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Erstes Blatt.

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W^ AM fit Ä= MnWWaMn.

Waisenhauses in Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 2 2 5 Fernfprechanschluß Nr. 605. Mgntaa den 2 6. Sevtember

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Deräulwortl. Redakteur: G. Schreckte in Hanau.

FernspreLanschlnß Nr. 605. 190 4

Amtliches.

Candkreis hanau.

Wmmtmachmgen des Kömgl. LandratsamLes.

In der Gemarkung L a n g e n s e l b o l d ist die

Schweinesettche erloschst».

, Die Gehöftssperre wur'-e aufgehoben.

Hanau den 23. September 1904.

Der Königliche Landrat.

V 6705 I. A.: Conra d, Kreissekretär.

ADtislße WMemitelmsHelle,

Langstraße Nr. 41.

Kostenfreie Arbertsvermiitelung werktäglich vorm.

S^s11 Uhr, nachm. 56 Uhr.

Daselbst kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetzgebung (Unfall-, Invaliden-, Krankenvers.-, Gewerbe- gerichts- u. s. w. Gesetze) werktäglich 1012^2 Uhr. 6481

politische Rundschau,

Der Kronprinz ist gestern abend 8 Uhr von Gelben- , fände nach Aken an der Elbe abgereist.

Als Wohnsitz des Kronprinzen nach seiner Vermählung ist nunmehr das Sladtschloß in Potsdam be­stimmt. Das junge Paar wird dieselben Räume bewohnen, die der Kaiser mit seiner jungen Gattin einst als Prinz Wil­helm bewohnt hat. Es sipd dies die im ersten Stockwerk be- legenen Zimmer zwischen der Engeltreppe und Schloßrampe, und zwar das Vronzezimmer, die Neuen und Russischen Kam­mern, das blaue, das gelbe Zimmer, das etrurische Eck- und (die vier sog. Kaiserzimmer. Eine größere Anzahl Bauhand« werker sind jetzt mit der Herrichtung der Räume beschäftigt, die im wesentlichen unverändert bleiben. Auch die Räume, welche im ersten Stockwerk des Stadtschlosses nach der Humboldt- straße zu liegen, werden zu Kavalierwohnungen eingerichtet. Die Zimmer, welche einst Friedrich der Große bewohnte, bleiben indessen unberührt. Der im Lustgarten bei dem Regierungs­gebäude im Bau begriffene Marstall erfährt eine derartige Ver­größerung, daß er 40 Pferde aufnehmen kann.

Danksagung der Fürstin Bismarck. DieHam­burger Nachrichten" veröffentlichen folgende Danksagung der Fürstin Bismarck: Friedrichsruh den 24. September. Während der Krankheit und nach dem Tode meines geliebten Mannes sind mir aus allen Kreisen unserer Freunde, von Einzelnen und von Vereinen, von nah und fern so viele Beweise der Teilnahme zugegangen, daß es mir leider unmöglich ist, jede

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Feuilleton.

Das Wahllaaer bei Bergen.

(Vom 23. September bis 17. Oktober 1790.) (Schleucher- Selbold.)

Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

I. Teil.

Am 17. Sept. setzten sich die Truppen bei Cassel in Bewegung und marschierten in 3 Kolonnen über Marburg der Wahlstadt zu. Indessen war der Lagerplatz ausgesucht und dazu das Blachfeld bei Bergen gewählt worden. Von hier aus konnte man Frankfurt vollständig übersetzen, dazu war das Land bis vor das Fried- berger Tor daselbst Stoppelfeld, auch die Stadt mittelst der auf dem rechten und linken Flügel befindlichen guten Wege in 2 Kolonnen zugleich auf das geschwindeste zu erreichen. Der rechte Flügel des Korps, nämlich die Kürassier- und Infan­terie-Brigade von Bork, würde in jenem Fall unter dem Kom­mando des Landgrafen mit einer Kavallerie Avantgarde rechts abmarschiert auf der Friedberger Chaussee nach dem Reuen Tor vorgerückt sein, bei der Warte eine Reserve zurückgelassen und nach Befinden etwas nach dem Eschersheimer-, Bocken- Heimer- und Gallustore detachiert haben. Der linke Flügel dagegen, nämlich die leichten Truppen, die Dragoner und die Infanterie-Brigade von Hanstein unter dem General-Leutnant von^ Kospoth würde, mit den Jägern zur Avantgarde, über Seckbach und Bornheim links abmarschiert sein, vor Born­heim eine Reserve zurückgelassen und seinen Weg nach dem Allerheiligentor genommen habe». Beide Kolonnen konnten ich dann gegebenen Falles auf der Bornheimer Heide oder den ehemaligen Wahlfeldern vereinigen. Die im Rücken des Lagers liegenden Orte Bergen, Enkheim und Seckbach, sowie die^ unweit vorüberfließende Nidda konnte so, wie 1759 die öu§ 44 Schwadronen und 47 Bataillonen usw. bestandene sranzösische Armee des Herzogs Broglio, das Lager mit Wasser

Kundgebung besonders zu beantworten. Ich werde den Zeitungen dankbar sein, wenn sie durch die Aufnahme dieser Worte allen, die in den letzten schweren Tagen meiner und meiner Kinder mit Liebe gedacht, und ihr Mitgefühl durch die Spendung prachtvoller Blumen zum Ausdruck gebracht haben, meinen warmen, herzlichen Dank bekannt geben wollen. Fürstin Bismarck.

Parlamentarisches. DieBerliner Politischen Nach­richten" melden, dem Landtage werde wiederum die Vorlage zur Wohnungsbeschaffung für Arbeiter und geringbesoldete Be­amte zugehen, hingegen werde das im Entwürfe bereits ver­öffentlichte Wohnungsgesetz dem Landtage kaum schon in der nächsten Tagung zugehen. Nach der gleichen Korrespondenz halte die jüngst abgehaltene Besprechung der zuständigen Re« gierungsorgane das Ergebnis, daß jetzt eine genaue Anweisung zur Ausführung des Paragraphen 13b der Ansiedlungsgesetz- novelle ausgearbeitet wird.

Der nächste preußische Staatshaushalt dürfte eine Neuordnung der Besoldung der Kreistierärzte bringen. Wahrscheinlich werden die 461 im preußischen Staate vor­handenen Kreistierärzte in drei Altersgruppen geteilt werden, von denen zwei je 153 und eine 155 Stellen-Jnhaber um­fassen würden. Die pensionsfähigen Gehälter dieser Stellen- gruppen werden verschieden gestaltet werden. Es dürfte aber auch noch eine Summe im Etat bereit gehalten werden, um Zulagen gewähren zu können, die in einzelnen Fällen, z. B. im Grenzdienst, bei Armut der Bevölkerung, bei schlechten Brr- kehrsverhältnissen usw., ausgleichend wirken sollen.

Das Befinden des Königs von Sachsen. Die in auswärtigen Blättern verbreitete Meldung, daß der Zustand deS Königs bedrohlich sei, ist unrichtig. Der Königchatle eine gute Nacht. Sein Zustand ist zufriedenstellend.

Attsstandsbewegung. Marseille, 25. Septbr. DaS von den Arbeitgebern und ausständigen Dockarbeitern eingesetzte Schiedsgericht hat heute früh das Urteil gefällt, nach. dem der Vertrag vom vorigen Jahre aufrechterhalten werden' soll. Die Dockarbeiter wollen das Urteil nicht anerkennen, weil dieser Vertrag den Arbeitgebern die Freiheit gewährleistet, organisierte oder Nichtorganisierte Arbeiter einzustellen. Brest, 25. Septbr. Gestern abend hielten 2000 Arbeiter eine Versammlung ab, in der sie gegen den Runderlaß des Marinepräfekten und gegen die von der Arsenalverwaltung eingenommene Haltung Einspruch erhoben. Nach Schluß der Versammlung zogen die Teilnehmer derselben durch die Straßen der Stadt, wobei sie revolutionäre Lieder sangen und den Präfekten verhöhnten. Die Polizei trieb die Menge aus­einander. Victoria (Britisch Kolumbien), 24. Septbr. Die Maschinisten auf der Strecke Winnipeg-Vancouver der

versehen, auch konnte hier die Fourage untergebracht und etwaige Kranke eingelagert werden.

Die aus Hanau am 23. September angelangten 3 Ko­lonnen vereinigten sich bei Vilbel und rückten dann nach dem Hauptsammelplatz bei Bergen ab: bald erscheinen auch die ver­schiedenen Truppenteile aus der Grafschaft Hanau unter Kos- poth auf der Straße von Hanau und Bereinigten sich mit den ersteren. Landgraf Wilhelm nahm dann den Lagerplatz in Augenschein. Dieser vereinigte das Angenehme mit dem Nütz­lichen und die reizende Aussicht, welche der bedeutungsvollste Ort des Lagers, die Warte, gewährte, mußte frohe Mengen herbeiführen und sie für einen Besuch des Lagers belohnen. An 50 Ortschaften beschäftigten ringsumher das Auge in ab­wechslungsreicher Ferne. Zur rechten Hand fesselt des Taunus ausgedehnte Bergkette, deren Gipfel oft, sowie das Schloß zu Homburg, von der Morgensonne beleuchtet, aus Nebelwolken hervorragten. Besser vorwärts lag in weiter Ebene Höchst, erkennbar durch das berühmte Bolongaro-Crevenna'sche Ge­bäude; mehr links, vor dem rechten Flügel der Front und nur in anderthalbständiger Entfernung, Frankfurt, worin bald das Geläute aller Glocken, bald der Donner der Kanonen einen freudigen Vorgang verkündete, und wenn dann das Auge dem von da durch eine fruchtbare Ebene sich schlängelnden Main folgte, erblickte man Philippsruh und Hanau. Nun aber hemmt dasselbe Gebirge, worauf das Lager und Bergen lag, die weite Aussicht und führt das Auge nach jener merkwür­digen Höhe, von der einst ein tapferes Korps einen weit über­legenen Feind trotz aller Hindernisse des Geländes zu über« wältigen gesucht hatte. Dieser denkwürdige 13. April 1759 hab oft während der Lagerzeit den Stoff der Unterhaltung ab. Mancher OfNzier und Soldat suchte den Ort auf, wo er als Jüngling gefochten, eine Wunde bekam, Vater, Bruder oder Freund verloren hatte. . Von den damals verwundeten Offizieren war der Generalmajor von Haustein, der Oberst von Urff, die Oberstleutnants von Wilnowsky und von der Malsbura wib Major von Offenbach zugegen. '

kanadischen Pacisicbahn legten die Arbeit nieder. Sie verlangen Lohnerhöhung.

Der iuhlf4)e Minister des Innern, Fürst Swiatopolk- Mirskp, früher Generalgouverneur von Wilna, verabschiedete sich gestern offiziell von den Wilnaer Behörden, den Vertretern des Adels, und der ganzen Bevölkerung. Die dem Minister bereiteten Abschiedsknndgebungen trugen den Charakter großer Herzlichkeit.

Vorläufiger Friedensvertrag. Nach einem Tele­gramm aus Montevideo wurde zwischen den Aufständischen und den Regierungstruppen ein vorläufiger Friedensvertrag unterzeichnet.

Die Legierung von Uruguay verwarf nach einem Telegramm aus Buenos Aires einen Teil der für die Friedensbedingungen gemachten Vorschläge der Aufständischen. Die Regierungstruppen haben die Aufständischen umzingelt, die mit Munoz und anderen Führern mit knapper Not ent­kamen. Die Aufständischen protestierten dagegen, daß die Regierung den Waffenstillstand gebrochen hat, während die Friedensverhandlungen noch im Gange waren.

Der russisch-japanische Krieg.

Die japanischen Erfolge bei Port Arthur haben wieder einmal das Gerücht entstehen lassen, daß die überaus tapfer verteidigte Festung nunmehr dem Ansturm der, Belagerer erlegen sei. In Paris war aus Tschifu die Mel-, dung eingetroffen, daß bet kombinierte Ansturm zu Wasser und, zu Lande endlich den Fall von Port Arthur herbeigeführt habe. Allein auch diesmal muß mangels jeder zuverlässigen Bestäti­gung die Nachricht als verfrüht bezeichnet werden. Ueber bie letzten Fortschritte der Japaner in ihrem hartnäckigen Ringen um den Besitz dieses Platzes berichten Telegramme wie folgt:

Paris, 24. Septbr. Der Hauptzweck des in den letzten Tagen von den Japanern veranstalteten Bombardements von Port Arthur war die Bewältigung des Ostabschnittes der Ver­teidigungsWerke. Bis Freitag mittag war es den Japanern nicht gelungen, von ihren zwischen Takuschan und den Drachenhügeln gelegenen Angriffswerken aus die starken Er-' lnngforts auf den Drachenhügeln so schwer zu beschädigen, daß Bajonettsturm mit Aussicht auf Erfolg unternommen werden konnte. Es verlautet aber, daß während der letzten vierund- zwanzig Stunden die Situation sich erheblich zuungunsten der gesamten östlichen Verteidigung verändert hätte. Geringere Gefahr bestand noch gestern mittag für den Westabschnitt der Verteidigungswerke. Die Forts Vanpai und Jtseschan waren noch von den Verteidigern okkupiert, Stössel traf aber für den Fall ihrer Erstürmung durch die Japaner umfassende Vorbe-

Gegen 11 Uhr führte Landgraf Wilhelm das ganze Korps mit fliegenden Fahnen und klingenden: Spiele in folgender Reihenfolge in das Lager.

Husaren-Reg. Schreiber Garde du Korps Karabiniers Grepadier-Bat. Prinz von Philippstal I. Bat. von Kospoth II. Bat. von Kospoth I. und H. Bat. Garde I. und II. Bat. Prinz Karl I. Bat. von Haustein Grenadier-Bat. von Stein Leibdragoner. Den Beschluß machte die übrige Bagage der Kolonnen in derselben Ordnung.

Vor dem Lager wurde links eingeschwenkt und dasselbe alsdann sogleich in Parade aufgeschlagen. Die Avantgarde rückte nach erfelgter Besetzung ein und der General-Adjutant der Infanterie, Oberst von Wurmb, wurde hierauf nach Frank­furt gesandt, um dem Kurfürsten von Mainz die Ankunft des Landgrafen und seines Korps zu melden.

Das Feldkommissariat und das Fouragedepot war in Bergen, die Feldbäckerei in Hanau. Das Brot auf den 23., 24. und 25. September traf von Hanau ein und wurde in der Folge alle 5 Tage empfangen. Die Husaren rückten nach Bergen, ivo sie kantonierten und den linken Flügel deckten. Die Jäger marschierten nach Enkheim und besetzten dieses. Vilbel mürbe mit 1 Offizier, 2 Unteroffizieren, 30 Gemeinen, Seckbach mit 1 Offizier, 1 Unteroffizier und 12 Gemeinen belegt.

Obgleich der Landgraf in diesen Tagen viel beschäftigt war, so war er doch stets bei der Reveille und beim Zapfenstreich

zugegen und bald hier, bald dort im Lager zu sehen. #

Hinsichtlich des Lagerlebens waren die strengsten def^le ausgegeben worden. So durfte niemand ohne be!sndere Er­laubnis deS Landgrafen aus dem Lager beuclaubt wer e . Die Regimentskommandeure mußten für alle &m 9 t boier i R---U- mb SRelr«ite.ln > ** » Seite, tW« Oiräta<*" ,£*>? «M >xäm ßh-aftitübe im Dienst anempfohlen wurse. «ucs Ä Äser und die Betretung des Alarmplatzes von Fremden war untersagt Die größte Reinlichkeit desselben, sowie die Ans-