeschme Prograimn ist ein sehr abwHseiungsreicheI. Freunde des Vereins können eingeführt wervcn.
* Freigerichter Kleinbahn. Die für heute beabsichtigte Betriebseröffnung der Freigerichter Kleinbahn wird vorausnchiiich erst am 14, d. M. stattfinden.
* Stabttheater. In Folge verschiedener Todesfälle^ ist eine Anzahl bester Plätze im 1. Rang für diese Spielzeit frei geworden und können Neuanmelbungen zum Abonnement noch bis zum 9. Oktober erfolgen. Nach diesem Zeitpunkt tritt eine lOprozentige Erhöhung der Preise ein.
* Stavttheater. „Rose Bernd." Auf das morgen als Eröffnungs-Vorftellung erstmalig in Szene gehende neue Schauspiel Gerhardt Hauptmanns: „Rose Bernd" sei nochmals besonders hingewiesen. In der hiesigen Einrichtung find diejenigen Stellen gemildert, die vielleicht bei einem Teil des Publikums hätten Anstoß erregen können und dürfte das Schauspiel deshalb auch hier einen großen Erfolg erringen, zumal die Besetzung der Hauptrollen die denkbar günstigste ist. Der erste Vorverkauf findet heute Samstag nachmittag' von 4—5 Ubr an der neuen Tageskaffe im Vestibül statt.
§ Gesangverein ,,Snrnser." Wie bereits bekannt gegeben, findet das diesjährige Konzert am Donnerstag den 20. Oktober statt. Außer Frau Beatrix Kernic von der Frankfurter Oper ist als zweiter Solist der bekannte und beliebte Cellist Herr Hugo S ch l c m ü l l e r gewonnen worden. Liste zirkuliert, ebenso sind Karten in den beiden Buchhandlungen zu haben. Das Programm wird dieser Tage veröffentlicht.
* ftttttzballsport. Morgen Sonntag den 2. d M. beginnen die Verbandswettipiele um die süddeutsche Meisterschaft. Der 1. Hanauer Fußballklub 1893 spielt sofort in 3 Klassen. Die erste Mannschaft wird der gleichen des Offenbarer Fußballklubs „Kickers" auf dem Sport» platz an der _ „Schönen Aussicht" gegenüberstehen. Die zweite und dritte Mannschaft begeben sich nach Offenbach, um gegen den O. F.>K. „Germania" 1. resp. O. F-.-K. „Kickers" 2. Mannschaft das erste Spiel auszufechten. Wir wünschen dem strebsamen Verein guten Erfolg.
* Um die Meisterschaft in der 1. Klaffe des Verbandes Süddeutscher Fußballvereme wird morgen Sonntag, den 2. Oktober, nachmittags Punkt 3 lkhr, der Darmstädier Fußballklub „Olympia" gegen den Hanauer Fußballkiub „Viktoria 1894" im Wettkampfe stehen. — Gleichzeitig spielt die II. Mannschaft der Hanauer „Viktoria 1894" gegen die I. Mannschaft der „Hanauer Fußballgesell'chaft 1899" im Ver- baudsipiet 2. Klasse. Beide Spiele finden auf dem Exerzierplätze statt. Die Spiele werden von großem Interesse sein und Gönner und Freunde des Fußball'portS sicherlich nicht ab- halten, einen Spaziergang am Sonntag nach dem Exerzierplätze zu machen. Nach den Wettspielen findet im Verems- lokale (Gasthaus „zum colbiten Rad") ein gemütliches Zusammensein statt.
* Gaumeisterschafts-Wettspr-l. Morgen Sonntag den 2. Oktober spielt der „Hanauer Fußball- und Cricketklub" gegen den Darmstädter Fußballklub „Olympia" auf seinem Sportplatz „am städtischen Wasserwerke II", Leipzigcrftraße, im Gaumeisterschafts-Wettspiel 3. Klasse, und empfehlen wir dem sportliebenden Publikum einen kleinen Spaziergaug nach dem schön gelegenen Sportplätze 51t unternehmen, zumal das Spiel sich jedenfalls zu einem interessanten gestalten wird.
Die heutige Nummer umfaßt außer der»» Unterhaltuttgsblatt 16 Seite«
* Familieuabend der Tttritgemeinde. Wir machen daran aufmerffam, daß die Eintrittskarten an Gäste für den morgen abend von 7 Uhr an in den Sälen des Vereinshauses der Turngemeinde siatt- findenden Faminenabend Sonntag vormittag von 11 bis halb 1 Uhr ausgegeben werden. Auf das zur Durchführung kommende reichhaltige Programm haben wir bereits an dieser Stelle hingewiesen.
* Kaiser-Panorama. Nachdem uns das „Kaiser-Panorama" hierselbst im Saal „zur goldenen Gerste" in das herrliche Tirol (Puscer- tal) geführt hat, läßt uns die Direktion in der nächsten Woche eine hochinteressante Wanderung durch Rom in den Kaisertagen und den Vatikan mit seinen Kunstschätzen antreten, woselbst auch int Privat- Audienzraum die letzte Aufnahme des Papstes Leo Xlli. gemacht wurde. Bei der großen Anerkennung, welche das Institut seit seiner Eröffnung gefunden hat, können wir eine Besichtigung der Reise nur bestens empfehlen und hoffen durch diesen Hinweis des Dankes der Besucher sicher zu sein.
* Roobevts Zaubertheater. Im „Deutschen Huris" wird morgen abend noch eine, und zwar die unwiderruflich letzte Vorstellung von Rooberts Zaubertheater stattfinden unter Mitwirkung des größten Weltwunders, des einzigen existierenden Haarathleten, „Sascha". Sämtliche Trics des Herrn Sascha werden einzig und allein mit dein Haar ausgeführt ohne besondere Apparate oder mechanische Vorrichtungen. Herr Sascha benutzt nur gewöhnliche Stahlkämme, welche in einer sehr einfachen Weise int Haar befestigt werden und die verschiedenen Gewichte daran gehängt. Das Haar ist trotz der Stärke seidenweich und mikroskopisch betrachtet flach. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß sämtliche Gewichte freischwebend getragen werden, wodurch der Druck am Haar und das Gewicht um ein Bedeutendes verstärkt wird. Herr Sascha ist bis dato der einzige gewesen, der imstande war, eine Produktion dieser Art zu liefern.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad großes Konzert der Kapelle des Ins. - Regts. Heffen- Homburg Nr. 166 statt.
* „RheingolD". Herr C. Ä. Schußler, der bisherige Wirt der „Centralhalle", hat das bestrenommierte Wem-Rettanrant „zum Rheingold" übernommen. Er wird eS sich angelegen sein lassen, eine gute Küche zu führen, wie auch durch Verabreichung guter Weine zu verschiedenen Preisen allen Ansprüchen gerecht zu werden.
* Das Hahnenkammhans ist täglich geöffnet.
* In Untersuchungshaft genommen würbe der Ka- sernenmärler T., der verdächtig ist, den kürzlich gemeldeten Einbruchsdiebstahl in der Kantine des Ulanenkasernements verübt zu haben.
* Von der Transmission erfaßt wurde gestern morgen in einer hiesigen Brauerei ein Weißbinder, der dadurch Fleischwunden am Arme davontrug.
* Stadtgraben. Interessenten zur Nachricht, daß Montag, 3. Oktober, der Stadtgraben behufs Reinigung und Durchströmung abgelassen wird.
)( Langenselbolv, 1- Oktbr. (Delegiertenver- sammlung.) Montag den 3. und Dienstag den 4. Oktober findet hier eine Delegierten-Versammlung des Hessischen Volksschullehrer-VereinS statt, zu der bis jetzt schon über 120 Anmeldungen eingetroffen sind. Rechnet man uoch^ die aus der näheren Umgebung, Hanau, Frankfurt u. fu». eintreffen- ben Lehrer hinzu, so darf man die Zahl der Gäste, die Montag und Dienstag hier sein werden, auf 200 schätzen. Montag von 2—6 Uhr wird eine Vertreter-Verjammlung bei^E i n - s ch ü tz abgehalten, an die sich bann um 6 Uhr daS Festessen bei S ch w e i n s b e r g e r anschließt. Der Fest-Kommers beginnt abends 9 U6r bei Einschütz. Die Mustk stellt die Kapelle des Jnf.-Regis. Nr. 166 zu Hanau, außerdem wird der Gesangverein „Sängerlust" durch Vortrag verschiedener Chöre Abwechslung in das Programm bringen. Es ist das erste Mal, daß der Hessische Volksschullehrerverein Jn einem Dorfe tagt. Da lag nun die Frage nahe, ob es möglich sein würde, alle Gäste unterzubringen. Das überaus freundliche Entgegenkommen der hiesigen Familien aber hat alle Befürchtungen zu nichte gemacht, und der Wohnungsausschuß dürfte kaum in die Lage kommen, alle Quartiere in Anspruch zu nehmen. Wenn auch die Lehrer-Versammlung lediglich der Besprechung wichtiger Vereinsangelegenheiten gewidmet ist, 10 konnte es sich die hiesige Lehrerschaft doch nicht versagen, durch Veranstaltung eines gemeinsamen Mahles sowie eines Kommerses der Einwohnerschaft Gelegenheit zu geben, einige fröhliche Stunden mit ihren Gästen zu verleben. Indem die Lehrer Langenselbolds schon jetzt den vp. Familien für ihre Bereitwilligkeit, die fremden Gäste aufzunehmen, danken, geben sie sich der angenehmen Hoffnung bin, daß sowohl die hitsigen Bebörden als" auch die übrigen Gemeindeglieder durch Beteiligung am Festessen, namentlich aber am Kommers ihre Anteilnahme an der festlichen Veranstaltung kundzebe«. Zugleich wird gebeten, dem Orte durch Aushängen Donöaon •• ein festliches Gepräge zu verleihen. Festkarten 4 ■ 4^ sind bei servil Lehrer Siemon sowie «n
* Hüttengtsaß, 1- ^^- (Äa^ verein „Vorwärts" hält morgen «sonntag folgender Tanzmusik ab.