Erstes Blatt.
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Eiurückungsgcbühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf» gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg.,' im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
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Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Gedruckt und -verlegt in der Buchdruckerei des verein. tv, Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Orgm für Stob und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Nr. 177 Femsprechmschwß Nr. «05. Montag den 1. August
Ferusprechanschluß Nr. 605. 19 04
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Amtliches.
Stadtkreis Danau.
Bekaentmachungen des Oberbürgermeisteramtes
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
, am Donnerstag den 4. Angnst 1904, nachmittags 5 Uhr,
im oberen Saale des Rathauses.
Tagesordnung:
- 1. Verkauf des Geländes am Gerbergraben für 5 Mk. für den qm unter Erhebung der Klage gegen den Anlieger H. Amend.
. 2. Verkauf des Hasenpfades — 43 qm groß zum Taxwert von 8 Mk. pro qm an I. Wilh. Wörner und Phil, und Christ. Schütz.
3. Bebauungsplan für das Gelände zwischen Frankfurter Landstraße, Kinzig und Kesselstadt.
4. Ausbau der Akademiestraße.
5. Bewilligung von 2200 Mk. für Instandsetzung des Treppenhauses im Fürstenbau des Stadtschlosses, Erneuerung von Dachflächen ic. aus den verfügbaren Mitteln von 2500 Mk., Bewilligung des Restes sowie der ersparten Beträge aus Rechnungsjahr 1903 für Neuherstellung von Fußboden.
6. Bewilligung von 3200 Mk. für Instandsetzung des Hauses Bangertstraße 2. .
7. Protokoll über die Revision der städtischen Sparkasse.
8. Antrag des Herrn Loßberger betreffend Wahl einer Kommission, welche für Heranziehung von Industrie u. s. w. die geeigneten Schtttte beraten und in Vorschlag bringen soll.
9. Umwandlung der nicht ruhegehaltsberechtigten Funktionszulagen von Vorschullehrern an der Oberrealschule in ruhegehaltsberechtigte.
10. Beschaffung einer Additionsmaschine für die Sparkasse unter Bereitstellung von 1550 Mk.
11. Nachbewilligung von 4271,83 Mk. Ueberschreitungen im Rechnungsjahre 1903. (Bausachen).
12. Desgl. von 3322,11 Mk. Ueberschreitungen im Rechnungsjahre 1903 (Allgemeine Verwaltung).
13. Desgl. von 25,70 Mk. Ueberschreitungen unter Titel VI der Begräbniskasse Rechnungsjahr 1903.
14. Betreffend Uebersendung von Druckschriften seitens des Verbandes deutsch-nationaler Handlungsgehilfen in Hamburg.
15. Nachbewilligung von 796,72 Mk. auf Titel VII 3 Rechnungsjahr 1904 (Alterszulagenkasse der Volksschul- lehrer).
16. Nachbewilligung von 150 Mk. Mietsentschädigung für Lehrer Kleinhans auf Titel VII D I 52 Rechnungsjahr 1904.
17. Prüfung der kaufmännischen Abschlüsse des Gas-, Wasser-, und Elektrizitätswerks sowie der Badeanstalt für Rechnungsjahr 1903.
18. Anstellung eines Assistenzarztes für den Schlachthof an Stelle des Tierarztes Reinemann.
19. Verlegung des Elektrizitätswerkskabels nach dem Neubau des Diakonissenhauses. Kosten 1467,50 Mk.
20. Verlegung des Elektrizitätskabels zum Anschluß der Bijouteriefabrik Loser & Graeve, Ecke Bernhardstraße— Grüner Weg. Kosten 1500 Mk.
21. Vermächtnis des Rentners H. Sanner für die Armen der Stadt in Höhe von 5000 Mk.
22. Feststellung der Fluchtlinien im Anschluß an die Verlängerung der Großen Dechaneistraße bis zur Bangert- straße.
23. Nachbewilligung von 15012,32 Mr. Ueberschreitungen bei der Armenkasse im Rechnungsjahre 1903.
24. Wahl der Vertrauensmänner für den Ausschuß zur Wahl von Geschworenen und Schöffen.
2s. Wahl von 2 Wahlmännern für die Wahlen zur Landwirtschaftskammer für den Stadtkreis Hanau.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Am Donnerstag den 4» August 1904, nachmittags 434 Uhr, Sitzung des Wahlvorschlags- ausschufses; dazu die Nummern 24 und 25 vorstehender Tagesordnung.
Hanau den 30. Juli 1904.
Der Stadtverordnetenvorsteher.
Cantbal» _ 13862
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 kleiner gelber, neuer Kinderschnürschuh, 1 weißes Taschentuch (gez. C. G.), 1 silberne Münze, Anhänger mit Kopf (Jugendstil), auf der Rückseite die Inschrift (In Liebe Deine Schwester Marie 7./III 1903).
Verloren: 1 silberne Monogramm-Brosche (J. F), 1 kleines Portemonnaie mit 1,20 Mk., 1 goldener Siegelring mit hellblauem Stein, 1 goldener Trauring (gez. B. G. 188), 1 Sparkassenbuch von der ständischen Leihbank, Nr. 2039, 1 Rolle Zeichnungen, 1 Papierdüte mit über 10 Mk. Inhalt.
Eingefangen: 1 Ferkel.
Hanau den 1. August 1904.
1
Hue Danau Stadt und Land.
Hanau den 1. August.
Historische Gedenktage.
AUgttst 1548. Einführung des sogenannten „Interim" durch Landgraf Philipp, zu welcher er in seiner Gefangenschaft gezwungen worden war; die hessische Geistlichkeit wehrte sich jedoch dagegen auf eine nicht allein energische, sondern auch von lebendigem evangelischen Glauben zeugende Weise.
1. Anglist 1552. Wiederholter Vertrag zwischen Mainz und Hessen> zu Frankfurt, durch welchen Mainz die geistliche Jurisdiktion in Hessen aufgab. Schon 1528 hatte der Erzbischof von Mainz in dem Vertrag zu Hitzkirchen der geistlichen Jurisdiktion in Hessen entsagt.
1. August 1572 wurde ein gemeinsamer Entwurf einer peinlichen Gerichts- und allgemeinen Latcheßsrdnung von feiten der 4 Landgrafen, Söhnen Philipp's deS Großmütigen, verfaßt. Es war das ziemlich' schon der letzte Versuch, die vier Landesteile in administrativer Hinsicht als. ein Land zu behandeln; auch wurde dieser Entwurf niemals als Gesetz eingeführt. Mehr als hundert Jahre später drückte ihn ein Winkeladvokat in Abterode als ein von Landgraf Karl ausgegangenes Gesetz ab und fand damit bei den Gelehrten ziemlich viel Glauben.
1. August 1576. Generalsynode zu Cassel, auf' welcher das Konkordienbuch vorgelegt wurde und zurrst Aegidius Hunnius auftrat — der erste Keim zu den nachherigen kirchlichen Zerwürfnissen.
1. August 1677 starb Prinz Georg Christian von Hessen- Homburg, welcher seinen Sitz zu Homburg hatte und diese Stadt! an Hessen-Darmstadt versetzte. Erging am Ende seines Lebens zur katholischen Kirche über und starb ohne Erben.
1. August 1759. Teilnahme der Hessen an dem Siege über die Franzsien bei Minden, wo sie eine Batterie von 17 vierpsündizen Kanonen eroberten.
. * Das Philipps - Denkmal in Haina. In Ergänzung unseres Festberichts über die Einweihung des Denkmals Philipps des Großmütigen wollen wir noch hervor- heben, daß der Sockel des Denkmals aus Fichtelberger Granit (Granitwerk Friedenfels im Fichtelgebirge) erbaut ist. Der Bronzeguß ist ausgeführt von der Firma Martin u. Piltzing- Berlin. Se. Exzellenz der Oberpräsident v. Windheim sprach nach Schluß der offiziellen Feier dem Schöpfer deS schönen Denkmals, Herrn Prof. Wiese- Hanau, seine Anerkennung aus und hob besonders das trefflich gelungene Porträt des Landgrafen hervor, welches vom Künstler nach einem Oel- gemälde von Lucas Kranach-Coburg modelliert worden sei.
? Dienstjubiläen. 25 Jahre sind am heutigen Tage verflossen, seit Herr Polizei-Inspektor Feger dahier im Königlichen Polizeidienste steht. Nicht weniger als 15 Jahre hat er von dieser Spanne Zeit als Polizei-Kommissar bezw. Polizei-Inspektor bei der Kgl. Polizei-Direktion Hanau zurückgelegt. StrengeS Pflichtbewußtem kennzeichnet die Laufbahn des Jubilars, der neben peinlich genauer Beachtung des Dienstes sich frei zu machen gewußt hat von kleinlich-bureaukratischen Auffassungen und dadurch dem hessischen Volkscharakter, namentlich dem der Hanauer Bevölkerung, Rechnung getragen hat, sodaß ihm hier allseitig Hochachtung und Verebrung entgegengebracht, auch der Kreis seiner persönlichen Freunde und Bekannten ein großer geworden ist. Auch wir bringen ihm unsere Glückwünsche dar, bei dem Jubiläum dankbar gedenkend des stets bewiesenen Entgegenkommens der Presse gegenüber, soweit es der Dienst gestattete. -r- Der am Ost- bahuhofe tätige Wagenmeister Herr Philipp Gunkel von hier feiert heute sein 25jähriges Dienstjubilaum. Der Gesangverein „Germania" brächte ihm gestern abend ein Ständchen.
* Obftmarkt. Die Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M. berichtet über den Geschäftsgang in der Zeit । vom 25.—30. Juli: In dieser Woche war das Geschäft wieder '
lebhaft, namentlich in Beerenfrüchten. Heidelbeeren und Johannisbeeren sind augenblicklich sehr gesucht. Die Nachfrage ist ganz bedeutend und sind Angebote in allen Obstsorten erwünscht. Abschlüsse werden täglich gemeldet. — Die Durchschnittspreise betrugen: Stachelbeeren 10 Mk., Johannisbeeren 10-12 Mk., Heidelbeeren 14-16 Mk., Aprikosen 15-20 Mk., Pfirsiche 15-25 Mk., Pflaumen 10-15 Mk., Frühäpfel 10—12 Mk., Frühbirnen 9—12 Mk. alles per Zentner.
* Sommertheater. Auf die heute abend zur Aufführung gelangende lustige Wiener Gesangsposse „Der Fiakerbaron", in welcher Herr und Frau H e n ß die Hauptrollen spielen, wollen wir nochmals empfehlend Hinweisen. „Eine verwechselte Verlobung" betitelt sich ein von unserem beliebten Lokaldichter Herrn Wilhelm Ohler verfaßter einaktiger Schwank, der in nächster Zeit aufgeführt werden wird.
* Schttlanfang. Infolge der irrigen Mitteilung eines hiesigen Blattes über den Schulanfang fehlten heute, wie man uns mitteilt, in den hiesigen Volksschulen eine ganze Anzahl Kinder. Bekanntlich beginnt nur an den höheren Schulen der Unterricht nach den Ferien am Dienstag, an den Volksund Mittelschulen aber am Montag.
* Abonnementskonzert im Kaiserhof. Wir verweisen nochmals empfehlend auf das morgen abend statt- findende Konzert. Für ein hübsches Programm hat Herr Musik- dirigent Urbach Sorge getragen.
* Selbstmord. Ein 74 Jahre alter Dienstmann machte gestern abend in seiner Wohnung in der Fallbachstraße seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Als Motiv der Tat wird ein körperliches Leiden zu bezeichnen sein.
* Einbruchsversuch. Zu tagSheller Zeit gegen 5 und 6 Uhr nachmittags wurde gestern nachmittag bei der Kgl. Kreiskasse (Nordstraße) ein Einbruchsversuch -gemacht durch . Bearbeitung zweier Türen im Korridor. Bei dem Versuche ist es geblieben. Der Monatsschluß ließ jedenfalls das Vorhandensein sich lohnender Barmittel vermuten. Benierkenswcrt ist, daß auch der s. Z. unternommene Einbruchsversuch am Monatsschlusse sich ereignete.
* Gestohlener Ring. Ein bei einer Familie in der Lamboystraße wohnendes Mädchen nahm bei seinem Weggange einen wertvollen Ring mit. In die Enge getrieben, gestand es den Diebstahl ein und wurde in Hast genommen.
* * Eine Sängerfahrt nach Brückenau. Zu einer fröhlichen Sängerfahrt nach Brückenau hatte gestern früh der Gesangverein „Eintracht" seine Mannen am Ostbahnhof versammelt. Golden war die Sonne hinter den Bergen des Spessarts emporgestiegen, ein gutes Omen für die beginnende Fahrt, zu der sich ca. 100 Teilnehmer eingefunden hatten, und in wunderbarer Klarheit lagen die Höhen des Vogelsgebirges und des Spessarts zur Linken und zur Rechten, als der Zug hinter Gelnhausen in die Gebirgslandschaft hineinsauste. In Elm hieß es umsteigen und dann ging mit der Elm-Gemündener Bahn die Fahrt noch bis Mottgers, wo ausgestiegen und die Tour zu Fuß angetreten wurde. Inzwischen war aber auch die Sonne bedenklich hoch gestiegen und unbarmherzig heiß sandte sie ihre Stahlen herab, die Freude an dem nun beginnenden Naturgenuß leider etwas beeinträchtigend. Aber reichlich wurden doch die Teilnehmer entschädigt, als sie, den Schwarzenfelser Berg besteigend, hier Umschau halten konnten über die Lande, die prächtig im Sonnenglanze dalagcn. Hoch oben grüßte die malerische Burgruine herab, über dem am Berge klebenden Schwarzenfels thronend, rings in den Bergen und Tälern romantische Städtchen und Dörfer, ein Bild von seltener Naturschönheit. Zwar kostete es noch manchen Schweißtropfen, bis endlich tief" unten Bad Brückenau sichtbar wurde, aber dafür hatten die Sänger auch die Naturschönheiten der Bergwelt voll genossen, die ihnen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird und um die sie die „Sitzengebliebenen", d. h. die Wenigen, hie mit der Bahn gleich ganz durchgefahren waren, gewiß beneiden können. In Bad Brückenau' bot sich den dürstenden Kehlen reichlich Gelegenheit, alle Miseren des Marsches vergessen zu machen, sowohl am Wernarzer Brunnen wie auch an den „Quellen", wo das „braune Naß" floß, und an den schönsten Punkten, wie im Kurhaus und im Wirtshausgarten, stieg manch' frohes Lied zu Ehren der hehren Sangeskunst zum Himmel. Weiter ging dann die Fahrt bezw. der Marsch nach der etwa eine halbe Stunde weiter liegenden Stadt Brückenau, wo der Sänger eine gastliche Aufnahme wartete. Im „Hotel zur Post" hatten zarte Hände den Eingang und den großen Speisesaal mit frischem Grün und Blumen geschmückt, eine sinnige Ehrung, die die dort zur Kur weilende Gattin des VereinSpräsidenten den Sängern bereitet hatte. Und mit der Wahl der „Post" zur leiblichen Erqmckm-g hatten die Arrangeure einen guten Griff getan; das Mittag- mahl war von einer Reichhaltigkeit und Gute, rote * ., •
übertroffen werden kann, eine gute Grundlage zu der 9 9 Stimmung, die sich nun entwickelte und die Herr B a ill? erst recht in Flus„krachte, als . er mit .seinen