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Eiurückuugsgebühr
Für Stadt» und Landkreis Hanau 10 Pfg., die fünf» gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts lö Psg., im Reklamentheil die Zelle 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
sezugspreis:
Bierteljährlich 1,80. Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- «ärüge Wonumten mit dem betreffenden Postaufjchlag.
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Gedrucktund verlegt in der Buchdruckern: des - verein, ö.
Waisenhauses m Hauau.
General-Anzeiger
.Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kam.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecken in Hanau.
^r 178 Fernsprechanschluß Nr. 605.
Amtliches.
Landkreis hanau.
Lekanntmachltüffen des Königl. Landratsamtes.
Der Herr Reichskanzler hat in Nr. 27 des Zentralblattes Vr das deutsche Reich vom Jahre 1904 ein Verzeichnis derjenigen im Reichsgebiete belegenen Gartenbau- rc. Anlagen veröffentlicht, für welche die in der Deklaration zur internationalen Reblauskonventis» vom 15. April 1889 —Meichs- Gesetz-Blatt Nr. 27, Seite 203 — festgesetzte Verkehrserleichte- .'ung in Betracht kommt.
Aus dem Regierungsbezirk Caffel sind aufgeführt:
Nr. 97 Caffel, Hör bemann, Johann; Inhaber: Hein
rich Hördemann und Lappe, Gärtnerei,
Nr. 98 Caffel, Hördemann, Wilhelm, Gärtnerei,
Nr. 278 Gelnhausen, Hohm, Franz, Söhne, Baumschule, Nr. 279 Gelnhausen, Schöffer, L. W., Gartenanlage.
Die Gartenbau-Interessenten des Stadt- und Landkreises Hanau mache ich auf Vorstehendes besonders aufmerksam.
Hanau den 30. Juli 1904.
Der Königliche Landrat.
V 5240 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Stadtkreis hanau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die Stadtbibliothek befindet sich im Hause Gartnerftratze 67 (alte Zeichen-Akademie) und ist vom 3. August au wieder geöffnet.
Hanau den 28. Juli 1904.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Bode. 13756
Mus hanau Stadt und Land.
Hanau den 2. August.
Historische Gedenktage.
2. August 1408 leistete der Letzte der Herren von Jt t er, Erasmus, auf seine Herrschaft Verzicht, und dieselbe kam somit an Hessen, in dessen Besitz (größtenteils darm- städtischen Anteils) sie verblieb. Erasmus, Herr von Jtter, starb übrigens erst fast 35 Jahre später, 1443.
2. August 1479 brannte das Städtchen Allendorf an der Lumbsa, von einem Blitz angezündet, binnen drei Stunden fast ganz ab.
2. August 1542. Vergebliche Aufforderung zur Uebergabe von Wolfenbüttel seitens des Landgrafen Philipp in dem Kriege gegen Herzog Heinrich; — ein damals durch Volkslieder spottend besungenes Ereignis.
* Stävtifchs Badeanstalt. Im Monat Juli 1904 wurden an Bädern abgegeben: Kl. L: 77, Kl. H.: 251, Kl. IH.: 1173, Douchebäder: 22, Römisch-Irische Bäder: 14. Zusammen: 1537 Bäder. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 126 am 9. Juli; die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug 17 am 20. Juli.
* Bauernregeln für August. Isis in den ersten Tagen heiß, so bleibt der Winter lange weiß. — Im August viel Regen ist dem Wein kein Segen. — Der Tau ist dem August so not, wie jedermann das tägliche Brot. — Schön Wetter zu Mariä Himmelfahrt verkündet Wein von bester Art. — Ist Nordwind im August nicht selten, so wird er schönem Wetter gelten. — Bringt Rosamunde Sturmeswind, so ist Sybille uns gelind. — Höhenrauch im Sommer, ist der Winter kein frommer. — Geht der Fisch nicht an die Angel, ist an Regen bald kein Mangel. — Wenn der Kuckuck lang nach Johanni schreit, so rufet er uns teure Zeit. — Sind St. Lorenz und Bartel schön, ist guter Herbst vorauszusehe«. — Der Monat August muß Hitze haben, sonst wird der Früchte Zahl begraben.
* Kunstnotiz. Die August-Ausstellung im Kunstsalon Hermes, Frankfurt a. M., vereinigt eine auserlesene Anzahl von Meisterwerken. Neben einer Reihe Bildnisse von L e n b a ch , F. A. v. K a u l b a ch , Wilhelm T r ü b n e r, F. v. D e f r e g g e r und anderen sind als Landschafter vor allem Hans T h o m a mit 6 Gemälden, Peter Burnitz (t) mit 3 Vaduten, Kel l e r-R e u t l ing e r mit 5 Werken, Joseph W englein, Franz Courtens, A. Lier (t), Viktor Gilsoul, Paul Mathien und Ludwig Richter mit Einzelbildern zu nennen. Im Figurenbild dsmi- nieren A. Böcklin (t), Fritz °. Uhde, Max Lieber- MaNN. Südens Saerwstn» unb ^k^Eer ^ i 5 lt, wä6s
Dienstag den 2. August
rend Ol. Hengeler, Ed. Grützner, Kowalski und Hugo Kauffmann die Genrebilder repräsentieren. Tier- bilder haben H. Zügel, O. Gabler und Schramm- Zittau ausgestellt. Eine Anzahl Studienköpfe von Ed. v. G e b h a r d t und eine Kollektion Orig. Handzeichnungen von Ad. M e n z e l vervollständigen die reiche Sammlung.
* Bezirkswettspiele. Vergangenen Sonntag fanden in Offenbach Bezirksspiele des Bezirks Frankfurt a. M. deS mittelrh. Spielverbandes statt. Die Turngemeinde Hanau beteiligte sich mit 4 Mannschaften in Faustball und zwar spielte; Hanau Mannschaft I gegen Keffelstadt Mannschaft II, „ v II Offenbach „ III, „ „ III „ Keffelstadt , III,
„ „ IV „ Bockenheim „ II. Es wurden bei einer Spielzeit von jedesmal 30 Minuten fast durchweg gute Leistungen erzielt. Das Ergebnis war folgendes: Hanau I gegen Keffelstadt II mit 59 : 59 unentschieden. Hierauf wurden nochmals 20 Minuten gespielt und siegte Hanau mit 57 : 48.
Hanau II siegte gegen Offenbach III mit 46 : 30,
„ III „ „ Keffelstadt III „ 70 : 65, Bockenheim II v „ Hanau IV „ 42 : 26. Das letzte Spiel' Hanau Mannschaft IV gegen Bockenheim Mannschaft II war sehr ungleich besetzt, Hanau's Spieler waren im Alter von 14—16, während Bockenheim's Spieler im Alter von 28—36 Jahren standen. Trotzdem kann diese letzte Mannschaft Hanau's mit dem erzielten Resultat zufrieden sein.
* Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des Bijouterie- und Uhrenbändlers Karl Leins in Pforzheim wurde das Konkursverfahren eröffnet. ....
* Verloren. Am Samstag abend verlor eine Arbeiterin auf dem Nachhauseweg zwei Düten, die ihren und einer zweiten Arbeiterin gesamten Wochenlohn, etwa 20 Mk., enthielten. Die eine Düte fand ein Lehrling und war so ehrlich, dieselbe an Polizeistelle abzuliefern, die zweite Düte hat sich noch nicht wiedergefunden.
* Vorsicht bei Ausübung des Sports. Am Sonntag kugelte sich beim Fußballspielen auf der Ochsenwiese ein junger Mann den Arm aus.
* * Diebstahl. Der Fahrbursche Sch. in Langenselbold hat bei einem dortigen Bäckermeister, bei dem er in Stellung war, 1 Paar Schuhe, ein Ouantum Kaffee sowie ein Geldstück entwendet. In der Nacht zum 14. Februar fchlich er sich in betrunkenem Zustande in das Kassenzimmer seines Dienstherrn, wurde aber gleich bemerkt und angehalten. Auf die Frage, was er da mache, erwiderte er, „er wolle ihn (den Meister) mal auf die Probe stellen." Die Strafkammer verurteilt ihn zu 6 Wochen Gefängnis.
* Kirchweihfest in Grohauheim Wie «an uns aus Großauheim berichtet, haben^ die dortigen Wirtschaftsin- haber große Vorbereitungen getroffen, um zum morgigen Kirch- weihfeste alle Besucher von nah und fern in gewohnter Weise zuiriedcn stellen zu können. Zahlloses Geflügel hat das Leben lassen müssen, sodaß kein Mangel für die Liebhaber derartiger Leckerbissen eintreien wird.
* Benefiz. Zum Vorteil des 1. Charakterkomikers und Spielleiters Herrn Hans Kraus wird morgen abend im Sommertheaterdas prächtige Lustspiel „Goldfi'che"von Schönihan und Kadelburg gegeben. Der Benefiziant hat den Besuchern • des Sommertheaters während der diesjährigen Saison gewiß viele genußreiche Stunden bereitet. Die Vorzüge seiner Darstellungsweise haben allseitige Anerkennung gefunden, sodaß wir nur wünschen können, es möge morgen auch ein vollbesetztes Haus den Ehrenabend des Künstlers krönen.
* Kaiserhof. Das für heute abend angefehte Konzert findet der ungünstigen Witterung wegen nicht statt.
♦ Zusammengewachsene Schwestern. Für immer vereint sind die beiden jungen Mädchen, die als die „Zusammengewachsenen Schwestern," zu den seltensten und eigenartigsten Schöpfungen der Natur gehören, welche die Wissenschaft kennt und erforscht hat. Die wenigen zusammengewachsenen Organismen, welche bis jetzt vorkamen, erreichten keine lange Lebensdauer, sie verkümmerten meist im zartesten, jugendlichen Alter. Bei den gegenwärtigen in CastansPanop- likum zu Frankfurt a. M. zu sehenden Schwestern ist das anders. Diese sind zwei hübsche junge Mädchen, welche die Zwanzig bereits überschritten, da sie organisch völlig gesund sind, trotz ihrp: merkwürdigen Leibesbeschaffenheit Anwartschaft auf ein hohes Alter haben. Die eigenartige und einzig dastehende Abnormität ist für lange Zeit zum letzte» Male in Deutschland zu sehen und nur unter großen Anstrengungen gelang der I Direktion des Panoptikums das Engagement, weil die Schwestern I für die Zukunft längere Zeit nach dem Ausland engagiert sind. •
Ferusprechanschluß Nr. 605. 1904
* Hagelschlag. In der Größe von Taubeneiern fiel gestern nachmittag bei einem Gewitter der Hagel. Glücklicherweise währte der Hagelschlag nur einige Minuten, sodaß wohl größerer Schaden nicht eingetreten ist. Ob in der Umgegend, namentlich im Kinzigtal, das Unwetter stärker gehaust hat, entzieht sich noch unserer Kenntnis.
’ Ein unvorsichtiger Dieb. Der siebzehnjährige Schuhmacher Johannes Ackermann von Würz- burg trieb sich, wie gemeldet, am 29. Juni mit einem Revolver hier umher. Als er in der Vorstadt damit eine lustige Knallerei vollführte, ging ihm ein Kriminalschutzmann nach und beobachtete ihn, wie er in den Anlagen auf dem alten deutschen Friedhof aus dem Gebüsch einen Koffer an das Licht brächte. Der Bursche mußte nun mit zur Polizei und dort machte man zum allgemeinen Erstaunen die Entdeckung, daß er Frauenunterkleider auf dem Leibe trug. Der Koffer barg ein Kinderkleidchen. Der Dieb hatte die Sachen aus Gärten am Auheimer Weg und an der goldenen Aue gestohlen. Es wurde in der gestrigen Strafkammersitzung auf 6 Wochen Gefängnis gegen den jugendlichen Dieb erkannt, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind.
* Mainwasierwärme. Gestern abend 19 Grad.
G Oberrodenbach, 1. August. (Raiffeisenver- sammlung). Am Sonntag nachmittag hielt der hiesige Raiffeisenverein zu seiner Neubelebung eine gutbesuchte Versammlung ab. Nach einer ausführlichen Besprechung der Ver- einsangelegenhciten trat als Redner Herr Pfarrer Fröhlich aus Langenselbold auf und verbreitete sich in einem iVsftünbigen Vortrag über das zeitgemäße Thema: Inwiefern sind unsere Darichnskaffenvereine segensreiche Werkstätten christlicher Nächstenliebe? Der Redner löste in sehr klaren und schlagenden Beweisführungen die Aufgabe. Die oft humorvollen und aus dem frischen Leben gegriffenen wahrheitsgetreuen Darstellungen nahmen wiederholt die Lachmuskeln sehr in Anspruch. Dank gebühre dem Vater Raiffeisen, dem edlen Volkstribun, der einen Weltdom erbaut hat, dessen Bogen sich gegenwärtig spannen vom Fels zum Meer, von des Rheines Land bis zum Memelstrand, ja weit über die schwarz-weiß-roten Grenzpfähle hinaus, denn auch Indien und Aegypten ist Raiffeisen nicht fremd, sodaß die stets weitere Verbreitung der Raiffeisenver- eine zu den besten Hoffnungen für die so notwendige. Erhaltung und Hebung unserer so sehr gefährdeten Landbevölkerung berechtigt, war der Schlußgedanke. Allgemeiner Beifall zollte den kernigen Ausführungen die vollste Anerkennung.
Aus dem Gerichts!aal.
Sitzung der Ferienstrafkammer vom 1. August.
Verschiedenes.
Der Invalide H. hatte aus nichtiger Ursache mit dem Förster in der Lamboystraße, der von seinem Sohne den Lese- holzzettel sehen wollte, ein Wortgefecht, das H. noch mit den bei ihm üblichen Verhöhnungen und Beleidigungen ausschmückte. Die Berufung gegen die Strafe von ^Wochen, die er vom Schöffengericht deswegen erhalten hatte, wird verworfen. — Der Bäckergeselle S. hier überfuhr in der Vorstadt ein Dienstmädchen mit dem Rad und brächte ihm dadurch einige unbedeutende Verletzungen bei. Das Schöffengericht hatte auf 20 Mk. Geldstrafe erkannt, die Berufung, hat die Herabsetzung auf 10 Mk. zur Folge. • — > Ein hier in Konkurs geratener Kaufmann ist des Vergehens gegen die Konkursordnung angeklagt worden, weil seine Bücher nicht so geführt waren, daß sie jederzeit eine Uebersicht über sein Vermögen gestatteten und weil er es unterlassen-hatte, Bilanzen zu ziehen. Der Angeklagte erklärt, daß er die Bücher so gut führte, wie er es "verstand und daß er auch jederzeit das nötige daraus ersehen hätte. Unter Annahme mildernder Umstände wird auf 60 Mk. Geldstrafe erkannt. -
Teures Wildfleisch.
Der Landwirt und Gastwirt Sch. von -Somborn ist des
gewerbsmäßigen Wilderns angeklagt. Sein früherer Knecht erzählt, daß im Frühjahr vorigen Jahres in einer kleineren Stube hinter dem Ofen eine Rehgeiß lag, die. nachher in der Familie virzehrt wurde. Während der Grummeternte sei dann auf der Wiese wieder ein Rehkitzchen getötet ivorden, das er auf Geheiß des Schmidt eingewickelt und mit dem Grummet nach Hause gebracht habe. Ferner sei im Winter ein Hase verzehrt worden. Der Angeklagte erklärt, das Rehkitzchen sei angemäht worden und den Hafen, der schon' gerochen habe und von den Raben angefressen gewesen sei, habe er im Felde gefunden. Die Beschuldigung wegen des ersten ReheS wahr. Jedoch bekundet auch das früher Angeklagten, daß zwei Rehe auf dem e
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