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Samsta-r

3. September

sendung von Fragebogen an die Gläubiger, durch welche in erster Linie die Höhe der Forderung, die letzte Ab­schlagszahlung und daS Saturn der letzten Bestellung festge­stellt werden teil. Ferner wird gefragt, welche Wahrnehmungen der Gläubiger über den Grund der Zahlungseinstellung ge­macht hat, »b und welche Umstände ihm bekannt sind, die auf ein Verschulden des Gemeinschuldners schließen lassen, ob be­kannt ist, daß de r G e m e ins chu l. d ne r V e r m ö g c n s- b esta n dtei le v erh ei m li cht und welche, welche Per­sonen nach Ansicht des Gläubigers in der Lage sind, weitere Aufschlüsse über die Zahlungseinstellung und das Gebaren des Gemeinschuldners zu geben rc. Von besonderer Wichtigkeit er­scheint uns auch die Frage nach dem V e r w a n d s ch a i t s- Verhältnis des Gläubigers zum Gemeinichuldner. Falls dieser Fragebogen vom Gläubiger verspätet oder unvollständig ausgefülli wird, erfolgt seine gerichtliche Vernehmung.

Es läßt sich nicht bestreiten, daß durch dieses in Oester­reich übliche Verfahren die Abwicklung des Konkursverfahrens in gewisser Weise beschwert wird. Es besteht auch bei uns in geschättlichen Kreisen eine entschiedene Abneigung gegen die Einmischung der Gerichte, insbesondere des Strafrichters, in geschäftliche Angelegenheiten. Soweit es sich hierbei um Kon- furie mit reeller Grundlage handelt, erscheint diese Auffassung auch durchaus berechtigt. Selbst ab und zu vorkommende Ausnahmefälle, in denen der Gemeinschuldner einer Bestrafung entgeht, weil sich sein betrügerisches Gebühren nicht zur Genüge nachweisen läßt, können uns nicht veranlassen, eine Bestimmung herbeizuwünschen, die an sich wohl geeignet wäre, wenige Ausnahmen auf ein Minimum zu reduzieren, wenn sie gleichzeitig eine unnötige Behelligung des KaufmannS- standeS oder eine seinen Interessen nicht entsprechende gericht­liche Einengung und Bevormundung oder eine ungünstige Be- einfluffung der glatten Abwickelung des Konkursverfahrens verursachte. Wie jedoch die Verhältnisse heutzutage liegen, ist es nur noch eine kleine Anzahl Optimisten in der Geschäfts­welt, die daran glaubt, daß es nur v e rh ä l tn i s m ä ß i g wenige Ausnahmefälle sind, in denen die betrüge­risch« Handlungsweise des Gemeinschuldners nicht an den Tag kommt. Man weiß, daß auch die Konkurstechnik im Lauf der ZeitenFortschritte" gemacht und es verstanden hat, wenn auch unter Anwendung verwerflicher Mittel, sich gesetzlich einzurichten". Gerade die Erforschung und Ent­hüllung dieser Schliche, die dem Auge des Durchschnitts- gläubigers und leider sehr häufig auch dem des Konkursver- waltrrs und Richters entgehen, muß als eine außerordentlich notwendige und dankbare Aufgabe betrachtet werden.

Der Konkursverwalter und auch die Gläubiger find jetzt meistens auf die Angaben angewiesen, die der Kridar oder einer seineruneigennützigen" Freunde zu machen für gut be­findet. Diesem Mißstande wäre dadurch abzuhelfen, daß durch eine Umfrage an sämtliche Gläubiger ein ausgiebiges Material an Gerichtsstelle gesammelt wird. Der Konkursverwalter und Gläubigerausschuß hätten dieses Material zu prüfen und wären verpflichtet, der Gläubigervermmmlung Kenntnis davon zu geben, damit diese in der Lage ist, sich ein der wirklichen Sach­lage entsprechendes Urteil zu bilden imd davon ihre weiteren Entschließungen abhängig zu machen. In diesem Sinne wollen wir nicht unterlassen, im Interesse des gesunden Geschäftsver­kehrs die Zufmerkiamkeitz» der berufenen Organe auf den be­sprochenen Gegenstand zu richten.

Fünfundzwanzig Jahre beutlet Gesundheitspflege.

Es muß jeden Deutschen mit berechtigtem Stolze erfüllen, aus den trockenen Zahlen desStatistischen Jahrbuchs" heraus- zulesen, welche enorm- und segensreiche Entwickelung die deutsche Gesundheitspflege in dem letzten Vierteljahrhundert genommen hat, uns wie weit wir darin den meisten andern großen euro­päischen Ländern überlegen sind. Ganz erstaunlich und der Bevölkerungs-Znriahrne weit überlegen sind die Leistungen sowohl der öffentlichen wie der privaten Heilanstalten. Da^

Statistische Jahrbuch" zieht zum Vergleiche die Jahre 1877 und 1900 heran.

Die Bevölkerung hat sich in dieser Zefi von 43^8 Millionen auf 56 Millionen vermehrt, also mv nicht um ein Drittel; in den allgemeinen Krankenhäusern aber sind im Jahre 1877 nur 356 000 Kranke verpflegt worden, 23 Jahre darauf aber 874 000. Die Anna me der Leistungen betrüg also hier etwa 150 v. £., ist also fünfmal so groß, als daS Verhältnis der Bevölkerungs-Zunahme. In den privaten Heilanstalten ist die Steigerung der Leistungsfähigkeit sogar noch viel größer, denn die Zahl der verpflegten Kranken ist von 50 000 aus 310 000 gewachsen, was einer Zunahme von 600 v. H. gleichkommt. Die Zahl der in den Entbindungsanstalten behandelten Frauen betrug 1878 35 000, im Jahre 1900 aber 90000, hier ist al o eine Zunahme von etwa 160 v. H. festzustellen. In den AururZeitanflalien endlich wurden 1877/79 57 000 Kranke behandelt, in den Jahren 1898/1900 aber 133 000, also weit mehr als doppelt so viel.

Ein günstiges Zeichen der verbesserten Gesundheitspflege und der großem Sorgfalt ist, daß während 1877 biS 1879 in den Entbindungsanstalten noch S'/s v. H. der Pastentinnen an Kindbellfieber erkranken, dies 1898 bis 1900 nur 1,1 v. H. waren, also noch nicht ein Drittel so viel Auch sonst zeichnet sich Deutschland gerade durch den Rückgang, bezw. die absolut geringe Zahl solcher Krankheiten aus, denen durch Vorsicht und Sauberkeit begegnet werden kann. So sind int Jahre 1901 in Deutschland am Typhus noch nicht ganz 6000 Personen gestorben, in Italien aber 12 000, in Rußland 18 000, in Oesterreich (ohne Ungarn, also mit noch nicht halb so viel Einwohnern wie Deutschland) nahezu 6000. Es stürben am TyphuS in Deutschland in dem Berichtsjahre von 100 000 Einwohnern nur 10,6, in Oester­reich 21,9, in England 15,5, in Rußland 22,3, in Frank­reich 22,4, in Italien aber gar 36 v. H. Südcuropa steht überhaupt an der Spitze der schweren Typhusfille; in Italien starken, wie bereits erwähnt, an dieser tückischen Krankheit etwa SHsmal so viel Menschen wie in Deutschland, in Spanien nahezu 6mal so viel und in Griechenland sogar fast 7mal so viel.

Auch bei anderen, durch Vorsicht und Sauberkeit zu ver- meidendm Krankheiten nimmt Deutschland einen Ehrenplatz ein. Auf 1 Million deutscher Einwohner starb gerade einer an den echten Pocken, in Italien 104, in England 11, in Frank­reich 90, in den durch Unsauberkeit aber sich auszeichnenden Ländern Rußland und Spanien 500 bezw. 660. Am Fleck- fieber starb in Deutschland erst auf 5. Millionen eine Person, in Oesterreich aber schon auf 100 000 zwei, in Rußland auf dieselbe Zahl fünf, in Spanien zwei. An diesen Ziffern kann man wohl ersehen, was manchen Krankheiten gegenüber eine geordnete Gesundheitspflege zu leisten vermag. Hingegen sind bedauerlicherweise die Zahlen der Lungenschwindsucht noch er­schreckend hoch. Hier stehen wir gegen England, Italien, Belgien und manche andere Länder noch weit zurück. Freilich ist zu berücksichtigen, daß unser Klima viel ungünstiger ist, als in diesen Ländern.

Candwirtfcbaftlicbes,

Wochenbericht der Berliner ProdnStenbörse. Am Weltmarkt für Getreide hat sich während der am 31. August beendeten Berichtswoche in den allgemeinen Verhält­nissen wenig verändert. An den nordamerikanischen Märkten haben zwar die Weizenpreise unter Schwankungen etwas nach­gelassen, weil die angeblichen Beschädigungen der Ernte für übertrieben erachtet werden, der Preis der wichtigsten Brot­frucht bleibt aber so hoch, daß eine wesentlichere Ausfuhr darin ausgeschlossen erscheint. Auch dürste in dieser Hinsicht bei dem unzweifelhaft nur geringen Ertrage und dem wachsenden eige­nen Bedarf eine Aenderung kaum erfolgen. Somit ist Europa zur Befriedigung seines Bedarfes auf die Ueberschüsse Ruß­lands, Argentiniens, Australiens und Ostindiens angewiesen. Es deutet alles darauf hin, daß Europa, von Rußland natür­

lich abgesehen, einen bedeutenden Anschuß an Brotgetreide für die Ernährung seiner Bevölkerung braucht. Oesterreich-Ungarn bat eine ungenügende Ernte gehabt, Frankreichs Weizenertrag ist angeblich um mindestens 30 v. H. hinter dem vorjährigen zurückgeblieben, Spanien und Italien sind starke Käufer am Weltmarkt, und Englands gewaltiger Bedarf wird infolge be­trächtlicher Verminderung seiner Anbaufläche noch eine weitere Zunahme zeigen. In letzter Woche haben Rußlands umfang­reiche Weizenverschiffungen den Bedarf zu decken vermocht, und, da die eigenen Erträge der Einfuhrländer auch allmählich an den Markt kommen, so dürfte vorerst ja eine Knappheit noch nicht fühlbar werden. Immerhin steht aber zu erwarten, das; der Weltmarkt seine Festigkeit unter den geschilderten Ver- hältnissen bis zur nächsten europäischen Ernte bewahren wird. Am Berliner Markte zeigt sich vorläufig Neigung zur Ab- sckwächung. Die große Ernte Deutschlands veranlaßt starke Abgaben der Landwirtschaft, namentlich auch auf spätere Lieferung, was auf den Preis drückt. Dasselbe gilt auch für Roggen, obwohl die im allgemeinen ungünstigen Aussichten für die Kartoffelernte dem Preise dieser Frucht eine Stütze ge­währen. Hafer leidet unter großem Angebot Rußlands, das in seinen nordwestlichen Gebieten eine glänzende Ernte in dieser Getreideart hat. Mais konnte infolge vermehrter Zu­fuhr seinen Preis nicht behaupten. Am letzten Tage der Be­richtswoche wurden für September-Lieferung folgende Preise festaefiellt: Weizen 180.00 Mk., Roggen 139,25 Mk., Hafer 140,75 Mk., Mais 120,50 Mk.

Preise des städtischen Schlachtvieh-Marktes. L Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts, höchstens 7 I. alt 7174 Mk., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 6670 Mk., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 5963 Mk., d) gering genährte jeden Alters 5658 Mk. II. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 6669 Mk., b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 6165 Mk., c) ge­ring genährte 5359 Mk. III. Kühe: a) vollfleischige aus­gemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 5860 Mk., b) ältere ausgemästete Kühe und weniger gut ent­wickelte jüngere Kühe 5456 Mk., c) mäßig genährte Kühe 48-52 Mk., d) gering genährte Kühe 4246 Mk. IV. Kälber: a) feinste Mastkälber und beste Saugkälber 76 bis 79 Mk., b) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 6472 Mk., c) geringe Saugkälber 5260 Mk., d) ältere gering ge­nährte Kälber 5057 Mk. V. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthainmel 6.870 Mk., b) ältere Masthammel 61 bis 67 Mk., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 55 bis 59 Mk. Vi. Schweine: a) vollfleischige kernige Schweine feinerer Rassen und deren Kreuzungen von höchstens l1/* Jahren 55 Mk., b) fleischige 5254 Mk., c) gering ent­wickelte 4951 Mk., d) Sauen 4849 M.

MeraMchss.

Das Amt eines Geschworenen im$ StM^eer ^ im Deutschen Keich. Gemeinfaßliche Belehrung über Wesen und Bedeutung des Geschworenen- und Schöffenamtes und die damit verbundenen Verpflichtungen, nebst einem An­hänge, die in Preußen und Bayern geltenden Bestimmungen über die Reisekostenentschädigung der Geschworenen und Schöffen enthaltend, für alle, namentlich für Rechtsunkundige, die im Deutschen Reich zu diesen Aemtern berufen werden. Von E. Schmidt, Reilbsgerichtsrat a. D. Mit alphabet. Sach­register. (Verlag von Palm u. Enke in Erlangen.) Gebunden 1 Mk. Allen, welche das Ehrenamt eines Geschworenen oder Schöffen bekleiden, können wir dies Werkchen als verlässigsten Führer und Berater wärmstens empfehlen, da der Verfasser alles, was hierüber zu wissen nötig ist, darin in gemeinver­ständlicher Weise besprochen hat und ein alphabetisches Sach­register ein sofortiges Aufsinden des Gesuchten ermöglicht. Es sind ja wohl bereits mehrere ähnliche diesbezügliche Werkchen vorhanden, allein diese lassen eben leider manche wichtigen un­entbehrlichen Ausschlüsse vermissen.

Der Eingang zu der Halle am Ende dieser Rampe wird bezeichnet durch eine Türschwelle von schön poliertem, rotem Granit, die einen der interessantesten Gegenstände in dem neuen Tempel bildet. An den Seiten ist die Plattform von .einer Mauer von trefflich behauenen und gefügten Blöcken schönen weißen Kalksteins umfaßt. Dieses Steinwerk gehört zum besten der Art, das man bisher aus Esypten kennt, und beweist erneut die außerordentliche Meisterschaft in der Be­arbeitung des Steines, über die die Egypter schon in sehr alten Tagen verfügten.

Dies ganze Gebäude, das so manchen interessanten archi­tektonischen Zug aufweist, bildet nun den Grabtempel seines königlichen Erbauers. Hier sollten nach seiner Absicht die Totengebräuche zum Heil seiner Seele so lange, als sein Name auf den Tempelmauern stehen würde, verrichtet werden. Er hatte insofern Erkolg, als sein Geist in späteren Tagen für eine Art von heiligem Patron oder Schutzdämon der ganzen Nekco- pol« von Der-el-Bahri, in der viele Persönlichkeiten seiner eigenen und späterer Zeiten begraben wurden, galt und als eine Gottheit des Ortes verehrt wurde, zusammen mit dem großen Ammon-Ra, demRöntg der Götter, Herrn der Throne der Welt", und der Herrin Hathor, unter deren Schutz die Berge und Felsen vor Der-el-Bahri immer gestanden haben. Trotzdem rettete diese Verehrung seinen Tempel nicht vor der Zerstörung, die wahrscheinlich in den Zeiten der Rammesstden, in den Sagen der 19. Dynastie erfolgt ist. Gegen die Mitte dieser Dynastie begann der Tempel offenbar in Trümmer zu sinken. Seine alten Skulpturen waren zerstört, die Pfeiler der Kolonnaden bekritzelt und bemeißelt mit den Namen ge­lehrter Besucher, z. B. denen zweier Schreiber, namens Seti und Nseret, die so ihren Besuch an dieser ehrwürdigen Stätte nach der, wie man sieht, allhistorischen Kicselack-Methode ver­ewigten. Auch fanden sich auf den Säulen die Skizzen von Priester-. Herr, die sich hier in der Zeichnung eines Königs­kopfes ob . es Boot-s, eines Ochsen, einer flammenspeienden UrLusschla «. i, «. versuchten. Trümmer und Unrat süßte

die Höfe, welche.die Priester des beliebten großen Nachbar­heiligtums der Hathor als eine Art Müllplatz benutzten, auf dem sie die überflüssigen Epvolos ihres Tempels abluden. Die Dächer begannen einzufallen, vergeblich versuchte man sie durch Ziegelpfeiler zu stützen, und zum Schlüsse wurde dann dieser TempelAkhetasui" d. h.Glorreich sind seine Sitze", das Werk des Königs Nebkßerura, endgültig niedergerissen, und seine Steine sind vermutlich zu anderen Bauten verwandt. Wann dies geschah, wissen wir noch nicht; jedenfalls nach der 19. Dynastie. Mindestens 200 Jahre haben diese beiden Tempel, der großeJ-lerjeson" (der Heilige der Heiligen"), das Werk der Hatschepsowet, und der tausend Jahr ältere und viel kleinere Akgetalut Seite an Seite nebeneinander gestanden; und es steht zu hoffen, daß sie fernere Ausgrabungen so auch wieder, wenn auch freilich in Trümmern, vor die Augen der Nachlebenden stellen werden. Gewiß ist jetzt schon soviel, daß der berühmte Tempel der Königin Hatschepsowet (einer sehr rüstigen Dame, die Mannsklelder apzog und das Reich regierte, in welcher Kleidung und Würde sie auch noch im Bilde auf uns gekommen ist) zu Dar-el-Bahri zu seiner Zeit ein Archaismus, die Uebernahme der Ideen und des Planes des kleineren und älteren Heiligtums war.

In dem Hofe zwischen den beiden Tempeln sind mehrere Gräber eröffnet worden. Diese stammen aus derselben Zeit, wie der Tempel von Nebkherura, der eine Art Westminister-Abtei der 11. Dynastie gebildet zu haben scheint. Die Mitglieder des königlichen Hofes wurden in der unmittelbaren Nachbar­schaft der Totenkapelle ihres Souveräns b:erdigt. Diese Gräber des königlichen Gefolges sind von Räubern bereits in der Zeit der 11. Dynastie erbrochen worden, und so blieb den modernen Ausgräbern nichts übrig, als Heine Holzmodelle von Korn- häusern und Bäckern bei der Arbeit des Brotbackens, von den Ruderern der Totenboote u. s. w., die in Gräbern des mittleren Reiches typisch sind. Einer der interessantesten kleineren Funde | war ein völlig erhaltener dreieckiger Laib ungesäuerten Brotes. Unter den Trümmern des Tempels fand sich eine große Zahl

verschiedener Altertümer, z. B. Früchte und Schalen etwa aus der Zeit 1500 v. Chr., eine Anzahl von Werkzeugen, die bie* Zerstörer des Tempels benutzt hab-n, darunter Holzhämmer und kupferne Meißel mit gehärteter Schneide. Auch eine An­zahl von ^doio$ sind in dem alten Müllhaufen deS Hathor- Heiligtums gesunden worden.

GemernvRPßrs.

Zitr Herbsipflanzung stellt man jetzt die Baum­löcher oder Pflanzengruben her. Man mache dieselben einen Meter im Geviert und doch wenigstens 60 bis 80 Zentimeter, besser aber einen Meter tief. Die viereckigen Pflanzgruben haben vor den runden den Vorzug, daß sie nicht allein leichter auszuarbeiten sind, sondern auch größer werden, d. h. beim gleichen Durchmesser von 1 Meter.

Wie lange beläßt man Grdbeerpftanzen an ihrem Ltandovte? Man sollte immer Erdbeerpflanzen, nur drei Jabre an ihrem Standorte belassen und dann wuder eine neue Anpflanzung vornehmen, denn ältere Pflanzen verlieren sehr an Tragbarkeit und Güte. Hat man kein frisches Land zur Verfügung, so muß das alte mindestens 2" rajolt und gut gedüngt werden, um wieder für die Erdbeerkultur geeignet zu sein.

Die Stachel- uns Johar»nisbeeren haben die Eigenschaft, aus den Wurzeln oder aus den unteren, am Stämmchen befindlichen Augen Austriebe zu machen. Diese Austriebe bilden öfter schon im ersten Jahre an ihrem Ent­stehungspunkte Wurzeln: doch kommt es auch vor, daß die Wurzelbitbung erst im zweiten Jahre vor sich geht. Man muß deshalb die Ausläufer urtersuchen; findet man, daß sie Wurzeln gebildet haben, so iv-rdcn solche int Herbst oder Früh- jahr wie bei den Ablegern von der Mutterpflanze getrennteunb auf ein hierzu hergerichtetes Beet in 30 Zentimeter in Reihen zur Weiterbehandlung gepflanzt und der Boden von Unkraut rein gehalten.