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Die Württembergts-ü- Armeeverwaltun« beab- sichtigt, in den KorpsbekleidunaZwerkstätten in Ludwigsburg snalog der Werk>'ätte des XV. Armeekorps in Straßburq nicht mehr auSaebobene Ockonomiebandwerker, sondern Zivil- arbeiter zu belästigen.

Der Felvzug gegen die Herero. Privatnachrichten zufolge, die aus Windhoek in Kiel einoetroffen sind, gedenkt Oberst Leutwein zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen Urlaub nach Deutschland anzutreten. Der DampferGertrud Wörmann" ist am 16., der DampferMontevideo" am 17. d. M. in Swakopmund eingetroffen. Auf derGertrud" ist alles wohl, auf demMontevideo" ist ein Pferd im Zwischen« oeck an Druse eingegangen. Die neu zu bildende zweite Kolonnen-Abteilung für Deutsch-Südwestafrika wird, wie auS dem neuesten Miliiär-Woche«blatt zu ersehen ist, den Major Riese, Abteilungskommandeur im 54. Feldartillerie-Regiment zlS Kommandeur erhalten; unter seinem Kommando werden fünf Kolonnenführer tätig sein, und zwar Rittmeister Ermekeil (14. Ulanen-Regt.), v.- Treskow (11. Drag.), Brastq (36. Feld-Art.-Regt.), Palchen (1. Train) und Eberhard (62. Feld« Art.-Regt.). Weiter bilden daS OffizierkorpS vier Oberleutnant-, sechs Leutnants und zwei Aerzte. Das Offizierkorps der Scheinwerfer-Abteilung wird aus drei Oberleutnants (In­genieure und Pioniere) bestehen. Die neu aufzustelende Ersatz- batterie erhält als Kommandeur den Hauptmann D. Kleist (38. Feld-Art.-Regt.); außerdem kommen zur Batterie vier Leutnants und ein Assistenzarzt. Im ganzen gehen wieder 27 Offiziere nach DeutsL-Südwesiafrika.

Der Abgeordnete Georg Schönerer richtete an den Stab trat der Stadt Eger ein Schreiben, in dem er an- zeigt, daß er wegen der Einladung des Kaisers nach Eger und der Entsendung der Huldigungsdeputation nach Karlsbad sein Ehrenbürgerrecht von Eger niederlegt, da der Stadtrat durch diese Kundgebungen gegen das alldeutsche Parteiprogramm ver­stoßen habe und er nicht mitschuldig an solchen Verletzungen Les Parteiprogramms sein wolle.

Politische Demonstrationen in Droppan. In der Hauptstadt von Oesterreich-Schlesien wurde vorgestern abend, die Vorfeier des Geburtstages des Kaisers Franz Joseph durchstür- mische Demonstrationen gestört. Als die Militärkapellen durch die Siranen marschierte, folgte die Menge unter den Rufen: Abzug Graf Thun!" Das Ständchen vor den Regierungs« gebäude wurde durch Geschrei und Gesang deutsch»nationaler Lieder verhindert. Die Kapelle mußte in die Kaserne zurück. Als dort die Kaiserhymne gespielt wurde, sang die Menge Die Wacht am Rhein" und zog dann wieder vor das Re- gierungsaebäude, wo abermals Demosirationen gegen den Lan- despräsidenten Grafen Thun crfsloien.

Ausfall französischer Manöver. Die großen Manöver des 7. und 8. Korps, welche in dem Departement Cote d'Or natifiüven sollten, werden nach einer amtlichen Mel­dung auS Dtjon wegen Wassermangels ausfallen.

Die schottische antarktische Expedition auf der Scotts" in am 21. Juli wohlbehalten in der Heimat einge­troffen. Aus den bisherigen Nachrichten über den Verlauf des zweiten Vorstoßes nach dem Südpol seien noch folgende Angaben zusammengestellt. Am 9. Februar verließ das Schiff Port Stanley auf den Falklandinseln. Nach einwöchigem Aufenthalt auf den Südorkn^ys, wo Moßman und Smith mit mehreren Argentiniern zurückblieben, um die meteorologischen Beobachtungen ein weiteres Jahr- fortzusetzen, erfolgte am 22. Februar der Ausbruch nach SO. Unter 66 8. wurde das Packeis erreicht, aber trotzdem gelang es, bis 72° 25' 8., 18° W. vorzudringen, wo die EiSkante des mutmaßlichen an- tarkliichen Kontinents angetreffen wurde. Auf einer Strecke von 6 Längengraden wurde diese Eis »and nach W. verfolgt, bis unter 74* 8, 24° W. das Schiff am 7. März bei einem starken Orkan vom Treibeis besetzt blieb. Glücklicherweise wurde der Expedition eine Ueberwinierung im treibenden Eise erwarrt; am 14. März wurde das Schiff von den es ein« ichließensen Fesseln befreit und kam nach harte« Kampfe am 22. März aus den Schollen heraus. Jetzt wurde nördliche Richtung eineeschlagen. Auf dem sogenannten Roß-Twf, '

und mußte sich damit begnügen, ihre Stellung bei Ciantreine festzuhalten. General Hadmirault hielt noch lange Stand und zog sich erst, nachdem die Schlacht auf dem französischen linken Flügel entschieden war, aus dem in Brand geschossenen Dorfe Amanvilleurs unter die Kanonen des Forts Plappeville zurück. Nur das Vorwerk Montigny blieb von einem Bataillon besetzt; ras ganze Lager wurde eine Beute der Sieger.

Wie sah es weiter bei dem linken Flügel der Deutschen aus?

Bei Weitzenburg und Wörth hatten schon die Bayern, Hessen und S ch l e s i e r ihre Feldzeichen mit frischem Lor­beer bekränzt, auch die Rheinländer, Hannoveraner und Branden­burger waren schon aus der blutigen Wahl bei Spichern als Sieger hervorgegangen, nicht minder hatten sich am 14. und 16. August die Söhne anderer deutscher Stämme mit den Franzosen in blutigen und verlustreichen Kämpfen gemessen, nur die Sachten waren bisher ohne Verwendung geblieben. Endlich aber am 18. August flatterten auch ihre Fuhnen, donnerten auch ihre Kanonen, erklang auch ihr brausendes Hurra unter den Augen des Kronprinzen Albert. Vor Metz dort erhielten die sächsischen Truppen als XII. Armeekorps die Feuer- und Bluttaufe und entschieden Schulter an Schulter mit der preußischen Garde die wilde erbitterte Schlacht.

Diese hatten, wie schon gemeldet, in der Nacht vom 17. zum 18. August südl ch vor Mars ka Tour biwakiert und Be­fehl erhalten, um 6 Ubr morgens über Mars la Tour auf Jarny zu marschieren, also so ziemlich von Süden «ach Norden. Die Garde sollte auf Doncourt losgehen. Beide Orte lagen an der mittleren Straße Metz-Verdun. Dort erhielten die Truppen den Befehl rechts (östlich) abzuschwenken, und zwar die beiden Gardedivisionen von Doucourt aus über Habonville auf Amanvillers, und die Sachsen von Jarny aus über Batilly auf Ste. Marie aux Chßnes, das Oberkommando hatte ge­glaubt, von der Absicht des Feindes, auf dem Plateau von Amanvillers eine Schlacht anzunehmen, überzeugt sein zu dürfen, aber diese Ueberzeugung war eine irrige gewesen, der Feind wriängerte seine Aufstellung nach Norden hin und machte,

Arett»a

wo vor 60 Jahren eine Tiefe von 4000 Faden (7300 m), ohne Grund zu erreichen, gelotet warben war, fand Bruce nur 2650 Faden (4850 m). Auf der Route nach Kapstadt wurde auf der kleinen Insel Gough südlich von Tristan da Cunha gelandet, und auf der Weiterfahrt wurden noch Tiefen von 1807 Faden (3305 m), 2600 (4750) und 2900 Faden (5300 m) gelotet; am 5. Mai erfolgte die Ankunft in Kapstadt.

Die Taufe des russischen Thronfolgers ist auf den 24. August in Pelerbof festgesetzt. Großfürst Cy-rill ist in Petersburg eingetroffen.

Bom Balkan. Hilmi Pascha sandte eine Kommission an die Häuptlinge von Unter-Dibre, um sie unter Androhung militärischer Maßregeln zur Einstellung der Räubereien, die sowohl gegen ihre mohammedanischen als auch gegen ihre christ­lichen Nachbarn gerechtet sind, zu bewegen.

Die Revolution in Paraguay. Die Blätt'r ver­öffentlichen Depeschen aus Formo'a, nach denen die Aufstän­dischen die Stadt A urcon (Paraguay) 20 Minuten lang be­schaffen hätten. Das diplomatische Korps habe interveniert un) einen Waffenstillstand von 24 Stunden erlangt.

Sozialpolitik.

Die Weiterversicherung der Privatangestellten bei der Invalidenversicherung empfiehlt der Deutsch- nationale Handlungsgehilfen-Berband in seinem Organ im Hinblick auf die geplante staatliche Penstonsversicherung. Gerade im gegenwärtigen Augenblick sollte jeder Privatange stellte die Versicherung aufrecht erhalten und eine vielleicht schon aufgegebene Versicherung im Wege der Selbstoersicherung wieder aufnehmen.

Es ist bekannt, daß die Bestrebungen auf Erlangung einer staatlichen Pensions- und f'interbliebenenversicherung der Privat« angestellten einen Erfolg versprechen und es läßt sich auf Grund der bisher gepflogenen Beratungen schon Leute sagen, daß diese Versicherung in engster Beziehung zu dem bestehenden Jnoaliden- versicheruncsgesetz stehen wird. Da kann von vornherein mit nahezu tödlicher Sicherheit behauptet werden, daß die Zeit, die der Angestellte auf Grund des bestehenden Gesetz's zurückgelegt hat, auf die Wartezeit der erstrebten Versicherung wird ange­rechnet werden, sodaß die Zurücklegung einer Wartezeit, die doch den neueintretenben Versicherten wirb auferlegt werden müssen, für diese Versicherten überflüssig wird. Für manchen, der vorzeitig unerwartet invalide wird, wird das eine unge­heure Wohltat und für alle anderen eine große Beruhigung bedeuten. Dazu kommt noch, daß die Berechnung der Höhe der Renten nach dem neuen zu erwarteten Gesetz ohne Zweifel in derselben Weise wie beim Jnvalidenversicherungsgesetz auf Grund der Dauer der Versicherung erfolgen wird. Wer also schon heute versichert, schafft sich auf indirektem Wege schon heute einen Anspruch auf eine höhere Rente auf Grund des erstrebten Gesetzes, indem er di° der Berechnung der Rente zu­grunde liegende Versicherungszeit verlängert. Wer also die Gehaltshöhe von 2000 Mk. übersteigt, sollte unbedingt bei der allgemeinen Jnvalidenversich.unz weiterkleben, ebenem viele Prinzipale sich bereit finden lassen werden, einen Teil des Bei­trages auf ihre Tasche zu übernehmen.

Dandd, Gewerbe und Verkehr.

Zentrale für Spiritnsverwertung. In der gestrigen Sitzung der Zentrale für Spiritusverwertung wurde durch Berichts der Vertreter der verschiedenen Landesteile fest- gestellt, daß in einigen für die Spirftusproduktion wichtigen Bezirken ein erheblicher Minderertrag an Kartoffeln selbst durch günstige Witterung und kräftige Niederschläae nicht mehr ab« zuwenden sein wird. Wenn auch die Aussichten in anderen Laudesteilen günstiger seien und deshalb ein abschließendes Ur­teil über die nächstjährige Produktion und Preisverhältnisse noch zu verschieden sein wird, glaubte doch hinsichtlich auf die obwaltenden Umstände der Geiamtausschuß für das Geschäfts­jahr 1904/05 schon jetzt einen Durchschnittserlös von mehr a!S 50 Mark als wahrscheinlich betrachten zu müssen. Erbe­schloß demgemäß, den vom 16. September ab gültigen Bb­

statt Amanvillers, daS hochgelegene St. Privat zu seinem rechten Flügelpunkte. Infolgedessen marschierte der Komman­deur der 1. Gardedivision, Generalmawr von Pape, über Ste. Marie aux Cl,Lne?, auf St. Privat unter nachträglicher Zustimmung des Korpskommandeurs, während der Komman­dierende des XII. Korps, der Kronprinz Albert von Sachsen, hinter Ste. Marie aux Ebenes auf Roncourt rückte; von dort aus konnte nämlich ein Druck auf die französische Flanke aus­geübt werden. In Habonville teilte sich die 2. Gardeinfanterie- division Budritzky; die 3. Gardeinfanteriebrigade von Knappe wich scharf rechts ab, um sodann mit der hessischen Brigade Wittich zum Sturm gegen Amanvillers vorzugehen. Die 4. Jnfanteriebrigade dagegen, von Berger, nahm die Richtung nördlich, geradeaus und unterstützte bei St. Ail den Angriff der 1. Gardeinsanteriedioision als rechte Flügelkolonne. Die 1. Gardeinfanleriediviston von Pape war schon vorher auf St.AilloS- gegangen, hatte dann das nördlich gelegene Ste. Marie ge­nommen, um dann rechtS zum Sturm gegen St. Privat vor« zugeden.

An der Wegnahme St. Privats nahmen auch die Sachsen, 24. Division, teil. Die 23, Division marschierte an St. Marie vorbei, führte die Ueberflügelung aus, erreichte das nord­westlich gelegene Aubone, besetzte Roncourt und faßte dann von hier aus im entscheidenden Augenblick St. Privat von Nor­den her.

Die 1. Gardeinfanterie-Division von Pape war bald «ach 12 Uhr von Doncourt abgerück«, marschierte Über Jonaville auf das nordöstlich gelegene Habonville, wendet sich von da nördlich gegen St. Ail, um nach Wegnahme dieses Dorfes und des dahinterliegenden Ste. Marie dann erst die östliche Richtung auf St. Privat einzuschlagen.

Die Wegnahme von St. Ail und Ste. Marie geschah in folgender Weise: Die Avantgarde der 1. Gardedivision, das Gardcbataillon, Gardelüsilierregiment imd eine leichte Batterie, war gegen 2 Uhr im Anmarsch gegen I Lt. All, an der Spitze das 3. Bataillon ber Gardefüsilier«'

19. Auauss schlagspreis von 50 Mark bis auf weiteres auch im neuen Brennjahre in Geltung zu lass-n.

Dis neue russische Anleihe. DerRegierungs- bote" schreibt: Nach dem am 13. Mai veröffentlichten Aus­weis der Regierung über die ihr für Kriegszwecke zur Ver­fügung stehenden freien Summen betrugen dieselben bei Be­ginn des KriegeS über 300 Mill onen Rubel. Inzwischen war bis zum 16. Augusi allen Ressorts ein Kredit für Kriegs­zwecke von 257*/* Millionen Rubel eröffnet. Daraus geht hervor, daß der Ertrag aus der Realisierung der 5prozentigen Schatzscheine, welche im Nomina">etrage von 800 Millionen Francs ausgegeben sind, noch unberührt ist. Die eben ange- ordnete neue Anleihe wird dadurch erklärt, daß die rechtzeitige Vervollständigung der Barmittel während des Krieges beson­ders wichtig ist und die Unterbringung der Serien einige Zeit beansprucht. Bezüglich der Form der neuen Anleihe ist zu bemerken, baß Billette ber Reichsrentei, ein in Rußland weite Verbreitung genießender Wertpapiertypus, besonders zur Kriegs­zeit sehr bequem sind. Da sie nicht Kursschwankungen unter­liegen, dienen sie oft als Zahlmittel von Privatpersonen. Die Realisierung der 100 Millionen Rubel der neuen Anleihe ist bereits gesichert.

Bus aller Melt.

Eine Junfigesellenstener wurde kürzlich wieder ein­mal in einer öffentlichen Frauenversammlung im Städtchen Salem (Wisconsin, Amerika) in Vorschlag gebracht. Die empörten Dame« wollten energischen Protest erheben gegen die ehefeindlichen Bestrebungen und Ansichten der Herrenwelt im Staate Wisconsin. Die Versammlung nahm einen überaus stürmischen Verlauf. Die Reden der einzelnen Damen wurden durch dermaßen laute und erregte Zwischenrufe unterbrochen, daß die Sprecherinnen ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen konnten. Den meisten Beifall fanden die Ausführungen einer schon ziemlich bejahrten Dame, die den Vorschlag machte, daß alle Männer, die über 25 Jahre alt und noch Junggesellen sind, eine jährliche Steuer von 1000 Dollar bezahlen müßten und aller bürgerlichen Rechte verlustig gehen sollten bis zum Tage ihrer Hochzeit. Eine junge Teilnehmerin an der Versammlung aber bereitete der Begeisterung, die auf diese Rede folgte, ein jähes Ende, indem sie darauf hinwies, daß unter solchen Umstände» die Männerwelt aus Wisconsin ein­fach auswandern würde. Nach langen und heftigen Debatten beschloß man endlich, in allen Staaten von Nordamerika mit dem Zentralbureau in Ncw-Dork Frauenvereine gegen die Ehe- feindlichkeit der Männer ins Leben zu rufen.

Um mehrere Millionen Gulden ist zwischen der Stadt Ragtisa und der österreichischen Regierung ein Streit entbrannt, über dessen Ursprung aus Wien folgendes be­richte^ wird: Als 1814 die frühere Republik Ragusa nach mehrjähriger französischer Okkupation unter österreichische Herr­schaft kam, verlangte die Bürgerschaft, daß die österreichische Regierung zu Gunsten der Stadt von Frankreich Entschädigung sür Verluste und Schäden während der französischen Okkupation verlange. Oesterreich stellte 1815 diese Forderung an Frank- reich, Ragums Bürgerschaft konnte aber nie erfahren, ob Frankreich Schadenersatz geleistet habe. Aus jüngst gefundenen Saturnerden ergibt sich nun, daß Frankreich eine Entschädigung von mehreren Millionen gezahlt hat. Die Stadt Ragusa ver- langt nun von der österreichischen Regierung die Herausgabe der Summe und ist entschlossen, eventnell die Gerichte an- zurufen.

Großmütige Spende eines begeisterten Alpi- ntsten. Aus Bern wird geschrieben: Vor 25 Jahren kam der englische Geistliche Reverend W. A. B. Coolidge krank­heitshalber nach Grindelwald, der bekannten Sommerstation im Berner Oberlande. Er erholte sich rasch, fing an Bergtouren zu machen und ward ein begeisterter Freund der Alpen, die er auch als Schriftsteller in verschiedenen Werken behandelte und verherrlichte. Anläßlich seiner 25. Wiederkehr nach Grindel- wald, das er Jahr um Jahr beüchte, entschloß sich nun Reve­rend Coolidge zu einer wirklich munifizenien Spende an den

Der Feind hatte versäumt, dieses wichtige Dorf zu besetzen und machte jetzt vergrbliche Anstrengungen, die Deutschen hieran zu verhindern. Von St. Ail ging es auf Ste. Marie los, wo der Feind energischen Widerstand leistete. Gegen 3 Uhr traf die deutsche Avantgarde unter Oberst von Erckert vor Ste. Marie ein. Die Gardejäger eröffneten das Feuer von Süden her. Gleichzeitig waren dort auch die Sach'en, 47. Brigade, von Westen her eingetroffen, mit deren Kommandeur, Oberst von Leonhardi, Generalmajor von Pape einen gemeinschaftlichen Angriff auf das Dorf verabredete. Das 5. und 6. sächstiche Infanterieregiment sollte von Norden und Westen, die Garden von Süden und Osten her in Ste. Marie einbrinqen. Oberst von Erckert führte selbst seine Gardefüstliere an und nahm das Dorf im ersten Anlauf. Im Ort entspann sich ein blutiger Kampf noch,, wobei Oberst von Erckert fiel. Der Angriff hatte 1 Offizier und 55 Mann an Toten, 4 O'siz ere und 392 Mann an Verwundeten gekostet. Nun galt es noch, stch des wohlbesetzten und für den Feind höchst günstig gele­genen St. Privat zu bemächtigen.

Der Ort liegt auf ehrt Anhöhe, was schon sein Beiname La Montagne anbeutet. Er war von einer Steinmauer um» geben, in deren Front sich weitere Feldsteineinfassungen in Ab- ständen von etwa 150 Schrift hinzogen. Dies waren die ersten Feuerlinien des Feindes. Unmittelbar im Rücken der westlichen Dorfseite standen massive Steinhäuser, mit kleinen luckenartigen Fenstern und Schießscharten bis unter das Dach. Sie Kirche lag etwas zurück nach Roncourt zu, während nach Süren hin sich jene Gebäude und Scheunen ausdehnlen, die später unter dem Namen Ferme Jerusalem so berühmt geworden find. Hier, an der Ecke dieskS Ortsteiles, stand eine Mi- traileusen-Batterie, andere Batterien konnten nicht entdeckt werde«. Dicht hinter dem Höhenrande, der treffliche Geichütz- auffteaungen gestattete, fiel das Terrain nach Osten zu schroff in die Tiefe und gewährie den Reserven treffliche Deckungen bis zum Augenblick, wo sie zur Verwendung auf die Höhe ge­langten. Nach Westen dagegen flachte sich, wie schon früher