Erstes Blatt.
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OkW für StM- und Landkreis Kann«
Erscheint täglich mit Ausnahme der-Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Derantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
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Nr 184, Ferusprechauschlaß Nr. 605.
Amtliches.
Stadtkreis hanau*
BelMtmachungen des Oberdürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Auf Grund der §§ 13, 18, 69, 70 und 82 des Kom- munalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 und des § 13 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 wird in Gemäßheit der Beschlüsse des Magistrats vom 80. Februar 1904 und der Stadtverordneten-Versammlung vom 28. April 1904 nachstehende
die Ordnung für die Erhebung einer Gemeindesteuer ; bei dem Erwerbe von Grundstücken im Bezirke der
Stadt Hanau vom "^^^^ 1897 abändernde Ordnung erlassen.
V i«
Der § 1 Absatz 2 Satz 1 der erwähnten Ordnung lautend: Für die Steuer sind der Veräußerer und der Erwerber verhaftet, wird wie folgt abgeändert: "
\ Für die Steuer sind der'Veräußerer und der Erwerber als Gesamtschuldner haftbar.
n.
" Diese Ordnung tritt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft.
Hanau den 10. Mai 1904.
Der Magistrat.
Dr. GebeschuL.
—
Offenlegungsbescheinigung.
Genehmigung des Bezirks-Ausschusses vom 30, Juli 1904. B. A. 2896. < >
Dienstag den 9. August
Fe.u^.'echanschluß Nr. 605.
1904
Wird veröffentlicht. '
Hanau den 8. August 1904.
* ■ Der Magistrat.
I. A.: Wagner. 14435
Bekanntmachung.
Die seither von Herrn Steuerkommiffar Kluge bewohnte Wohnung vor dem Kanaltor 1, gleicher Erde, bestehend aus 4 Zimmern, Badezimmer, Küche, 2 Mansarden, sowie sonstigem Zubehör ist alsbald zu vermieten. Angebote sind an den Magistrat zu richten. ^
Seitheriger Mietpreis 600 Mk.
Hanau den 9. August 1904. J '
Der Magistrat. \ 1 .
J. 8.: Wagner. . A 13860
Sienererhebnng.
Wir machen darauf aufmerksam^ das; die Zahlung der Steuern und des Schulgeldes für die Monate Juli/September 1904 für diejenigen Steuerpflichtigen, deren Steuerzettel eine der Nrn. von 6001 ab aufweisen, in der Zeit vom 8.—15. August 1904 stattzusinden hat.
Im übrigen verweisen wir auf die auf dem Steuerzettel aufgodruckten Bestimmungen.
Hanau den 9. August 1904.
Stadtkasse. 14422
Hus hanau Stadt und Cand.
Hanau den 9. August.
Historische Gedenktage.
9. August 1629 starb die erste Gemahlin des Landgrafen Philipp von Hessen-Butzbach, Anna Margaretha Gräfin von Diepbolz, die Tochter des Letzten diese» Hauses.
9. August 1646. Wiedergewinnung der seit 1623 von Hessen-Darmstadt besetzten Herrschaft Schmalkalden von Seiten Hessen-CasselS.
* Generalsuperiutendent a. D. Credo t« Am vorigen Freitag starb in Detmold der Generalsuperintendent o. D. Johannes Ludwig Crede, ein Sohn des Hessenlandes. Geboren wurde er am 10. September 1827 zu Bcttcnhansen, j BUbierte dann später in Marburg Theologie und wurde zuerst
Hilfspfarrer zu Oberkaufungen und dann Pfarrer der Gemeinde Velmeden am Meißner. Im Jahre 1860 wurde Crede nach Lippe berufen, und zuerst als Pfarrer der Gemeinde Wüsten, vier Jahre später übernahm Crede die Leitung des Landesseminars zu Detmold.
* Für den Erweiterungsbau des Evangel. Diakonisfeuhauses sind bei Herrn Pfr. Nestler eingegangen : am 1. Juli von I. M. 3 Mk., am 8. August von Ch. B. 3 Mk., zusammen 6 Mk., wofür den gütigen Gebern bester Dank ausgesprochen sei.
* Den Kaiserpreis beim Preisschießen des 18. Armeekorps, das am Samstag auf dem Uebungsplatz bei Griesheim stattfand, errang die 12. Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 116. Im vorigen Jahr hat die 8. Kompanie genannten Regiments den Kaiserpreis erhalten.
* Der Hanauer Tierschuhverein hat die schmerzliche Lücke, die durch den Tod seines langjährigen verdienstvollen Vorsitzenden Herrn Prof. Dr. Scheer entstanden war, in seiner gestrigen Vorstandssitzung ergänzt. Einhellig wurde der bisherige zweite Vorsitzende Herr Pfarrer Hufnagel- Kesselstadt, ein erprobter Vorkämpfer für die ideale Tierschutzsache, zum ersten Vorsitzenden gewählt. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Herr Stadtsekretär Fisch er, ein gleichfalls bewährter Streiter für die Tierschutzbewegung, gewählt.
* 3. Abonnementskonzert im Saulbau „zum bettifAen Haus". Morgen Mittwoch abend gibt die Ulanenkapelle in dem schönen Konzertgarten „zum deutschen Haus" daS 3. Sommer - Abonnementskonzert, in dem unter anderen beliebten Stücken folgende Pieren zu Gehör kommen werden: Die weniger bekannte Ouvertüre z. Op. „Der Wildschütz" von A. Lortzing, sowie Ouvertüre „Giroflü Girosia" von Löwy, ein großes Potpourri aus C. M, v. Weber's unsterblichem „Freischütz", welches für Kavalleriemustk vorzüglich arrangiert ist; ferner Fantasien aus R. Wagner's Oper „Tannbäuser", arrangiert von Schreiner und aus Adam's „Postillon von Lonjoumean", Tänze von E. Waldteufel, Delibes und Sabathiel usw. Das Konzert findet bestimmt statt, bei kühler Witterung spielt die Kapelle ebenfalls im Garten, während die neuen Glashallen und der Saal (dessen Flügelthüren geöffnet sind) für die Besucher vorgesehen sind.
* Sommertheater. Die für morgen angesetzte Benefiz- vorstcllung für Herrn Albert muffte auf Freitag verschoben werden. Morgen abend kommt der treffliche Schwank „Die Löwenbraut" zur nochmaligen Aufführung. Ein Besuch der Vorstellung wird sicherlich niemand gereuen, denn man kann sich bei dem lustigen Schwank vortrefflich amüsieren, sodaß wir einen Besuch der Vorstellung bestens empfehlen.
* Sommerfeft. Nächsten Sonntag den 14. August er. veranstaltet der „Gesangverein Pulverfabrik" unter Mitwirkung verschiedener auswärtiger Gesangvereine auf dem „Forsthaus" sein Sommerfest, Nach den Vorbereitungen des äußerst rührigen Festkomitee's dürfte das Fest ein schönes werden und wäre dem eifrigen Verein, der auch über ganz gute Kräfte verfügt, ein guter Erfolg zu wünschen.
* Im EisenbahngartKen gibt heute abend bei günstiger Witterung die Hanauer Stadtkapelle ein Gartenkonzert. Für ein vorzügliches Programm ist Sorge getragen worden, sodaß sich ein Besuch der Veranstaltung wohl lohnen dürfte.
* Kurort Wilhelmsbab. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad großes Konzert der Jnfanteriekapette Nr. 166 statt.
* Silberne Hochzeit feiern morgen Herr Weißbinder- I Meister Wilhelm Hüge und Frau, Weberstraße 14.
* Alarmiert wurde gestern mittag die freiwillige Feuerwehr nach der Neuen Anlage. Ein Eingreifen derselben wurde nicht notwendig.
)(Rudererunfall. Oberhalb der Gemeinde Groß-Krotzen» bürg ereignete sich vorgestern auf dem Maine ein ernstlicher Rudererunfall, der leicht einen schlimmen Ausgang hätte nehmen können. Eine Anzahl Mitglieder des Ruderklubs „Hellas" auS Offenbach unternahmen nämlich mit 4 Bootchen eine Fahrt nach Klein-Welzheim. Unweit deS Braunkohlenbergwerks, Grube „Gustav", holte ein Zweierboot einen zu Berg fahrenden Schleppzug ein und geriet in unmittelbarer Nähe des Schlußschelchcs. Der heftige Wellenschlag schleuderte das Boot- gegen das Mainschiff, wobei das kleine Fahrzeug teilweise in Trümmer ging und zu sinken begann. Die drei Insassen vermochten sich noch rasch auf den Schelch zu retten und auch daS sinkende Bootchen auf denselben zu ziehen. Ein zu Tal fahrender Kettendampfer nahm auf der nächsten Station das erheblich beschädigte Fahrzeug auf und beförderte es nach Offcn- bach zurück.
* Eingestelltes Verfahren. Das gegen den hier beschäftigten Goldarbeiter F. aus Großauheim eingeleitete Verfahren wegen Diebstahls von Goldabfällcn ist eingestellt worden da sich der Verdacht gegen ihn als grundlos herauS-
gelullt hat. Im übrigen ist zu bemerken, daß „Goldabfälle" bei ihm s. Z. nicht gefunden worden waren, sondern nur etliche nicht sehr wertvolle Schmucksachen, über deren Erwerb er sich ausweisen konnte und die seiner Frau und seinen Kindern gehörten.
^Statistisches. Im Monat Juli 1904 wurden in Hanau lebend geboren 73 Kinder, 43 Knaben und 30 Mädchen. — Gestorben sind 65 Personen, 32 männlichen und 33 weiblichen Geschlechts, darunter 9 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 56 und es kommen auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet 21.4 Todesfälle.
Gestorben sind:
18 Kinder im Alter von 0—1 Jahr
5 „ „ „ „ 1 5 Zähren
4 Personen „ „ „ 10—20 „
7 M „ „ „ 20 30 „
2 „ „ „ tf 30 40
2 „ „ „ „ 40—50 „
9 „ „ „ „ 50-60 ,
9 „ „ „ „ 60 <0 ff
7 „ „ „ „ 70-80 „
2 „ „ m « 80 90 m _
An akuter Entzündung der Atmungsorgane starben < Personen, 3 an chronischer nicht tuberkulöser Erkrankung derselben, _ eine an Lungenlähmung und 6 Personen an Lungenschwindsucht. 5 Kinder starben an Brechdurchfall, 3 an tuberkulöser Hirnhautentzündung und je eins an Krämpfen und an Rhachitis. Die Todesursache war bei 4 Personen Aderverkalkung, bei je 3 Herzleiden, Bauchfellentzündung und Krebsleiden, bei je 2 Personen Schlaganfall und Nierenleiden und bei je einer Person akute Miliartuberkulose, Leberleiden, Sepsis, Empyem des Warzensorrsa^es und- feuchter Brand. — Nicht durch Krankheit bedingt war der Tod in 16 Fällen: 5 Leute starben an Altersschwäche, 8 kleine Kinder an Lebensschwäche, ein Knabe ertrank keim Baden und 2 Personen beendeten ihr Leben durch Selbstmord. Sanitätsrat Dr. Zeh.
* Verbrauchsabgaben. Im Laufe des Monats Juli 1904 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet:
" “ Juli 1903 17 Stück
89 Ochsen, weniger gegen
95 Kühe, „ „
26 Rinder, „ „
1052 Schweine, mehr „
319 Kälber, weniger „
81 Hämmel, „ „
— Ziegen, „ „
den
^
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Monat
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Die Accis-Einnahme hiervon beträgt .
An eingeführten Fleischwareir rc. wurden versteuert: 25 108 Kilogramm, mehr gegen den Monat Juli 1903: 2009 Kilogramm.
Hiervon die Accis-Einnahme mit . .
Summa
Gesamt - Accis - Einnahme im Monat Juli 1903 .
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■ tf
Mk.
28
23
46
93
6
1
tf tf tf tf tf 1/
3990.20
Mk. ^ 802.79
Mk. 4792.99
Mk. 5145.92
Mithin weniger gegen den Monat Juli 1903 ...... ooaVo*
Accis - Einnahme vom 1. April 1904 bis 31.
Juli 4904 ..... Mk. 29 003.93
Accis - Einnahme vom 1. April 1903 bis 31.
Juli 1903 ..... 20 244.33
Mithin weniger gegen die gleiche Zeit des
Vorjahres......Mk. 240.40.
* Viehmarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- und
Fettvieh-Markt statt.
* Ein Wirtshausstreit mit verhängnLsvallen Folgen ereignete sich Sonntag nacht im benachbarten Klein- Ostheim. In der dortigen Wirtschaft zum Roß in Klein- Ostheim saßen am Abend mehrere Leute beisammen und unterhielten sich über Politik u. s. w. Die Gemüter wurden nach und nach warm und immer erhitzter, zumal die Meisten schon etwas über den Durst getrunken hatten. Wie es bei derartigen Streitigkeiten der Fall ist, wollte jeder Recht haben, und so gab ein Wort das andere. Das lauteste Wort führte der Metzger Anton Eifert von Klein-Ostheim. Der Arbeiter Griesfelder widersprach seinen Ansichten am lebhaftesten und Eifert wurde dadurch sehr aufgebracht. Die noch in der Wirtschaft anwesenden Gäste suchten Frieden zu stiften, aber ohne Erfolg. As Eifert sah, daß er in der Wirtschaft nichts aus- richten konnte, entfernte er sich unter Drohungen. Auch draußen vor der Wirtschaft schimpfte und skandalierte er noch weiter. Der ebenfalls in der Wirtschaft anwesende Landwirt Anton Fächer von Klein-Ostheim wollte den Eifert b^uhi--en u ging deshalb vor die Wirtschaft auf die Straße, um zu sprechen. Mag sein, daß ^stch Eiiert über en t ^ stifter ärgerte und mit aller Gewalt &mt ji^ / daß er glaubte, den Griesfelder vor sich zu Haven, ". zog