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Erstes Blatt

»ezngSPrersr

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Eevruäi und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses iu Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Trzm fit Statt- Ȁ Lmdirreis KmW.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecke: in Hanau.

^7. 214 FersnprechanMnß Nr. 605.

Menstaa den 13. September

Fernspreckaitlchinß Nr. 605.

1904

AltttWes» Candkreie Ban au, -Bekanntmchuugen des KönM Landratsamtes,

Die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Ar- Leiten haben zur KenuzeichnungderKrafffahrzeugeim Regierungs­bezirk Arnsberg b;e weiteren Nummern X 1501 bis 2000 überwiesen.

Hanau den 9. September 1904.

Der Königliche Landrat.

V 6147 v. Beckerath.

Unter Hinweis auf die Bestimmungen im Artikel 83 Nr. 2 der Anweisung vom 6. Juli 1900 ersuche ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die erforderlich werdenden ShtSfitüHifim über Einkommen- und Ergänzungssteuer in dspperiev Ausfertigung nebst Unterlagen erm Schlirste dieses MonKis der KörttKlicherr Kreiskasfe hier einzureichen.

Ich bemerke, daß in die Ausfallliste für das I. Halbjahr keine Beträge ausgenommen werden dürfen, deren Einzahlung im II. Halbjahr zu erwarten ist.

Hanau den 9. September 1904.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommisston.

St. 6298 I. A.: v. Sch lieben, Reg.-Assessor.

NÄevfW

dsr im M^itaL .ArrgrtK cr. ertritte« Jagdscheine.

a) Jahresjagdschsirre. gültig vom^

1. Rupp, Heinrich, Gräfl. Jäger, Wickstadt, 4. ab.

2. Kru g, Jakob, Bijouterie-Fabrikant, Hanau, 4. ab.

3. Bollert, Johannes, Jagdaufseher, Hanau, 13. ab.

4. Kronenberge r, Daniel, Flurschütz, Groß- auheim, 16. ob.

5. Koehl, Emil, Apothekenbesitzer, Langenselbold 17. ab.

6. Dr. K r a tz, Karl, Chemiker, Fechenheim, 19. ab.

7. Günthe r, Joh. Wilh., Jagdaufseher, Enkheim, 20. ab.

8. Lang, August, Dentist, Hanau, 20. ab.

9. Christ n er, Albert, Kaufmann, Kesselstadt, 22. ab.

10. W a l tz, Gustav, Kaufmann, Hanau, 22. ab.

11. Becker, Jakob, Landwirt, Bergen, 22. ab.

12. E m m e ri S, Ludwig, Maschinenfabrikant, Bergen, 22. ab.

13. H a fke, Zeugoberleutnant, Pulverfabrik, 22. ab.

14. Weber, Philipp, Jagdaufseher, Wachenbuchen, 23. ab.

15. Seiferth, Peter, Jagdaufseher, Langenselbold, 25. ab.

16. Schultheiß, Fritz, Förster, Langenselbold, 27. ab.

17. v. Kr a tz - K o schlau, Hauptmann a. D., Hanau, 27. ab.

18. Nies, Karl, Bücksenmacher, Hanau, 27. ab.

19. Dietrich, August, Gastwirt, Hanau, 29. ab.

20, Knoll, Hugo, Ingenieur, Fechenheim, 31. ab.

b) Tagesjagdscheine. gültig vom

1. Krieger, Josef, Referendar, Hanau, 22. ab.

2. H o u v, Reinhard, Student, Hanau, 24. ab.

c) NAentgeliliche Jagdscheine. gültig vom

1. S i m o n, Heinrich, Gemeindeförster, Bruchkötel 2. ab.

2. Schäffer, Konrad, Gemeinde - Waldschütz, Erbstadt, 6. ab.

3. Dülfer, Karl, Heinrich, Hilfsjäger, Ostheim, 2t. ab.

4. Müller, Königl. Hegemeister, Lamboybrück, 22. ab. ». Baehr, Johanne?, WaldschÜH^ Langendiebach, 25. ab. Hanau den 1. September 1904.

Der Königliche Landrat.

Am Samstag den 17. d. Mts., nachmittags 2 Uhr Mn"M-gcnV, werden die der Gemeinde Rothen- bergen gehörigen Aepsel circa 100 Malter partieweise auf den Bäumen verkauft.

Zusammenkunft zur angegebenen Stunde in der Wirtschaft bei Karl Faß.

R o t h e n b c r g e n am 12. September 1904.

Der Bürgermeister.

KH rn. 16831

Gesnndene und Urlorenc Gegenstände re.

Gefunden: 1 silberner Siegelring, 1 großer Hunde­maulkorb.

Verloren: 1 gelbes Ledertäschchen mit 10 Mk. und einem weißen Taschentuch, 1 Brille mit Futteral, 1 Gummireif von einem Kinderwagen.

Hanau den 13. September 1904.

AKtistje ÄrNsmMelmWt,

Langstraße Nr. 41.

Kostenfreie ArheiLsvermittelung werktäglich vorm. 8^211 Uhr, nachm. 5 6 Uhr.

Daselbst kostenfreie Anskttnft in Sachen der sozialen Gesetzgebung (Unfall-, Invaliden-, Krankenvers.-, Gewerbe­gerichts- u. s. w. Gesetze) werktäglich 1012^2 Uhr. 6481

Hus Banau Stadt und £and,

Hanan den 13. September.

Historische Gedenktage.

13. Septbr. 1544 wurde der ehemalige Mönch und nach- herige Kanngießer zu Riga in Liefland, Burkard Waldis, gebürtig aus Allendorf an der Werra, als Probst und Pfarrer zu Abierode am Meißner eingeführt. Dieser Mann ist einer der besten Dichter des sechzehnten Jahrhunderts, und durch diese Gabe einer der aller- berühmtesten Hessen, die es überhaupt gibt. Jahr und Tag seiner Geburt und «eines Todes sind bis jetzt un­bekannt; von seinen merkwürdigen Lebensschicksalen er­wähnen wir hier nur den Umstand, daß er aus einem heftigen Seiner der Reformation, wodurch er sich eine dritthach Gefangenschaft in Riga zuzog ein eifriger Bekenner der evangeltsch-n Wahrheit wurde. Leider ge­hörte auch er zu den he,fischen Pfarrern, welche sich der Margare»a von der Sal ergeben zeigten (er widmete ihr eins seiner Bücher in sehr schmeichelbasten Redensarten, und unterzeichne«? sich als ihrenarmen Diener und Kaplan", (eine Höstichkeiisformel, deren sich Geistliche der damaligen Zeit nur regierenden Fürsten gegenüber bedien­ten), und so mag es gekommen sein, daß man ihn, der noch vor Landgraf Philipp gestorben ist, in Hessen bald und gänzlich vergessen hat.

13. Teptbr. 1595 starb Kraft Weiffenbach, resignierter (vorletzter) Abt von Hersfeld.

13. SepLbr. 1613 starb der Landkommentür der Ballei Hessen, Wilhelm von Oevnhaujen, zu Marburg. Ihm folgten nach Hessen von seinem Stammsitze Grevenburg nicht wenig Westfalen, deren Nachkommen zum Teil noch jetzt in Oberhessen vorhanden sind, und seit seiner Zeit ist auch die westfälische Familie von Oeynhausen in Hessen ansässig.

13. Septitt. 1683 kam Landgraf Karl von Hessen-Cassel von Wien an, wohin er, um gegen die belagernden Türken Hülfe zu leisten, geeilt war; er fand jedoch Wien be­reits (Tags vorher) durch den König von Polen, Johann Söbieski, entietzt.

13. So^tbr. 1333 starb Maria Antonio, Prinzessin von Hessm-Rotenburg, 70 Jahre alt, während der zweiten Hälfte ihres langen Lebens still irrsinnig.

* Sädwösiafviikü. Für eine nach Südwestasrika abzu- fenber.be Erjatzkompanie sind noch Sattler und Schneider nötig. Freiwillige dieser Berufsarten aus dem Veurlaubtenüande können sich umgehend hierfür bei ihrem zuständigen Bezirks­feldwebel melden. Dort werden auch die Eintritts-Bedingungen bekannt gegeben.

* Eine Eisenbahn durch das Rhöngebiet. Das nun schon seit 32 Jahren bestehende Projekt einer Bahnver­bindung zwischen Fulda und Meiningen ist nun seiner Ver­wirklichung näher gerückt, nachdem der Eisenbahnminister die Kgl. Eisenbayndirektioncn zu Erfurt und Framfurt a. M., in deren Bereich diese Bahnstrecke zu liegen kommen würde, mit Erhebungen über deren Ausführbarkeit und Vorlegung von Kostenanschlägen beauftragt hat. Die Notwendigkeit dieser Bahnverbindung, welche in einer Länge von 105 Kilometern das gesamte Rhöngebiet von Westen nach Osten durchschneiden würde, als Fortsetzung der Linien KölnGießen Fulda und KoblenzGießenFulda, wurde schon im Jahre 1872 von den Regierungen von Sachsen-Weimar und Sachfen-Meiningen dadurch anerkannt, daß sie einem damals bestehenden Eiienbabn- Konsortium für ihre Ausführung eine Beihilfe von 1502 700 M. zusagten. Auch die hessische Regierung und die Aktien­gesellschaft^Werra-Eisenbahn" versprachen eine Unterstützung von 149 < 000 M. Die Ausführung scheiterte jedoch infolge der großen wirtschaftlichen Krisis, welche damals über Deutsch­land hereinbrach und längere Zeit anhielt. Seitdem werden für wichtigere Verkehrslinien Konzessionen an Privatgesellschaften

nicht mehr erteilt. Die neue Bahnlinie,' welche von Fulda über Pilgerzell, Dipperz, Poppenhausen, Lieblos, Abtsrsda, Rculbach, Wüstensachsen, Frankenheim, Gerthausen und Helmers- Hausen durch den Herpfgrund nach Meiningen führt, würde bei der Ausführung nur geringe Schwierigkeiten bieten, da größere Kunstbauten vermieden werden können. Auch würde sie in ihrem Verlauf die Sackbahnen Mellrichstadt Fladungen, DorndorfKaltennordheim und TannHilders aufnehmen können, wozu diese nur um je 45 Kilometer verlängert zu werden brauchten. Dadurch würde ohne erheblichen Kosten­aufwand ein vollständiges Verkehrsnetz geschaffen werden, welches nicht nur für die Rentabilität der angeschlossenen 91ebenlinien, sondern auch für die wirtschaftliche Entwickelung der ganzen davon berührten Gegend von größter Bedeutung sein würde. Die neue Bahn würde auch von großer strategischer Bedeutung sein, da sie die Verbindung zwischen der Haupilinie Erfurt BebraFrankfurt und Thüringen wesentlich erleichtern würde.

* Ueber das Turnen als Mtttcl zur Be­kämpfung der Tuberkulose hielt Dürgerschullehrer Hausmann am 9. Januar im Deutschen pädagogischen Ver­eine zu Prag einen Vortrag. Der Vortragende zeigt, wie in der armen Bevölkerungsschicht die Tuberkulose wütet und gibt als die Mittel gegen die Verbreitung der Tuberkelbazillen an: luftige, helle Wohnungen, Kasernen und Arbeitsstätten, billige Reinlichkeitspflege, Einschränkung des Tabak- und Alkohol- genusseS, körperliche Pflege. Die Schule muß mit gutem Bei­spiele vorangehen und die gesundheitlichen Anordnungen sämt­lich befolgen. So soll z. B. vor dem Auskehren der Schul- räume die Lu't durch eine Wafferzerstäubungsvorrichlung be­feuchtet werden. Beim Turnunterricht sind die kranken Kinder von den gesunden zu trennen. Redner kommt sodann auf die ausgezeichnete Wirkung des Turnens für die Ausbildung und Kräftigung des Brustkastens, der Lunge und des Herzens zu sprechen und redet den volkstümlichen Uebungen wie Laufen, Springen u. dgl., die bisher,niel zu wenig geübt und gepflegt werden, sowie dem schwedischen Turnen das Wort. Neben diesen Uebungen sind Schwimmen, Schlittschuh- und Skilaufen zu betreiben. Auf eine gesunde, stauvfreie Luft in den Turn- räumen ist zu sehen und überall, wo möglich, sind alle körper­lichen Uebungen im Freien vorzunehmen; auch im Winter soll bei offenen Fenstern geturnt werden. Daß nach diesen Grund­sätzen viele Turnräunie gründlich geändert werden müfien, zeigte der Redner an mehreren Beispielen. Professor Dr. Hueppe führte im Anschlüsse folgendes aus: Man möge einen Boden zu schaffen versuchen, auf dem die Tuberkulose nicht gedeihen kann. Das beste Kampfmittel ist die Kräftigung des Körpers. Redner hebt die Punkte des Bortrages Hausman«, die seinen AnsÄauungen entsprechen, besonders was den Turn­unterricht betrifft, hervor, und bezeichnet die Wohnungsfrage als die allen andern übergeordnete. Indem er noch auf die Wichtigkeit großer Erholungsplätze Parkanlagen in den großen Städten für die allgemeine Gesundheitspflege, auf die Schulplätze für die Schüler während der freien Zeit hinweist, drückt er seine Freude aus, daß er in Herrn Hausmann einen Mitstreiter zur zeitgemäßen Umgestaltung des Turnunterrichtes gefunden habe, in der das Turnen nicht als Selbstzweck, son­dern als Mittel zur körperlichen Ausbildung betrachiet werden soll. Der Staat ruft zwar nach gesunden Soldaten, hat aber für Spiel- und Bolksplätze kein Geld übrig.

® Müschnreitdefekt. Der um 3.30 gestern nach­mittag in Eberbach abgelassene und um 6.50 hier fällige Personenzug nach Frankfurt a. M. blieb bei der Station Schöllenbach infolge Maschinenbefekts liegen, bis eine aus Hanau requirierte Hilfsmaschine die Weiterbeförderung besorgte. Der um 6.16 in Eberbach abgegangene Schnellzug überholte erst in Groß-Umstadt den Personenzug. Letzterer hatte eine Verspätung von nahezu 2Vs Stunden. Die Anschlußver- bindungen gingen dadurch längs der ganzen Hauptstrecke natürlich verloren und zahlreiche Passagiere der 4. Wagen­klasse, welche den Schnellzug zur Weiterfahrt nicht benutzen konnten, langten mit bedeutender Verspätung an ihrem Reise­ziele an.

* ^rtMilicn-Attsflttg. Kommenden Sonntag den 18. September begeht der Deurschnationale Handlungsgehilfen- Verband sein 11. Stiftungsfest in Form eines Familien- Ausflugs nach den Kuriälen in Wilhelmsbad. Wir können allen, die gesonnen sind, an dem Feste teilzunehmen, versichern, daß sich das Komitee bemüht hat, den Besuchern einen_ ver­gnügten Nachmittag zu bereiten. Kanz besonders tn auf den Walzer-Preisianz aufmerksam gemacht, welcher jedenfalls für die tanzlustige Jugend etwas Neues ist. Der Anfang n। 4 Uhr festgesetzt und können wir den Befind diefer A f nur empfehlen.

* Sommerthoalei'. Das ersten Male zur Aufführung gekom Der Schloßgeist deS Schlotes

am Lanntag abend zum n>-ne romantische Schauspiel Hanau" erzielte dank der