1. September C >
Donnerstag
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einem Marineunteroffizier zur Bahn gebracht, wobei der Soldat plötzlich seinen Vorgesetzten angriff und mißhandelte. Ein Fußartillerist, zwei Zivilpersonen, sowie 2 Schutzleute, die sich ins Mittel legten, erhielten gleichfalls von dem Wütenden schwere Verwundung-n. Schließlich gelang es einem Polizeiaufgebot, den Rolenden zu überwältigen und abzulühren.
In de»t Clown verliebt. Aus London wird be« richtet: Marcelin ist Clown im Londoner Hippodrom; jeden Abend kommt der drollige Bursche in die Arena gepurzelt; sein weiß-bemehltes Gesicht lacht in grinsenden Verzerrungen, sein schadhaftes Hütchen bal^nziert auf dem einen Ohr, seine buntscheckige Kleidung, seine "'ustrigen Hosen schlottern ihm um die dürren Glieder uud r-auslöschliches Gelächter folgt seinen Witzen und Späßen. Doch kann diese groteSke Figur auch zartere Gefühle erwecken, ^ann sie auch Herzen brechen und nicht nur das „Zwerchfell erschüttern" ? Marcelin kann es. In ihn hat sich eine Dame verliebt, die seit vier Wochen alltäglich stets auf dem feinsten Platz des Zirkus erscheint, wenn das Auftreten des Clowns bevorsteht. Eine malvenfarbene, hochelegante Pariser Toilette umschließt eine schöne Figur, schwarze, feurige Augen funkeln lebhaft und das schöne Oval des reizenden Gesichts deckt müde Blässe. Doch wenn der Clown erscheint, dann steigt Röte hoher Erregung in ihre Wangen, sie verschlingt ihn mit ihren Blicken, sie klatscht begeistert Beifall und wirft ihm ein duftendes Rosenbukett vor die roten Ponpons an den hochschnöbeligen Schuhen. Marcelin ist unruhig geworden. Er ist nämlich kein Don Juan, sondern ein gutmütiger, ruhiger Spanier, der in neun Sprachen radebrecht, glücklicher Gatte und Vater zweier lustig quiekender Kinder ist. Doch seine Behaglichkeit wird ihm in letzter Zeit durch die fortwährenden Botschaften einer Dame gestört, die ihm kostbare Edelsteine, indische Goldschmiedearbeiten, Diamant- ringe und Rubinenknöpfe schickt und ihn um Unterredungen anfleht. Die Dame ist eine reiche indische Erbin, die sich seit kurzem in England aufhält. Da sie nur wenig englisch spricht und auch der Clown sich in dieser Sprache nur mühsam ausdrück^n kann, so führte das erste Rendezvous zu keinem tieferen Verständnis. Die Sprache der Liebe, die bekanntlich ; jeder begreift, wollte Marcelin wohl nicht verstehen und so ist die Sehnsucht der liebenden Judierin nicht gestillt worden. Der Held dieser Liebesgeichichte befindet sich in einem schwere» Dilemma. Er müßte eigentlich, w"nn er die Liebe der Dame offen zurückweift, auch die Geschenke zurückgeben; das fällt ihm nun begreiflicherweise sehr schwer, zumal da die Dame sich entschieden weigert, sie wieder zu nebmen. So ist noch alles im Ungewissen, doch darf man hoffen, daß diese romantische Clowngeschtchte, die englische Blätter in große Aufregung versetzt, keinen tragischen Ausgang nehme. -
Von einer merkwürdigen Quelle wird aus Pfaffenhaustn bei Hammelburg berichtet: Seit urdenklichen Zeiten trägt sie den Namen „Weinquelle", weil sie nur in guten Weinjahren Wasser gibt. Diese Quelle soll niemals im Winter und auch nie in recbenreichen Sommern fließen, sondern nur in ganz heißen, trockenen Sommern. Besonders stark floß sie im Sommer 1893, dann wieder, allerdings viel schwächer, 1895. Im Jihre 1903 hatte sie 8 Wochen lang Wasser, Heuer dagegen von Juni bis Nuanst. Jetzt ist sie wieder versiegt. Geologisch ist diese Erscheinung um so unerklärlicher, als die ganze Gegend um die Weinquelle herum sehr wafferarm ist.
Daudet Gewerbe und Verkehr,
Ueber die diesjährigen Obstpreise schreibt ein Hamburger Obstgroßhändler Ernst Schröder im praktischen Ratgeber: Bei normalem Witterungsverlaufe bis zur Ernte werden die Obstpächter und größeren Züchter bei bedeutenderen Abschlüssen meines Erachtens ungefähr folgende Prelle erhalten: Für gute reguläre Herbst- und Winter-Tafel- und Wirtschaftsäpfel pro 50 kg 5 bis 7 Mark., für gute reguläre Herbstbirnen 6 bis 8 Mark, Winterbirnen 8 bis 12 Mark, für besonders markibeliebte Sorten entsprechend mehr. Gotd-
groß war — lachen: „Na, schließlich verliere ich auch nicht viel. Wo er nur die Stiefel versteckt baben mag?" Er zog Schuhe an und trat hinaus auf den Korridor des alten, seltsam verwickelten Gebäudes und öffnete diese und jene Tür. Hier steckte ein Schlüssel — zugeschlossen: „Aha — hier wird wohl eine Kammer sein."
Leise öffnete er die Pforte und — ah! —
„Pardon — Sie hier? Von Beveritz! — Wenn ich nicht irre? Wie? Gestern abend?"
Erika schlug die Augen nieder.
„Gnädiges Fräulein sind wohl versehentlich eingeschlossen? Oder gar Gefangene? Dann können wir uns Gesellschaft leisten, ich bin fast im gleichen Falle —"
Er erzählte ganz treuherzig die Sticselgeschichle und sie beichtete, warum sie Stubenarrest erhalten hatte. Schließlich mußten sie beide lachen, und als einige Minuten später Madame Vorsteherin nach ihren Gefangenen sehen kam, da fand sie ihn in lebhafter Konversation mit dem „totkranken" Leutnant. —
Unter solchen Umständen zog die Frau Direktrice es vor, die Haft aufzuheben und Graf Sonnenfeld erbarmte sich und gab die Lackstiefel heraus; etwas verspätet, aber doch nicht zu spät, erschien das junge Paar — Herr ». Beveritz batte der jungen Dame galant den Arm gereicht — im Speisesaas.
Die jungen Mädchen kicherten alle und selbst Madame sonnte sich eines wohlgefälligen Lächelns nicht enthalten, als die beiden schönen Gestalten im Türrahmen standen.
Graf Sonnenfeld aber klemmte das goldene Monocle ein und sprach ingrimmig zu sich selbst:.
Na ja — da habe ich was Feines an;eruhrt I Ich will nicht Luitpold Tobias Christian Graf Sonnenfeld sein, wenn daraus nischt Ernsthaftes wird I Glücklicherweise haben wir noch acht nnbeiveibte Leutnants im Re'ment. An denen will ich meine Erziehungsmaximen fortsetzen."
Parmänen, Prinzenäpfel, Gravensteiner re. 1 biB 2 Mk. pro 50 kg mehr; Bosc's Flaschenbirne, Kaiserkrone, Köstliche von Charneu, Amoretten-Liegels Winterbutterbirne 2 bis 3 Mk. pro 50 kg mehr. Ein nennenswerter Export wird nicht stattfinden, weil auch die Nachbarländer gute Ernten haben, dagegen werden wir zum Nachteile der Züchter mit billigem fremdem Obste nicht verschont bleiben. Früh- und Zwergobst bringt natürlich höhere Preise, ebenso zahlt Privat- und feine Detailhändlerkundschaft wehr; meine Mutmaßungen betreffen den Großhandel! — Die betreffende Nummer wird vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers im Obst- »der Gartenbau in Frankfurt a. O. auf Verlangen kostenlos zugesandt.
Die Leipziger Herbstmesse ist am Sonntag eröffnet worden. Das dortige „Tageblatt" entwirft faxendes Bild vor ibr: Leivzig steht wieder im Zeichen der Messe. Auf den Plätzen sind die Buden anfaebaut und in den Hauptstraßen der inneren Stadt wurden, zahllosen We -weisern gleich, Firmenschilder an den Häusern angeb' acht. Die Fremden strömen in großer Zahl herbei, Aussteller wie Einkäufer, und es entwickelt sich jenes rege Meßlebm, das für den, der unsere Stadt zur Meßzeit zum ersten Male besucht, immer noch einen großen Reiz ausübt. Immer noch, sagen wir, und deuten damit schon an, daß es früher wohl noch anders gew fm sein muß. Wir haben dabei nicht jene Zeit im Auge, da auf allen nach Leipzig führenden Straßen die Meßgüter in großer Menge zur Stadt gebracht wurden, sondern wir wollen nur auf drei Jahrzehnte zurückdenken. Damals wurde in den Hauptverkehrsstraßen der inneren Stadt wohl kaum ein Laden vermietet, ohne daß daran die Bedingung geknüpft war, daß er während der Meßzeit oder wenigstens während der ersten Meßwochm zu räumen sei. Das hat sich geändert. Der frühere innige Zusammenhang zwischen Groß und Kleinwesse hat sich gelockert, und wir haben uns zu erinnern, das Anfang der neunziger Jahre die Besucher der Großneffe selbst die Trennung von der Ostermeffe, da die Zeit für den Abschluß von Geschäften ihnen unaelegen war, beantragten und auch erreichten. Die Großmesse, die aus einem Warenverkehr zu einem vollständigen Musterlagerverkehr geworden ist, hat sich seit ihrer Neuordnung im Jahre 1894 in höchst erfreulicher Weise entwickelt. Dagegen hat die Kleinmesse, die sich einst nicht nur auf die Plätze, sondern auch auf große Teile der Promenaden und manche Straßen der inneren Stadt erstreckte, in den letzten beiden Jahrz Huten bedeutende Einschränkungen erfahren, und namentlich hat sie öfter ihre Standplätze wechseln müssen. Letzteres ist sicher für die Kleinmesse von Schaden gewesen, und der Rat hat dkshalb die Absicht, die gesamte Kleinmesse, also Schau- und Budenmeffe, auf einem Platze dauernd zu konzentrieren.
Der diesjährige Sommer und die Sonnenfleüen.
Wie Arthur Stevtzel den „Allq. Wiff. Ber." mitieilt, hat er seit dem 22. August auf der südlichen Halbkugel der Sonne mehrere ungewöhnlich große und zahlreiche kleine Flecke beobachtet. Seiivem am 27. Juli die letzte der ausgedehnten Fleckengruppen des Juni und Juli am Südwestrande verschwunden war, zeigten sich zwar noch häufig derartige Kondensationsprodukte, indes blieben sie durchweg klein und unscheinbar, traten auch sehr "ereinzelt auf und waren meist recht gerganglt*. Am 21./22. August jedoch erschien in der südlichen Fleckenzone am Otranb ein ausgedehntes Gebiet von Fackeln, al'o lavaartige Erruvtionen von glänzender Helligkeit beherrlcht, die nur in der Nä^e des Sonnenrandes sichtbar werden, und tags darauf waren darin auch fÄc die durch spbäriiche Verkürzung noch stricbförw'g gehaltenen Flecke zu erkennen. Mit dem weiteren Vorrücken gegen den mittleren Sonnenmeridian vergrößerte sich die Fleckengruppe und nahm bald ungeheure Dimensionen an. Am 27. August belaß das ungemein veränderliche Objekt die merkwürdie Form eiv-r schön geschwungenen Guirlande, die in ihrem wesentlichen Teil eine mächtige schwarze Masse gleich einer Rosette aufwieS und aus überaus zahlreichen Einze'ffecken bestand. Am 28. August, als die Gruppe die Sonnenmitie schon hinter sich hatte, besaß sie eine Geiamilänae von 180 000 Si’ometern (Sonnendurch- messer = 1 390 000 Kilometer, Erddurchmesser = 12 755 Kilometer). Dem gewabigen Erupllonsgebiet folgte, gleichfalls in der südlichen Fleckenzone, in zweitägigem Äbstande ein kleineres mit einem immerhin noch sehr respektablen schwarzen Fleck, und diesem wieder ein drittes in der gleichen Zone von ebenfalls sehr bedeutender Ausdehnung mit einem Hauptfleck und mehreren kleinen Flecken, die sich am 28. August, drei Tage nach ihrem Auftauchen am Ostrand, schon über 90 bis 100 000 Kilometer ausgebreitet hatten. Auch in der nördlichen Fleckenzone, fast unter gleicher Länge mit dem zuerst beschriebenen Eruptionsgebiet, erschienen mehrere kleine Flecke, so daß gleichzeitig vier Gruppen auf der Scheibe zu beobachten waren. Die heftige Tätigkeit des Sonnenkörpers während seines gegenwärtigen Fleckenmaximum zeigte also keine Neigung zur Abnahme. Stengel zählte auf der Sonnenscheibe, so weit die Witterung der Beobachtung günstig war, im Jahre 1901 nur 6 und im Javre 1902 nur 7 selbständige Fleckengruppen bezw. Einzelflecke, im Jahre 1903 hingegen schon 26 und im laufenden Jahr bis zum 28. August sogar 72, wodurch die ungeheuere Steigerung der Sonnentätigkeit seit dem Fleckenmaximum deutlich gekennzeichnet wird. Da nun nachgewiesen ist, daß in fleckenarmen Jahren, z. B. 1901/02, die Wärmestrahlung der Sonne größer, in fleckenreichen Jahren, z. B. 1870/71, 1882, 1892/93 und 1904, geringer ist und ferner die aus sehr langen Beobachtungsreihen gewonnenen Ergebnisse einen unverkennbaren Einfluß der Schwankungen der Sonnenstrahlung auf die meteorologischen Verhältnisse der Erde darlegen, so ist man auch zu Schlöffen auf die Witterungs- gestaltnng der nächsten Zukunft berechtigt. Eine solche Verwertung darf nar mit größter Vorsicht geschehen und wird sich im allgemeinen nur auf besonders ausgeprägte Perioden der Sonnentätigkeit, mithin vernehmlich auf die eigentlichen Maximal- und Minimaljahre erstrecken dürfen, ebenso wird sie -
möglichst nur auf die tropische und diejenige gemäßigte Zone bezogen werden können, die in solchen Perioden gerade die Sonne zugeneigt ist, wie im feigen Maximum die nördliche. Strahlt die Sonne dann stark (im Fleckenminimum) z. B. 1901/02, so wird Europa durch die von der erhöhten Waffer- dampfentwickelung im Atlantischen Ozean herrührenden, regen- fübrenden barometrischen Tiefdruckgebiete vorwiegend feuchtes, kübles Wetter im Winter erhalten; strahlt die Sonne jedoch schwach (im Fleckenminimum), z. B. 1904, so werden über Europa die Waffer^ampfmaffen mehr ausbleiben, daher wird der Sommer vorwiegend heiß und trocken, der Winter hingegen kalt und trocken ausfallen. Als Strentzel im Hinblick auf das auffallend starke Anwachsen der Sonnentätigkeit 1903 im Frühjahr die große Sommerhitze, sowie zahlreiche Wetter- katastropben voraussagte, wurde dies von einem Mitarbeiter der „Kölnischen Zta." sehr übel ausgenommen und davor gewarnt, solchen Voraussagen zu glauben. Der Witterungsverlauf des diesjährigen Sommers mit seinen fast beispiellosen Hitzegraden und seiner langen, der Landwirtschaft höchst schädlichen Trockenheit, mit seinen unzähligen Gewitterkatastrophen und furchtbaren Haqelschlägen hat aber gelehrt, daß eine allgemeine Jahrcsp-ognose aufgrund der Beobachtungen des Verbrauchs der Sonnentätigkeit zuweilen wohl möglich ist und einen nicht zu unschätzbaren Wert besitzt. (Caff. T.)
Notlage und Verbrechen.
In dem letzten Hefte der trefflichen „Zeitschrift für Sozial- wissenschaft" findet sich aus der Feder des bekannten Straf« austa'tsgeistlichen Dr. G. von Rohden unter der Aufschrift „Von den sozialen Motiven des Verbrechens" ein überaus interessanter Aufsatz, der ohne direkte Polemik die Lehren und Anschauungen der Sozialdemokratie in einem wesentlichen Punkte schlagend widerlegt.
Die Sozialdemokratie kennt bekanntlich keine Verantwort- lichke-e und Sckuld des einzelnen, sondern legt alle Vergehen und Verb"chen der Gesamtheit oder den sozialen Verhältnissen zur Last. Insbesondere muß die wirtschaftliche Notlage her-» halten. Der Raubmörder, der Dieb, der Betrüger, sie alle haben angeblich stets nur aus Rot gehandelt. Das klingt natürlich sehr weitherzig und milde und führt der Sozialdemokratie aus den Reiben der moralilch Entnervten und Entarteten zahlreiche Anhänge? zu, ist aber darum noch lange nicht wahr. Unser Gewährsmann tritt dieser sozial^emokratischen Lehre an der Hand schwerwiegender statistischer Tatsachen entgegen. E"siens versagt die Hypothese, daß die Armut am Verbrechen ich"'d sei, ganz, wenn man die Tabelle der Kriminalitäts- Geographi- in Deutschland einer Musterung unterzieht. So weisen im Durchschnitte der Jahre 1883—1897 der Bezirk Osnabrück-Minden und das Fürstentum Lippe die günstigste Di.'bstahls-Kriminalität auf, nämlich 9,3 bis 10,7 Diebstähle auf 10000 Strafmündige, danach folgen Waldeck (11,8) und die Bezirke Koblenz, Aachen und Trier (12,8—13,7). Es kann keine Rede davon fein, daß gerade diese Gebiete die wohlhabendsten in Deutschland wären. Wohl aber bringen es anerkannt wohlhabende Bezirke wie Magdeburg, Merseburg, die Pfalz und Leipzia in ihrer Diebstahls-Kriminalität auf das Doppelte und Dreifache der vorher genannten Distrikte.
Ebenso deutlich tritt die Unrichtigkeit der sozialdemokratischen Anschauung zutage, wenn wir die Kriminalität der einzelnen A>tersklaffen ins Auge fassen. Während beispielsweise im Jahre 1891 die Zahl der Diebstähle überhaupt bei 100 000 Strafmündigen 235 betrug, belief sich dieselbe allein bei den Jugendlichen (12 bis 18 Jahren) auf 325 von je 100 000, und das gleiche Verhältnis dauerte auch in den Folgejahren an. Also gerade die Jugendlichen, die am wenigsten von der Not beherrscht werden und die für keine Familie zu sorgen haben, begehen die meisten Unehrlichkeiten. Das männliche Bild endlich ergibt sich bei einer vergleichenden Betrachtung ser Kriminalitäis-Z'ffer der Verheirateten und Unverheirateten. Die größere Noilage ist fraglos bei den Verheirateten anzu- nehmen, die größere Kriminalität aber ist auf feiten der Unverheirateten. Von 1387 wegen Diebstahls verurteilten Personen über 18 Jahre fand von Koblinski 934 ledig und 338 verheiratet, ähnlich von Oettingen in seiner Moralstatistik.
In seinen weiteren Ausführungen bringt Dr. von Rohden sodann noch eine wahrhaft erdrückende Fülle von Material aus den persönlichen Erfahrungen von Strafvollzugsbeamten bei, um die Unhaltbar!«« der sozialdemokratischen Lehre von Schuld und Verbrechen darzutun. Es mangelt uns hier leider an Raum, um darauf einzugehen. Nur die schönen,^ warmherzigen Schlußworte, mit denen unser Autor die Schädlichkeit, jener Lebre geißelt, sollen hier noch Platz finden. Sie lauten folgendermaßen: „Durch das sozialistische Dogma wird den jungen Leuten der beste Halt, das Gewissen und Verantwort» lichkeiisbewußtsein, an dem sie so schon nicht allzu schwer tragen, geraubt; sie suchen und finden in dieser Theorie die allzu bequeme Deckung für ihre soziale Untüchtiqkeii, für ihre Brüchigkeit und Feigheit, den Kampf mit den Widrigkeiten deS Lebens mannhaft aufzunehmen. Bei der steigenden Kultur und den sie begleitenden großen sittlichen Gefahren sollte man alles tun, das nachwachsende Geschlecht durch solche Theorien nicht noch mehr zu verweichlichen und zu entnerven, sondern es vielmehr mit dem richtigen Bewußtsein von den an eS zu stellenden Anforderungen zu erfüllen suchen. Diesterweg sagt: Je höher die Kultur steigt, umso weniger darf die Erziehung weich und schlaff werden, umso härter und straffer muß sie sein!"
Schiffsberichte.
Mitgeteilt von Agent Ad. Treusch-Hanau.) , j
Hamburg, 30. August. Der Dampfer „Affyria" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Boston und der Dampfer „PontoS" vorgestern in Baltimore eingetroffen.
New-Nork, 30. August, ©er ®a!iIP4cL^ von der Niederländisch - Amerikanischen
Gesellschaft ist gestern hier einaetr-ffen.