Erstes Blatt.
«ezngSpreksi
Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg- für aus- wäriize Abonnentm mit dem betreffenden Postausschlag« Die einzelne Nummer kostet 10 Psg.
EinrückungSgebühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« SesMeue Petttzeile oder deren Raum, für Auswärts 1S Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Psg., für Auswärts 35 Pfg.
Echruckt und verlegt in bevSBudjbnitod des verein, eo,
General-Ktiztiger
Amtliches Grzm fir Stadt- iiai Fmdirreis Hana».
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. Schreckte in Hanau.
Nr. 197 Fernsprechanschluß Nr. 6o5*
Amtliches.
Bekanntmachnna.
Laut Kaiserlicher Verordnung vom 24. v. Mts., R.-G.-Bl. S. 325, treten einzelne Bestimmungen des neuen Reblaus- Reichsgesetzes vom 6. v. Mts. bereits am 1. September d. Js. in Kraft.
Hierbei kommt für die am Weinbau und am Rebhandel beteiligte Bevölkerung besonders in Betracht, daß vom 1. k. Mts. ab nicht nur die Einführung, sondern auch die Aus- sührmrg von Wurzel- und Blindreben — abgesehen von den im Gesetz vorgesehenen, besonderer Genehmigung unterliegenden Ausnahmefällen — über die Grenzen eines Weitt- baitbezirks durchweg verboten ist, und daß vom gleichen Zeitpunkt ab die mit Reben oder Rebteilen Hanbel treibenden Personen die im § 5 des Gesetzes vorgeschriebenen Bücher zu führen haben.
Ich mache die beteiligten Kreise hierauf unter Hinweis auf die Straf-Borschriften der §§ 9 bis 11 des Gesetzes aufmerksam.
Cassel den 15. August 1904.
Der Ober-Präsident.
gez. von Windheim. $
Candhreis Danau.
BelünntMachMgell des Königl. Landratsamtes.
P h i l i p p H e r r nr a n it V. in Oberdorfelden ist zum FeldschÄherr der Gemeinde Oberdorfelden bestellt und am 18. d. Mts, eidlich verpflichtet worden.
Hanau den 22. August 1904.
Der Königliche Landrat.
V 8747 v. Beckerath.
Stadtkreis Danau. BelamltMchMgm des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Eine Nschtragsordttimg zur Einguarticrungs-Ord- nung der Stadt Hanau liegt in Gemäßheit des § 13 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau auf dem Rat- hause Zimmer Nr. 12 offen.
Einsprüche können binnen 2 Wochen vom heutigen Tage ab bei uns erhoben werden.
Hanau den 23. August 1904.
Der Magistrat.
J. A.: Wagner. 15427
BekEntmachung.
Von den der Stadt Hanau gehörigen Parzellen Karten- Matt EE Nr. 536/39 und 537/40 an der Garten- und Jahnstraße sollen die zwischen der Jahnstraße und der in Aussicht genommenen Straße Nr. 15 liegenden Teile in 7 einzelnen Bauplätzen am
Freitag den 26. August 1904, vormittags 9 Uhr, int Mitteten Rathaussaale öffentlich meistbietend versteigert werden.
Der Plan über die Einteilung der Bauplätze kann im Rathause, Zimmer Nr. 12, während der Dienst- Kunden von 10 bis ISVa Uhr vormittags, eingesehen, die näheren Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben werden.
Hanau den 29. Juli 1904.
Der Magistrat.
J. A.: Wagner. 13826
Nachdem die Heberolle der Kirchensteuer für das Jahr 1904 durch den Herrn Regierungspräsidenten laut Verfügung Dom 25. Juli 1904 B. Nr. 11812 für vollstreckbar erklärt worden isfi werden die Kirchensteuerbeträge durch einen städtischen Kassenboten in den nächsten Tagen bei den Kirchen- steuerpflichtigen abgebolt werden. Es kommen wieder, wie in den Vorjahren, 5% der Staats-Einkommensteuer zur Erhebung.
Hanau den 22. August 1904.
Die Presbyterien
15314 der Marien- und Johanniskirche.
Ein Jagdhund, Hündin, weiß mit braunen Flecken, ist hier zugelaufen. Empfangnahme gegen Einrückungsgebühren auf der Dampfziegelei von Müller & Will in Ravolzhausen. Ravolzhausen den 23. August 1904.
Der Bürgermeister.
Clauß. 15419
Mittwoch den 24. August
Hue Öanau Stadt und £and.
Hanau den 24. August.
Historische Gedenktage.
24. August 1492. Die Hälfte der Herrschaft Eppen- st e i n (Epstein) kommt an Hessen." Die Herren von Eppenstein stürben 1535 aus.
24. August 1500. Hessische Hofgerichtsordnung deS Landgrafen Wilhelm II., welche die Grundlage aller folgenden hessischen Gerichtsordnungen bis zum Anfänge des 19. Jahrhunderts gewesen ist.
24. August 1631. Besetzung von Hersfeld durch Herzog Bernhard von Weimar; Vertreibung der Mönche und Wiederaufhebung des katholischen Kultus.
24. August 1709 starb die Landgräfin von Hessen-Darmstadt, Elisabeth Dorothea, geborene Prinzessin von Sachsin- Gotha, zweite Gemahlin des Landgrafen Ludwig VI., die Mutter bes Landgrafen Ernst und Ludwig und der drei zur katholischen Kirche übergegangenen Brüder desselben ; während der Minderjährigkeit ihres oben genannten Sohnes, von 1678—1688, Vormündern: und Re- gentin.
24. August 1811 starb der Pfarrer zu Wolfsanger bei Cassel, Johann Christian Martin, früherhin bekannt durch seine topographisch - statistischen Nachrichten von Nieder- Hessen. gegen das Ende seines Lebens, als er Metropolitan in Homberg war, durch seine Amtsentsetzung und Gefangenschaft in Mainz, welche ihn gleich den Pfarrern von Gehren und Koch, der Freien von Stein und vielen andern, in Folge nicht sowohl seiner als seines Sohnes Teilnahme an der Dörnberg'schen Insurrektion vom 22. April 1809 betraf.
* Einquartierungen. In Ortschaften des Kreises Büd ingen werden während der Herbstübungen vom Ulanen- Regiment Nr. 6 einquartiert: Am 8. September die 1. Eskadron in Ortenberg, die 2. Eskadron in Eckartsborn und Lißberg, die 3. Eskadron in Ranstadt, die 4. Eskadron in Dauern- Heim, die 5. Eskadron in Geiß-Nidda, am 26. und 27. September die 2. und 4. Eskadron in Altenstadt, die 3. Eskadron in Ober-Mockstadt, die 5. Eskadron in Nieder-Mocksiadt.
" Die Königl. Geologische Landesanstalt hat für das Jahr 1904 im Bereich der Provinz Hessen-Nassau folgenden Arbeitsplan vorgesehen: Landesgeologe Dr. Leppla wird mit Herrn von Reinach die zur Herausgabe einer Ueber- sichtskarte des Taunus erforderlichen Reoisionsbegehungen ausführen. Geologe Dr. Fuchs wird zu diesem Zwecke die Revision der Koblenz-Schichten auf Blatt Feldberg bewirken. Major a. D. Dr. v. Seyfried wird die Aufnahme des Blattes Steinau bewirken. Dr. Blavckenhorn wird Blatt Hünfeld vollenden. Professor Dr. Kayser wird kvährend der akademischen Ferien und an vorlesungsfreien Tagen die geologische Kartierung der Blätter Buchenau (Calbern), Gladenbach find Rodheim fortsetzen. Dr. Lang wird die agronomische Neberarbeitung des Blattes Homberg bewirken und alsdann Blatt Schwarzenborn aufnehmen.
* Beihilfen zum Bau rationeller Schwekue- ställe. Da die in vielen Dörfern vorhandenen Schweine- Ställe den Anforderungen nicht entsprechen, welche gestellt werden müssen, wenn die in ihnen gehaltenen Schweine, sowohl Mast- wie Zuchtschweine gut gedeihen sollen und Krankheiten vorgebeugt werden soll, bat der Herr Minister für Landwirtschaft der Landwirtschaftskammer für den Reg.-Bez. Cassel eine besondere Beihilfe zur Verfügung gestellt, um kleinbäuerlichen Besitzern zur Förderung der Schweinezucht eine Unterstützung zum Bau gut eingerichteter Schweineställe zu gewähren.
* Prämiierung ganzer Mndviehbesrände. Dir im § 8 des Planes für die Verwendung der staatlichen Unter- stützungsgelder zur Hebung der Rindviehzucht vorgesehene Prämiierung ganzer Rindviehbestände soll, laut Bekanntgabe der LandwirtschaftSkammer, in diesem Iaht zum erstenmal zur Ausführung kommen und zwar in den Kreisen Cassel, Messungen, Homberg, Fritzlar, Ziegenhain, Kirchhain, Marburg, Frankenberg, Wolfhagen, Hofgeismar und Rinteln. Zu dieser Prämiierung werden zugelassen: Bestände von mindestens drei Köpfen in drei Generationen im Besitze bäuerlicher Landwirte.
HE. Sommertheater. Wie wir zu unserem letzten diesbezüglichen serielle nunmehr ergänzend bemerken können, bildet die heutige Aufführung des „Pfarrers von Kirchfeld" den Benefizabend des ersten Liebhabers an unserer Sommer- bühne, Herrn Robert. Derselbe hat uns schon so oft Proben seines hübschen, starken Talentes gegeben, daß er zweifellos heute abend auf eine zahlreiche "treue Gemeinde wird herab-
Ferusprechanschlnß Nr. 605.
1904
blicken können. Gönnen wir dem noch so jugendlichen Künstler, welcher bei seinem Fleiß und Gewissenhaftigkeit sicher noch zu weiteren Hoffnungen berechtigt, von Herzen einen vollen Erfolg. Durch die Wahl des heutigen Stückes läßt sich deutlich erkennen, daß Herr Robert sich selbst auch recht gut zu beurteilen versteht, denn gerade auf dem Gebiete des volkstümlichen, speziell oberbayrischen Volksstückes liegt seine Hauptstärke, sodass sicher auch heute abend eine interessante künstlerische Leistung zu erwarten steht. Das Stück selbst, wohl unstreitig das Beste der rühmlichst bekannten Anzengruber'schen Werke, führt uns wieder frische, gemütstiefe Szenen aus dem bayrischen Volksleben vor Augen, in deren Behandlung ja bekanntlich der Autor schon längst allseitig als vorbildlich bekannt ist. Den Inhalt sowie die schöne Tendenz wollen wir noch nicht verraten, nur finde die Bemerkung noch Platz, daß auch dem behaglichen Humor wieder eine breite Stelle eingeräumt ist, sodaß auch die Freunde lustiger Szenen voll auf ihre Rechnung kommen dürften. Der Besuch kann nur warm empfohlen werden; jedermann wird voll befriedigt nach Hause gehen.
* Sommerfest. Der Radfahrer-Verein Union Hanau hält am Sonntag 28. August in dem schön gelegenen Garten des Restaurant Wilhelmseck sein Sommerfest ab, bestehend in Konzert, Gesang, Kinderspielen und Tanz .Wir wünschendem Verein eine recht zahlreiche Beteiligung. Das Fest findet bei jeder Wilieruna statt.
* Kurort Wilhelmsbad. Die Kapelle des Jnfanlerie- Rzls. Hessen-Homburg Nr. 166 wird bei dem heute nachmittag "in Wilhelmsbad zu verunstaltenden Konzert u. a. folgende Nummern zum Ertrag bringen: Ouvertüre „Maritana" | v. W. V. Wallace; Balletmusik a. d. Op. „Austin" v. H. Marschner; „Eine Faust-Ouvertüre" v. R. Wagner; Szene und Arie a. d. Op. „Luisa di Montfort", Solo für Klarinette v. M. Bergson; Militär-Fantasie über „O Straßburg, o Straßburg" v. W. Nehl; „Chinesischer Marsch" v. F. Sabathil.
* Fukballsport. Das am vergangenen Sonntag zwischen dem I. H. F. C. 93 und Frankfurter F. C. 1902 stattgefundene Wettspiel endigte, wie vorauszusehen war, mit einem Sieg der Hanauer von 5:0 Goals.
* Bom Blitz erschlagen wurde bei dem vorgestrigen Gewitter in Büdesheim der 10 jährige Sohn des Arbeiters Hornung, der sich in die Wohnung des Heinrich Kitz geflüchtet hatte. Auch die Frau des K. wurde durch den Blitzschlag betäubt.
* Der erste Aepfelwein. Nach kurzer, energischer Herrschaft des Sommers machen sich schon vielfach Anzeichen des herannahenden Herbstes bemerkbar. Nicht nur tragen bereits viele Bäume herbstliches Laub, auch Feld und Flur haben schon vielfach ein herbstliches Aussehen infolge der allzu lang anhaltenden Trockenheit. Und schon hat die gütige Ceres verschiedene Erstlinge der köstlichen Früchte des Herbstes dem Menschen aus ihrem reichen Füllhorn gespendet: reife Trauben und Zwetschen von der heimatlichen Flur. Leider entfallen ihm aber auch manche Früchte vor der Reife, weniger ^wertvoll wie die späteren mit ihren köstlichen Eigenschaften. So haben in diesem Jahre die Stürme der letzten Tage manches feistes Aepfelein zu Fall gebracht, frisch, gesund und ohne Fehler. Dieses Obst, das sogenannte Fallobst, findet bereits Verwendung in den Keltereien der AEpfelweinproduzenten, die Mühlen und Kelteri? schleunigst in Tätigkeit gesetzt haben, um den ersten „Süßen", dieses prächtig mundende Naß, für die „Stadtkundschafl" herzustellen. Dazu bietet sich auch diesmal wieder eine günstige Gelegenheit: das Malter (100 Kilogramm) Falläpfel wird für den beispiellosen Preis von 2.50—3 Mark angeboten und für den Herbst ist bereits der Preis des Kelterobstes auf 7 Mk. für dieselbe Menge festgesetzt. Bei diesen Gedanken beschleichen zwei Hoffnungen das Herz des Aepfel- weingeschworenen, nämlich auf einen guten, aber billigen Tropfen in diesem Jahre.
* Gegen das übermäßige Abschneide» der Pferdeschwänze wendet sich in einer öffentlichen Erklärung der Vorstand des Magdeburger Vereins für Landwirtschaft und landwirtschaftliches Maschinenwesen. Es heißt darin: „Die Sitte der Pferdehändler, den von ihnen gelieferten Pferden die Schwänze in übertriebener Weise zu kürzen, hat allgemein einen Widerwillen erregt. Die Qualen, welche die Tiere von den Fliegen und sonstigen Insekten auszustehen haben, erregen nicht nur unser Mitgefühl, sondern wir erkennen auch einen erheblichen Schaden an, der den Tieren und dadurch auch uns zugefügt wird. Der Vorstand erklärt, daß er beim von Pferden diejenigen bevorzugen werde, die nicht so trieben kurz soupiert sind. Ferner wird bestimmt, daß nächstjährigen Pferdemarkt für den Ankauf,-ber »HF^t und bei der Prämiierung solche Pferde be^y“® haben. einen dem natürlichen Zweck eMprecheudei- e^ ^ GraS.
• Mainwasferwärme. ^^