Erstes Blatt.
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Gcneral-Auzeiger Amtliches GM« für StiM- eil Ziültktis Sm» Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Für Stadt- und Landkreis Hauau 10 Pfz. die fünf« gespaltenePetitzeile oder deren Raum, für AuSwärtLts Pfg.,' im Rektamencheit die Zeile 25 Psg^ für Auswärts 35 Pfg.
Erdrückt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, rv. Waisenhauses in Hauau.
Vcrantwortl. Redakteur: G. Schrecke: in Hauau.
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Nr. 224
Fernsprechanschlnß Nr. 605.
Samstaa den 24. September
Fernspre5ansch!ilß Nr. «05. , 1904
Amtliches.
Stadtkreis hanau.
Bekanntmachunsten des Oberbürgermeisteramies.
Bekanntmachung.
ApHeitsktchsnds in der Zeit vom 17.—23. Septbr. 1904 t
1 Schuhmacher,
1 Kutscher,
1 Metattschleifer,
2 Hausburscheu,
2 Tagelöhner.
Hanau den 24. September 1904.
__Städtisches Arbeitsamt. ___ 17735
Aufgebot.
Der Kutscher Karl Schäfer, dessen Ehefrau Margarethe Schäfer geborene Schäfer zu Kesselstadt, die Witwe Elisabeth Mankel gebor-ne Schäfer zu Wachenbuchen, die Witwe Katharina Werner geborene Schäfer zu Hanau und Maurermeister Peter Reuter zu Mittelbuchen, vertreten durch Rechisanwalt Eberhard zu Hanau, haben das Aufgebot des Hypothekenbriefs über folgende Hypothek beantragt:
„Abt. III, Nr. 7, Band 9, Artikel 484 des Grundbuchs von Mittelbuchen haftend auf den Grundstücken des Diamantschleifers Peter Reuter (Philipps Sohn) zu Mittelbuchen L 11, 12 und 38/114 Wertsteilen von Nr. 13 und 14: 60 Mark nebst 6°/o Zinsen seit 3. Dezember 1873, 42 Mark 86 Pfg. nebst 6"/» Zinsen seit 4. Juni 1875, 25 Mark 71 Pfg. nebst 6°/o Zinsen seit 14. Juli 1875, 21 Mark nebst 6% Zinsen sei?24. April 1876, 48 Mark nebst 6°/o Zinsen seit 28. Juli 1876, 60 Mark nebst 6°/o Zinsen seit 22. Januar 1878 und 8 Mark 20 Pfg. Kosten für Herz Levi in Windecken auf Grund der Zwangseinweisung und des Ersuchens des Amtsgerichts II zu Hanau vom 1. Mai 1879 in den Akten I 2711/1878. Eingetragen am 26. Mai 1879. Abgetreten an den Kaufmann Konrad B u r k h a r d zu Kesselstadt am 14. März 1882. Eingetragen am 23. März 1882. Uebertragen von Blatt 67 beziehungsweise Blatt 67a Mittelbuchen am 18. Ju'i 1903."
Der Inhaber der Urkunde wird anf^efordert, spätestens in dem auf den 5. Januar 1905, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Marktplatz 18, anberammen Auigebgt^termine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzutegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Hanau den 21. September 1904.
Königliches Amtsgericht 5. 17679
EM^awTOMiroannwaMMMMMWi ibiw kti^>ü, i"M!
Feuilleton.
Das Wahllager bei Berge».
(Vom 23. September bis 17. Oktober 1790.) (Schlencher- Sclbold.) FortsetzMg. (Nachdruck verboten.)
I. Teil.
Der Kurfürst von Mainz schritt hierauf zur Wahl und dank den diplomatischen Bemühungen des BurggrafenvonNürn- erg,Friedrich VI. v0n H ohenzollern, veränderte der erstere feine Grundsätze so, baß Sigismund einstimmig gewählt wurde. Zwar hatte man gefährliche Auftritte bei der Wabl erwartet und daher 30 Schützen und einige Hundert bewaffnete Handwerker sowohl im Leinwandhaus wie auch an den Türen zur Kirche und zum Chor, zur etwaigen Aufrechterhaltung der Ordnung, verborgen, doch war diese Vorsicht nicht nötig gewesen, da, wie eben angedeutet, das Wahlgeschäft einen überraschend friedlichen Verlauf nahm. Auch das Wahllager wurde dem Neugewählten erfassen, weil dadurch der Stadt oft großer Schaden erwuchs und eS Sigismund anheim- gegeben wurde, dieses so ersparte Geld in anderer Weise zu des Reiches Nutzen zu verwenden.
W--nn nun auch die Wahllager in Zukunft nicht mehr Vorkommen, so war doch die Stadt nicht weniger auf ihre innere Sicherheit bedacht und wurden z. B. 1440, bei Gelegenheit der Wahl Friedrichs III., an 500 Bewaffnete am Wahlmorgen versammelt, welche die Kirch- uub Chortüren wie Pforien besetzten und zuletzt in der Kirche selbst aus- marschierten.
Aber auch die Kurfürsten selbst waren nach wie vor daraus bedacht, durch hinreichende Truppenmacht die Freiheit der Wahl zu schützen und einen etwaigen inneren Aufruhr im Keime zu ersticken. Auch waren wiederholt gerade
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: Am 23. Februar d. Js. 1 silberne Damen- uhr mit Goldrand Nr. 21484, 1 großer Hundemaulkorb, 1 gelbes Halsketichen mit Herz, 1 blaue Druckschürze, 2 Sack Federn, 1 Pfandschein Nr. 526 (ausgestellt von dem Leihbank- Agenten Grimm), 16 verschiedene Bücher (darunter 9 Stück „Intime Geschichten," 2 Stück „Geheimnisvolle Bibliothek", 1 Stück „Roman von Emile Zola", 2 Stück „Blätter für fröhliche Laune").
Verloren: 1 goldene Damenuhr, 1 goldener Ring (in Hufeisenform mit gravierter schwarzer Platte).
Hanau den 24. September 1904.
Hus hanau Stadt und Cand.
Hanau den 24. September.
Historische Gedenktage.
24. Septbe. 1627. Haupiakkord in dem Marburger Erb- folgestrcit, von Landgraf Wilhelm V. mit Landgraf Georg II. zu Darmstadt geschloffen, gegen welchen übrigens Landgraf Moritz protestierte, und welcher zwar die kaiserliche Bestätigung erhielt, indes doch nicht zur Boll- ziebung kam.
24. Septbr. 1648. Vertrag zu Hochheim zwischen der Landgräfin Amalie Elisabeth und dem Kurfürsten von Mainz, Johann Philipp von Schönborn, über die Wiederabtretung der von Hessen-Cafsel eroberten Aemter Fritzlar, Naumburg und Amöneburg. Auf bieten Vertrag gründete sich bis zum Jahre 1803, als die gedachten Aemter an Hessen kamen, die Religionsfreiheit der in Fritzlar vorhandenen Evangelischen.
24. Septbr. 165» starb Landgraf Friedrich von Hessen- Eschwege, Landgraf Moritz IV. Sohn zweiter Ehe, einer der drei ersten Mitbesitzer der Rotenburger Quart, welche nachher allein an Landgraf Ernst, den Stifter der Rhein- fels-Rotenburgcr Linie gelangte. Er siel vor dem polnischen Städtchen Costian durch einen feindlichen Schuß, 38 Jabre alt.
25. Septbr. 1656. Abdikalion der Landgräfin Amalie Elisabeth von ihrer vormundschaftlichen Regierung und Regierungsantritt Wilhelms VI.
25» Septbr. 1788 starb Heinrich von Bibra, vorletzter Fürstabt und Bischof von Fulda, geboren am 22. August 1711, erwählt am 22. Oktober 1759. Seine Regierung war eine Beförderin der damals die Höhe der Zeit einnehmenden allgemeinen Humanität und Bildung, sodaß eine Zeit lang Fulda als eine der Pflanzstätten der
zur Zeit der Wahlen Unruhen in der Stadt ausgebrochen, wie im Jahre 1240, da zwischen den Juden und Christen ein Streit entstanden war, wobei eine große Anzahl der ersteren umgekommen und die Hälfte der Stadt in Flammen aufgegangen ist. Auch in den Jabren 1812, 13, 14 und 15 herrschte zwischen dem Rat der Stadt und der Bürgerschaft ein folgeichwerer Zwist, wobei die Juden aus der Stadt getrieben würben und erst wieder nach der durch Mainz und Hessen verhängten scharfen Exekution diese wieder betreten durften.
Die innere Sicherheit der Wablstadt und der Kurfürsten war daher schon Gegenstand der 1356 durch Karl IV. errichteten „Goldnen Bulle", wonach der Wahlort durch eine beträchtliche Anzahl Truppen gesichert werden sollte, weshab jeder Kurfürst oder seine Gesandten mit 200 Reitern, worunter aber nur 50 bewaffnete fein durften, zu erscheinen hatte. Frankfurt hielt zwar eine Zeitlang genau auf die Befolgung dieser Vorschrift und schlug sogar im Jahre 1439 dem Pfalzgrafen Otto von Bayern die für den jungen Herzog Ludwig von Bayern getane Bitte ab, eine gleiche Anzahl von Begleitern mitbringen zu dürfen. Doch überschritten die Kurfürsten diese Zahl bedeutend, wie aus folgenden Zahlen ersichtlich. So hatte Kurfürst Rudolf von Sachsen, als er mit Herzog Friedrich von Braunschweig und andern Herren 1400 den Wahlort verließ, an 900 Personen bei sich; Landgraf Ludwig der Fromme von Hessen zog mit 400 Pferden zu Sigismund, um die Lehen von ihm zu empfangen. König Ferdinand kam 1558 mit 2000 Reitern nach Frankfurt. Maximilian hatte bei seiner Wahl 1562 an 1463 Reiter, deren überhaupt an 16 000 einsamen. Matthias brächte 1612 über 3000 Reisige zur Mainstadt, worunter sich 100 Arkobusiere befanden. Da dieses Gefolge die in der Goldnen Bulle gestellte Zahl weit überstieg, so wurde der größte Teil davon in die Grafschaft Hanau verlegt.
Eine andere Maßregel zur Sicherheit des Wahlkonvents war die bedingliche Entfernung aller Fremden aus der Stadt während der Wahl, sowie der den Bürgern Frankfurts in der Goldnen Bulle auferlegte Sicherheits- und Schirmungseid, nach dem sie
Die heutige Ättmmer mnsatzt auher dem ttttteehattttugsttait 16 Seiten.
Humanität galt — hatte doch das „Journal von und für Drutschland" dort seine Heimat. UebrigenS schuf jene Zeit trotz ihrer Plattheit und sentimentalen Trivali- tät für Fulda eine ausgezeichnete Schulordnung.
* NeserbistenetttlaftMtg. Die zum Manöver ein« gezogenen Reservisten des Jnf.-Regts. Hessen-Homburg sind bereits aus dem Manövergelände eingetroffen und heute morgen 10 Uhr entlassen worden.
* Der Hanauer Nutzball- und Crickettlub feiert morgen in der Stadt Bremen sein 5. Stiftungsfest, bestehend aus Abendunterhaltung und Ball.
* Kurort Wilbelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad grohes Konzert der Kapelle des Jnf. - Regts. Heften- Homburg Nr. 166 statt.
Das 4. Quartal 1904!
Das letzte Viertel des Jahres 1904 bricht an, Herbst uub Winter nahen, die reichlicher 3mit Lesen Muße bieten. So empfiehlt sich denn auch der „Hanauer Airzcigcr" all' seinen bisherigen zahlreichen Lesern und Freunden, sowie Wen, die bisher noch nicht 31t dem großen Kreis feiner beständigen Lesern zählten.
Unabhängig von einseitigem Partei-Jutereff«, ans ieöcm Gebiet einem verständigen Fortschritt zugetan und stets bereit, jeder guten, dem Gemeinwohl dienenden Sache Unterstützung zu Teil werden zu lassen: diesen seinen Grundsätzen bleibt der „Hanauer Anzeiger" getreu. Er unterrichtet seine Leser in übersichtlicher Kürze über die Ereignisse auf allen das öffentliche Interesse in Anspruch nehmenden Gebieten, wozu er kurze, sachlich gehaltene Leitartikel über politische, wirtschaftliche und soziale Zeit- «nd Tagesfragen, gegenwärtig speziell über daS große Kriegsdrama in Ostasierr, Berichte über alle bemerkenswerten politischen Vorgänge im A«- unb Anslande, Parlamentsberichte, Korrespondenzen ■ aus Nah und Fern und aus aller Welt bietet, während er ebenso dem kommunalen, gesellschaftlichen und küt» st° lerischeuLeben Hanau's eingehendste Aufmerksamteit widmet. So ist der „Hanauer Anzeiger" nicht nur ein in allen Volksschichten gern gelesenes und beliebtes Familie nblatt, sondern bei seiner großen Verbreitung zugleich auch eines der bedeutendsten unb wirksamsten Juserttonsorganc.
alle Kurfürsten nebst ihren bewaffneten und unbewaffneten Begleitern, gegen die Gewalt eines andern und gegen jedermann aufs äußerste schützen und verteidigen sollten. Diese Maßregel gründete sich auf die oben angedeuteten Zwistigkeiten der Kurfürsten untereinander, und wie groß diese oft waren, geht aus folgendem, 1657 geschehenen Falle hervor. Nach einer öffentlichen Versammlung des Kurfürstlichen Kollegiums wurde zum Schluß das Protokoll verlesen. Hierbei war nun ein Ausdruck mitunterlaufen, der den Gesandten eines der Kurfürsten so in Wut versetzte, daß er das Tintenfaß ergriff und es bem Leser, der ein Mitglied des Kurfürstlichen Kollegiums
war, so an den Kopf warf, daß er besinnungslos zu Boden stürzte. Nur mit großer Mühe gelang es, die Sache durch einen Vergleich zu schlichten. Um nun ähnlichen Ausschreitungen in Zukunft wirksam zu begegnen, wurde darauf die Suspension der Wahlstimme als Strafe gesetzt.
Obgleich die Frankfurter Ritter- und Bürgerschaft zu allen Zeiten, sowohl durch die häufig angestellten Turniere, Riegelrennen und Ritterspiele, als auch durch den an vielen Fehden und Kriegsvorfällen genommenen Anteil, den Ruf der Tapferkeit genoß, so bedienten sie sich doch schon im Jahre 1314 des Beistandes der wetterauischen Reichsstädte, Wetzlar, Friedberg und Gelnhausen, deren Truppen die Wahlstadt mit« besetzten, wie 1400 und 1410, wo man größere Unruhen besorgte.
Karl IV. hatte aber auch in der Goldenen Bulle die äußere Sicherheit der Kurfürsten nicht außer Acht gelassen. Er verordnete ihnen ein sicheres Geleit und ernannte auch die Fürsten, welche solches dem Kurfürsten oder deren Gesandte» zu leisten hatten. So hatte z. B. Hessen die Kurfürsten von Cöln, Sachsen und Brandenburg zu .geleiten dezw. au» Böhmen und den von Trier. Da aber d» Kurfürs P eigne! zahlreiches Gefolge hatten, I» -steten sie meistens ^ Wie° ÄS jedoch dieser ^utz war, geht aus fülg-t,- den Begebenheiten hervor. So wurde der Kursiirn . tuboljwn